25 (52) Wochen – ein Objekt: natürlich mit Booten

Jeden Sonntag, so war die urspüngliche Idee von Wortman, sollten wir ein von uns gewähltes Objekt in stets wechselndem Surrounding fotografieren und posten. Seither sind die 25 Wochen längst vorbei, aber ich führe das Projekt weiter und präsentiere den „Kleinen Prinzen“ heute mit dem täglichen Bootsbild.

Das Bild ist nicht wie die zuvor gezeigten im Zeichenbüchlein, sondern mit Kohle auf Leinwand entstanden. Es sind Boote, die nahe an den Meeressaum herangezogen wurden (wie man sieht). Von Philippe, dem liebevollen Repräsentanten dieses Jahres, habe ich noch keine weitere Nachricht. Es scheint, dass er anderswo gebraucht wird. Zuletzt gemeldet hatte er sich aus einem Gebirge im Iran.

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aus dem Archiv 11. Oktober 2018: Sehnsucht nach Herbstwäldern

Heute  hat es ein wenig geregnet (endlich!!) und am Horizont stehen große goldgerandete Wolkenberge. Wie war es denn wohl in anderen Jahren? Wie an jedem Sonntag steige ich ins Blog-Archiv hinunter und schaue nach. Diesmal bleibe ich am 11.10. 2018 stehen. „Sehnsucht nach Herbstfarben“ lese ich dort. Diese Sehnsucht überkommt mich jedes Jahr im Oktober, denn ich lebe im immergrünen Olivenland.

„In meiner alten Heimat“ so schrieb ich vor acht Jahren – „ist dies die Zeit der Herbstfarben, der großen bunten Wälder, die sich in Seen spiegeln, aus denen der Nebel steigt. So jedenfalls stellt sich für mich der Herbst in einer Mischung aus Erinnerung und Fantasie dar. …Und ich sehne mich und möchte hinreisen.“ 

Zwei Gemälde (mixed media) begleiten diese Gedanken. Eines ist durch Gießen und Schütteln von Plastikfarbe auf einer vorbereiteten Leinwand (70 x 100) entstanden.

Das andere entstand durch das teilweise Abreißen collagierter Papiere. Benutzte Malmittel: Wandfarbe, Pigmente, Kleister auf Leinwand. Format: 70 x 100 cm.

 

 

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Unser täglich Boot gib uns heute….

Täglich mache ich eine Bootszeichnung.  Heute zeichnete ich am Segelhafen ein Gewirr von Linien und Flächen. Die Boote liegen so dicht hintereinander, dass sich kaum klare Konturen ergeben. Ein Bootsrumpf geht über in den nächsten, und dahinter ragt ein Wald von Masten und Wanten auf.

Ganz anders ein allein liegendes, halbwegs an Land gezogenes kleines Boot neben einem Zementsockel mit Fahne, das ich am 8.10. von schräg oben zeichnete.

Am 9.10. wurde es ein abstraktes Bootsbild, bei dem ich ein eigenes früheres Gemälde als Vorbild nahm. Das Boot ist quasi in seine Bestandteile zerlegt.

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Gruppentreffen im Atelier

Heute trafen sich nach längerer Sommerpause Mitglieder unsere Freundesgruppe „Blume des Lebens“ im Atelier, um sich auszutauschen und den Geburtstag eines Mitglieds zu feiern. Es war eine große Freude für mich, diese lieben Menschen wieder einmal bei mir versammeln zu können. Nun bin ich rechtschaffen müde. Gute Nacht.

 

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Froh Bemerktes unterwegs und im Garten

Heute nachmittag raffte ich mich zu einem größeren Spaziergang auf. Es war ein Tag, der dem September alle Ehre gemacht hätte (leider immer noch sehr trocken). Ich hatte Sehnsucht nach unbearbeiteter Natur. Vielleicht würde ich auch ein Wildblümlein finden? Also stieg ich auf Umwegen hinunter in die Schlucht hinter unserem Haus und an der anderen Seite wieder hinauf.

Als erstes besuchte ich mein Lieblingsfeld mit den Obstbäumen (schon öfter hier vorgestellt), wandte mich dann Richtung Meer und stieg querbeet wieder an unserem Hang hinauf. Unterwegs machte ich ein paar Fotos. Das Zeichengerät blieb ungenutzt im Rucksack.

Als erstes ein Blick in die Schlucht

Die Formähnlichkeit von Zypressen und dem Blütenstand der Meereszwiebel verblüfft mich immer, denn die beiden sind ja ansonsten so gegensätzlich wie nur möglich. Die kleine Zypresse ist freilich noch nicht so dunkel und ernst wie die ausgewachsenen.

Das Mandarinenbäumchen hängt voller Früchte, die noch zwei bis drei Monate zum Reifen brauchen.

Der doppelstämmige Feigenbaum, den ich besonders liebe, ist immer noch voll Laub

Eine schöne Mergelwand voll merkwürdiger Gestaltungen.

Eine Lichtstrahl fiel auf die Wand und zog mich magisch an.

Beim Näherkommen entdeckte ich die edlen Profile der Herrschaften, die hier offenbar zu Hause sind.

Auf dem Rückweg bemerkte ich eine intensive Bautätigkeit jenseits der nächsten Schlucht. Zum Glück baut man dort offenbar in traditioneller Steinbauweise.

Da mein Blütenhunger auf dem Spaziergang nicht gestillt wurde, fotografierte ich anschließend Blühendes und Fruchtendes in meinem Garten. Auch da ist es nicht weit her mit dem Blühen, aber als Collage ist das Ergebnis doch recht nett, finde ich.

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Kalenderblätter 6.-9. Oktober (mit Details)

Vier neue Kalenderblätter für den Oktober sind entstanden. Zwei davon laufen dem Datum voraus. Wieder habe ich mich einer „primitiven“ Malerei befleißigt, um mein Oktobergefühl einzufangen.

Die Blätter für den 6.-7. Oktober habe ich versehentlich falsch herum eingeklebt und in der Abbildung richtig herum gestellt. Auch im Meer geht es mnchmal drauf und drunter zu. (Dann aber beruhigt sich alles wieder und ein stilles glänzendes Blau überzieht die Dinge. )

Details:

Auf den Blättern für die beiden kommenden Tage 8.-9. 10. steigere ich mein Oktobergefühl von Zerstückelung, Auflösung und Verfall, aber auch von Farbigkeit:

Details:

 

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Dienstags-Drabble: Kassenschlager – kata-strophisch gereimt

Dienstag ist Drabbletag.  Wortmann sorgte auch heute dankenswerter Weise für die Wörter, mit deren Hilfe wir einen 100-Worte-Text komponieren dürfen. Es sind Esel – Warentrenner – glänzend.  Ich schrieb das Drabble auch diesmal in bewährter kata-strophischer Art. Die Bildchen zeigen links die Kassiererin eines Supermarktes, rechts die pöbelnde Kundschaft. Wenn man will, kann man den Text auch singen.

Kassenschlager

„Bis hier bist du, dann komme ich,

mach schnell, mach Platz, du Esel!“

„Was drängeln Sie so fürchterlich?

Geduld, Geduld, Sie Schnösel!“

*

Die Frau, die an der Kasse sitzt

Hört nicht auf das Gepöbel

Noch jeder ist hier abgeblitzt

Als wäre er ein Möbel.

*

Sie holt den Warentrenner raus

Und schiebt ihn stumm aufs Laufband

Sie kennt das schon, es ist ein Graus!

Wann wahren sie den Anstand?

*

Nicht nur mit Worten häkeln sich

Die Kunden hier fast täglich

Sie sind auch sonst oft mäkelig

Benehmen sich ganz kläglich.

*

Ach, glänzend war ihr Jugendtraum

Was davon blieb, ist nur Abschaum.

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Impulswerkstatt, Bild 3: Gefährdete Bäume

Dein drittes Foto kam mir in den Sinn, liebe Myriade, als ich wieder einmal die Baustelle in unserer Nachbarschaft besuchte. Dort entsteht ein Steinhaus, und ich schaue gern seinem Wachstum zu. Am 13. August berichtete ich zuletzt davon. Etwas beunruhigend fand ich die Lage zweier Olivenbäume: Würden die Bauherren sie respektieren und die Stützmauer um ihr Wurzelwerk herum bauen?

Jetzt kann ich Entwarnung geben. Die Stützmauer ist fertig.

Das Wurzelwerk der Olivenbäume wurde zwar nicht weiträumig ummauert, wie ich es woanders gesehen habe, aber ich denke, sie haben auch so genug Platz, und die Bäume werden keinen Schaden nehmen.

Wenn sie abgeerntet und beschnitten sind, werden sie der Skulptur noch ein wenig mehr gleichen.

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Impulswerkstatt: Bild 2 (Hut). An ihrer Mütze sollt ihr sie erkennen

Dies ist nun schon mein dritter Beitrag zu deinem zweiten Foto, liebe Myriade. Du hattest angeregt, eine Geschichte des Huts bzw der Kopfbedeckung zu schreiben. Das wäre eine zwar viel versprechende, zugleich aber auch gigantische Aufgabe. So kam ich auf die Idee, ein winziges Zipfelchen dieser Geschichte zu beleuchten, und zwar anhand des Anblicks, der sich in der historischen Altstadt von Kalamata bietet.

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Um mit dem einfachsten zu beginnen: auf dem Hauptplatz der Altstadt von Kalamata gibt es ein kleines Geschäft mit einer großen Auslage an Hüten. Dahinter sieht man ein Wandbild des lokalen Malers Skitsofrenis: vier Köpfe von Freiheitskämpfern des beginnenden 19. Jahrhunderts – alle vier selbstverständlich behütet oder meintwegen auch betucht.

Von dem Hutgeschäft haben mein Mann und ich schon gelegentlich eine Kopfbedeckung mitgenommen. Die Assoziationen, die einem bei diesen Hüten kommen, sind wenig präzise. Ich könnte sie keiner berühmten Schönheit zuordnen. Die meines Mannes haben immerhin gewisse Ähnlichkeit mit denen sizianischer Ganoven oder auch der Baskenmütze von Che Guevara. Ihre Hauptfunktion ist, den Kopf gegen Sonne und gelegentlich auch gegen Regen zu schützen.

Die Köpfe der griechischen Freiheitskämpfer sind sozusagen ein Markenzeichen der Altstadt, man sieht sie von überall. und so finden sie sich auch auf meinen Skizzen .

Und nun zur Geschichte der Kopfbedeckungen dieser Helden: Bei den Kämpfern von 1821 kann man grob folgende Typen unterscheiden:

  • Am verbreitesten war das Fesi (rotes Fes), das von allen Aufständischen – den Kleften (Dieben), Armatolen (Waffenträgern) und den Inselgriechen getragen wurde. Es handelt sich um eine kegelförmige Mütze als Filz oder Wolle (dritter Kopf von links), oft geschmückt mit einer dunkelblauen Seidenquaste wie bei dem kleinen säbelschwingenden Helden des obigen Wandgemäldes.
  • Eine besondere Rolle spielte die phrygische Mütze, über die ich mich in anderen Zusammenhängen schon ausgelassen habe, zB anlässlich einer Grabplatte im Lybecker Dom (hier). Sie ist auf dem Bild nicht vertreten.
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    Grabplatte im Lübecker Dom

    Ursprünglich ein zur Mütze umgearbeiteter Stier-Hodensack und Kopfbedeckung der asiatischen „Barbaren“, wurde die phrygische Mütze zur symbolischen Kopfbedeckung des thrazischen Sängers Orpheus und des Orphismus,  später auch des aus Persien importierten Mithras-Sonnenkultes der römischen Legionäre.  Die französischen Revolutionäre des 18. Jahrhunderts adoptierten sie als Jakobinermütze. Heute sieht man sie auf den Köpfen von Gartenzwergen und Schlümpfen, und kaum jemand ahnt, woher sie einstmals stammten. — Obgleich aus dem griechischen Kulturraum stammend, waren es Philhellenen (also Griechenlands Freiheitskampf unterstützende Ausländer), die die phrygische bzw Jakobiner-Mütze mitbrachten. Weich und von konischer Form, mit vorn eingeklappter Spitze symbolisiert sie ganz allgemein den Kampf gegen Tyrannei.

  • Die Inselgriechen trugen meist fest am Kopf anliegende gestrickte dunkle Wollmützen. Diese Mützen sind die Vorläufer der Griechischen Elbsegler- oder Prinz-Heinrich-Mützen – Üblich bei den Inselgriechen waren aber auch rote Fese, die mit einem langen schwarzen Schal umwunden wurden.
  • Die Inselgriechen trugen auch breitkrempige Hüte gegen Sturm und Wind.
  • Die reichen Schiffseigner und Admirale bevorzugten pelzverbrämte Mützen – so wie  der Kopf links auf dem Wandgemälde.
  • Das traditionelle griechische Kopftuch (Sari oder Mandili), zu einer Art Turban geschlungen, war die Alltags-Kopfbedeckung im Kampf, denn es gab den besten Schutz gegen Sonne und Regen. Der Führer der Revolution Theodoros Kolokotronis trug es ebenfalls, auch wenn er meist in einem ursprünglich englischen goldverzierten Helm portraitiert wurde und wird. An dem charakteristisch geschlungenen Tuch erkennst du Kolokotronis (ganz rechts im Wandgemälde).
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Die 5000-Drachmen-Note nach einer Zeichnung des bayrischen Offiziers und Malers Karl Krazeisen (ca 1827-8).

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte kehre ich zurück zum historischen Platz von Kalamata ….

 

und verabschiede mich mit dem ganz unhistorischen zeitgenössischen Triptichon

kopflos- hutlos – behütet

 

 

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Lustbarkeiten im Oktober: Ein Amaryllenstrauß

Auf einem Tisch in meiner Lieblingsgaststätte stand ein Strauß mit Amaryllen, die der Wirt in seinem Garten geschnitten und liebevoll arrangiert hatte, obgleich niemand in der Gaststube sitzt, solange draußen die Sonne scheint. Auch in meinem Garten blüht die Amaryllis, die ich für eine Lilie hielt, weiterhin mit täglich neu sich öffnenden Blüten (hier).

ps. Für Hanne noch eine Detailvergrößerung des glänzenden „Käfers“.

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