Kalenderblätter 8.-9. Februar: gelber Klee und rote Anemone

Der gelbe Klee ist allgegenwärtig. Unser Garten ist vollkommen überwuchert. Das ist einerseits nicht so gut, denn der Klee macht den Boden sauer und die anderenPflanzen fangen an zu leiden. Andererseits ist es hübsch, und die Insekten freuen sich.

Die roten Anemonen blühen nun auf vielen Wiesen. Überall sieht man ihre rotleuchtenden Blüten zwischen dem Grün.

Die rote Anemone machte mir Probleme. Denn es war mir ganz unmöglich, ihr leuchtendes samtiges Rot wiederzugeben. Nur indem ich Spucke zuhilfe nahm, konnte ich das Rot etwas befeuern. Und nun hat es auf die Rückseite des Blattes durchgefärbt….Außerdem wäre es besser gewesen, sie vor Ort zu zeichnen, inmitten des Grüns.

Immerhin, ich habs versucht.

Bildausschnitt

 

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Das Innenleben der roten Anemonen (kleine Beobachtungen)

Vorhin, als die Sonne noch schien (jetzt regnet es wieder), machte ich einen kleinen Spaziergang in die Felder und sah: Im feuchten Gras sind viele rote Anemonen aufgeblüht. Ich pflückte ein paar, um sie zu Hause in mein Kalenderbuch zu zeichnen.

Als ich sie mir genauer betrachtete, fielen mir die vielen Varianten auf, in denen sich das Standardmuster – leuchtendrote samtige Blütenblätter, ein innerer hellgelber Ring, ein dichter schwärzlicher Kreis mit Staubgefäßen – ausbildet. Ich fotografierte sechs Blüten, um sie besser zu erkennen und euch zu zeigen.

Welche soll ich nun für meine Kalenderzeichnung nehmen? Hübsch sind sie ja alle….

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Aus dem Archiv: Prozess des Malens/Bildfindung

Jeden Sonntag steige ich hinunter ins Archiv, um zu schauen, was mich an einem Tag wie diesem interessierte, worüber ich nachdachte, was ich tat.

Heute stieg ich nicht sehr tief hinab „in den Brunnen der Zeit“, blieb im Februar Jahr 2024 stehen.Eine Phase des Ordnens und Durchsehens meiner bisherigen Malerei war zum Abschluss gekommen, und ich hatte Lust, erneut in den Prozess des Malens einzusteigen. Der zog sich über drei Tage hin. Die gezeigten Fassungen, zwischen dem 7, und 9Februar 2024 entstanden, gibt es nur noch in Form von Fotos.

Ich finde solche Serien sehr anregend für mich. Sie sind gültige Dokumente über den Stand meiner künstlerischen Überlegungen, vor allem aber auch meiner seelischen Befindlichkeit zum Zeitpunkt der Entstehung.

1. Fassung: Leinwand, Kohle, zwei gelbe aufgeklebte Schnipsel.

2. Fassung

3. Fassung

4. Fassung

5, Fassung

6. Fassung

Später habe ich dann an diesem Bild weitergearbeitet. Siehe dazu Suchbewegungen im März 2024.

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Der Prinz auf Reisen: 25 Wochen – ein Objekt

Der Kleine Prinz ist unterwegs in einer nächtlichen Landschaft mit Mond. Sein Bötchen steht bereit, sein schatten begleitet ihn.

Dies ist ein Beitrag zu Wortmans Fotochallenge „25 Wochen – ein Objekt“.

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Kalenderblätter 5.-7. Februar 2026

Noch eine vierte Frucht in meiner Hand zeichnete ich: den Apfel, tiefrot, im Schatten fast schwarz. Während ich zeichnete, sprang Kater Lin auf den Schreibtisch und legte seine Pfote auf meinen Arm.Du siehst sie samt der Schwanzspitze oberhalb meiner Hand.

Gestern nachmittag beeindruckte mich ein blühender Mandelbaum gegen den blauen Himmel, heute in der Früh blieb ich erstaunt vor einer hohen Magnolie stehen. Schon erblüht? O ja!

(ps. Wie schon einmal erklärt, kann ich die Fotos nicht größer hochladen, obgleich es genügend Speicherplatz gibt. WP spielt leider nicht mit.)

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Erklär mir Liebe. Geschichten von und mit Philippe: Traumgesicht

– „Ich habe geträumt“, verkündet Philippe heute morgen.

– „Und was hast du geträumt?“

– „Ich habe vorher noch nie geträumt, glaube ich.“ Philippe sucht nach Worten.  „Es ist seltsam. Damals, als ich zu meiner Rose wollte, brauchte ich die Hilfe der Schlange. Ich hatte ziemliche Angst. Es war ja unwiderruflich. Mein Freund Antoine war sehr traurig. Aber es musste sein. Ich erklärte es ihm.

„‚Weißt du‘, sagte ich ‚… meine Blume … ich bin für sie verantwortlich! Und sie ist so schwach! Sie ist so leichtgläubig. Sie hat nur vier lächerliche Dornen um sich gegen die Welt zu schützen …‘ – ‚Du verstehst‘, sagte ich zu ihm. „Es ist zu weit. Ich kann diesen Körper hier nicht mitnehmen. Er ist zu schwer …“ .

Er verstand das sehr gut. Aber er wollte es trotzdem nicht. Er wollte mich nicht verlieren, nachdem wir gerade Freunde geworden waren.“

– „Ja, ja“, sage ich ein wenig ungeduldig. „Ich kenne die Geschichte mit deinem Freund Antoine. Erzählt mir lieber, was du geträumt hast.“

Doch Philippe beantwortet Fragen nie. Er folgt seinen eigenen Gedanken.

– „Mein Freund blieb die ganze Zeit bei mir und wollte mich nicht gehen lassen. Das war schwer für mich. Und so sagte ich zu ihm: ‚Du hast nicht recht getan. Es wird traurig sein. Es wird aussehen, als sei ich tot … aber das wird nicht stimmen …‘. und ich erzählte ihm allerlei von Sternen mit Glöckchen, die er hören würde, des Nachts. Ich glaubte damals selbst daran. Aber dann war es doch ganz anders. Ich war nämlich, als die Schlange mich biss, gleich tot. Mein Körper lag da wie eine leere Hülle, und ich konnte nicht wieder zu ihm zurück.

Heute Nacht war es ganz anders. Ich brauchte keine Schlange und konnte doch zu meiner Rose reisen. Ich konnte auch wieder zu dir zurückkommen. Es war ganz leicht.“

– „Du hast also von deiner Rose geträumt?“ frage ich.

– „Ich habe sehr merkwürdige Dinge geträumt. Ich bin wieder in der Wüste, aber die Wüste ist jetzt ein großes Wasser. Da kommt ein Boot angefahren, darin sitzt ein trauriges Männlein, und wo die Augen sein sollten, sind nur Höhlen. ‚Komm mit‘, sagt es zu mir mit einem Mund, der auch ganz hohl ist. ‚Ich bin der Fährmann über die Lethe. Komm mit, ich fahr dich hinüber. Trink zuvor einen Schluck vom Wasser, und du wirst alles vergessen, was dir Kummer und Schmerzen bereitet hat.‘ – ‚Vergesse ich dann auch meine Rose und meinen Freund den Fuchs und meinen Freund den Piloten und …‘, – ‚Alles‘, bestätigt er.  – ‚Das möchte ich aber nicht‘, sage ich. ‚Ich will niemanden vergessen. Kannst du mich nicht rüberfahren, ohne dass ich von dem Wasser trinke?‚ – ‚Das geht nicht‘, sagt er mit seinem zahnlosen Mund. ‚Das ist gegen das Gesetz.‘ …

Und wie wir so hin und her reden, erscheint plötzlich eine große bunte Dame am Himmel und ruft: ‚Kümmer dich nicht um den alten Knauser! Komm her zu mir! Ich bin die Traumfrau! Ich bring dich an alle Orte der Welt! Wohin du willst, bringe ich dich. Vielleicht vergisst du, was du auf deinen Traumreisen erlebst, aber du landest sicher und erwachst in deinem Bett, und alle Geschichten, die du vorher wusstest, die weißt du auch nachher noch.‘

Das gefiel mir recht gut. Ich sagte: ‚Dann bring mich, bitte, zu meinem kleinen Planeten, ich will schauen, wie es meiner Rose geht‚.“

– „Und?“ frage ich. „Hat dich die Traumfrau dort hingebracht?“

– „Ich weiß es nicht“, antwortet Philippe betrübt. „Ich erinnere mich nur, wie sie einen Stern an einer langen Leine durch die Luft schwingt und ruft: ‚Halt dich gut fest!‘ Aber was auf der Reise passierte, habe ich schon vergessen.“

 

 

Philippe träumt jetzt also, und das ist neu. Es zeigt mir, dass er nun richtig auf unserem Planeten angekommen ist. Er braucht nicht zu sterben, wenn er schnell irgendwo hin will. Sterben ist unwiderruflich. Träumen hingegen ist wie Reisen mit Rückfahrtschein. Das ist sehr praktisch für uns Menschen. Der Körper bleibt schlaff liegen, während man sich körperlos in der Welt herumtreibt. Man erholt sich dabei, anstatt wie bei Reisen im Körper zu ermüden und sich nach einem weichen Hotelbett zu sehnen. Hat man genug von seinen Traum-Abenteuern, kehrt man zu seinem ausgeruhten Körper zurück, steht frisch gestärkt auf und geht seinen Geschäften nach.


Die kursiv gesetzten Passagen sind wörtliche Zitate aus Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“ – aus dem Französischen übersetzt von I. Strassenburg. Alle anderen Dialoge habe ich dazuerfunden.

 

 

 

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Erklär mir Liebe: Geschichten von und mit Philippe: Wetter, Wissenschaft und Wüste

Gestern, als wir gemütlich am Kamin sitzen, während der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt, sagt Philippe:

„Ich mag Sonnenuntergänge. Lass uns einen Sonnenuntergang anschauen…“

Ich lächele gerührt. „Du und deine Sonnenuntergänge! Wo willst du denn jetzt einen sehen? Draußen ist es dunkel und regnet in Strömen.“

Du wirkst zunächst sehr überrascht, aber musst dann selbst lachen. Und du sagst zu mir: – „Ich glaube immer noch, ich sei bei mir!“

– „Aber bei dir gibt es sicher auch manchmal Regentage, und dann sieht man nichts vom Sonnenuntergang“, wende ich ein.

– „Ja, das stimmt“, antwortet Philippe nachdenklich. „Regen ist sehr nützlich. Ohne den Regen würde meine Rose vertrocknen.“

Ich sehe, dass Philippe traurig wird, und wechsele schnell das Thema.

– „Hier auf der Erde gibt es viele Gegenden, da regnet es fast gar nicht“, doziere ich. „Sie bedecken ungefähr ein Drittel der Kontinente. Die größten sind die heißen Trockenwüsten. Hinzu kommen die Eis- und Kältewüsten, dann die Halbwüsten, die Steppen und Trockensavannen …“

– „Woher weißt du das alles?“ fragt Philippe erstaunt. „Hast du so viele Reisen gemacht?“

– „Nein, ich habe im Geografieunterricht aufgepasst.“

– „Ach so. Ich habe so einen Mann getroffen, der wohnte allein auf einem Planeten. Er hatte ein dickes Buch, in das schrieb er alle Namen von Bergen und Flüssen auf. Aber er hatte sie nie gesehen. Er wusste auch nichts von den Flüssen und Meeren auf seinem eigenen Planeten. Ich bin kein Forscher, sagte er. Mir fehlt es an Forschergeist. Nicht der Geograph wird die Städte, Flüsse, Berge, Meere Ozeane und Wüsten zählen. Der Geograph ist zu bedeutend, um sich herumzutreiben. Er verlässt seinen Schreibtisch nicht. Aber er empfängt die Forscher. Er befragt sie, er notiert ihre Erinnerungen. Und wenn die Erinnerungen ihm interessant erscheinen,veranlasst der Geograph eine Untersuchung über die Glaubwürdigkeit des Forschers. „

„So ungefähr ist es wohl mit den Wissenschaftlern!“ sage ich lachend. „Die wirkliche Welt kennen sie kaum. Manche kennen grad nur ihren Schrebergarten und ansonsten nur Zahlen und Tabellen.“

„Aber du kennst die Wüsten auch nicht, ober? und weißt doch, wieviele es gibt.“

– „Na ja“, sage ich. „Ein paar Wüsten habe ich schon gesehen.“

– „Ich war in einer Wüste“, sagt Philippe und wird wieder traurig. „Da habe ich einen Mann getroffen, der mit einem Flugzeug abgestürzt war. Er war mein Freund. Ich musste ihn dann verlassen. Ich weiß nicht, wie ich ihn nun wiederfinden kann. Er hat sein Flugzeug repariert und ist nach Hause geflogen. Hilfst du mir, ihn zu finden? Den Ort, wo ich ihn traf, kann ich dir zeigen.“

in der Wüste, mit Landeplatz und Stern

Die kursiv geschriebenen Passagen sind wörtliche Zitate aus Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“ – aus dem Französischen übersetzt von I. Strassenburg.

 

 

 

 

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Kritzeleien – Improvisationen (3): Kalamata mit Altstadt und Segelhafen

Ein Vormittag in Kalamata. Müde vom Herumlaufen setze ich mich unter das Vordach eines Cafes. Eine junge Frau bringt mir den bestellten Espresso. Genüsslich strecke ich die Beine aus und nippe an der bitteren dunkelbraunen Flüssigkeit, nehme Skizzenbuch und Filzstift aus meiner Umhängetasche und kritzele hinein, was ich vor mir sehe. Es ist der Hauptplatz der Altstadt. Links ein Stück der historischen Kirche, davor Menschengewimmel, gegenüber der Laden mit den hundert Hüten, das Häuschen mit den besten Souflaki der Stadt und an der großen leeren Brandmauer die Portraits der Revolutionshelden.

Ich kenne diesen Platz gut, habe schon öfter hier gesessen und gezeichnet. Die früheren Zeichnungen sind ausgeführter, ich zeige eine zum Vergleich (weitere Zeichnungen und Fotos zB hier.)

Später lassen wir uns in unserer Stamm-Taverne am Segelhafen nieder. Ein paar Masten, halbverdeckt durch die Bepflanzung, dahinter das ansteigende Land Richtung Mani und darüber weißes Gewölk. Eine Bestellung wird aufgenommen. Ein lesender Mann mit ausgebreiteter Zeitung auf der gemusterten Tischdecke. Ein Blick durch die Plastikplane ins Innere der Taverne, wo es lebhafter zugeht als hier draußen in der kühlen Luft, am 31. Januar 2026.

Auch diese Themen habe ich schon x mal gezeichnet, wieder und wieder, und dennoch sind es jedes Mal neue Eindrücke, neue Verarbeitungen. Das Neue ist ja nicht unbedingt das Noch-nie-zuvor-Gesehene, sondern die Art, wie man auf Altbekanntes schaut.

 

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Mandelblüte, Steinwüste und Mandarinenernte (plus Kalenderblatt 4/2/26)

Es ist wieder so weit: die ersten Mandelbäume blühen! Ich sah sie gestern in der Nähe des Meeres, wo es etwas wärmer als weiter bergauf ist. Der eine Baum hatte neben den Blüten sogar schon Blätter getrieben!

Am Strand sah es freilich wieder recht wüst aus. Wir hatten hier etliche Unwetter, und die Wellen haben neues Geröll auf die Uferstraße geworfen.

Ich war neugierig, ob „meine“ Mandarinenbäumchen noch Früchte tragen, oder ob Sturm und Starkregen sie zu Boden geworfen hatten. Also stieg ich heute hinunter in unsere Hausschlucht und auf der anderen Seite wieder hinauf. Zu meiner großen Freude sind die Bäume vollkommen unversehrt. Manche Früchte fielen bei der leisesten Berührung ab. Im mitgebrachten Stoffbeutel schleppte ich eine ziemliche Menge nach Haus. Doch immer noch hängen viele der gold-orangenen Bälle im kräftig-grünen Laub.

Ein paar Zweiglein gingen mit in den Beutel. Ein schönes Motiv für mein heutiges Kalenderblatt.

Mandarinen pflücken.

 

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ich konnte nicht widerstehen:

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