Dinge und eine weiße Wand (Bleistiftzeichnung)

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Eine weiße Atelierwand, ein nächtliches Fenster mit gemauertem Sockel. Davor haben sich allerlei Dinge eingefunden. Beginnend von oben: Die Knochenvase und ein Holz auf der marmornen Fensterbank, ein Spielzeugdackel und ein weißer glatter Stein auf einem Karton, eine Messing-Lampe mit durchbrochenem Zylinder und weißem Kabel, ein verrostetes Stück Eisen und ein Kleiderhaken in Gestalt einer Eule auf der Tischplatte davor. Absichtlich habe ich diesmal eine extreme Komposition gewählt, bei der die Dinge standhalten müssen gegen die große weiße Wandfläche.

Geheimnisvoll wird das Stillleben, wenn man die Schwarzweiß-Werte umkehrt. Dann werden Knochenvase und Wand schwarz und der Vordergrund ist aufgehellt.

Diesen Vordergrund zeige ich jetzt noch mal als Ausschnitt in beiden Versionen. Bitte zum Vergrößern anklicken.

 

 

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Blech-Sieb, metallener Blumenübertopf, Keramikschälchen, Kaffeetässchen aus Porzellan, Holz und Granatapfelblüten (Bleistiftzeichung)

Heute habe ich auf meinem schwarzen 6-eckigen Gartentisch, dessen Spanholzplatte verfärbt ist und interessante Brüche aufweist, wieder ein paar  Dinge aufgebaut: ein altes Sieb aus Blech – Erbstück von der Schwiegermutter -,  einen gehämmerten Blumenübertopf, den ich für Sammelsurium verwende, ein Joghurtschälchen aus schlichter Keramik, eine winzige Tasse für griechischen Kaffee und ein gewundenes helles Schwemmholz. Auf der Tischplatte lagen ein paar vertrocknete Granatapfelblüten, die ich mit einbezog.

Was hat mich gepackt, dass ich diese Dinge zeichne? Und dann auch noch in möglichst akribischer Form? Immer mal wieder stelle ich mir solche Fragen, denn ich bin ja nun schon seit ein paar Monaten auf diesem Trip. Heute ging ich sogar ins Internet mit dem Suchbegriff „sich mit den Dingen beschäftigen“. Und was fand ich? Eine Menge Seiten über Beschäftigungen für Kleinkinder, Demenzkranke und Hunde. Ansonsten nur Dinge im übertragenen Sinne, insbesondere „Beschäftigung mit religiösen Dingen“.

Wer braucht Dinge? Wir alle. Unsere Welt ist vollgestopft damit. Doch Beachtung schenken ihnen vor allem Kinder und alte Leute.  Dinge sind Anker der Welterfahrung für die ganz Jungen und der Erinnerung für die Alten.

Dinge sind aber noch weit mehr – und das eben fasziniert mich. Andere, mir unbekannte  Menschen haben sie hergestellt aus Materialien und in Fabrikationsweisen, von denen ich nichts weiß. Wie wenig habe ich sie in meinem Leben beachtet! wie gleichgültig habe ich sie benutzt! Jetzt schreien sie nach Beachtung, und ich stehe staunend vor ihren Formen und Materialien. Schwierig sind sie zu zeichnen.

Nehmen wir das Sieb, dessen wohl geordnete Löcher mal Dunkelheit, mal Helligkeit durchlassen, dessen verbeulte Oberfläche das Licht unterschiedlich bricht, mal matt aufscheinend, mal greller, mit wandernden Schatten und Lichtreflexen je nach Sonnenstand und Bewölkung, die Ränder teils hart, teils weich gerundet. Ich zeichne und beobachte und zeichne. Und meine Gedanken wandern zu denen, die es vor vielen Jahren fertigten – wann war das wohl? In den Nachkriegsjahren, oder ist es schon länger her? Welche Werkzeugmaschinen damals wohl eingesetzt wurden? Wie wurden die Arbeiter – oder waren es Arbeiterinnen? – entlohnt? Woher kam das Blech, woher das Material der Griffe? Wer sich wohl die Form und die blumenhaft geordneten Löcher ausgedacht hat? Wie sah wohl das Geschäft aus, in dem es angeboten wurde? Und wie kam es in den Haushalt meiner Schwiegermutter? Ich denke an die unzähligen Male, dass darin Gemüse gewaschen, Spagettis abgetropft wurden. Ich weiß nicht, wie es zu uns kam, vermutlich hat sie es uns mal gebracht, denn sie kochte gelegentlich auch für uns. Ich habe es nie besonders beachtet, dies Sieb und all die vielen Dinge, die mich umgeben. Ich habe keine Gedanken an die einfachen Dinge verschwendet, sondern habe mich lieber mit „geistigen Dingen“ befasst. Aber sie haben mir gedient und dienen mir weiterhin. Und nun fühle ich die Notwendigkeit, sie zu beachten, samt ihren unbekannten Schöpfern.

Die Naturdinge setze ich dazu, um mir eine genauere Vorstellung von dem Unterschied zu bilden: Worin unterscheiden sich die menschengemachten von den natürlichen Objekten?

 

 

 

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Schlangenbändigung (Kohle-Bleistift-Zeichnung)

In meinem Sammelkorb winden sich die Hölzer wie Schlangen.

In früheren Zeichnungen habe ich dem einen und anderen Schlangenholz schon Raum gegeben. Zum Beispiel hier:

Heute aber quollen sie alle gleichzeitig aus dem Korb, wanden sich, verknoteten sich, wimmelten durcheinander wie lebendige Schlangen. Ich kam mir vor wie eine Schlangenbändigerin, als ich sie alle gemeinsam auf einem Zeichenkarton abzubilden versuchte. Ihr kennt das vom Kindergarten oder Schulausflug, oder?

Manche besonders eindrucksvolle Gestalt arbeitete ich dann noch ein wenig heraus.

oder meinetwegen auch so (mithilfe von fotoshop)

 

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Nächtliches Stillleben – Schriftzeichen gesucht (Farbzeichnung)

Zuerst entstand eine Zeichnung mit Kohle, Graphit und etwas Ölkreide auf weißem Zeichenkarton, 50 x 70 cm. Dann überarbeitete ich die Zeichnung mit Pinsel, Kleister und Pigmenten.

Von Nahem sieht sie nun so aus (Detail-Aufnahmen)

Ich suche nach Schriftzeichen, die mir etwas über die Dinge erzählen.

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Brettertanz auf dem Wasser.

Auch dies Bild machte ich heute. Keine Surfbretter, keine Surfer. Sondern freie Bretter oder was auch immer sausen mit einem übermütigen „Heij!“ auf dem Wasser hinab und hinab.

„Heij!“ Kohle, Pigmente, Kleister, Wellpappe auf Zeichenkarton. (c) Gerda Kazakou 2018

Zum Vergrößern anklicken.

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Unter dem Mond

Das noch nasse heutige Bild glänzt unter dem Lampenlicht, daher ist es schlecht zu fotografieren.

Je nach Beleuchtung glänzt einmal mehr die linke, einmal mehr die rechte Seite des Bildes. Wenig befriedigend, aber ich will das Heutige heute zeigen.

Dasselbe als digitale Schwarz-Weiß-Version

Morgen wird es trocken sein. Dann fotografiere ich es noch mal. Es ist mit Kohle, Kleister, Akryllfarben und Pigmenten auf Leinwand gemalt.

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„Gefäße vor dem nächtlichen Fenster“, Kohle und Pigmente auf Zeichenkarton

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Hab heute abend mal wieder meine Farben hervorgeholt. Meinen ersten  Versuch will ich euch nicht vorenthalten. Draußen ist es dunkel, Licht kommt von den Lampen.

Details unten.

 

 

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abc-etüde: Der Traum des Architekten (Kohle und Pigmente über Folie)

Kata-Strophen-Alarm!

Auch diese Woche rufen die abc-etüden zum Mitmachen auf. Christiane stellte sie auf ihre unnachahmlich charmante Weise vor, Elke Speidel spendete die Wörter „Maikäfer, leise, schreien“ und Ludwig Zeidler (lz.) illustrierte sie fein.

Und hier nun mein Kata-Strophen-Alarm zum Thema Gentrifizierung:

Der Traum des Architekten:

Ins Gestrüpp von alten Städten

die schon platzen aus den Nähten

bunte Neubauklötze hauen.

In die Höhe bauen,

von oben drauf schauen!

So träumt der Architekt

bis stummes Schreien ihn aufweckt.

Ein Stimmchen flüstert leise:

„Aber der Maikäfer und die Meise?

Aber die Bienen und der Buntspecht?

Aber die Gartenlaube und dein Freund Ruprecht?

Der in der Hütte haust, gleich neben dem Bach,

und die krumme Susanne aus Bad Andernach?

Wo sollen die bleiben in deinen bunten Plänen

Du hast ganz vergessen, sie zu erwähnen“.

Der Architekt zuckt erschrocken zusammen im Traum

Sein Traum zerbirst, wird zu schillerndem Schaum

treibt auf dem modrigen Teich mit dem Schilf

Es bleibt alles beim Alten, ansonsten: Gotthilf!

Detailansichten (zum Vergrößern anklicken):

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Japanisches für Marie (Kohlezeichnung, digitalisiert)

„Japanisches“, Kohlezeichnung auf grauer Pappe, 70 x 100, 2018 (c) gerda kazakou

Heute hat es nur für ein paar Striche gereicht. Kohle auf grauer Pappe, 70 x 100 cm. Ich habe die Zeichnung dann mit dem Fotoshop-Filter „Kohle-Kreide“ noch ein bisschen aufgehübscht, so dass sie nun fast als japanische Tuschzeichnung durchgehen könnte. Zum Vergrößern anklicken.

„Japanisches“, digitale Bearbeitung einer Kohlezeichnung, 2018 (c) gerda kazakou

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Rückblende Malerei: „Passing by“

„Passing by“ (a) gerda kazakou

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