abc-etüde: Kata-strophisches Waidmannsheil

abc.etüden 2022 03+04 | 365tageasatzadayWackelpudding
unverdrossen
knistern.

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Waidmannsheil

΄s ist Winter noch, der Wind geht kalt

Der Jäger Max schleicht durch den Wald

Schnee fällt vom Aste, wenn es weht

und knistert leis, wo Maxe geht

*

Was will er wohl? Du kannst es raten:

Er träumt von einem Hasenbraten

Und Wackelpudding als Dessert

Denn diese Speisen liebt er sehr.

**

Das Häschen hat sich rausgetraut

Und knabbert froh an einem Kraut

Denn leider ist sein Magen leer

Und Runkelrüben gibts nicht mehr.

***

Der Jäger hat den Has erblickt

Und sich schnell in den Busch verdrückt

Er hebt die Büchse fest entschlossen

Und hätte sicher auch geschossen

**

Wenn, ja, wenn dort ein Hase wär!

Doch der ist dort schon längst nicht mehr.

Er rannte weg und unverdrossen

Hat er woanders Kraut genossen.

*

΄s ist Winter noch, der Wind geht kalt

Der Jäger Max schleicht durch den Wald

Der Schnee der knistert wo er geht

Und fällt vom Aste, wenn es weht.

 

Diese Zeichnung gehört zu einem Eintrag vom Otober 2016: „Der Jäger verfehlt den Hasen und andere Spielereien“.  Dazu schrieb ich: „Beim dritten Bild kurvte der Stift ein bisschen länger herum, und so entstand ein dickbäuchigen Jäger, der vergebens versucht, einen Hasen zu erschießen. …“

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Dora zum Dreiundzwanzigsten: Kaktusschatten und mehr

Kalt und sonnig war es heute. Nach einem weiten Spaziergang durch die Felder gelangte ich schließlich ans Meer. Das wollte ich noch schnell begrüßen.

Viel Schönes hatte ich unterwegs gesehen, auch weniger Schönes natürlich, wie den zum Hühnerbewacher degradierten Hund – also der Hund ist mir lieb, nicht aber die Situation, in der er zu leben gezwungen ist.

Nun taten mir die alten Knochen weh, und ich wollte auf schnellstem Weg heimwärts wandern. Doch Dora hatte ihre Büchse noch voller Geschenke und ließ es nicht zu. „Schau mal, diese zerbrochene Wand im Abendlicht, die sieht aus wie eine Landkarte“, „Sieh mal diese runden Steine, wie Eier so glatt“, „Hast du gesehen, welche Blasenmuster der Schaum macht, wenn die Welle zurückläuft? Ja? Bist du sicher?“ So gings in einem fort. Ich sammelte das eine und andere ein,  um Dora zufriedenzustellen. Denn ich möchte sie gern als Freundin behalten. Nicht, dass sie wieder im TV verschwindet.

Als ich dachte, nun wärs genug, zauberte Dora noch eine Überraschung hervor: die weiß getünchte Hauswand mit den großen Kaktus-Töpfen davor im Farbenrausch! Malerin war die sehr tief stehende Sonne.

Dora posierte auf einem Kaktusarm, als hätte sie das alles hervorgebracht. Ich hoffe, die Sonne nimmt ihr diese Anmaßung nicht übel.

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Stillleben im TV-Flackerlicht (tägliches Zeichnen)

Das TV-Gerät mit seinen schnell wechselnden Bildern versetzt das Interieur unserer Wohnstube in ein elektrisches Flackerlicht. Ich versuche, nicht auf den Bildschirm, sondern auf den Tisch davor zu schauen und die mal schemenhaften, mal hell ausgeleuchteten,  dann wieder ins Dunkel getauchten Gläser, Teller und sonstigen Überbleibsel unseres Abendessens zu zeichnen. Mein Zeichenblock ist ebenfalls in dieses unruhige Licht getaucht.

Durch leichte digitale Barbeitung versuche ich, den Eindruck des künstlichen Flackerns mit wechselnden Hell-Dunkel-Kontrasten noch zu verstärken.

 

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Dora zum Zweiundzwanzigsten: Frühlings-Vorspiegeleien.

Im Atelier sitzend, fällt mein Blick auf eine junge Frau, vor Jahren flüchtig gemalt, die mich auffordert: „Zeichne mich“. Soll ich etwa mein eigenes Gemälde abzeichnen? Umgekehrt würde ein Schuh draus: erst zeichnen, dann malen. So macht man das von altersher.

Nun, ich bin kein „Maler von altersher“, und so greife ich mir ein Blatt Papier und mache mich daran, das Gemälde abzuzeichnen. Dabei geht es darum, mir den Aufbau bewusst zu machen.

Als unbefriedigend empfinde ich das Verhältnis zwischen der oberen komplexen und unteren ziemlich leeren Bildhälfte. Drum schneide ich die untere ab (links), blende nun die Zeichnung darüber und entfärbe das Ergebnis (rechts).

Dora, die mir auf der Schulter hockt, ist irritiert. „Wozu machst du das? Was gewinnst du damit?“ – „Nichts“, antworte ich vague,“nur ein bisschen Einsicht“. – „Wenn schon, denn schon! Wenn du schon was lernen willst, dann richtig!“ beharrt Dora. „Nur Mut!“.

Mut fehlt mir nicht. Was kann mir schon passieren, wenn ich Bild und Zeichnung bearbeite? Im schlimmsten Fall verschwende ich ein bisschen Zeit, von der ich genug habe. Also beginne ich auszuschneiden, zu kopieren, einzufärben, umzufärben, zu komponieren….

Dora betrachtet das jetzt entstandene Bild. Sie ist zufrieden. „Eine perfekte Bühne für meinen Auftritt“, befindet sie.

Auch ich sehe die rautenförmige Bühne zwischen den vier Grazien. Besser, als wenn sie ihre Einfälle im TV zum Besten gibt, denke ich. Was sie wohl im Sinn hat? Aaa, die Bühne wird zum  Spiegel, golden gerahmt, und darin erscheint nun, leicht verzerrt: DORA als Frühlings-Verkünderin!

Bravo, Dora! Applaus, Applaus! Du bist eine perfekte Wahrsagerin! In deinem Spiegel erscheint die Erde, wie sie demnächst sein wird! Du zeigst sie uns im Frühlingsblumenschmuck, während der Winter gerade seinem Höhepunkt zustrebt.

Doch was rezitiert sie denn da? Eichendorff? Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!“ Klar, Frühling und Romantik und ein bisschen Illusionstheater gehören unbedingt zusammen!

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt’s schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir’s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen’s,
Und in Träumen rauscht’s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen’s:
Sie ist Deine, sie ist dein!

 

 

 

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„Die Wahrheit wird ans Licht kommen“. Prof. Dr. Qimrons Offener Brief (Erweiterung des Debattenraums)

Dieser „Offene Brief“ könnte auch hier in Griechenland oder in Österreich oder in Deutschland oder wo immer das repressive Corona-Regime aufrechterhalten wird, geschrieben worden sein. Tatsächlich wurde er von einem ausgezeichneten Experten in Israel verfasst. Das macht ihn nicht weniger bedeutsam auch für unsere Länder. Denn die Logik des Covid-Regimes ist ja, mit Varianten, überall dieselbe. (NB: Gegen die Pest wurde noch keine Impfung gefunden).

Ich übernehme den Text ohne weitere Überprüfung der Authentizität. Falls jemand Korrekturen anbringen möchte, bitte!

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2022/01/21/fuhrender-israelischer-immunologe-an-ministerium-die-wahrheit-wird-ans-licht-kommen/

Professor Ehud Qimron, der Leiter der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Tel Aviv und einer der führenden israelischen Immunologen, hat einen offenen Brief an das israelische Gesundheitsministerium geschrieben, in dem er die israelische Politik der Corona-„Pandemie“ in umfassender Weise scharf kritisiert. Doch seine sachkundige vernichtende Kritik trifft global für die Politik der meisten Länder zu, insbesondere auch für Deutschland. Sein eindringlicher Brief wird daher nachfolgend auch hier veröffentlicht. (hl)

Veröffentlicht: 6. Januar 2022

„Gesundheitsministerium, es ist Zeit, Versagen einzugestehen“

„Am Ende wird immer die Wahrheit ans Licht kommen, und die Wahrheit über die Coronavirus-Politik beginnt sich zu enthüllen. Wenn die destruktiven Konzepte eines nach dem anderen zusammenbrechen, bleibt nichts anderes übrig, als es den Experten zu sagen, die das Management der Pandemie leiteten – wir haben es Ihnen gesagt.

Zwei Jahre zu spät erkennen Sie schließlich, dass ein Atemwegsvirus nicht besiegt werden kann und dass jeder derartige Versuch zum Scheitern verurteilt ist. Sie geben es nicht zu, weil Sie in den letzten zwei Jahren fast keinen Fehler eingestanden haben, aber im Nachhinein ist klar, dass Sie in fast allen Ihren Handlungen kläglich gescheitert sind, und selbst die Medien haben bereits Mühe, Ihre Scham zu vertuschen .

Sie weigerten sich zuzugeben, dass die Infektion trotz jahrelanger Beobachtungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse in Wellen auftritt, die von selbst abklingen. Sie haben darauf bestanden, jeden Rückgang einer Welle ausschließlich Ihren Handlungen zuzuschreiben, und so haben Sie durch falsche Propaganda „die Pest überwunden“. Und wieder hast du es besiegt, und wieder und wieder und wieder.

Sie haben sich geweigert zuzugeben, dass Massentests unwirksam sind, obwohl Ihre eigenen Notfallpläne dies ausdrücklich vorgeben („Pandemic Influenza Health System Preparedness Plan, 2007“, S. 26).

Sie weigerten sich zuzugeben, dass die Genesung schützender ist als ein Impfstoff, obwohl frühere Erkenntnisse und Beobachtungen zeigten, dass nicht genesene geimpfte Personen mit größerer Wahrscheinlichkeit infiziert werden als genesene Personen. Sie wollten trotz der Beobachtungen nicht zugeben, dass die Geimpften ansteckend sind. Darauf aufbauend hofften Sie, durch Impfung eine Herdenimmunität zu erreichen – und auch daran sind Sie gescheitert.

Sie haben darauf bestanden, die Tatsache zu ignorieren, dass die Krankheit für Risikogruppen und ältere Erwachsene dutzende Male gefährlicher ist als für junge Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, trotz der Erkenntnisse, die bereits 2020 aus China kamen.

Sie haben sich geweigert, die von mehr als 60.000 Wissenschaftlern und Medizinern unterzeichnete „Barrington-Erklärung“ oder andere Programme des gesunden Menschenverstandes anzunehmen. Sie haben sich dafür entschieden, sie lächerlich zu machen, zu verleumden, zu verzerren und zu diskreditieren. Anstelle der richtigen Programme und Personen haben Sie Fachleute ausgewählt, denen es an einer entsprechenden Ausbildung für das Pandemiemanagement mangelt (Physiker als oberste Regierungsberater, Tierärzte, Sicherheitsbeamte, Medienpersonal usw.).

Sie haben kein wirksames System zur Meldung von Nebenwirkungen der Impfstoffe eingerichtet, und Berichte über Nebenwirkungen wurden sogar von Ihrer Facebook-Seite gelöscht. Ärzte vermeiden es, Nebenwirkungen mit dem Impfstoff in Verbindung zu bringen, damit Sie sie nicht verfolgen, wie Sie es mit einigen ihrer Kollegen getan haben. Sie haben viele Berichte über Änderungen der Menstruationsintensität und der Menstruationszykluszeiten ignoriert. Sie haben Daten versteckt, die eine objektive und angemessene Recherche ermöglichen (z. B. haben Sie die Daten über Passagiere am Flughafen Ben Gurion entfernt). Stattdessen haben Sie sich dafür entschieden, zusammen mit leitenden Pfizer-Führungskräften unsachliche Artikel über die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen zu veröffentlichen.

Irreversibler Vertrauensschaden

Allerdings haben Sie aus der Höhe Ihrer Hybris auch die Tatsache ignoriert, dass am Ende die Wahrheit ans Licht kommt. Und es beginnt sich zu offenbaren. Die Wahrheit ist, dass Sie das Vertrauen der Öffentlichkeit in Sie auf einen beispiellosen Tiefpunkt gebracht und Ihren Status als Quelle der Autorität untergraben haben. Die Wahrheit ist, dass Sie in den letzten zwei Jahren Hunderte Milliarden Schekel vergeblich verbrannt haben – für die Veröffentlichung von Einschüchterungen, für ineffektive Tests, für zerstörerische Lockdowns und für die Störung des Alltags.

Sie haben die Bildung unserer Kinder und ihre Zukunft zerstört. Sie haben Kinder dazu gebracht, sich schuldig zu fühlen, Angst zu haben, zu rauchen, zu trinken, süchtig zu werden, abzubrechen und sich zu streiten, wie Schulleiter im ganzen Land bestätigen. Sie haben Lebensgrundlagen, die Wirtschaft, die Menschenrechte, die geistige Gesundheit und die körperliche Gesundheit geschädigt.

Sie haben Kollegen verleumdet, die sich Ihnen nicht ergeben haben, Sie haben die Menschen gegeneinander aufgebracht, die Gesellschaft gespalten und den Diskurs polarisiert. Sie brandmarkten ohne wissenschaftliche Grundlage Menschen, die sich gegen eine Impfung entschieden haben, als Feinde der Öffentlichkeit und als Verbreiter von Krankheiten. Sie fördern auf beispiellose Weise eine drakonische Politik der Diskriminierung, der Verweigerung von Rechten und der Auswahl von Menschen, einschließlich Kindern, für ihre medizinische Wahl. Eine Auswahl, die jeder epidemiologischen Begründung entbehrt.

Wenn Sie die zerstörerische Politik, die Sie verfolgen, mit der vernünftigen Politik einiger anderer Länder vergleichen, können Sie deutlich erkennen, dass die von Ihnen verursachte Zerstörung nur Opfer hinzugefügt hat, die über die Anfälligen für das Virus hinausgehen. Die Wirtschaft, die Sie ruiniert haben, die Arbeitslosigkeit, die Sie verursacht haben, und die Kinder, deren Bildung Sie zerstört haben – sie sind die überflüssigen Opfer nur als Ergebnis Ihrer eigenen Handlungen.

Es liegt derzeit kein medizinischer Notfall vor, aber Sie kultivieren einen solchen Zustand seit zwei Jahren aus Macht-, Budget- und Kontrollgier. Der einzige Notfall ist jetzt, dass Sie immer noch Richtlinien festlegen und riesige Budgets für Propaganda und psychologische Technik bereithalten, anstatt sie anzuweisen, das Gesundheitssystem zu stärken.

Dieser Notstand muss aufhören!“

Professor Udi Qimron, Medizinische Fakultät, Universität Tel Aviv

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Originalbrief auf Hebräisch : N12 News (6. Januar 2022); übersetzt von Google / SPR. Siehe auch: Prognose von Professor Qimron vom August 2020: „Die Geschichte wird über die Hysterie urteilen“ (INN).

https://swprs.org/professor-ehud-qimron-ministry-of-health-its-time-to-admit-failure/

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Dora zum Einundzwanzigsten: Menschheitsbeglückung

„Wo warst du denn heute Nacht, Dora? Ich war schlaflos, und du hast mir gefehlt“ – „Selbst schuld!“ antwortet mir Dora, die übernächtigt, aber durchaus gut gelaunt zu sein scheint. „Hättest halt den Fernseher anmachen müssen, dann hättest du mich gesehen!“ – Wie bitte? Dora im Fernsehen? Ja, was …

„Du hast ja immer was zu nörgeln“, erklärt mir Dora schnippisch. „Außerdem kann ich mich nicht immer nur um dich kümmern. Schließlich gibt es noch andere Menschen, die man beglücken kann. Drum bin ich heute Nacht dahin gegangen, wo ich begeistert empfangen werde.“

Ich schlucke ein bisschen. Dora hat keine Lust mehr auf mich und beglückt die Menschheit jetzt übers TV. Ja, warum auch nicht. Ich schaue ja auch gelegentlich einen Film, vielleicht kann ich sie dann ….

„Und auf welchem Kanal hätte ich dich sehen können?“ frage ich schließlich zerknirscht. „Auf allen!“ Dora hüpft und dreht sich wie ein Wirbelwind. „Auf allen Kanälen! Ich habe nämlich freien Zugang, überall.“  „Freien Zugang? Und wer …“

„Also das war so“, beginnt Dora ihre Erzählung. „Ich fliege durch die Gegend und halte Ausschau nach Empfängern meiner Gaben. Da sehe ich ein Feld aus Wellen, drauf sitzen Menschen, jeder mit einer Antenne ausgestattet. Sie sehen ziemlich abgeschafft aus.

Und wie ich so kreise und nachdenke, was ich ihnen schenken soll, um sie aufzuheitern, kommt mir ein geflügeltes Wesen entgegen. Es sieht recht hübsch aus, wie ein Insekt mit einem Stachel. „Ich bin Dora die Schenkende“, sage ich höflich. „Und wie heißt du?“ – „Ich bin der Bill und tue was ich will“ – antwortet das Wesen. – „Und was tust du?“ – „Ich beglücke die Menschheit.“ – „Ja, wie denn? Das tue ich ja auch! Wollen wir uns nicht zusammentun?“ – „Gern“, sagt das Bill-Wesen. „Wir machen es arbeitsteilig. Du schenkst den Menschen Unterhaltung, damit sie sich nicht langweilen oder auf dumme Gedanken kommen, und ich schenke ihnen Spritzen, damit sie gesund bleiben. Abgemacht?“. – „Abgemacht!“

Ich rümpfe die Nase und murmele:  eine schöne Kumpanei.  „Ich weiß schon!“ sagt Dora pikiert. „wie immer hast du was auszusetzen. Ich unterhalte die Leute, Bill macht sie gesund, wir sind ein perfektes Paar, alle sind zufrieden und glücklich, und du meckerst.“

Jetzt erst fällt mir auf, dass auch Dora einen Stachel am Fuß hat. Und meine Gedanken eilen zurück nach Troja und zur „Mutter aller Kriege“. Wie war das doch noch mal?  Ein hölzernes Pferd schenkten die Belagerer den nichtsahnenden Bewohnern von Troja und zogen scheinbar ab. Die rissen ihre Verteidigungsanlagen nieder, weil das Pferd nicht durchs Tor passte…. Der Apollopriester Laokoon hatte seine Landsleute gewarnt, hatte gegen das Pferd geklopft, wollte es spalten, und hatte dafür eine Schwerststrafe erhalten: er und seine Kinder wurden durch Schlangen erwürgt.

Kopie der Laokoongruppe

Auch Kassandra warnte — vergebens.  Und so krochen aus dem vermeintlichen Geschenk die Krieger und machten die Stadt dem Erdboden gleich. Die Bewohner aber wurden entweder niedergemetzelt oder in die Sklaverei verkauft.

Ich glaube, ich muss mit Dora ein sehr ernstes Wort reden.

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Anmerkungen:

Das obige Legebild stammt in seiner ursprünglichen Form aus einem Eintrag vom November 2020: https://gerdakazakou.com/2020/11/07/gesellschaftliche-transformation-ueber-wellen-schneewittchen-und-pluto/ Dort schreibe ich: „Unsere Gesellschaft wird gerade tiefgreifend umgeformt, und so mancher fragt sich, wes Geistes Kind die dahinter stehenden Wirkkräfte sind.“

Die Laokoon-Gruppe illustrierte einen Eintrag vom März 2020 https://gerdakazakou.com/2020/03/25/laokoon-in-corona-zeiten-taegliche-zeichnung/ Dort erkläre ich den Mythos und vermerke: „Ich fand, dass sie ganz gut das gegenwärtige Lebensgefühl abbildet: ein langsames Ersticken durch „Schlangen“, deren Herkunft ungeklärt ist.“

Beide Einträge sind leider immer noch hochaktuell.

 

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Stillleben mit Wackelhund (tägliches Zeichnen und teillweise Überblendung)

Im Atelier gibt es eine runden schwarzen Eisentisch, darauf finden sich immer irgendwelche Dinge an. Heute war es ein Glas mit Schraubverschluss, eine Joghurt-Keramikschale und ein Wackelhund. Und darunter eine Zeichnung, die ich zuvor gemacht hatte.

Nun also zeichnete ich diese Dinge auf dem runden Tisch, dazu auch das Sofa mit der rötlichen Decke und was sich sonst noch so im Hintergrund befand-

Wenn ich die beiden Abbildungen vergleiche, stelle ich fest: auf dem Foto wirkt alles sehr ungeordnet, zufällig, anorganisch. Auf der Zeichnung aber herrscht ein ordnender Geist, die Dinge schließen sich zu einer „Gestalt“ zusammen. Sie erzählen eine Geschichte.

Um der Zeichnung auch etwas von der Farbe des Raums mitzuteilen, schnitt ich Teile des Fotos aus und überblendete die Zeichnung damit. Die Wirkung?

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Dora zum Zwanzigsten: Nabucco

„Wo steckt Dora eigentlich?“ frage ich meinen Mann. „Ich habe sie heute noch gar nicht gesehen.“ – „Keine Ahnung. Vielleicht im Keller,“ antwortet er, ohne vom Computer aufzublicken. Offensichtlich will er nicht gestört werden.

Lange brauche ich sie nicht zu suchen. Kaum öffne ich die Haustür, sehe ich sie von weitem auf dem Gartentisch herumturnen.  Sie funkelt und lacht und hüpft um etwas herum, das ich auf die Entfernung nicht erkennen kann.

„Komm schon“, ruft sie. „Ich will dir Nabucco vorstellen“. Nabucco, eigentlich  Nebukadnezar, Herrscher von Babylon, berühmt als Opernfigur, bei uns zu Besuch? Etwas zögerlich durchquere ich den Garten. Ich habe keine sonderliche Sympathie für Despoten, und schon gar nicht für solche, die sich zum Gott machen wollen.

Was ich dann sehe, lässt mich allerdings lächeln. Nabucco ist ein dicker fetter Kater mit prächtigem Pelz, den Dora, als sei er ihre Erfindung, stolz mit ihrem Geschenkleuchtekasten beleuchtet.

„Den schenke ich dir!“ kräht sie vergnügt. – „Das ist nett, Dora“, antworte ich, um sie nicht zu kränken. „Aber ich habe keinen Bedarf. Du weißt doch, wir haben schon die Prinkipessa. Die wird sich schön bedanken, wenn der fette Herr Kater ihr das Futter wegfrisst.“

„Du immer mit deinem ABER!  Nabucco ist ein ganz Lieber, siehst du doch! Die beiden werden sich schon vertragen! Und jetzt mach noch  ein Foto von uns!“

Ich seufze ergebungsvoll. Aber ob Prinkipessa…. Nun, man wird sehen.

 

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Lächeln zwischen zwei Schauern (Fotografie)

In unseren Breiten wechselt das Wetter schnell. Eben noch drohende Wolken, eben noch Schauer … und schon leuchtet die Welt rundum auf.

Weißwolken gleiten über ein seidiges Blaumeer und …

das Grün des Klees im Garten gleicht dem eines Smaragden.

Rosig schimmern die Knospen der Weißen Rose im Licht …

und die alten Olivenbäume lächeln zwischen zwei Schauern.

Ein Raubvogel, wahrscheinlich ein Bussard, kreist am schnell sich verfinsternden Himmel.

 

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Dora zum Neunzehnten: Klabautereien

Irgendwie beruhigt es mich, dass auch Dora ein bisschen verrückt ist. Immer nur die Gute Dora spielen – nein, das wäre doch allzu brav. Heute turnte sie über die olle Betonbrücke und ließ sich in den Tümpel darunter fallen. Ich schrie kurz auf – da flog sie schon wieder nach oben und ließ sich erneut mit einem Juchzer von der Brücke fallen. Die Schneeberge weit dahinten glänzten auf

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