Anverwandlung

Als ich Ullis Oktober-Rückblick betrachtete (https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/12/03/rueckblick-2-oktober-2016/), rief ich meine eigenen Bilder und Erinnerungen auf und fragte mich:  Was von all dem vielen, das ich erlebte, ist in mich eingegangen, um sich zu wandeln und mich in ihm? An den Stadien eines Bildes, das ich im Oktober malte, möchte ich diesen Gedanken deutlicher machen.

Zuerst ist da eine ältere Leinwand, die ich wild übermale. Was soll mir das Alte? Das Gewesene muss in den Energiestrom des Jetzt eingetaucht werden.

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Ich stehe vor dem Bild und starre es an. Greife zur Kohle, zeichne ein Motiv hinein. In mir lebt noch der Tiber mit seinen Brücken, ich war ja erst kürzlich dort. Du erkennst ihre Bögen oben und unten im Bild

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Ich räume das Mittelfeld auf. Zugleich wird der Hintergrund komplexer, dichter. Eine Brücke überspannt bald das gesamte Mittelfeld, möchte Vorder- und Hintergrund verbinden. Der Fluss beruhigt sich, verliert an Kraft.

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Die vordere Brücke gefällt mir, sie erinnert mich an etwas, was mir lieb ist. Aber der Bildaufbau macht  mich nervös. Da muss mehr Ruhe hinein.

Und dies ist nun das Bild, das ich stehen ließ: ein Oktoberbild, das sich über das Ältere lagerte. Bewegt ist auch dieses, aber nicht mehr hektisch, und die Verbindung zwischen Vorder- und Hintergrund ist an die linke Seite gerückt, als sei es ein friedvoller Weg, der Pferdewagen und Karren herabführt.

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Mich erinnert dies Bild vage an ein anderes, viel älteres, das ich daneben halte. Und vergleiche: das war ich damals – das bin ich jetzt, in diesem Moment. Beide Momente sind für mich verbunden wie zwei Stationen auf einer langen Reise.

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Aristoteles und die Ermitage

Du warst in St. Petersburg, du Glückliche? – Nun, nicht wirklich. Aber in der Ermitage war ich. – Aber die befindet sich doch … – ja, ja, in St. Petersburg. Doch im Rahmen des „russischen Jahres“ sind einige der Schätze der Ermitage nach Athen gelangt, und die habe ich mir angeschaut.

Zuerst stattete ich freilich dem „Lykeion“ des Aristoteles einen Besuch ab. Eine nicht besonders ansehnliche Ausgrabung zwar, aber dort zu wandeln, wo einst Aristoteles lehrte, ist immerhin ein erhabenes Gefühl. img_9204

Auch hat man sich große Mühe mit der Bepflanzung dieses noch nicht lange fürs Publikum freigegebenen innerstädtischen Geländes gegeben.

Aber da sind wir schon fast im Nachbargrundstück, das zum Byzantinischen Museum gehört.

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Dort war die Ermitage zu Gast. …. und grüßte ihrerseits die Gastgeberin Athen mit der Leihgabe eines herrlichen Gemäldes von Theotokopoulos (genannt El Greco): Petrus und Paulus, die beide Besucher der antiken Stadt Athen waren. Aber das ist lange her, wenngleich, nun, Aristoteles war da schon 300 Jahre tot.

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Aber was soll ich zu dem Goldschmuck sagen, den das nomadische Volk der Skythen im 6.-4. Jahrhundert v.Chr. (also lange bevor Aristoteles lebte) fertigte! Ich war schwer beeindruckt. Peter der Große ließ alle Stücke, die nicht bereits durch Raubgrabungen im Ausland gelandet waren, aus den Weiten Sibiriens zusammentragen.

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Wie weit dieses Sibirien war (und ist), siehst du hier.

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In der Gemäldeabteilung begleiteten mich einige Freunde aus Bloghausen. ZB Runa, die so herrlich witzig von Amor und Psyche zu erzählen weiß  (https://lehmofen.wordpress.com/2016/12/01/wenn-wuensche-sich-erfuellen/) ….

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Auguste Rodin, Amor und Psyche

oder Dieter Motzel, dessen wundervolle Beträge zur „Sehnsucht nach dem Licht“ mit dem Italien-Verweigerer Caspar David Friedrich beginnen …

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und mit den lichthungrigen Nördlern im Mezzogiorno enden. https://haushundhirschblog.wordpress.com/2016/11/28/die-sehnsucht-nach-dem-licht-4/

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Franz Xaver Winterhalter, Neapolitanische Siesta, 1837

Natürlich fehlte auch die Geliebte des Zyklopen Polyphem, Galatea, nicht, über die ich gelegentlich berichtete https://gerdakazakou.com/2016/11/20/mirror-of-the-mind-2-nachtrag-die-liebe-des-polyphem/

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Luca Giordano, Triumph der Galatea (1675-77)

und der immer beliebte Gott des Weines Bacchus war sogar durch ein Gemälde des Caravaggio präsent.

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Ohne die Kunst, behauptet Aristoteles, gäbe es für Vieles kein Ventil und keine Ausdrucksmöglichkeit. Was im tatsächlichen Leben unerträglich sein kann, lässt sich im Medium der Kunst nicht nur viel leichter ertragen, sondern sogar genießen. Und es kann dabei auch zum Erkenntnismittel werden. „Denn von den Dingen, die wir in der Wirklichkeit nur ungern erblicken“, heißt es in der Poetik, „sehen wir mit Freude möglichst getreue Abbildungen, z. B. Darstellungen von äußerst unansehnlichen Tieren und von Leichen.“ (Wikipedia zu Mimesis)

Beispiele für derlei Kunst (mit Leichen und anderem unangenehmem Wirklichkeitswert) fehlten in der Sammlung der Ermitage weitestgehend. Die Zaren und Zarinnen hielten sich, scheints, die hässliche Welt gern vom Leibe und bevorzugten hübsche Stadt-Veduten wie diese

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Bernardo Belotti, Blick auf Pirna, 1753-55

 

oder Bilder ihres eigenen Palastes (den Namen des Malers habe ich nicht notiert),

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oder träumten, wie ihre bayrischen Kollegen in Griechenland, von einem noch größeren, noch schöneren Palast (Klenzes Entwurf für den königlich-bayrischen Palast in Athen, im Hintergrund die Akropolis)

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Doch dann kam die Revolution.

 

Aus der Zeit danach sind mir nur zwei Werke aufgefallen: das eine ist ein Hamburger Werftarbeiter von Heinrich Vogeler  (1872-1942), der deutliche Angriffe auf die aristotelische Maxime von der „naturgetreuen Nachahmung“ zeigt: kubistische und futuristische Elemente machen deutlich, wie sehr sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Kunstideal vom klassischen Vorbild entfernt hat.

 

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Noch ausgeprägter ist dies in einem Selbstportrait (1923) von Chaim Soutine, dessen Bilder wie eine Vorwegnahme der Schrecken wirken, die das 20. Jahrhundert heimsuchen werden.

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Apropos Documenta

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Wer wie was ist die documenta? Offenbar was Deutsches. Aber was geht sie uns an? Von Deutschland kommen allerlei Hausaufgaben und Rüffel, weil wir sie nicht  ordentlich gemacht haben. Wieder und wieder sollen wir das Alpahbet herunterbeten wie Erstklässler. A = Arbeit, B  =  Bank, C = Check, D =  Deutschland, E = Euro, F =  Fond, G = Geld, H = Hausaufgaben, I = Investition, J = Ja, K = Kredit, L = Lohnkürzung, M = Mindestlohn, N = Notenbank, O = Offenbarungseid, P = Pleite, Q =  Quittung, R =  Rechnung, S = Schulden, T = Tarif, V = Vermögenssteuer, W = Währungsunion,  X = das ist die Unbekannte oder wenn dir jemand ein X für ein U vormacht. ….Irgendwie hat Deutschland neuerdings mit der dunklen Seite der Ökonomie zu tun. Oder, als Reminiszenz, mit Krieg und Besatzung.

Das Goethe-Institut Athen hat sich der armen unwissenden Athener Bürger angenommen. Und erklärt ihnen, was documenta ist. Du weißt es natürlich: „Die Kasseler Weltausstellung der Gegenwart“. Und die findet 2017, zumindest halbwegs, in …. Athen statt.  Das Motto ist:

„Von Griechenland lernen“.

Also da bin ich wirklich gespannt. Das zu lernende αλφαβητα (Alphabet) beginnt dann vielleicht so : α = απεργία β=βουλή, γ=γελοίο, δ=δημοκρατεία, ε=ελευθερία…..

Im Goethe-Institut von Athen ist eine kleine Aufklärungsecke entstanden, und da trank ich heute meinen Kaffee. Ich fotografierte auch die Bilder, die auf zwei Screens liefen: Fotos von der Documenta seit ihrem Beginn, also seit 1955. Einige der Documentas habe ich selbst besucht, und so wars für mich ein sentimentales Wiedersehen.

Hier der Beginn, 1955:

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Und so gings weiter:

In wenigen Monaten kommt die 14. Documenta nach Athen. „Von Griechenland lernen“ ist die Absicht. Da bin ich wirklich sehr sehr gespannt.
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„Stets lustig, heisa! hopsasa!“ (Der Vogelfänger)

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Dieses Bild habe ich auf demselben kriegerischen Grund wie das gestrige gelegt (Der Krieg von Troja...), und die Schnipsel sind auch dieselben. Nur steht die Pappe auf dem Kopf, und an die Stelle eines Mischwesens aus Schiff, Pferd und Mensch ist ein Mensch-Vogel-Mischwesen,  ein Vogelfänger getreten.

„Stets lustig, heisa! hopsasa!“

Wenn Männer (und manchmal auch Frauen) schon morden müssen – dann doch lieber Vögel? Das ist besser als Krieg? Na, ich weiß nicht. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich die kalten Zahlen der jedes Jahr ermordeten Vögel lese oder wenn ich mir die manchmal altmodischen, manchmal hoch modernen Methoden dieses Mordsvergnügens anschaue (hier griechische Beispiele https://www.youtube.com/channel/UCnK1klcPOWkAqI51AVUbXdA).

Gedanken und Bilder dazu habe ich schon mal am 13. 9.2015 veröffentlicht https://gerdakazakou.com/2015/09/13/jetzt-beginnt-die-jagdsaison/, dort auch das folgende Bild.  Schau doch mal rein.

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Der trojanische Krieg findet immer noch statt

Kennst du das einst viel gespielte Stück von Jean Giraudoux (1882-1944): Der trojanische Krieg findet nicht statt? Giraudoux, der ein großer Freund der deutschen Sprache und Literatur war und während des ersten Weltkriegs unter dem sinnlosen „Bruderkrieg“ zwischen Deutschen und Franzosen sehr litt (er war selbst Soldat und wurde mehrfach verwundet), sah früh die neue Katastrophe auf Europa zukommen. 1935 schrieb er das Stück, im selben Jahr wurde es im Theater Théâtre de l’Athénée uraufgeführt. Ursprünglich sollte es ein Happy End geben, daher der französische Titel La guerre de Troie n’aura pas lieu (der Krieg von Troja wird nicht stattfinden). Doch Giraudoux lässt das Stück tragisch enden. Denn die Dummheit und Borniertheit der Menschen ist halt grenzenlos – fand er. Und, wie wir wissen, behielt er leider Recht.

Angesichts der grassierenden Progaganda für erneute Aufrüstung und der Konstruktion von Kriegsgründen (russische Bedrohung, Besetzung der Krim) machte ich ein Bild, das ich nenne „Der Krieg von Troja findet immer noch statt“.

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Ihr könnt darauf, wenn ihr wollt, allerlei kriegstaugliches Gerät sehen, zB Segelschiffe und Antennen, Ruder und eine Kanonenkugel und im Zentrum eine Kriegsmaschine, die zusammengesetzt ist aus Schiff und Pferd. Oben drauf kommandiert ein militanter Kopf, innen drinnen sitzt ein fieser Geldmensch und freut sich über die stets abrufbare Dummheit der Menschen.

Übrigens: Plato wollte die homerische Dichtung aus dem Bildungskanon der Schulen streichen (Politeia). Nichts sei schlimmer, als der Jugend die Flausen von Heldentum und Krieg in den Kopf zu setzen.

Das Bild habe ich am 26.11.2016 auf einem Karton (50×70) mithilfe von Granitstift, Tinten und Schnipseln hergestellt.

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Griechische Kunst am Sonntag: Thodoros Papagiannis, Idole

Ich habe mir dieser Tage eine Ausstellung mit griechischer Kunst des 20. Jahrhunderts angesehen (dort auch https://gerdakazakou.com/2016/11/24/herr-und-hund/),  und wollte euch heute eigentlich eine ganze Bilderschau zumuten. Aber dann hatte ich Mitleid mit mir und mit euch: ist doch Advent, wer hat da Lust auf eine Unterrichtsstunde in griechischer zeitgenössischer Kunst?

Drum begnüge ich mich mit einem Künstler, von dessen oft sehr hohen „Idolen“ vier kleine Ausführungen in Ton zu sehen waren. Mir gefallen sie sehr und ich finde, sie passen ganz gut in die Adventszeit. Denn sie zeigen Menschen „in Erwartung“.

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Die Figuren sind ca 25-30 cm hoch und aus gebranntem und bemaltem Ton.

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Thodoros Papagiannis, Jahrgang 1942, ist ein in Griechenland sehr bekannter Bildhauer und Leiter der Abteilung Bildhauerei in der Kunsthochschule Athen. Eine Großplastik in Metall zum Thema Marathonlauf ist in Chicago zu sehen.

Im Jahre 2012 zeigte das Byzantinische Museum von Athen einige seiner Arbeiten zum Thema „Brot“. Hier das offizielle Ausstellungsfotos (ich habe keine eigenen). Auch dies passt in die Zeit: Erntedank.

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Und so wünsche ich uns allen einen friedlichen Adventabend und Dankbarkeit im Herzen für unser „täglich Brot“.

 

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Licht-Schatten-Pirouetten

Eine flüchtige Skizze nur, als solche kaum der Rede wert, aber mich macht sie neugierig. Denn ich probiere etwas Neues aus:

Ich nahm einen dicken schwarzen Graphit- und einen ebenso dicken weißen Kreidestift in meine linke Hand und ließ die Stifte gemeinsam über eine graue Pappe laufen. Zwillinge sind es, dachte ich, dies Hell und dies Dunkel. Sie können ohne einander nicht sein. Erst sind sie ununterscheidbar im Grau verborgen, dann treten sie auseinander. Das Licht wirft einen Schatten, der Schatten wird im Licht wahrnehmbar.

Gemeinsam ziehen sie ihre Pirouetten.

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Einen Titel hat die Zeichnung (50×70) auch, aber den verrate ich nicht.

(Auch dies ist eine Antwort auf Ulli (https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/11/25/miniatur-schatten/)

 

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Gleich einem lauernden Tier

Dies ist eine Antwort auf Ullis letzten Beitrag (https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/11/25/miniatur-schatten/), der beginnt mit dem Satz „Gleich einem lauernden Tier“.

Angeregt durch den kreativen Dialog zwischen Susanne und Jürgen (http://susannehaun.com/2016/11/24/juergen-und-die-nacht-ein-neues-projekt-zeichnung-von-susanne-haun-und-druckzeichenskizze-von-juergen-kuester)  möchten auch wir ein Wechselspiel beginnen. Dabei nehmen wir einen Satz des anderen auf und legen ihn auf unsere Weise aus.

Dies ist ein Anfang, ein erster Schritt in einem Prozess, der vom Monolog zum Dialog führen soll. Keine Ahnung, wann und wie es weitergehen wird. Vielleicht findest du es reizvoll, ebenfalls in dieses Gespräch einzusteigen, oder es reizt dich, deine Ideen auf andere Weise einzubringen.

„Gleich einem lauernden Tier ….hockt im Herzen des Menschen die Gier“

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Der Drache ist nicht sofort zu erkennen, denn er hat sich in unserer Welt eingenistet, ist fast schon eins geworden mit ihr. Er hat sich ausgezeichnet getarnt hinter den schönen Worten von Fortschritt und Entwicklung. In diesem Hinterhalt lauert er und reißt im passenden Moment ein weiteres Stück aus dem lebendigen Leib der Erde.  Der Drache, von dem ich rede, ist die GIER des Menschen nach mehr und mehr und mehr. Und noch mehr. Und noch mehr, noch mehr. Na, du  weißt schon: wie de Fru von den Fischer, die nie zufrieden war, egal wie viel sie schon hatte, und am Ende wieder in ihrem Pisspott saß. (https://gerdakazakou.com/2016/02/06/samstag-ist-maerchenstunde-von-dem-fischer-un-syner-frau/)

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Der Drachen, von dem ich spreche, saugt alles Lebendige in sich auf und tötet es ab. Damit Dinge entstehen. Die man haben kann, die man besitzen kann. „Ist es nicht  hübsch?“, werben die  Hersteller von rosaroten Drachenskeletten im TV. „Bald ist Weihnachten, kaufen Sie Ihrem Kind ein wunderschönes rosarotes Drachenskelett aus Plastik, abwaschbar, pflegeleicht, alle Kinder haben heute solche Drachenskelette. Wozu braucht es eine Wiese?  Die ist nass und schmutzig, dort lauern Gefahren, vielleicht gar der Tod.“ „Ich will auch ein Drachenskelett“, schreien die Kinder. „Alle haben eins, ich will auch eins!“

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Im Leib des Drachens wächst ein riesenhaftes Drachen-Ei. Aus dem werden viele viele kleine Drachen schlüpfen. Es sei denn, wir entziehen dem Drachen die Nahrung.

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Drakon – das ist ein altgriechisches Wort und heißt: der Starr-Blickende. Das Gegenteil davon ist: Lebendig, beweglich, weich. Weich blickend. Nicht lauern, nicht starren, sondern blicken, schauen, sehen. Betrachten. Wahrnehmen. Erkennen.

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Die Bilder habe ich schon einmal im Oktober 2015 unter dem Titel Drachenbrut  veröffentlicht. Den begleitenden Text habe ich verändert.

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Herr und Hund

Heute sah ich eine umfangreiche Sammlung von Werken griechischer Maler des 20. Jahrhunderts. Ich werde noch ausführlicher davon berichten. Heute nur ein Bild: Herr und Hund.img_9059

Als ich es sah, musste ich an Susanne Hauns herrlichen Mops denken (https://susannehaun.com/2016/11/15/mops-einen-hab-ich-noch-zeichnung-von-susanne-haun/) – obgleich dies natürlich kein Mops ist (und Susannes Zeichnung mir viel besser gefällt).

img_9062 Aber eindrucksvoll ist er ja auch, dieser Bärbeißer. img_9061 Sein Herr schaut eher ein wenig ahnungslos, um nicht zu sagen, milchgesichtig in die Welt, und ich frage mich, warum er sich denn wohl diesen scharfen Kerl zugelegt hat. Kompensation?

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Der Maler, Dimitris Mytaras, Jg 1934, gilt als einer der bedeutenden griechischen Maler des 20. Jahrhunderts und hat als Lehrer an der Kunstakademie Athen etliche jüngere Maler beeinflusst.

Was den Hund anbetrifft: „also mein Fall ist dieser traurige bösartig guckende Kerl nicht“. Sagt Tito.

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Klingelingeling und nix da

dies habe ich eben im Mitmachblog zum Wochenthema „Nix da Klingelingeling“ gepostet. Das erste ist ein Legebild, das zweite ist mit Akryllfarbe auf einen Karton gemalt.

MitmachBlog

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„Kling Glöckchen klingelingeling“ für die guten Christenmenschen im Kreise ihrer Lieben.

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„Nix da klingeleingeling“ für die unguten Unchristenmenschen im Container. Und wenn es ihnen nicht passt – sollen sie doch zurückgehen, woher sie gekommen sind. Da werden sie schon ihr Klingelingeling erleben.

(Ich bitte um Vergebung, falls ich jemandem den Spaß am Klingglöckchen verdorben haben sollte. Es war nicht meine Absicht, denn mir gefällt das Liedchen sehr.).

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