Bilder-ABC und Kalenderblatt: N wie Nachen und Nichts

Der heutige Buchstabe für Heides Monats-Challengeist das N.

Nacht, nichts und nirgendwo, nur und noch, niemand, näseln, negativ, Nichtsnutz, Null und Nein!… Das sind meine N-Assoziationen, die irgendwie reduziert, vermindert sind im Gegensatz zum vollmundigen M der Mutter, Mitte, Meer, Mut und Mensch, Matsch und Malen, Mythos und Märchen, tönende Muscheln statt unverständlichem Nuscheln, gut gerundetes Madel statt dünner Nadel mit Loch im Kopf.

Nachtgespenster! Es gibt doch auch das wärmende Nest, den netten Namen, die wohnschmeckende Nuss, den dicken Nachbarn und das gewichtige Nilpferd, vom Nashorn ganz zu schweigen – da kann man kaum von Minderung reden. Bei Netz und Neid, Not und nackt werde ich allerdings wieder stutzig: da fehlt doch was! Und Nachmittag, Nachtisch und Nachgeburt sind wie Nebentisch, Notausgang und Neudeutsch auch nicht das Gelbe vom Ei, sondern etwas Vermindertes, bestenfalls Nebensächliches.

Momentan fehlt mir vor allem ein Wort mit N, das ich zeichnen mag. Die Nacht war schwierig, schlaflos lag ich da und zählte durch das Moskitonetz hindurch die Sterne, und erst als diese verloschen, kam ich zur Ruhe. Nun sitze ich da mit schwerem Kopf, und die schöne stille Natur …

Natur! Die allesschaffende, kunstwirkende Intelligenz – doch wie soll ich die zeichnen?  Nahrung oder Nahrungsmittel? Das wiederum ist eher eine Kategorie als ein Ding.  Narzisse? Leider blühen sie jetzt nicht. Die Nähmaschine steht in Maroussi und nicht hier. Einen Nerzmantel besitze ich nicht, auch weder Nachthemd noch Nierentisch.

O meine Nerven! Neoliberalismus, Neurodermitis und Netzfund fallen mir ein, Nestbeschmutzer, Neuverschuldung und Negativwachstum purzeln aus meinem Kopf. Neo-Nazi punktet gleich zweimal mit dem N-Anlaut, und das N-Wort als solches ist überhaupt ganz verboten. Ich ziehe nur Nieten!

Wo finde ich einen zeichnerisch wertvollen Gegenstand mit N???

Ich träume: Es ist Nacht. In einem Naturhafen hat ein Nachen festgemacht. Es ist ein wiederkehrendes Bild. Hier wurde es zur Kohlezeichnung

oder auch so

Es erscheint auch immer wieder als Legebild

aus demselben Holz

oder ergänzt als Schnipsellegung ein Foto

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Lange zuvor schon wurde es zu einem Gedicht (Friedrich Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft)

Gestern Nachts, als alles schlief,
Kaum der Wind mit ungewissen
Seufzern durch die Gassen lief,
Gab mir Ruhe nicht das Kissen,
Noch der Mohn, noch, was sonst tief
Schlafen macht, – ein gut Gewissen.

Endlich schlug ich mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell war’s und mild, – ich traf
Mann und Kahn auf warmem Sande,
Schläfrig beide, Hirt und Schaf: –
Schläfrig stiess der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder war’s ein Jahr? – da sanken
Plötzlich mir Sinn und Gedanken
In ein ew’ges Einerlei,
Und ein Abgrund ohne Schranken
Tat sich auf: – da war’s vorbei!

– Morgen kam: auf schwarzen Tiefen
Steht ein Kahn und ruht und ruht …
Was geschah? so rief’s, so riefen
Hundert bald: was gab es? Blut? – –
Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen
Alle – – ach, so gut! so gut!

Und so soll auch mein heutiges Kalenderblatt leer bleiben: Nichts geschah!  NICHTS habe ich auf das Blatt gezeichnet.

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25 (52) Wochen – ein Objekt / Kalenderblatt / Bilder-ABC: M wie Muscheln

25 Wochen lang jeden Sonntag dasselbe Objekt in anderem Surrounding fotografieren – das war die urprüngliche Idee von Torsten (Wortman). Inzwischen sind die 25 Wochen längst vorbei, aber ich bin meinem Objekt, dem „Kleinen Prinzen“, treu geblieben und habe ihn auch heute wieder fotografiert, als er die Muscheln bewachte, die ich ins Kalenderbuch zeichnen wollte.

Er steht auf der Ummauerung des Olivenbaums vor meinem Atelier, ich saß davor und zeichnete in einer Gesprächspause (mein Sohn ist für ein paar Tage aus Berlin zu Besuch gekommen) die Muscheln ins Kalenderbuch, unter dem Datum des 13.9.

M wie Muscheln ist die der heutige Eintrag zu Heides Monats-Challenge. Und so schlage ich drei Fliegen mit einer Klappe: Ein Objekt – Kalenderblatt – Bilder-ABC = Muscheln

 

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Bilder-ABC und Kalenderblatt 12/9: L wie Linie

Der heutige Buchstabe für Heides Monats-Challenge ist das L. Welch lieblicher Buchstabe: ob lispeln oder lallen, lauschen oder liebkosen, lachen, lächeln, lieben, lutschen, na ja, auch lernen und lasten …. die deutsche Sprache liebt das Ell.

Ich aber habe ganz banal (?) der Linie den Vorzug gegeben. Die Linie ist das A und das Ω aller Zeichenkunst. In der Wirklichkeit existiert sie allerdings nur als Idee und Abstraktion, genauso wie der Punkt. Als solche ist sie aber sehr mächtig, nicht nur, um die Dinge von einander zu trennen (Umrisslinie), sondern auch, um sie zu verbinden (Entwicklungslinie). Die Linie schafft Räume und Felder, Bewegung und Struktur. Überaus beweglich, lässt sie sich nicht auf eine Richtung festlegen, auch wenn die Parteien das manchmal versuchen (auf Linie bringen). Na ja, undsoweiter.

Meine heutige Linie steigt in schleifender Bewegung von der Erde in den Himmel hinauf, um schließlich wieder den Boden zu suchen und zu verschwinden. So ungefähr steigt auch das Wasser auf, wenn die Sonne es verdunsten lässt. Punkt um Punkt, Tropfen um Tropfen geht es hinauf. Am Himmel bildet es eine lächelnde Wolke, die mit der Sonne Fangen spielen möchte. Doch zu große Sonnennähe ist ihr verderblich, sie löst sich auf und sinkt hinab, zurück in den Boden.

So gehts auf hier: der Regen lässt auf sich warten. Nur ab und zu braut sich ein Gewölk zusammen, es tropft auch ein wenig – und Schluss.

 

 

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Bilder-ABC und Kalenderblatt 11/9 : K wie Kaktus-Kindel

Der heutige Buchstabe für Heides Monats-Challenge ist K. Da traf es sich gut, dass ich gerade ein abgefallenes Kaktus-Kindel in eine Tasse mit Erde versenkt hatte, hoffend, dass es Würzelchen treibt. Ich stellte die Tasse vor mich auf die karierte Küchentischdecke und zeichnete sie mitsamt dem kleinen Kaktus.

Der Kaktus, der mich bei meinem letzten Besuch in Maroussi (hier) so mit seinen Blüten erfreute, sieht nun etwas mitgenommen aus.

Immerhin hat er den Geist nicht aufgegeben – wie leider fast alle anderen Pflanzen auf dem Balkon. Sie sind vertrocknet. Die Gießanlage war ausgestellt. Wer ist schuld? Waren es die unter uns Wohnenden, die sich ärgerten, weil ein kleiner Schlauch sich lockerte und das Wasser in die Gegend spritzte? Zutrauen würde ich es ihnen. Andererseits, vielleicht bin ich auch selbst schuld, wer weiß. Vielleicht habe ich in der Hektik der Abreise versäumt, noch einmal den Schalter für die Gießanlage umzulegen, nachdem mein Mann die defekten Schläuche ersetzt hatte?

Jedenfalls war es ein trauriger Anblick. Den heutigen Vormittag verbrachte ich damit, alle vertrockneten Pflanzenteile abzuschneiden und zu entsorgen. Übrig geblieben sind der Kaktus und ein paar Sukkulenten sowie ein großer Oleander, dessen Hauptzweige zwar vertrocknet sind, der aber neue Blätter getrieben hat. Ob die anderen Pflanzen auch wieder kommen, wenn sie Wasser bekommen?

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Bilder-ABC und Kalenderblatt: J wie Janosch

Der heutige Buchstabe für Heides Monats-Challenge ist J. Eigentlich wollte ich unseren Jasmin zeichnen, doch dafür fehlte mir die Zeit, denn ich musste nach Athen fahren. Dort angekommen, suchte ich nach einer Alternative. Mein Blick fiel auf das große gerahmte Plakat, das über dem ollen Fernseher hängt. Es ist ein Bild des von mir heiß geliebten Kinderbuchautors und Malers Janosch. Auf den Rahmen ist ein kleiner gedruckter Zettel geklebt, der lautet: „Auge um Auge macht die ganze Welt blind„. Den hat mir vor vielen Jahren meine Würzburger Freundin Hermine geschenkt, und seither klebt er dort, damit er ab und zu gelesen und vielleicht auch beherzigt wird.

Ich möchte hier nicht die abenteuerliche Biografie von Janosch wiedergeben, bei Interesse findest du alles im Internet. Nur dass er bürgerlich Horst Eckert hieß und am 11. März 1931 in Oberschlesien geboren wurde, will ich verraten. Vielleicht auch noch, dass mein Lieblingsbuch „Oh, wie schön ist Panama“ ist. Aber ich kenne nicht alle seiner Bücher, vielleicht ist da noch ein lieberes Lieblingsbuch dabei, wer weiß? Vielleicht soll ich auch noch erwähnen, dass Janosch 2013 seine langjährige Lebensgefährtin Ines heiratete und dass die beiden zusammen aus Sorge um die Natur der Kanarischen Inseln die Stiftung für Natur und Umwelt „Canarina“ gründeten. Das war 2021, und Janosch war 90 Jahre alt. Να εκατοστίσει!  (Na hekatostisi): Möge er hundert Jahre alt werden!

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Bilder-ABC und Kalenderblatt 9/9: I wie Interieur

Für Heides Monats-Challenge brauchte ich heute ein Wort, das mit I beginnt und das ich hier in meiner Umwelt finden und zeichnen könnte. Igel, Iltis und Indianer schieden somit aus. Zum Glück fiel mir dann das Gegenwort zur gestrigen „Hauswand“ ein: Innenraum bzw Interieur. Zu sehen ist:

  • der alte Rattan-Sessel, den die Katze Fritzi zu ihrem Stamm- und Ruheplatz erkoren hat,
  • dahinter ein Fenster, das wir mit einer langen geblümten Battistbluse zugehängt haben, um die Sonne abzuhalten,
  • ein gerahmtes Plakat von Bruno Martinazzi mit dem Titel Contra le guerre, das wir vor langer Zeit aus Venedig mitbrachten,
  • schließlich ein bayrischer Teewagen, den wir in einer Altmöbelsammlung fanden
  • und natürlich die auf dem Sessel zusammengerollte Fritzi

Als malerisches Genre existiert das „Interieur“ seit dem 17. Jahrhundert. Zuerst galt es, Räume mit ihren Bewohnern darzustellen, insbesondere die aufkommenden reichen Kaufmannsfamilien wollten gern inmitten ihres kostbaren Mobiliars verewigt werden. Im Laufe der Zeit aber erweiterte sich das Spektrum um Arbeitermilieus, Dichterhöhlen und Bauernzimmer. Seinen Höhepunkt erreichte diese Malerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, während des Biedermeier, als sogenannte „Zimmerbilder“ sehr in Mode kamen: Sujet, normalerweise als Auftragsarbeit, war die bürgerliche Wohnstube mit all ihrem gepflegten edlen Mobiliar und ihren erlesenen Kunstgegenständen. Man ließ das Innenleben der Räume möglichst klar und wirklichkeitsgetreu malen, um es sich dann als eine Art Doublette der Wirklichkeit an die Wand zu hängen.

Seine Attraktivität verlor das Interieur auch danach nicht, nur dass es freier interpretiert wurde und schließlich jede Art von Innenraum, mit oder ohne Bewohner, ein „Interieur“ genannt wurde. Es gehört neben Landschaft, Seestück, Stillleben und Portrait zu den häufigsten Sujets der Malerei.

Zur Illustration ein „Rotes Interieur“ (1947) von Henri Matisse, Kunstsammlung NRW.

Kunstsammlung NRW: Startseite

 

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Sommernacht mit Musik (Tagebuch der Lustbarkeiten)

Es wird Zeit, auch diese Rubrik wieder zu bedienen. An Lustbarkeiten gab es einiges in diesem Sommer. Besonders genossen habe ich einen Abend auf einem nicht weit von uns entfernten Grundstück. Dort betreibt Pola, die Witwe des Mannes, der unser Haus baute, zusammen mit ihren nun erwachsenen Kindern ein auch für Einheimische interessantes touristisches Projekt. Außer einer kleinen Ansiedlung von steinernen Bungalow gibt es das Hauptgebäude mit einem Mehrzweckraum (Kino, Yoga)  und eine große Terrasse mit weitem Blick auf das Meer.  Vor einer Woche wurde dort zu einem musikalischen Abend eingeladen. Freundin Magda und ich zogen hin. Eine lockere sommerliche Atmosphäre, eine reiche Auswahl an Getränken zu erschwinglichen Preisen, Geplauder, bis um zehn das übrigens ausgezeichnete Trio mit Jazz-Improvisationen begann.

Ich nutzte die Wartezeit auch dafür, mich im Gelände umzusehen, das ich von früher her kenne (damals war es gerade fertig geworden). Es gibt viele erfreuliche sinnvolle Veränderungen und Ergänzungen, darunter ein etwas tiefer liegender Ruheplatz mit Gemüse- und Kräutergarten.

Ein erfüllter Abend mit mitreißender Musik und angenehmer Wiederbegegnung mit Menschen und Orten.

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Skitsofrenis am Hafen: die große Welle

Heiß und schwül war es heute, und ich war ziemlich erschöpft. Dennoch wollte ich endlich die lange Reihe von Bildern fotografieren, die der von mir sehr geschätzte Spraykünstler Costas Louzis aka Skitsofrenis (auch: Skitzofrenis, der Skizzenverrückte) auf die Einfassungsmauer des Hafens gemalt hat. Wer hier länger folgt, kennt den Künstler, ich habe schon vieles von ihm gezeigt.

Das Gemälde beginnt mit einer großen weit ausholenden Gebärde. Die Hand hält einen Olivenzweig und deutet – deutet wohin? Das blaue Gewand wird zur Welle.

Und so wanderte ich die Straße hinauf und hinunter, der großen Welle folgend, auf der sich die Szenen entfalten. Ich konnte immer nur den zentralen Ausschnitt fotografieren, denn der Fußweg ist schmal und die Straße stark befahren, daher müsst ihr die Welle, die Fische, die Möwen und was sonst noch im Wasser und im Himmel geschieht, dazudenken.

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Bilder-ABC und Kalenderblatt 8.9.: H wie Hauswand (casa nostra)

Heute setzte ich mich vor mein Atelier, um für Heides Monats-Challenge die aus Naturstein gemauerte Hauswand in den Kalender zu zeichnen. Eigentlich hatte mir mein Lieblingsthema Hafen vorgeschwebt, aber woher nehmen? Es gibt zwar zahllose Hafenbilder in diesem Blog, doch nicht auf der richtigen Seite des Kalenders. Der zweite Gedanke war Hund, aber auch da fehlte mir dss lebende Modell. Also Haus.  Oder, weil ich von keinem Punkt aus das ganze Haus erfassen kann, Hauswand.  Und so zeichnete ich brav ein Stück Hauswand samt Atelierfenster und -Tür, Gartenschlauch, Fegeblech und Terpentinflasche. Auch ein bisschen Grün vom Granatapfelbaum durfte mit aufs Bild.

Während ich so vor mich hinzeichnete, dachte ich über die Geschichte des Hausbaus nach. Wann hatte man eigentlich damit angefangen, gerade senkrechte Wände und rechte Winkel für den Bau der menschlichen Behausungen zu benutzen? In uralten Zeiten wird es doch wohl eher der zeltartige Rundbau gewesen sein, gefertigt aus Holz und Lianen oder anderen geeigneten Pflanzen? Oder man schichtete Steine übereinander, wie man sie fand, und schaffte sich so eine höhlenartige Unterkunft?

Ich schaute im WWW nach und erfuhr, dass es in den alten Hochkulturen des „fruchtbaren Halbmonds“, also in Westasien, bereits ab 10 000 v.Chr. üblich wurde, Häuser wie die unsrigen aus luftgetrockneten Lehmziegeln zu bauen. Die rechtwinkligen Hohlräume waren praktisch, denn man konnte sie bei Bedarf leicht erweitern. Und so sehen denn auch bis heute viele unserer griechischen Inseldörfer wie ineinander gestapelte Kuben aus, wenngleich inzwischen der Stein und später der Stahlbeton die Lehmziegel ersetzte.

Es waren die Römer, die das Bauen mit Stein revolutionierten, wobei der von ihnen entwickelte Beton (Opus Caementitium) aus Vulkanasche und Kalk ein entscheidende Rolle spielte. Nicht nur die offiziellen Prachtbauten, sondern auch Bürgerhäuser wurden zunehmend aus behauenem Naturstein gebaut.

Und worin unterscheidet sich unser Haus von diesen früheren? Nun, bei uns sind ein Stahlskelett und Betonpfeiler und -Decken eingezogen – und zwar wegen der Erdbebengefahr sogar verpflichtend. Der Stein hat also keine tragende Funktion mehr. Die Wände sind aber immer noch massiv aus Stein und nicht, wie heute oft üblich, nur mit einer dünnen Schicht aus Naturstein garniert. Die nur grob behauenen Steine sind durch Zementmörtel zusammengefügt. Viele der Innenwände wurden zusätzlich mit einer Schicht Backstein verkleidet und weiß verputzt.

Ich liebe unser Haus, das ich casa nostra nenne. Nie hätte ich zu träumen gewagt, einmal in einem solchen Haus zu leben.  Aber dann ging es plötzlich ganz schnell: im Jahre 2000 beschlossen wir, uns hier in der Mani anzusiedeln, und ein Jahr später war das Haus wie von Zauberhand entstanden und bezugsfertig. Mein Herz ist voller Dank für den inzwischen verstorbenen begeisterten Wiederbeleber der traditionellen Steinhaus-Bauweise Nikos Koulis, der alles organisierte, für den griechischen Vorarbeiter Spilios und für die albanischen Maurer und Steinmetzen – sie haben es realisiert.

 

 

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Bilder-ABC und Kalenderblatt: G wie Gabel und Gurke

Eine olle Gabel auf einem Pappteller, dazu ein Stück Gurke – das ist meine heutige Zeichnung für Heides Monats-Challenge.

Aber wie herrum gehört das Bild? So herum wirkt die Forke konkav, anders herum wirkt sie konvex.

 

Aber darum geht es heute gar nicht. Es geht um die Geschichte der Gabel. Wie kam sie eigentlich in unseren Gebrauch?

Das erste Jahrtausend nach Christus ist grad zuende gegangen, und man hat das zweite Jahrtausend betreten. Es ist 1004 n. Chr., und der Doge von Venedig heiratet die griechische Prinzessin Maria Argyropoula. Die feine Dame bringt eine Gabel zu ihrem eigenen Gebrauch mit, denn in ihrer Heimat isst man so. Die Speisen  mit ihren feinen Fingerchen berühren? Das geht gar nicht. Dafür gibt es diese zweizackigen goldenen Gabeln. So belehrt sie die nichts ahnenden Venezier.

Skandal!

Der Papst ist empört: Gott hat den Menschen die Finger zum Essen gegeben, die Gabel sei ein Symbol des Teufels. Als die Prinzessin, vermutlich infolge dieser Sünde, kurz darauf verstirbt, ist bewiesen: sie ist des Teufels.

Dennoch überlebt die Gabel irgendwie,und in der Renaissance wird sie wiedergeboren. In den nächsten Jahrhunderten verbreitet sie sich in den gehobenen Schichten Europas, aber Luthers Gefallen findet sie nicht: «Gott behüte mich vor Gäbelchen», spricht er. Auch er sieht darin wohl ein Symbol des Teufels:

Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wird es dann aber doch auch bei den deutschen  Damen schick, Konfekt mit der Gabel zum Munde zu führen, während das Volk weiterhin nur den Löffel für die Suppe und das Messer fürs Brot kennt

Im 19. Jahrhundert macht die industrielle Revolution die massenhafte billige Herstellung auch von Gabeln möglich, und so erzählt man dem Volk, dass es unzivilisiert sei, mit den Fingern essen. Wer auf sich hält, benutzt eine Gabel. Jedenfalls in Europa, Amerika und Australien. Andere Länder, andere Sitten.

 

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