Athen, alltägliches Zeichnen.

Das Gartenlokal des Byzantinischen Museums ist mein beliebter Anlaufort, wenn ich in Athen bin. So auch heute. Man sitzt dort bequem vor dem begrünten zum (ehemaligen) Fluss Ilissos abfallenden Gelände, es gibt eine kleine gepflegte Küche und freundliches Personal. Ich war müde und hatte große Lust, mich gleich dort niederzulassen. Doch vor den Genuss ist der Schweiß gesetzt. Also begab ich mich ins Museum, um ein bisschen zu zeichnen. Viel wurde es nicht, zudem fand ich es heute sehr anstrengend, im Stehen zu zeichnen.

Es handelt sich um Arbeiten in Marmor aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, deren Motive als Vorläufer der christlichen Epoche gelten: Orpheus, der die wilden Tiere durch seine Musik bezwingt (Ägina), ein Hirtenknabe mit dem Lamm auf den Schultern (Korinth) und die Priesterin Isvardia (Kleinasien).

Vor sieben Jahren, im März 2019, machte ich mich schon einmal ans Zeichnen von Orpheus mit den Tieren, damals mit Bleistift.

Nach getaner Arbeit gönnte ich mir eine Pause im Museumsgarten, trank frisch gepressten Orangensaft und einen Filterkaffee. Und da es zu Hause nichts geben würde, bestellte ich schließlich auch noch etwas zu essen: Aubergine mit Käse überbacken. Sehr lecker.

Wieder zu Kräften gekommen, entschloss ich mich, noch eine Galerie zu besuchen, doch die war im Umbau begriffen. Ich schlich ziemlich abgemattet durch die Straßen. Da fiel mein Blick auf die Überschrift ich weiß nicht welchen Plakats. Da stand (auf griechisch): „Widerstandsfähigkeit wird durch Herausforderungen erworben“. So ist es, dachte ich, richtete mich innerlich auf und schritt kräftiger aus, machte sogar noch Umwege in eine mir unbekannte Gegend. Und so entdeckte ich diese beiden großartigen Platanen, die sich durch Beschneidung und hohe Mauern nicht entmutigen ließen, bis in den Himmel zu wachsen.

Der Himmel hatte sich inzwischen mit dünnen Wolken bezogen, und es war schwül. In der Metro fiel mir auf, dass nicht nur ich ermattet war.

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Nach dem Kino

ist schon eine Weile her, dass wir im Kino waren. Gestern rafften wir uns auf, um“La Grazia“ (2025) mit Toni Servillo in der Rolle des Präsidenten der Republik anzusehen. Dafür begaben wir uns in den nördlichen Vorort Kifissia, der einen Rest großbürgerliches Flair des vergangenen Jahrhunderts bewahrt hat.
Der Mond schien durch hohe noch unbelaubte Bäume, und ein Käuzchen ließ seinen klingenden Liebesruf erschallen.

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Dienstagsdrabble: Ego und Alter Ego (kata-strophisch)

100 Wörter dürfen es sein, davon sind drei von Wortman vorgegeben: Alter, backen und kontern. Die habe ich in einen gereimten Dialog gebracht. Die Idee ist mir durch meine aktuelle Lektüre gekommen: Dostojewski, „Der Doppelgänger“. Da geht es um ein armseliges Verwaltungsmännchen, dass zu seinem Entsetzen von seinem Doppelgänger heimgesucht wird.

 

„Bin ich Ego? Bin ich das Alter?

Bin ich vielleicht nur der Verwalter?“

So fragt sich mancher, der im Spiegel sich

Betrachtet und dann ärgerlich

 

Die Backen aufbläst und die Stirne kraust

Die Zunge ausstreckt und am Kopf sich laust.

Doch Alter Ego kontert sehr geschickt

Hat mit demselben Blick zurückgeblickt

 

Streckt ebenso die Zunge raus

Und fängt am Kopf dieselbe Laus.

Bläst Backen auf und rümpft die Nase

Und echot auch dieselbe Phrase:

 

„Bin ich das Alter Egoo

Und wenn es stimmt, wiesoo?“

 

ps. Ich hatte den Computer schon zugemacht, da fiel mein Blick auf eine Postkarte, die daneben lag. Ulli Gau hat sie mir vor ein paar Jahren geschickt. Sie passt so gut zum Text, dass ich ein Foto davon noch einfügen möchte.

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Kalenderblätter 1.-2. März: Ölbaum, Pinie

Die Märzserie soll Ansichten der hiesigen Landschaften zeigen. Doch wie soll ich sie darstellen? Das Zeichnen soll überall, vor allem auch im Stehen möglich sein.

Nun habe ich zwei Kalenderblätter nur mit Filzstift gezeichnet. Das ist praktisch und gefällt mir. Das Dumme ist: der Filzstift schlägt durch. Also weiß ich nicht, ob ich die anderen ebenso zeichnen werde.

Zwischen den beiden Kalenderblättern liegt die Fahrt von der Mani nach Maroussi, einem nördlichen Vorort von Athen.

Am 1. März zeichnete ich einen dicken runden Olivenbaumstamm mit einem Ast, der hinausweist ins weite Land. Ein kleinerer Olivenbaum und ein Busch grüßen freundlich zurück.

Heute, am 2. 3., zeichnete ich, auf dem Balkon unserer Athener Wohnung sitzend, den Stamm der riesigen Pinie, die auf dem Grundstück der Nachbarn steht. Die Äste entlang des Stamms sind zum großen Teil abgesägt. Nur ein langer Ast zeigt wie trauernd nach unten. In der Ferne wird waldiges Gebiet sichtbar, dahinter die Ausläufer des Parnitha-Gebirges, das von hier aus flach wirkt, dessen höchster Gipfel, der Karambola, aber 1.413 Meter erreicht.

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Sonntags im Archiv: Ulli zu Besuch (1. März 2018)

Jeden Sonntag steige ich hinab ins Archiv, um zu schauen, was ich in einem früheren Jahr an einem Tag wie diesem getrieben und gedacht habe. Heute machte ich einen Sprung ins Jahr 2018. Und wen oder was fand ich dort? Meine euch allen bekannte liebe Mitbloggerin Ulli Gau war zu Besuch gekommen! Wir beide strahlen vor Freude und Tatendurst, wie die Fotos beweisen.

Acht Jahre ist es her. Ist das viel? Wenig? Schwer zu sagen. Nun, da ich die Fotos sehe, wird alles wieder lebendig. Danke, Ulli, für deinen Besuch!

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25 Wochen – ein Objekt

Morgen wollen wir nach Athen fahren – zum ersten Mal in diesem Jahr. Philippe kennt daher die Stadt noch gar nicht. So erzählte ich ihm, was ihn dort erwartet. Vor allem war er an den Tempeln interessiert. Er staunte, wie alt die sind. Wozu man die gebaut habe, wollte er wissen. „Nun, diesen“, sagte ich und zeigte ihm eine Zeichnung, „hat man für Hephaistos gebaut. Der ist der Gott der Vulkane. Drum haben die Römer ihn dann auch Vulcanus genannt.“ – „Auf meinem Planeten gibt es zwei Vulkane“, rief er etwas beunruhigt. „Die habe ich immer gefegt. Man weiß ja nie! Und jetzt bin ich gar nicht da, um auf sie aufzupassen. Wenn sie nun ausbrechen und Feuer spucken?“

Was war da zu tun? „Mach dir keine Sorgen“, tröstete ich ihn. „Wir werden Hephastos bitten, solange, wie du hier bist, auf deine Vulkane aufzupassen. Das macht ihm gar nichts aus. Im Gegenteil, es wird ihn freuen, wenn er was zu tun hat.“

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Die Kalenderblätter des Monats Februar: Naturobjekte in meiner Hand

Nun möchte ich die Kalenderblätter des Monats Februar, beginnend vom 28.2. rückwärts laufend, noch einmal als Übersicht zeigen.

Danke, du schöner Februar! Sei mir willkommen, März! Im März möchte ich versuchen, Ansichten der hiesigen Landschaft ins Kalenderbuch zu zeichnen.

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Kunstbuch No 14: Nie wieder Krieg

Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Um der Lähmung angesichts der Schrecken etwas entgegenzusetzen, setzte ich mich daran, ein 14. Kunstbuch , diesmal mit Bildern von Malern des 20. Jahrhunderts, die den WW1 miterlebten, zu gestalten.

Für den Umschlag zeichnete ich einen Ausschnitt aus Picassos Guernica, angeregt durch Stefan Kraus, der über das Leiden der Menschen und der Tiere weint.

Die folgende Doppelseite zeigt den größten Teil einer Radierung von Otto Dix, Bild X aus seinem Zyklus „Krieg“ (1924).

Es folgt ein Ausschnitt der Radierung „Die Granate“ von Max Beckmann aus dem Jahre 1915. Auf der gegenüberliegenden Seite dann das titelgebende Plakat von Käthe Kolwitz „Nie wieder Krieg“ ((1924).

Die nächste Doppelseite zeigt ein Selbstporträt von Ernst Ludwig Kirchner, der sich 1914 freiwillig zum Wehrdienst meldete, aber schon bald einen Nervenzusammenbruch erlitt. 1938 erschoss er sich wegen der Diskriminierung seiner Kunst.

Die Rückseite zeigt einen Ausschnitt eines Gemäldes on George Grosz mit dem Titel „Die Säulen der Gesellschaft“ (1926).

Ich denke, damit habe ich die wichtigsten Aspekte des Kriegs in Erinnerung gerufen: Leiden der Menschen und Tiere; tote Soldaten beider Seiten sind sich gleich; eine auf Befehl geworfene Granate verstümmelt die Menschen; Verzweiflung des Kriegsfreiwilligen, dem die Augen aufgehen; Kriegstreiber, Ideologen und Kriegsgewinnler aller Parteien.

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Kalenderblätter 26-28/2

Die letzten drei Kalenderblätter des Monats Februar schicke ich vom Handy, weil unsere Internet-Dienstleister seit gestern nur gelegentlich funktionieren. Ich vermute, der Grund liegt in den euch allen bekannten Ereignissen, denen wir geographisch ziemlich nah liegen.

Am 26.2. zeichnete ich ein ganz besonderes Holz, das ich einst vom Strand mitnahm und das mir schon öfter als Modell diente.

Am 29/2 nahm ich eine abgeschnittene Haarsträhne in die Hand.

Heute nun war es erneut ein Apfel.
Damit endet die Februarserie mit Naturobjekten in meiner Hand.
Falls (wenn) die Internet-Verbindung wieder funktioniert, werde ich noch eine Übersicht über den Monat posten.

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Kunstbuch No 13: Blauer Reiter

Ich blätterte gestern abend in einem schönen Bildbald über den „Blauen Reiter“ und bekam Lust, den dort abgebildeten Selbstportraits der Maler ein „Kunstbuch“ zu widmen. Ich faltete also einen DinA4 Bogen und füllte die kleinen Blätter  mit Selbstbildnissen von Macke, Münter, Jawlensky, Werefkin und Klee. Das Bildnis von Marc stammt von Macke. Feininger und Campendonk fand ich im Netz. Kandinsky fehlt, von ihm existiert kein Selbstportrait. Klee und Feininger waren keine Mitglieder des Künstlerbunds, aber befreundet.

 

Alle Portraits bis auf das letzte sind um 1910 herum entstanden.

August Macke, selbst, 1910

Gabriele Münter, selbst, 1909

Franz Marc, portraitiert von August Macke 1910

Alexej Javlensky, selbst, 1912

Marianne Werefkin, selbst, 1910

Paul Klee, selbst, 1911

Lionel Feininger, selbst, 1910

Heinrich Campendonk, selbst, 1919

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