Mr. Bird and Family im Lied-Contest (gereimte abc-etüde)

Letzter Tag für die dies-wöchentlichen Etüden, für die diesmal Christiane selbst die Wörter spendete! Und für die Ludwig Zeidler alias lz. wieder zwei schöne, diesmal kunterbunte Einladungen gestaltete.

 

 

 

 

Mr. Bird and Family im Lied-Contest

Das Blaue Band schwingt in den Lüften,

Und die sind schwanger von den Düften

Der Veilchen und  der Heckenrosen,

Weich ist der Wald von Farn und Moosen,

Die Vöglein sind schon längst geschlüpft

Und aus dem Neste rausgehüpft.

Jetzt gilt es fleißig zu trainieren

Und jeden Tag zu tririlieren

Fürs Vogelstimmenfestival.

Die Stimmung steigt, denn überall

In Bäumen, Büschen und in Hecken

In Himmelshöhn und Grasverstecken

Hört man es jubilieren

Nur keine Zeit verlieren!

„Hier hast du auch ein Notenblatt,

Mit dem Chanson gewinnst du glatt,“

Sprach Meister Bird zu der Geliebten.

Zusammen sie das Lied dann übten

Die Kleinen zwitschern den Refrain

Ja gibts denn wen, der schöner säng?

Die Sieger stehn denn auch bald fest.

Und wer gewinnt den Lied-Contest?

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, elektronische Spielereien, events, Feiern, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 23 Kommentare

„Weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr“ (Bleistiftzeichnung)

Weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr (c) gerda kazakou. Bleistiftzeichnung 50×70 cm, April 2018

Die Skulptur eines weisen Afrikaners hat mein Mann von einer Reise mitgebracht – sie ist kunstvoll aus dem Zahn eines Elefanten geschnitzt. Mit ruhiger Gelassenheit, fast meditativ, hält er die Welt im Gleichgewicht. Hinter ihm ein wildes Schwemmholz – übrigens dasselbe, das als Nilgeist schon seinen Auftritt hatte, nun aber auf den Kopf gestellt ist.

Die Welt könnte nach links wegrutschen, denkst du? Keine Angst. Die mexikanische Katze gleicht ohne weiteres das Kaktusblatt mit der Ladung aus Muschelkalkscheiben, das Haus einer Moluske und die Eulenmaske aus, zumal ich ihr, übrigens aus Übermut, noch einen kuriosen Ast zur Seite gestellt habe.

weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr (c) gerda kazakou, 2018. elektronisch bearbeitete Bleistiftzeichnung, 50 x 70 cm

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Natur, Philosophie, Psyche, Skulptur, Umwelt, Zeichnung, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 10 Kommentare

Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (3) „Die Dinge erzählen Geschichten von der Welt“

 In der Mani herrscht die Natur mit ganz anderer Kraft als in Athen, und am Boden zeichnerisch interessante Objekte zu finden, ist wirklich kein Problem. Ein verrosteter verbogener Draht, ein vertrocknetes gepresstes Blatt, ein verrostetes Eisenblech, ein Stück Tau von einem Boot, eine Schlangenhaut – alles ist dort Natur, auch die einst von Menschen gemachten Gegenstände hat sie überformt und sich wieder einverleibt.

Borke, filigran geworden durch den Einfluß der Naturkräfte, machte am 25. März den zeichnerischen Anfang. Dann das Stück Tau, ein Seeigel, ein Draht, Backsteine, Hölzer, Palmstammschuppen. Sie fügten sich zu Bildern. Ein mit Efeu zusammengewachsenes Holzgebilde und ein Knochen forderten auf zu dramatischerer Gestaltung.

Doch ich wollte auch gern an die Athener Stillleben anknüpfen. So durchforschte ich die Wohnung nach künstlichen Objekten: Boote, Vasen, Kerzenständer, Uhr, Petroleumlampe, Eulen, Flaschen, Rassel, Bücher, Kette gingen Verbindungen ein mit Schwemmhölzern, Ästen, Ziegenschädel, Pflanzen, Früchten. Und wieder begannen die Dinge Geschichten zu erzählen, diesmal nicht von den Gegenden, in denen sie von Menschen gemacht wurden, sondern viel allgemeinerer Natur:  Geschichten von Welt, Zeit und Weisheit, von Leben und Tod.

Diese Phase endete am 17. April, denn nun fuhren wir zurück nach Athen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, die schöne Welt des Scheins, Kunst, Leben, Materialien, Märchen, Meine Kunst, Natur, Philosophie, Psyche, Skulptur, Tiere, Umwelt, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 15 Kommentare

Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (2): „Die mexikanische Katze und die Folgen“

Es wurde März, bis ich wieder mit dem Zeichnen begann, denn inzwischen hatte ich lieben Besuch, reiste herum, legte Bilder zum Roman „Nachtzirkus“ von Erie Morgenstern, den mir Bruni geschenkt hat, benutzte dazu auch Schnipsel anderer Künstler: Susanne Haun, Jürgen Küster, Ulli Gau. Auch begann ich die Serie „Alphabet der Materialien“, um mich meiner alltäglichen Umwelt besser zu vergewissern.

Doch am 12. März packte mich wieder die Lust am genauen Zeichnen, das etwas sehr Versicherndes und Beruhigendes für mich hat. Bei bestem Frühlingswetter setzte ich mich auf den Balkon und zeichnete Trockengräser. Spielerisch stellte ich eine mexikanische Katze dazu, die in Greifweite stand. Und dann auch noch einen tönernen Gott Hermes.

Eine neue Idee war geboren: Stillleben aus Natur- und Kunstobjekten!  Mir war klar, dass jedes Ding, wenn man sich mit ihm befasst, seine eigene Sprache und Symbolkraft hat, und die wollte ich nun zum Sprechen bringen. Rund um kleine Skulpturen und Andenken aus Schwarzafrika, Indonesien, Norwegen, Mexiko, Griechenland, England und Ägypten baute ich komplexere Szenerien mit erzählendem Charakter. Sie führten in mythische Welten, bis zu den Wikingern und sogar ins Paradies. Diese Phase dauerte bis zum 19. März, denn dann ging es wieder los in die Mani.

Der dritte Teil ist auch schon in der Mache.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Commedia dell'Arte, die schöne Welt des Scheins, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Reisen, Tiere, Träumen, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (1) „Naturwesen: Schilfwurzeln und Madame Kolokytha“.

Eine große Anzahl mittel- und großformatiger akribischer Zeichnungen sind in den ersten Monaten dieses Jahres entstanden, und ich habe das Bedürfnis, sie mir einmal in Gruppen vor Augen zu führen und die Entwicklung nachzuzeichnen. Denn mein Blog ist auch mein Archiv und mein Tagebuch. Ich zeige jetzt nur die Originale, nicht die vielen elektronischen Überarbeitungen. Die findest du, sofern du möchtest, in den Beiträgen, wenn du das Wort „Bleistiftzeichnung“ eingibst.

Alles begann am 8. Januar mit einem Schilfwurzelmännchen, das ich am Strand gefunden hatte.  Ein zweites kam hinzu, und Madame Kolokytha hatte ihren Auftritt – in Bleistift und in Kohle. Schließlich präsentierte sich die ganze Bande der Schilfwurzelwesen in Einzel- und Gruppenportraits.  Naturwesen waren es, die sich in meinem Atelier eingenistet hatten und nun miteinander ihre kleinen Dramen aufführten. Das ging so bis zum 20. Januar.  Dann reiste ich nach Athen

Gleich geht es weiter mit der zweiten Gruppe von Zeichnungen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare

Kykladische Göttin, Athenische Eule, Klees Ruderer, Zinnkännchen, Brettspiel aus Ravenna, Boot, Denker und Schattenwürfe (Bleistiftzeichnung)

Wieder in Athen, habe ich mir gestern neue Objekte für meine Bleistiftzeichnung gesucht. Zentral steht eine kykladische Figur, die als Muttergottheit bezeichnet wird.

Um die Skulptur herum sind Gegenstände gruppiert, die ihr teilweise schon kennt: den runden Holzteller aus Ravenna (hier und hier), den kleinen indonesischen Denker, der sich hinter einem winzigen Segelschiff verbirgt (hier), die beiden vertrockneten Kloblauchblüten und das hinter der Eule verborgene Blatt des Feigenkaktus mit Muschelkalk-Ladung (beide hier). Die anderen Objekte zeichnete ich gestern erstmals: die kykladische Figur, die klassische Athenische Eule, das Zinn-Kännchen (Erbstück) und die Postkarte mit Klees verzweifeltem Ruderer, die mir Ulli Gau schenkte.

Mich erinnerte das Arrangement an eine Asservatenkammer, wo Polizei und Zoll beschlagnahmte Gegenstände aufbewahren.

Eine besondere Rolle spielen auf diesem Bild die Schatten, die von meiner großen Lampe an die Wand geworfen wurden.

Hier nun noch mal das Original und ein paar Bearbeitungen.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Shades of Grey

Seit einer Woche wabert wieder Wüstensand in der Atmosphäre, verschluckt das Licht und macht mir Beschwerden. Diese Fotos habe ich vor drei Tagen gegen halb sechs am Nachmittag aufgenommen. Auf einem Foto sieht man noch die Berge, an den folgenden Tagen waren sie ganz verschwunden. Nun, sie werden ja wohl noch dasein, sagte ich mir. Und tatsächlich: heute fuhr ich Richtung Athen, und sie waren da, die Berge. Viel konnte ich freilich nicht erkennen, nur graue Schemen, aus denen sich das leuchtende Gelb des Ginsters hervortat. Ich konnte leider nicht angehalten, um zu fotografieren.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur, Reisen, Umwelt, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , | 26 Kommentare

Meermond, die Erdgeister und die Uhr

Meermond vom Meermond-Blog  schickte mir dieser Tage ein Foto von ihrer Wohnung, das mir große Freude machte. Denn da hing über einem schönen Schränkchen mit alter Schreibmaschine und Uhr ein großer Druck meines Lege-Bilds mit Erdgeistern. Wie ich mich freue, sie in Dänemark zu wissen! Denn Dänemark gilt meine Liebe schon seit der Kindheit.

Meermond schrieb mir, dass die Erdgeister sie beim Malen unterstützen sollen. Eine schöne Aufgabe für die Gnome, finde ich.

Mehr zu diesem Bild findest du unter https://gerdakazakou.com/2015/11/06/elementargeister-erdgeister/

Die Uhr auf dem Foto hat mich inzwischen zu einer Bleistift-Zeichnung inspiriert. Ich besitze nämlich eine ganz ähnliche, und wie Meermond geht es auch mir: schöne Erinnerungen hängen an dem still sich drehenden Uhr-Werk unter dem Glassturz. Meine Zeichnung kennt ihr bereits. Hier ein Bild- Ausschnitt mit der Uhr …

und hier die Uhr der Erinnerung in digitaler Bearbeitung:

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Fotografie, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Psyche, Reisen, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 21 Kommentare

Silberlackierte Eulenbuchständer, Bücher, Flaschenputzerblüte mit Flasche, Flaschenputzer, Eisenkette, Brille (Bleistiftzeichnung)

Flaschenputzer, Eulen, Kette, Brille und Bücher. Bleistiftzeichnung, 50 x 70 cm (a) gerda kazakou, 2018

Eine rote Flaschenputzerblüte bildet heute die Hauptattraktion und ist auch die einzige Naturform des Bildes. Sie steckt in einer braunen Flasche. Ihr korrespondiert ein etwas ramponierter blauer Flaschenputzer aus der Küche. Zwischen den beiden silbern lackierten Eulen stecken ein paar recht wahllos aus dem Regal gezogene Bücher. Rechts eine Eisenkette und ein weiteres Buch, links meine Lesebrille.

Du bist vielleicht neugierig, welche Bücher es in das Bild geschafft haben?  Hier eine kleine Lesehilfe:

Flaschenputzer, Eulen, Kette, Brille und Bücher, Bildausschnitt (a) gerda kazakou, 2018

Peter Handtke: Wunschloses Unglück. Erzählung – 2001.
Sigrid Damm: Christiane und Goethe – Eine Recherche – 2005
Homer: Die Odyssee, Bd I und II (neugriechisch)
Th. Frank u.a. (Hg), Des Kaisers neue Kleider: Über das Imaginäre politischer Herrschaft. Texte Bilder Lektüren Taschenbuch – Mai 2002
Alessandro Baricco: Oceano Mare. Das Märchen vom Wesen des Meeres. Roman – 2000

Ein Buch liegt abgesondert auf der rechten Seite. Es ist „Kitsch, Konvention und Kunst – literarische Streitschrift“ von Karlheinz Deschner (1957). Es fiel mir im Alter von 17 Jahren in die Hände und eröffnete mir eine ungeahnte Welt. Ich verschlang die von Deschner gelobten Autoren (Hans Henny Jahnn, Robert Musil, Hermann Broch) und verwarf vehement die von ihm getadelten, die den Hauptteil des schuligen Lesekanons bildeten (von Bergengruen bis Hesse). Beim Zeichnen ging mir durch den Kopf: wie hätte ich wohl, 17jährig, meine heutigen Zeichnungen eingeordnet? Bei Jürgen Küster (Buchalov-Blog) schreibe ich: „Und nun zeichne ich silberlackierte Eulenbuchständer und anderen Tineff, als sei es die höchste der Offenbarungen. Nicht als Popart, nicht ironisch, sondern mit lächelndem Ernst“.

Flaschenputzer, Eulen, Kette, Brille und Bücher (a) gerda kazakou, 2018, Filter „filmgrain“, fotoshop.

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Leben, Materialien, Meine Kunst, Philosophie, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 16 Kommentare

Bleistiftzeichnung mit Uhr, Eulen, Vase, Schwemmhölzern, Zitronen und Radieschen,

„Bleistiftzeichnung mit Uhr, Eulen, Vase und mehr“ (a) gerda kazakou, 2018

Wieder geht es um Menschengemachtes versus Natur. Die Uhr unter dem Glassturz schenkte ich vor vielen vielen Jahren meinem Mann, als wir durch die Umstände getrennt lebten. Die Eulen sind zwei aus einer schier endlosen Sammlung, die sich bei uns eingestellt hat – seit ich meinem Mann eine Eule schenkte mit dem Spruch: „Keine Angst, wir werden schon noch Eulen nach Athen tragen“. Das war 1967, in Athen hatte ein Militär-Putsch stattgefunden, dem sieben traurige Jahre Diktatur folgten. die „gelehrte“ Eule (Uhu) ist aus Holz, die andere aus künstlichem Kaninchenfell. Rechts im Bild eine Friedens-Vase, die aus einer Granathülse gemacht wurde.

Diesen vier künstlichen Objekten stehen Naturobjekte gegenüber: das große Schwemmholz neben der Holz-Eule, zwei kleinere Schwemmhözer rechts, und eine riesige ganze und eine kleine aufgeschnittene Zitrone sowie ein halbes Radieschen. Wenn du genau hinschaust, merkst du, dass die Naturobjekte Form-Elemente der menschengemachten Objekte wieder aufnehmen: Die runden Früchte korrespondieren mit der Uhr, das große Schwemmholz mit den Ohren des gelehrten Uhu etc pp.

Heute nur eine Variante: „Nacht und Tag“.

„Nacht und Tag“ (a) gerda kazakou

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Leben, Materialien, Meine Kunst, Natur, Tiere, Träumen, Umwelt, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 25 Kommentare