Katzen auf dem ….

Nein, nicht auf dem heißen Blechdach, auf dem eh schon übervollen Schreibtisch müssen sie sich niederlassen. Sie suchen sich einen Platz. Notfalls schmeißen sie Sachen, die im Wege sind, runter, aber meistens schreiten sie weich und vorsichtig über alle Hindernisse hinweg, bis sie ein geeignetes Plätzchen gefunden haben.

Lin ruht am liebsten halbwegs auf einem Computer, um dessen Besitzer am Schreiben zu hindern. Diesmal liegt nur sein Hinterteil auf dem Computer meines Mannes, während ich schreiben darf.

Notfalls tun es auch die Zeitungsausschnitte, die mein Mann sammelt und archiviert. Darauf ruht Lin sehr gerne. Wenn ich ihn anrufe, hebt er seinen Kopf und öffnet eines seiner beiden blauen Augen.

Manchmal finden sich beide – Katze und Kater – gemeinsam auf dem Schreibtisch ein. Dann putzt Lin Fritzi, um sie gnädig zu stimmen.

Sitzen wir nicht am Schreibtisch, ist der Schreibtisch völlig uninteressant. Am besten ist dann ein Schoß, versteht sich. Für Lin ist ein geteilter Schoß in Ordnung, für Fritzi aber nicht. Sie wird bald indigniert das Weite suchen.

 

 

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Kunstbuch 36: Mode mit Anziehpuppen

Der Frühling ist da, der Sommer wartet um die Ecke – Zeit, die Wintersachen wegzuräumen. Doch was könnte man stattdessen tragen? Jedes Jahr steht man vorm Kleiderschrank, so man einen hat, und mustert den Bestand. Nichts passt! Neues muss her!

Für solche Momente habe ich das 36. Kunstbuch geschaffen. Zum Glück fielen mir die Anziehpuppen ein, die meine Schulfreundinnen hoch schätzten. Diese Puppen waren natürlich viel kunstreicher als meine, aber bitte: es steht dir ja frei, selbst welche zu basteln, wenn dir meine nicht gefallen!

Leider gelingt es mir nicht, die Bilder in einer Galerie zu präsentieren. Ich schreibe nämlich am Händy, weil WP am Computer nicht funktioniert.

 

Nun hat es doch noch geklappt.

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Dienstags-Drabble. Das Denkmal (in gebundener Rede)

Für das Dienstagsdrabble hat uns Wortman die Wörter

Park – bemalen – Kuchen

beschert. Ich habe diesmal nicht gereimt, sondern einen Text in gebundener Rede verfasst.

 

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2026/01/img_5403_edited.jpg

 

Denk mal, das Denkmal im Park –

Du weißt doch, das aussieht

Wie ein Tempel, mit Namen

Von Gefallenen früherer Kriege,

Wo wir im vorigen Sommer

Auf den Stufen saßen

der frisch gekaufte Kuchen

Zerbröselte uns zwischen den Fingern.

Tauben kamen in Scharen und rannten

uns zwischen den Füßen herum

Auch Spatzen, einer flatterte

Auf dein Knie, erinnerst du dich?

Also dies Denkmal, das haben

Sie jetzt mit roter Farbe bemalt,

Ich weiß nicht,

Wer hat sich das wohl

Ausgedacht?

Irgendwie

Ist das

Wie soll ich sagen

Irgendwie gruselig ist das,

finde ich. Das Rot tropft wie frisch vergossenes Blut.

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Blauer Himmel und Wegwerf-Aktion

Die Sonne scheint, und es sieht so aus, als würde es nun trocken bleiben. Also habe ich mich erneut daran gemacht, das Atelier zu säubern und wegzuwerfen, was nicht zu retten ist. Ich gebe zu, dass mir das Wegwerfen der Insekten-Zeichnungen besonders schwer fiel. Ich hatte sie schön säuberlich in einen Block geklebt, der bei der Überschwemmung feucht wurde und nun zu schimmeln begann.

Bevor ich sie wegwarf, fotografierte ich sie noch einmal.

Auch das letzte mir verbliebene Exemplar einer Reihe von Zeichnungen von aufgebockten Booten wanderte in den Recycling-Sack (die anderen wurden verkauft).

Eine andere Serie – Stillleben auf dem Schreibtisch – trennte ich aus dem gewellten Block und breitete sie in der Sonne aus, in der Hoffnung, sie retten zu können. Inzwischen habe ich sie wieder eingesammelt, damit die Katzen sich nicht drauf niederlassen. Das Papier ist dick, und Flecken gibt es nur auf den Rückseiten. Auch diese Zeichnungen habe ich vorsichtshalben noch mal fotografiert, auch wenn ich hoffe, sie behalten zu können.

Auch sonst ging etliches in den großen Recycling-Sack, der nun zum viertem Mal gefüllt ist. Es ist nicht gerade das, was ich eine aufbauende Arbeit nennen würde, aber Voraussetzung dafür, Neues schaffen zu können. Also klopfe ich mir mutmachend auf die Schulter und sage: Kouragio (Sonjas heutiges Wort).

 

 

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Kalenderblätter 19-20/4 und weitere Varianten (Emanzipation geometrischer Elemente)

Im Kalender zeichnete ich ein Stillleben mit einer Box für die Buntstifte und eine farbige Variante, für die ich Elemente der Ausgangszeichnung benutzte. Ihr kennt das ja schon: meine Idee für den verrückten April.

In der Küche sah ich einen grob angeschnittenen dunklen Brotlaib und eine karierte Serviette mit Brot und Spinatpita, und fand, dass sie zusammen mit dem stark farbigen Tischtuch ein gutes Sujet wären. Auch diese Zeichnung verwandelte ich dann wie gehabt.

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Mittagsblumen

  • Nun sind sie auch in meinem Garten aufgeblüht, die flammendroten Sterne der Mittagsblumen. Sie haben sich rund um ein abgestorbenes Apfelbäumchen ausgebreitet und überwuchern den Abhang, der dem Apfelbaum zum Verhängnis wurde. Denn bei einem Unwetter brach er ein und nahm das grad erst gepflanzte Bäumchen mit.
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25 Wochen – ein Objekt: der kleine Prinz

Von Philippe habe ich keine Nachrichten, weiß nicht, wo er sich momentan aufhält. Irgendwo im Nahen oder Fernen Asien, vermute ich, um als Repräsentant der Liebe für Frieden und Versöhnung zu werben.

Heute zeige ich seinen metallenen Stellvertreter im Rahmen von Wortmans Projekt „25 Wochen – ein Objekt“. Er steht vor einer Landschaft, die wenig vertrauenserweckend aussieht. Ist es überhaupt eine Landschaft? Alles scheint in Unordnung geraten zu sein. Es türmen sich Kartons, Sofas oder Berge, Festungen, Särge oder Bauklötze – wer will das entscheiden? Inmitten dieser Wüstenei entdecke ich zwei freundliche Wesen. Eines steht hinter dem Kleinen Prinzen und scheint Kontakt zu ihm zu suchen. Das andere, einem großen dicken Kind vergleichbar, hockt stumm auf dem Boden. Der kleine Prinz steht still und lauscht auf sein Herz, um klar zu sehen, was not tut.

Ich lasse die drei jetzt allein, vielleicht dass sie gemeinsam herausfinden, wie man Harmonie in die  Welt bringen kann, die durch menschliches Fehlverhalten in so bestürzende Unordnung geraten ist.

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Sonntags hinab ins Archiv: Alles wiederholt sich – alles ist neu! (mit Dora und dem „Lied von der Erde“)

Als ich heute wie jeden Sonntag hinab ins Archiv stieg, begegnete ich vielen Wiederholungen: wieder war, wie fünf Jahre zuvor, Ostern (https://gerdakazakou.com/2025/04/19/archivbild-der-woche-19-4-2020-war-auch-ostern/),

wieder blühten die Zitronen so schön wie in früheren Jahren (https://gerdakazakou.com/2024/04/19/tagebuch-der-lustbarkeiten-wiederholen/)

…Wieder und wieder zeichnete ich Olivenbäume,

oder auch dieselbe Kugelvase mit der unverwüstlichen künstlichen Mistel.

Schließlich lande ich beim 19.April 2022. Es ist das Dora-Jahr. An jenem Apriltag ist die Sonne über einer regennassen Welt aufgegangen, die in den Strahlen leuchtet und glitzert. Dora ist begeistert über alles und jedes. Ich erkläre ihr ein paar Namen und denke über Dora nach, die nur diesen einzigen Frühling 2022 erleben wird

„Immer wieder vergesse ich, dass dies Doras erster und einziger Frühling ist. Dass sie noch nie eine Ackerwinde gesehen hat und auch keinen Hahnenfuß. Ich müsste all die kleinen Blüten mit ihr betrachten, mit ihr zusammen wieder lernen zu staunen, so als sähe ich all dies zum ersten Mal. Oder zum letzten Mal. Habe ich es überhaupt schon je gesehen – ich meine: wirklich gesehen -, was da nach dem nächtlichen Regen so wundersam aus der Erde sprießt?“

 

Als sie eine Blatttränke für Insekten entdeckt, ist sie vor Verzücken außer sich.

„Und ich gebe zu: Auch ich habe selten so etwas Feines gesehen. Die Tränke steht witzigerweise direkt vor dem Pumpenhäuschen der Wassergesellschaft. In jedem der wie Schöpfkellen geformten in vielen Etagen übereinander stehenden Blätterschalen liegt eine wohlgeformte glänzende spiegelnde Wasserperle! Dora versucht, mir eine zu bringen, ohne dass sie zerrinnt.“

So schrieb ich vor vier Jahren.

Für Dora war alles neu, nichts wiederholte sich. Denn sie war ja ein Jahres-Geschöpf, das nur einmal den Jahreszirkel durchlief. Für mich aber wiederholt sich vieles, denn ich erlebe nun schon den 84. Lenz. Auch die Natur wird nicht müde, sich zu wiederholen. Wieder-Holen, was vergessen war, was untergegangen ist. Ja, warum nicht?

„Die liebe Erde allüberall / Blüht auf im Lenz und grünt / Aufs neu!“ „„Allüberall und ewig/Blauen licht die Fernen! Ewig… ewig…“ So verklingt der 6. Satz von Mahlers „Lied von der Erde“: Abschied.

Immer wieder dasselbe und immer wieder vollkommen neu….

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Kalenderblätter 15.-18. April, Stillleben und drei Variationen (Emanzipation geometrischer Elemente 5)

Es geht weiter mit meinen April-Kalenderzeichnungen, die ich unter ein Thema gestellt habe: „Emanzipation geometrischer Elemente“. Ich zeichne erst ein ziemlich realistisches Stillleben und wähle dann geometrische Elemente oder auch nur Bruchstücke von Umrisslinien der Zeichnung aus, übertrage sich frei auf die nächste Seite und gestalte sie farbig aus.

Dieses Mal ist es ein Stillleben auf unserem Teewagen. Die Hauptattaktion ist ein Glas mit Pistazien, daneben gibt es ein anderes mit Walnüssen, ferner eine helle dicke Kerze, ein Tonschälchen mit einer zweiten Kerze und noch dies und das. Der Teewagen ist mit Kacheln mit traditionellen Mustern ausgelegt -wir fanden ihn in einem Altmöbellager in Kalamata, eingeführt aus Bayern. Im unteren Regal liegen Zeitschriften und Broschüren, obenauf „the books journal“.

Die erste Variante zeichnete ich auf die gegenüberliegende Seite.

Die dicken schwarzen Linien zog ich mit Filzstift, der auf die Rückseite und auch noch auf die dann folgende Seite durchschlug. Diese durchgeschlagenen Linien bilden die Struktur der Zeichnung vom 17.4.. Bei der Zeichnung vom 18.4. spielen sie eine untergeordnete Rolle.

Die Ausgangszeichnung und die drei Variationen nebeneinander:

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Kunstbuch 35: Das ultimative Eulenbuch

Meine vorerst letzte Kunstbuchkreation, heute wieder am Kamin. Beim Suchen nach einem Thema fielen mir Eulenaufkleber ins Auge – danach war alles einfach.

Der Umschlag vorne und hinten:

Die inneren Doppelseiten

 

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