Wetter und Farben

Der Regen hat aufgehört. Der gestrige Tag war noch von ständigem Wechsel gezeichnet. Die fein gestreute Feuchtigkeit in der Atmosphäre machte die Farben und Konturen milde und weich.

Der halbfertige Neubau schräg gegenüber, der in einem unentschlossenen Graugelb angestrichen wurde, leuchtete vor dem dunkelblauen Himmel in einem Neongelb auf, wenn die Sonne ihn traf.

Die Oliven (dies hier sind die dunkelblauen Kalamata-Oliven) sogen die Feuchtigkeit freudig ein. Der Kürbis auf dem Kompost hat eine goldgelbe Blüte und viele Fruchtansätze gebildet. Ob die wohl ausreifen können?

 

Und heute? Kühle satten Farben und ein paar freundliche weiße Wölkchen über den Ausläufern des Taygetos. Das Meer starkblau. Eine kräftige, heitere Stimmung.

Die Quitten werden nun doch noch quittegoldgelb. Die Früchte des Feigenkaktus beginnen zu reifen.

 

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Ist das gerecht? (Bertold Brecht und die Katzen)

Ist das gerecht?  so frage  ich mich, wenn ich meine beiden lieben Dicken auf dem Fernsehstuhl sich gemütlich umarmen sehe und ihre Großneffen und -nichten, diese Winzlinge, müssen draußen vor der Tür im Regen frieren.

Natürlich ist das nicht gerecht! Doch wie sagt schon der Bettlerkönig Peachum, als sich seine Tochter über Ungerechtigkeiten beklagt? (Bertold Brecht, Die Dreigroschenoper, Erstes Finale)

PEACHUM (mit der Bibel in den Händen):

Das Recht des Menschen ist’s auf dieser Erden,

da er doch nur kurz lebt, glücklich zu sein,

teilhaftig aller Lust der Welt zu werden,

zum Essen Brot zu kriegen und nicht einen Stein

Das ist des Menschen nacktes Recht auf Erden,

doch leider hat man bisher nie vernommen,

dass etwas recht war und dann war’s auch so!

Wer hätte nicht gern einmal Recht bekommen?

Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.

                   Setz für „Menschen“ das Wort „Katzen“ ein, dann stimmts immer noch.

Aber was soll ich machen: sieben Kleine aus zwei Würfen, dazu deren Eltern und Onkel und Tanten kann ich nicht ins Haus nehmen.  Draußen habe ich allerlei Behausungen hingestellt, es gibt auch Abstellräume, in denen sie Schutz vor dem Regen suchen können – aber diese drei wollen „draußen vor der Tür“ liegen und mein Herz erweichen. Immerhin gibt es über ihnen ein Vordach. Immerhin.

„Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss! / Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“

(Bertold Brecht, Der gute Mensch von Sezuan, Schlusszeilen)

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Dienstags-Drabble: Was sagen die Karten? (kata-strophisch)

Das folgende Drabble habe ich mithilfe der drei von Wortman vorgegebenen Wörter Vergnügen – erblassen – monoton verfasst.

Ich lege tatsächlich gelegentlich Tarotkarten, doch ist das, was ich im Drabble erzähle, mir selbst noch nicht passiert. Im Grunde geht es mir um die merkwürdige Spannung zwischen „Aufklärung“ und „Aberglauben“, zwischen rationalem Denken und dem Erschrecken, wenn die Karten Unerwünschtes voraussagen. Jeder, der sich mit Kartenlegen, Horoskopen und ähnlichen Methoden der Vorhersage befasst, kennt diesen Wiederspruch. Das einzige, was dagegen hilft, ist: Keine Karten anfassen und niemandem gestatten, sie dir zu legen!

„Der Tod“ (aus meiner Legebild-Serie: „große Arkana des Tarot“)

 

 

Ich lege manchmal, so zu mein’m Vergnügen,

Ne runde Tarot-Karten aus, und denke

Na macht ja nichts, das sind doch alles Lügen,

Bin ich’s doch selbst, die ich mein Schicksal lenke.

*

Heut fragte ich die Karten: sagt mir bitte

Ob der November Freundliches enthält?

Was wird erwarten mich zur Monatsmitte?

Zum Monatsende: habe ich noch Geld?

*

Und zieh ne Karte und erblasse sehr

Es ist der Tod, o je!

Ich mische zehnmal und noch mehr

Und wieder ists der Tod, o weh!

*

Ich mische immer noch das Kartenspiel

Es wiederholt mir monoton:

„Erreicht hast du dein Lebensziel,

Lern die Lektion.“

 

Der Ritter und der Tod. Kopie eines Ausschnitts von Dürers „Ritter, Tod und Teufel“

 

Ich möchte diesen Eintrag mit der Mitmachaktion „Der Tod und die Kunst“ des Totenhemd-Blogs verlinken (hier).

Außerdem passt das Drabble zu Bild 4 von Myriades Impulswerkstatt, das sie heute gepostet hat. (hier)

 

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Reminiszenzen: Bildergeschichten mit Leelas Schnipseln in einer schwierigen Zeit

Vorbemerkung: Keine Angst, ich will diese schwierige Zeit (2021) nicht wieder hervorkramen. Doch da Leela heute einen Eintrag aus jener Zeit „geliked“ hat und ich auf diese Weise dran erinnert wurde, fing ich an, all die Geschichten noch einmal anzuschauen und die vielen schönen und interessanten Kommentare dazu zu lesen. Und nun habe ich das Bedürfnis, diese Bilder noch einmal zu posten, dazu auch den jeweiligen link, falls jemand meine und seine und eure Kommentare dazu nachlesen möchte.

Anfrage: Sehr gern hätte ich mal wieder eine Sendung mit neuen Schnipseln! Ist da vielleicht eine oder einer unter euch, der Lust hätte, mir ein Tütchen voll Schnipsel zu schicken?

Vorbereitung

Leelas Schnipsel sind angekommen (16. Mai 2021)

Ich ordne sie, um zu sehen, was es da gibt:

No 1  Sonnenunter- und Mondaufgang

Link: https://gerdakazakou.com/2021/05/16/leelas-schnipsel-sind-da-sonnenunter-und-mondaufgang/

No. 2 Vogelfütterung

link: https://gerdakazakou.com/2021/05/16/leelas-schnipsel-2-vogelfuetterung-und-mehr/

No 3 Eine Begegnung der besonderen Art

link: https://gerdakazakou.com/2021/05/17/leelas-schnipsel-3-eine-begegnung-der-besonderen-art/

No 4 Zu gern wüsste ich

Link; https://gerdakazakou.com/2021/05/18/zu-gern-wuesste-ich-legebild-4-mit-leelas-schnipseln/

No 5 Selbstregulatives System

link: https://gerdakazakou.com/2021/05/23/selbstregulatives-system-leelas-schnipsel-no-5/

No 6 Fischwelten

link: https://gerdakazakou.com/2021/05/24/fischwelten-legebild-mit-leelas-schnipseln-no-6/

No 7 Pralinen (kombiniert mit schwarzen Schnipseln von Jürgen Küster)

link: https://gerdakazakou.com/2021/07/02/pralinen-eine-erzieherische-abc-etuede/

No 8: Sandaletten oder Pantöffelchen?

link: https://gerdakazakou.com/2021/06/11/juniverse-12-6-2021-sandaletten-oder-pantoeffelchen-geschmacksfragen/

 

 

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For the rain it raineth every day

Denn der Regen, der regnet alle Tage, so lässt Shakespeare den Narren im Schlusslied von „Was ihr wollt“ singen. Der Narr hat mit diesem Lied den Oktober beendet und singt nun im November die nächste Strophe mitsamt seinem Refrain. Es ist düster und kalt, und es regnet und regnet. Das Heizöfchen habe ich aus dem Atelier geholt, um mir die Füße zu wärmen. Bei solchem Regen qualmt der Kamin, er ist dann nutzlos. Und für die Ölzentralheizung ist es noch zu früh.

So mit dem Heizöfchen ist es gemütlich. So mag ich dem Regen da draußen zuhören, wie er mal plätschert, mal trommelt. Wenn er pausiert, ist es auch schön, dann kann ich eine Runde ums Haus und auf die Straße machen.

Gegen Mittag machte der Regen eine etwas längere Pause, da schien die liebe Sonne auf die flachen Seen und Rinnsale, die sich unter den Olivenbäumen gebildet haben. Tropf tropf tropft es von den Zweigen hinunter auf die glänzenden Wasserflächen, bildet sich Ring um Ring, und schenkt mir ein Bild, um über Ursache und Wirkung zu filosofieren: Der Tropfen löst eine ringförmige Welle aus, die verbreitert sich, stößt auf Widerstände in Form einer anderen Welle oder eines Grashalms, Interferenzen und neue Tropfen, neue Ringe, ein Steinchen löst sich ab, plum, plutsch und neue Ringe … Wer will das Ergebnis berechnen? So auch jede menschliche Tat: winzig ist ihre Auswirkung aufs Ganze, unberechenbar und ist doch real. Einfache Ursache-Wirkungs-Modelle sind da nicht sehr brauchbar.

Inzwischen plätschert der Regen leise weiter, und der Kater wünscht, meine tippenden Finger zu stoppen, damit sie ihn streicheln. Gleich, gleich! Noch zwei Fotos von heute Mittag! Ist das nicht herrlich? Die Oliven trinken begeistert das Nass, und so werden wir (mein Vertrauen in einfache Ursache-Wirkungs-Schlüsse ist wieder hergestellt!) eine reiche Ernte haben.

 

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25 (52) Wochen – ein Objekt: Der Kleine Prinz, der Widderschädel und die Schlange

Ursprünglich von Wortman angeregt, fotografiere ich jeden Sonntag das Metallfigürchen des „Kleinen Prinzen“ in einem anderen Surrounding. Heute, zu Beginn des November, scheint es mir angebracht, ihn neben dem Totenschädel eines einst herrlichen Widders zu präsentieren. Den Schädel fand ich vor vielen Jahren auf Samothrake, aufgespießt auf einem Pfahl, wo er ein Feld bewachte – vermutlich sollte er die wilden Ziegen davon abschrecken, den angebauten Klee zu fressen… Ich klaute den Schädel und trug ihn heim. Seither ziert er mein Atelier, und ich habe ihn oft gezeichnet und manchmal auch gemalt. Denn jeder weiß, dass Schädel toter Tiere ein wichtiges Motiv in der Malerei sind. (vergl hier oder hier oder hier).

Mitleidsvoll und nachdenklich schaut der Kleine Prinz auf den verwitterten Schädel. Vielleicht befragt er die Schlange, die sich zu seinen Füßen ringelt, was es mit dem Tod des Widders auf sich hat? Sie ist in solchen Fragen ja erklärtermaßen eine Expertin. Ich erinnere an die erste Begegnung des Prinzen mit der Schlange, erzählt von Saint-Exupery, ins Deutsche übertragen von R. Strassenburg

Auf der Erde angekommen, war der kleine Prinz erstaunt, niemanden zu sehen. Er hatte schon Angst, sich im Planeten geirrt zu haben, als sich ein mondfarbener Kringel in der Erde bewegte.

– „Gute Nacht“, sagte der Prinz auf gut Glück.

– „Gute Nacht“, antwortete die Schlange.

– „Auf welchem Planeten bin ich gelandet?“, fragte der kleine Prinz.

– „Auf der Erde, in Afrika“, antwortete die Schlange.

– „Ah! … Gibt es denn niemanden auf der Erde?“

– „Hier ist die Wüste. Es gibt niemanden in der Wüste. Die Erde ist groß“, sagte die Schlange.

Der kleine Prinz setze sich auf einen Stein und schaute hinauf in den Himmel.

– „Ich frage mich“, sagte er, „ob die Sterne erleuchtet sind, damit jeder eines Tages seinen Stern wiederfinden kann. Schau dir meinen Planeten an. Er ist gerade genau über uns … Aber wie weit er doch fort ist!“

– „Er ist schön“, sagte die Schlange. „Was machst du hier?“

– „Ich habe Schwierigkeiten mit einer Blume“, sagte der kleine Prinz.

– „Ah!“, sagte die Schlange. Und sie schwiegen.

– „Wo sind die Menschen?“, fuhr der kleine Prinz fort. „Man ist ganz einsam in der Wüste …“

– „Bei den Menschen ist man auch einsam“, sagte die Schlange. Der kleine Prinz schaute sie lange an:

– „Du bist ein lustiges Tier“, sagte er schließlich, „so dünn wie ein Finger …“

– „Aber ich bin mächtiger als der Finger eines Königs“, sagte die Schlange.

Der kleine Prinz lächelte:

– „Du bist doch nicht stark … Du hast nicht einmal Füße … Du kannst nicht mal herumkommen …“!

– „Ich kann dich weiter fortbringen als ein Schiff“, sagte die Schlange.

Sie rollte sich um den Knöchel des kleinen Prinzen wie ein Goldarmband:

– „Denjenigen, den ich berühre, übergebe ich der Erde, aus der er stammt. Aber du bist rein, du kommst von einem Stern …“

Der kleine Prinz antwortete nichts.

– „Ich habe Mitleid mit dir, so schwach wie du bist, auf dieser Erde aus Granit. Ich kann dir helfen, wenn du eines Tages Sehnsucht nach deinem Planeten hast. Ich kann …“

– „Oh! Ich habe sehr gut verstanden“, sagte der kleine Prinz, „aber warum sprichst du immer in Rätseln?“

– „Ich löse sie alle“, sagte die Schlange. Und sie schwiegen.

 

 

Ich schweige auch. – – –

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Jeden Sonntag ins Archiv. 1.November 2015: „Entwerden“

Jeden Sonntag steige ich hinunter ins Archiv, um festzustellen, was mich früher an einem Tag wie diesem umtrieb. Ich bleibe gleich im ersten Bloggerjahr stehen: 2015.

Ein erster November scheint grundsätzlich weise, wenn auch etwas trübe Gedanken zu befördern. Meine damaligen lesen sich so: „November. Auch hier ist er nun angekommen, trübe, grau und nass. Es ist eine Zeit des Vergehens. Ich nenne es Ent-Werden. Denn es löst sich auf, was sich im Laufe des Jahres als Struktur gebildet hat. Diese Strukturen müssen nun vergehen, um einem neuen Werden Platz zu machen.“

Strukturen lösen sich notwendigerweise auf, vergehen, damit Neues entstehen kann. Das betrifft nicht nur die Natur, sondern menschliche Verhältnisse ebenso. Wie mir scheint, sind wir in eine Zeit des Verwesens europäischer Herrlichkeit eingetreten. Schön ist das nicht anzusehen. Wer mag schon Verwesendes? Dennoch ist es ein notwendiger Schritt, damit sich Neues entwickeln kann.

Diese Figur, mithilfe von Naturmaterial, Papier und Farben auf Leinwand geschaffen, taufte ich „Entwerden“. Entstanden ist sie einige Jahre früher.

Gesellschaftliche Assoziationen verband ich damals nicht mit dem Bild. Vielmehr ging ich gleich ans Grundsätzliche:

In früheren Zeiten meinte man, das Leben entstehe spontan aus dem Schlamm.  Mutter Erde mit ihren Grotten – das war ihr Uterus. Auch heute wird die Entstehung des Menschen nicht viel anders, nur eben maskuliner erklärt: Gott erschuf Adam aus Schlamm und blies ihm seinen Atem ein. Aus Schlamm oder aus Erde, gelegentlich auch aus Staub, in den wir zurückkehren werden.

Der nächste Gedanke ist dann näher am Bild:

Mit dem Werden sind wir vertraut, und es freut uns. Die Schönheit der vergehenden Formen zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Man muss schon näher herantreten. Da sieht man dann, dass sich im Prozess des Ent-Werdens bereits der Keim des neuen Werdens bilden möchte.

Ich denke, wenn ich das heute lese, vor allem an das Gewimmel von Maden im Kadaver. Auch eine Stelle aus Kafkas „Landarzt“ kommt mir unweigerlich in den Sinn (vergl. hier). Was aber sah ich damals, vor elf Jahren, als ich dieses Bild betrachtete und hin und her wendete?

Entwerden 5

Ich war offensichtlich entschlossen, im Verfall nur das Positive zu erkennen, denn ich schrieb: „Einige Teile haben sich vom Corpus abgelöst und schwimmen im fruchtbaren Schlamm davon. Wenn man will, kann man darin die Vorformen neuer Lebewesen erkennen – wie es die Alten taten.“

Entwerden 4

Möge es so sein! Und möge das Leben, das sich aus dem Alten gebiert, schön und erfreulich sein!

Καλό μήνα / Guten Monat November wünsche ich allen hier Mitlesenden!

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Oktober-Übersicht: Zeichnungen und Malereien

Für ein ordentliches Oktober-Resümee reicht es heute nicht mehr. Aber Abschied vom Monat Oktober möchte ich doch noch nehmen, beginnend mit einer letzten kleinen Zeichnung im Straßencafe, wo ich gestern nach dem Mittagessen einen doppelten Espresso trank.  Ich erinnere mich gern an diesen Moment. Es gab in diesem Monat natürlich spannendere und schönere, auch schlimmere Momente als diesen so alltäglichen. Was aber täte ich ohne die Straßencafes, wo ich sitzen und einen Espresso genießen kann, während die Augen den Raum durchwandern.

 

Ebenfalls beim Kaffeetrinken entstanden zwei Zeichnungen in der Altstadt

 

Wild und bunt und ganz anders als die sorgsamen Kalenderblätter des September sind die  des Oktobers ausgefallen. Es hat mir Spaß gemacht, gegenstandslos und spontan zu malen und rumzuklecksen, und ich hoffe, ein wenig von diesem Farbenrausch mit in den November hineinnehmen zu können. Ich habe nicht für jeden Tag ein Blatt gemacht, aber es sind doch etliche zusammengekommen.

Eine andere Serie, die ich in diesem Monat weiterführte, sind die Boote („Unser täglich Boot“). Es handelt sich um Zeichnungen in einem Zeichenbuch, das ich zu diesem Zweck anlegte. Manche der Boote habe ich in der Natur gezeichnet, andere nach gemalten oder fotografischen Vorlagen aus eigener Produktion (mit zwei Ausnahmen, wo ich fremde Aquarelle alsVorlagen benutzte).

Einige wenige Zeichnungen entstanden auch in der Zeichenschule, wohin ich zweimal zum Modellzeichnen ging.

So, das wars schon. Kein großes Werk ist entstanden, aber doch dies und das an Versuchen und Ideen. Ich danke dem Oktober und freue mich auf den November.

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Lust- und Unlustbarkeiten: Basar, Bouzouki und böse Überraschung

Gestern abend waren wir auf dem Basar mit selbstgemachten Süßigkeiten, Marmeladen, Gebäck zur Unterstützung des „Vereins der Freunde behinderter Menschen“, der im Kulturzentrum der Stadt ausgerichtet wurde. Wir begrüßten Mitarbeiter des Vereins, kauften einige der Leckereien und zogen dann weiter ins historische Zentrum, wo mein Mann noch ein Gyros mit Pitta essen wollte. Schön wars, man grüßte ein paar Bekannte und freute sich, als zwei Rembeten mit ihren Instrumenten an einem der Tischchen Platz nahmen und begannen, alte Rembetika zu singen. Es war eine schöne entspannte Atmosphäre, und so blieben wir noch ein bisschen.

die hübsche Kellnerin                                            der alte Rebete

Nach zweieinhalb Stunden, es war erst kurz nach neun, waren wir zu Hause. Ein merkwürdiger Anblick bot sich uns: durch den unteren Teil der Haustür drang Licht. Ja, ich hatte eine Lampe brennen lassen, aber wie zum Teufel … Nun, es waren mal wieder Einbrecher am Werk gewesen. Die schwere Tür hatten sie versucht auszuhebeln mit dem Erfolg, dass  zwar ein Spalt zwischen Tür und Rahmen klaffte, die Tür sich aber nicht bewegen ließ. Was tun? Mein Mann beschloss, dass er durch das Loch kriechen könne, um die hintere Tür zu öffnen. Und er schaffte es tatsächlich leicht!

Drinnen herrschte das nach Einbrüchen übliche Tohuwabohu, aber gestohlen war nichts. Das Atelier, in dessen Tür immer ein Schlüssel steckt, war nicht durchsucht worden, und so sahen die Diebe auch nicht das Geld, das ich dort ganz offen in einer Dose aufbewahre.

Da dies nun schon der vierte Einbruch und der zweite in diesem Jahr war (der andere war im Mai, und damals wurde die hintere Tür demoliert), beschlossen wir, die Polizei zu informieren. Die kam auch in Gestalt von zwei netten Beamten in Zivil. Sie rieten uns dies und das zur Sicherung des Hauses (automatisch sich anstellende Beleuchtung, Sicherheitsschlösser, Alarmanlage) und verabschiedeten sich. Ob denn keine Spurensicherung erfolge? Nun, wenn wir das wünschten, müssten wir morgen einen Antrag stellen… aber das täten die meisten nur, wenn Wichtiges gestohlen worden sei, was ja bei uns nicht der Fall war. M.a.W., es wäre vergebene Liebesmüh.

Nun ist der Schreiner da, hat die Tür geöffnet und macht sich an die Reparatur…. Ich machte noch schnell zwecks Illustration zwei Fotos: eines von Außen mit der provisorischen Plane, und eines von Innen mit dem Handwerker. Ich bin voller Bewunderung für meinen 85jährigen Mann, dass er fähig war, durch dieses Loch zu kriechen! Ich hätte nicht durchgepasst, glaube ich, und der Schreiner erst recht nicht.

Offenbar werden wir beobachtet, wenn wir das Haus verlassen. denn der Einbruch erfolgt, egal zu welcher Tageszeit, stets unmittelbar nach unserem Weggang. Das nächste Mal male ich ein Schild mit „Bitte eintreten, überzeugen Sie sich selbst: es gibt nichts zu klauen“ und lasse den Schlüssel stecken! Dann bleibt jedenfalls die Tür heil. Je mehr du sicherst, desto mehr Schätze hast du zu verbergen und desto teurer wird die Reparatur.

So, jetzt ist der Schreiner weg und die Tür wieder ganz! Nur das Schloss muss noch ausgetauscht werden. Das bringt uns der Schreiner am Montag. Bis dahin bleibt der Sessel als Hindernis vor der Tür stehen…

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Wanderung (Bilder von unterwegs)

Heute raffte ich mich zu einem größeren Spaziergang auf, den ich, gemessen an meinen Körperkräften, als Wanderung bezeichnen möchte. Sechs Kilometer auf und ab: zuerst hinauf zum Bergdorf Megali Mantinia, dann querfeldein hinüber zu einer anderen Asphaltstraße, die hinunter zur Sandovabucht führt, von dort eine Abzweigung zum Küstendorf Akrogiali. Von dort dann wieder querfeldein heim.

Viele,sehr viele neue Baustellen. Ich verstehe es ja, dass jeder sein Home und Castle bewohnen möchte, dennoch ist diese Zersiedelung ein Elend.

Blick auf Akrogiali!

Kürbisse und Kürbisblüte in einem Gärtchen am Ortseingang

Pause in Akrogiali. Ich setzte mich an einen Tisch am leeren Strand, der Besitzer brachte mir einen herrlichen frisch gepressten Orangensaft und einen Espresso, bevor er den Laden dicht machte. Bezahlen konnte ich nicht, da das internet ausgefallen war und ich nur eine Karte bei mir hatte. „Beim nächsten Mal“.

Panoramaaufnahme der Bucht von Akrogiali, von meinem Sitzplatz aus.

Die letzten anderthalb Kilometer waren mühsam, denn es ging noch mal bergauf, und ich fühlte meine Knochen. Doch als ich in den Garten trat und den Schatten eines Olivenbaums auf der Mauer mit dem Rosmarin sah, war ich schon wieder munter.

So, und nun noch eine Frage an die Wolkenkundigen: ich wundere mich immer über die rhythmische Formation der Wolken. Weiß jemand, was es damit auf sich hat? Man sieht es auch auf den anderen Himmelsfotos, besonders gut über Akrogiali.

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