Ich stieg heute, wie jeden Sonntag, ins Archiv, und blieb im Jahr 2016 hängen. Was war denn los vor genau zehn Jahren?
Ich postete drei Bilder mit Booten, um mich ein wenig abzukühlen (Hitze), und schrieb: An Tagen wie diesem, wenn die Hitze jeden frischen Gedanken verdunstet, bevor er sich herauskristallisieren kann, sehne ich mich manchmal nach dem grauen Meer meiner Kindheit. Die Wolken hängen tief und vermischen sich mit dem Wasser, und in der weichen nebligen Atmosphäre torkeln die dunklen Masten der Boote.

Doch solche nostalgischen Anwandlungen vergehen mir rasch, sobald ein frischerer Abendwind die drückende Schwüle auflöst und mit sich davonträgt. Dann kann ich mich wieder an den klaren Konturen und den fröhlichen Farben des Südens erfreuen.

– und was schallte mir aus Deutschland zurück? Es fällt mir schwer, es zu glauben, wenn ich bedenke, wieviele Klagen über extreme Hitze ich in diesem Jahr gelesen habe! Denn vor zehn Jahren war es im deutschen August unangenehm kalt und nass!
Ulli: Hitze … phttt, wir frieren heute, sei bloss froh, dort in deinem wunderbaren Südland! herzliche Abendgrüsse Ulli
deine Bilder gefallen mir, sind mir aber heute zu kühl – 
Ich: Ja ja ja, ich bin ja schon still! Komme eben vom abendlichen Schwimmen zurück, ruhte ein Weilchen selig mit dem Rücken am sonnenwarmen Felsen, die Füße im Geröll und dachte: hier würde es Ulli gefallen. Zumal ein kleiner Silbermond am Himmel stand und das Meer, nun schon dunkelgrau, lebhafter gegen die Küste rollte.
Ich schickte dann gleich noch einen Eintrag hinterher (für Ulli) und schrieb: Für Ulli und für alle, denen meine heutigen Bilder zu kühl waren und die sich über ein bisschen mehr Sonne und Wärme freuen würden …einen herzlichen Abendgruß mit Sonnenuntergang über meiner Bucht.

9. August 2016
Auch dazu eine Auswahl eurer Kommentare:
Karfunkelfee: Ich entgegne mit einem Himmel in verwaschenem und eher unterkühlt herbstlich angewandeltem Schiefersteingraublauviolettwolkig gegen Dein himmlisch buchtiges Abendglutrotrosablausa…
Ich könnte auch Wischiwaschihimmel zu diesem undefinierbar untröstlichen Regengeballe da draußen formulieren, doch das andere klang einfach schöner…

Bine unter den Linden: Welch eine schöne Abendstimmung. Beim Betrachten dieses und auch der anderen Fotos beschleicht mich leiser Neid aber auch Freude. Denn Du hast es wenigstens warm und kannst Dich im Meer abkühlen. Hier in den nördlichen Gefilden Deutschlands ist es für August sehr kühl und regnerisch. Im übrigen hat karfunkelfee die Wetterlage sehr treffend und poetisch beschrieben.
Christiane: Hamburg meldet ebenfalls Kühle. Ich nehme mir ein bisschen von deiner Wärme mit … schöööön *seufz*
Ich: Nimm, soviel du brauchst, liebe Christiane. Wir haben genug und übergenug davon. Ein bisschen Abfluss gen Norden könnte nicht schaden.
Ob die Natur uns vormachen will, wohin es führt, wenn wir nicht richtig zu teilen wissen? Die einen haben zu viel vom einen, die anderen vom anderen, aber jeder hütet seinen Schatz. Und so müssen wir uns durch die Welt bewegen, um für uns selbst den Ausgleich zu schaffen.
Christiane: Schöner Gedanke … Prinzipiell glaube ich, dass es mit der Natur ist wie mit allen Körpern: Sie verzeiht/verzeihen viel Unbalanciertes, aber wenn es einen bestimmten Punkt überschritten hat, dann ist der Schaden groß und nicht mehr so leicht aufzuhalten …
Wir jedenfalls haben gerade 15 Grad und Regen, und das ist NICHT das, was ich mir unter Sommertemperaturen vorstelle …
Ulli: Liebe Gerda, ich danke dir! Das ist wieder so ein Moment an dem ich am liebsten meine Koffer packen möchte. Ich sitze hier mit Heizung an, Jaha, Heizung Mitte August. Als ich gestern mit einer Freundin eine grosse Runde drehte, hatte jede von uns drei Lagen an, trotz Sonnenschein. Es ist wie Herbst hier und es gibt so vieles gerade in der Pflanzenwelt was seltsam anzusehen ist. Mich stimmt das alles sehr nachdenklich und traurig.
Nun aber freue ich mich an deinem Bild und danke dir noch einmal von Herzen
Ulli
(Fortsetzung hier)
Im übrigen hat uns der Sommer in diesem Jahr recht gnädig behandelt, große Hitzewellen sind ausgeblieben. Aber natürlich ist es heiß, wie es sich für den August gehört.
