Ich bin dankbar. Dankbar den 50 Schauspielern, dankbar den 50 Juristen, Ärzten, Therapeuten und anderen Heilberufen

Ihr habt ja sicher von der Aktion der über 50 Schauspieler gehört, ihre Videos vielleicht auch angesehen, mit denen sie sich zu den Corona-Maßnahmen kritisch-satirisch äußern. https://www.youtube.com/watch?v=aBh0KG7nGG8&list=UU3_dHQpx8O9JT2LW1U2Beuw

Heute nun hatte ich die Freude, 50 Menschen ein DANKE sagen zu hören: Es sind Juristen, Ärzte und andere Heilberufe,  die sich bei den Schauspielern für ihren Mut bedanken und ihre eigenen Stellungnahmen abgeben. Natürlich sind diese Juristen und Ärzte, Therapeuten etc  nicht so amüsant, nicht so spritzig in ihrer Kritik, sie sind auch nicht in derselben Weise in der Ausübung ihres Berufs betroffen. Dafür aber decken sie das ganze Phasma der Unerträglichkeiten ab und bewerten es juristisch, medizinisch, psychologisch oder einfach mitmenschlich.

Ich möchte hiermit Euch allen meinen Dank aussprechen. Ihr helft mir, nicht zu verzagen.  Danke!

Ich heiße Gerda Kazakou und bin Sozialpädagogin, Künstlerin, systemische Aufstellerin und Mitbegründerin einer Organisation für die berufliche Eingliederung behinderter Mitmenschen.

 

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Selbst mit Strohhut (alltägliches Zeichnen)

Ein frustriertes Gesicht schaut mich aus dem runden Spiegel an, den ich mal gekauft habe, um mich im Selbstportrait zu üben.

„Ich kann mit dieser Zeit nicht mehr mitgehen.  Mit ihrer Wissenschaftsgläubigkeit. Mit ihrem Obrigkeits-Gehorsam. Mit ihrer Scheinheiligkeit. Mit ihrer Ängstlichkeit. Mit ihrer Impffreudigkeit. Mit ihrer seelischen Genügsamkeit. Ich bin wütend und traurig, ich bin fertig. Ich habe keine Lust mehr. Ich habe es satt. Mein Herz ist ein Klumpen aus Schmerz.“

Doch sie fühlten bald beim Berg-auf-Berge-Türmen

Wie doch schwer man schon an einem Strohhut trug.

(B Brecht, Mutter Courage, Das Lied von der großen Kapitulation)

 

„Hör schon auf, Gerda. Deine Zeit ist um. Du hast sie vergeudet. Wenn du mal glaubtest, die Menschen wären an Freiheit interessiert, vergiss es. Es genügt ihnen durchaus, ihren kleinen Ton zu blasen. Und dir auch. Also beklag dich nicht.“

Und vom Dach der Star

Pfeift: wart paar Jahr!

Und sie marschiern in der Kapell

Im Gleichschritt, langsam oder schnell

Und blasen ihren kleinen Ton:

Jetzt kommt er schon.

Und jetzt

Das Ganze schwenkt!

Der Mensch denkt: Gott lenkt.

Keine Red davon!

Das stimmt: nicht Gott lenkt. Das muss der Mensch schon selbst tun.  Und tust du es nicht, und tu ich es nicht – es finden sich andere, die es für dich tun. Und führen dich, wohin du nicht willst.

„Man muss sich nach der Decke strecken“

Muss man?

 

Und hier noch mal mit dem Text.

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Zwei Portraits, eine Wasserflasche: tägliches Zeichnen

Wie zeichnest du ein Gesicht, da in ständiger Bewegung ist: Mal gesenkt, dann erhoben, mal durch eine Hand gestützt, mal durch einen Handrücken. Mal scheint die Nase über den Mund gesenkt, mal die Augen über die Brille gehoben….

Nun, egal. Man kann ja ständig weiterzeichnen, so wie sich die Sache grad darstellt. Und am Ende kommt ein etwas diabolische Lächeln des so Abkonterfeiten zum Vorschein.

Ein Bildausschnitt macht die Mühen noch sichtbarer:

Zur Beruhigung zeichnete ich danach eine Plastikwasserflasche:

Aber nun, ein lebendiges Modell ist doch interessanter. Also versuchte ich es noch einmal, diesmal aus sicherer Entfernung. Eingeschachtelt zwischen Lampe, Stuhl, Tisch, nachtdunklem Fenster und Computer:  der Denker.

 

 

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Projekt ABC bei Wortman: I wie Imitat

2021-01-16 PROJEKT ABC (Wortman) Logo

 

 

 

 

Wortmann wollte uns mit seiner Spinne schrecken: https://wortman.wordpress.com/2021/05/02/projekt-abc-i-wie-imagination/

und ist doch nur ein Imitat. Damit schreckst du mich nicht, mein Lieber! 🙂 Eine lebendige Spinne dieses Ausmaßes hätte allerdings schon das Potential dafür. Aber eine Pastik-Spinne ist nichts als ein Popanz – genauso wie so manches, womit man uns heutzutage erschrecken möchte… (Wort des Tages bei Frau Wildgans)

Liebenswertere Imitate gibts wohl in jedem Haushalt, so auch in meinem.  Zum Beispiel ein Schrank wie ein Herd. Darauf köcheln wir nun TV-Serien und Filets des cinematografischen Gewerbes. Erworben habe ich ihn bei einem Trödler in Kalamata, aber er stammt aus Bayern. Woher denn auch sonst?

Weiter gehts mit Puzzleblumes „Zimmerreise“, auch hier ist der Buchstabe I noch grad aktuell. https://gerdakazakou.com/2021/05/05/zimmerreise-i-wie-intarsien-imitat-und-istanbul/

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Zimmerreise: I wie Intarsien, Imitat und Istanbul

 

Noch schnell ein Beitrag zum Buchstaben I, liebe Heide, bevor es auch damit vorbei ist. Bei Wortman ist derselbe Buchstabe dran, und so schließe ich hier an den dortigen an: Imitat.

Eigentlich wollte ich etwas über I wie Intarsien schreiben, aber das Schachbrett, das mit echten Intarsien geschmückt ist, befindet sich in Athen. Hier  gibts nur ein Intarsien-Imitat.

Darauf steht ein Solitärspiel mit Eulen-Intarsien – ebenfalls Imitat, freilich. Beide Spiele stehen auf einem runden Tischchen mit Marmorplatte, und die ist echt. Marmor gehört hier zu den normalen Werkstoffen.

Das Schachbrett ist eigentlich ein Kasten. Die Innenseite ist als Tavli-Brett, auch Backgammon genannt, gestaltet, und dient in zusammengeklapptem Zustand den Spielsteinen als Aufbewahrungsort.

Von diesem Kasten-Brett als geht heute die Reise los …  hin zum entsprechenden aus echten Intarsien, das in Athen steht und das ich vor vielen vielen Jahren in Istanbul erwarb.  Ich glaube, es war 1962, und ich war zwanzig Jahre alt.

Als arme Studentin streifte ich durch den Basar von Istanbul, und mein Blick blieb an der feinen Arbeit aus hellen und dunklen Feldern hängen. Der Händler bemerkte mein Interesse und wollte sie mir verkaufen, doch ich musste passen. Viel zu teuer. Hin und her gings mit dem Verhandeln, aber wo nichts ist, bleibt auch das beste Feilschen erfolglos. Nun, „nichts“ ist natürlich übertrieben, ein bisschen Geld hatte ich ja durchaus dabei….

Das war dem Händler, einem freundlichen ältlichen Mann, wohl auch bewusst, denn er lud mich zu einem Spielchen ein. Würde ich gewinnen, würde ich das Spielbrett für einen lächerlichen Preis erhalten, andernfalls …

Vergessen habe ich, was andernfalls passiert wäre, denn ich gewann. Es war ein erhebender Augenblick. Stolz wie ein Spanier (?) nahm ich das in Zeitungspapier gehüllte Objekt meiner Begierde in Empfang, Seither wanderte es durch alle meine Haushalte und wurde viele Sommer und Winter bespielt, bis die Intarsien sich vom Klackern der Würfel lockerten. Bis heute ist es als Schachbrett nützlich. Aber als Tavlibrett taugt es nicht mehr. Und so wurde ein ganz gewöhnliches beschafft, das seinen Zweck freilich genauso gut erfüllen würde -wenn wir es denn noch bespielen würden. Aber wer weiß? Vielleicht werden wir ja doch noch einmal bei einem Glas Ouzo, mit klirrendem Eis und klackernden Würfeln im Garten zu sitzen und Glück und Geschicklichkeit beim Tavlispiel erproben?

Sonst bleibt nur das stille Solitär, das nie aufgeht.

 

 

 

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Mottenrettung

In der Katzenkeramikwasserschale schwamm heute eine Motte. Weit ausgebreitet die Flügel, schwamm sie auf der Wasseroberfläche, und Schatten zeichneten ihre zarten Flügelränder nach. Bevor ich sie mit einem Halm rettete, machte ich ein schnelles Foto. So gelang auch mir einmal ein Insektenfoto. 😉

 

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Lesender – Erinnerung an Cezanne (tägliches Zeichnen)

Als ich heute vormittag meinen Mann beim Lesen zeichnete – wir saßen bei Bestwetter draußen, er auf einem Stuhl, ich auf der Haustreppe -, machte ich ihm einen überlangen Arm. Und ich dachte an Cezanne, dessen „Junger Mann mit roter Weste“ einen Bewunderer mal zu der Bemerkung veranlasste: Ein so herrlich gemalter Arm kann gar nicht lang genug sein.

Erinnert wurde ich auch an Cezannes „Kartenspieler“, über die ich mal in einem Blogeintrag (hier) schrieb.  Anlass waren nicht nur der etwas zu kleine Kopf und der lange Oberkörper, sondern vor allem der Hut. Und so gefällt mir meine heutige Skizze, obgleich sie weder richtig noch dem Modell ähnlich  ist. Dafür aber enthält sie Anspielungen auf einige der schönsten Gemälde des 19. Jahrhunderts – ganz abgesehen von dem Genuss, da draußen auf der Treppe zu sitzen und meinem Mann beim Lesen zuzuschauen.

 

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Der erste Mohn und anderes Geblüh (Montags ist Fototermin)

Mein erstes Bad im Meer und die ersten Mohnblumen – das hat mir diesen Tag noch versüßt. Schwül war es und trüb, und der Boden trocken, aber ich fand eine Stelle, die dem Mohn gefiel und ihn zum Blühen brachte.

Auch andere Blüten widersetzen sich der Trübsal und nehmen mit dem bisschen Boden vorlieb, um ihre hübschen kleinen Blüten hervorzubringen. Da sage ich doch: Dankeschön!

Anderes gedeiht üppiger: der Ginster zum Beispiel, der jetzt überall blüht. Ist halt ein hartes Gewächs. Die Zistrosen haben noch nicht aufgegeben, und der Knoblauch sowieso nicht, mag auch das Gras schon ganz gelb sein.

Der Granatapfelbaum grüßt mit vorjährigen Früchten und neuen Knospen.

Ein Windchen, und ein Mohnblütenblatt fällt zu Boden. Ich hebe es auf und blase es fort: Adieu, Coquelicot!

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Schwertlilien im Garten (Montag ist Fototermin und tägliches Zeichnen)

Schwer und schweißtreibend ist die Atmosphäre am Mittag, düster. Im Garten suche ich einen schattigen Platz, nahe bei den Schwertlilien, deren blaue Blüten nun aufgegangen sind.

Zeichnen musste sich sie auch. Wie fest und kräftig die schwertförmigen Blätter…

wie zart, fast hinfällig die großen eindrucksvollen Blüten.  Kaum erblüht, fangen sie schon an, sich einzurollen..

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Osterspaziergang (wilder Weizen und tägliches Zeichnen)

Ich ging erst gegen Abend. Sehr weit trugen mich die Füße nicht, denn die Atmosphäre war schwül und schwer von Saharasand. Dennoch war es schön, dem Amselgesang zuzuhören und die  hohen Halme des wilden Weizens gegen das Licht zu betrachten.

 

Weizen – da denke ich unweigerlich an die Göttin Demeter (eine der 12 Olympier) und die Mysterien von Eleusis. Sie war es ja, die den Menschen den Weizen brachte, und die Substanz, die die Mysten in einen tiefen Rausch versetzten, war vermutlich das Mutterkorn, das am wilden Weizen gedeiht. Es ähnelt sehr dem LSD.  (Frühlingsanfang in Eleusis).

Demeter und Persephone, zwischen ihnen Triptolemos, der die Ähren empfängt. (Kopie des Originalreliefs, eigenes Foto)

Unterwegs reichte es für ein paar Olivenbaumskizzen im klitzekleinen Reporterblock.

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