Goldrausch (Montag ist Fototermin)

Seit ich die „Woche in Gelb“ bei Ulli gesehen habe, sehe ich nur noch Gelb und Gold: gelbe Bojen, gelbe Boote, gelbe Strandliegen … aber da hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Danach, beim Essen: Gelb das Hemd, goldgelb Pastizio, Zitronen und Pommes, Hellgelb der Wein und das Brot, Golden die Blüten hinter dem Gitter und das Olivenöl im Salat… Golden auch das Licht der Bouzoukibühne im TV….

und am Nachthimmel hellgolden der volle Mond.

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, Fotografie, Leben, Materialien, Musik, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , | 10 Kommentare

Montag ist Fototermin: Architektonische Konglomerate (Kalamata)

Ich mag die Stadt Kalamata. Ein Erdbeben in den 80er Jahren hat zwar sehr viel der historischen Bausubstanz zerstört, aber immer noch gibt es schöne teils renovierte neoklassische Gebäude, ansehnliche Kirchen, eine fränkische Burganlage, gepflegte Plätze mit Blumen und Denkmälern, Museen, Parks, einen Hafen, eine Marina und schier endlos lange Badestrände….. und natürlich eine beneidenswerte Lage zwischen dem Taygetos-Gebirge und der weiten messinischen Bucht.
Ich mag den eleganten Teil der Stadt, die lebendige Altstadt, aber auch die architektonischen Verrücktheiten, die für griechische Städte so charakteristisch sind: da baut jeder, wie er kann und mag. Und so  braucht man nicht zu suchen, wenn man architektonische Konglomerate der besonderen Art ablichten möchte.

Das tat ich mal wieder. Hier nur vier Beispiele nahe dem alten Zentrum:

Zum Erdbeben in Kalamata, 1986, lese ich in der „Welt“ vom Februar 2008 anlässlich eines aktuellen Erdbebens:

„Südlich der Halbinsel Peloponnes verläuft ein tiefer Graben. Dort stoßen die afrikanische und die europäische Platte aufeinander. Dabei entstehen jährlich hunderte Erdbeben. So wurde die Stadt Kalamata 1986 fast vollständig von einem schweren Erdbeben zerstört. 20.000 Menschen verließen damals in Panik die Stadt. Die verbliebenen 25.000 Einwohner lebten jahrelang in Containern und auf Schiffen. Noch heute stehen Ruinen in der Innenstadt.“

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Fotografie, Leben, Psyche, Umwelt, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Auf den Spuren der Myriade-Figuren (Legebild-Foto-Collagen)

Vergebens hielt ich nach der scheuen Katze Ausschau. Auch die Myriade-Figuren ließen sich nicht blicken …. bis ich sie in der Petroleum-Lampe entdeckte. Mir gelang ein Schnappschuss, als sie gerade dabei waren, sich zu materialisieren.

Sofort machten sie sich auf den Weg. Die eine rannte voraus, anscheinend um einen geeigneten Ausweg aus dem verspiegelten Raum zu finden.

Hupps! Schon standen sie auf der Fensterbank zwischen Knochenvase und Schilfwurzelwesen, winkten noch mal zurück und verschwanden im Garten.

Da ich ja nicht gut durchs Fenster hinterhersteigen konnte, verlor ich sie zunächst aus den Augen. Doch nach einer sorgfältigen Fahnung wurde ich fündig. Ich hielt meinen Zeichenbock unter das große Feigenblatt, auf dem sie herumstiegen, und sammelte sie vorsichtig ein.

Ich brauchte sie für mein Theater! Wenn sie sich anstellig zeigten, hätte ich zwei interessante und vor allem jugendliche Neuerwerbungen in meinem Ensemble, das doch schon sehr in die Jahre gekommen ist.

Und tatsächlich machten sie sich recht gut. Selbst als ich die Bühne in fahles Licht tauchte, fremde Schauspieler auftreten  und eine große Schlange aus der Bühnenmitte emporsteigen ließ, verloren sie nicht ihren Schneid.

Aus denen kann noch was werden!

(Die Bühne habe ich, wie ihr euch vielleicht erinnert, aus Susanne Bs und Jürgen Küsters Schnittreste-Spenden  zusammengebaut, für die anderen Figuren verwendete ich Bruni-Schnipsel.)

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Collage, Commedia dell'Arte, die schöne Welt des Scheins, events, Fotocollage, Kunst zum Sonntag, Leben, Legearbeiten, Materialien, Märchen, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 13 Kommentare

Spring! Auslegungen mit Myriade-Schnipseln

„Jetzt kommt der große Augenblick, wo der Frosch ins Wasser springt und sein Leben riskiert!“ Mit diesem Spruch pflegte einer unserer Lehrer sich und den Delinquenten zu wappnen, bevor er ihm eine schallende Ohrfeige verpasste. Ja, damals, in den frühen 50er Jahren, war das noch so.

Warum mir dieser blöde Spruch gestern einfiel? Das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls wirkte er offenbar in mir fort, denn ein schwierig zu handhabendes und daher meist ausrangiertes Stück aus Myriades Schnipselsendung wurde plötzlich ein Ins-Wasser-Springer. Zusammen mit anderen übrig gebliebenen Schnipseln legte ich ihn auf einer weißen Fläche aus. Vielleicht siehst du ihn, dort oben auf dem wackligen Sprungbrett, wie er Anlauf nimmt, um hinunterzuspringen ins schäumende Nass. Ein anderes Kind lässt sich auf den Wellen schaukeln.

Das Thema gefiel mir. Also nahm ich einen zweiten Anlauf und mir die Freiheit, alle Schnipsel in Erwägung zu ziehen.  Das Ergebnis:

Der „Frosch“ des Lehrerspruchs verlangte ebenfalls nach Auslegung. Dabei beschränkte ich mich wieder auf die übrig gebliebenen Schnipsel und das weiße Blatt. Nur den goldenen „Kronreif“ fügte ich hinzu. Ich hoffe, du erkennst den alten Wasserpanscher inmitten der Seerosen und Wasserlilien und die Prinzessin, die blass und angeekelt von ihm wegblickt – Protagonisten aus „Frosch König“.

Für mich war mal wieder spannend, den dunklen Wegen der Erinnerung und Assoziationen zu folgen: von wo tauchte der olle Lehrerspruch, an den ich seit  meiner Schulzeit nicht mehr gedacht hatte, in meinen Kopf auf? Die Situation war vollkommen anders: Eine Freundin unterschrieb einen Mietvertrag, dessen Finanzierung nicht gesichert ist, ich sah ihr zu…. und da war der Spruch.  So plötzlich er aufgetaucht war, so schnell versank er auch wieder im Meer des Vergessens. Doch untergründig wirkte er anscheinend fort: ich erkannte in zwei Schnipseln einen „Ins-Wasser-Springer“ und einen „Frosch“. Doch erst als ich mir jetzt die Bilder ansah, bemerkte ich den Zusammenhang mit dem Spruch. Und der goldene Ball der Prinzessin? Der wurde zu Badekappe, Krone, Boot und Schwimmring.

Veröffentlicht unter Allgemein, Erziehung, Leben, Legearbeiten, Märchen, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Psyche, Tiere, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

abc-etüden: Sommerpausen-Intermezzo

Letzter Tag der ersten Phase von Christianes Sommerpausenintermezzi. Also los, egal wie heiß es ist. Aus 12 Wörtern sind mindestens 7 auszusuchen, um eine Geschichte drum zu spinnen. Die Geschichte soll an einem wiedererkennbaren Ort spielen.

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2020 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday

 

HOME OFFICE

Im Homeoffice sitzt er, über den Akten,

Schwitzt nicht schlecht und denkt an die Nackten

Die eben grad in die Fluten sich stürzen

Und sich die Nächte mit Liebe verkürzen.

Kritzelt Weibchen und Sprüche aufs Blatt.

Ach wie hat er das Homeoffice satt!

 

Komm meine schöne Bettine

 Du femme fatale der Kantine

Komm mit, eine Blaupause machen!

Da vögeln wir beide und lachen!

Träumen von Sprüngen ins Blaue

Ins Meer!

 

Ach, du mein Herzensschatz

Hat keine andre Platz

Mein Täubchen und Sahnewölkchen du

Schmatzschmutz und schlürfen

das wird man noch dürfen.

 

O weh!

 

Bald sind die Felder abgemäht,

die Strandkörbe eingesammelt

Die Windjammer haben in Heimathäfen festgemacht

Zwischen zwei Tönen zwischen M und dem R

Dehnt sich das LEERE unendliche  Meer

Farbige Zwischentöne!

Wer treibt drüber hin?

Du mein  Sahnewölkchen

 

Herzschmerz du,  so scherze ich

Und kneife in dein Öhrchen

Dein Ohrenkneifer bin ich, Süße,

dein Stoppelfeld  und du mein Vulkan.

***

Und er greift sich ans Kinn

Lange nicht rasiert.

Wozu auch.

Home office eben.

 

Du willst wissen, wo das geschah?

Im Hinterhaus von No 12, in Düsseldorf

Die Straße hab ich vergessen.

Wozu auch?

Home office eben

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Collage, Fotocollage, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Natur, Träumen, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 21 Kommentare

Eine neue Freundschaft? (Fotomontage mit Myriade-Figuren)

Sie materialisierten sich im Atelier, wie Geister aus der Wasserflasche. Dann schrumpften sie, wurden dichter, zugleich auch kleiner. …

und begannen, meine Umgebung zu inspizieren – die ja nun auch ihre ist. Ich folgte ihnen heimlich und machte dann und wann einen Schnappschuss. ZB hier bei den leeren Gläsern für Honig und rote Paprika.

Sie waren aber nicht interessiert und eilten gleich weiter. Schon waren sie die Außentreppe hoch und spazierten zielstrebig in den Salon…

… durchquerten ihn und blieben vor der vergitterten Hintertür stehen. Wo wollten sie hin? Hach, da zwischen Gitter, Jalousie und Glas saß doch wer? Bevor ich es mich versah, hatten sich die Kleinen verdünnisiert und waren draußen. Ob sich da eine neue Freundschaft anbahnt?

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Collage, Commedia dell'Arte, events, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Tiere, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 22 Kommentare

Myriades Schnipsel fortgesetzt: Fische, Vögel, Engel, Monde

Ein paar Legebilder konnte ich heute noch machen. Beim ersten verwendete ich alle Schnipsel.

Fischwelten

Vogel und Chamäleon

Mödchen oder Engel/Teufelchen?

Sie stellt die Monduhr

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Legearbeiten, Materialien, Meine Kunst, Tiere, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 9 Kommentare

Myriades Schnipsel sind da! (drei Legebilder)

Herzlichen Dank, Myriade, für deine Spende! Zweimal ging deine Sendung nach Wien zurück, da du sie vorsichtshalber eingeschrieben geschickt hatte und ich sie nicht abholen konnte. Doch das dritte Mal hat es, mit einfacher Post in die Mani, gekappt. Gestern holte ich sie von der Taverne, die uns als Adresse dient, ab und öffnete voller Erwartungsfreude den Umschlag. Locker mit Wasserfarben auf festen Malkarton gepinselte und großzügig zerschnittene Stücke zog ich heraus. Hell die Farben, vor allem Blautöne und drei goldgelbe.

Ich breitete sie auf einer weißen Pappe aus, die im Schatten bläulich wirkt.

Der farbliche Abstand der Schnipsel zur Unterlage war mir zu gering, also nahm ich eine dunkelgraue Pappe. Groß und sehr ausufernd sind deine Stücke, mit vielen Spitzen und Rundungen, kein „Baumaterial“, sondern mächtige formenreiche Einzelstücke. Auch die vorigen von Ulli waren so, aber doch deutlich kleiner, und bei Ulli gab auch etliche „neutrale“ Schnipsel in Form von Kreisen und Rechtecken.  Hier fast keine. Diese Schnipsel zu „bändigen“, schien mir eine noch größere Herausforderung. Aber es gelang auf Anhieb.

Dass alle drei Bilder Natur- und Wetterphänomene darstellen, liegt an den Farben und Formen der verarbeiteten Schnipsel. Ob sie auch zu anderem taugen? Man wird sehen.

Ein Sturm kommt auf

Bei Sonnenuntergang

Bei abnehmendem Mond

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Legearbeiten, Materialien, Meine Kunst, Methode, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 28 Kommentare

Kakteenblüte am Strand (Fotografie)

Gestern stiegen wir unterhalb „unserer“ Taverne ins Meer. Mir gefiel der Bildausschnitt mit den klaren Linien und Flächen, darin eingebettet eine kleine menschliche Figur:

Beim Nähertreten fiel mit die Kakteen-Blüte auf – hellrosa und schon leicht verwelkt.

Dann erst sah ich, dass an dem gewellten Rand des Kaktusblatts neue Blüten sich vorbereiteten. Manche waren schon prächtige Knospen, andere noch kleine Perlen, die sich am Blattrand gebildet hatten und nun aus ihrer feinen braunen Hülle brachen.

 

Ich werde sie nun weiter im Auge behalten….

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Fotografie, Leben, Natur, Serie "Mensch und Umwelt", Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , | 16 Kommentare

Morgendliche Gartenskizzen (tägliches Zeichnen)

Die Sonne steigt, die Hitze nimmt zu. Schnell ein wenig skizzieren, bevor der letzte Schatten im Garten aufgezehrt ist.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Meine Kunst, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 8 Kommentare