Kunstbuch No 14: Nie wieder Krieg

Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Um der Lähmung angesichts der Schrecken etwas entgegenzusetzen, setzte ich mich daran, ein 14. Kunstbuch , diesmal mit Bildern von Malern des 20. Jahrhunderts, die den WW1 miterlebten, zu gestalten.

Für den Umschlag zeichnete ich einen Ausschnitt aus Picassos Guernica, angeregt durch Stefan Kraus, der über das Leiden der Menschen und der Tiere weint.

Die folgende Doppelseite zeigt den größten Teil einer Radierung von Otto Dix, Bild X aus seinem Zyklus „Krieg“ (1924).

Es folgt ein Ausschnitt der Radierung „Die Granate“ von Max Beckmann aus dem Jahre 1915. Auf der gegenüberliegenden Seite dann das titelgebende Plakat von Käthe Kolwitz „Nie wieder Krieg“ ((1924).

Die nächste Doppelseite zeigt ein Selbstporträt von Ernst Ludwig Kirchner, der sich 1914 freiwillig zum Wehrdienst meldete, aber schon bald einen Nervenzusammenbruch erlitt. 1938 erschoss er sich wegen der Diskriminierung seiner Kunst.

Die Rückseite zeigt einen Ausschnitt eines Gemäldes on George Grosz mit dem Titel „Die Säulen der Gesellschaft“ (1926).

Ich denke, damit habe ich die wichtigsten Aspekte des Kriegs in Erinnerung gerufen: Leiden der Menschen und Tiere; tote Soldaten beider Seiten sind sich gleich; eine auf Befehl geworfene Granate verstümmelt die Menschen; Verzweiflung des Kriegsfreiwilligen, dem die Augen aufgehen; Kriegstreiber, Ideologen und Kriegsgewinnler aller Parteien.

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Kalenderblätter 26-28/2

Die letzten drei Kalenderblätter des Monats Februar schicke ich vom Handy, weil unsere Internet-Dienstleister seit gestern nur gelegentlich funktionieren. Ich vermute, der Grund liegt in den euch allen bekannten Ereignissen, denen wir geographisch ziemlich nah liegen.

Am 26.2. zeichnete ich ein ganz besonderes Holz, das ich einst vom Strand mitnahm und das mir schon öfter als Modell diente.

Am 29/2 nahm ich eine abgeschnittene Haarsträhne in die Hand.

Heute nun war es erneut ein Apfel.
Damit endet die Februarserie mit Naturobjekten in meiner Hand.
Falls (wenn) die Internet-Verbindung wieder funktioniert, werde ich noch eine Übersicht über den Monat posten.

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Kunstbuch No 13: Blauer Reiter

Ich blätterte gestern abend in einem schönen Bildbald über den „Blauen Reiter“ und bekam Lust, den dort abgebildeten Selbstportraits der Maler ein „Kunstbuch“ zu widmen. Ich faltete also einen DinA4 Bogen und füllte die kleinen Blätter  mit Selbstbildnissen von Macke, Münter, Jawlensky, Werefkin und Klee. Das Bildnis von Marc stammt von Macke. Feininger und Campendonk fand ich im Netz. Kandinsky fehlt, von ihm existiert kein Selbstportrait. Klee und Feininger waren keine Mitglieder des Künstlerbunds, aber befreundet.

 

Alle Portraits bis auf das letzte sind um 1910 herum entstanden.

August Macke, selbst, 1910

Gabriele Münter, selbst, 1909

Franz Marc, portraitiert von August Macke 1910

Alexej Javlensky, selbst, 1912

Marianne Werefkin, selbst, 1910

Paul Klee, selbst, 1911

Lionel Feininger, selbst, 1910

Heinrich Campendonk, selbst, 1919

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Kritzeleien – Improvisationen (4): Taverne und Cafe

Ein paar Kritzeleien vom heutigen Tag:

In der Taverne am Segelhafen: Als erstes erscheinen die Getränke sowie Salz, Pfeffer und Servietten im Ständer auf dem Tisch mit der gemusterten Decke. Mir gegenüber sitzt mein Mann, in der Zeitung lesend. Leere Tische und Stühle. Wir sind allein im Garten. Die anderen Gäste ziehen den geschlossenen Raum vor.

Das Essen wurde aufgetragen: Spagetti mit Oktapus für meinen Mann, Tintenfisch mit Spinat für mich, dazu ein Weißkohlsalat und frische grob geschnittene Weißbrotscheiben im Körbchen mit kariertem Tuch. Ich bin schon fertig mit dem Essen und habe Zeit für eine zweite Kritzelei. Der Stift gibt seinen Geist auf. Später werde ich ein paar Linien nachziehen.-

Nach dem Essen gehts zum Einkaufen im Supermarkt. Das überlasse ich meinem Mann. Ich selbst gehe beim Chinesen vorbei, um mir neue Filzstifte zu kaufen. Auch Jackenknöpfe und eine Trainingshose nehme ich mit. Die Kosten sind minimal. Im Straßencafe bestelle ich mir einen doppelten Espresso und probiere einen der neuen Filzstifte aus. Er ist ein bisschen langweilig, da man den Strich nur wenig modellieren kann. Auch gehorcht er mir nicht, geht seine eigenen Wege. Ich werde ihn zähmen müssen.

Noch ein Versuch, diesmal vom Eingang des Cafes, vor dem ich sitze.

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Kunstbuch No 12: Alle Vögel

Gestern abend habe ich mir ein weiteres Mini-Zine aus einem Blatt Schreibmaschinenpapier gebastelt. Diesmal sind keine Enten, sondern andere schräge Vögel abgebildet. Zur Herstellung habe ich eine meiner neurografischen Zeichnungen in kleine Schnipsel zerrissen (zyklische Ökonomie!), die ich dann grob verklebte. Auf diese „Collage“ zeichnete ich mit dickem Filzstift die Vögel.

aufgeblättert:

und die Rückseite des Heftchens:

Ts, ts ts, dreckige Fingelnägel!

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Kalenderblätter 24.-25. Februar: Knochen und Quarz

Die Knochenvase steht normalerweise auf dem Kaminsims, gefüllt mit aufgelesenen Federn. Wo ich den großen Rinderknochen gefunden habe, weiß ich nicht mehr.

Auch an den Fundort des Quarz-Bruchstücks erinnere ich mich nicht.

Das Quarz-Bruchstück habe ich heute zum ersten Mal gezeichnet. Die Knochenvase aber ist ein schon öfter gezeichneter Naturgegenstand. Diese hier ist vom Dezember 2024:

Viel älter und auf großem Zeichenkarton mit Bleistift gezeichnet ist der folgende Knochenvasentanz (leicht bearbeitet).

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Vielleicht erinnert sich auch noch mancher an die Collagen meiner gezeichneten Faust mit dem Knochen:

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Immer wieder war die Knochenvase auch Teil von Stillleben, zB hier in einem Arrangement von 2018…

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oder in dieser großen Bleistiftzeichnung mit Kerzen, Keramikbötchen und Gong.

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Umblühte Felsen

An diesen warmen frühlingshaften Tagen drängen überall die Blüten aus dem regenfeuchten Boden hervor. Besonders liebe ich Stellen, an denen der felsige Untergrund unter der dünnen Erdschicht hervorschaut.

Mir kommt es so vor, als seien diese Felsen heilsam für die alten Knochen. Und vielleicht sind sie es ja auch.

 

 

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Kunstbuch No 11: „Ich erzähl euch was“

Gestern am Kamin faltete und bemalte ich ein weiteres Mini-Zine. Was daraus wurde?

Das vordere Deckblatt:

und die Rückseite

dazwischen sechs Seiten:

WP akzeptiert jetzt übrigens wieder die mittleren Formate. So lohnt es sich, die Einzelbilder anzuklicken, um sie größer zu sehen.

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Kalenderblätter 22-23: Kürbis und Widderhorn (und die Hand als Maßstab)

Gestern zeichnete ich Mme Kolokytha, die ich im vorgestrigen Eintrag als „Opernsängerin“ vorstellte (hier). Sie ist eine häufige Erscheinung in diesem Blog. Ursprünglich war sie wohl ein Kürbis, der dann trocknete und in mein Atelier Einzug hielt.

Madame ist sehr leicht und schaukelt gern. Ich brauche meine Hand nicht fest um sie zu legen, um sie zu stabilisieren. Ein leichter Griff genügt.

 

Heute nahm ich ein schweres „Naturobjekt“ in die Hand, das mich ebenfalls seit langem begleitet: das Horn eines Widders. Den Kopf dazu gibt es auch – natürlich nur als knöchernen Schädel. Ich sah ihn einst bei einem Streifzug durch die Samothraker Einsamkeit als Totem auf einer Umzäunung und nahm ihn mit.

Auf der Zeichnung halte ich das Horn mit festem Griff, um es aufrecht zu halten. Dadurch verdecke ich das dicke Ende.

Warum lege ich so viel Wert auf die Hand? Es gibt viele Gründe. Einer davon ist, dass ich durch die Hand einen Maßstab für die Objekte einführe. Die Hand ist das Maß aller Dinge. Man erkennt an ihr, wie groß das Objekt ist, und man kann sogar das Gewicht einschätzen. Durch den Vergleich mit der Hand gebe ich zudem Hinweise auf die Farbe und Oberflächenstruktur des Objekts.

Wie groß ist Mme Kolokytha? Du kannst es nicht einschätzen, zumal das ins Bild ragende Horn perspektivisch vergrößert ist und du nicht wissen kannst, wie groß das Horn ist.

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Auch wenn sie zusammen mit anderen Objekten erscheint, ist eine Einschätzung schwierig, sofern du diese Objekte nicht kennst.

Und das Widderhorn? Da ist das Verhältnis zum Schädel immerhin ein Maßstab.

Übrigens ist es das rechte Horn, das ich heute zeichnete.

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Reiner Montag: Adler im Blau!

Adler (αητοί/aiti), so sagte ich, heißen hier die Drachen, die man in die Luft steigen lässt. Und man lässt sie nicht, wie in meiner ersten Heimat an der Ostsee, bei den beginnenden Herbststürmen, sondern am „Reinen Montag“ (Καθαρή Δευτέρα/kathare devtera), also zu Beginn der österlichen Fastenzeit steigen.

Das Wetter ist prächtig, als wir uns auf den Weg zur Sandova-Bucht machen, um den Drachensteigern ein wenig zuzuschauen. Unseren eigenen Drachen lassen wir im Keller.

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Du siehst nur Leute, aber keinen Drachen? Gedulde dich ein bisschen, bis der Wind auffrischt. Die Papas (und nicht nur die) geben sobald nicht auf. Na also!

Ein paar Vögel schaffen es und schweben gemeinsam mit der bleichen Mondsichel im leuchtenden Blau.

Zu Hause setzen wir uns in den Garten, um die heute eingekaufte Lagana* (λαγάνα, flaches, ohne Backpulver oder Sauerteig gebackenes Brot mit Sesam) zusammen mit Fischrogensalat (ταραμοσαλάτα), Oliven,  Weißkohl- und grünem Salat zu verzehren. Die traditionellen dicken Bohnen lassen wir aus, denn gestern bekamen wir von der Wirtin „unserer“ Taverne eine Portion Παστίτσιο (Pastitsio) geschenkt, das man „eigentlich“ heute nicht mehr essen darf.

Sämtliche Katzen versammeln sich um unseren Tisch. Nachdem sie ihren Teil bekommen haben, geben sie Ruhe, putzen sich und genießen die Sonne.

Leo und Lin auf der alten Gartenbank

Wir aber halten den wohlverdienten Mitztagsschlaf. …

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