Rückblende Malerei: Ausfahrt der Segelboote

Dieses Bild soll mein letzter Beitrag für Ullis Blogparade „Boote“ sein. Ich malte es 2008 mit Akryllpigmenten und Kleister auf Leinwand, 50×60 cm.

Zugleich möchte ich mich hiermit für ein paar Tage abmelden, da ich verreise. Ab 2. Mai bin ich, so hoffe ich, wieder da. Euch allen, die ihr hier mitlest, wünsche ich einen schönen Rest-April und einen herrlichen Maien-Beginn. Alles Gute!

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Boote und kein Ende – Kohlezeichnungen, Akryll, Collagen, mixed media.

Boote. Für Ullis wundervolle Blogparade „Boote“ bin ich noch mal in die Archive gestiegen, nur ein Jahr ging ich zurück. Im vergangenen April entstand eine ganze Serie von Kohlezeichnungen, danach kamen anderen Malmittel zum Tragen.  Ein paar der Fundstücke möchte ich dir, Ulli, zum Verlinken anbieten.

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Griechische Kunst am Sonntag: „Tagebuch einer Schneiderin“

Alexandros Psychoulis

Wie stellt sich der Mensch zu seinem Körper und wie präsentiert er seinen Körper der Gesellschaft? Im fünften Stock hoch über dem Straßengewimmel von Psyrri, in der Galerie a. antonopoulou.art, gehen 14 Künstlerinnen und Künstler diesen Fragen nach. Ausgangspunkt ist das Notizheft einer jungen Frau, 1958 Schneiderlehrling –  griechisch „μοδiστρα“ (Modistin). Es war eine Zeit, in der Griechenland langsam aus den Trümmern von Krieg und Bürgerkrieg hervorkroch und modebewusst, „modern“ wurde – was freilich für die vielen nur ein Traum war. Dem Traum zur Wirklichkeit zu verhelfen, waren die „Modistres“, die modischen Modistinnen-Schneiderinnen berufen, die in den renommierten Modehäusern der Zeit ausgebildet wurden. Für Frauen aus dem „Volk“ war es ein Aufstiegsberuf. So manche eröffnete ihr eigenes Atelier und genoss den Umgang mit ihren Kundinnen – Damen der „guten Gesellschaft“. Eine der Erfolgreichen war wohl die junge Frau von damals, denn ihr Enkel, der ihre Notizen fand und zur Verfügung stellte, ist ein bekannter Athener Architekt geworden.

Alexandros Psychoulis

Mit dem nach oben gerichteten, enthusiastischen Greco-Blick betrachteten sie wohl die feinen Kundinnen und träumten sich, Stich vor Stich, die gesellschaftliche Leiter hinauf.

Alexandros Psychoulis

Der Körper der Frau – mehr noch als der des Mannes – wurde umgeben mit einer modischen  Projektionsfläche für angenommene oder tatsächliche Männerwünsche.

Eine künstlerische Interpretation setzt an die Stelle des männlichen Gesichts gleich den heiß ersehnten Swimmingpool mit Kunstpalme….

oder erträumt sich den modischen Helden – nun schon sehr zeitgemäß – ins Land Fantazio.

Ilias Kafouros, «A bigger splash»

Es ist eine historisch und künstlerisch faszinierende Ausstellung (Kuratorin: die Journalistin Efi Falida), die noch bis zum 26. Mai läuft. Nur wenige Exponate konnte ich fotografieren, denn oft handelt es sich um komplexe Gebilde wie Musterbücher, Schnittmuster, handschriftliche Notizen etc., teils Originale, teils künstlerisch interpretiert. Einige Fotos mehr findet ihr bei Interesse in griechisch-sprachigen Kommentaren zur Ausstellung hier und hier.

 

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Athens is now: Jakovos Volkov, Streetart, Geschäfte und Altstadt von oben

Ein paar Eindrücke von meinem Athenbummel am 20. April. Wo ich mich mal wieder fragte:

Was ist Athen eigentlich?

Eine Stadt? Eine Freilichtbühne? Ein Antiquariat, ein Trümmerhaufen? Ein Alles-geht? Ein Unikum und ein Riesenspaß ist es auf jeden Fall, wenn die Begleitung angenehm ist und das Wetter mitspielt. Diesmal stimmte alles, denn ich war mit meiner lieben Künstlerfreundin Slobodanka Stupar, die zwischen Athen, Belgrad und Köln lebt,  unterwegs, und ein heftiger Frühlingswind hatte den berühmten attischen Himmel blankgefegt.

Zunächst das titelgebende Bild und einiges mehr von einem jungen russisch-griechischen Künstler namens Jakovos Volkov:  Der Ausstellungsraum „Alibi“ mitten im umtriebigen Stadtteil Psyri neben Monastiraki (Sarri 12), ebenerdig, darin Installationen aus Weggeworfenem besonderer Art. Begonnen hat Volkov als Straßenkünstler – und das merkt man seinen Werken auch jetzt noch an. Aus sich wiederholenden Elementen kreiert er Sinn als Wort. Aber seht selbst!

Draußen beherrscht die herkömmliche Straßenkunst die Wände. Etliche eindrucksvolle Werke sind seit meinen letzten Spaziergängen mit Ulli Gau bzw mit Susanne Haun neu entstanden. Auch sonst: Bilder über Bilder und der Kuriositäten kein Ende.

Wir besuchten dann noch eine andere Ausstellung in der Galerie a. antonopoulou.art (ein Beitrag dazu folgt morgen). Die Galerie liegt im 5. Stock, man kann auf die Terrasse hinaustreten und den Stadtteil von oben bewundern. Wo möchtest du Quartier beziehen?

 

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Mr. Bird and Family im Lied-Contest (gereimte abc-etüde)

Letzter Tag für die dies-wöchentlichen Etüden, für die diesmal Christiane selbst die Wörter spendete! Und für die Ludwig Zeidler alias lz. wieder zwei schöne, diesmal kunterbunte Einladungen gestaltete.

 

 

 

 

Mr. Bird and Family im Lied-Contest

Das Blaue Band schwingt in den Lüften,

Und die sind schwanger von den Düften

Der Veilchen und  der Heckenrosen,

Weich ist der Wald von Farn und Moosen,

Die Vöglein sind schon längst geschlüpft

Und aus dem Neste rausgehüpft.

Jetzt gilt es fleißig zu trainieren

Und jeden Tag zu tririlieren

Fürs Vogelstimmenfestival.

Die Stimmung steigt, denn überall

In Bäumen, Büschen und in Hecken

In Himmelshöhn und Grasverstecken

Hört man es jubilieren

Nur keine Zeit verlieren!

„Hier hast du auch ein Notenblatt,

Mit dem Chanson gewinnst du glatt,“

Sprach Meister Bird zu der Geliebten.

Zusammen sie das Lied dann übten

Die Kleinen zwitschern den Refrain

Ja gibts denn wen, der schöner säng?

Die Sieger stehn denn auch bald fest.

Und wer gewinnt den Lied-Contest?

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„Weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr“ (Bleistiftzeichnung)

Weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr (c) gerda kazakou. Bleistiftzeichnung 50×70 cm, April 2018

Die Skulptur eines weisen Afrikaners hat mein Mann von einer Reise mitgebracht – sie ist kunstvoll aus dem Zahn eines Elefanten geschnitzt. Mit ruhiger Gelassenheit, fast meditativ, hält er die Welt im Gleichgewicht. Hinter ihm ein wildes Schwemmholz – übrigens dasselbe, das als Nilgeist schon seinen Auftritt hatte, nun aber auf den Kopf gestellt ist.

Die Welt könnte nach links wegrutschen, denkst du? Keine Angst. Die mexikanische Katze gleicht ohne weiteres das Kaktusblatt mit der Ladung aus Muschelkalkscheiben, das Haus einer Moluske und die Eulenmaske aus, zumal ich ihr, übrigens aus Übermut, noch einen kuriosen Ast zur Seite gestellt habe.

weiser Afrikaner, mexikanische Katze, Eulenmaske und mehr (c) gerda kazakou, 2018. elektronisch bearbeitete Bleistiftzeichnung, 50 x 70 cm

 

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Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (3) „Die Dinge erzählen Geschichten von der Welt“

 In der Mani herrscht die Natur mit ganz anderer Kraft als in Athen, und am Boden zeichnerisch interessante Objekte zu finden, ist wirklich kein Problem. Ein verrosteter verbogener Draht, ein vertrocknetes gepresstes Blatt, ein verrostetes Eisenblech, ein Stück Tau von einem Boot, eine Schlangenhaut – alles ist dort Natur, auch die einst von Menschen gemachten Gegenstände hat sie überformt und sich wieder einverleibt.

Borke, filigran geworden durch den Einfluß der Naturkräfte, machte am 25. März den zeichnerischen Anfang. Dann das Stück Tau, ein Seeigel, ein Draht, Backsteine, Hölzer, Palmstammschuppen. Sie fügten sich zu Bildern. Ein mit Efeu zusammengewachsenes Holzgebilde und ein Knochen forderten auf zu dramatischerer Gestaltung.

Doch ich wollte auch gern an die Athener Stillleben anknüpfen. So durchforschte ich die Wohnung nach künstlichen Objekten: Boote, Vasen, Kerzenständer, Uhr, Petroleumlampe, Eulen, Flaschen, Rassel, Bücher, Kette gingen Verbindungen ein mit Schwemmhölzern, Ästen, Ziegenschädel, Pflanzen, Früchten. Und wieder begannen die Dinge Geschichten zu erzählen, diesmal nicht von den Gegenden, in denen sie von Menschen gemacht wurden, sondern viel allgemeinerer Natur:  Geschichten von Welt, Zeit und Weisheit, von Leben und Tod.

Diese Phase endete am 17. April, denn nun fuhren wir zurück nach Athen.

 

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Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (2): „Die mexikanische Katze und die Folgen“

Es wurde März, bis ich wieder mit dem Zeichnen begann, denn inzwischen hatte ich lieben Besuch, reiste herum, legte Bilder zum Roman „Nachtzirkus“ von Erie Morgenstern, den mir Bruni geschenkt hat, benutzte dazu auch Schnipsel anderer Künstler: Susanne Haun, Jürgen Küster, Ulli Gau. Auch begann ich die Serie „Alphabet der Materialien“, um mich meiner alltäglichen Umwelt besser zu vergewissern.

Doch am 12. März packte mich wieder die Lust am genauen Zeichnen, das etwas sehr Versicherndes und Beruhigendes für mich hat. Bei bestem Frühlingswetter setzte ich mich auf den Balkon und zeichnete Trockengräser. Spielerisch stellte ich eine mexikanische Katze dazu, die in Greifweite stand. Und dann auch noch einen tönernen Gott Hermes.

Eine neue Idee war geboren: Stillleben aus Natur- und Kunstobjekten!  Mir war klar, dass jedes Ding, wenn man sich mit ihm befasst, seine eigene Sprache und Symbolkraft hat, und die wollte ich nun zum Sprechen bringen. Rund um kleine Skulpturen und Andenken aus Schwarzafrika, Indonesien, Norwegen, Mexiko, Griechenland, England und Ägypten baute ich komplexere Szenerien mit erzählendem Charakter. Sie führten in mythische Welten, bis zu den Wikingern und sogar ins Paradies. Diese Phase dauerte bis zum 19. März, denn dann ging es wieder los in die Mani.

Der dritte Teil ist auch schon in der Mache.

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Zeichnungen des ersten Quartals 2018 im Überblick (1) „Naturwesen: Schilfwurzeln und Madame Kolokytha“.

Eine große Anzahl mittel- und großformatiger akribischer Zeichnungen sind in den ersten Monaten dieses Jahres entstanden, und ich habe das Bedürfnis, sie mir einmal in Gruppen vor Augen zu führen und die Entwicklung nachzuzeichnen. Denn mein Blog ist auch mein Archiv und mein Tagebuch. Ich zeige jetzt nur die Originale, nicht die vielen elektronischen Überarbeitungen. Die findest du, sofern du möchtest, in den Beiträgen, wenn du das Wort „Bleistiftzeichnung“ eingibst.

Alles begann am 8. Januar mit einem Schilfwurzelmännchen, das ich am Strand gefunden hatte.  Ein zweites kam hinzu, und Madame Kolokytha hatte ihren Auftritt – in Bleistift und in Kohle. Schließlich präsentierte sich die ganze Bande der Schilfwurzelwesen in Einzel- und Gruppenportraits.  Naturwesen waren es, die sich in meinem Atelier eingenistet hatten und nun miteinander ihre kleinen Dramen aufführten. Das ging so bis zum 20. Januar.  Dann reiste ich nach Athen

Gleich geht es weiter mit der zweiten Gruppe von Zeichnungen.

 

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Kykladische Göttin, Athenische Eule, Klees Ruderer, Zinnkännchen, Brettspiel aus Ravenna, Boot, Denker und Schattenwürfe (Bleistiftzeichnung)

Wieder in Athen, habe ich mir gestern neue Objekte für meine Bleistiftzeichnung gesucht. Zentral steht eine kykladische Figur, die als Muttergottheit bezeichnet wird.

Um die Skulptur herum sind Gegenstände gruppiert, die ihr teilweise schon kennt: den runden Holzteller aus Ravenna (hier und hier), den kleinen indonesischen Denker, der sich hinter einem winzigen Segelschiff verbirgt (hier), die beiden vertrockneten Kloblauchblüten und das hinter der Eule verborgene Blatt des Feigenkaktus mit Muschelkalk-Ladung (beide hier). Die anderen Objekte zeichnete ich gestern erstmals: die kykladische Figur, die klassische Athenische Eule, das Zinn-Kännchen (Erbstück) und die Postkarte mit Klees verzweifeltem Ruderer, die mir Ulli Gau schenkte.

Mich erinnerte das Arrangement an eine Asservatenkammer, wo Polizei und Zoll beschlagnahmte Gegenstände aufbewahren.

Eine besondere Rolle spielen auf diesem Bild die Schatten, die von meiner großen Lampe an die Wand geworfen wurden.

Hier nun noch mal das Original und ein paar Bearbeitungen.

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