Auf der Turmterrasse: abendliche Landschaft und Raumarchitektur (tägliches Zeichnen)

Es dunkelte schon, als ich mch entschloss, noch einmal zu zeichnen. Vor mir lag die Landschaft mit den Olivenbaumplantagen, dahinter das Meer und im Dunst die Stadt Kalamata, eingegrenzt durch die Ausläufer des Taygetos-Gebirges.  Im Zentrum hob sich ein Anwesen mit einer Baumgruppe gegen das helle Meer ab.

Ich machte dann ein Foto der Landschaft und montierte meine Zeichnung halb transparent hinein. So siehst du, welchen Ausschnitt ich gewählt habe.

Inzwischen konnte ich meinen Block kaum noch erkennen,  aber der Tisch links vor mir, die Fliesen und der Treppenabgang mit dem Geländer reizten mich zu weiteren Zeichnungen.

Manchmal ist es gut, nicht zu viel zu sehen. Mir jedenfalls gefallen diese Zeichnungen in ihrer Abstraktion. Gezeichnet sind fast nur die Linien, aus denen sich die Raumarchitektur ergibt.

 

 

 

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Eulentasse im Winkel (tägliches Zeichnen)

Ich sitze im Eck zwischen Kamin und Fenster, neben mir der Teewagen mit den gedrechselten hölzernen Knaufen – wir kauften ihn einst in einem Altmöbelgeschäft, anscheinend stammt er aus dem Bayrischen. Auf der gekachelten Platte stehen eine Keksdose, ein Keramikschälchen für die Antimückenkerzen und mein Kaffeebecher. Diesmal ist es der weiße mit den Eulen.

In einem ersten Anlauf skizziere ich das Thema im kleinen Block. Die Perspektive ist schwierig, zumal die Dinge direkt neben mir stehen. Diese Zeichnung übergehe ich mit rotem Filzstift, um die Winkel besser zu verstehen.

Ich mache dann noch eine zweite Zeichnung auf größerem Zeichenblock.

farbig bearbeitet

und übereinander fotografiert, um die Größe zu vergleichen.

 

 

 

 

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abc-etüde: Kata-Strophen mit Masken

Diese grimmige abc-etüde verfasste ich Ende April. Damals glaubten die meisten, die Masken würden bald der Vergangenheit angehören – ich glaubte das freilich nicht, und ich behielt zu meinem Leidwesen recht. Sie wurden zum Symbol einer zunehmend schärferen Spaltung in der Gesellschaft, ja sogar innerhalb von Familien – ganz ähnlich wie das Kopftuch zum Symbol eines „Kulturkampfes“ wurde .
Um nicht meinerseits zur Spaltung beizutragen, habe ich einen Kompromiss ersonnen, den ich den politischen Führungen anempfehlen möchte (hört wer zu?):
a) Jeder, der zu besonders gefährdeten Gruppen gehört, bekommt durch die Krankenkassen echte Schutzmasken bezahlt.
b) Wer nicht zu anerkannten Risikogruppen gehört, sich aber durch Masken besser geschützt fühlt, erwirbt sie auf eigene Kosten.
c) Menschen, die keine Masken tragen, halten von Maskenträgern den geforderten 1.5 m Abstand, um deren Sicherheitsbedürfnis zu respektieren.
d) Ansonsten verhält sich jeder, wie er sich in Rücksicht auf seine Mitmenschen sowieso jederzeit verhalten würde: Er hustet nicht in der Gegend rum, schmeißt keine gebrauchten Masken, Handschuhe oder Taschentücher in die Büsche, rotzt nicht auf die Straße, brüllt niemandem ins Gesicht etc pp.
Ich meine, damit wäre allen gedient. Zugleich würde sich die Immunisierung der gesunden Grundbevölkerung verstärken, mit dem Ergebnis, dass keine neuen „Wellen“ hochschwappen.

GERDA KAZAKOU

Noch eine zweite Etüde mit den Wörtern,  die Myriade vom Blog https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/ uns schenkte. Wie immer: Danke, Christiane!

Auch diese Moritat ist von der elenden Covid19-Epoche inspiriert.

Mit monotoner Stimme und leicht verblödet vorzutragen:

Von der Maske kommt das Heil

Maskenträger sind sie natürlich,

doch mein ich das vor allem figürlich.  

Die Menschen, die eben noch dachten,

Dass Masken sie unkenntlich machten

wurden inzwischen anders belehrt

Masken zu tragen ist nicht mehr verkehrt

 

Ganz im Gegenteil!

Von Masken kommt das Heil!

 

Die Maske verbirgt nicht mehr den Charakter

Sie macht dich eher noch mal nackter.

Denn sie verdeckt nur Mund und Nase

Nicht aber das Herz, das Gedärm und die Blase

Und so manchen andern Teil

Von der Maske komt das Heil.

 

Gläserne Menschen. Sie tanzen beglückt

Jeder für sich, auseinander gerückt

auf ihrem je eigenen Terrain

Zwei Meter in der Breit und Läng.

Von…

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Auf Buch-Vorsatzblättern zeichnen: Kinderspielgerät am Bahnhofsmuseum

Hast du keinen Skizzenblock zur Hand, kannst du auch die Vorsatzseiten von Büchern zum Zeichnen verwenden. Ich hatte zum Glück was Passendes dabei, als ich eine Espresso-Pause am Bahnhofsmuseum von Kalamata einlegte. Unterdessen ging mein Mann einkaufen.  Er hat kein Problem mit der Maskenpflicht in Supermärkten, findet sie vollkommen in Ordnung – daher überlasse ich ihm gern das Einkaufen.

Ich saß also im Schatten von hohen Bäumen und einer Pergola und skizzierte das bunte Spielgerät, das dort neben dem alten Bahnhofsgebufe aufgestellt ist. Man kann eine Münze reinstecken, dann fangen sie an sich zu drehen. Oder zu schunkeln. Oder in die Luft zu steigen. Allmählich fanden sich auch Leute mit Kindern ein, die kamen mit aufs Bild.

 

Hier noch zwei der Skizzen in kleiner Bearbeitung.

 

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Kleines Skizzenbuch 1 (tägliches Zeichnen, mit Fotos): Vase, Fenster, Selbst

Draußen ist es höllisch heiß, da bleibe ich lieber im Haus und zeichne ein bisschen in meinem neuen kleinen Skizzenbuch.

Was gibts denn von meinem faulen Sofaplatz aus zu sehen? Eine runde Vase mit Kunstbume, die sich im Couchtisch spiegelt. Ein Fenster mit Eulengitter und Bücherregal.

Also gut. Versuch macht kluch.

Und wie wäre es mit einem Selbstportrait? Hab gestern ein altes gepostet, lange kein neues mehr gemacht. Finde es schwierig, mein Altersgesicht zu zeichnen: Müde und gerötet die Augen, das eine Lid hängt, die Lippen sind fahl und trocken, Kinn und Wangen hängen faltig durch, eine weiße Haarsträhne hat sich gelöst. Wer mag das schon studieren? Ich nicht. Aber ich erinnere mich an andere Künstler, die sich nicht scheuten. Rembrand zum Beispiel. Der wurde zwar nur 63, aber damals sahen die Menschen in dem Alter schon viel verbrauchter aus als wir heute. Also los, sei nicht eitel! Mach jedenfalls mal eine kleine Skizze im runden Spiegel!

Letztes Jahr im Juli machte ich das „Selbstportrait im runden Spiegel“ zum Element einer größeren Zeichnung. Ich hatte mir damals den Spiegel extra dafür gekauft. Nun steht er herum.

 

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„Reisen“ – Gottfried Benn. Lyrik und Bildcollage (2)

Wozu reisen? tönt es aus deutschen Landen. Eben noch Weltmeister im Reisen*, lese ich dieser Tage, auch bei manchen von euch, dass die Herumreiserei ja eigentlich recht sinnlos sei, ja geradezu eine Plage, da sie die Umwelt belaste und die Sitten verderbe. Man tue besser vdaran, zu Hause zu bleiben und seinen kleinen Kreis zu pflegen.

Natürlich frage ich mich, ob es sich bei diesem plötzlichen Umdenken um eine tiefgreifende Einsicht oder nur um eine oberflächliche Anpassung an Corona-bedingte Misshelligkeiten und Gefahren handelt. Etwa nach dem Motto des Fuchses, der die unerreichbaren Trauben sowieso zu sauer findet.

Jedenfalls erinnert es mich an einen anderen Reisemüden: Gottfried Benn und sein Gedicht „Reisen“. Er veröffentlichte es 1950. Anstatt nun eine Interpretation des Gedichts zu versuchen, habe ich eine Text-Foto-Zeichnungs-Collage gemacht. Wer darüber hinaus eine Einordnung des Gedichts sucht, kann zB diese Interpretation lesen.

„Meinen Sie, aus Habana, weiß und hibiskusrot, bräche ein ewiges Manna für Ihre Wüstennot?“ (G. Benn)

„bleiben und stille bewahren das sich umgrenzende Ich“ (G.Benn)

Das Selbstportrait zeichnete ich vor vielen Jahren, und auch das eingeblendete tanzende Mädchen stammt aus einer früheren Zeit (Kuba, 2006).

 


*Statistika: „Die Deutschen reisen gerne und viel. Mit rund 55 Millionen Personen, die eine Reise von mindestens fünf Tagen unternommen haben, lag die Zahl der Urlaubsreisenden in Deutschland im Jahr 2019 so hoch wie nie zuvor. Dabei kamen sie auf rund 70,1 Millionen Urlaubsreisen. Insgesamt gaben die Deutschen im Jahr 2019 rund 73,1 Milliarden Euro für ihre Urlaubsreisen aus“.

 

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Morgendlicher Rundblick (Fotografie)

Jeden Sommermorgen:

Ich wache auf, blinzele, lese die ungefähre Uhrzeit am Gestänge der provisorischen Abdeckung unseres Schlafplatzes ab (Eisenbetten auf der Turmterrasse), öffne die Augen ganz, öffne auch das Moskitonetz, stehe auf und lasse den Blick von Südost nach Südwest über die Bucht und die Berge schweifen. Ein leichter Wind weht vom Meer herauf. Eventuelle Albträume lösen sich auf im Licht der aufgehenden Sonne. Ich atme durch, strecke die steifen Glieder und finde unsere Erde einen guten Platz, um drauf zu leben.

 

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Montag ist Fototermin: Schicksale erfüllen sich (veganes Rezept)

Nicht nur den Kartoffeln gings gestern an den Kragen, auch das Schicksal anderer Gemüse erfüllte sich. Denn an schönen Sommertagen sind gefüllte Tomaten, Paprika und Zucchini eine leichte angenehme Kost für uns Menschen. Ich beteilige mich zwar kaum am Kochvorgang, doch bin ich bei den einfachen Vorbereitungsarbeiten einsetzbar. Dazu gehört neben dem Schälen der Kartoffeln auch das Aushöhlen der Gemüse sowie das Fotografieren derselben.

Tomaten-Innereien

Paprika-Gekröse und Tomaten-Skalps

Zucchini-Schlachtreste

Die ausgeweidete Zucchini samt Tatwaffe

Die Knobläuche brummeln in ihren Bart, es klingt wie:  „Du wirst unser ehrwürdiges Alter schonen“. Nun ja. Nicht ganz. Ein paar ihrer Zehen werde ich abreißen und enthäuten. Und sie um Verzeihung bitten. Ja, das tue ich immer beim ehrwürdigen Knoblauch, den ich hoch verehre.

Da liegen sie nun, die schönen Tomaten und Paprika. Leer und geduldig träumen sie ihrer Erfüllung entgegen …

Und worin besteht die Füllung? in Reis, der mit Knoblauch und Zwiebeln angedünstet, mit Salz, frischer Minze und Petersilie, Sultaninen, einer Prise Zucker und den zerkleinerten Innereien der Gemüse vermengt wird. Hinzugefügt werden die zerstückelten Kartoffeln und Öl, und ab gehts in den Backofen, erst mit hoher, dann mit milder Temperatur, die mal von oben, mal von unten verstärkt wird. Das aber weiß ich nur vom Hörensagen. 

Gestern verzehrten wir die Hälfte, heute ist die andere Hälfte dran. Sie schmecken wirklich vorzüglich. Und vegan sind sie auch. Danke, ihr Guten, Lieben!

 


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Freiheit oder Tod! (bebildertes Wort zum Sonntag)

„Wacht auf, schon hat man uns geschält! Wie Schafe geschoren! Bald wird man uns zerstückeln und braten, wenn wir uns nicht wehren!“

 

Und siehe! Sie organisierten sich, schlossen sich zusammen, bereit, wie ein Mann zu kämpfen um Leben und Kartoffelwürde. Freiheit oder Tod!

 

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Segelboote gezeichnet, gemalt, gelegt, fotografiert (Rückblick)

Gestern zeigte Babsi Schnabel ein Bild mit dem Titel „Segeltripp“, das mir sehr gefiel. Im Kommentar lobte Babsi auch meine Segelbilder und versicherte: „Man spürt förmlich Deine Sehnsucht und Deine Passion dafür!“

Ja, Babsi hat recht. Segelboote – das ist für mich Heimweh, Sehnsucht, Erinnerung, Aufbruch, Ankommen, Ruhe, Sturm, kurz, jedes Gefühl, jede Leidenschaft drückt sich für mich in den Booten aus, die von Wind und Wellen getrieben oder geschaukelt das Meer bereisen oder segellos im Hafen dümpeln.  Wie oft habe ich meine inneren Segel-Bilder gezeichnet, gemalt, gelegt, manchmal auch fotografiert!

Heute fotografierte ich ein wildes Segel-Bild mit schwarzer Sonne, das ich einst mit Pigmenten und Kleister auf Papier malte und das seither im Flur des Mani-Hauses auf der Kommode steht:

Und dachte:Warum nicht noch mal zurückschauen auch auf andere Segel-Bilder und jedenfalls ein paar davon zeigen? Ich kopierte sie aus dem Archiv. Wie verschieden sie doch sind.

Zwei Zeichnungen:

Fünf Gemälde:

offene See original copy

thalassa kathreptis a

https://gerdakazakou.files.wordpress.com/2018/04/am-segelhafen-7.jpg

Wer mehr sehen möchte: https://gerdakazakou.com/2018/04/04/rueckblende-malerei-am-segelhafen-6-vor-sonnenaufgang/

Vier Legebilder

Nachtsegler

IMG_2378 invert ganz

remembering a little harbour

Eine Legebild-Farbzeichnung-Collage

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Zwei Gemälde mit eingeklebten Papieren

 

Zwei Fotografien: Vor Hydra – Kalamata Marina

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