Zunge ab

Eben las ich bei Petra Pawlofsky einen älteren Beitrag https://pawlo.wordpress.com/2009/01/14/zunge-ab-oder-sich-uber-die-eigene-kunst-ausern/
Der hat mir gut gefallen, und kommt mir darüberhinaus gelegen. Denn der Sommer will genossen und nicht durch allzu vieles Denken und Erklären beschwert sein. Um aber nicht den Faden zu verlieren, werde ich vorübergehend täglich ein Legebild unkommentiert hier veröffentlichen. Deine Gedanken sind frei!

Wer hingegen auf meine begleitenden Gedanken (und auf Heines Poesie) nicht verzichten mag, findet ein gutes Beispiel im Kommentarstrang von obigem lesenswerten PPawlo-Post (https://gerdakazakou.com/2015/06/06/der-poet-und-die-versunkene-stadt-vineta/)

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommertag! Gerda

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Sommerpäuschen, mit Wassermelone

 

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Der Ritter von der traurigen Gestalt

Don Quichote und die Windmühlen. Legearbeit (c) Gerda Kazakou, 2016

Während mein Hirn langsam verdunstet, sind Don Quichote und Sancho Panza wieder aufgetaucht. Sie kamen unter der glühenden Sonne dahergeritten, der eine auf dem Esel, der andere auf seiner Rosinante.

Don Quichote, Detail, elektronisch bearbeitet. Legearbeit (c) Gerda Kazakou

Der tapfere Don Quichote rennt immer noch mit eingelegtem Speer gegen Windmühlen an, die er für eine Schar wüster Räuber hält. Was kein Wunder ist, wenn die Luft flimmert.

Don Quichote und die Windmühlen. Legearbeit, elektronisch bearbeitet. (c) Gerda Kazakou

Immer noch sind sie unterwegs, nie sterben sie. Denn die edle Illusion ist unsterblich.

Heute wurden es nur zwei Kritzeleien von meinen alten Kumpanen, dem Don Quichote und dem mir übrigens charaktermäßig viel näher stehenden Sancho Panza. Da ziehen sie nun dahin.

Papier vom laufenden Meter, Kohle, Akryllpigmente, Wasser. Zum Vergrößern anklicken.

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Kleine Nachlese zu Mariä Himmelfahrt: Über die Zärtlichkeit

Die Feuer sind einigermaßen unter Kontrolle – was nicht viel heißt, denn wenn der Wind auffrischt, geht es von Neuem los.

Aber nicht davon möchte ich sprechen. Sondern von der Zärtlichkeit der Söhne, der Männer.

So fand ich dies Foto eines knieenden Feuerwehrmanns, der ein Nest mit Jungvögeln rettet, beim Pressedienst 24ores, leider habe ich den Namen des griechischen Fotografen schlecht gespeichert, ich finde ihn nicht. Den Namen des Abgebildeten kenne ich auch nicht. Wozu auch? Er ist kein Held, sondern tut das Nächstliegende: er ist zärtlich. Das Bild tat mir wohl, und ich will es euch nicht vorenthalten.

Ein anderes Bild berichtet von Mariä Himmelfahrt, wie sie in den Ikonen der orthodoxen Kirche dargestellt wird. Schaut nur: der auferstandene Sohn nimmt die Seele der verstorbenen Mutter in seine Hände, als sei sie ein Säugling. Die Rollen zwischen Mutter und Sohn haben sich vertauscht. Mich rührt diese Vorstellung stark an. Ist Zartheit und Fürsorge denn ans Geschlecht und an die Rolle gebunden? Nein, fürwahr nicht.

Dieses Mosaik befindet sich in der herrlichen Klosterkirche von Hora außerhalb der alten Stadtmauern von Konstantinopel, jetzt Istanbul. Ich fand es in einer griechischen Website über die Koimisi tis Panagias (Grablegung der Allerheiligsten) ohne Angaben zum Fotografen.

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Serielles

Wenn ich am Computer spiele, ist es mir ein Leichtes, eine Serie zu schaffen. Ein Foto, ein paar Filter, vervielfältigen – klick – klick – klick. Und eine faszinierende kalaidoskopische Welt entsteht. Hier ein paar Beispiele (zum Vergrößern bitte anklicken):

Am Anfang der seriellen Kunst steht die kunsthandwerkliche Nachahmung industrieller Prozesse. Andy Warhol wurde berühmt mit seiner Campbell-Suppendose.

Dies war noch Handwerk – oder genauer: wieder Handwerk, denn die Dose (später dann die Marilyn, die Liz, der Mao, der James) waren vorfindbare, fertige, quasi industriell hergestellte Produkte, die noch einmal zurückgeholt wurden in die Sphäre des Handwerks und der Kunst. Von dort strahlten sie zurück ins Showbusiness.

Was wurde gewonnen? Was ging verloren?

Was hatten und haben die guten alten Druckhandwerker noch, was in der Sphäre der Elektronik ganz verloren geht? Und was haben die seriellen Künstler schon nicht mehr, wohl aber Picasso, dessen Serien, wie die berühmte Abstraktionsreihe vom Stier, eine geistige Durchdringung und gestalterische Kraft zeigen, die schon bald  dem schnellen Effekt geopfert wurden?

Pablo Picasso, „Stier“, 5.12.1945 bis 17.1.1946, Lithografie, ca. 29×42 cm
(Quelle: 
https://pbs.twimg.com/media/C7DpoqQV0AAaEXq.jpg)

Hier lohnt es sich noch, jedes einzelne Bild zu studieren, zu bewundern, und den Gedanken zu folgen, die  jedem Akstraktionsschritt zugrunde liegen.

(Die Einzelbilder, herausgenommen aus der Gesamtkomposition, fand ich samt Kommentaren bei https://eckersbestiarium.wordpress.com/. Es fehlt dort die allerletzte  Abstraktionsstufe, die Picasso mit seiner eigenen Unterschrift produziert).

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Vorabend von Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt ist das größte Fest der Griechen, neben dem Fest der Auferstehung (Ostern). Was wird gefeiert? Der Tag, an dem die Allerheiligste (Panagia), Maria, Mutter Gottes, zum Himmel auffährt, ist Höhepunkt und Wende des Sommers.
Die Städte leeren sich, alles drängt in die Provinz, um gemeinsam zu feiern, zu schwimmen, den Sommer zu genießen.
Doch wie jedes Jahr sind auch die Brandstifter unterwegs. Und so brennen die schönen Berge, die Wälder und Olivenhaine. Ich kann es nicht aushalten hinzuschauen. Ich stecke den Kopf in den Sand. Bei uns hier in der westlichen Mani ist es ruhig und schön – ach möge es so bleiben! Vor genau zehn Jahren haben hier Berge und Dörfer in Flammen gestanden, zehn Tage lang, und so viele Tote.

Ich mag jetzt gar nichts tun. Doch irgendetwas wollte ich posten und fand zwei alte, liebevoll ausgeführte Blätter, die meine Nerven beruhigen: die eine ist eine Bleistiftkopie des Engels von Leonardo (Maria in der Felsengrotte), die andere eine Tuschzeichnung (Pinsel und Feder), die ich nach einer in Barcelona aufgenommenen Fotografie anfertigte: ein steinerner Heiliger, (vielleicht gar Joseph, der Mann der Maria?), dem zwei lebende Tauben auf der Schulter sitzen.

(Zum Vergrößern bitte anklicken)

Mögen die Heiligen, die Tauben, die Allerheiligste Maria und alle wohlmeinenden Himmelsmächte unsere schöne Mutter Erde schützen vor Krieg und Feuersbrunst.

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Es stürmt

Seit gestern Nacht stürmt es. Hell und heftig ist dieser Wind, er macht mich froh und ein bisschen übermütig, auch wenn er die Türen zuknallt, die Papiere und Handtücher durch die Gegend zerrt, um die Ecken des Hauses pfeift und mich von meinem Schlafplatz vertreibt.

Die beiden versteinerten Figuren haben dem Sturm nicht standgehalten.

Sie sind umgestürzt und wurden von den Luft- und Wassergeistern heimgeholt.

 

 

Sturm (a) Gerda Kazakou. Akryllpigmente, Kleister auf Leinwand, 80 x 100 cm

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Geburt und Tod des Schmetterlings

Nach der gestrigen Metamorphose des Baums in eine Schlange zeige ich hier gleich noch eine Verwandlung, ebenfalls aus der Zeit, als ich mit Fotoshop herumexperimentierte.  Ich nannte die Serie „Geburt und Tod eines Schmetterlings“.

Anders als die gestrige, die von der Farbigkeit und Vielfalt zur einfachen Form und zum Schwarz-Weiß-Kontrast strebte, beginnt die Reihe mit einer im Blauschwarzen kreisenden Bewegung, aus der sich zarte Formen gebären. Und plötzlich ist der leuchtende gelbgrüne Schmetterling da. Der Tag hat sich entfaltet. Dann zersplittern die Formen in einem farbigen Kalaidoskop, und gehen unter in schwarz-blauer Nacht.

Und wieder beginnt der Kreislauf des Lebens von vorn….

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Vom Baum zur Schlange (Kundalini-Kraft)

Wann war es, als die Schlange den Baum der Ernenntnis umwand – als Aarons Stab zur Schlange wurde – als Hermes einen Stab trug, um den sich zwei Schlangen wanden – als der Heilgott Asklepios/Äskulap, den die Römer als Schlange aus dem Heiligtum von Epidaurus auf dem Schiff mit sich führten, sich hoch am Mast aufrichtete und das Symbol der heilenden Kunst, den Äskulap-Stab schuf …? Das war damals, als Rom gegründet wurde….Lang lang ists her.

Die lebendigen Schlangenkräfte, die an der Wirbelsäule auf und absteigen, sind weitgehend in Vergessenheit geraten, und von der Kundalini-Kraft, die am Grunde der Wirbelsäule ruht, machen sich die meisten eine eher zauber-schreckliche Vorstellung. Unsere wissenschaftlich-technische Welt will nichts mehr davon wissen.

Mich reizte es, als ich noch mit Fotoshop herumexperimentierte,  zu versuchen, die Belebung des toten Holzes, die Metamorphose des starren Baums in eine sich aufreichtende Schlange  nachzubilden – ich poste dies Fotoshop-Experiment als Erweiterung dessen, was ich zuletzt über Versteinerung -Belebung zu gestalten versuchte.

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Woher kommen wir? Wohin gehen wir? (Fortsetzung zu Versteinerung, Belebung)

Heute habe ich die beiden aus dem Stein sich wieder belebenden Figuren mit Kohle auf eine neue Leinwand gezeichnet, zwei Gestalten vor einen goldenen Grund.

Die eine, so dachte ich, wende sich nach links und schaue, ohne ihren Körper mitzudrehen, nach oben ins Rückwärtige, Vergangene. Die andere stehe, die Arme auf den Rücken gelegt, nun zu keiner Arbeit mehr sie rührend, ruhig schauend und bereit, hineinzugehen in den goldenen Raum.

So dachte ich. Aber als ich sie dann mit schwarzer Akryllfarbe bekleidete, wurde ich unsicher. Schreiten sie vielleicht gar nicht in den Grund hinein, sondern auf mich zu, jetzt, wo sie quasi Fleisch und Blut angenommen haben? Oder geht die Rechte durch das Tor, vor dem sie zögernd steht, ins Licht, und nur die Linke schreitet auf mich zu, das dunkle Haar schwer ihr Gesicht verhängend?

Zu diesem Vexierspiel beigetragen haben die beiden letzten Einträge von Ulli (hier und hier). Im ersten spricht sie von einer bösen Frau mit silbergrauem Haar und roten Tanzschuhen. Das ging mir im Kopf herum. Im zweiten teilt sie Lieder der Sängerin Susanna Berivan. Auf deren fb-Seite fand ich ein Portrait von sich selbst (ich hoffe, es ist gestattet, es hier einzufügen).

Susanna Berivan, ihre fb Seite

Das, was davon in meiner Seele haften blieb, muss mir beim Malen unter den Pinsel geraten sein, ohne dass ich es merkte…

Leinwand, 80 x 100 cm, Kohlezeichnung, Akryllpigment (Goldocker und Schwarz), Kleister, Wasser.

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