Gestern zeichnete ich Mme Kolokytha, die ich im vorgestrigen Eintrag als „Opernsängerin“ vorstellte (hier). Sie ist eine häufige Erscheinung in diesem Blog. Ursprünglich war sie wohl ein Kürbis, der dann trocknete und in mein Atelier Einzug hielt.
Madame ist sehr leicht und schaukelt gern. Ich brauche meine Hand nicht fest um sie zu legen, um sie zu stabilisieren. Ein leichter Griff genügt.
Heute nahm ich ein schweres „Naturobjekt“ in die Hand, das mich ebenfalls seit langem begleitet: das Horn eines Widders. Den Kopf dazu gibt es auch – natürlich nur als knöchernen Schädel. Ich sah ihn einst bei einem Streifzug durch die Samothraker Einsamkeit als Totem auf einer Umzäunung und nahm ihn mit.
Auf der Zeichnung halte ich das Horn mit festem Griff, um es aufrecht zu halten. Dadurch verdecke ich das dicke Ende.
Warum lege ich so viel Wert auf die Hand? Es gibt viele Gründe. Einer davon ist, dass ich durch die Hand einen Maßstab für die Objekte einführe. Die Hand ist das Maß aller Dinge. Man erkennt an ihr, wie groß das Objekt ist, und man kann sogar das Gewicht einschätzen. Durch den Vergleich mit der Hand gebe ich zudem Hinweise auf die Farbe und Oberflächenstruktur des Objekts.
Wie groß ist Mme Kolokytha? Du kannst es nicht einschätzen, zumal das ins Bild ragende Horn perspektivisch vergrößert ist und du nicht wissen kannst, wie groß das Horn ist.

Auch wenn sie zusammen mit anderen Objekten erscheint, ist eine Einschätzung schwierig, sofern du diese Objekte nicht kennst.


Und das Widderhorn? Da ist das Verhältnis zum Schädel immerhin ein Maßstab.

Übrigens ist es das rechte Horn, das ich heute zeichnete.
















































