Dienstags-Drabble: Kassenschlager – kata-strophisch gereimt

Dienstag ist Drabbletag.  Wortmann sorgte auch heute dankenswerter Weise für die Wörter, mit deren Hilfe wir einen 100-Worte-Text komponieren dürfen. Es sind Esel – Warentrenner – glänzend.  Ich schrieb das Drabble auch diesmal in bewährter kata-strophischer Art. Die Bildchen zeigen links die Kassiererin eines Supermarktes, rechts die pöbelnde Kundschaft. Wenn man will, kann man den Text auch singen.

Kassenschlager

„Bis hier bist du, dann komme ich,

mach schnell, mach Platz, du Esel!“

„Was drängeln Sie so fürchterlich?

Geduld, Geduld, Sie Schnösel!“

*

Die Frau, die an der Kasse sitzt

Hört nicht auf das Gepöbel

Noch jeder ist hier abgeblitzt

Als wäre er ein Möbel.

*

Sie holt den Warentrenner raus

Und schiebt ihn stumm aufs Laufband

Sie kennt das schon, es ist ein Graus!

Wann wahren sie den Anstand?

*

Nicht nur mit Worten häkeln sich

Die Kunden hier fast täglich

Sie sind auch sonst oft mäkelig

Benehmen sich ganz kläglich.

*

Ach, glänzend war ihr Jugendtraum

Was davon blieb, ist nur Abschaum.

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Impulswerkstatt, Bild 3: Gefährdete Bäume

Dein drittes Foto kam mir in den Sinn, liebe Myriade, als ich wieder einmal die Baustelle in unserer Nachbarschaft besuchte. Dort entsteht ein Steinhaus, und ich schaue gern seinem Wachstum zu. Am 13. August berichtete ich zuletzt davon. Etwas beunruhigend fand ich die Lage zweier Olivenbäume: Würden die Bauherren sie respektieren und die Stützmauer um ihr Wurzelwerk herum bauen?

Jetzt kann ich Entwarnung geben. Die Stützmauer ist fertig.

Das Wurzelwerk der Olivenbäume wurde zwar nicht weiträumig ummauert, wie ich es woanders gesehen habe, aber ich denke, sie haben auch so genug Platz, und die Bäume werden keinen Schaden nehmen.

Wenn sie abgeerntet und beschnitten sind, werden sie der Skulptur noch ein wenig mehr gleichen.

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Impulswerkstatt: Bild 2 (Hut). An ihrer Mütze sollt ihr sie erkennen

Dies ist nun schon mein dritter Beitrag zu deinem zweiten Foto, liebe Myriade. Du hattest angeregt, eine Geschichte des Huts bzw der Kopfbedeckung zu schreiben. Das wäre eine zwar viel versprechende, zugleich aber auch gigantische Aufgabe. So kam ich auf die Idee, ein winziges Zipfelchen dieser Geschichte zu beleuchten, und zwar anhand des Anblicks, der sich in der historischen Altstadt von Kalamata bietet.

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Um mit dem einfachsten zu beginnen: auf dem Hauptplatz der Altstadt von Kalamata gibt es ein kleines Geschäft mit einer großen Auslage an Hüten. Dahinter sieht man ein Wandbild des lokalen Malers Skitsofrenis: vier Köpfe von Freiheitskämpfern des beginnenden 19. Jahrhunderts – alle vier selbstverständlich behütet oder meintwegen auch betucht.

Von dem Hutgeschäft haben mein Mann und ich schon gelegentlich eine Kopfbedeckung mitgenommen. Die Assoziationen, die einem bei diesen Hüten kommen, sind wenig präzise. Ich könnte sie keiner berühmten Schönheit zuordnen. Die meines Mannes haben immerhin gewisse Ähnlichkeit mit denen sizianischer Ganoven oder auch der Baskenmütze von Che Guevara. Ihre Hauptfunktion ist, den Kopf gegen Sonne und gelegentlich auch gegen Regen zu schützen.

Die Köpfe der griechischen Freiheitskämpfer sind sozusagen ein Markenzeichen der Altstadt, man sieht sie von überall. und so finden sie sich auch auf meinen Skizzen .

Und nun zur Geschichte der Kopfbedeckungen dieser Helden: Bei den Kämpfern von 1821 kann man grob folgende Typen unterscheiden:

  • Am verbreitesten war das Fesi (rotes Fes), das von allen Aufständischen – den Kleften (Dieben), Armatolen (Waffenträgern) und den Inselgriechen getragen wurde. Es handelt sich um eine kegelförmige Mütze als Filz oder Wolle (dritter Kopf von links), oft geschmückt mit einer dunkelblauen Seidenquaste wie bei dem kleinen säbelschwingenden Helden des obigen Wandgemäldes.
  • Eine besondere Rolle spielte die phrygische Mütze, über die ich mich in anderen Zusammenhängen schon ausgelassen habe, zB anlässlich einer Grabplatte im Lybecker Dom (hier). Sie ist auf dem Bild nicht vertreten.
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    Grabplatte im Lübecker Dom

    Ursprünglich ein zur Mütze umgearbeiteter Stier-Hodensack und Kopfbedeckung der asiatischen „Barbaren“, wurde die phrygische Mütze zur symbolischen Kopfbedeckung des thrazischen Sängers Orpheus und des Orphismus,  später auch des aus Persien importierten Mithras-Sonnenkultes der römischen Legionäre.  Die französischen Revolutionäre des 18. Jahrhunderts adoptierten sie als Jakobinermütze. Heute sieht man sie auf den Köpfen von Gartenzwergen und Schlümpfen, und kaum jemand ahnt, woher sie einstmals stammten. — Obgleich aus dem griechischen Kulturraum stammend, waren es Philhellenen (also Griechenlands Freiheitskampf unterstützende Ausländer), die die phrygische bzw Jakobiner-Mütze mitbrachten. Weich und von konischer Form, mit vorn eingeklappter Spitze symbolisiert sie ganz allgemein den Kampf gegen Tyrannei.

  • Die Inselgriechen trugen meist fest am Kopf anliegende gestrickte dunkle Wollmützen. Diese Mützen sind die Vorläufer der Griechischen Elbsegler- oder Prinz-Heinrich-Mützen – Üblich bei den Inselgriechen waren aber auch rote Fese, die mit einem langen schwarzen Schal umwunden wurden.
  • Die Inselgriechen trugen auch breitkrempige Hüte gegen Sturm und Wind.
  • Die reichen Schiffseigner und Admirale bevorzugten pelzverbrämte Mützen – so wie  der Kopf links auf dem Wandgemälde.
  • Das traditionelle griechische Kopftuch (Sari oder Mandili), zu einer Art Turban geschlungen, war die Alltags-Kopfbedeckung im Kampf, denn es gab den besten Schutz gegen Sonne und Regen. Der Führer der Revolution Theodoros Kolokotronis trug es ebenfalls, auch wenn er meist in einem ursprünglich englischen goldverzierten Helm portraitiert wurde und wird. An dem charakteristisch geschlungenen Tuch erkennst du Kolokotronis (ganz rechts im Wandgemälde).
  •  

Die 5000-Drachmen-Note nach einer Zeichnung des bayrischen Offiziers und Malers Karl Krazeisen (ca 1827-8).

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte kehre ich zurück zum historischen Platz von Kalamata ….

 

und verabschiede mich mit dem ganz unhistorischen zeitgenössischen Triptichon

kopflos- hutlos – behütet

 

 

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Lustbarkeiten im Oktober: Ein Amaryllenstrauß

Auf einem Tisch in meiner Lieblingsgaststätte stand ein Strauß mit Amaryllen, die der Wirt in seinem Garten geschnitten und liebevoll arrangiert hatte, obgleich niemand in der Gaststube sitzt, solange draußen die Sonne scheint. Auch in meinem Garten blüht die Amaryllis, die ich für eine Lilie hielt, weiterhin mit täglich neu sich öffnenden Blüten (hier).

ps. Für Hanne noch eine Detailvergrößerung des glänzenden „Käfers“.

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Segelboote: Vom Zweimaster der alten Dame bis zu neuen Zeichnungen.

Im Juni des Jahres begann ich, wieder Segelboote zu zeichnen. Anlass war ein dann doch nicht zustande kommender Auftrag, eine Segelyacht zu malen. Ich machte damals eine Reihe von teils farbigen Zeichnungen, die aber nicht das trafen, was sich die Auftraggeberin vorgestellt hatte. Sie zog schließlich eine Fotografie auf Leinwand vor.

Das Zeichenbüchlein blieb seither liegen. Kürzlich nahm ich es wieder in die Hand und ergänze nun nach und nach die Seiten.

 

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mir den ganzen Vorgang einmal zusammenfassend vor Augen führen.

A. Das Foto vom Foto der alten Dame und eine digitale Bearbeitung

B. Im Juni entstandene farbige Zeichnungen:

 

C. Drei digitale Überblendungen von Zeichnung und Foto im Juni:

D. Im Juni entstandene SW-Zeichnungen:

E. Im Juni habe ich auch ein paar Bilder auf Leinwand gemalt.

F. Am 2. Juli male ich ein „Seestück“, durch das ich mich von der gestellten Aufgabe löse, ohne den Fokus „Meer und Boote“ aufzugeben.

G. Am 6. Juli übergebe ich das auf Leinwand gedruckte, von Antje (Babsi) digital geschönte Foto der Segelyacht an die Auftraggeberin, die es in ihrer Wohnung an die Wand hängt.

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H. Das Thema „Meer und Boote“ spukt weiterhin in meinem Kopf. So male ich wenig später ein „Boot im Schilfmeer“.

I. Der Film über Odysseus inspiriert ein weiteres Gemälde mit Segelboot, ebenfalls im Juli.

J. Ein farbenfrohes Segelboot-Gemälde entsteht Mitte August:

K. Ende August mache ich im Yachtclub wieder mal eine Zeichnung von aufgebockten Segelbooten.

 

Mal sehen, ob der Oktober neue Segelboot-Inspirationen bringt.

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Impulswerkstatt Bild 2: Hut-Sprüche kloppen, samt Legebildern

Dein Hut-Bild, liebe Myriade, hat mich dazu gebracht, einmal nachzusehen, welche Rolle das Motiv bei mir und anderen spielt. Einen Eintrag habe ich ja schon dazu gemacht (hier), nun kommt der zweite.

Der Sprüche und Redensarten mit „Hut“ gibt es viele: „auf der Hut sein“, „sei behütet“, „ich ziehe den Hut“ oder kurz „chapeau“, „alles unter einen Hut bringen“, „nichts damit am Hut haben“ sind einige Beispiele. Im Griechischen gibt es noch das schöne Wort kapelono – jm einen Hut aufsetzen, dh jemandem eine Meinung überstülpen, sich über jm erheben, seine Meriten in Anspruch nehmen. Mir ist natürlich klar, das der Hut nicht gleich die Hut ist, aber beide sind wesensverwandt, denn „Das Wort Hütte kommt von dem mittelhochdeutsch hütte, althochdeutsch hutta; eigentlich = das Bedeckende, Umhüllende“. Daher auch sich hüten, auf der Hut sein und eben der Hut.

Hier nun habe ich ein paar Redensarten samt Illustration, wie sie in diesem Blog vorkommen, zusammengestellt.

Der gastfreundliche Hirte Fotis lädt die herumstreifenden hungrigen Gefährten des „Kleinen Welttheater“ in seine Hütte ein. Er ist der Inbegriff des Behütenden. (hier)

Nur zu, kommt mit in meine Hütte

da gibt es alles, was ihr wollt

Es sind von hier nur ein paar Schritte

ist freilich schlicht und nicht von Gold.

 

Verschiedenes unter einen Hut bringen

Das ist offenbar einer meiner Lieblingssprüche, denn er kommt immer wieder vor.  Zum Beispiel, ebenfalls aus dem „Kleinen Welttheater“: „Sehr viele Mitspieler, die unter einen Hut gebracht werden müssen“ (hier):

 

Eins auf den Hut kriegen

Dora dichtet:

Und wer das tut,

kriegt eins aufn Hut,

ob Zylinder oder Mütze,

er landet in der Pfütze!

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Celia mit Zylinder „Nachtzirkus“-Zyklus

 

Auf der Hut sein

Nochmal Dora, diesmal auf Kanditaten-Kür bei den Spirits. Ein Spirit wispert: „Sei auf der Hut, sonst verdirbt mir die Brut!“

 

Bertold Brecht:

Der Mensch ist gar nicht gut.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf den Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.

(„Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“, Dreigroschenoper, 1928)

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Aus einer abc-etüde

Auf der Hut sein

Moritat von der armen Hanne.

Der Lohn war gut

Die Arbeitszeit variabel

Sie war auf der Hut

und hielt ihren Schnabel.

Doch als die Automatik kam

Da wurde sie entlassen.

Zeit hatt sie nicht für ihren Gram

sie musste Arbeit fassen… (Fortsetzung hier)

Die Näherin

Noch einmal eine abc-etüde (der ganze Text hier)

Auf der Hut sein

Bisher ging’s mir soweit ganz gut

mit meinem unscheinbaren Sein

Ich war halt stets auf meiner Hut

Und machte mich am liebsten klein.

 

Den Hut schwenken (ebenfalls aus einer abc-etüde: hier)

Nun aber Schluss, jetzt geht’s hinaus

Die Sonne lacht, der Wald ist nah

Schon steh verwegen ich vorm Haus

Und schwenk den Hut und schrei Hurra!

 

 

Nichts damit am Hut haben

(Luise erinnert sich, hier, inspiriert durch Jutta Reichelts Geschichtengenerator)

Ausgerechnet dieser Satz muss mir jetzt einfallen. Hier in diesem schäbigen Hotelzimmer. Die Karte ist schuld, die anstelle der sonst in Hotelzimmern üblichen Dekoration über dem schmalen Bett hängt. … Was sich die Betreiber wohl dabei dachten, eine Karte Deutschlands in den Grenzen von 1939 aufzuhängen? In großen roten Buchstaben läuft ein Spruchband über die ganze Breite: Dreigeteilt niemals! Wie auf der Karte in unserem Schulatlas. Als ich moserte und sagte, son Quatsch, wollt ihr noch  einen Krieg anzetteln oder was? kriegte ich eins aufs Dach. Hier ist sie also wieder, die Karte. Königsberg, die Stadt des Aufklärers Kant, wie der Herr Lehrer versicherte, der sonst mit Aufklärung nicht viel am Hut hatte, der alte Sack.

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Und zum Abschluss dieser Vorstellung:

Den Hut lüften. (hier)

Wir danken sehr, dass ihr uns applaudiert,
drum kommen wir noch einmal rausspaziert
und zeigen unsre Künste gern
den schönen Damen und den Herrn.
Wir hängen uns an das Trapez
und fliegen durch die Luft, ihr seht΄s!
Wir lüften auch dabei den Hut
und wünschen euch: nun schlaft mal gut!
Denn zwölfe schlug die Turmuhr eben.
Wir müssen gehn und ihr müsst leben!

 

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Kunstbuch No 59: „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“

Meine Tarotkarte für den Monat Oktober ist der Narr. Also machte ich heute ein Kunstbuch mit der Devise „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“. Ich faltete es aus einem DinA4-Schreibmaschinenpapierblatt, das ich dann nach Herzenslust bekleckste und bemalte, während draußen weiterhin der Oktobersturm zeigt, was er kann.

Ich zeige zuerst die Rückseite und die Vorderseite …

und nun blättere ich die drei inneren Doppelseiten auf:

Der Spruch hat es übrigens bis in die hohe Literatur gebracht, Dichterfürst Goethe hat sich an ihm abgearbeitet, aber den Vogel schießt nach meiner bescheidenen Meinung  Friedrich Nietzsches „Narr in Verzweiflung“ ab, veröffentlicht  in „Lieder des Prinzen Vogelfrei“, Anhang zur „Fröhlichen Wissenschaft“ (1882) .

Narr in Verzweiflung
Ach! Was ich schrieb auf Tisch und Wand
mit Narrenherz und Narrenhand,
das sollte Tisch und Wand mir zieren? …

Doch   i h r   sagt: „Narrenhände schmieren –
und Tisch und Wand soll man purgieren,
bis auch die letzte Spur verschwand!“

Erlaubt! Ich lege Hand mit an -,
ich lernte Schwamm und Besen führen,
als Kritiker, als Wassermann.

Doch, wenn die Arbeit abgetan,
säh‘ gern ich euch, ihr Überweisen,
mit Weisheit Tisch und Wand besch…“

 

 

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Impulswerkstatt Bild 2: „Der Hut“. Eigene Zeichnungen und Hutkunst von anderen

Über Hüte, liebe Myriade, könnte ich endlos erzählen – und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich bisher nicht an diesen Impuls herangewagt habe. Meine Legebild-Figuren sind ohne Hut überhaupt nicht denkbar. Und auch im Leben, bei Zeichnen und Dichten und Denken sind sie omnipräsent. Wo also beginnen?

Nun, es muss ja nicht alles auf einmal geschehen. Ich grase mal mein Blogarchiv ab auf der Suche nach von mir gezeichneten und von mir bei anderen Künstlern bemerkten Hüten. Da gibt es sicher schon was zu sehen und zu erzählen.

Zum Anwärmen ein paar Blindzeichnungen „Mann mit Buch und Hut“ vom November 2022. Man sieht, es ist kalt, zum Glück gibt es den Hut und auch eine Tasse wärmenden Kaffee.

Den ebenfalls lesenden „Mann mit Journal und Hut“ sah ich im Februar 2023  in einer Ausstellung des Goulandri-Museums für moderne Kunst in Athen.  Niki de Saint-Phalle hat ihn gestaltet. Die auf der Tafel hinter ihm abgebildeten Zeilen des griechischen „Dichterfürsten“  Odysseas Elytis  sind womöglich von der Kuratorin der Ausstellung zugeordnet worden (vergl. hier).

Von mir ist dann wieder die genau ausgeführte Kohlezeichnung „antike Maske mit Strohhut“. Sie entstand im August 2024 im einigermaßen kühlen Atelier. Der Hut hat trotzdem nicht nur dekorative Funktion. Er half mir, das Stereotype der Antikenzeichnerei zu lockern und die Rundungen von Mme Kolokytha (rechts im Bild) wieder aufzunehmen.

Die „Junge Frau mit Hut und Sonnenbrille“ sind frühe Federzeichnungen, die ich von meiner Freundin H aus Würzburg machte. Ich lernte sie in meinem ersten Athener Jahr als Nachbarin kennen. In den 80er Jahren sind diese Zeichnungen entstanden. Als sie Jahre später nach Deutschland zurückging, besuchte ich sie gelegentlich. Oft denke ich an sie.

Die schnelle Skizze von einem „Mann mit Hut“ am Nachbartisch der Taverne am Meer (August 2020)

Im selben Monat und Jahr ist auch dieser „Mann mit Hut“ entstanden.

Im Juni 2018 setzte ich mir einen Hut auf, um für meine zeichnenden Freundinnen Modell zu sitzen. Diese „Frau mit Zopf und Hut“ wurde von Magda gezeichnet.

Wieder von mir ist der „Lesende mit Hut“ vom Mai 21.

Nicht nur wegen des Hutes erinnerte mich diese Zeichnung an Cezannes „Kartenspieler“, über die ich im August 2018 einen Beitrag schrieb (hier)

Am 1. Mai 2019 entstand Asterias Meisterwerk. Die vierjährige Tochter der Tavernenbetreiber erwies sich als Hutmacherin der besonderen Art.

Genug? Nun, auch ohne Kopf kann sich ein klassischer Sonnenhut sehen lassen (Zeichnung vom Oktober 2023).

 

                                         wird fortgesetzt

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Pinselei (Kalenderblätter 3.-5.10.)

Ich hab schon mal vorausgepinselt, habe viel Spaß mit diesen spontanen Pinseleien des Monats Oktober. Wahrscheinlich taugen die Bilder gar nichts, aber ich habe trotzdem Lust, sie zu zeigen. Der Oktober fragt ja auch nicht danach, ob mir die heruntergefallenen vergammelnden Granatäpfel gefallen … gefallen – gefallen. Nein, sie gefallen mir nicht, um ehrlich zu sein, lieber hätte ich sie am Baum reifen sehen. Doch kümmert es den Oktober? Keineswegs. Also sei auch mir gestattet, das nicht voll Ausgereifte, das mir vor die Füße fiel, hier mal zu präsentieren. Die Bildchen vom 1.-2. habe ich ja schon gezeigt, hier die folgenden.

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Oktobersturm mit Amaryllen, Pinienkatharsis (und Kalenderblatt)

Finster blickt die Fenstereule – nachdenklich-grimmig der goldene Oktober meines Kalenders.

Der Oktobersturm wütete heute Nacht, schüttelte meine riesige Pinie durch und reinigte sie von den restlichen trockenen Nadeln. Die harkte ich zu mehreren Haufen zusammen, um sie in Säcke zu füllen und zum Müllplatz zu schaffen.

Die Lilien, die, wie ich inzwischen erfuhr, in Wirklichkeit Amaryllen sind, hat der Sturm zwar recht zerzaust, doch blieben sie standhaft und treiben unverzagt immer neue Blüten hervor. Zehn zählte ich am ersten Tag – heute?

Es werden immer mehr, während die zuerst erblüten langsam vergehen.

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