Wie sehen die Kleinsten? Die Entstehung der Welt aus dem Ei

Die Bilderbuchgeschichte um Tui-Ti, die ich für den Eichhörnchenverlag gestalten möchte (siehe hier), beschäftigt mich sehr. Wie sehen die Kleinsten? Und was verstehen sie? Ich frage hier und da, bekomme auch Antworten. Mir ist klar, dass es keine einfachen Antworten gibt. Zu viel hängt von der individuellen Entwicklung des Kindes und dem kulturellen Milieu seiner Familie ab.

Auch meine Methode ist nur ungefähr anwendbar. Normalerweise lasse ich mich von der Form der Schnipsel leiten. Sie geben mir die Bildmotive und Geschichten. Nun muss ich umgekehrt verfahren: Finde die Bildschnipsel, die zur Geschichte passen. Das einfachste wäre ja, ich schnitte sie mir einfach passend zurecht. Aber das will ich nicht. Ich möchte weiterhin den Schnipseln und ihrer Formsprache das Kommando überlassen und nur im Ausnahmefall ein neues Stück schneiden.

Während ich noch grübele, mache ich schon mal diesen und jenen Legeversuch. Manches von dem, was ihr mir in euren Kommentaren zu bedenken gegeben habt, habe ich berücksichtigt. Das betrifft besonders Starkfarbigkeit vs. Pastelltöne (Katrin) und die Gestalt des Baumes (Myriade). Ulli liest den Enkelkindern vor und meldet mir, wie sie es aufnehmen. Und Nina vom Eichhörnchenverlag, Mutter einer Zweijährigen, gibt mir wichtige Tipps.

Die Geschichte, die Mama Tiu der kleinen Tiu-Ti über die Weltentstehung erzählt, beginnt so:

Am Anfang waren Tui der Helle und Tiu die Dunkle. Die beiden liebten sich herzlich. Jeden Tag sangen sie Tui-tiu-tui-tiu-tuitt. Aber etwas fehlte. Und was war das? Tui-tiu-tui-tiu-tuitt – ach wären wir, ach wären wir, ach wären wir zu Dritt! „

Als die Zeit reif war, legte Tiu ein wunderschönes blaues Ei.

Genauso bleibt die Erzählung nicht, aber die Richtung stimmt. Dazu habe ich gestern und heute zwei Varianten gelegt. Und das Nest zeige ich gleich dreimal. Na, schau selbst.

   

im zweiten Bild habe ich die Schnipsel umgedreht und zeige ihre Rückseite.

a. der Nistplatz, b. Nistplatz mit Nest, c. Nest mit Ei

Die Vorläufer-Bilder zeigen die Familie der Tiu-Ti in der ursprünglichen und in der zweiten Fassung  , die großen Tui und Tiu, die den Tag und die Nacht dirigieren, 

und schließlich die neueste Arbeit zu Kinderwunsch und Ei-Ablage.  .

Wie du siehst, habe ich die Form der Vögel noch nicht festgelegt. Welche Vögel gefallen dir für das Projekt Bilderbuch für Babys und Kleinkinder? (Zum Vergrößern anklicken).

 

 

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12-Monatsbild : Atelier oder Wurzelmännchen?

Der Monat ist rum und mein Beitrag zu Zeilenendes schönem 12-Monatsprojekt (hier) steht immer noch aus. Mein Atelier träumt mutterseelenallein und mit geschlossener Tür vor sich hin. Ich bin nicht dort. Also kann ich es auch nicht fotografieren. Vor ca zwei Wochen verließ ich es so:

Hinaustretend und Abschied nehmend sah ich den Granatapfelbaum blattlos, die kleine Feige bereitete ihre erste Blattknospe vor, der große Feigenkaktus zeigte nicht die Spur einer Knospe, und der Olivenbaum legte seinen Schatten auf einen von roten Anemonen gesprenkelten Abhang.

 

Wie es heute aussieht? Ich werde es in ein paar Tagen wissen und gerne nachreichen. Da es aber sehr wohl möglich ist, dass ich auch an anderen Monatsenden in Athen und nicht in der Mani bin, werde ich alternativ Bilder von den Wurzelmännchen zeigen. Ihr kennt sie als blattlose Gesellen. Und so blieben sie auch bisvor wenigen Tagen: blattlos in der noch schwachen Sonne tanzend.

Doch nun verändern sie sich schnell. Die Knospen, die eher wie Geschwulste im harten Holz aussahen, brechen auf – nicht um Eiter, sondern um fein gefiedertes Hellgrün zu entlassen. Ich denke, als Monatsbild lässt es sich sehen.

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Panta rhei – im Lieberlebenblog (eben gefunden. Danke!)

(Foto aus einem kleinen Restaurant in Brüssel) Etwas Gutes bringt jeder Tag – der heutige führt mich über einen Kommentar auf dem “dauerferien”-Blog zum Blog der in Griechenland lebenden deutschstämmigen Künstlerin Gerda Kazakou. “Alles fließt, nichts bleibt, wie es war”, übersetzt sie die Worte Heraklits. Panta rhei – das ist ihre Philosophie, die in ihrer […]

via Panta rhei — lieberlebenblog

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Ramnous

(Im Hintergrund Euböa mit dem schneebedeckten Berg Dirphis, 26.2.2017)

Die mächtige Platane von Ramnous zeigte ich euch gestern. Heute folgen Bilder vom selben Tag, aber auch von früheren Besuchen, zu anderen Jahreszeiten. Denn es war nicht das erste Mal, dass ich dort war. An diesem Sonntag konnten wir den Pfad nicht finden, der mich früher am eingezäunten Heiligtum entlang steil hinunter ans Meer brachte (Fotos Februar, März 2011 beim Abstieg).

War der Pfad zugewachsen, vielleicht abgebrochen, hinunter in den Wildbach, der sich dort tief ins Gelände gearbeitet hat? Also stiegen wir auf einem Jägerpfad ins trockene Bachtal hinab. Über weiße Felsen und Geröll vorsichtig weiter und weiter uns tastend hofften wir, das Meer zu erreichen. Doch nach einer Dreiviertel Stunde war Schluss damit: ein schroffer Absturz, der untere Teil unterspült von den Wildwassern, machte ein Weiterkommen unmöglich. So ist das eben manchmal im Leben, man muss zurück, ohne sein Ziel erreicht zu haben (Fotos vom März 2017)

Wir kletterten also zurück und landeten schließlich auf einem Feldweg auf der anderen Seite der Schlucht. Das Wandern ist des Müllers Lust – und schön ist das Land mit seinen weiten Ausblicken über Hügel, Wäldchen, rot-erdige Weinreben-Felder, ferne Schafherden und bäuerliche Anwesen – doch waren wir froh, als wir das Rattern eines Kleinlasters hinter uns vernahmen. Der freundliche Fahrer, der auf der Ladefläche Bienenkästen transportierte, machte im Führerhaus Platz für uns zwei Frauen und den Hund Tito und brachte uns zu unserem Ausgangspunkt zurück. 15 km waren es noch!

Ramnous also. Trotz der beschwerlichen Kletterei bin ich von einem tiefen Glücksgefühl erfüllt wie jedesmal, wenn ich dort gewesen bin. Das Heiligtum bzw das, was nach der Zerstörung im 5. Jahrhundert  davon übrige geblieben ist, ist nach fünf Jahren Schließung („Personalmangel“) wieder betretbar, nicht aber die weiter unten liegende Festung. Ich bin mal durch ein Loch im Zaun eingestiegen und kann euch Fotos von dort zeigen. Man hat einen herrlichen Blick auf das Meer und hinüber nach Euböa, dessen pyramiden-artiger Berg Dirphis auch vorgestern im Schnee glänzte.(Fotos vom Februar 2011)

 

Ans Meer kann man per Jeep oder landwirtschaftlichem Auto gelangen. Ich bin freilich immer den Pfad hinabgestiegen, hier im Dezember 2010, mit meinem Hund Tito.

   

Und nun höre ich auf zu erzählen. Wer mehr wissen will: Christiane hat den link zu Nemesis, Ramnous herausgesucht (hier). Für besseres Sehen: Bildchen anklicken.

Zum Ausklang die eindrucksvolle Platane noch mit Laub, im Dezember 2010.

 

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Montag ist Fototermin: die Platane von Ramnous

Ramnous ist ein Heiligtum der Nemesis. sie wacht darüber, dass das Gleichgewicht von Geben und Nehmen in der Natur nicht gestört wird. Gestern war ich mal wieder in Ramnous, es war ein traumhafter Ausflug und ich möchte davon erzählen. Aber nicht jetzt, denn es ist spät. Heute stelle ich euch nur die wunderbare Platane vor, die dort auf freiem Felde wächst.

Noch hat sie kein Laub, aber die Knospen sind schon gut entwickelt.

Um die Größenverhältnisse zu verdeutlichen, bat ich meine Freundin, sich mit dem Hund darunter zu stellen.

 

 

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Griechische Kunst am Sonntag: Nikos Tranos.

Herr Ärmel schrieb heute über Reduktion und Völlerei (hier) und ich dachte: Nanu, das ist ja der passende Titel, um meinen Eindruck von den beiden Ausstellungen, die ich am Donnerstag sah, zu vergleichen. Von der Ausstellung „Die kykladische Welt“ habe ich schon ein wenig berichtet.  Sie steht am Anfang der uns bekannten Kunst. Welch ein Start! Klare Formen in höchster Reduktion zeigen die marmornen Statuetten  die Gebrauchsgegenstände oder die berühmte marmorne Taube am Wassertrog . Gegen Ende dieser Hochkultur wurden die Formen komplexer. Gesichter bekamen Nasen, Köpfe Haare. Aus war es mit der schönen Klarheit.
Dieselbe Entwicklung kann man dann wieder in der griechischen Klassik feststellen, die die hohe Kunst der Reduktion auf das Wesentliche sehr gut begriff … und die in der griechisch-römischen Dekadenz in Völlerei überging, als die Herren und Damen dieser Welt bitte schön in ihrer Besonderheit und Sonderbarkeit übergroß abgebildet zu werden wünschten, als Persönlichkeit mit Namen und Anschrift, sozusagen. Schluss mit der „edlen Einfalt und stillen Würde“ (Winckelmann).
Und heute?  Offenbar leben wir erneut in einer Zeit der Dekadenz.  Größer, schneller, mächtiger, reicher, verrückter ist die Devise.  Die Persönlichkeiten drängen sich im Raum, die eine versucht die andere zu überragen, zu übertreffen an bizarren Absonderlichkeiten.

Das stellt der Künstler Nikos Tranos (Jg 1957) in seiner Installation „White Power“ dar  („Work in progress“, seit 2007). Als ich die Galerie Zoumboulaki im Athener Zentrum betrat, wurde ich fast erschlagen vom Andrang bizarrer Formationen, die dicht gedrängt, hochragend und schwankend auf allerlei altmodisch-brüchigen Tischchen und Gestellen standen. Moderne Totems, dachte ich. Manche waren schwarz-glänzend, andere rosa oder unangenehm grün. Es gab auch viele weiße Gebilde, die im einzelnen betrachtet gar nicht mal hässlich waren.  Aber dieses Gedränge, dies Wirrwarr, diese hypertrophen Gebilde, vergleichbar überzüchteten Gemüsen, diese Möchte-Gern der Selbstdarstellung auf schwachem Sockel – das war fast unerträglich. Es ist nicht möglich, den Anprall von Masse, den ich empfand, auf den Fotos wiederzugeben, aber dennoch: hier sind ein paar Eindrücke.

    

(Im Hintergrund rechts der Künstler mit einem Kollegen. )

Das Material? Die Skulpturen sind aus Tonerde, Porzellan, Glasfluss, Farben, Emaille, zwei bis drei Mal gebacken bei 1000 Grad C. Die Gestelle, Hocker und Tischchen, auf denen die hypertrophen Gebilde schwankend thronen, stammen aus dem Sperrmüll, Relikte bescheidenen bürgerlichen Wohlstands. Rundum an den Wänden läuft ein „Fries“ von 250 Buntstiftzeichnungen 20×30 cm („Green Park“), viele so akkurat, als handle es sich um archäologische Zeichnungen. Sie fungieren, scheint mir, wie im antiken Drama als Chor, der die Taten der Großen kommentiert. Hier ein paar Beispiele, davon eins mit dem Spruch „Hätte, hätte Fahrradkette“, das ich kürzlich bei Ulli las. (Ein „Buch in progress“, beginnend 1944 mit einem Liebesgedicht von Andre Breton, ein Video mit der Sprengung eines Kunstgebäudes und der Briefwechsel zwischen einem griechischen Gastarbeiter in Deutschland und seiner Mutter gehören ebenfalls zur Ausstellung).

 

 

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Documenta: Abubakar Fofanas Indigo-Bändchen

Ich fand eben diesen schönen Bericht über einen Färber, der die Bändchen für die Documenta-Reader im „Zentrum für die Bewahrung traditioneller Textiltechniken MENTIS“ in Athen hergestellt hat. Ich bin beeindruckt und möchte die Dokumentation mit euch teilen. Alle LiebhaberInnen des Webens und Färbens und der afrikanischen Musik, schaut her, hört her!
http://www.documenta14.de/de/notes-and-works/13201/aboubakar-fofana-text-ile

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Kontraste, Polaritäten

Gestern – es war schönstes Frühlingswetter und der Himmel so blau, wie er nur in Attika sein kann – trieb es mich raus aus der Stadt. In die Natur wollte ich, reine Luft atmen, Frühlingsblumen auf sanften grünen Wiesen schauen. Ich wusste freilich: unser Hausberg, die einst so schöne Penteli, ist tief verwundet. Der Marmor wurde ihr seit der Antike aus den Flanken gebrochen, die Wälder wieder und wieder niedergebrannt, die Gipfel mit Antennen bestückt – aber dennoch dachte ich: es wird ja der Frühling sich auch dort zeigen. Ich fuhr einfach drauflos, auf das Wunder hoffend. Was sich mir zeigte, war dann allerdings so niederdrückend, dass ich die Flucht ergriff. Die riesigen Hochspannungsleitungen ängstigten mich, auch schien mir rundum die Vegetation gestört. Also wandte ich mich wieder nach Süden, den an den Berg sich anlehnenden Vororten zu. Und da wehten auf einem Hügelchen hellviolette Anemonen im Sonnenlicht, berührten mein Herz. Immer heilt die Natur, immer verletzt der Mensch, fühlte ich und war sehr traurig. Und als ich sie fotografierte, war ich mir bewusst: mein Handy nimmt von den Antennen da oben seine Signale, mein Auto fährt mit dem Benzin, das in den stinkenden Raffinerien erzeugt wird. Ich bin Teil der Zerstörung, aber auch des immer sich erneuernden Wunders des Lebens.

Am Tag zuvor war ich in der Stadt gewesen, hatte zwei Ausstellungen gesehen, und auch da tat sich mir ein schmerzhafter Zwiespalt auf. Die eine Ausstellung zeigte die Lebenswelt auf den Kykladen-Inseln, lange, bevor der Vulkan von Santurini (Thera) ausbrach und sie versinken ließ.  Wunderbar einfache, mit Hand, Stein, Ton und Wasser geformte Statuen und Gefäße, spiralengeschmückte Steine, zauberhafte Fresken  sind uns von dort geblieben. 3500, 5000 Jahre sind seither vergangen.

Und heute? Ich war dann noch in einer Kontrastausstellung, von der ich morgen erzählen möchte. Der Tag endete damit, dass ich hoch über dem Verfassungsplatz an einem Panoramafenster saß und auf das beleuchtete Parlament, den nie abreißenden Strom der Autos blickte … und einen Tee von Kräutern des Olympos trank, gesüßt mit dem Honig der Bienen.  In den vier Stockwerken unter mir verkauften sie Elektronik.

Polaritäten in der von uns geschaffenen Menschenwelt.

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Wie sehen die Kleinsten oder: Die Welt der Tiu-Ti

Ihr erinnert euch vielleicht an die Geschichten von Tiu Ti, beginnend mit der Entstehung der Welt aus dem Ei (hier), fortgesetzt mit dem Besuch aus der Fremde (hier), mit erster Liebe (hier), Tod und frühem Leid (hier), und endend mit einem Happy End (hier)?

Nun, grad rechtzeitig zum Frühlingsbeginn, darf  ich mich freuen. Tiu Ti soll die Heldin eines Bilderbuches „für die Kleinsten“ werden. Susanne Haun hat das erste Bilderbuch über „Landtiere“ gestaltet, das in Nina Schuchardts Eichhörnchen-Verlag erscheinen soll (schaut einmal hier). Ich fand die Idee und Ausführung so reizend, dass ich bei Nina anfragte, ob meine Legearbeiten nicht auch „für die Kleinsten“ geeignet wären. Und siehe da: Sie sagte ja! und fand „Die Entstehung der Welt aus dem Ei“ geeignet, um daraus ein Märchen für 2-3jährige Kinder zu machen.

Also machte ich mich ans Werk. Frühlingshaft und leicht und weich wollte ich es machen, und so legte ich auf einem mit Pastellkreiden eingefärbtem Grund das erste Bild in gelb-rötlichen Farben.  Was meint ihr Mütter und Väter, Tanten und Onkel und geübte VorleserInnen von Kleinkindern: Würde es ihnen und euch gefallen? Oder habt ihr Vorschläge, es anders zu machen?

Die Geschichte muss ich natürlich noch ein wenig bearbeiten, und auch das Bild kann sich noch ein wenig verändern – schließlich ist es ein Legebild,und nichts ist für ewig.

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Von der Akropolis zum Monastiraki: ein Athen-Bummel im Frühlingslicht

Du schöne, verrückte, charmante, strahlende, zauberhafte Stadt Athen, mit deinen alten Steinen, deinem blau-weißen Himmel, deinem so besonderen Licht. Wie sehr hast du mir wieder gefallen, heute, an diesem Frühlingstag.

Ich traf eine Freundin an der Metro-Station Akropolis, wir setzten uns ins Museums-Cafe, den Blick nicht wendend von den Säulen des Parthenon, die mit ihrem Weiß die Richtung angaben : schau nur hinauf in diesen Himmel, schau dieses lichte Blau. Alles andere, was drunten sich bewegt und quält und liebt und leidet, verliert an Bedeutung. Hier wirst du, volens volens, zum Philosophen.

Der Spazierweg vom Akropolis-Museum bis zur Metro-Station Monastiraki ist voller Wunder. An jeder Ecke tun sich Bilder auf, es tönt, es duftet, es lärmt. Die schön bewachsenen Hänge, die Elstern im feuchten Grund, die alten Steine unter den Füßen, die Straßenmusikanten, der selbstgemachte Schmuck, die farbigen Häuserfronten, die halb geöffneten Türen, durch die du gehst und schaust, was dahinter steckt, und immer wieder das weiße Gemäuer da oben…

 

Auch ein ungewöhnliches Graffiti faszinierte mich, ich schicke es allen meinen schamanischen FreundInnen.

Hinter einer spaltbreit geöffneten Tür tat sich ein Geschäftsraum auf, in dem eine schöne Frau still hantierte. So viele wohlbekannte und eigentümliche Kräuter, Tees, Salben, Essenzen vermischten ihre Düfte zu zauberhaften farbigen Duftschleiern.

Ein geheimnisvolles Gemälde zeigte einen farbigen Engel, der einen Pfau begrüßte. Ich widerstand nicht, ließ mir 30 Gramm faserigen Zimt aus Sri Lanka abfüllen, um mich zu erinnern.

Der Frühling ist eine schöne Zeit, lasst uns ihn feiern und genießen.

 

 

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