Dienstagsdrabble/Impulswerkstatt: Wasserschaden/Neubeginn (utopisch-ungereimt)-

Wasserschaden/Neubeginn.

Ich plage mich immer noch mit dem Wasserschaden im Atelier. Die Zeichnungen hatte ich gleich geföhnt, um sie zu trocknen. Heute betrachtete ich sie und warf viele weg, denn gewellt und mit Wasserflecken sahen sie nicht grad berauschend aus. Wie es mit den Gemälden steht, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Denn ich habe mich noch nicht getraut, alle aus dem Abstellraum hervorzuziehen und anzuschauen. Manche sind noch vom verpufften Heizungsruß geschwärzt, und jetzt kommt die Feuchtigkeit dazu. Ich bin versucht, alles, was sich angesammelt hat, im Garten aufzuhäufen und ein befreiendes Osterfeuer zu entzünden! In fünf Tagen ist Ostern!

Dieses Drabble aus hundert Wörtern nach einer Wortvorgabe von Wortman (Gemälde, föhnen, rauschen) ist nicht fiktiv. Ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht kurzen Prozess machen und alles, was im Atelier ist, in einem Osterfeuer (in der Nacht vom kommenden Samstag zum Sonntag) verbrennen soll. Dann hätte ich freie Sicht und freie Fahrt für Neues.

Die Fotos zeigen das, was ich heute an Zeichnungen entsorgt und im Auto verstaut habe, um es zum Recycling zu fahren.

Dies Drabble ist zugleich ein Beitrag zum Mosaikstück, das Myriade für die laufende Impulswerkstattrunde vorgegeben hat: Neubeginn.

 

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Es gibt so Tage …

Die Ereignisse pflegen sich nicht an die Normalverteilung zu halten: An manchen Tagen geschieht fast nichts, an anderen überstürzen sich die Ereignisse. Heute war ein Tage der letzteren Art – wenngleich gemäßigt und nicht wirklich dramatisch, dank der Hilfe und Kompetenz meiner Mitmenschen.

Alles begann sehr friedlich: wir beschlossen nach Kalamata zu fahren, um ein paar Erledigungen und Einkäufe zu machen: die Katzen brauchten Futter, eine Buchbestellung war angekommen, eine Brille aus der Reparatur abzuholen … Mann und Frau gingen ihres Wegs, und später würden wir uns in der Taverne Thiassos (die Theatertruppe) zum Mittagessen treffen.

Am Wochenmarkt kaufte ich eine kleine blau blühende Topfpflanze, um sie mitsamt dem Kunstbuch „Luna“ der Freundin zu bringen, die heute ihren Hund begrub.  Dann machte ich einen Bummel zum „Koukouvagaki“,  der „kleinen Eule“, einem Laden mit Antiquitäten der alltäglichen Art: Die Erben brauchen es nicht mehr, Freundin Maria sammelt es und bietet es zum Verkauf an.  Auch einige meiner Tierbilder hütet sie, um sie für den Tierschutzverein zu verkaufen. Seit langem schon wollte ich vorbeigehen. Ich traf sie an, besah mir ihr zweites Ladengeschäft, das sie nun dazugemietet hat, fotografierte eine Ansammlung fein bemalter Tassen und zog glücklich mit einem geschenkten Eulen-Rucksack ab.

Noch  dies und jenes kaufte ich und fand meinen Mann auch bei der Taverne Thiassos, die freilich geschlossen war. Also beschlossen wir, erstmal bei der Freundin vorbeizufahren, um ihr das Mini-Zine und die Blume zu bringen. Sie war nicht da, aber ihre Schwiegermutter und die drei Mitarbeitenden der kleinen Produktion von Marmeladen etc, die sie betreibt. Alle fingen an zu weinen, als sie das Heftchen sahen.

Lebensanfang

Sie hatten Luna sehr geliebt. Später schickte mir die Freundin ein Foto des Grabes mit dem neu gepflanztes Bäumchen, anderen Pflanzen, meinem Blümchen und dem „Kunstbuch“.

Es ist ein sehr schöner Platz geworden. Möge Luna hier von ihren Qualen ausruhen, und mögen ihre Leute Trost finden.

Wir beschlossen nun heimzufahren. Unterwegs leuchtete am Kadran ein rotes Warnlicht auf. Ich steuerte „meine“ Tankstelle an, um zu fragen, was das bedeute, doch da war geschlossen. Also fuhr ich weiter, aber das Rot wurde immer bedrohlicher, und so steuerte ich die nächste Tankstelle an. Auch dort war eigentlich geschlossen, aber eine reizende junge Frau war bereit, einen Blick auf die Armatur zu werfen. „Wasser“, sagte sie. „Können Sie bar bezahlen? Die Kasse ist geschlossen“. Ok, sie holte Wasser für die Kühlung, goss ein – und ein mächtiges Gezische und gewaltiger Dampf waren die Antwort. O mei, ein größerer Schaden? Vielleicht, meinte sie und holte den Kollegen. Es stellte sich heraus: die Zuleitung zum Kühlwasser war zerbrochen und das Wasser ausgelaufen. Unmöglich weiterzufahren. Also hieß es, den Abschleppdienst und meine Werkstatt anzurufen. Zum Glück gingen beide an den Apparat, und nun hieß es warten.

Der weiße Fiat Tipo im Hintergrund ist mein Wagen

Mein Mann bestieg das herbeigerufene Taxi, um mit den Einkäufen heimzufahren. Mir wurde ein doppelter Espresso gebracht. So freundlich die Angestellten! Drei Viertel Stunden später war der Abschlepper da, und ruckzuck war mein Auto aufgeladen und festgezurrt.

Ich kletterte hinauf und hatte während der Überführung ans andere Ende Kalamatas Zeit, die Künste des Fahrers zu bewundern, der mit dem Riesending fuhr, als sei es ein Motorrad. Auch die Landschaft war von meinem hohen Sitz aus sehr eindrucksvoll, zumal es wieder Neuschnee auf den Berggipfeln zu bewundern gab.

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In der Werkstatt besah man sich den Schaden und versicherte mir, in einer Stunde sei er behoben. Ich setzte mich in das Cafe nebenan und trank eine heiße Schokolade …

Das war’s. Um fünf war ich zu Hause und legte mich aufs Ohr. Später machte ich uns dann, anstelle des ausgefallenen, ein leckeres Mittagessen.

Du sagst: Na und? Das, was ich heute erlebt habe, hat mich mal wieder tief versöhnt mit der Menschheit: alle Menschen, mit denen ich zu tun hatte, waren ausnahmslos reizend, hilfsbereit, freundlich, kompetent… Ich weiß zwar sowieso, dass ich nichts, gar nichts vermag ohne die Hilfe meiner Mitmenschen, aber ich musste wohl erst einen Schaden erleiden, um mir bewusst zu werden, dass meine Mitmenschen eben diese Hilfe auch jederzeit zu leisten bereit sind. Genauso wie ich ja auch bereit dazu bin.

Ein schöner Tag.

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Kunstbuch No 33: Luna

Luna war die Hündin einer sehr lieben Freundin. Nch zwei Jahren vergebnlichem Kampf gegen den Krebs blieb nichts anderes übrig, als sie einzuschläfern. Es tat uns allen sehr weh, zumal Luna noch nicht alt war. Habs gut, liebe Luna, dort, wo du jetzt bist!

Die Zeichnungen machte ich nach Fotos. Ich strengte mich an, sie ordentlich zu zeichnen, aber es war schwer, denn Luna war pechschwarz. In dieser Schwärze leuchteten ihre kleinen blauen Augen doppelt hell. Wenn sie redete oder lachte, zeigte sie ein erschreckend weißes sehr gesundes Gebiss.  In Wirklichkeit war Luna natürlich viel schöner als auf meinen dürftigen Zeichnungen…

Rückseite und Vorderseite

Innenseiten

Lebensanfang und -ende

Nur ein paar Jahre hat dein Leben gedauert, liebe Luna, aber du hattest es gut und wurdest sehr geliebt.

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25 Wochen – ein Objekt

Wie von Wortman angeregt, poste ich jeden Sonntag ein Foto des Kleinen Prinzen in neuem surrounding. Heute machte er dem fröhlich von den Todgeglaubten wieder auferstandene Kater Lin seine Aufwartung. Der Kater konnte mit der scharfkantigen Blechfigur zwar wenig anfangen, öffnete aber bereitwillig seine Pfoten für eine herzliche Umarmung.

Frohe Auferstehung euch heute Feiernden! Hier warten wir noch eine Woche auf den freudigen Moment….

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Sonntags im Archiv: 5. April 2020. Das Jüngste Gericht

Als ich wie jeden Sonntag ins Archiv stieg, um zu sehen, was mich an einem Tag wie diesem in früheren Jahren beschäftigte, landete ich im Jahr 2020. Damals entwickelte ich die Tarotkarten, und am 5. April war es das Jüngste Gericht (hier).

Das passt mir ganz gut, weil viele Männer und Medien heutzutage eine Endzeitstimmung verbreiten. Ich glaube nicht an Endzeiten, wohl aber an schwere Zeiten, Katastrophen und Wandlungen, an Zyklen, vielleicht auch an Entwicklungsschübe und an den Phönix, der sich aus seiner eigenen Asche strahlender als zuvor wieder erheben wird.

Was aber hat das mit der Tarotkarte „Das Jüngste Gericht“ zu tun?

„Die üblichen Karten“, so schrieb ich damals, „zeigen einen oder zwei Engel mit Posaune und nackten Menschlein, die sich aus ihren Gräbern erheben. (… Doch) keine Angst: Wir sollen nicht beurteilt und schon gar nicht verurteilt werden. Vielmehr gehe es um Erneuerung, Erweckung, Wiedergeburt. Wir werden die Welt mit neuen Augen sehen, denn das Gericht (griechisch „η κρίσης“, die Krise, das Urteil) befreit uns von alten Denkmustern und Lebensmodellen. Was verworren schien, ordnet sich, und wir verstehen endlich den Sinn dessen, was sich grad abspielt.“

Besseres könnte uns gar nicht passieren, als dass wir, von alten Denkmustern befreit, uns erneuern und den Sinn verstehen dessen, was sich gerade abspielt. „Gerade abspielt“, sage ich, und sagte ich auch 2020, denn auch damals, als wir die Covid-Krise durchmachten, hätte ich mir eine bessere Urteilskraft (κρίσης) der Menschen gewünscht.

Die Karte, die ich fürs Tarot legte, zeigt den Erzengel Michael, wie er in einer flammenden Wolke über den Menschlein verschiedenster Rasse und Herkunft erscheint.

Andere Varianten legte ich auch, zum Beispiel diese:

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2020/04/img_4561-e1586123326771.jpg

Ich verwarf sie aber, weil sie zu bedrohlich wirkten. Inzwischen aber scheint es ja so, als sollte ein großer Teil der Menschheit in einer Flammenwolke vernichtet werden. Oder wird dieser Kelch an uns vorübergehen? Und werden wir uns erneuern dürfen, ohne dass wir zuvor verbrennen?

 

 

 

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Kalenderblätter 1.-4. April: Emanzipation geometrischer Elemente

Für den verrückten Monat April habe ich mir eine eigene Verrücktheit ausgedacht: ich zeichne auf einem Kalenderblatt eine Ansammlung von Gegenständen. Auf der gegenüberliegenden Seite gebe ich den geometrischen Formen der Dinge und der Zwischenräume das Recht, ihren Platz und ihre Farbe selbst zu bestimmen. Da hat dann auch ein unscheinbares Schattendreieck die Chance, zu einem dominanten roten Ding zu mutieren. Es ergeben sich auch neue Verbindungen zwischen den Elementen… Nur der Kreis tut sich schwer, er bleibt selbstherrlich.

Die Durchführung der Idee steckt noch in den Kinderschuhen. Mal sehen, was daraus wird.

Hier die beiden ersten Doppelseiten des April.

(ps. Ich habe die erste Version dieses Eintrags auf dem Handy geschrieben und gepostet. Nun konnte ich endlich WP auf dem Computer öffnen und habe den Eintrag etwas korrigiert. )

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Kunstbuch No 32: illustrierte Geschichte, fortgesetzt (2)

Der Artikel von N. Banerjee, der mich zu dieser Mini-Zine-Reihe anregte, steht auch am Anfang dieses dritten „Kunstbuches“, doch mehr noch als beim zweiten Heft entferne ich mich davon und erzähle von den Ereignissen in Teheran 1952-53 nach eigenem Ermessen.

Hier zur Erinnerung die Innenseiten der zwei vorangegangenen Mini-Zines

Die Ereignisse im Iran 1951-1953 sind im übrigen ja wohlbekannt: CIA und SIS, die Geheimdienste der USA und Großbritanniens, starteten 1952 die Aktion“Ajax“, um den gerade gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh wieder aus dem Amt zu entfernen und den Schah an die Macht zurückzubringen. Was auch mithilfe von Öl-Embargo, viel Geld und organisierten Protesten gelang. Der Schah kam zurück und das Parlament wurde faktisch ausgeschaltet. Es begann das Regime des Terrors durch den persischen Geheimdienst unter der Anleitung der britischen und amerikanischen Dienste.

Und warum das? Nun, das iranische Parlament hatte 1951 mit sehr großer Mehrheit für die Verstaatlichung der Ölindustrie gestimmt. Das konnte man nicht hinnehmen, befanden die 1951 bzw 1952 (wieder) an die Macht gelangten Politiker Churchill und Eisenhower. Die Angloamerikaner beanspruchten Öl und Territorium für sich, damit sich nicht etwa die Sowjetunion breitmache. In Korea tobte bereits der erste Krieg der Nachkriegsjahre (1950-53), und die Kriegsfreundschaft mit Stalin war zu Ende…

Wieder habe ich ein paar der Protagonisten nach Fotos, die ich im internet fand, gezeichnet.

Der erste: Mohammed Mossadegh, als iranischer Ministerpräsidenten. Das zweite: Churchill und Eisenhower freuen sich, nun gemeinsam für eine vernünftige Nchkrtiegsordnung sorgen zu können. Das dritte: Shaban Jafari, der „Hirnlose“, ein in Teheran bekannter Sportler und Schläger, der als einer der wichtigsten vom CIA bezahlten Organisatoren der Proteste gegen Mossadegh gilt . nach einem Pressefoto von 1954. Die Rückseite: der 22jährige Reza Pahlavi, bei seiner Vereidigung vor dem Parlament (1941), als er den Thron seines von den Briten nach Südafrika verbannten Vaters bestieg.

 

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Aprilwetter

Das Wetter ist abwechslungsreich, mit viel Saharasand, viel Regen, der alles wieder rein wäscht, dann wieder scheint die Sonne und lässt die Welt erglänzen. Jetzt ist Nacht und über den Bergen grollt ein Gewitter. Aprilwetter vom besten.

Heute in einer Regenpause

Olivenland, Ausläufer des Taygetos-Gebirges

Gestern

Ginster und Judasbaum in Blüte

 

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Kunstbuch 31: Bebilderte Geschichte fortgesetzt (1)

Gestern las ich im Newsletter von Vera Lengsfeld den Artikel Teheran, 1953: Der Putsch, der die Ölpolitik veränderte des indischen Journalisten Shoumojit Banerjee, exzerpierte ein paar Textstellen und illustrierte sie mit Portraits der Protagonisten (hier). Heute kommt nun die Fortsetzung. Allerdings bin ich wieder nicht bis zum Putsch gegen Mossadegh gekommen, mit dem alle heutigen Erzählungen anfangen. Die Vorgeschichte hat eben auch eine Vorgeschichte, die ich kaum kannte. Und so blieb ich erneut in der Vorgeschichte der Vorgeschichte des heutigen Dramas stecken.

Ich bereicherte meine Lektüre durch Abschweifungen ins internet und exzerpierte auch kurze Abschnitte aus Wikipedia, um das Bild abzurunden. Die Portraits fand ich ebenfalls bei Wikipedia.

Die gestrigen Seiten….

und die Forsetzung: Kunstbuch 31

Aufgeblättert:

zum Lesen einfach draufklicken.

Es wird sicher noch weitere Fortsetzungen geben.

 

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Kunstbuch 30: Bebilderte Geschichte

Die Idee war, ein Mini-Zine über meine Lektüre in den sm über die erschreckenden Ereignisse im allzu Nahen Osten zu machen. Und so sieht auch das Deckblatt aus: Von einem, dem Hören und Sehen vergeht

Doch schon beim ersten Artikel, den ich anklickte, blieb ich hängen. Er ist von einem indischen Journalisten namens Shoumojit Banerjee, zuerst erschienen in ‚The Perfect Voice‘ (Mumbai), ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht von Vera Lengsfeld. Er trägt den Titel Teheran, 1953: Der Putsch, der die Ölpolitik veränderte.

Ich las also, machte kurze Exzerpte, suchte Abbildungen der Hauptakteure im Internet. …

Natürlich ist das Heftchen viel zu klein, um mehr als die Vorgeschichte des heutigen Dramas aufzunehmen. Die beginnt 1901 und endet 1953. Mein Heft reicht sogar nur bis 1925. Vielleicht mache ich noch ein zweites und drittes Heft, das uns näher an die Gegenwart heranbringt. Lust dazu habe ich. Die Informationen prägen sich besser ein.

 

 

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