Metrostation Omonoia: Die „Fußballer“ von Pavlos

Dass die Athener Metro mich in vieler Hnsicht begeistert, habe ich schon öfter geäußert.  Leider habe ich meinen Plan, alle bedeutenden Kunstwerke der Metrostationen hier vorzuführen, bisher nur sehr unvollständig realisiert.  Immerhin kann ich euch heute ein weiteres Kunstwerk an der Omonoia-Station endlich mit eigenen Fotos zeigen. Es wurde von Pavlos (eigentlich Pavlos Dionysopoulos, *1930) im Jahre 2000 geschaffen – und zwar mithilfe einer Kunstaktion. Er zeichnete Umrisse von Fußballern, strich sie mit Kleister an, und dann durften junge Leute sich mit Unmengen von bunten mit Akryll bemalten runden Papierschnipseln einen „hartopolemo“ (Papierkrieg) liefern. Ich war leider nicht dabei, aber Fotos neben dem Kunstwerk dokumentieren die Entstehung.

Das Bild ist in einer düsteren Passage des großen Umsteigebahnhofs Omonoia zu sehen,  viel zu wenig beachtet von den vorbeihastenden Menschen. Dieses Schicksal teilt es mit den anderen Kunstwerken des Omnoia-Platzes, der zu den unterbewertetsten Athens gehört. Das war nicht immer so – im Gegenteil war dieser Platz eines der Herzstücke der Stadt. Omonoia = Eintracht.

Pavlos, Fußballer, 2000. Foto gkazakou 2019-07-16

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Der Gelehrte an seinem Arbeitsplatz (Mensch und Umwelt, Zeichnung 2019-07-17)

Diesmal ist des „Sujet“ ein Mensch, der seine Umwelt ganz auf seine Bedürfnisse hin organisiert hat. Computer, Bücher, Lampen, Telefon, Papiere, Kaffeetasse … alles ist funktional, nichts Dekoration, mit Ausnahme des großen Bildes an der Wand hinter ihm. Er hat es vor Jahren selbst ausgesucht und aufgehängt: eine abstrahierende Darstellung von Zypressen auf blauem Grund, Werk einer befreundeten Malerin.

Der Gelehrte an seinem Arbeitsplatz, Serie Mensch und Umwelt, 2019-07-17

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Umfeld und Subjekt (Zeichnung und drei Collagen 2019-07-17)

Die Pflanzschale mit dem Buchsbaum, dem schwarzen Stein und dem Hühnergott habe ich ans Balkongitter gestellt, wo es hingehört. Die  Wächtereule ist wieder ins Haus gezogen. Und so ist der Balkon, was er eben ist: nichts als eine von dürftigen Pflanzen gerahmte Bühne, auf der das Motiv fehlt – das sujet (Gegenstand, Subjekt), wie die Franzosen sagen. Und hinter dem Balkongitter der Rest der Welt: Pinien,  Häuser, Berge, Menschen, Himmel.

Nichts wird zum Motiv (frz: sujet – Subjekt). Der leere Stuhl, der das Balkongitter quasi verdoppelt, wird, wie vorgestern im Zimmer mit den Büchern, zum Symbol der Abwesenheit.

Was aber, wenn ich die Pflanzschale hinter dem Stuhl hervorkramen und wieder auf den Tisch stellen würde?

Balkon mit Pflanzschale, Collage 1 (2019-07-17)

Oder wenn ich Magda herbeizitieren würde, die in Wirklichkeit grad in den Ruinen von Troja herumsteigt? (Wie gern wäre ich dabei!)

Balkon mit Magda, Collage 1, 2019-07-17

Oder wenn Poppy die Pinie hochklettern und auf dem Geländer Platz nehmen würde? Dann bekäme das Wort „poppies“ (Mohn) auf der Tischdecke eine völlig neue Bedeutung.

Poppy auf dem Balkongitter, Collage 2019-07-17

Anmerkung: Die Figuren habe ich aus früheren Zeichnungen digital ausgeschnitten und in die heutige Zeichnung hineinkopiert.  Die erste und letzte Collage habe ich außerdem digital bearbeitet (Filter, Farbverstärkung).

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Stillleben mit Eule – Experimente ohne und mit Hintergrund (Zeichnung 2019-07-16)

Den schwarzen Stein und den hellen Hühnergott habe ich vorgestern in eine Pflanzschale unter einen Buchsbaum gelegt. Auf den schwarzen Stein stellte ich eine Wächtereule. Heute zeichnete ich dieses Stillleben.

Ich zeichnete also, was ich arrangiert hatte. Damit wich ich von dem ab, was ich zuletzt ständig tat: nämlich das So-Gegebene nachzuzeichnen, ohne es zu verändern oder eine Auswahl zu treffen. Die Idee dahinter, die ich hier nur andeuten kann, ist die „Kontingenz“ des Seienden – und also auch meiner eigenen Existenz. Indem ich mich darauf einlasse, lerne ich, sie zu deuten.

Heute aber, angeregt durch Ule Rolffs Experimente und hier zum Verhältnis von Motiv und Hintergrund, nahm ich mir vor, den Zeichenvorgang in diese zwei Ebenen aufzuspalten. Ich würde zuerst das Hauptmotiv zeichnen (und fotografieren) und dann den „Hintergrund“mit seinen dort zufällig anwesenden Dingen hinzufügen.

Erste Phase: das zuvor arrangierte Motiv zeichnen.

Zweite Phase: die zufällig so angeordneten Dinge des Hintergrunds hinzufügen.

Wächtereule, Hühnergott, schwarzer Stein und Buchsbaum. Zeichnung 2019-07-17

Zum besseren Vergleich zeige ich die beiden Phasen hier noch mal nebeneinander:

Durch Bearbeiten versuchte ich,  die unterschiedllichen Charakterisika einer arrangierten Motiv-Zeichnung und einer „kontingenten“ Zeichnung noch deutlicher zu machen.

Viellleicht verstehst du den Gedanken dahinter? Die erste Zeichnung gleicht einem Menschen, der sich selbst absolut setzt und alles andere ausblendet. Die zweite gleicht einem Menschen, der nicht vergisst, dass er in eine Vielzahl von ihm nicht beeinflussbarer Verhältnisse eingebettet ist.

 

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Restbestände. Zeichnung und Fotos 2019-07-15

Die Wohnung, die mein Schwager Dimitris vor einem halben Jahr sterbenskrank verließ, ist nun fast leergeräumt. Die Balkontür, vorher zugemauert mit Büchern jeder Art, steht offen, ein leichter Wind bewegt die Gardine. Zwei Laster mit Bedrucktem sind bereits weg. Am Boden, auf Tischen und Stühlen stapeln sich immer noch Bücher, geringe Restbestände dessen, was der fanatische Wissenssammler angehäuft hatte. Soll ich etwas mitnehmen? Und wenn ja, was? Aus der deutschsprachigen Ecke die Dokumentensammlung von dtv über das 3. Reich? die Protokolle der Nürnberger Prozesse? Schriften von Freud oder CG Jung ? Oder doch lieber Griechisches in verstaubten Bänden, über Pythagoras, Nietzsche, Jesus von Nazareth? Die Entwicklung der Arten von Darwin im Original vielleicht? Oder das dicke bebilderte Buch über die Bienenzucht – wozu brauchte er das wohl, er verließ die Stadt ja eigentlich nie…. Auch über die Schweinezucht informierte er sich, scheints. Und über allerlei mystizistische Welterklärungen, Spezialgebiete der Biochemie, Kunstgeschichte und schwarzen Magie…..

Am besten, ich setze mich still in eine Ecke und zeichne, während seine älteren Geschwister die Bücher in die Hand nehmen und überlegen und reden und Entscheidungen treffen. Er war ja der jüngste. 67 Jahre alt wurde er nur.

„Restbestände“, Zeichnung, 2019-07-15

Als ich das erste Mal in diesem 2-Zimmer-Appartment war, war ich 28. Meine Schwiegermutter, deren alte Mutter und der damals 19jährige Dimitris wohnten darin, schafften auch für mich und meinen 1-jährigen Sohn Platz. Hinter den Bücherstapeln kamen jetzt Bilder zum Vorschein, die meine Schwiegermutter an die Wände gehängt hatte, billige Kunstdrucke, aber auch solche, die wir ihr im Laufe der Jahre von unseren Reisen mitbrachten. Sogar eines meiner allerersten Tulpenaquarelle fand ich wohlverwahrt hinter seinem Rahmen. Und weil heute Montag und also eigentlich Fototermin ist, hier noch ein paar Kostproben von dem, was ich heute vormittag in die Hand nahm und fotografierte.

 

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„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Serie von fünf Zeichnungen, 2019-07-14

Auf der Wachsdecke meines Balkontisches sind nicht nur Zeilen des Gedichts von Aragon „Les Lila et les Roses“ (der Flieder und die Rosen) zu lesen, das er 1940 unter dem Eindruck des deutschen Vormarsches in Flandern schrieb (den Hinweis auf den Autor verdanke ich Myriade). Außer diesen Gedichtszeilen gibt es auf der Tischdecke Abbildungen des hellroten wilden Mohns und das Wort Coquelicot (französisch für Mohn). Mohn wurde bereits im 1. Weltkrieg durch das Gedicht von McCrae (hier gesprochen von Leonard Cohen) zum Symbol des Todes auf den Schlachtfeldern von Flandern.

Das alles war mir nicht bewusst, als ich vorgestern den schwarzen Stein in die Hand nahm, um ihn zu zeichnen. Nicht einmal an den Ausdruck „einen schwarzen Stein hinter sich werfen“ dachte ich. Auch, als ich den „Hühnergott“ in die Hand nahm, dachte ich nicht an Krieg und Tod, dachte auch nicht an meine alte Heimat, sondern an die Schönheit und die Geheimnisse der Steine.

Im Kommentarstrang schrieb Gerhard, der Hühnergott erinnere ihn an Munchs „Schrei“. Ich überlegte, woran er mich erinnerte, kam aber nicht drauf. Erst heute wurde es mir bewusst: Mich erinnerte er, je mehr ich mich zeichnend auf ihn einließ, an die Profile in Picassos Guernica, gemalt 1937 unter dem Eindruck des Bombardements der baskischen Stadt durch die deutsche „Legion Condor“.

Und so fügten sich der Hühnergott, der schwarze Stein, die Zeilen von Aragon, das Wort Coquelicot und die Abbildung des Mohns zu einer Assoziationskette: Das Grauen des Kriegs, und speziell: der deutschen Kriege. Ich hatte das nicht gesucht, aber es fand mich und blickte mich an. Doch verstand ich, was ich sah? Nein.

Die Erkenntnis kam sehr langsam. Eigentlich wollte ich nur noch einmal den schwarzen Stein zeichnen  Ich stellte ihn hochkant und hielt ihn mit einer Hand fest, während ich mit der anderen zeichnete. Weil ich alles zeichne, was im Realitätsausschnitt zu sehen ist, bezog ich auch die Schrift mit ein. coqueli… stand da. Ich zeichnete auch schattenhaft den Mohn des Tischtuchmusters und dachte mir weiter nichts dabei.

Dann holte ich den „Hühnergott“, um ihn mit dem schwarzen Stein zusammenzustellen. Die Sonne kam durch (es hatte gewittert) und warf scharfkantige Schatten. Das sah interessant aus (s. die Fotos oben). Ich konzentrierte mich ganz aufs Zeichnen und dachte an nichts anderes.

Das Motiv begann mich zu fesseln, und so arrangierte ich die zwei Steine neu. Beim Zeichnen drang das Wort coquelicot, das ich zuvor nur nachgefahren hatte, immer mehr in mein waches Bewusstsein. Mohn, dachte ich, zeichnete auch die hellroten Blüten auf dem Tischtuch. In mir begann es zu rumoren, Erinnerungen kamen hoch. Paul Celans „Mohn und Gedächtnis“, die „Todesfuge“ (hier liest er selbst: … der Tod ist ein Meister aus Deutschland).

Als ich diese fünf Zeichnungen fertig hatte, besah ich sie. Sie waren auf dünnem Papier entstanden. Um sie zu fotografieren, musste ich die Blätter festhalten, denn sie flatterten und rollten sich ein. Und ich sah, was ich gezeichnet hatte.

„Einen schwarzen Stein hinter sich werfen“, sagt man in Griechenland, wenn man seine Heimat für immer verlässt, weil man sie nicht erträgt. Ich fand den schwarzen Stein nun auf meinem Balkontisch wieder. Vergebens warf ich ihn hinter mich. Im Unterbewusstsein ruht er und wartet auf seinen Moment. Als die deutsche „Verteidigungsministerin“ zur Chef-Macherin der EU erkoren wurde, wollte ich den schwarzen Stein erneut hinter mich werfen und nach Afrika auswandern. Aber es hat keinen Sinn. Überall wird er mich einholen.

Doch es gibt einen Trost: auf den Kissen meiner Balkonsessel steht Amor omnia vincit: Liebe besiegt alles.

 

 

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Ein Hühnergott in meiner Hand (Zeichnung 2019-07-13, vormittags)

Eigentlich ist es ein „Hühnergott im Werden“, denn der Stein ist nicht völlig durchlöchert. Dafür hat er ein höchst eindrucksvolles Profil. Ich meine mich zu erinnern, dass er aus Samothrake stammt.

Sollte ich nicht auch diesen Stein portraitieren, so, wie er da in meiner Hand lag? Gefragt, getan.

Natürlich habe ich auch noch ein bisschen mit Fotoshop gespielt, was nicht etwa bedeutet, dass mir die Originalzeichnung nicht genügt. Doch, sie genügt mir, und ich möchte sie auch gar nicht mit den Bearbeitungen vergleichen. Mit denen verfolge ich einen anderen Zweck als mit der Zeichnung.

 

 

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Schwarz: Stein, Vase, Aschenbecher (Zeichnung, vormittags 2019-07-13)

Petra, Ulli, Marie und noch so manche und mancher andere haben letztens ihre hohe Wertschätzung für Steine zum Ausdruck gebracht. Ich selbst wollte schon lange den großen grauschwarzen Stein zeichnen, den ich irgendwann von einem Strand heimgeschleppt habe und der seither das Tischtuch auf dem Balkon beschwert, damit es nicht davonfliegt. Dass Frau Wildgans als Wort des Tages „schwarz“ gewählt hat, wusste ich da noch nicht.

Heute vormittag legte ich ihn vor mich hin, und es fanden sich andere schwärzliche Dinge dort auf dem Tisch, die ihm Gesellschaft leisteten:

  • ein schwerer runder Aschenbecher mit hermetisch schließendem Deckel aus einem Indienshop – wir rauchen zwar schon lange nicht mehr, aber für BesucherInnen steht er halt immer dort -,
  • eine runde dunkel matt lasierte Tonvase mit dem abgebochenen Zweiglein einer Sukkulenten in der engen Öffnung,
  • das Transistorradio, das mein Mann stets bei sich hat,
  • zwei schwarze Kulis wie der, mit dem ich zeichnete,
  • die schwarze Schrift eines französischen Gedichts (Baudelaire? Apollinaire?) auf dem Wachstischtuch, das leichte Wellen schlägt. Leider weiß ich nicht, von wem es stammt (das Gedicht). Das Tischtuch ist eine Spende meiner Schwägerin.

Der Stein und die anderen Dinge sind „schwarz“. Was aber heißt schwarz? Wenn ich das Foto farblich verstärke, zeigt sich eine Flut von Farben.

PS. Durch Myriades Hinweis, dass es sich um ein Gedicht von Aragon handelt, fand ich bei planetlyrik.de eine ausgezeichnete Besprechung von Aragons Lebensgang und Teile der Übersetzung:

Zitat:

„Eine der schönsten Übersetzungen des Bandes, zugleich eine der ältesten, stammt von Friedhelm Kemp. Das Gedicht „Der Flieder und die Rosen“ beschreibt eine Episode des Krieges, die deutsche Offensive im Mai 1940, den Vormarsch der französischen Truppen über die belgische Grenze, den Jubel der Bevölkerung, die sich geschützt und befreit meint, das darauffolgende Debakel.

O Mond der Blütenfülle    Mond der Metamorphosen
Mai wolkenlos und Juni    von scharfem Dolch durchwühlt
Nie werd ich dies vergessen    den Flieder und die Rosen
und jene die der Frühling    in seinem Schurz behielt

Nie werd ich dies vergessen    die tragische Verblendung
den lauten Jubelzug    das Volk die Sonne groß
die Panzer Belgiens Gaben    und liebende Verschwendung
der Straßen grellen Flimmer    in summendem Getos
den Taumel des Triumphes    voran ob Schlacht und Stürmen
das Blut das im Karmin    der Küsse schon erglänzt
und jene Todgeweihten    aufrecht in ihren Türmen
die ein berauschtes Volk    mit Flieder rings umkränzt

 

 

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Leeres Weinglas und Kabelsalat (Zeichnung, nachts 2019-07-12)

Heute Nacht machte ich noch eine Zeichung auf dünnem Skizzenpapier: Mein leeres Weinglas, umrundet und durchdrungen von Kabeln und Computer-Zubehör, auf der Glasplatte des Schreibtisches.

Bearbeitungen? Vielleicht diese?

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Zeichnen statt Grübeln! Fünf Skizzen mit unterschiedlichen Themenstellungen

Am Nachmittag legte ich mich aufs Sofa, wo sich auch Tito bereits platziert hatte. Ich zeichnete ihn schnell in der sehr verkürzten Perspektive, den Kopf nah bei mir, der übrige Körper zusammengeschrumpft.

Tito perspektivisch verzerrt, 2019-07-12

Viel Zeit zum Zeichnen ließ er mir nicht. Schon bald verzog er sich indigniert unter den Tisch, auf dem sich an- und ungelesene Bücher nebst manchen anderen Dingen stapelten. Den dicken Schmöker habe ich gestern im Papierwarenladen gefunden – eines von zehn deutschsprachigen, ein Mängelexemplar und daher sehr billig. Es ist der dritte Band einer Familiensaga aus Neuseeland, bequem zu lesen (Sarah Lark, Der Ruf des Kiwis). Titos Beine unter dem Tisch bitte beachten!

„überladener Tisch“, 2019-07-12

Bei der dritten Zeichnung wollte ich mich mal wieder auf Umrisslinien beschränken. Man sieht, wenn man will, den Tisch mit dem Buch, dem Handy, der Kaffeetasse, der Fruchtschale mit gefundenen Hölzern, der Kristallvase, dahinter die Lehnen des Schaukelstuhls und den ausgezogenen Arbeitstisch mit Stühlen und noch dies und das.  Mir kam es auf das freie Spiel der Linien an, die das Blatt gliedern, lebendig machen, aber nicht füllen.

Umrisslinienzeichnung mit Eulenbecher und Fruchtschale, 2019-07-12

In farbiger Bearbeitung des Fotos sieht die Zeichnung so aus:

Umrisslinienzeichnung, farbig bearbeitet, 2019-07-12

Eine vierte Skizze machte ich dann noch vom selben Platz auf dem Sofa aus. Sie hat eine ziemlich ausgefallene Komposition mit der hohen Zinnvase im Zentrum, dahinter der durchgeschnittene Schaukelstuhl und die Lampe auf einem Extratischchen. Die Gardinen und der Tischläufer halten die Dinge mit ihren Mustern zusammen.

Komposition mit Zinnvase, Schaukelstuhl und Lampe, 2019-07-12

Beim Hundespaziergang im Syngrou machte ich dann bei einem zerfallenen Haus Halt, um noch einmal bei meinen architektonischen Zeichnungen anzuknüpfen. Hier faszinierten mich besonders die ragenden Balken des Dachstuhls und das fächerartige Auseinanderfallen der Deckenbalken, die scharfe Schatten warfen. An den bröckelnden Pfeiler des Eingangs hat jemand sinnigerweise das Wort „PAST“  gesprayt. Gern hätte ich eine präzisere Zeichnung gemacht, aber ich musste im Stehen skizzieren und die Ameisen wanderten an meinen Beinen hoch.  Da war Eile geboten.

„Past“, Ruine im Stadtwald Syngrou, 20019-07-12

 

 

 

 

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