Kunstbuch 53: Hand, Minizine haltend

Gestern Nacht machte ich noch ein zweites Minizine. Meine Idee war: zeichne deine Hand, die ein leeres Minizine hält. Ich fand das witzig.

Rückseite und Deckblatt:

die drei inneren Doppelseiten:

 

Als ich es heute meinem Mann zeigte, meinte er: „Es überzeugt mich nicht“. Hm. Soll man auf seinen Mann hören? Manchmal schadet es nicht. Also malte ich ihm bunte Schiffe und Boote ins Minizine im Minizine. Nun gibt es mehr zum Gucken. Und ich finde es auch lustiger.

Rückseite und Deckblatt:

die drei inneren Doppelseiten:

Καλή εβδομάδα! Gute Woche!

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Kunstbuch 52 : στην υγεία! Gesundheitstipps für alte Menschen

Normalerweise werfe ich solche farbenfrohen Zeitungsbeilagen mit lächelnden Menschen und freundlichen Ratschlägen ja weg. Gestern abend, auf der Turmterrasse sitzend, betrachtete ich die Beilage mit anderen Augen: Ließe sich daraus nicht ein Minizine-Ratgeber machen? Gesagt getan.

Ich falte ein Büchlein aus einem Blatt Schreibmaschinenpapier und schneide Teile der Fotos aus (Quelle: Kathimerini, die ihrerseits von einer britischen Veröffentlichung abgeschrieben hat). Verkleben, umranden, beschriften, einfärben – und fertig ist der klitzekleine  Ratgeber „Gesundheit im Alter“.

Was braucht man im Alter? Hier die Liste, beginnend mit der Titelseite:

  • Ein Enkelkind und eine Schubkarre, dazu auch einen Garten
  • Kondition stärken durch Dauerlauf,
  • den Computer für Arzttermine per Zoom einrichten und entsprechend versichert sein,
  • lustige jugendliche Gesellschaft zum Feiern einladen,
  • Lachen und Lieben, egal in welchem Alter man sich grad befindet,
  • Pausen beim Arbeiten am Computer einlegen,
  • einen guten Wein am Abend in Gesellschaft genießen und, natürlich,
  • einen Entsafter sein eigen nennen, um dann und wann einen grünen Gesundheitstrank frisch zuzubereiten.

Letzte und erste Seite:

Die Innenseiten aufgeblättert:

Hast du alles? Tust du alles? Na, dann kann ja nichts schiefgehen, und du wirst gesund und fit sein bis ins hohe Alter.

Στην υγεία! Auf unsere Gesundheit!

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Sonntags ins Archiv: 2. August 2020 „Auf den Spuren von Myriades Figuren“

Es ist mir zur lieben Gewohnheit geworden, am Sonntag in die Kirche ins Archiv zu gehen und zu schauen, was ich an einem Tag wie diesem in einem anderen Jahr getrieben habe. Am 2. August vor 6 Jahren belauschte ich zwei Figuren, die aus Myriades Schnipseln entstanden waren und nun durchs Atelier geisterten. Hier zB kann man sie gleich doppelt sehen: sie spiegeln sich riesengroß und verzerrt im Kolben einer Petroleumlampe.

Wie man sich doch irren kann! In Wirklichkeit war es ganz anders: „… die Myriade-Figuren ließen sich nicht blicken …. bis ich sie in der Petroleum-Lampe entdeckte. Mir gelang ein Schnappschuss, als sie gerade dabei waren, sich zu materialisieren.“  So schrieb ich vor 6 Jahren, und so wird es wohl auch gewesen sein.

Die beiden rannten suchend umher, um einen Ausweg aus dem verspiegelten Raum zu finden.

Es gelang ihnen, durchs Fenster zu entkommen, und ich verlor sie vorübergehend aus den Augen.

 

Später fand ich sie auf einem Feigenblatt wieder. Vorsichtig schob ich ein Zeichenblatt drunter und sammelte sie ein.

Wie die Geschichte weiterging, kannst du hier nachlesen.

 

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Fisch-Frottage

Nach dem gestrigen Dialog mit Sonja (S: „alles betrachtet, dabei gedacht, dass man mit Frottagefitzelchen interessante Collagen machen könnte“ – ich: „Ja, unbedingt! Hat uns Max Ernst ja vorgemacht. Brauchen wir nur nachzuahmen. 🙂 Ich denke, ich werde ein bisschen damit experimentieren) habe ich mir ein paar kleine Lehr-Videos mit Anleitungen für Frottagen angeschaut. So richtig inspiriert haben sie mich nicht. Aber bevor ich ernsthaft damit arbeite (wenn überhaupt), muss ich die Technik peu a peu ausprobieren und verstehen, wie man welche Effekte erzielen kann.

Als ich meinte, fürs erste genug informiert zu sein, riss ich ein Stück von der billigen Papierrolle ab und machte mich ans Werk. Ich fand ein paar Ölkreiden, kroch am Boden herum und „frottierte“ die Teppiche, den den Atelierboden bedecken. Dadurch entstand ein mehrfarbiger Grund.

Was nun? Ich fand eine Rolle Gipsverband und schnitt einen „Fisch“ aus, den ich frittierte … ähm, frottierte.

 

Dann probierte ich noch dies und das aus: farbiges Papier, die Fische ausschneiden und auf „frottierte“ und andere Gründe legen, Schwarz-Weiß-Variante anfertigen, Pflanze aus dem Fischschwarm legen.

Am eindrucksvollsten ist die Nahansicht. Mal sehen, was daraus noch wird.

Die Schwarz-Weiß-Variante mit den ausgeschnittenen Gips-Fischen finde ich auch ganz interessant.

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Überblick und Vornahmen: Was konnte ich im Juli künstlerisch realisieren, was habe ich im August vor?

Der Juli ging, was die Kalenderbilder betrifft, etwas glanzlos vorbei: Meinen Vorsatz, täglich etwas zu Klees „Skizzenbuch“ entsprechend den Juni-Kapiteln zu zeichnen, konnte ich nur ansatzweise realisieren. Zwei Drittel der Seiten blieben leer. Diese Zeichnerei war für den Sommer zu kopflastig.

Für den August habe ich mit vorgenommen, im Freien zu zeichnen. Heute, am 1. 8.  machte ich einen Anfang, allerdings nicht im Kalenderbuch, das ich nicht zur Hand hatte, sondern in einem kleineren Skizzenbuch. Ich zeichnete am Strand von Kardamili, wohin es uns heute wegen eines Termins für den neuen Personalausweis verschlug.

Das Zeichnen nach Modell machte mir erneut Spaß, fand aber nur zweimal statt. Im August wird es vermutlich gar nicht stattfinden.

 

Eine kleine Auflockerungsübung war im Juli das Abreiben von Oberflächen. Vielleicht mache ich damit auch im August weiter.

 

Das Ende Juni endlich wieder aufgegriffene Malen mit Pigmenten und Kleister auf Leinwand will ich unbedingt auch im August fortsetzen. Mein Hauptthema soll das Meer mit seinen Schiffen und Menschen sein. Ob ich auch andere Medien benutzen werde (zB Aquarell), wird sich zeigen.

Nur ein Kunstbüchlein produzierte ich im Monat Juli. Es machte mir viel Spaß, und sicher werde ich das eine und andere auch im August herstellen.

Was noch? Nun das Bilderlegen natürlich. Egal mit welchen Materialien, es macht mir Spaß. Und die Kombination von Legetechnik mit anderen Methoden (Fotografie,Zeichnen, Malen) ist ein unerschöpfliches Reservoir für neue Bild-Ideen und Bild-Kommentare zu Texten.

So, und jetzt gehts mit einem großen vergnügten Sprung* hinein in den Monat August!

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*Sonjas gestriges Wort des Tages

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Ausflug nach Costa Navarino und Sweet home.

Gestern organisierte eine Freundin einen Kleinbus, um kostengünstig zu einer Musikveranstaltung in der Hotelanlage Costa Navarino bei Pylos zu gelangen. Es würde ein Ensemble des Staatlichen Orchesters Athen Musik von Theodorakis und Hatzidakis spielen. Außer der Musik lockte mich auch die Neugier, denn Costa Navarino ist eine recht exclusive touristische Luxusanlage an der Westküste des ersten Fingers der Peloponnes, die ich immer schon mal in Augenschein nehmen wollte.

Natürlich durften wir nicht das ganze Gelände besuchen (du findest eine Beschreibung im obigen link), sondern nur den kleinen Teil, der fürs gemeine Populo zugänglich ist, „Agora“ genannt. Selbst der war recht spektakulär. Denn nach dem Durchschreiten der Eingangshalle steht man vor einem großen künstlichen Hafen, umgeben von Läden und Appartments und über einen Kanal mit dem Meer verbunden. Ich ging, soweit mir das erlaubt war, umher und fotografierte. Vielleicht, dachte ich, interessiert es ja auch meine LeserInnen, wie es in so einem Luxusresort aussieht.

Der Kunsthafen im Panorama-Rundblick, in der Ferne eine ansteigende Bühne für die Musiker und eine überdachte Insel, um dort gemütlich zu sitzen.

An den Tischen konnte – musste man aber nicht – Essen und Trinken zu recht zivilen Preisen bestellen. Wir ließen uns kleine libanesische Spezialitäten bringen, die, fein serviert und sehr schmackhaft, die von der ermüdenden Anreise derangierten Sinne belebten.

Langsam wurde es dunkler. Sterne wurden sichtbar, auch die Venus über dem Meer. Der Mond ließ sich noch nicht blicken. Die Musikbühne wurde von unzähligen dicken gelben Kerzen erleuchtet, dazwischen verloren sich die weniger Musiker fast.

Bevor es mit der Musik losging, machte ich einen Rundgang. Ich verließ den Hafenbereich, kam zu einem Kanal, der den Hafen mit dem Meer verbindet, überquerte eine Brücke und … da war das Meer, darüber die blendend helle tief stehende Sonne. Auf dem Meer sichtete ich einen schönen großen Zweimaster und eine schicke Motoryacht, die sicher irgendwelchen der in den Dünen verstreuten Villen abgestiegenen Superreichen gehören.

 

Was noch? O ja, die Nachfolger von Kapetan Wassili. dem inzwischen verstorbenen Initiator dieser exquisiten touristischen Anlage, haben gute Arbeit geleistet! Selbst in diesem allgemein zugänglichen Bereich ist jede Ecke durchdacht, und die Integration der Gebäude und Anlagen in die umliegende Natur geschah mit Feingefühl.

Dennoch bin ich nicht neidisch auf die, die es sich leisten können, hier zu wohnen. Ich verließ das Gelände mit vielen Eindrücken und freute mich auf mein Haus inmitten der Olivenhaine und auf mein Bett unter dem Himmel.

Als ich heute morgen erwachte, begrüßte mich ein strahlendes Meer.


Über mir aber auf dem Tuch, das wir über unser Lager gespannt haben, hatten es sich zwei Katzen bequem gemacht und genossen die frühe Sonne.

Und am Abend, um halb neun, ist es auch nicht übel.

Dass der Tag zwischen Morgen und Abend sehr beschwerlich war (Behörden-Pingpong), kann ich bei solchem Anblick gerne vergessen.

Jetzt steht der Mond knallrot am östlichen Himmel. In der Nachbarschaft wurde ein Feuerwerk gezündet, danach roch es nach Rauch, und ich geriet gleich in Panik. Zum Glück war es ein Fehlalarm.

Möge uns diese schöne grüne Welt erhalten bleiben.

 

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Übermalen (Athina – feuriger Sommer)

Um die Menge der Bilder in meinem Atelier nicht weiter anwachsen zu lassen, habe ich zwei Möglichkeiten: entweder verkaufen oder übermalen. Momentan habe ich mich aufs Übermalen verlegt. So sind schon drei Leinwände mit alten Gemälden zu neuem Leben erwacht.

Wie ich vorgehe? Ich stöbere in den Bilderstapeln und entscheide mich dann für ein Gemälde, dass ich nicht mehr brauche. Das ist gar nicht so leicht, denn an jedem Bild hängen Erinnerungen. Einmal ausgewählt, mache ich schnell, um meinen Entschluss nicht zu bereuen. In diesem Fall ist es das Portrait der Tochter meiner Freundin Maria, mit der ich in den 80er und 90er Jahren viel zusammen gemalt habe. Die Tochter studierte an der Kunstakademie. Für das Posieren hatte sie sich verkleidet und ihre Fisur verändert. O ja, ich erinnere mich sehr gut an damals, und wie Maria die weiße Bluse besonders gelungen fand! Ich selbst hatte beim Malen an Cezannes berühmten viel zu langen Ärmel eines jungen Mannes mit roter Weste gedacht (vergl. hier).

 

Athina, ca 1987, Pigmente und Kleister auf Leinwand, 60 x 120 cm

Nun also werde ich es übermalen. Ich stelle das Bild quer und arbeite mit schnellen, fast zornigen dicken Pinselstrichen, um in mir den Widerstand gegen mein Zerstörungswerk zu überwinden. Das vorläufige Ergebnis:

feuriger Sommer, 2026. Pigmente und Kleister auf Leinwand, 60 x 120 cm

Da Athina Künstlerin (Bildhauerin) geworden ist, wird sie meine Überarbeitung sicher gutheißen. Ich selbst mag diese Variante, werde sie aber wohl noch überarbeiten.

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Dienstagsdrabble am Mittwoch: Geht doch noch!

Wortman lud gestern zum Drabblen ein, ich schiebe schnell das meine in eine entstandene Zeitlücke. Die zu verwendenden Wörter sind: Quizz – warm – Hunger

 

Selbstgespräch einer Alten, die Besuch vom Enkelkind hat.

 

Ein warmes Essen für den Hunger

Und fürs Gehirn ein hübsches Quizz

Mehr ist nicht drin, man wird nicht junger

Sind beide zahnlos, ohne Biss.

*

Was wird es heut zum Essen geben?

Ein Rührei mit nem Klecks Spinat!

Das wird die müden Füße heben.

Dazu vielleicht ein Kopfsalat?

*

Das hat gemundet, das tat wohl!

So wolln wir gleich das Heft aufmachen

Ich öffne es aufs Gratewohl

Vielleicht find sich da was zum Lachen.

*

Ja, hier, das Quiz, das mit dem Affen

Der auf dem Löwen reiten tut

Daneben gibt es auch Giraffen

Und eine Gans mit ihrer Brut.

***

Die erlaubten hundert Wörter sind verbraucht. Und so kann ich euch leider nicht mehr mitteilen, worum es in dem Quiz ging. Eins aber kann ich euch versichern: Die alte Dame und ihr Enkelkind hatten ihren Spaß dabei, die Lösungen zu finden.

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Mustererkennung – mal anders: Bilderrätsel mit Lösung

Mustererkennung ist weitverbreitet – sei es als Spiel oder als Intelligenztest. Da werden meist geometrische Formen gezeigt, und es kommt darauf an, möglichst schnell die richtige Form in der richtigen Position einer x zuzuordnen. Sicher kennst du das, es zirkulieren ja unendlich viele solcher Tests im Internet.

 

Ich habe heute ein Spiel der Mustererkennung entwickelt, das man ganz langsam und gemütlich spielen kann.  Und es kommt auch gar nicht auf Intelligenz, sondern nur auf Freude am Wahrnehmen an. Hast du Lust mitzuspielen?

Die erste Tabelle enthält zehn fotografierte Oberflächen, von Frühstückssets über Steine,  Stuhl, Boden bis hin zur Sohle meiner Sandale. Die zweite Tabelle enthält Abreibungen eben dieser Oberflächen – aber in veränderter Reihenfolge (Frottage, Bleistift auf Papier). Kannst du erkennen, welche Abreibung zu welcher Oberfläche gehört?

Oberflächen           1-2-3-4-5-6-7-8-9-10

Abreibungen         A-B-C-D-E-F-G-H-I-J

Die AUFGABE:

Versuche,  Zahlen und Buchstaben einander zuzuordnen. Viel Spaß!

Abreibungen

Du hast es versucht und dich redlich bemüht? Dann darfst du jetzt auch nachschauen, ob du es richtig getroffen hast.

Die LÖSUNG:

Vielleicht hast du Lust bekommen, ebenfalls Oberflächen zu suchen, die sich für Frottagen eignen, und sie dann mit Papier und Bleistift abzureiben? Man kann da allerlei entdecken.

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50 Wochen – ein Objekt. Alle meine Schäfchen! Der Kleine Prinz als Hüter der Mini-Zines

Jeden Sonntag präsentiere ich den „Kleinen Prinzen“ inmitten eines neuen Surroundings. Heute soll er Hüter meiner Mini-Zines sein.

Zuerst fremdelt er ein wenig: wie soll er diese so unterschiedlichen Wesen beaufsichtigen? Da gibt es Enten und Eulen, Herren ohne Kopf und andere mit Kopf, Tunnel und Schiffe, und wilde Gesellen….

„Wieviele sind es denn überhaupt?“ will er wissen. „Weiß nicht, hab ich nicht gezählt“, gebe ich zur Antwort. Und das stimmt, leider. Die Zählung auf den Kunstbüchern ist irreführend. Auf dem letzten steht 77, aber die Nummer 77 gibt es bereits, dafür aber gibt es nichts im Bereich 40-70. Warum nicht? Sind die woanders? Manche haben überhaupt keine Nummer. Schlamperei!

Zunächst versucht er es mit der Handvoll ungezählter Gesellen. Mutiger geworden, ruft er ein paar Numerierte herbei, und schließlich hat er alle ordentlich um sich versammelt.

Der kleine Prinz inmitten seiner Herde. Ein Mini-Zine muss natürlich aus der Reihe tanzen….

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