Kunstbuch 2 : schwarz-weiße Interieurs

Die kleinen aus einem Blatt Schreibmaschinenpapier zurechtgefalteten „Kunstbücher“ (wie ich sie hochtrabend nenne) haben meine kindlichen Gelüste wiederbelebt. Einfach ein bisschen kritzeln und sudeln!

Das gestern Abend am Kamin gebastelte Heftchen in der Hand, kritzelte ich heute mit dem dicken schwarzen Filzstift Szene um Szene unseres Haushalts auf die winzigen weißen Flächen. Das war gar nicht so einfach, denn den Heftchen fehlt es an Festigkeit, sie biegen sich in der Hand. Doch macht das was?  Sind krumme Linien etwa verachtenswerter als gerade? Das zu behaupten, wäre ja geradezu rassistisch. Mag jede Linie laufen, wie sie kann und mag!

Aufgeblättert, Blatt für Blatt:

 

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Bilder von unterwegs (2): durchs Olivenland

Heute machte ich mal wieder eine größere Runde durch unser herrliches Olivenland. Licht und Farben waren unbeschreiblich schön, denn während das Gebirge im Westen in schwarzes Regengewölk gehüllt war, strahlte das Meer gen Osten und Süden so hell, dass es die Augen schmerzte. Nach vielen Regenfällen glänzten die Wiesen auf den Oliventerrassen in köstlichem Smaragdgrün, die weißen Blüten der Hundskamille brandeten und schäumten gegen die schwarzen Stämme, ein noch feuchter Hang war über und über mit blauer Iris besteckt…. Ich wanderte trotz Müdigkeit und Schmerzen (die letzten Tage kränkelte ich ein wenig) über grasüberwachsene Pfade, stieg auch hinab in meine Lieblingsschlucht, deren gegenüberliegender Hang von einem dichten Zypressenwald bedeckt ist. Der Ginster blüht bereits. Überall zwitscherten die Vögel in den Gebüschen. Auf dem Rückweg begann es leicht zu regnen und ein winziges Stück Regenbogen legte sich über die Bergwand.

Meine Handyaufnahmen können nicht viel davon zeigen. Einen Eindruck geben sie aber doch.

 

 

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Ein Bogen Schreibmaschinenpapier = ein Kunstbuch

Ich habe ein bisschen rumgesurft und bin dabei auf eine Anleitung gestoßen, wie man sich aus einem einfachen Bogen Schreibmaschinenpapier ein Kunstbüchlein erfalten kann. Und habe es natürlich gleich mal ausprobiert. Das kleine Video, das ich dayu erstellte, kann ich leider nicht hochladen – WP-Problem 😦

Hat Spaß gemacht! Sicher mache ich noch mehr solche Büchlein.

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Kritzeleien – Improvisationen: von Anemonen, Katzen und Obst

Der Tag ist eigentlich schon vorbei. Aber da stehen noch die Anemonen und ein Obstteller auf dem Schreibtisch, und der Kater Lin hat daneben Platz genommen. Also mache schnell noch ein paar Skizzen mit dem dicken Filzstift, bevor ich ihn an die frische Luft befördere.

.  Gute Nacht!

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Kalenderblätter 8.-9. Februar: gelber Klee und rote Anemone

Der gelbe Klee ist allgegenwärtig. Unser Garten ist vollkommen überwuchert. Das ist einerseits nicht so gut, denn der Klee macht den Boden sauer und die anderenPflanzen fangen an zu leiden. Andererseits ist es hübsch, und die Insekten freuen sich.

Die roten Anemonen blühen nun auf vielen Wiesen. Überall sieht man ihre rotleuchtenden Blüten zwischen dem Grün.

Die rote Anemone machte mir Probleme. Denn es war mir ganz unmöglich, ihr leuchtendes samtiges Rot wiederzugeben. Nur indem ich Spucke zuhilfe nahm, konnte ich das Rot etwas befeuern. Und nun hat es auf die Rückseite des Blattes durchgefärbt….Außerdem wäre es besser gewesen, sie vor Ort zu zeichnen, inmitten des Grüns.

Immerhin, ich habs versucht.

Bildausschnitt

 

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Das Innenleben der roten Anemonen (kleine Beobachtungen)

Vorhin, als die Sonne noch schien (jetzt regnet es wieder), machte ich einen kleinen Spaziergang in die Felder und sah: Im feuchten Gras sind viele rote Anemonen aufgeblüht. Ich pflückte ein paar, um sie zu Hause in mein Kalenderbuch zu zeichnen.

Als ich sie mir genauer betrachtete, fielen mir die vielen Varianten auf, in denen sich das Standardmuster – leuchtendrote samtige Blütenblätter, ein innerer hellgelber Ring, ein dichter schwärzlicher Kreis mit Staubgefäßen – ausbildet. Ich fotografierte sechs Blüten, um sie besser zu erkennen und euch zu zeigen.

Welche soll ich nun für meine Kalenderzeichnung nehmen? Hübsch sind sie ja alle….

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Aus dem Archiv: Prozess des Malens/Bildfindung

Jeden Sonntag steige ich hinunter ins Archiv, um zu schauen, was mich an einem Tag wie diesem interessierte, worüber ich nachdachte, was ich tat.

Heute stieg ich nicht sehr tief hinab „in den Brunnen der Zeit“, blieb im Februar Jahr 2024 stehen.Eine Phase des Ordnens und Durchsehens meiner bisherigen Malerei war zum Abschluss gekommen, und ich hatte Lust, erneut in den Prozess des Malens einzusteigen. Der zog sich über drei Tage hin. Die gezeigten Fassungen, zwischen dem 7, und 9Februar 2024 entstanden, gibt es nur noch in Form von Fotos.

Ich finde solche Serien sehr anregend für mich. Sie sind gültige Dokumente über den Stand meiner künstlerischen Überlegungen, vor allem aber auch meiner seelischen Befindlichkeit zum Zeitpunkt der Entstehung.

1. Fassung: Leinwand, Kohle, zwei gelbe aufgeklebte Schnipsel.

2. Fassung

3. Fassung

4. Fassung

5, Fassung

6. Fassung

Später habe ich dann an diesem Bild weitergearbeitet. Siehe dazu Suchbewegungen im März 2024.

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Der Prinz auf Reisen: 25 Wochen – ein Objekt

Der Kleine Prinz ist unterwegs in einer nächtlichen Landschaft mit Mond. Sein Bötchen steht bereit, sein schatten begleitet ihn.

Dies ist ein Beitrag zu Wortmans Fotochallenge „25 Wochen – ein Objekt“.

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Kalenderblätter 5.-7. Februar 2026

Noch eine vierte Frucht in meiner Hand zeichnete ich: den Apfel, tiefrot, im Schatten fast schwarz. Während ich zeichnete, sprang Kater Lin auf den Schreibtisch und legte seine Pfote auf meinen Arm.Du siehst sie samt der Schwanzspitze oberhalb meiner Hand.

Gestern nachmittag beeindruckte mich ein blühender Mandelbaum gegen den blauen Himmel, heute in der Früh blieb ich erstaunt vor einer hohen Magnolie stehen. Schon erblüht? O ja!

(ps. Wie schon einmal erklärt, kann ich die Fotos nicht größer hochladen, obgleich es genügend Speicherplatz gibt. WP spielt leider nicht mit.)

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Erklär mir Liebe. Geschichten von und mit Philippe: Traumgesicht

– „Ich habe geträumt“, verkündet Philippe heute morgen.

– „Und was hast du geträumt?“

– „Ich habe vorher noch nie geträumt, glaube ich.“ Philippe sucht nach Worten.  „Es ist seltsam. Damals, als ich zu meiner Rose wollte, brauchte ich die Hilfe der Schlange. Ich hatte ziemliche Angst. Es war ja unwiderruflich. Mein Freund Antoine war sehr traurig. Aber es musste sein. Ich erklärte es ihm.

„‚Weißt du‘, sagte ich ‚… meine Blume … ich bin für sie verantwortlich! Und sie ist so schwach! Sie ist so leichtgläubig. Sie hat nur vier lächerliche Dornen um sich gegen die Welt zu schützen …‘ – ‚Du verstehst‘, sagte ich zu ihm. „Es ist zu weit. Ich kann diesen Körper hier nicht mitnehmen. Er ist zu schwer …“ .

Er verstand das sehr gut. Aber er wollte es trotzdem nicht. Er wollte mich nicht verlieren, nachdem wir gerade Freunde geworden waren.“

– „Ja, ja“, sage ich ein wenig ungeduldig. „Ich kenne die Geschichte mit deinem Freund Antoine. Erzählt mir lieber, was du geträumt hast.“

Doch Philippe beantwortet Fragen nie. Er folgt seinen eigenen Gedanken.

– „Mein Freund blieb die ganze Zeit bei mir und wollte mich nicht gehen lassen. Das war schwer für mich. Und so sagte ich zu ihm: ‚Du hast nicht recht getan. Es wird traurig sein. Es wird aussehen, als sei ich tot … aber das wird nicht stimmen …‘. und ich erzählte ihm allerlei von Sternen mit Glöckchen, die er hören würde, des Nachts. Ich glaubte damals selbst daran. Aber dann war es doch ganz anders. Ich war nämlich, als die Schlange mich biss, gleich tot. Mein Körper lag da wie eine leere Hülle, und ich konnte nicht wieder zu ihm zurück.

Heute Nacht war es ganz anders. Ich brauchte keine Schlange und konnte doch zu meiner Rose reisen. Ich konnte auch wieder zu dir zurückkommen. Es war ganz leicht.“

– „Du hast also von deiner Rose geträumt?“ frage ich.

– „Ich habe sehr merkwürdige Dinge geträumt. Ich bin wieder in der Wüste, aber die Wüste ist jetzt ein großes Wasser. Da kommt ein Boot angefahren, darin sitzt ein trauriges Männlein, und wo die Augen sein sollten, sind nur Höhlen. ‚Komm mit‘, sagt es zu mir mit einem Mund, der auch ganz hohl ist. ‚Ich bin der Fährmann über die Lethe. Komm mit, ich fahr dich hinüber. Trink zuvor einen Schluck vom Wasser, und du wirst alles vergessen, was dir Kummer und Schmerzen bereitet hat.‘ – ‚Vergesse ich dann auch meine Rose und meinen Freund den Fuchs und meinen Freund den Piloten und …‘, – ‚Alles‘, bestätigt er.  – ‚Das möchte ich aber nicht‘, sage ich. ‚Ich will niemanden vergessen. Kannst du mich nicht rüberfahren, ohne dass ich von dem Wasser trinke?‚ – ‚Das geht nicht‘, sagt er mit seinem zahnlosen Mund. ‚Das ist gegen das Gesetz.‘ …

Und wie wir so hin und her reden, erscheint plötzlich eine große bunte Dame am Himmel und ruft: ‚Kümmer dich nicht um den alten Knauser! Komm her zu mir! Ich bin die Traumfrau! Ich bring dich an alle Orte der Welt! Wohin du willst, bringe ich dich. Vielleicht vergisst du, was du auf deinen Traumreisen erlebst, aber du landest sicher und erwachst in deinem Bett, und alle Geschichten, die du vorher wusstest, die weißt du auch nachher noch.‘

Das gefiel mir recht gut. Ich sagte: ‚Dann bring mich, bitte, zu meinem kleinen Planeten, ich will schauen, wie es meiner Rose geht‚.“

– „Und?“ frage ich. „Hat dich die Traumfrau dort hingebracht?“

– „Ich weiß es nicht“, antwortet Philippe betrübt. „Ich erinnere mich nur, wie sie einen Stern an einer langen Leine durch die Luft schwingt und ruft: ‚Halt dich gut fest!‘ Aber was auf der Reise passierte, habe ich schon vergessen.“

 

 

Philippe träumt jetzt also, und das ist neu. Es zeigt mir, dass er nun richtig auf unserem Planeten angekommen ist. Er braucht nicht zu sterben, wenn er schnell irgendwo hin will. Sterben ist unwiderruflich. Träumen hingegen ist wie Reisen mit Rückfahrtschein. Das ist sehr praktisch für uns Menschen. Der Körper bleibt schlaff liegen, während man sich körperlos in der Welt herumtreibt. Man erholt sich dabei, anstatt wie bei Reisen im Körper zu ermüden und sich nach einem weichen Hotelbett zu sehnen. Hat man genug von seinen Traum-Abenteuern, kehrt man zu seinem ausgeruhten Körper zurück, steht frisch gestärkt auf und geht seinen Geschäften nach.


Die kursiv gesetzten Passagen sind wörtliche Zitate aus Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“ – aus dem Französischen übersetzt von I. Strassenburg. Alle anderen Dialoge habe ich dazuerfunden.

 

 

 

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