25 Wochen – ein Objekt: Der kleine Prinz im Größenvergleich

Das von Wortman initiierte Fotoprojekt fordert, jeden Sonntag im Jahr ein Objekt in unterschiedlichem Surrounding zu fotografieren. Meine Wahl fiel auf die kleine Blech-Skulptur des Kleinen Prinzen.

Der Kleine Prinz ist, wie sein Name sagt, klein. Aber wie klein ist er eigentlich? Er hat eine große Liebe zu einer Rose, die passt in ihn rein – also kann er doch nicht winzig sein, oder?

Hm. Ich gehe in die Hocke und fotografiere ihn noch einmal.

Na also. Ich sagte es ja: Sooo klein ist er nicht. Die hübschen Knopspenköpfchen schauen ihn an und staunen: sooo groß! Und sie beeilen sich, um wachsend und aufblühend möglichst bald seine Größe zu erreichen…

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Sonntags im Archiv, 29.3.2016: Kohlezeichnungen und Fragen nach der eigenen Handschrift

Wie jeden Sonntag, stieg ich ins Archiv hinab. Diesmal ging ich zehn Jahre zurück zum 29. März 2016. Womit befasste ich mich? Was beschäftigte mich damals?

Ich betrachtete eine Reihe früherer Kohlezeichnungen, die mir alle gefielen, die aber sehr unterschiedlich waren, und  fragte mich, was denn eigentlich meine „eigene Handschrift“ sei (hier). Andere Künstler erkennt man doch sofort, dachte ich. Ich aber ändere meinen Stil je nachdem, wie meine innere Stimmung auf das „Objekt“ reagiert. Und dieses „Objekt“ beeinflusst seinerseits meine Stimmung. Ich und Objekt interagieren in vielfacher Weise, und heraus kommt etwas Unwiederholbares.

Einige der Kohle-Zeichnungen von Landschaften, die ich damals postete, mögen das veranschaulichen:

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Die lebendige Wechselwirkung zwischen mir als Zeichner und dem jeweiligen Gegenstand meines Interesses ist für mich Lebenselixier und der Hauptgrund, warum ich das Zeichnen nach Fotografien vermeide. Manchmal aber zeichne ich auch nach Fotografien, und die Ergebnisse entsprechen meistens mehr dem Geschmack eines Publikums, das Kunst eigentlich nur als reproduzierte Kunst kennt.

Natürlich zeichne ich mit Kohle auch, ohne einen bestimmten Gegenstand ins Auge zu fassen – so wie in diesen „minimalistischen“ Kohlestrichen.

oder in fantastischen Landschaften

Alle Ausdrucksmöglichkeiten mit Kohle faszinieren mich, und ich kann mich bis heute nicht entschließen, eine den anderen gegenüber vorzuziehen.

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Sommerzeit? (abc-etüde)

An Silvester 2016 schrieb ich unter dem Titel „Die Uhr sie tickt ticketack (hier)

Heute hat die Uhr ihren Ehrentag. Mit dir starren die Völker auf ihre Königin, die Uhr. Festlich hat sie sich gekleidet. Gleich, sagst du, gleich! Gleich was? Gleich kommt das Neue! Ticketack, ticketack, tick tack.

Nun, diesmal schauen nur die Völker Europas auf einen Ehrentag der Uhr: Sie wird zurückgestellt. So als sei nicht Mitternacht, sondern schon eine Stunde weiter. Schön wärs ja, wir könnten nach Belieben die Zeit vor- und zurückdrehen, um Katastrophen zu vermeiden oder bei Wiederholung klüger zu handeln. Aber leider wird sich durch das Drehen am Uhrzeiger gar nichts ändern.

Anlässlich der von der EU verordneten „Sommerzeit“ habe ich eine weitere  abc-etüde kata-strophisch zusammengereimt. Die von Christiane gespendeten und zu bedienenden Wörter lauten:

Sommerzeit
struppig
sticheln.

 

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Rede:

Bin die Uhr und Herr der Zeiten

Nach mir tanzt das Firmament

Ich bins, der in euren Breiten

Festlegt, wann die Lampe brennt.

*

Ich pack euch an dem Genicke

Schleuder euch im Kreis herum

Tue es zu eurem Glücke

Denn ohne mich wärt ihr schön dumm

*

Würdet den Termin verpassen

Beim Friseur und überhaupt

Würdet die Freundin warten lassen

Ist denn so etwas erlaubt?

*

Wenn ich sag, jetzt ist es acht

Wo es gestern war noch sieben

Ist zu Ende deine Nacht,

Wird nicht mehr im Bett geblieben

*

Sommerzeit ist, wenn ich’s sage

Und nicht wie die Vögel singen

Vögel sind eh eine Plage

Könnten dich ins Träumen bringen

*

Dass du – statt den Tag zu ehren

Mit gescheitelter Frisur –

Struppgen Bartes auf den Meeren

an die Freiheit dächtest nur.

*

Stichel, murmel, schimpf im Stillen

Dass die Uhr dir nicht gefällt

Schnell gebrochen ist dein Willen!

Denn ich bin der Herr der Welt.  

 

Gegenrede:

Solang bist du nur der Diktator

Solang wir Untertanen sind

Ich nenn dich einen Uhrsupator

Des Firmaments. Denn jedes Kind

 

Weiß, dass die Sonne und die Sterne

Nicht ändern ihren Lauf, weil du

Es so beschließt. Du hättest gerne

Wir stimmten dem Beschlusse zu?

 

Ich bin sie leid, all die Debatten,

Ob man die Uhr noch mal verstellt.

Ich schaue nur noch auf die Schatten

der Sonnenuhren dieser Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Botschaft

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Katzenverhältnisse

Es ist mal wieder passiert.

Draußen regnet es in Strömen, und auch die Unterlagen im Katzentransporter sind pitschnass. Darin aber liegen die kleine Mamsell und ich weiß nicht wie viele Neugeborene.

Es ist ihr erster Wurf. Warum ist sie nicht jedenfalls ins Hundehäuschen mit dem sauberen trockenen Tuch gezogen? Was ist da zu tun ….Ich lasse sie in Ruhe und der Natur ihren Lauf. Keine Ahnung, wie viele der Kleinen überleben werden. Seufz. Eins ist völlig nackt, ein anderes sieht schon fast wie seine Mutter aus. Tiefer hineinblicken konnte ich nicht.

Sobald wie möglich, bringe ich Mamsell in ihrem Häuschen zur Sterilisation.

Während ich einerseits den goldenen Zuwachs mit Sorge beäuge, trauere ich um einen Verlust: unser schöner weißgrauer Kater Lin mit den blauen Augen ist seit zehn Tagen verschwunden, und ich habe ihn schon fast aufgegeben. Er war sterilisiert, ständig hungrig und allzu vertrauensselig. Da er sehr hübsch ist, hat er vielleicht Liebhaber gefunden – das ist meine einzige Hoffnung. Wahrscheinlicher ist, dass er irgendwo eingeschlossen wurde. Sein Bruder Lan ist schon vor einem Jahr verschwunden – auch er sterilisiert.

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Holzschnitt-Workshop – eine Erinnerung (abc-etüde)

Sommerzeit
struppig
sticheln.

Diese Wörter hat Christiane für die laufende Etüdenrunde gespendet. Und sofort fielen mir meine seltenen Versuche ein, mit Schnitzmessern Bilder aus Linoleumplatten oder auch aus Holz zu schnitzen und zu sticheln. Hier eine bebilderte Erinnerung, neu erzählt:

abc-etüde

Sommerzeit 2015! Koroni lädt zu einem Holzschnitt-Workshop ein. Anlass ist eine Ausstellung internationaler Künstler, die diese und andere grafische Techniken ausgezeichnet beherrschen. Zum Glück habe ich einige Bilder in einem Blogeintrag gepostet, und einige gelöschte Bilder konnte ich wiederherstellen. Es ist mir eine Freude, sie hier erneut anzuschauen und zu präsentieren!

Arbeiten von Michael Falconis…

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2015/08/img_4330.jpg

und von Michael Adamis,

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2015/08/img_4333.jpg

von Michael Ward,

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2015/08/img_4338.jpg

von Canuto Kallan…

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von Argyro Vassilakou

und von Dimitris Spanopoulos

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Einer der ausstellenden Künstler (Michael Falconis) führt uns in die Anfangsgründe des Holzschnitts ein. Wir erhalten geschwärzte Spanholzplatten und Schnitzmesser. Spanholzplatten sind die für Anfänger geeignesten Holzplatten, aber glaubt bloß nicht, dass es einfach ist, mit den Messerchen Linien und Formen herauszuschnitzen und zu sticheln, so, wie du es dir in deinem Kopf  vorgestellt hast! Es gelingt mir immerhin, ein struppiges Segelboot zum Vorschein zu bringen.

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Am nächsten Tag geht es weiter, und am Ende habe ich Blasen an den Händen.

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Besser als das „Gesamtwerk“ gefallen mir einige Details, die ein wenig wie eine Stickerei wirken.

Diese Platte drucke ich dann unter Anleitung aus. Ein Foto von der „Geburt“ des Bildes habe ich im Archiv gesucht und gefunden.

Wo die Drucke sind? Keine Ahnung. Wie so vieles ist auch dieses Meisterwerk den Weg aller Dinge gegangen. Geblieben ist mir die Hochachtung vor der Leistung von Künstlern, die bedeutende Werke in der Holzschnitttechnik geschaffen haben. Schade, dass ich nicht dazu gehöre.

Danke, Christiane, für die Anregung, die mich diesmal 11 Jahre meines Lebens und zu den Anfängen dieses Blogs zurückgeführt hat.

Ende der abc-etüde.

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Zeichnen von Zeichner und Modell

Heute fuhr ich wieder zum Zeichnen nach Modell. Viel Lust hatte ich nicht, mich wieder mit demselben Gesicht in akademischer Manier zu befassen. Viel interessanter fand ich den jungen Mann mir gegenüber, und so machte ich eine Komposition von ihm, seiner Zeichnung und dem Modell.

Nach der Pause nahm ich eine neue Zeichenpappe und erweiterte die Idee, indem ich außerdem noch meine eigene (angebliche) Zeichnung mit aufs Bild brachte.

Es machte mir Spaß, beim Zeichnen dem jungen Kollegen zuzuschauen. Er möchte die Prüfung zur Kunstakademie bestehen und hat den akademisch verlangten Zeichenstil schon ziemlich perfektioniert. Hier seine fertige Zeichnung, die bei mir in der Mitte figuriert:

Ich fotografierte auch die Zeichnungen der anderen MitstreiterInnen.

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Kunstbuch 26: Schneewittchens Apfel

Mein 26. Mini-Zine habe ich einer Apfelsorte gewidmet: Die Äpfel sind klein, eiförmig, zweifarbig mit roter und gelbgrüner Seite. Unschuldig und lieblich wirken sie, wenn man sie im roten Netz nach Hause trägt.

Aber des Menschen Geist ist erfinderisch. Auch das Liebliche und Unschuldige kann er in eine böse Falle verwandeln, um Liebliche und Unschuldige zu verführen und umzubringen. So geschehen durch die böse Stiefmutter einer verwaisten Prinzessin namens Schnittwittchen.

Als „Schneewittchens Apfel“ habe ich das Schicksal eines solchen Apfels nachgezeichnet.

Zunächst die beiden Außenseiten:

Es folgen die 6 Innenseiten, in Doppelseiten

„angeboten“ und „gereicht“

„Welche Hälfte? Diese?“ oder „jene?“

„geviertelt“ und „gehäutet“ (geschältes Viertel)

Ich hoffe, du wählst stets die richtige Seite oder lässt es mit einem geschälten Viertel genug sein! Dann bleibst du gesund und munter. Isst du aber den ganzen Apfel, kann ich für nichts garantieren.

 

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Häusle bauen

In der Nachbarschaft sind, wie ich bereits berichtete, etliche Baustellen entstanden. Heute kamen wir beim Morgenspaziergang an einer vorbei, wo gerade die steinerne Wand hochgezogen wird. Ich war wieder mal beeindruckt von der Kunstfertigkeit, mit der die Steine ineinander gefügt werden. Wegen der Feuchtigkeit ist es wichtig, die Zementstreifen zwischen den Steinen möglichst schmal zu halten.

Die Steinhauerin – ja, es ist eine Frau, die diese schwere Arbeit macht – sitzt inmitten des Steinhaufens und klopft bedächtig die genaue Form aus dem Brocken.

Ihr Mann verrückt fürsorglich den Sonnenschirm, damit die Sonne sie nicht sticht.

Die Steinhauer stammen aus Zentral-Albanien, wo diese Kunst noch ausgeübt wird. In Griechenland war sie auch sehr verbreitet, war aber weitgehend eingeschlafen. Erst die albanische Einwanderung nach Griechenland brachte eine Wiederbelebung des Steinbaus. Auch unser Haus wurde von ihnen erbaut. Die Ecksteine werden jetzt bereits industriell gehauen und fertig angeliefert, sind auch aus einem anderen Steinbruch als die von Hand behauenen. Das ist bei unserem Haus noch anders.

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Schneegebirge und glänzendes Meer

Der Wind hat fast alle Wolken vertrieben und die Sicht auf das Meer und das Taygetosgebirge freigefegt. Ich stieg auf unsere Turmterrasse, um eine möglichst störungsfreie Sicht zu haben.

Das ganze Taygetosmassiv ist wieder in ene Schneedecke gehüllt. Das ist wunderbar, denn so werden auch die Quellen gespeist, während bei Regen alles den Bach runter geht. Herangezoomt:

 

Das Meer hat sich in eine helle Spiegelfläche verwandelt. Auch hier eine störungsfreie Ansicht herangezoomt:

Heute ist hier in Griechenland der wichtigste Nationalfeiertag: der offizielle Beginn der „Revolution“ am 25.3.1821 gegen die osmanische Herrschaft und für einen unabhängigen Nationalstaat wird mit Umzügen und Militärshows gefeiert. Drum herrscht eine festliche Stimmung. Aber ein Frösteln angesichts des recht nahen kriegerischen Geschehens im östlichen Mittelmeer ist nicht zu verkennen. Der Libanon ist ja quasi gleich um die Ecke, und Zypern ist Heimatland. Gleich kommen einige befreundete Frauen. Wir wollen versuchen, uns über die Lage und unsere Stellung dazu mehr Klarheit zu verschaffen.

Könnte doch ein freundlicher Wind oder meinetwegen auch ein Sturm durch den kriegsverpesteten Raum fahren und für klare Sicht sorgen!

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