12 mal 12

Heute ist wieder der 12. eines Monats. Da mache ich heute mal mit und verlinke mit der Ideengeberin  Caro.

(1) Ich habe nicht vor, euch sämtliche noch zu erwartenden Kreationen, die mein Schützling Sofialena mit ihrer Mama erschafft, vorzuführen, aber ihr zweites Mini-Zine will ich doch noch posten. Es kam heute früh an, und das war gut so.

Denn es half meiner Stimmung auf, die zeitweise ein ziemliches Tief erreichte. Warum?

(2) Kaum war ich aufgestanden und auf dem Weg ins Atelier, um meine Stifte fürs nächste „Frühlingszeichnen“ zu holen, da sah ich die Bescherung: Die Teppiche des Ateliers lagen draußen, im Atelier selbst herrschte Chaos (kein Foto). In unserer Abwesenheit war die Sickergrube übergelaufen. Die liebe Frau, die in der Zwischenzeit bei uns putzte, hat das wohl durch übertriebenen Wasserverbrauch verursacht und dann zu beheben versucht. Am Telefon hatte sie mir nichts von dem Malheur gesagt….

(3) Erstmal flüchtete ich mich in den Garten und schleppte, um nicht laut zu schreien, schwitzend und bis zum Umfallen abgeschnittene Olivenzweige, die den Garten verunzierten, zu einem Haufen zusammen (kein Foto).

(4) Dann ging ich #Fühlingszeichnen26, das @annenilges organisiert, und beruhigte mich dabei einigermaßen. Ich ging im zuvor etwas aufgeräumten Garten herum und zeichnete anweisungsgemäß auf das Leporello aus Zeichenpappe zuerst mit breitem gelbem Leuchtstift, was mir der Boden an Impulsen gab, dann mit Fineliner das, was ich im Hinaufschauen bemerkte, und schließlich mit rotem Buntstift das Naheliegende.

(5) Anschließend machte ich mich daran, mit der Hilfe meines Mannes die aufgeweichten Kartons und Dossiers zum Auto zu schleppen. (kein Foto)

(6) Ich fuhr sie zum Müllplatz und dann gleich weiter zum Zahnarzttermin. Der verlief unaufregend. Ich hatte sogar Gelegenheit, den beiden kleinen Söhnen der Zahnärztin zwei Mini-Zines zu falten, die sie auch gleich zu bemalen begannen. Außerdem ergab sich ein Gespräch mit einem anderen Kunden, der, wie sich herausstellte, oberhalb unseres Hauses baut und vorhat, dort mit seiner deutsch-amerikanischen Frau den Lebensabend zu verbringen. Ein neuer Nachbar! (kein Foto)

(7) Anschließend begab ich mich ins beliebte Garten-Cafe „Stolidi“ und setzte mich in die Sonne. Aus den Lautsprechern ertönte eine angenehme Bar-Musik. Bevor meine Bestellung kam, zeichnete ich zwei Besucher am Nachbartisch, die mir den Rücken zuwandten und mit einem Dritten sprachen. Ich ärgerte mich, dass ich mein Kalenderbuch nicht dabei hatte, die letzten Seiten sind noch leer.

(8) Ich rief  eine Freundin an, deren erst 6jährige schwarze blauäugige Hündin Luna schwer krank ist (sie hat Krebs, ihre Hinterbeine sind gelähmt). Ich wollte wissen, wie es der Hündin in der Zwischenzeit ergangen ist und ob das neue Medikament angeschlagen hat. Leider gibt es keinerlei Anzeichen für eine Besserung, aber auch keine Verschlechterung. Luna hat guten Appetit und auch normale Ausscheidungen.Wenn sie andere Hunde hört, meldet sie sich. Sie spricht, indem sie ihre weißen Zähne entblößt und knurrt, was recht gefährlich aussieht, aber ihre Art der freundlichen Ansprache ist.

(9) Eigentlich wollte ich noch zur Versammlung des Behindertenvereins, der seine Jahressitzung hatte, ich hatte aber keine Nerven dafür und fuhr heim.

(10) Zuhause legte ich mich aufs Ohr und schlief ein wenig.

(11) Dann ärgerte ich mich mit meiner Krankenhausversicherungspolice herum, wo es Unregelmäßigkeiten mit der Abbuchung gibt. Bankauszüge überprüfen und mit der Versicherung Messages austauschen gehört nicht grad zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

(12) Nun aber will ich mich nicht weiter ärgern und dem morgigen Putzmarathon im Atelier gelassen entgegensehen. Bei der Entspannung soll mir das Kaminfeuer helfen, das mein Mann entzündete und noch allein hütet.

 

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Kinderkunst in Pankrati/Athen

Ich habe da noch eine Geschichte aus Athen, die ich aufschreiben muss, damit ich sie hier in der Mani nicht vergesse. Vorgestern bummelten Freundin Eleni und ich nach dem Besuch des Goulandri-Museums noch ein bisschen durch die kleinen baumbestandenen Straßen des innerstädtischen Bezirks Pankrati. Schön wars, die Sonne schien, ein frischer Wind ging, und wir waren heiter. Da kamen wir an einem Schaufenster vorbei, das uns magisch anzog. Eleni zückte sofort ihre Kamera und ich mein Handy.

Im dunklen Laden wurde eine Frau sichtbar, die nach uns ausschaute. Wir kamen ins Gespräch, durften rein. Was für eine wundervolle Atmosphäre herrschte da drinnen! Malerei, Masken, Puppen… Wände, Tische waren bedeckt, auch von der Decke baumelten Gestalten. Es gab einen großen Arbeitstisch mit Bänken rundum, Kästen und Kisten und Schachteln…Trotz der Überfülle herrschte kein Chaos, sondern eine fröhliche Ordnung.

Emilia heißt die Künstlerin, die hier eine kreative Werkstatt für Kinder betreibt

Wir ließen uns einiges erklären, so zB die Masken, die die Kinder zum Fasching basteln. Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema. In diesem Jahr: Bäume. Hier hat sich Emilia eine der Baummasken übergezogen. Die Blätter sind an einem hochragenden Ast befestigt.

Na, ihr seht schon: ich war total begeistert und hoffe sehr, dass ich diese Bekanntschaft etwas ausbauen kann.

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Philippe am Poseidontempel.

Was wurde eigentlich aus dem Besuch des Poseidontempels, den ich Philippe versprochen hatte? So fragst du vielleicht. Ich hatte dem kleinen Prinzen ja vom Theseion, dem Tempel des Hephistos, erzählt, leider mit dem Ergebnis, dass ihm seine Vulkane einfielen und seine Besorgnis wegen seiner geliebten Rose zunahm (hier). Um ihn zu trösten, versprach ich ihm einen wunderschönen Sonnenuntergang am Poseidontempel von Sounion. Der dortige Sonnenuntergang sei weltberühmt, viele Menschen reisten extra seinetwegen nach Athen.

Am nächsten Tag reisten wir nach Athen. Aber zum Poseidontempel wollte ich nicht. Zu weit. Zu müde. Außerdem fürchtete ich, dass Philippe, wenn er dort die Sonne untergehen sähe, vor Sehnsucht mit der Sonne im Meer versinken würde.

Gestern, als er hörte, dass wir heute in die Mani zurückfahren würden, verschwand er. „Wenn du nicht mitkommen magst, gehe ich eben allein!“ hatte er noch zum Abschied gerufen. „Du kannst doch nicht …. Es ist weit!“ rief ich ihm hinterher. Aber das hörte er wohl schon nicht mehr.

Die Stunden vergingen und Philippe kam nicht zurück. Was sollte ich tun? Die Polizei zu verständigen, hätte wohl wenig Sinn. Was sollte ich auch sagen? „Ein kleiner Prinz von einem anderen Planeten ist bei uns aufgetaucht, er heißt Philippe. Nun ist er verschwunden. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er sich nach Sounion begeben hat, um dort den Sonnenuntergang zu betrachten.“ Na, ich weiß nicht. Die Polizei ist ja sehr hilfsbereit, aber sie würde mich sicher fragen: „Wollen Sie eine Vermisstenanzeige aufgeben? Wer sind seine Erziehungsberechtigten? Das wissen Sie nicht? In welcher Beziehung stehen Sie zu dem Kind? Wieso haben Sie das Auftauchen das Kindes nicht schon längst gemeldet? Wir werden Sie benachrichten und die Fürsorge einschalten, sobald wir… etc pp“

Unsinn! Ich musste die Fahrt nach Sounion selbst anzutreten und ihn zu suchen.

Um es kurz zu machen: Ich fand ihn tatsächlich, auf einer Steinplatte unterhalb des Tempels.  Die Sonne war längst untergegangen, aber er konnte sich nicht entschließen, den Ort zu verlassen. „Lass mich hier!“, bat er mich. „Morgen geht die Sonne wieder unter. Und da muss ich doch hier sein.“

„Aber du bist ganz allein!“ rief ich. „Du kannst doch nicht ….“ – Er sah mich mit seinen lieben Augen an und lächelte. „Mach dir keine Sorgen. Überall gibt es liebevolle Menschen. Sie werden mir weiterhelfen. Fahr du nur in die Mani. Ich komme dann irgendwann nach.“

Und das tat ich dann auch. Denn habe ich ein Recht, ihn festzuhalten? Er wird seinen Weg schon finden. Oder was meinst du?

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Kunstbuch No 15: Krieger

Krieg und Kriegsberichterstattung sind wieder in. Unsere Tageszeitung fühlte offenbar den Hauch der Geschichte im Gesicht und schenkte uns eine Beilage mit dem dick gedruckten Titel Große Schlachten und dem kleineren Untertitel der Griechen. Die Beilage ist mit Texten und Bildern bestückt, die an die ruhmreichen Schlachten der Vergangenheit erinnern.

Auf der Titelseite prangen nackte Leiber. Keine Vergewaltigung, o nein! Die Frauen lieben ihre Helden. Krieg und Eros oder, mythologisch gesprochen, Ares und Aphrodite gelten immer schon als heißes Liebespaar. Krieg scheint irgendwie geil zu sein. Dass die Götter in „homerisches Gelächter“ ausbrachen, als der getäuschte Ehemann Hephaistos Aphrodite mit dem Ares im eisernen Netz fing und so ihre schändliche Liaison offenbar machte, mag immerhin Anlass zum Nachdenken bieten.

Soll ich mich dem Trend der Zeit entgegenstellen? Ach was! Auch ich möchte einmal mit der Zeit gehen. Also produzierte ich mithilfe der Illustrationen das Kunstbuch „Krieger“. Die Titelseite präsentiert einen antiken Krieger in voller Rüstung.

Es folgen sechs Seiten mit ruhmreichen und liebestollen Kriegern aus späteren Jahrhunderten.

Den Abschluss macht die Darstellung eines hinabstürzenden Helden, während hinter ihm das Gemetzel weiter geht.

Hier nun noch mal alle Seiten ordentlich aneinander gereiht.

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Dienstags-Drabble: ein Lebenslauf

Rolle – mogeln – Balkon

Das sind Wortmans Wörter, um die herum ein Text von 100 Wörtern zu stricken war. Diesmal habe ich nicht gereimt, sondern berichte ganz prosaisch und natürlich arg verkürzt von einem Lebenslauf der 68er-Generation.

Damals, als er mitmarschierte und im Chor mit Gleichgesinnten „Bürger runter vom Balkon, schließt euch an dem Vietkong“ oder „Che-Che-Che-Guevarra-Che!“  brüllte, fühlte er sich auf der Höhe des Zeitgeschehens. Die Welt war klar: Hier die Spießbürger, dort die heroisch um ihre Freiheit kämpfenden Völker.

O ja, er fühlte sich „auf der richtigen Seite der Geschichte“. Doch die Rolle, die er für sich erträumt hatte – ah, Revolution, Gerechtigkeit und die Frauen! – , sie wollte sich partout nicht finden lassen. Immerhin gelang es ihm, sich durch die akademischen Prüfungen zu mogeln. Finanziell geht es ganz gut, aber irgendwas fehlt ja doch.

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aufwärts – abwärts. Dasselbe? (Die Schirme von Giorgos Zongopoulos)

Noch einmal zu Heraklits Ausspruch: „aufwärts (oder) abwärts, (es ist) dasselbe“.

Ein hoch in den Raum sich bohrendes Treppenhaus wie das soeben Gezeigte im Goulandri-Museum für Moderne Kunst (hier) erzeugt eine merkwürdige Form des Schwindels, wenn man beharrlich den Kopf in den Nacken legt und sich dem Eindruck hingibt. Ganz ähnlich wirkte auf mich der Schacht in der Metro des Verfassungsplatzes, zu dem ich mich gestern nach vielen Jahren wieder mal verirrte.

Als ich dort die Schirme des griechischen Künstlerns Giorgos Zongolopoulos zum ersten Mal sah (hier), schwebten sie unter mir wie in einem Brunnen, in geheimnisvolles Licht getaucht, und mich kam die Lust an, auf einer der schwebenden Leitern hinunter zu steigen.

Gestern sah ich sie über mir im Raum schweben, schwarze Silhouetten gegen den helleren Hintergrund, schwerelos und sinnlos wie im Weltraum vergessene Objekte.

 

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Kunst am Dienstag: Vergleichendes, Architektonisches

Ich bin noch in Maroussi und verdaue das, was ich gestern alles runtergeschlungen habe.

Als erstes möchte ich noch ein paar Eindrücke von der gestern besuchten Ausstellung „Von Monet bis Warhol“ wiedergeben.

Die künstlerische Spannweite, die im Titel der Ausstellung angedeutet ist, wird vielleicht am deutlichsten, wenn man Monets und Lichtensteins „Seerosen“ (1992) gegeneinander stellt. Claude Monet lebte von 1840-1926 und malte 31 Jahre lang immer wieder den Seerosenteich, insgesamt entstanden so etwa 250 Gemälde. Ich habe in meinem Leben vor etlichen dieser grandiosen Gemälde staunend und tief bewegt gestanden.  Roy Lichtenstein (1923-1997) hat sich desselben Themas in vielen Darstellungen angenommen. Das Glitzern des Wassers wird durch ein Relief aus Edelstahl nachgebildet.

Bildausschnitte Claude Monet – Roy Lichtenstein: Ich finde, weniges macht so eindrucksvoll den Abstand deutlich zwischen der innig-beseelten Malerei Monets, die das Licht von Innen leuchten lässt, und der kunstvoll-kalten Bildgestaltung Lichtensteins, die mit der Reflexion des äußeren Lichtes auf der Bildoberfläche rechnet.

Ein anderer Vergleich drängte sich mir auf, als ich das Bild eines Treppenaufgangs (2002) von Sam Szafran (1934-2019) betrachtete und es innerlich mit dem eindrucksvollen Treppenaufgang im Museum selbst, das der berühmte chinesische Architekt I.M.Pei (1917-2019) gestaltete, verglich.

Der französische Künstler Sam Safran, eigentlich Samuel Berger, war von einer Treppe, die er 1960 beim Besuch eines Freundes entdeckte, ähnlich besessen wie Monet von den Seerosen. Er malte sie unzählige Male, aus vielen Perspektiven, bei Tag und in der Nacht. Sie wurde ihm zum Symbol der Lebensfragen des Menschen. Das kann ich nachvollziehen, denn Heraklits Satz „aufwärts – abwärts, dasselbe“ begleitet mich seit langem (zB hier, hier, hier oder hier).

Pei hat zur architektonischen Gestaltung des Museums für Moderne Kunst nur den Innenraum eines alten fünfstöckigen Gebäudes zur Verfügung gehabt, da der ursprüngliche Plan, ein neues Gebäude zu errichten, am Grundstück und an der Bürokratie scheiterte. Das Treppenhaus des Museums fotografierte ich von mittleren Stockwerk aus nach oben blickend.

 

Blickt man aus dem Museum nach draußen, setzt sich das Bild des nach oben sich verengenden architektonischen Raums auf andere Weise fort.

 

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Kunst am Montag

Heute war ein wunderschöner Tag, mit vielen Lustbarkeiten. Zugleich aber gab es auch wieder große Probleme mit meiner Elektronik. Ein wenig will ich aber doch zu erzählen versuchen.

Eines der heutigen Highlights war ein Besuch im Goulandri-Museum für Moderne Kunst, wo als Sonderausstellung eine Schweizer Sammlung unter dem Titel „Von Manet bis Warhol“ gezeigt wird. Eine schöne reiche Sammlung mit einigen überraschenden Namen.

Die Seerosen von Monet erkennt ja wohl jeder, auch wenn ich hier nur einen Ausschnitt zeige. Wie aber steht es mit Felix Valleton, Théo van Rysselberghe oder Louis Anquetin?

Kennst du? Na, Vielleicht. Ich jedenfalls hatte von Louis Anquetin (1861-1932) noch nie und von den anderen beiden höchst selten etwas gesehen. Und so ging es mir mit etlichen Bildern, die mir große Freude machten, deren Maler ich aber bereits wieder vergessen habe.

Ich kann sie auch nicht rekonstruieren, da die Fotos von den Namensschildern zwar recht dynamisch, aber leider unleslich sind. Vielleicht hilft mir jemand auf die Sprünge?

(Cynthia, danke für deine Hilfestellung! Das erste ist von Pisarro, das zweite von Leon Portaux und das dritte von Paul Serusier. Ein Namensschild, das Cynthia auch entziffert hat, lautet George Lacombe. Von ihm ist das große pointillistische Gemäldes eines sommerlichen Strandes.)

Bei anderen Malern wiederum ist mir der Name gut bekannt, ich meine ihre Malerei auch sehr gut zu kennen, und staune dann: Ach, sieh mal an,  das hübsche kleine Meeresbild ist von Bonnard?

Die frischen reizenden Bilder einer jungen Dame sind von Berthe Morisot (1841-1895), der einzigen Frau unter all den Berühmtheiten.

Und dies? Das ist von Wassili Kandinski, als er noch im Banne der Märchenwelt seiner russischen Heimat stand.

Vieles machte mir Freude in dieser Ausstellung, manches war ein Wiedersehen mit früher Gesehenem. Das Bild von Lionel Feiniger hatte ich noch nie gesehen, aber sogleich erkannt, denn der Giebel der Kirche ist mir aus meiner Kindheit höchst vertraut. Gemalt hat er es 1911 in der „Lübecker Bucht“, vielleicht in Neustadt/Holstein, falls es nicht sogar in meiner Heimatstadt Heiligenhafen entstand.

Für heute sei΄s genug. Gute Nacht! Morgen muss ich reisen.

Nachgetragen: Dies ist das Gemälde von George Lacombe, dessen Namensschild Cynthia entzifferte.

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Sofialenas erstes Kunstbuch

Das leere weiße „Kunstbuch“, das ich meiner kleinen Freundin Sofialena vorgestern schenkte, hat sich wunderbar gefüllt. Die Mama hat wohl geholfen. aber was tuts? Beiden hat es einen Riesenspaß gemacht, und sie wollen noch viele viele Kunstbücher produzieren.

Eine Frage aber: Könnt ihr das kleine Video sehen, das ich hier hochzuladen versuche? Ich poste es mal, versuchsweise.

 

 

 

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Sticken und sticheln: eine abc-etüde zur Frauentag

Eigentlich hatte ich nicht die geringste Lust, etwas zum Frauentag zu schreiben. Aber dann verwickelten wir uns bei unserem Morgenbummel in ein Gespräch mit Nachbarn, die uns zu einem Kaffee einluden. Eine gemütliche bildungsbürgerliche Atmosphäre mit künstlerischen Einschlägen begrüßte uns oben. Besonders auffällig waren die vielen traditionellen Stickereien auf Kissen, Decken, Gardinen. Frauenkunst!

Die Frau des Hauses namens Ζωή („Zoe“ = Leben), gebildet, politisch versiert, lässig gepflegt und selbstbewusst,  hat Erzählungen geschrieben und veröffentlicht, die in Milieus spielen, in denen solche gemeinsam ausgeübte weibliche Handwerkskunst noch gang und gäbe war. In ihren Büchern hat sie eigene Kindheitserinnerungen verarbeitet.

Während ich mir die Erlaubnis erbitte, einige Motive zu fotografieren, die mich an meine eigenen Kindheit erinnern, sehe die Frauen vor mir, wie sie die Stoffe in den Stickrahmen halten und sticheln und reden und vielleicht auch gegen diese und jene Mitstichelnde sticheln – denn das kann bei Frauenrunden nicht ausbleiben… „Mutig, mutig! Solch struppige Frisuren sollen ja im Kommen sein“ und die Angesprochene blickt mit glänzenden schwarzen Augen von ihrer Stickerei auf, grinst schief und fährt sich mit der freien Hand durch das kurzgeschnittene lockige Haar. Ja, sie hat sich getraut, ihr schönes langes Haar abzuschneiden! Bald kommt die Sommerzeit, und mit der Sommerzeit das Schwimmen im Meer. Wie befreit wird sie sich fühlen, wenn sie im seichten Wasser herumplanschen und untertauchen kann! Sie wird ihr Haar mit einem Handtuch trockenreiben, ganz wie die jungen Männer! Wie werden ihre Augen unter der strubbeligen schwarzen Haarpracht funkeln, und alle werden sie beneiden und hinter ihrem Rücken tuscheln.  Ein paar Jahre später werden all ihre stickenden  Freundinnen, die jetzt so etepetete tun, sicher auch mit dem unbequemen langen Haar Schluss machen…

Dies ist mein Beitrag zu Christianes „abc-etüden“, bei denen diesmal die Wörter

Sommerzeit
struppig
sticheln

zu bedienen waren.

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Ps. Da fällt mir ein: Meine Schwägerin Polytimi Kazakou-Botoula hat ein Buch über die Haarmoden im Laufe der Geschichte geschrieben: Πιάνοντας την Ιστορία από τα μαλλιά („Die Geschichte bei den Haaren packen“) heißt es und wurde 2017 im Verlag Papazissis veröffentlicht.  Sie fördert dort Erstaunliches und Erheiterndes aus den Annalen der Geschichte über die Art, wie Männer und Frauen das Haar zu tragen pflegen und was das über die Epoche, über den Menschen und seine politischen Überzeugungen aussagt.

ΠΙΑΝΟΝΤΑΣ ΤΗΝ ΙΣΤΟΡΙΑ ΑΠΟ… ΤΑ ΜΑΛΛΙΑ

 

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