Gartenfreuden: Granatapfel, Feigenkaktus, Myrte

Granatapfelknospen

abendliche Feigenkaktusblüüten

Myrtenblüte und -knospe

Die Fotos nahm ich am späten Nachmittag auf. Der Feigenkaktus hatte seine Blüten schon etwas geschlossen. Der Granatapfelbaum hat auch schon viele offene Blüten, aber diese Knospen gefielen mir besonders. Der Myrtenbusch hat eigentlich schon längst ausgeblüht, die dunklen kleinen Früchte sind gereift. Aber nun kommen neue Blüten und Knospen zum Vorschein.

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Was macht Corona mit uns? Protokoll einer Aufstellung

Dies ist ein langer Text: das Protokoll einer Aufstellung. Ob er wohl lesbar und verständlich ist für jemanden, der nie eine Aufstellung gemacht hat? Nun, du wirst es mir sagen, sofern du bist zum Ende durchhältst.

9.5.2021 Protokoll

Das Aufstellungs-Setting

Siebzehn Menschen mittleren Alters – vier Männer und dreizehn Frauen – treffen sich, um eine Aufstelllung über das Thema “Corona-Virus, Impfung etc” zu machen.  Es ist das erste Mal, dass ich in Kalamata eine solche Aufstellung anbiete, und auch der Raum wird zum ersten Mal benutzt.  Die große Zahl der Interessierten ist daher bemerkenswert.  Leider ist der Raum groß und hallt sehr, was die Verständigung und Konzentration etwas behindert. Nicht alle kennen die Methode, aber ich verzichte darauf, sie näher zu erläutern.

Bevor  sich die letzten einfinden, verteile ich Zettel und Stifte. Jede (jeder) möge in einem Satz von nicht mehr als 10 Wörtern aufschreiben, was sie zu dem Thema sagen möchten, wie es sie betrifft, oder was immer sie halt sagen möchten und für wichtig erachten.

Ich sammele zwölf  Zettel ein und lasse sie von einer anwesenden Lehrerin vorlesen.  Alle Sätze sind allgemein gehalten, viele geben „Verschwörungs“-Ansichten wieder wie: mit dem Virus und der Maßnahmenpolitik beabsichtigte Beherrschung, Ausrottung, Manipulierung der Menschheit, Globalisierungsinteressen etc, andere beklagen die seelischen Folgen oder erhoffen sich eine Höherentwicklung der Menschheit.

A

Ich frage  in die Runde, ob es jemanden gibt, der sich persönlich besonders betroffen fühlt. Eine 42jährige Frau meldet sich: sie habe zwei Kinder, einen 17jährigen Sohn, eine 7jährige Tochter, die vermutlich im Herbst gezwungen würden, sich impfen zu lassen. Sie sei verzweifelt.  Ihre Problematik scheint ins Zentrum des Themas  zu zielen

Ich entschließe mich, die Angelegenheit dieser Frau „klassisch“ aufzustellen, indem ich für die Betroffenen (Vater, Mutter, Kinder), ferner für „Schule“, „Impfung“, “Regierung“, „andere Eltern“ und noch einiges mehr  Stellvertreter bestimme.  Doch obgleich die Impfung das zentrale Thema zu sein schien, stellt sich  heraus,  dass es eigentlich um die innerfamiliäre Situation geht: Unterstützt der Mann seine Frau?  Sieht sich die Frau mit ihren Sorgen allein gelassen?  Merkwürdig auch, dass die kleine Tochter den großen Bruder unterstützen möchte, der seinerseits bei der Mutter Schutz sucht.  Die „Schule“ äußert,  es handele sich um ein innerfamiliäres Thema, sie habe nichts damit zu tun und wolle sich nicht weiter äußern.

Die  anderen aufgestellten Faktoren bzw Begriffe bleiben weitgehend  inaktiv und außen vor. Ich würde jetzt normalerweise die innerfamiliäre Situation näher ins Auge fassen und nachfragen, was denn da los ist. Aber das ja ja nicht unser Thema – also breche ich hier ab. Die Lehre aus dieser ersten noch rudimentären Aufstellung:

  • Die C-Debatte verstärkt innerfamiliären Konfliktstoff, zeigt Ungleichgewichte und Machtkämpfe, Bedürftigkeiten und Bruchstellen auf. C fordert dazu heraus, dies zu bearbeiten und wenn möglich, zu harmonisieren.

 

B

Nun bitte ich darum, einen Zettel vorzulesen. Der Text:

Die Wahrheit (αλήθεια) ist verborgen, und die Welt/die Leute (κόσμος) funktioniert unter dem Regime von Angst (φόβος), Empörung (αγανάκτηση), Verzweiflung (απελπισία) und Spaltung/Zwietracht (διχόνοια).

Ich lasse für die sieben Nomen sieben Stellvertreter bestimmen:

  • Wahrheit
  • Kosmos („Welt“ in der Bedeutung von Leute, Menschen)
  • Regime
  • Angst
  • Empörung
  • Verzweiflung,
  • Spaltung/Zwietracht

 

Später füge ich hinzu

  • Vereinigung
  • Liebe

Ich lasse nun die Eigendynamik des „Feldes“ ohne weitere Interventionen wirken. Das bedeutet, dass sich die Stellvertreter von inneren Impulsen bewegen lassen, ohne zu interpretieren oder eigenes hinzuzusetzen.

Selbstverständlich kann ich die Komplexität eines solchen ständig in Bewegung befindlichen Bildes nicht voll beschreiben. Die wichtigsten bzw mir am meisten auffallenden Entwicklungen sind folgende:

Kosmos windet sich am Boden. Eine zweite Person aus dem Publikum legt sich dazu. Kosmos ist nun also doppelt vertreten – aufgespalten in Kosmos 1 und Kosmos 2. Kosmos 1 ist beweglich und aktiv,  Kosmos 2 vollkommen passiv und wirkt fast wie tot. Dieser Zweispaltung von Kosmos  entspricht das Element Zwietracht/Spaltung, das eine außerordentliche Aktivität entfaltet und das Feld weitgehend beherrscht.  Es rast hinter Kosmos 1 her, lässt sich nicht abschütteln und belästigt es unaufhörlich wie eine wütende Hornisse. Es setzt sich schwer auf das passive am Boden liegende Kosmos 2, möchte es am liebsten ganz in den Boden drücken. Beide Kosmos-Teile wehren sich, versuchen,  sich freizumachen, Kosmos 2  beißt Zwietracht dabei sogar in den Fuß.

Kosmos 1 zeigt ein gewisses Interesse an Wahrheit, der es aber nicht  in die Augen sehen kann, wie es betont. Empörung und Verzweiflung schwirren als dunkle Gestalten durch den Raum. Regime bemüht sich, Ordnung herzustellen. Angst bleibt am Rande des Feldes – ein Schreckgespenst (μπαμπούλας, der „schwarze Mann“  für Kinder), ohne eigene Gefühlsbeteiligung oder Aktivität.

Als sich dies Spiel nicht mehr weiter entwickelt, füge ich den Begriff

  • Vereinigung (ενοποίηση)

hinzu. Das bemüht sich zwar um Friedenstiftung und darum,  Kosmos 1 und 2 zusammenzubringen. Eine wirkliche Veränderung ergibt sich aber erst, als ich, nach Aufforderung aus dem Publikum,

  • Liebe

hinzufüge. Liebe verweist Verzweiflung und Empörung „auf ihren Platz“ und drängt dann Zwietracht/Spaltung in eine Zimmerecke. Diese kämpft darum  auszubrechen, aber Liebe hält sie, ohne sie anzufassen, mit starken Armen zurück.

Seit dem Eintritt von Liebe verändert sich die Energie im Feld: Kosmos 1 und 2 können sich nun  umarmen (allerdings ist es keine besonders innige Umarmung), „Verzweiflung“ und „Empörung“ schließen sich dieser Umarmung an. Kosmos 2 fühlt sich nun besser, bleibt aber in der schweren, totenähnlichen Haltung. Kosmos 1 kann nun Wahrheit anschauen. Aber es bleibt bei einem flüchtigen, nicht sehr innigen Augenkontakt.

Auch diese Aufstellung ist nun an ein Ende gekommen. Und immer noch haben wir unser „eigentliches“ Thema nicht angesprochen. Doch haben wir inzwischen begriffen, dass sich das „Thema“ womöglich anders darstellt als wir alle bisher annahmen:

  • Die größte Belastung ist die Zwietracht/Spaltung, die den „Kosmos“ (Welt, die Leute) auseinandertreibt, quält und bedrückt. „Wahrheit“ wird nicht angeschaut. Die hinzugerufene „Liebe“ ist die Kraft, die „Zwietracht“ unter Kontrolle hält und zugleich harmonisierend-ordnend im Feld wirkt. Die „Spaltung“  wird nicht besiegt, sondern nur halbwegs, durch permanenten Einsatz von „Liebe“ unter Kontrolle gehalten. Man könnte die Thematik also zusammenfassen unter dem Gegensatzpaar Zwietracht-Liebe (διχόνεια-αγάπη).

 

C

Ich mache dann noch weitere Anläufe, um mich der ursprünglichen Frage nach Corona und Impfen anzunähern

Aufgestellt werden die Elemente

  • Coronavirus,
  • Impfung,
  • Regierung,
  • ökonomische Großinteressen.
  • Ferner suche ich einen Stellvertreter für die, die sehr radikale Meinungen haben („Verschwörungstheoretiker“, „ein abgekartetes Spiel“)
  • einen für die, die gemäßigte Ansichten haben („Es gibt den Virus, man muss sich anpassen, aber eigentlich glaube ich an den ganzen Unsinn nicht“) und
  • einen für die „Corona-Gläubigen“ (Covid ist eine fürchterliche Erkrankung, die Maßnahmen sind nicht streng genug)
  • Ferner einen Vertreter für an Covid Verstorbene.

Es ist gar nicht einfach, jemanden zu finden, der sich bereit erklärt, den „Corona-Gläubigen“ darzustellen. Bald zeigt sich dann auch, dass der „Corona-Gläubige“ nicht wirklich „an Corona glaubt“, sondern ungehörig findet, staatliche Maßnahmen zu hinterfragen und Gesetze zu übertreten.  So etwas tut man nicht. Und wer es tut, ist ein Lümmel, gefährdet andere, muss in seine Schranken gewiesen werden.  – Der Typ mit „gemäßigten Ansichten“ lässt sich durch Versprechen, Erleichterungen, Drohungen in die eine oder andere Richtung lenken, er verhält sich unausgesprochen, sieht auf seinen Vorteil. Warum sich stark machen gegen etwas, was man durch geschicktes Taktieren unschädlich machen kann?

Wir stehen also vor der merkwürdigen Situation, dass alle über „Covid“ streiten, aber niemand an Covid wirklich zu glauben scheint. Die Kämpfe, die ausgetragen werden, liegen  auf der Ebene von Glaubenssätzen und von diesen abgeleitetem Verhalten. Du musst, du sollst, ich will, das gehört sich so, du bist…, du hast…  Nicht um Covid geht es, auch nicht um das Gemeinwohl, die Menschheit oder was weiß ich, sondern um mich, um dich, um meine, deine Glaubenssätze, um dein und mein Verhalten und unser Verhältnis zueinander. Auch den an Covid  Verstorbenen geht es nicht um Covid.  Es ist ihnen egal.

Diese Interpretation der verschiedenen Typen wird durch die weitere Aufstellung unterstützt:  Coronavirus und Impfung amüsieren sich, sie turteln miteinander, bekommen einen Lachanfall und sind ein Herz und eine Seele.  Coronavirus hüpft vor der Wahrheit auf und ab, um sich sichtbar zu machen, aber Wahrheit sieht drüber hinweg, nimmt es nicht wahr. Regierung bemüht sich um Freundschaft mit Coronavirus, bleibt aber recht erfolglos und macht auch sonst einen eher hilflosen Eindruck. Die ökonomischen Großinteressen betrachten das Schauspiel aus der Ferne, „wie eine  Show  im Fernsehen“, vollkommen indifferent.  …. Coronavirus verliert schließlich an Kraft, legt sich hin, bleibt in der Mitte des Feldes liegen, sagt: „Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Es sind die gestorben, die sterben mussten. Mich gibt es nicht mehr, aber meine Wirkung wird noch lange anhalten und sehr stark sein“. – Regime hockt vor dem kraftlosen Virus und empfindet dieses wie eine „chinesische Mauer“, unendlich fest und nicht von der Stelle zu bewegen, es bittet um Hilfe, um Virus abzuräumen. Sonst kümmert sich niemand um Virus, niemand nimmt  von ihm überhaupt Kenntnis, dennoch ist das Feld ständig in Bewegung und kreist um diesen „blinden Fleck“.

  • Wir verstehen nun, dass Impfung und Virus ein „Witz“ sind: sie amüsieren sich, sind ein und dasselbe, denn sie haben dieselbe Funktion. Wirkliche Kraft haben beide nicht. (Impfung sagt: „ich könnte auch Wasser sein, und es wäre dasselbe“). Für die großen ökonomischen Interessen  ist es völlig unerheblich, wie wir uns zu Corona etc einstellen, sie schauen auf die streitende Menschheit indifferent, wie auf einen Film, der abläuft. Was also ist wahr? Worin besteht die Wahrheit?

Was sollen wir tun? fragen die Anwesenden. Egal was wir glauben, egal was die Wahrheit ist: Man zwingt uns. Wir können es uns nicht leisten, Strafen zu bezahlen oder den Job zu verlieren. Die Kinder müssen in die Schule, und wenn wir sie nicht impfen lassen, dann nimmt man sie uns womöglich noch weg.  Das zentrale Wort ist nun  εξουσία“, zu übersetzen mit Herrschaft, Macht, Gewalt.

D

Alle Teilnehmer stehen im Kreis, und in die Mitte stelle ich eine Vertreterin für  εξουσία“ (Macht).  Die geht den Kreis ab, betrachtet hochmütig und machtbewusst  jeden einzelnen. Einige der im Kreis Stehenden „haben keine Lust, sich betrachten zu lassen“ und gehen raus, andere wechseln Blicke, andere vermeiden den Blickkontakt.  Eine weitere Person drängt ins Kreisinnere: auch sie will „Macht“. Die beiden gehen nun zusammen, als Duo, den Kreis ab, fühlen sich stark und mächtig. Eine dritte geht in den Kreis. Dort  kommt es zu Gerangel und Geschubse: wer ist die Stärkste? Wer hat das Sagen? Wer gewinnt die Oberhand? Wir anderen stehen am Rand und schauen zu. Eine der am Rand Stehenden sagt: „Ich bin sehr groß, sehr mächtig, ich bin die eigentliche Gewalt“.

  • Wir verstehen, dass es im Zentrum Machtkämpfe, aber auch Allianzen gibt. Die „drei Gewalten“ (Exekutive, Legislative, Justiz) suchen ihren Platz zu behaupten oder zu erweitern. Wir, die Zuschauenden, verleihen ihrem Spiel durchs Zuschauen Wirklichkeit und Bedeutung. Wer aber ist die in sich ruhende große Macht am Rande?  Ich interpretiere sie als das in jedem Menschen tief verwurzelte Wissen um Recht und Unrecht, als Gewissen oder Bewusstsein.  Die eigentliche, die höchste Gewalt regiert in jedem von uns (Kants „moralisches Gesetz in mir“). Meine Interpretation wird von den anderen als zutreffend angenommen.

Warum aber, so frage ich nun, lassen wir uns von anderen Gewalten herumkommandieren und schikanieren? Was hindert uns, unserer inneren Stimme zu folgen?

E

Ich behaupte jetzt, die höchste Gewalt zu sein und befehle allen, ihre Masken zu holen und aufzusetzen. Alle gehorchen mir sofort, ohne Widerrede.  So stehen wir eine Weile, alle maskiert. Dann erkläre ich, dass nun keine Masken mehr aufgesetzt werden sollen: Nehmt  die Masken ab. Ich selbst nehme auch meine Maske ab. Aber einige wollen nicht gehorchen. Die eine sagt: „ich habs satt: tu dies, tu das! Ich behalte sie auf solange, wie ich Lust dazu habe.“ („selbstbestimmter“ Typ). Eine andere sagt: „Nein, ich nehme sie nicht ab. Die Maske gibt mir Macht. Ich kann andere rumkommandieren.  Diese Macht gebe ich nicht wieder her.“ (Typ „verliehene Macht, ausübendes Organ“).  Ich befehle ihr erneut, mir zu gehorchen, aber sie weigert sich. Sie genießt ihre während Corona errungene Machtfülle und will sie auch weiterhin ausüben (eventuell „Virologe“, „Gesundheitsamt“, „Wissenschaft“).

F

Ich mache ein weiteres Experiment:  Die Polizei kommt herein (Vertreter „Polizei“). Sogleich setzen fast alle die Maske auf, zerstreuen sich, tun so, als wären sie nur zufällig anwesend. Es entspinnt sich eine Diskussion. Was geschähe, wenn….  Aber es ist klar: jede, jeder denkt an die Strafen, die er, sie nicht stemmen kann, falls sie verhängt werden.

SCHLUSSBEMERKUNG

Gibt es nun auf die Anfangsfrage eine klare Antwort? Sofern jemand erwartete, diese Antwort wäre: tu dies, unterlasse jenes – nein, eine solche Antwort gibt es nicht. Es kann sie nicht geben, denn die Antwort befindet sich in jedem Menschen, in seiner Brust. Und niemand kann ihm die Antwort abnehmen. Auch“die Wissenschaft“ kann das nicht. Ich kann nicht für die Frau entscheiden, ob sie ihr Kind  impfen lässt, ich kann auch für die Geschäftsfrau nicht entscheiden, die Maske wegzulassen oder aufzusetzen.

Das einzige, was ich tun kann, ist,  auf die innere Stimme zu verweisen: Was sagt sie? Kannst du die Stimme hören, oder hörst du Einflüsterungen, Versprechungen, Drohungen? Fühlst du Liebe? Fühle ich Liebe?

Wir alle haben profitiert von den wenigen, die es in der Geschichte  auf sich genommen haben, ihre Angst zu überwinden und für die Gewissensfreiheit zu kämpfen. Ohne diese Entschlossenen gäbe es keine Demokratie, keine Frauenrechte, keine Glaubensfreiheit, keine Pressefreiheit,  keine Selbstbestimmung über den eigenen Körper, keine Rechte für homosexuelle Menschen, immer noch lebten wir in Sklavengesellschaften, in Angst und Schrecken vor Willkürherrschern.  … Ohne diese Entschlossenen, die nur ihr Gewissen (die Wahrheit des Herzens) gelten lassen,  würde immer noch die nackte Gewalt herrschen.  Sie konnten auf keine Unterstützung rechnen, sie waren ganz allein vor der Inquisition, vor dem Erschießungskommando, auf dem Schafott.  Vielleicht waren sie in der Sache sogar im Irrtum.  Aber sie waren dennoch im Recht, wenn sie allein auf ihre innere Stimme gehört haben.

Noch sind die staatlicherseits angedrohten Strafen nicht so erheblich; ein Schulverweis, ein Gerichtsurteil, ein Strafgeld. Vielleicht sperrt man dich auch in die Psychiatrie, vielleicht nimmt man dir deine Kinder weg.  So weit ist es noch nicht? Nun, es kommt schon vor.  Und worin bestehen die staatlichen Versprechungen? Du darfst reisen. Du darfst die alte Mutter umarmen. Du behältst deinen Job. Du darfst dich mit Freunden treffen. Ich bitte dich! Willst du das denn überhaupt, wenn die, die das Spiel nicht mitmachen, es nicht dürfen? Wenn du dich nur mit „Geimpften“ treffen darfst? Warst du nicht eben noch solidarisch mit den Gefährdeten und verzichtetest daher auf Umarmungen, auf Reisen, auf Treffen? Und nun sagt dir jemand: du darfst – aber jener darf nicht? Die DIXONEIA (Spaltung, Zwietracht) gilt es zu überwinden!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tägliches Zeichnen: Schwertlilien

Sie sind nun weitgehend verblüht – die blauen Schwertilien in meinem Garten. Aber en paar stehen noch da, auf hohen Stängeln die schwertförmigen grünen Blätter überragend.

Das Licht-Dunkel-Muster des Blattwerks reizte mich. Und so stellte ich meinen Stuhl in den Schatten eines Olivenbaums und machte mich ans Werk.

 

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Rosenkäfer auf der Aloe-Vera-Blüte (kleine Beobachtung)

Eben sah und bewunderte ich Gerhards stattliche Rosenkäfer-Fotos. Ich selbst habe nur einen i-phone-mäßig abgelichteten Rosenkäfer auf einer abblühenden Aloe-Pflanze zu bieten. Aber da er nun schon seit gestern auf das Posting wartet: Viola! hier ist er.

 

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens auch selbst an den Aloe-Blüten genascht und war erstaunt, wieviel Saft sich darin noch enthalten hat. Und wie süß diese Blüten schmecken! Eine Delikatesse.

Neugierig geworden, schaute ich im internet nach und fand zB diesen Eintrag:

Inhaltsstoffe der Blüten

  • Mucopolysaccharide
  • Zucker, wie Glukose, Fruktose und Saccharose
  • Aminosäuren
  • Kohlenhydrate
  • sekundäre Pflanzenstoffe

Verwendung der Blüte

Ebenso wie die Blätter der Aloe Vera können auch die Blüten zur Hautpflege verwendet werden. Hierzu können sie beispielsweise mit Mörser und Stößel zerrieben oder aber in einen Mixer gegeben werden. In Cremes und Seifen eingesetzt versorgen sie die Haut mit Feuchtigkeit und pflegenden Substanzen. In Smoothies, Salaten oder Jogurt können die Stücke der Blütenblätter aber ebenfalls verzehrt werden und so von innen wirken.“

Das erste Mal, dass ich stolz meine Blüten ausbildende Aloe Vera Pflanze hier präsentierte, war übrigens am 1. April 2019:

Aloe Knospe

Am 21. April dieses Jahres fertigte ich dann Zeichnungen der Pflanze und Blüte:

Aloeblüte

 

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Im Tavernenhof (tägliches Zeichnen, digitale Bearbeitungen)

Der von meinem Platz im Tavernenhof sichtbare Bildausschnitt war ungewöhnlich, denn ich kam vom Schwimmen und suchte die Sonne, um mich aufzuwärmen, während wir auf das Essen warteten.

So bekam ich Lust, mich an der ziemlich verqueren Architektur abuarbeiten.

Digital bearbeitet habe ich die Zeichnung dann auch noch: Ich lockerte die Strichführung, um das durch die Schilfdächer gefilterte Licht wiederzugeben. …

…hatte dann auch Lust auf Himmelsfarbe und gesteigerte Kontraste.

Ist spannend, was für Effekte man mit Filtern erreichen kann. „Nötig“ ist das alles natürlich nicht. Aber was ist schon nötig?

 

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Test oder Protest? Dem Hamlet-Monolog nachempfunden

Test oder Protest? Das ist hier die Frage…

Wird Testen mich zu einer Kranken machen

Wo eben ich noch lustig stand im Leben?

Wird der Protest mir neue Plagen bringen

Zu denen, die ich jetzt bereits erdulde?

Sag selbst, wer würde wohl den Spott der Leute

ertragen, und der Mächtgen Druck, wer würde

nicht freudig sich der Impferei ergeben,

„wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

Mit einer Nadel bloß?“

Doch ist es so? Wird diese Nadel helfen

wird sie nicht zu den schon bekannten Übeln

noch andre bisher unbekannte häufen?

Was wird mit meinem Geiste noch geschehen,

wenn ich, um endlich mich der Meute anzuschließen

mich spritzen lasse mit dem schwer durchschaubarn

dem ungeprüften angepriesenen Gebräu?

Und was wird werden mit den kleinen Kindern

die zu beschützen ich doch aufgerufen bin?

Wie wär es wohl, wir ließen alles fallen,

was als Beweis und Waffe wir in Händen halten

Wenn weder Test noch Impfschein noch die Fahne

noch Stein noch Glücksversprechen uns vom Menschsein trennten

Wie wär es wohl, wir holten von dem Sockel

das Herz, das wir als Totem aufgerichtet haben,

und pflanzten es erneut in unsren Busen ein?

Test oder Protest – Legebild mit Hannahs Schnipseln und Brunis Herz

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Schatten-Haft. Kata-Strophen für Impulswerkstatt und abc-etüden

Das Thema Realität und Schatten beherrscht das menschliche Denken seit eh und je, anschaulich in Platons Höhlengleichnis. Myriade, du hast es nun wieder mit diesem tollen Foto ins Spiel gebracht – für mich ein Sinnbild des vergeblichen Kampfes des Menschen mit seinem Schatten.

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2021/05/03/einladung-fur-die-impulswerkstatt-mai/

Ganz unabhängig davon hatte ich für Christianes abc-etüden, verlockt durch eine Wortspende vom Bodenlosz-Archiv (Korsett, rechtsdrehend, dampfen), ein paar sehr schattenhafte Kata-Strophen zusammengereimt.

Die Kata-Strophen und das dazugehörige Legebild-Doppel präsentiere ich hiermit für beide Impulsgeber. Gelobt sei die Syn-Chronizität!

Mariechen will die Welt verstehn (linksdrehend)

Schatten-Haft

Mariechen möcht die Welt verstehn

Und hätte gern gewusst

wohin die Schatten sich wohl drehn

Im März und im August.

 

Denn so viel wusste die Marie

Die Schatten wandern gern

Am gleichen Ort sieht man sie nie

Sie sind mal nah, mal fern.

 

Sie fragt die Hilde, die hat immer

Die besten Noten in Musik

Doch von den Schatten keinen Schimmer

Musik ist nicht Physik.

 

Das Hildchen mit den Füßen stampft

Tanzt Rhythmen auf den Boden

Erst links, dann rechts, bis dass es dampft

In vier-Takt-Perioden.

 

Der Schatten ist, spricht klug der Klaus

rechtsdrehend, wenn die Sonne links steht.

Und steht sie rechts, ich sags voraus,

der Schatten stets nach links dreht.

Steckst du den Schatten ins Korsett

So wirds nicht anders gehen

Und nagelst du ihn an ein Brett

Er wird sich trotzdem drehen.

Und was sagst du?

Gehst du nach rechts, so wird er groß

Und mächtig auf der Linken

Und gehst du links, versuch es bloß

Wird er von Rechts dir winken.

Das war, mein Schatz, schon immer so

Seit Schatten uns begleiten

In Politik und anderswo

Wer könnte das bestreiten?

Mariechen will die Welt verstehn (rechtsdrehend)

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Lichtsandalen und sonstige kleine Beobachtungen (Montags ist Fototermin)

Unter dem Gartentisch sah ich meine Füße hübsch bekleidet … mit maienhaften Lichtsandalen.

Und was noch? Prinkipessa samt Jungen auf der Mauer auf der Lauer, ein witzelnder Gatte, eine frische Erdbeere und ein blühender Hibiskus.

Sonst nichts? O doch! Zwei Entdeckungen – im Wortsinn. Erst deckte ich ein Wüstensandgemälde auf einem Gartentisch auf.  Steine, die dort lagerten, hatten den Sand um sich geschart und Kreise gemalt. Und dann:  ein Loch im Sitzkissen! Nanu? Ja, das Kissen hatte jemand vor den Eingang des Holzbienen-Domizils gestellt. Am andern Morgen nahm ich das Kissen weg und sah…. Ich hoffe, die Brut ist dennoch wohlauf. Tut mir echt leid, ihr Lieben.

 

 

 

 

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Pflanzen-Imagination (alltägliches Zeichnen)

Im Garten sitzend, versuchte ich, ohne an den konkreten Formen zu haften, mich ins Pflanzenwachstum hineinzufühlen: wie aus dem Kosmos die Kräfte herabströmen und die Pflanze aus dem Samen hervorlocken, sie in die Entwicklung bringen, wie sie sich verwurzelt und sprießt und blüht und wieder einrollt und erstarrt zu Boden sinkt.

Die erste Zeichnung zeigt diese Bewegung bis zur Blüte und Befruchtung. Bei der zweiten ging es mir um die Kräfte, die die besondere Form der Blüte hervorbringen. Die dritte Zeichnung geht der Phase des Aufrollens und Starrwerdens nach, die auf die volle Entfaltung folgt. ,

Ich habe die Zeichnungen dann unter Nutzung der Fehlfarben der Fotos farbig gstaltet.

 

Schließlich nahm ich einen schon vertrockneten Roggenhalm zur Hand, bewunderte und zeichnete ein paar der aufgesprungenen Samenhüllen mit den langen Grannen und fotogafierte beides zusammen (Foto farbverstärkt).

 

 

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8.5.2021 mit Will.ie: Innenraum mit kleiner weißer Vase (tägliches Zeichnen).

Ein herrlicher Tag heute. Der Himmel hat sich geklärt, blau ist er, und heiß ist die Luft. Selbst Will.ie möchte ins Wasser, es bedarf keiner Überwindung mehr. Erstmals gehen wir wieder in eine Taverne. Es gibt frisch gefangene Rotbarben, und ich esse sie, nachdem ich sie gebeten habe, mir meine Gefräßigkeit zu verzeihen, mit Hochgenuss. Eine Entschuldigung habe ich: Die Katze Prinkipessa wird die Köpfe und Schwänze bekommen, obgleich der Volksmund sagt: „Katzen fressen keine Barbenköpfe“. – „Warum nicht?“ fragt Will.ie und zerteilt mit den Fingern einen der kleinen knuspig gebratenen Fische. „Weil der Mensch sie isst“, erkäre ich ihr. „Von der Rotbarbe kannst du alles essen, außer natürlich die Mittelgräte.“

Prinkipessas Kleine erfreuen uns übrigens täglich mit ihren Spielchen, aber immer noch sind sie fotoscheu. Gegen sie ist sogar die Holzbiene, die grad ihr rundes Nest in die Rückseite unserer Gartenbank bohrt, ein einfaches Fotomotiv. (Die Holzbienen-Zimmer im Vorderhaus sind belegt, also wird angebaut).

Nach dem gelungenen Schwimmen und Essen fühle ich mich rechtschaffen müde und lege mich auf die Couch. Da fällt mein Blick auf die kleine weiße Vase vor der dunklen Öffnung des Kamins. Und ich zeichne sie inmitten ihres Surroundings.

Allerlei befindet sich in der Umgebung der kleinen Vase – vom runden schwarzen Eisentisch mit der Häkeldecke der Schwiegermutter, worauf sie steht, über den unverheizten Holzklotz und die Stehlampe mit dem langen Metallständer, bis hin zum Rohrsessel, dessen Rückenlehne links sichtbar wird, dahinter die Kamingerätschaften. Ferner gibt es eine gelehrte Eule, ein Bötchen und mein Bild auf dem Kaminsims, das Holzboot an der Wand, den Teppich mit Pferdchen-Webbildern und rechts unten die Ecken von einem Bücherstapel.

„Und wozu all der Aufwand für eine kleine Vase?“ fragt mich Will.ie verwundert  „Warum nicht?“ antworte ich ihr kurz angebunden. „Hat sie es nicht verdient?“

Ich denke an Giacometti, der einem Apfel im Raum eines seiner schönsten Bilder gewidmet hat. Oder auch seiner Annette im Raum.

„Das lässt sich nicht vergleichen“, befindet Will.ie.  „Weil der Raum bei Giacometti mit dem zentralen Objekt ganz anders kommuniziert.“ Klug, das Kind. Nun, eigentlich nicht mehr Kind, ist inzwischen schon an die 35. Aber für mich ist sie irgendwie immer noch Klein-Will.i  mit der Ahnungslosigkeit eines Neugeborenen.  „Ja, stimmt“, gebe ich zu, um leicht dozierend fortzufahren: „Heute leben wir in einer Zeit des social distancing. Da muss halt jeder sehen, wie er klarkommt. Diese Beziehungslosigkeit drückt sich in der Zeichnung aus. Unter den gegebenen Umständen soll meine kleine weiße Vase zufrieden sein, dass sie einen Tisch hat, um drauf zu stehen, und eine Eule, die sie bewacht. Das muss ihr vorerst genügen.“ – „So, so. Ja. Na meinetwegen“, murmelt Will.ie, die in Gedanken schon wieder ganz woanders zu sein scheint. „Ich muss mal raus“, sagt sie und greift sich den Strohhut. „Bis später!“.

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