Sonntags im Archiv: 15/3/2017 : Futterneid.

Diesmal bin ich ins Jahr 2017 hinabgestiegen, um zu sehen, was ich damals an einem Tag wie diesem getrieben und was mich bewegt hat. Gefunden habe ich eine Legearbeit auf gemaltem Grund. Diese Technik habe ich selten angewendet. Vielleicht mache ich jetzt eine neue Serie mit zerrissenen Legebildern auf alten Gemälden.

Das damalige Bild nannte ich „Futterneid“, und ich finde es ganz aktuell, wenngleich die menschlichen Vertreter des Futterneids natürlich weit gemeiner vorgehen als die von mir abgebildeten Vögel.

 

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Kalenderblätter 6.-16. März

In Maroussi (Athen) entstanden noch zwei Kalenderblätter. Das eine zeigt eine Ansicht unseres Nachbarhauses, wie es von unserem Balkon aus erscheint, das andere ein Stück Pinienwald, der durch Trockenheit und Insektenbefall in einem sehr schlechten Zustand ist. Den zwichnete ich am späten Abend bei starkem Wind.

Dann entstand eine Pause, die ich heute füllte. Ich zeichnete mit einem dicken schwarzen Filzstift (leider einer von der billigen Art ohne Abschrägung) zuerst die riesige Skulptur des Feigenkaktus, wobei ich auf Schwärzung verzichtete, um die vorangehende Seite nicht zu verderben.

Die restlichen Seiten füllte ich mit Olivenbäumen unseres Grundstücks. Wir haben insgesamt 48 Olivenbäume, die ich alle schon in verschiedenen Stilen und Medien gezeichnet habe. Falls dich frühere Zeichnungen oder auch Fotos dieser imposanten Bäume interessieren, findest du sie unter dem Stichwort „Olivenbaum“ oder „Olivenbäume“.

 

 

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#Frühlingszeichnen mit @Annenilges

Die Künstlerin Anna Nilges hatte zu einem Frühlingszeichnender besonderen Art aufgerufen. Ich habe, behindert durch Hin und Her zwischen Athen und der Mani sowie dem nun schon berichteten Maleur im Atelier nur halbwegs teilnehmen können. Doch habe ich die von Anne angeleitete und demonstrierte Methode des Zeichnens auf einem Leporello sehr anregend gefunden und möchte meine Gedanken und Ergebnisse hier mitteilen (keine bezahlte Werbung!).  Die Informationen der Ideengeberin selbst findest du hier.

Zunächst ein Beispiel zum Anschauen:

Es ging darum, die Umgebung in drei Durchgängen mit drei verschiedenen Stiften und drei Aufmerksamkeitsrichtungen zeichenhaft aufs Leporello zu übertragen. Ich befand mich in einem belebten Park neben einer Metrostation, war heiter und zeichnete zuerst mit Orange meine eigene Bewegung durch den Park, dann mit schwarzem Kuli allgemeine Impressionen von der Umgebung, schließlich mit rotem Aquarellstift Einzelheiten wie Menschen, Tiere, Baumgipfel – und zwar alles, während ich dabei ging.

Detail mit Verwaschung des roten Aquarellstiftes

 

Das ist auch das Besondere an dieser Methode, deren Ergebnisse sich wie Impressionen (Eindrücke, Spuren) auf einer laufenden Rolle lesen lassen. Beim Zeichnen fällt einem dies und das in der Umgebung oder auch im Inneren auf, man notiert es und schreitet weiter. Alles bleibt im Fluss. Im Nachhinein kann man natürlich noch ein echtes „Kunstwerk“ draus erschaffen. Anne bietet dafür einen kurzen online-Kurs an (hier).

Meinen ersten noch unangeleiteten Durchgang machte ich an einem der letzten Februartage im Garten hinter dem Atelier. Ich schritt vorsichtig durch die schmalen überwachsenen Pfade und Treppen, blickte in grünes Gebüsch, auf leere Stämme, in Gezweig, auf Mauern….

Die dabei entstehende Kritzelei gefiel mir, und um besser zu verstehen, fotografierte ich alle acht Stationen – jede verteilt auf zwei Seiten des Leporello. Hier die beiden ersten.

Das nächste Leporello zeichnete ich in einem unbebauten grünen Gelände zwischen unserer Athener Wohnung und dem Stadtwald. Es gibt dort verwilderte Pfade, alleinstehende Bäume, Gerümpel, Blühendes. Diesmal sollten im zweiten Durchgang Abreibungen von Steinen oder Stämmen hinzukommen. Im dritten Durchgang ging es um Überkreuzungen und Verästelungen.

Detail mit Ölkreide, Frottage (Graphit) und Aquarellstift

Das folgende Leporello zeichnete ich, nachdem ich den Zustand im Atelier bemerkt hatte und um meine Nerven zu beruhigen, im Vorgarten des Hauses. Zu achten war im ersten Durchgang (dicker gelber Stift) auf den Boden, im zweiten Durchgang (feiner schwarzer Strich) auf das, was oben ist, und im dritten Durchgang (roter Aquarellstift) auf Einzelheiten wie Blüten, Blattwerk, Rinden.

Heute zeichnete ich ein Leporello in freier mixed-media-Gestaltung. Ich zeichnete zuerst mit einem Pelikankleber, warf dann zwei Handvoll gesammelter Erde drüber, notierte anschließend mit Kugelschreiber das Panorama, das sich vor meinem Atelier entfaltet. Dann markierte ich mit Blau und Grün die vorherrschenden Farben mit Aquarellstiften und wusch sie an.

Ausschnitt aus dem Leporello

Ich finde die Methode sehr anregend, sie hilft, sich der Bewegung anzuvertrauen, anstatt die Objekte anatomisch als erstarrte Welt wiederzugeben. Besonders die Überlagerung von drei Bewegungen mit drei verschiedenen Medien entspricht meiner Wahrnehmung im Alltag mehr als die übliche Entscheidung, mich auf ein Medium und einen Aspekt/Standort zu konzentrieren. Alles wird flüssig, bewegt, gestaltet und entstaltet sich gerade so, wie ich es empfinde, wenn ich in der Natur spazieren gehe.

Ich denke, ich werde noch einige Versuche in dieser Richtung machen. Im ergebnis erinnert mich manches an den amerikanischen Künstler Cy Twombly, den ich sehr schätze. (hier)

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Pause am Meer

Der Müllplatz mit den großen Recyclingtonnen befindet sich im benachbarten Ort am Meer. Nachdem ich mein Auto geleert hatte, schaute ich mich nach einer Sitzgelegenheit um. Nicht weit entfernt sah ich ein offenbar geschlossenes Strandcafe. Offen wäre mir lieber gewesen, denn mir stand der Sinn nach einer Kaffeepause. Doch auch so war es sehr schön, dem schnell wechselnden Licht- und Wolkenspiel über dem Meer zuzuschauen.


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Das Chaos bändigen. Kunstbuch No 17

Chaos in der Welt, Chaos im Atelier, Chaos auch hier bei WP. Dies ist mein dritter Anlauf, einen Beitrag zu schreiben.

Mein Tag war schwierig. Es haperte an allen Ecken und Enden. Im Atelier schuftete ich, um des Chaos Herrin zu werden, erlitt zwischendurch Heulattacken und tat mir herzlich leid, denn es ist das dritte Mal, dass das Atelier durch Überschwemmung oder Verrußung verwüstet wurde. Nach der Heulattacke folgte der Wutanfall, und ich war drauf und dran, rein Schiff zu machen und alles, aber auch alles auf den Haufen der zu entsorgenden Papiere zu werfen. Wäre es nicht wundervoll, wenn alle Wände weiß und alle Wände leer wären?

Plötzlich fielen ein paar verwaiste Schnipsel auf den Boden. Ich sammelte sie auf, besah sie mir und beschloss, diesen Unnötigsten des Unnötigen ein Kunstbuch zu widmen.

Am Abend faltete ich mir dann ein Mini-Zine und verklebte einige Schnipsel, übermalte sich mit schwarzem Filzstift und roten Buntstift. Voila! Das Chaos ließ sich bändigen.

Die Außenseiten:

aufgeblätterte Doppelseiten:

Einige Schnipsel blieben über, vielleicht mache ich noch was draus.

Eine große Fuhre mit durchnässten Papieren brachte ich zum Müllplatz. Im Atelier riecht es trotzdem noch muffig. Egal. Morgen sehe ich weiter.

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12 mal 12

Heute ist wieder der 12. eines Monats. Da mache ich heute mal mit und verlinke mit der Ideengeberin  Caro.

(1) Ich habe nicht vor, euch sämtliche noch zu erwartenden Kreationen, die mein Schützling Sofialena mit ihrer Mama erschafft, vorzuführen, aber ihr zweites Mini-Zine will ich doch noch posten. Es kam heute früh an, und das war gut so.

Denn es half meiner Stimmung auf, die zeitweise ein ziemliches Tief erreichte. Warum?

(2) Kaum war ich aufgestanden und auf dem Weg ins Atelier, um meine Stifte fürs nächste „Frühlingszeichnen“ zu holen, da sah ich die Bescherung: Die Teppiche des Ateliers lagen draußen, im Atelier selbst herrschte Chaos (kein Foto). In unserer Abwesenheit war die Sickergrube übergelaufen. Die liebe Frau, die in der Zwischenzeit bei uns putzte, hat das wohl durch übertriebenen Wasserverbrauch verursacht und dann zu beheben versucht. Am Telefon hatte sie mir nichts von dem Malheur gesagt….

(3) Erstmal flüchtete ich mich in den Garten und schleppte, um nicht laut zu schreien, schwitzend und bis zum Umfallen abgeschnittene Olivenzweige, die den Garten verunzierten, zu einem Haufen zusammen (kein Foto).

(4) Dann ging ich #Fühlingszeichnen26, das @annenilges organisiert, und beruhigte mich dabei einigermaßen. Ich ging im zuvor etwas aufgeräumten Garten herum und zeichnete anweisungsgemäß auf das Leporello aus Zeichenpappe zuerst mit breitem gelbem Leuchtstift, was mir der Boden an Impulsen gab, dann mit Fineliner das, was ich im Hinaufschauen bemerkte, und schließlich mit rotem Buntstift das Naheliegende.

(5) Anschließend machte ich mich daran, mit der Hilfe meines Mannes die aufgeweichten Kartons und Dossiers zum Auto zu schleppen. (kein Foto)

(6) Ich fuhr sie zum Müllplatz und dann gleich weiter zum Zahnarzttermin. Der verlief unaufregend. Ich hatte sogar Gelegenheit, den beiden kleinen Söhnen der Zahnärztin zwei Mini-Zines zu falten, die sie auch gleich zu bemalen begannen. Außerdem ergab sich ein Gespräch mit einem anderen Kunden, der, wie sich herausstellte, oberhalb unseres Hauses baut und vorhat, dort mit seiner deutsch-amerikanischen Frau den Lebensabend zu verbringen. Ein neuer Nachbar! (kein Foto)

(7) Anschließend begab ich mich ins beliebte Garten-Cafe „Stolidi“ und setzte mich in die Sonne. Aus den Lautsprechern ertönte eine angenehme Bar-Musik. Bevor meine Bestellung kam, zeichnete ich zwei Besucher am Nachbartisch, die mir den Rücken zuwandten und mit einem Dritten sprachen. Ich ärgerte mich, dass ich mein Kalenderbuch nicht dabei hatte, die letzten Seiten sind noch leer.

(8) Ich rief  eine Freundin an, deren erst 6jährige schwarze blauäugige Hündin Luna schwer krank ist (sie hat Krebs, ihre Hinterbeine sind gelähmt). Ich wollte wissen, wie es der Hündin in der Zwischenzeit ergangen ist und ob das neue Medikament angeschlagen hat. Leider gibt es keinerlei Anzeichen für eine Besserung, aber auch keine Verschlechterung. Luna hat guten Appetit und auch normale Ausscheidungen.Wenn sie andere Hunde hört, meldet sie sich. Sie spricht, indem sie ihre weißen Zähne entblößt und knurrt, was recht gefährlich aussieht, aber ihre Art der freundlichen Ansprache ist.

(9) Eigentlich wollte ich noch zur Versammlung des Behindertenvereins, der seine Jahressitzung hatte, ich hatte aber keine Nerven dafür und fuhr heim.

(10) Zuhause legte ich mich aufs Ohr und schlief ein wenig.

(11) Dann ärgerte ich mich mit meiner Krankenhausversicherungspolice herum, wo es Unregelmäßigkeiten mit der Abbuchung gibt. Bankauszüge überprüfen und mit der Versicherung Messages austauschen gehört nicht grad zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

(12) Nun aber will ich mich nicht weiter ärgern und dem morgigen Putzmarathon im Atelier gelassen entgegensehen. Bei der Entspannung soll mir das Kaminfeuer helfen, das mein Mann entzündete und noch allein hütet.

 

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Kinderkunst in Pankrati/Athen

Ich habe da noch eine Geschichte aus Athen, die ich aufschreiben muss, damit ich sie hier in der Mani nicht vergesse. Vorgestern bummelten Freundin Eleni und ich nach dem Besuch des Goulandri-Museums noch ein bisschen durch die kleinen baumbestandenen Straßen des innerstädtischen Bezirks Pankrati. Schön wars, die Sonne schien, ein frischer Wind ging, und wir waren heiter. Da kamen wir an einem Schaufenster vorbei, das uns magisch anzog. Eleni zückte sofort ihre Kamera und ich mein Handy.

Im dunklen Laden wurde eine Frau sichtbar, die nach uns ausschaute. Wir kamen ins Gespräch, durften rein. Was für eine wundervolle Atmosphäre herrschte da drinnen! Malerei, Masken, Puppen… Wände, Tische waren bedeckt, auch von der Decke baumelten Gestalten. Es gab einen großen Arbeitstisch mit Bänken rundum, Kästen und Kisten und Schachteln…Trotz der Überfülle herrschte kein Chaos, sondern eine fröhliche Ordnung.

Emilia heißt die Künstlerin, die hier eine kreative Werkstatt für Kinder betreibt

Wir ließen uns einiges erklären, so zB die Masken, die die Kinder zum Fasching basteln. Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema. In diesem Jahr: Bäume. Hier hat sich Emilia eine der Baummasken übergezogen. Die Blätter sind an einem hochragenden Ast befestigt.

Na, ihr seht schon: ich war total begeistert und hoffe sehr, dass ich diese Bekanntschaft etwas ausbauen kann.

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Philippe am Poseidontempel.

Was wurde eigentlich aus dem Besuch des Poseidontempels, den ich Philippe versprochen hatte? So fragst du vielleicht. Ich hatte dem kleinen Prinzen ja vom Theseion, dem Tempel des Hephistos, erzählt, leider mit dem Ergebnis, dass ihm seine Vulkane einfielen und seine Besorgnis wegen seiner geliebten Rose zunahm (hier). Um ihn zu trösten, versprach ich ihm einen wunderschönen Sonnenuntergang am Poseidontempel von Sounion. Der dortige Sonnenuntergang sei weltberühmt, viele Menschen reisten extra seinetwegen nach Athen.

Am nächsten Tag reisten wir nach Athen. Aber zum Poseidontempel wollte ich nicht. Zu weit. Zu müde. Außerdem fürchtete ich, dass Philippe, wenn er dort die Sonne untergehen sähe, vor Sehnsucht mit der Sonne im Meer versinken würde.

Gestern, als er hörte, dass wir heute in die Mani zurückfahren würden, verschwand er. „Wenn du nicht mitkommen magst, gehe ich eben allein!“ hatte er noch zum Abschied gerufen. „Du kannst doch nicht …. Es ist weit!“ rief ich ihm hinterher. Aber das hörte er wohl schon nicht mehr.

Die Stunden vergingen und Philippe kam nicht zurück. Was sollte ich tun? Die Polizei zu verständigen, hätte wohl wenig Sinn. Was sollte ich auch sagen? „Ein kleiner Prinz von einem anderen Planeten ist bei uns aufgetaucht, er heißt Philippe. Nun ist er verschwunden. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er sich nach Sounion begeben hat, um dort den Sonnenuntergang zu betrachten.“ Na, ich weiß nicht. Die Polizei ist ja sehr hilfsbereit, aber sie würde mich sicher fragen: „Wollen Sie eine Vermisstenanzeige aufgeben? Wer sind seine Erziehungsberechtigten? Das wissen Sie nicht? In welcher Beziehung stehen Sie zu dem Kind? Wieso haben Sie das Auftauchen das Kindes nicht schon längst gemeldet? Wir werden Sie benachrichten und die Fürsorge einschalten, sobald wir… etc pp“

Unsinn! Ich musste die Fahrt nach Sounion selbst anzutreten und ihn zu suchen.

Um es kurz zu machen: Ich fand ihn tatsächlich, auf einer Steinplatte unterhalb des Tempels.  Die Sonne war längst untergegangen, aber er konnte sich nicht entschließen, den Ort zu verlassen. „Lass mich hier!“, bat er mich. „Morgen geht die Sonne wieder unter. Und da muss ich doch hier sein.“

„Aber du bist ganz allein!“ rief ich. „Du kannst doch nicht ….“ – Er sah mich mit seinen lieben Augen an und lächelte. „Mach dir keine Sorgen. Überall gibt es liebevolle Menschen. Sie werden mir weiterhelfen. Fahr du nur in die Mani. Ich komme dann irgendwann nach.“

Und das tat ich dann auch. Denn habe ich ein Recht, ihn festzuhalten? Er wird seinen Weg schon finden. Oder was meinst du?

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Kunstbuch No 15: Krieger

Krieg und Kriegsberichterstattung sind wieder in. Unsere Tageszeitung fühlte offenbar den Hauch der Geschichte im Gesicht und schenkte uns eine Beilage mit dem dick gedruckten Titel Große Schlachten und dem kleineren Untertitel der Griechen. Die Beilage ist mit Texten und Bildern bestückt, die an die ruhmreichen Schlachten der Vergangenheit erinnern.

Auf der Titelseite prangen nackte Leiber. Keine Vergewaltigung, o nein! Die Frauen lieben ihre Helden. Krieg und Eros oder, mythologisch gesprochen, Ares und Aphrodite gelten immer schon als heißes Liebespaar. Krieg scheint irgendwie geil zu sein. Dass die Götter in „homerisches Gelächter“ ausbrachen, als der getäuschte Ehemann Hephaistos Aphrodite mit dem Ares im eisernen Netz fing und so ihre schändliche Liaison offenbar machte, mag immerhin Anlass zum Nachdenken bieten.

Soll ich mich dem Trend der Zeit entgegenstellen? Ach was! Auch ich möchte einmal mit der Zeit gehen. Also produzierte ich mithilfe der Illustrationen das Kunstbuch „Krieger“. Die Titelseite präsentiert einen antiken Krieger in voller Rüstung.

Es folgen sechs Seiten mit ruhmreichen und liebestollen Kriegern aus späteren Jahrhunderten.

Den Abschluss macht die Darstellung eines hinabstürzenden Helden, während hinter ihm das Gemetzel weiter geht.

Hier nun noch mal alle Seiten ordentlich aneinander gereiht.

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Dienstags-Drabble: ein Lebenslauf

Rolle – mogeln – Balkon

Das sind Wortmans Wörter, um die herum ein Text von 100 Wörtern zu stricken war. Diesmal habe ich nicht gereimt, sondern berichte ganz prosaisch und natürlich arg verkürzt von einem Lebenslauf der 68er-Generation.

Damals, als er mitmarschierte und im Chor mit Gleichgesinnten „Bürger runter vom Balkon, schließt euch an dem Vietkong“ oder „Che-Che-Che-Guevarra-Che!“  brüllte, fühlte er sich auf der Höhe des Zeitgeschehens. Die Welt war klar: Hier die Spießbürger, dort die heroisch um ihre Freiheit kämpfenden Völker.

O ja, er fühlte sich „auf der richtigen Seite der Geschichte“. Doch die Rolle, die er für sich erträumt hatte – ah, Revolution, Gerechtigkeit und die Frauen! – , sie wollte sich partout nicht finden lassen. Immerhin gelang es ihm, sich durch die akademischen Prüfungen zu mogeln. Finanziell geht es ganz gut, aber irgendwas fehlt ja doch.

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