Royusch Fotoprojekt: Herbst X (Natur macht glücklich)

Dies ist leider schon die letzte Etappe.  Schön wars, danke, Roland!. Und schön ist es noch immer.Genieße den Herbst, denn Natur macht glücklich“, das stimmt. Und es stimmt auch, dass es glücklich macht, nach einem Spaziergang oder einer Wanderung in ein hübsches Cafe einzutreten, eine heiße Schokolade zu bestellen und die Natur aus dem Fenster heraus zu betrachten.

Ich weiß wirklich nicht, wo es schöner ist: am Meer oder in den Bergen? Da es nur ein Foto sein soll, nehme ich das Gebirge, da es stärkere jahreszeitliche Unterschiede zeigt. Dies ist ein Ort im Taygetos-Gebirge, Altomira heißt er. Erstmals erwähnt wurde das Dorf im Jahr 1618. Es hat sehr schöne alte steinerne Häuser und eine bedeutende Kirche, doch leben dort keine Menschen mehr. Nur im Sommer gibt es ein paar Bewohner. Ein himmlischer Ort.

 

 

 

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Agentur für Kandidaten 2023 (Nachzügler 13-17)

Hier nun noch 5 Bewerbungen, die zuletzt eingegangen sind.

No. 13 Der Überlebenskünstler

„Auch unter extremen Bedingungen weiß ich zu überleben.  In der Stadt, im Wald, im Krieg oder auf dem Mond – es gibt kein „unmöglich“ für mich. Ich bin gewappnet, und du tätest gut daran, dir auch schon mal ein paar skills anzueignen. Weißt du denn, obs im nächsten Jahr nicht hart hergehen wird? Und was machst du dann, du Weichei? Pardon, ich möchte dir nicht zu nahe treten, nur warnen möchte ich dich: Bereite dich aufs Schlimmste vor – immer!“

So schreibt dieser Bewerber, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Du kannst ihm bis zu 20 Punkte geben.

 

 

 

No 14 Die blinde Dichterin

„Leichten Schrittes und poetisch beflügelt durchlebe ich unsere schwere Zeit. Himmel bin ich und Acker, Sonnenaufgang und Nebelschwaden. Die Toten grüße ich und lausche dem Nachtwind. Alles fließt durch mich hindurch. Manches verwundet, manches erfreut, manches glüht nach – dann bleiben Spuren zurück. Mein Haupt, eine lichte Kugel, ein stets leeres Gefäß, schwebt über allem, Meine Augen sind blind. Was brauche ich Augen, wenn alles, was draußen ist, auch in mir ist? Blind sind die großen Poeten. Mach es wie ich: Fühle! Dichte!  Sei!“

Auch dieser Bewerberin kannst du bis zu 20 Punkte geben.

 

 

No. 15: Der Angstmacher

„Fürchte dich, Menschlein! Sieh dich vor! Der Tod lauert überall, er steckt schon in dir! Täusche dich ja nicht! Sei dir gewiss: Hier tobt schon ein Krieg, dort nehmen die Verbrechen zu, es wüten die Epidemien, wenn nicht jetzt, so doch morgen. Es kommt zu Umstürzen, Gewalt und üblen Exzessen! Die Meere verschlingen die Küsten, die Wüsten wachsen, Stürme decken dein Haus ab. Fürchte dich! Die Furcht wird dich schützen! Täglich werde ich dich füttern mit den schlimmen Nachrichten des Tages, denn leicht könntest du vergessen, wie schrecklich die Welt ist.“

Auch diesem Bewerber kannst du bis zu 20 Punkte geben.

 

No 16 : Spirits, Genien, Geisterlein

„Du kennst uns nicht? Und doch! Ohne uns geschieht nichts, ohne uns bist du ein Holzkopf, ohne uns fällt dir nichts ein. Wir zeigen uns freilich nicht gern im Tageslicht des rationalistischen Zeitalters. Myriaden sind wir, niemand hat uns jemals gezählt. Die Kirchenmänner nennen uns Gespenster, Engel und Teufel, die Alten Daimonen oder Genien. Heute gehen wir als Naturgeister durch, was nur teilweise stimmt. Man nennt uns auch abfällig Einbildungen und Hirngespinste und bestreitet unser Sein. Wie auch immer: wenn du uns wählst, werden wir uns herablassen und dann und wann materialisieren, damit du unser Wirken besser verstehst.“

No 17 So-wie-du

„Ich bin die bescheidene So-wie-du. Nichts Besonderes zeichnet mich aus. Ich bin unauffällig und treu. Die Blicke der Welt ziehe ich nicht gern auf mich, ich melde mich selten zu Wort und mag nicht in Konflikt geraten. Gern stimme ich der Mehrheit zu. Im Inneren habe auch ich meine festen Ansichten, natürlich. Nicht alles finde ich gut – du etwa? Manche Farben mag ich mehr als andere – du sicher auch. Und auch die Menschen, klar, da gibt es angenehme und weniger angenehme Zeitgenossen. Da gibt es die, die immer meinen, ihre Ansichten seien die richtigen und wichtigen. Puh! Und die anderen, die unbedingt halb nackt herumlaufen müssen, um irgendwem zu imponieren oder zu provozieren. Das finde ich nicht so gut. Aber natürlich, wenn er oder sie meint…. Also bitte, hör mir mal zu. Lass dich auf mich ein. Denn es gibt mich ja, ich bin so wie die meisten. Jedenfalls wie die meisten anständigen Menschen. So-wie-du eben. Wie werde ich das nächste Jahr überstehen?“

Wiederum kannst du bis zu 20 Punkten vergeben.

Damit schließe ich die Kandidatenvorstellung.

Um dir die Abstimmung zu erleichtern (50 Punkte insgesamt, pro Bewerbung jeweils höchstens 20) habe ich eine Übersicht über die 17 Kandidaten und Kandidatinnen gebastelt, die sich als Repräsentanten fürs Jahr 2023 bewerben. No 18 ist noch nicht besetzt. Hast du einen Vorschlag? Nur zu! Du kannst auch, wie Linienspiel vorschlägt, Teams mit deinen Favoriten bilden.

No 1 (Frauenrechte) –  No 2 (Transparenz) – No 3 (Weltraum)

No 4 (Hilfesuchende) – No 5 (Macher) – No 6 (Hedonie)

No 7   (Spielendes Kind) – No 8 (neuer Mensch) – No 9 (der Fragende)

No 10 (Traumwesen) – No 11 (das Paar) – No 12 (the Kid)

No 13 (Überleben) – No 14 (blinder Poet) – No 15  (Angstmacher)

 

No 16 (Spirits) – No 17  (So-wie-du)   No 18? ………………………………………

 

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Agentur für Kandidaten 2023 (7-12)

Bevor ich die weiteren Bewerbungen für das Jahr 2023 vorstelle, möchte ich von Herzen der Jury danken. Natürlich sind weitere Meldungen aus dem Publikum sehr erwünscht. Auch soll diese Übersicht bitte nicht die weiteren Präferenzen beeinflussen. Bisher also haben wir folgendes Bild:

No 1 (Frauenrechte) 30Punkte

No 2 (Transparenz) 30 Punkte

No 3 (Weltraumeroberung)  20 Punkte

No 4 (Hilfesuchende) 20 Punkte

No 5 (Macher) O Punkte

No 6 (Hedonie oder Lebenslust) 40 Punkte

Bevor es weitergeht, werde ich das Punktsystem ein bisschen korrigieren müssen. Ich schlage vor: Jeder/jede hat insgesamt 50 Punkte, die er/sie verteilen kann. Ihr könnt also, wenn sich alle Kandidaten vorgestellt haben, noch einmal abstimmen, dann aber mit insgesamt 50 Punkten, die ihr nach Belieben verteilen könnt. Danke für eure Mitarbeit. Übrigens: Dora weiß noch gar nichts von diesem Spiel. Ich werde sie später nach ihrer Meinung fragen.

No. 7: Das spielende Kind

„Das Leben ist ein Kinderspiel, wenn du es wie ein Kind spielst“, schreibt mir die Kandidatin mit der No 7. „Du nimmst eine Hand voll Erde, formst daraus einen Ball, und schon hast du die ganze Erde zu unendlichem Vergnügen zu deiner Verfügung. Reicht dir das nicht, nimmst du eine Flamme für die Kerze, Blätter vom Herbstbaum, das Licht der Sonne. Du brauchst sonst nichts, brauchst auch niemanden sonst, du bist dir selbst genug. Das ist mein Angebot fürs Jahr 2023“.

Bis zu 20 Punkten kannst du der No. 7 geben.

 

 

No. 8: Der neue Mensch

„Der alte Mensch ist unvollkommen. Neue Wege weist uns die Wissenschaft!“, so heißt es im Bewerbungsschreiben von No 8. „Wir schreiten voran, lassen alte Vorurteile hinter uns. Der Mensch aus der Retorte – perfekt, störungsfrei, voller Kraft undf Schönheit – entspringt der Retorte mit dem Samen und der Eizelle deiner Wahl. Sein Denken wird nicht mehr in die Irre gehen, sondern wundervoll zentriert um die gesetzten Ziele kreisen. Das Schönste aber: seine Gefühle sind vollkommen transparent. Schluss mit all dem Düsteren, mit den Schatten der Vergangenheit. Klar und heiter ist seine Seele. Komm, sei einer der Pioniere, die dieses herrliche Menschenziel realisieren! Auf in die Zukunft einer glücklichen Menschheit! „

Bis zu 20 Punkte kannst du No. 8 geben.

 

 

No. 9: Der/die Fragende

„Das kommende Jahr möge ein Jahr der Fragen und des Hinterfragens sein“, schreibt No. 9. „Zu viele behaupten, Antworten zu haben auf Fragen, die sie niemals stellten. Und sie verordnen und befehlen mit einer Sicherheit, die nur in die Irre führen kann. Lernt, die richtigen Fragen zu stellen! Werdet selbst zum Fragezeichen! Auch Delphi gäbe euch niemals richtigen Bescheid, hättet ihr nicht zuvor die richtige Frage gestellt.“

So meint No 9. Du kannst ihr bis zu 20 Punkten geben.

 

No 10: Traumwesen

„In meinem Reich bist du frei. Willst du Engel sein oder Fisch in den Ozeanen? Sei es! Möchtest du wie ein Weib fühlen, auch wenn dein Körper männlich ist?  Es sei! Was hindert dich!  Schwebe, lebe, webe, hebe dich über die Niederungen der Welt. Die Not dessen, was sie Realität nennen, sei für andere. Wenn dich eine Fessel schmerzt, sprenge sie, wirf sie ab. Für uns sei, was wir wollen, was wir wünschen, was uns gut tut. Komm, teile mit mir den freien Genuss, ohne Grenzen und Verdruss! „

Diese Bewerbung schrieb mir No 10. Du kannst ihr bis zu 20 Punkten geben.

 

 

No 11 Das Paar

„Wir sind ein Wir. Uns ist bewusst, dass unsere Lebensform manchem veraltet erscheint. Wir aber bleiben überzeugt: ein Paar. Was den einen betrifft, ist auch für den anderen wichtig. Als Paar erleben wir die Welt. Als Paar lernen wir, die Welt aus der Perspektive eines Du zu erleben. Das ist manchmal schwierig, auch schmerzhaft, aber es ist das, was uns vor allem anderen interessiert. Wenn du erfahren möchtest, wie die Welt sich aus der Perspektive eines Paares ausnimmt, dann wähle uns.“

Wieder kannst du bis zu 20 Punkten vergeben.

 

No. 12 The Kid

„Hallo, ihr Lieben! Einmal leben wir, machen wir was draus! Ist mir doch wurscht, was grad angesagt ist, oder? Ich jedenfalls hab mein eigenes Programm. Heute so, morgen anders. Es kommt wie es kommt. Mal regnet es, mal scheint die Sonne. Mal hab ich wen, mal bin ich alleen. Mal muss ich, mal will ich. Unterkriegen werden sie mich nicht. Mich nicht!! Ein Weg wird sich schon finden. Hab keine Angst. Wenn du für mich stimmst, machen wirs zusammen, das Jahr. Versprochen! Ich lass dich nicht im Stich, nur weil es bei dir mal nicht so läuft. Alles klar? Na also.“

Diese etwas ungewöhnliche Bewerbung schickte mir No. 12. Wieder kannst du bis zu 20 Punkten vergeben.

Damit ist auch diese Vorstellungsrunde abgeschlossen. Es stecken noch ein paar Bewerbungen im Rohr, vielleicht kommen ja auch noch ein paar Nachzügler, man wird sehen.

 

 

Die neue Regel:  Du kannst insgesamt 50 Punkte vergeben. Die kannst du auf verschiedene Kandidaten verteilen; maximal 20 Punkte für einen Kandidaten. Es gibt mittlerweile 12 Kandidaten.

 

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Agentur für Kandidaten 2023 (1-6)

Es lässt sich nicht mehr verheimlichen: dieses Jahr neigt sich dem Ende zu. Schon fragt der eine und die andere: μετά Meta – danach? Dora ist grad bei den Olivenerntern im Garten, da möchte ich die Gelegenheit ergreifen, schon einmal vorzutasten: Wer soll das Jahr 2023 repräsentieren?

2021 war es der Willi, der im Laufe des Jahres Farbe, Rasse und Geschlecht wechselte, der an den problematischen Weltgeschehnissen teilnahm und meinte: wo ein Willi, ist auch ein Weg.

2022 war und ist Dora die Schenkerin dran. Sie ist immer dasselbe Kind, voller Spaß und kleiner Weisheiten, eine Schenkerin froher Momente.

Und 2023?

Ich habe eine Agentur gegründet, bei der sich Kandidaten melden können. Tatsächlich sind schon ein paar Bewerbungen eingetroffen. Bei der Bewertung und schließlichen Kür rechne auf eure Mithilfe. Denn die Welt ist rund und bunt, und ich allein kann nicht wissen, was kommt, was droht, und nicht mal, was wichtig und wünschenswert ist.

No.1 Frauenrechte

Die Göttermutter macht für sich geltend, dass sie das Frauenrecht verteidigt. Auf der Erde sei die Mehrzahl der Frauen weiterhin Opfer von Misshandlung, Gewalt, Unterdrückung. Man müsse den Frauen endlich zu ihrem Recht verhelfen, damit sie eigenem Gusto und Geschmack leben können. „Nicht nur“, behauptet sie in ihrem Bewerbungsschreiben, „werden Frauen nach altbekannter patriarchaler Manier als Eigentum der Männer gehandelt, sondern sie werden nun auch von anderen neu erfundenen Geschlechtern in Frage gestellt. Wenn das so weiter geht, gibt es bald keine Frauen mehr.“

Hera ist die erste Bewerbung, die hier eintrudelte. Du kannst maximal 20 Punkte vergeben.

No 2. Transparenz bitte!

„Was fehlt, ist Transparenz!“, schreibt die Bewerberin No.2. „Sie fehlt in allem: In der Politik, der Wissenschaft, den Medien, der Geldwirtschaft, sie fehlt auch in den Motiven der Menschen, die Besserung versprechen.“ Scheinheiligkeit-Verlogenheit- Täuschung sei das größte Gegenwartsproblem. Was also am meisten vonnöten sei, sei Transparenz in allen Angelegenheiten, damit die Menschen wissen, woran sie sind.

Du kannst bis zu 20 Punkten vergeben.

No. 3 Eroberung des Weltraums

„Die Erde ist ein unsicherer Ort geworden“, behauptet Bewerber No.3. „Es wird Zeit, sich nach anderen Orten umzusehen. Der Himmel ist voller Sterne, Planeten sind auch in Fülle vorhanden, von Monden ganz zu schweigen. Ich verspreche euch, wenn ihr mich wählt, euch bei eurer Erd-Flucht zur Seite zu stehen“. – Du kannst bis zu 20 Punkten vergeben.

No. 4: Die Hilfesuchende

„Ich fürchte, unsereins wird im kommenden Jahr nicht sehr beachtet werden. Doch werden wir immer mehr.“ So schreibt die Bewerberin No. 4. „Wo sollen wir hin? Wo finden wir eine sichere Bleibe? Während ihr euch über Geschlechter, Transparenz und die Temperatur der Erde zankt, haben wir kein Plätzchen, um unser Haupt hinzulegen. Ich bitte euch, uns nicht zu vergessen. Wenn ihr mich wählt, werde ich euch täglich zuschauen bei eurem Tun und sehen, ob ich ein bisschen Hoffnung daraus schöpfen kann.“

Wiederum kannst du bis zu 20 Punkten vergeben.

 

No 5: Der Macher

„Den Stier bei den Hörnern und die Gelegenheit am Schwanz packe ich. Manchmal geht es auch darum, Drachen zu töten und Ungeheuern den Garaus zu machen. Die Welt ändert sich nicht, wenn du träumst. Ich will dich gern im kommenden Jahr lehren, nicht nur zu schwätzen, sondern zur Tat zu schreiten. Auf gehts!“ So bewirbt sich No. 5. Du aber kannst 1-20 Punkte vergeben.

 

No 6 Hedonie

„Lieben und Lust, Lebenslust! Das ist meine Devise!“ So das kurze Bewerbungsschreiben von No. 6. Es gibt da noch ein ps: „Wer Lust hat, wählt mich. Wer nicht, lässt es bleiben!!“

Auch hier sind wieder bis zu 20 Punkten zu vergeben. Der Schatten hinter der Lebenslustigen wird nicht extra bewertet.

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen warten weitere Bewerbungen im Rohr. Die stelle ich bei nächster Gelegenheit vor. Es wäre schön, wenn du die Bewerbungen bewertest. Du kannst jeweils 1-20 Punkte vergeben. Eine Begründung für die Punktvergabe ist nicht nötig, aber wäre hilfreich. Danke!

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Dora zum SechsundzwanzigstenElften: Interaktiv und Danach

Dora hat eine neue Aufgabe für sich entdeckt: Kunstunterricht geben! Die ersten Schüler haben sich eingefunden. Du wirst sie schon kennen: es sind der dicke Zwerg und die beiden Mäusegesichter.

Stolz zeigt Dora mir den Plan für den Unterrichtsraum, den die Kleinen unter ihrer Anleitung gezeichnet haben. „Es ist nämlich wichtig“, erklärt sie mir wichtigtuerisch, „dass die Schüler von Anfang an beteiligt sind.“   Ich beschaue mir den Plan, lasse mir auch das eine und andere erklären („Wozu soll das Boot gut sein?“, „Was hat es mit den Balken auf sich?“), bin aber nicht sehr überzeugt. „Na ja“, sage ich, „alles Gute dann. Wird schon klappen.“

„Du verstehst einfach nichts!“ nörgelt Dora, die sich über meine mangelnde Begeisterung ärgert. „So geht moderne Kunstpädagogik.“ – „Und wie geht die?“ frage ich kühl. „Meta-interaktiv!“  kommt die prompte Antwort. –  „Wie bitte?“ – „Ich sag ja, du hast keine Ahnung. Also erstens geht sie interaktiv. Künstler und Kunstwerk treten miteinander in einen Austausch. Nichts ist fertig, alles im Werden. Zweitens Meta. …“

„Moment mal,“ unterbreche ich ihren Redeschwall. „Ich bin heute anscheinend begriffsstutzig. Könntest du mir bitte ein Beispiel geben, damit ich es verstehe?“

Dora pfeift, und sofort setzen sich ihre drei Schüler*innen brav auf ihre Plätze. „So, meine lieben Hinz und Kunz und du, Wichtel Miesgram“, wendet sich Dora an die Kleinen, „die Alte hier will wissen, was interaktive Kunst ist. Zeigt es ihr, bitte.“

Wie auf Knopfdruck beginnt sich das Bild zu verändern. (Haben die Kleinen womöglich tatsächlich auf einen Knopf gedrückt?)

„Hm“, sage ich und „nun ja. Ich verstehe. Du machst eine kleine Zeichnung, die gibst du in einen Computer ein, und der Zuschauer kann nun mithilfe von Knöpfen allerlei verändern. Macht was her. Und was ist nun Meta?“ –

Meta ist, wenn du selbst im Bild drin bist. Du läufst drin rum, machst dies und das, frierst oder kriegst einen Schlag, je nachdem, wie du das Bild, das eigentlich eine Maschine ist, einstellst. Also,“ wendet sie sich an ihre Schüler, „Hinz und Kunz und du, Wichtel Miesgram, zeigt der Alten bitte, was Meta ist. Aber Vorsicht, die Maschine könnte euch am Ende verschlingen!“

Das Bild beginnt zu zittern und zu rattern ….

und … was danach* kommt, erzähle ich vielleicht ein anderes Mal. Jetzt muss ich mich erst mal von meinem Schreck erholen.

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*“Meta“ ist bekanntlich der neue Name von FB. Das Wort μετά ist griechisch, ihr kennt es von Metaphysik – was nichts anderes als „Nach der Physik“ bedeutet. Wikipedia schreibt dazu: „Die Bezeichnung selbst stammt nicht von Aristoteles, sondern geht wahrscheinlich auf Andronikos von Rhodos zurück, der im 1. Jahrhundert v. Chr. die Werke des Aristoteles in einem Keller von Strabon fand, wo sie etwa 200 Jahre lang gelagert hatten, und sich um eine Ordnung der Schriften bemühte; es entstand eine Kompilation, die im Grunde genommen eine Art Verlegenheitslösung für eine Gruppe von Abhandlungen ist, die bei der Neuordnung der Schriften übrig blieben und sich schlecht einordnen ließen; Andronikos fügte sie hinter denen über die Physik ein, so dass der Name zunächst eine räumliche, bibliothekarische Bedeutung hatte.“

 

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Schnee auf dem Taygetos

Seit gestern zeichnet sich der höchste Berg des Taygetos, den der Volksmund Pyramide nennt, als weißes Dreieck gegen den weiß-blauen Himmel ab.

Du siehst nichts? Dann wollen wir den Gipfel mal, so weit das iphone es zulässt, heranzoomen. Die Pyramide ist das Dreieck rechts vom übrigen näher gelegenenen Bergmassiv, das auch ein wenig Schnee abbekommen hat.

Das Meer weiß nichts von Schnee, aber es glänzt genauso weiß wie der Gipfel.

 

 

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Deutsche und griechische Insektenkünstler im Vergleich (mit Dora)

Bei Joachim Schlichting ist ja immer wieder Schönes, Erstaunliches und Wissenswertes zu erfahren. So auch sein letzter Eintrag: Pingelige Insekten. Auch der anschließende Dialog zwischen Gerhard und Joachim fand mein Interesse.

Gerhard: Ich unterstelle dem Tierchen ästhetische Ambitionen! Was denn sonst? 😉
Vorbei die Zeit, in der man Insekten Primitivität unterstellt hat.
Sie werden uns demnächst auch Botschaften hinterlassen. Einfach, indem Sie z.b. über Wörter von Buchseiten wandern.

Joachim: Ja, so sollte man es vielleicht sehen. Durch die Wanderungen könnten sie uns etwas vorlesen. Aber Geduld muss man dann schon mitbringen.

In meinem Garten gibt es vergleichbare Kunstwerke, von griechischen Insekten in die Blätter eines Judasbaumes gefressen. Der Vergleich mit den deutschen Pingelfritzen ist geeignet, sämtliche gängigen Klischees zu bestätigen: Die griechischen Insekten sind großzügig, voller Einfallsreichtum und Sprachwitz. Und sie lassen Gerechtigkeit walten: alle Blätter werden angefressen, aber keins völlig ruiniert. Dagegen die deutschen! Was für Perfektionisten! Was für Systematiker! Was sie sich vornehmen, beenden sie, egal was es kostet. Dieses eine Blatt gilt es zu säubern – also säubern wir es (und wenn wir „säubern“ sagen, dann meinen wir es auch), auch wenn daneben ebenso leckere Blätter in Massen herumhängen.

Übrigens war es Dora, die mich auf die Löcher in den Blättern aufmerksam machte. Ihr kennt sie: Kaum entdeckte sie die Löcher (sämtliche Blätter des Judasbaums waren zu filigranen Kunstwerken umgestaltet worden),  fing sie an, in ihnen auf und abzutauchen, als wären sie extra für sie hineingestanzt worden.

Sie behauptet, das sei die beste Methode, um den Sinn der Insekten-Botschaften zu entschlüsseln.

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Die Endlosrolle (abc-etüde)

Dies ist ein Beitrag zu Christianes abc-etüden mit einer Wortspende von Blaupause. Es ist die letzte abc-etüde in diesem Jahr. Und so suchte ich ein passendes Thema zu den Wörtern Rolle-halbherzig-belohnen.

Die Endlosrolle

„Auf meinem Foto“, so schrieb ich 30. Dezember 2015, „entfaltet sich eine Endlosrolle. Blatt für Blatt entrollt sie sich. Ganz so endlos, wie es scheint, ist sie freilich nicht. Aber unbeschrieben ist sie. Also verweist sie auf die Zukunft. Dass sie aus dem Dunkelbereich in lichtere Regionen rollt, freut mich. Man darf hoffen.“

Damals ging mein erstes Bloggerjahr zuende. Seither sind ein paar Jährchen vorbeigezogen. Einige Seiten mehr der Endlosrolle sind beschrieben, bemalt, beschmiert, abgerissen. Wieviele Seiten? Wieviele Tage? Halbherzig liste ich sie auf:

1 plus 365 plus 365 plus 365 plus 365 plus 365 plus 365 plus 323 macht ….

Ach, egal. Sind ja immer noch Seiten da, hab zwar keine Ahnung wieviele, ist ja auch egal. Die Rolle rollt aus dem Hellen ins Dunkle, oder wie? Nein? Umgekehrt? Darf man hoffen? Oder muss man sich fürchten?  Egal. Es wird sich finden. 

„Ist-ja-auch-egal ist eine ziemlich klägliche Lebenseinstellung,“ höre ich Dora aus dem Off krähen. „In 38 Tagen ist es aus und vorbei mit mir! Mach dir das mal klar. Nicht dass du denkst, ich würde dich auch im nächsten Jahr bespaßen.“ 

Wie redet Dora denn? In 38 Tagen ist es mit ihr vorbei? O weh! Ich kriege dann nicht mehr tagtäglich ihre hübschen Geschenke?

Wie lange beschenkt sie mich jetzt schon! 323 Tage lang! Es wird Zeit, sie für ihre Zuwendung zu belohnen. Wie aber beschenkt man eine Schenkerin? Das Zebra könnte ihr gefallen. Schwarz und weiß, hell und dunkel, alles da. „Gefällt es dir, Dora?“ frage ich ängstlich. 

„Ganz hübsch“, quäkt Dora. Nach Begeisterung klingt das nicht. Da muss ich mich wohl etwas mehr ins Zeug legen. Wenn ich ihr nun ein Leporello mit all ihren Gaben basteln würde? 365 Bildchen wie in einer Zieharmonika aneinandergereiht? Ob das geht? Ich kann ja mal einen ersten Entwurf machen, so etwa:

Den Leporello kriegt sie am 31-12-2022 zum Abschied! Ich darf gar nicht dran denken.


 

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Dora zum DreiundzwanzigstenElften: Die offene Tür (alltägliche Zeichnung)

Es regnet draußen, ein verabredetes Treffen fiel wegen Erkrankung aus. Was tun? Da wäre zum Beispiel diese Zeichnung von gestern: die Eingangstür der Taverne, durch die man den Vorplatz mit Tischen und Blumen sowie das Gemäuer des gegenüberliegenden Kirchleins sieht….

Dora lästert. „Eine offene Tür – ha, großartig! Den Vorplatz und die Blumen und das Gemäuer siehst vielleicht du, weil du es weißt, aber sonst niemand. Wenn jedenfalls irgendwas Interessantes durch diese Tür hereinkommen würde, zum Beispiel die Tauben von gestern oder, besser noch, mein neuer Datingfreund Gallus, der Hahn….“

Ich protestiere: „Tauben dürfen hier nicht rein! Tauben machen Dreck! Und dein Hahn ist, soviel ich davon verstehe, ein Huhn, für das nicht mal Bahnhofshallen*, geschweige denn Gaststuben erbaut wurden! Tut mir leid, Dora.“

Inzwischen regnet es draußen. Dora schlüpft hinaus und kommt mit einem Koffer zurück, den sie neben den Eingang stellt. „Der Poldi wird ja wohl rein dürfen, oder? Er friert!“

Poldi! So also hat sie den kleinen Goldenen getauft. Nach dem Sonnengott Apoll vermutlich. Na bravo. Ja, klar, Poldi friert. Poldi darf nicht frieren. Wo kämen wir hin, wenn wir kleine Katzen frieren ließen?


  • Christian Morgenstern

Das Huhn

In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,
geht ein Huhn
hin und her …
Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh’r?
Wird dem Huhn
man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
daß ihm unsre Sympathie gehört,
selbst an dieser Stätte, wo es – »stört«!

 

 

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Dora zum ZweiundzwanzigstenElften: Dating

Dora flötet:  „Heute ist ein besonderer Tag.“- „Ein schöner Tag, zweifelsohne, liebe Dora. Aber ein besonderer?“ –  „Freilich, ein ganz besonderer. Es ist der 22-11-22. Das soll mir erst mal jemand nachmachen!“

Ich stutze.  Stimmt, für sie ist es ein Ehrentag. Schließlich kommen solche Daten ja nicht alle Tage vor. Genau genommen kommen sie sogar höchst selten vor. Die nächste vergleichbare „Schnapszahl“, wo alle Welt heiraten will, ist erst wieder im Jahr 33. Das ist noch ne Weile hin.

„Willst du etwa heiraten?“ frage ich belustigt. „Nein“, grinst Dora. „Wen denn auch. Meinesgleichen gibt es nicht. Entweder sie sind noch nicht geboren oder sie sind schon tot und begraben. Aber irgendwas Besonderes musst du heute posten, finde ich.“

Was Besonderes…., hm. „Vielleicht das Essen in der Taverne?“ frage ich zögernd. Es war schön dort, wir waren ganz allein in der großen Gaststube, während sich draußen Sonne und Regen abwechselten.

„Pah!“ macht Dora. „Als ob das was Besonderes wäre. Ihr geht doch ständig hin, und schön ist es immer.“ – Das stimmt natürlich. Ich denke nach. Die Katzen – die mag Dora sehr, und heute machte ich ein paar hübsche Fotos von den beiden Kleinen, die sich balgten. Aber Dora winkt ab. „Die Katzen sind jeden Tag da, das ist nichts Besonderes.“ Ich gebe mich noch nicht geschlagen: „Wie wär es mit den Katzen im Koffer?“ frage ich hoffnungsvoll. Ich habe den Katzen nämlich, da es draußen nass war, einen Koffer mit Lumpen in den Hauseingang gestellt, und den haben sie auch sogleich okkupiert. Sieht süß aus, wirklich!

Doch nein, Dora will ….. ein Dating. Ich seufze. Mit Datings habe ich keinerlei Erfahrung, aber kann ich Dora enttäuschen? Nein, das geht nicht. Beim Dating muss, so viel ich weiß, eine Person auftreten, die sich als potentieller Partner anbietet. Ich versuche es mal.

Dora beschaut sich die Figuren, winkt dann aber ab. „Zu groß“, befindet sie. „Und wenn wir sie halbieren?“ frage ich.

Dora marschiert zwischen den nun vier Figuren herum.  „Immer noch zu groß“, befindet sie dann. „Kannst du sie nicht noch ein bisschen zerstückeln?“ Kann ich. Ich mache aus den ursprünglich zwei Figuren sechs. Dora lässt sie vor sich aufmarschieren. Den ersten mit der spitzen Zaubermütze schickt sie gleich weg. Dabei hatte ich gedacht, er würde zu ihr passen.

Als Dora noch zwei rausgeschickt hat und ich schon denke, das wird nix mit dem Dating, erscheint auf einem leeren Platz ein wunderschönes goldfarbenes Huhn.

„Ein Hahn!“ schreit Dora. „Der passt zu mir, den nehm ich! Es lebe der 22-11-22!“

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