Vom Schnipsel zum Bild zur KI-Illustration: Engelerscheinung, Füchslein und Nixfamilie

Meine grad erfundene Methode, von Schnipseln zum Bild zu gelangen (Schnipsel auslegen – umranden – gestalten: siehe hier), habe ich heute noch mal ausprobiert. Als Schnipselquelle diente mir ein Bleistift-Frottage-Blatt. Daraus legte ich zwei Figuren: einen Engel und einen Menschen.

Die Figuren umrandete ich, zeichnete einen welligen Hintergrund, bearbeitete das Ganze dann farbig.  Drei Varianten fotografierte ich.

Einmal ist keinmal. Also machte ich noch ein Legebild mit einem Füchslein auf Nahrungssuche.

Und wieder stehen drei Varianten zur Auswahl.

Meine primitive Kunst mache ich in einer Art Gegenwehr gegen das allzu Glatt-Perfekte der KI-befeuerten Bilderwelt, die vielen, vor allem auch Kindern, zur Gewohnheit wird. Neugierig, was KI aus meinen Vorlagen macht, bat ich ChatGPT um „Verbesserungen“. Die bekam ich auch gleich mitsamt neuen Titeln frei Haus geliefert.

 meine Endfassung mit Titel              ChatPGT-Fassung  mit Titel

Füchslein auf Nahrungssuche                                   Bunte Kinderzeichnung mit Fuchs

Engelsbegegnung                                                    Abstrakte Neonfiguren auf Wellen

Nixfamilie im Meer                                                 bunte Schlangen auf liniertem Papier

 

 

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Positiv und Negativ mit Nixen

Außer Minizines zu zeichnen, fiel mir am Abend bei den Nachbarn noch eine andere Beschäftigung ein: Ich zerriss das bereits angerissene blaue Deckblatt von Nikolas Zeichenblock in kleine Stücke und legte daraus Figuren. Denn neben mir saß die Tochter des Hauses, und ich wollte sie mit meiner Lege-Technik bekannt machen.

Dann bekam ich Lust, die Umrisse der etwas kümmerlichen Nix-Familie grob mit dem Filzstift nachzuzeichnen.

Ich entfernte die Schnipsel, vervielfachte die Umrisslinien und legte die Schnipsel als Wasser aus. Was Gestalt war, wurde so zum Hintergrund.

In meiner Tasche find ich einen hellgrünen und gelben Marker, mit denen ich die Umriss-Figuren belebte. Das Negativ wurde dadurch wieder zum Positiv, und eine neue Methode war geboren.

 

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Abend mit Minizines für Nikola (5 Jahre alt)

Gestern abend waren wir in Nachbars Garten mit Swimmingpool eingeladen. Der  Abendhimmel über dem Meer war noch rot verfärbt, darin schwamm die Venus, und der Halbmond stand, sich spiegelnd, über dem Pool.

Ich saß etwas abseits, hörte mit halbem Ohr der Unterhaltung zu und begann, auf meiner Serviette die Köpfe der Anwesenden zu skizzieren. Das bemerkte die Hausfrau. Sie eilte ins Haus und erschien mit einem Block, in dem ihr fünfjähriger Enkelsohn Nikola sich künstlerisch ausgetobt hatte. Aus einem noch leeren Blatt faltete ich ein Minizine, nahm meinen dicken Filzstift und zeichnete fantastische Szenen hinein.

Das Heft wurde gleich konfisziert. Man versprach, es dem kleinen Jungen mit besten Grüßen zu übergeben. Ich konnte es noch fotografieren und machte gleich ein zweites Minizine. Dieses Mal benutzte ich Nikolas Kritzeleien und versuchte, mich da hineinzufühlen und sie auf meine Art zu ergänzen. Die farbigen Linien sind seine, die schwarzen meine. Das erste Foto zeigt Vorder- und Rückseite, die drei anderen die inneren Doppelseiten.

Auch dieses Heft wurde konfisziert.

Also machte ich noch ein drittes Heft. Wiederum stütze ich mich auf ein paar Kritzeleien des Kindes und folge ihrer Dynamik. Die dünnen schwarzen Linien und die hellgünen Kringel sind seine, der Rest ist von mir. Die anderen Farben habe ich zu Hause ergänzt.

Das erste Foto zeigt wieder Vorder- und Rückseite, die drei anderen die inneren Doppelseiten.

 

 

 

 

 

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Kalenderblätter und andere Zeichnungen nach Fotos von Jürgen „Linsenfutter“

Vorhin schrieb Sonja (Wildgans) traurige Worte über nicht mehr vorhandene Blogs, darunter auch den von Jürgen „Linsenfutter„. Ich widersprach: Jürgens Blog ist noch online, man kann seine zauberhaften Tierfotos weiterhin dort anschauen – was ich auch gleich tat. Und beschloss, zwei der noch leeren August-Kalenderblätter mit zwei Zeichnungen nach seinen Fotos zu füllen. Das erste zeigt mein Lieblingstier – den Steinkauz -, das zwei Jürgens Liebling, das Eichhörnchen.

Seine Fotos sind natürlich viel schöner und lebensechter, und es gibt auch von beiden mehrere Ansichten. Also schaut mal selbst nach! Die Fotos vom Kauz veröffentlichte er am 14.11.2025 und die vom Eichhörnchen am 26.1.2025.

Bei der Gelegenheit blätterte ich in meinem Blog zurück, um nach anderen Zeichnungen nach Jürgens Fotos zu suchen. Zu jeder Zeichnung verlinke ich das entsprechende Linsenfutter-Foto.

Frosch und Seerose:

Zaunkönig

Blaumeise

der Star

der Fitis

 

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großes Segelboot-Bild (mit Schwarz-Weiß-Varianten)

Zwei Stunden habe ich im Atelier gestanden und tüchtig geschwitzt., um ein weiteres Segelbootbild anzulegen. Das Format ist 120 x 60 cm.

Nun grübele ich, wie ich es weiter entwickeln will.

Ich habe eine Schwarz-Weiß-Version des Fotos angefertigt, wo die Bildidee besser zum Tragen kommt.

Mir gefällt die SW-Version mit dem verschatteten rechten Bildteil momentan am besten:

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Dienstags-Drabble mit Fuchs und Trauben (eine Frage der Moral)

 

Unsere Trauben sind reif, es wird Zeit, sie zu ernten und  zu genießen. Konkurrenten gibt es genug, insbesondere Wespen und Vögel, Füchse sind nicht darunter. Doch hängt dem Fuchs eine Geschichte mit sauren Trauben nach, und um die geht es dann auch in meinem heutigen Drabble. Die Wortvorgaben von Wortman Fuchs – Intrige – essen legten es nahe.

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Der Fuchs gilt als Meister der Lüge,

der Tricks, des Betrugs, der Intrige

und wenn seine Schlauheit ihm einmal nicht reicht

und er ohne Trauben davonnen sich schleicht

*

dann klatschen die Guten und Frommen vor Freud

und schrein hinterher: „Da seht ihrs, ihr Leut!

Der Fuchs ist zwar schlau, doch kann er nicht fressen

Was wir, die Guten, jetzt selber aufessen!

*

Die Trauben sind süß, du erbärmlicher Wicht

Doch dir sind sie sauer, denn du kriegst sie nicht.“

Der trickreiche Fuchs, der hämische Esser

Wer ist in moralischer Hinsicht wohl besser?

*

Ist Schadenfreude eine Zier

Oder ein Schatten von mir?

 

Der Fuchs und sein Schatten

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Impulswerkstatt: Tempelruinen

Die Reste von Tempeln, die während der Glanzzeit griechischen Kulturlebens erbaut und dann, in vergröberter, vergrößerter Gestalt im hellenistischen und römischen Herrschaftsbereich weiterentwickelt wurden, sind bis heute ein hoch attraktives Ziel für Touristen. Und die modernen Staaten tun nicht wenig, um für Wiederherstellung, Erhalt und Zugänglichkeit Sorge zu tragen.

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Der Apollentempel von Bassae (Arkadien), zwecks Erhaltung seit langem mit einer Schutzhülle umgeben.

Was ist es eigentlich, was so viele Menschen dazu bringt, bei glühender Hitze den Akropolisberg hinanzusteigen

Akropolis, Blick auf den Parthenon, Mai 2026

den weiten Weg zum Tempel des Poseidon in Sounion auf sich zu nehmen

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oder über das Ruinenfeld von Alt-Korinth zu wandern, den Reiseführer in der Hand?

Ich weiß es nicht. Erkenntnisinteresse ist es sicher nur zum Teil. Denn wer kann sich aus den Ruinen schon einen Reim machen und verstehen, wie und warum diese Bauwerke entstanden? Wer ist in der Lage, sich in die alte Kultur so hineinzuversetzen, dass die damalige Denk- und Lebensweise verständlich wird?  Die meisten Reisenden verlassen den Ort vermutlich nicht aufgeklärter, als sie ihn betraten.

Der Reiz der alten Tempelanlagen besteht, so scheint mir, nicht darin, die Entstehungsdaten, Baustile und Zahl der Säulen zu erfahren. Eine Mischung aus nur halb bewussten Gefühlen und Gedanken wird wohl so manchen Besucher überkommen, wenn er durch solche einst heiligen Ruinen wandert, wandelt oder auch schleicht.  Ihm wird vielleicht die Vergänglichkeit der Hochkulturen bewusst, er mag über die Perfektion früherer menschlicher Werke staunen, und auf die Stille lauschen, die unter all dem touristischen Lärm zwischen den Säulen wohnt… Wer weiß das schon. Und dann ist da der Ort: jeder dieser Bauten ist ja auf einem ganz besonderen Fleck der Erde entstanden, und die Feinfühligen spüren wohl noch etwas von den alten Kraftlinien.

Apollentempel von Bassae, innerhalb der Schutzhülle

Die Art, wie die Menschen die alten Tempel betrachten, hat sich im Lauf der Geschichte stark gewandelt, genau wie die Bauten selbst.  Im Mittelalter existierten sie als ominöse von wilder Vegetation überzogene Orte, wo Geister spukten, wenn die Christen die Böden nicht versiegelten und ihre Kirchen drüber errichteten.  Auf aufgeklärte Weise wiederbelebt wurde das Interesse an ihnen im 15. Jahrhundert – in der Renaissance, die an die griechische Antike geistig anzuknüpfen versuchte und in den halb verschütteten Bauten einen handfesten Beweis für die Größe der versunkenen griechisch-römischen Kulturepoche sah. Die Gesetze der alten Baukunst zu entschlüsseln, ihre Harmonien auf modernere Materialien zu übertragen und für die Gegegenwart nützlich zu machen, war eines der Hauptinteressen damaliger Architekten, zB. Palladio. Wie erfolgreich sie damit waren, zeigt die Baukunst des Klassizismus:  Banken, Museen, Versicherungshäuser, Theater und Paläste in ganz Europa prunken mit griechischen Fassaden und Säulenhallen. Ob die harmonischen Proportionen dabei immer eingehalten wurden, steht auf einem anderen Blatt.

Ich selbst habe mich dann und wann mit dem Bedeutungswandel des Tempelbaus beschäftigt, so 2016 mit dem „Blutigen Tempel“

ματομένος ναός

und 2015 in dem Eintrag „Tempel, Schatzhaus, Grab“, in dem ich ein großes Gemälde aus dem Jahr 2008 vorstellte.

Tempel

Die heutigen Geldtempel nennt man Börsen. Das Wort „Börse“ kommt von griechisch: βύρσα ‘abgezogene Haut, Fell’. Woher denn auch der Ausdruck: jemandem das Fell über die Ohren ziehen.

 www.redensarten-index.de/: „Nun werden Staaten ja nicht von Überziehungskrediten und Kreditkarten zum gedankenlosen Ausgeben verführt, sind nicht dumme, arme Leute, denen ein reicher Abzocker die Haut über die Ohren zieht, sondern sind voller bester Wirtschaftsfachleute und Experten“; „Lasst Euch nicht das Fell über die Ohren ziehen! Wehrt Euch!“; „Demokratie ist die Kunst, dem Volk im Namen des Volkes feierlich das Fell über die Ohren zu ziehen.“

Als ich 2008 das obige Tempelbild malte, dachte ich an das Finanzsystem und dass es zusammenbrechen wird. Diese Vorahnung wurde fast zur Gewissheit, als im Jahr drauf Lehman Brothers pleite gingen und die sogenannten Märkte schwankten. Seither hat man tüchtig geflickt, gestützt und Rettungsschirme aufgespannt. Aber so richtig harmonisch wirkt das Gebilde nicht mehr. Man kann kein Vertrauen haben. Es wird zusammenstürzen. Schließlich sind viel großartigere Tempel eingestürzt.

Die Überbleibsel der alten zusammengestürzten Tempel haben für mich bis heute einen Schimmer alter Verehrung um sich und können mich weiterhin beim Malen inspirieren.

Tempelbezirk Samothrake, Aquarell

 

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades „Impulswerkstatt“.

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Küstenstreifen neu entdeckt

Von Kalamata bis zu uns, eine Strecke von etwa 10 km, geht es immer am Meer entlang, aber man kann nicht überall ans Meer gelangen. Oft ist die Küste sehr steil, es gibt Zäune und Privatgrundstücke, es gibt keine Parkmöglichkeiten ….,und daher konzentriert sich das Badeleben an einigen gut zugänglichen Stränden.

Gestern (Mariä Himmelfahrt, hier ein sehr hoher Feiertag) waren wir zum Mittagessen mit Freunden verabredet, die in einem großen Hotel abgestiegen sind. Im Volksmund heißt das Hotel die „chinesische Mauer“, denn zur Straße hin ist es fast fensterlos. Ich kannte bisher nur die Außenansicht.

Drinnen herrscht wohltuende kühle Leere. Man geht durch weite Vorräume, eine Treppe hinunter zum Swimmingpool, zwei weitere Treppen durch Etagen mit Tischen zum Speisen, um schließlich nach einer weiteren Treppe am Meer anzukommen. Dort gibt es einen belebten schmalen Geröllstrand, der mit Liegen und Sonnenschirmen bestückt ist.

Außerhalb dieses Strandstücks ist die Küste weit und fast leer, geschützt von einer bewaldeten Steilküste. Hier hatten sich nur wenige Menschen mit Stühlchen und Sonnenschirm eingerichtet. Ich fand einen duftenden schattigen Platz unter Wachholdersträuchern.

Eine Idylle fernab vom Blechstrom, der dieser Tage unaufhaltsam über die Küstenstraße rollt. Denn der 15. August ist der Höhepunkt der Badesaison, und wer es irgendwie schafft, verlässt die Städte und fährt ans Meer.

 

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Kunstbuch 55: gekritzelte Notatensammelung

Ich notiere gern flüchtige Einfälle in Form von Skizzen. Das Ergebnis sind Notizen …oder Notate?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Nach meinem Gefühl ist ein Notat die Niederschrift eines flüchtigen Gedankens, einfach so, aus Freude daran. Es genügt sich selbst. Eine Notiz hingegen ist eine Gedächtnisstütze und verlangt Ausarbeitung oder sonstige weitere Verwendung.

So gesehen ist das Kunstbuch 55  eine Sammlung flüchtig hingekritzelter Notate.

Das Deckblatt ziert ein Specht, der interessiert ein Insekt betrachtet. Die Rückseite zeigt eine unterirdischen Knolle, die eine oberirdische Pflanze mit Blüte hervortreibt.

Auf der ersten Innenseite („Katzentraum“) gibt es eine Katze zu besichtigen, die von vielen vielen unter der Erde lebenden Mäusen träumt. Sobald sich eine an die Oberfläche wagt….

Es folgt die  „Blütenerwartung“ – eine Blüte in Erwartung vieler vieler Insekten, die sich an ihren Pollen laben werden.

Das nächste Blatt („windig“) zeigt ein Ährenfeld, das von einem aus dem Osten kommenden Wind gen Westen geneigt wird. Die Ähren geben dem Druck elastisch nach, ohne zu brechen.

Dann kommt das berühmte Wettrennen des Hasen und des Schildkröten- oder Igelpaars („Wettlauf“). Der Hase rennt, und zugegebenermaßen ist er sehr schnell, aber die Schildkröte (der Igel) ist immer schon vor ihm da, weil Männlein und Weiblein sich zum Verwechseln ähnlich sehen und großartig kooperieren.

Nicht fabel-, aber märchenhaft kommen die beiden letzten Seiten daher. Zunächst „Der Fischer un syne Fru“: da sieht man einen Mann und einen großen Fisch, und im  Hintergrund Ilsebill, die nicht so will.

Das letzte Notat ist dem mutterlosen Mädchen aus „Sterntaler“ gewidmet. Die arme Waise wird vom Himmel mit Goldtalern beschenkt.

Über jedes dieser Notate ließe sich ein Essay verfassen, der die philosophischen, psychlogischen, moralischen Tiefen auslotet. Das aber überlasse ich jetzt mal anderen.

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Ansichtssache: Das Ding-an-sich wird zum Ding-für mich (Immanuel Kant)

Neben mir auf dem grünen vom Wasserschaden leicht lädierten Umschlag von Paul  Klees „Pädagogischem Skizzenbuch“ liegt ein Stück Schwemmholz. Es ist klein, rundlich und wenig prägnant geformt, hellgrau bis beige, leicht und weich und von einer schwammähnlichen Struktur. Keine Ahnung, woher es stammt und warum ich es aufgesammelt habe.

Aber da es nun einmal daliegt, beginnt es mich zu interessieren. Ich schalte die Tischlampe an und mache zwei Fotos.

Ich nehme das „Ding-an-sich“ in die Hand und drehe und wende es. Erstaunlich viele unterschiedliche Gesichter zeigt mir dieses indifferente Stück lebendiger Materie!

Welche Seite ist die interessanteste? die prägnanteste? Nun, das ist Ansichtssache. Alle zusammen sind das Ding-für-mich.

Dann lege ich es wieder auf das Buch, und mir scheint, es sinke zurück in seinen vorigen Zustand – unerkennbar, unnahbar, geheimnisvoll: ein Ding-an-sich.

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