Toleranz

Die einen lieben das Fußballspiel …

andere lieben die Sommervögel.

Ja, warum denn nicht?

 

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Hundeviecher

Da mein Sinnen und Trachten dieser Tage auf Erleichterung der Leiden meines Hundes ausgerichtet ist und ich keine Kraft für neue Posts habe, hier ein reblog von vor zwei Jahren.

GERDA KAZAKOU

Heute morgen saß ich an „meiner“ einsamen Bucht und sah hinaus auf ein silbrig überglänztes türkis und blau gestreiftes Meer. Das Silber stammte von den Wolken, die sich in dem nur leicht bewegten Blau spiegelten. Wie schön! dachte ich und wollte es festhalten. Doch da kam ein leichtes Windchen auf – und schon wars ein anderes Bild. Fasziniert betrachtete ich die aufscheinenden und verfallenden Muster aus gegenläufigen Rillen und Riffeln auf der Oberfläche des Meeres.

So viel Schönheit lag im Augenblick. Bleib! rief ich mir zu. Schau um dich! Nimm wahr! Genieße!

Mein Hund  lag im Schatten eines überhängenden Astes neben mir. Nein, heute werde ich keine neuen Bilder legen, sondern euch Hunde ehren, versprach ich ihm.

Gestatten: wir stellen uns vor!

Hund

Das Leben, Hunde Das Leben kann leicht sein, Detail

Fliegen lernen, Hunde Fliegen lernen, Detail

maskierter Hund Der fliegende Teppich, Detail

Fruehling in der Stadt, Hund Frühling in der Stadt, Detail

Sie sonnen sich, Hunde Sie sonnen sich, Detail

Symposion, Hunde Symposion, Detail

Am Beginn, Hund Am Beginn, Detail

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Der Krieg ist vorbei! – Ist der Krieg vorbei?

Diese Zeichnung mit Ölkreide auf Papier ist schon ein paar Jahre alt. Ölkreide war eine Zeitlang mein favorisiertes Material. Heute benutze ich sie noch manchmal neben anderen Mitteln.

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Übermalen – oder lieber doch nicht?

Meinem Hund geht es überhaupt nicht gut, ergo geht es mir auch schlecht. Trotzdem wollte ich etwas im Atelier tun. Als erstes suchte ich eine bemalte Leinwand, die ich übermalen würde. Am liebsten Format 60 x 120. Die erste, die ich hervorzog, zeigt Farbskizzen aus dem Jahr 1993. Es handelt sich um drei weibliche Gestalten – oder genauer, um dreimal dieselbe Frau in verschiedenen Positionen. Ich habe damals etliche solcher „Gruppenbilder“ gemalt und sie im Rahmen der Ausstellungsreihe „Wechselwirkungen“ im Goethe-Institut Athen gezeigt.

Hier die drei „Gestalten“ als Ausschnitt-Foto (kann man durch Anklicken vergrößern), dann das ganze Bild.

 

Akryll-Pigmente, Kleister auf weiß grundierter Leinwand. Format 60 x 120 cm.

Ich konnte mich nicht entschließen, sie zu übermalen, fand eine andere Leinwand, die farbig angelegt war und auf der ich mich austoben konnte.

 

 

Leinwand, Öl-Untermalung, diverse Papiere und Klebestreifen, Akryll-Pigment, Wasser. Format 60 x 120.

Einen Titel habe ich noch nicht für das Bild.

Zusatz

Liebe Bruni, du wolltest das Bild hochkant sehen.

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Montags ist Fototermin: Madame Kolokytha sucht ein Zuhause.

Am Freitag bekam ich im Garten der Lyso eine hübsche Nero-Kolokytha geschenkt, übersetzbar etwa als Wasser-Kürbis.

Am selben Tag hatte ich mich gefreut über die Blog-Beiträge von Marie und von KopfundGestalt. Die eine lud zu ihren Gartenplastiken ein, der andere zeigte Erdmännchen aus Keramik. Die Dame Kolokytha kam mir daher grad recht, um sie in diese illustre Gesellschaft einzuführen.

Ich überlegte, wo sie denn am besten wohnen könnte. Zuerst platzierte ich sie in einer Schale auf einem Haufen Zitronen und Orangen, gleich neben dem Osterhasen, aber sie schrie empört: Soll ich etwa deine Eier ausbrüten? 

Ich gebe zu, ich hatte nicht gut nachgedacht. Keineswegs, keineswegs, beeilte ich mich daher zu versichern. Kommen Sie, wir suchen einen extra-feinen Platz für Sie. 

Gesagt ist sowas leicht! Doch getan? Wir wanderten herum und suchten nach einer geeigneten Behausung. Auf dem Holztisch unter der Mimose? Im gespaltenen Stamm einer Olive? Im Steinkreis, beschützt von einer kleinen Kaktuspflanze? No, no, no. Im Kreis der nachts leuchtenden Sonnenlampen gefiels der Dame eigentlich recht gut, doch fürchtete sie um ihren Ruf. Den Platz auf dem Steinthron verschmähte sie, obgleich ich sie mit einer schönen Mitbewohnerin, Frau Schnecke, zu locken suchte. In der holzgetäfelten Höhle darunter? Im Herzen der gerade verblühten Aloe? Die hatte immerhin einen Blumenkasten und grenzte sich ab gegen den Pöbel. Als ihr auch der Ehrenplatz bei der kleinen roten Rose nicht behagte, stellte ich sie zwischen zwei Ziegen-Totenköpfe. Da hättet ihr ihr Gekreisch hören sollen! Igittigittigitt!

Schließlich nahm ich sie mit ins Atelier. Zum Glück war die Ecke auf der Fensterbank, in der sonst die Puppe mit dem blauen Haar sitzt, frei, denn die Puppe war in der Artfarm zu Besuch. Dort ließ sich die Dame Kolokytha endlich nieder ….

gleich neben der Vase aus einem Tierknochen und anderen Kostbarkeiten, darunter …

… eine extra-feine Skulptur, die Maries Schnipselschere entsprungen sein könnte.

Nun lächelt sie glücklich. Was aber sage ich der Puppe, die inzwischen wieder daheim ist?

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Das Malheur

Malheur –  die böse Stunde –  η κακή ώρα : sie war schuld! So sagt mancher Grieche vor Gericht, wenn er erklären soll, warum er seine Schwiegermutter erschlagen hat. Im Deutschen heißt es wohl eher: unter einem schlechten Stern.

Ich hab es gestern gemalt, das Malheur. Musste es aus mir raussetzen. Da war nicht nur das Malheur von Tito, sondern es kam noch eine gute Anzahl weiterer nervtötender Situationen hinzu. Bruni erkannte sie in meinem Bild „romantische Landschaft“ als Prüfungen:

bruni8wortbehagen schreibt:

aber das Tor der Sehnsucht, das zur Romantik führt, wird von Ungeheuern bewacht.
Ungeheuer wachsam sind sie und es gilt, eine Prüfung zu bestehen….

Ich wusste mir keinen anderen Rat, als ins Atelier abzutauchen und das Malheur zu malen. Danach ging es mir besser.

Hier siehst du die zweite Fassung und zwei Ausschnitte.Pappe, 100 x 70 cm, Akryllpigmente, Wasser, Kohle, Klebestreifen, Pergamentpapier, Wellpappe.

Heute waren wir mit Tito beim Tierarzt, und unter der Rasur kam zum Vorschein: eine Riesenbeule. Die anderen Schwellungen sind abgeklungen, das Auge ist unverletzt. Die jetzt nächstliegende Theorie über die Ursache seines Malheurs: er wird in der Morgenstunde hinter dem Mofa eines Landarbeiters hergerannt sein, und der hat ihn mit einem kräftigen Tritt abgewehrt. …. Weder Schlange noch Kater noch Skorpion waren im Spiel, sondern der Mensch, der am allerkräftigsten zutreten kann, wenn ihm etwas nicht passt. Nun, was muss der Kerl auch hinter Motorisierten herrennen? (Er weiß, dass er das nicht soll).

Wie es weitergeht? Nun, es geht aufwärts, Ruhe tritt ein – hoffentlich. Und ich male wieder etwas entspanntere Bilder.

Tito grüßt alle, die sich mit Segens- und Heilwünschen an seiner Genesung beteiligen, mit einem herzlichen Wuffwuff.

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Lysos Garten feiert den ersten Jahresabschluss.

Lysos Garten – ich berichtete gelegentlich von diesem Ausbildungsprojekt in Kalamata und der Mani – feierte gleich zweimal: am Freitag wurden den angehenden Gärtnern die ersten Jahreszeugnisse ausgehändigt. Wieviel Freude war in den jungen Gesichtern zu sehen, als sie die hübsch gedruckten Zeugnisse entgegennahmen, die bestätigten, dass der Schüler/die Schülerin erfolgreich am ersten Ausbildungszyklus teilgenommen hat. Sogar der Bürgermeister war gekommen, um zu gratulieren.  Dass auch ein kleiner Lohn (aus dem Verkauf von Gemüse) und ein Verzehrgutschein für das Fest am Samstag ausgegeben werden konnte, war erfreulich. (Ich war mit Tito, aber ohne Fotoapparat gekommen).

Gestern stieg dann das große Fest zum Jahresausklang in der Artfarm, mit einem Basar und vielen Freizeit-Angeboten. Ziel war es, das Interesse am Projekt zu stärken und Geld für die Behindertenarbeit zu sammeln. Ich selbst war nur mit einem kleinen Beitrag vertreten: der blauhaarigen Puppe und drei ihrer Portraits. Sie standen ein wenig verloren in einer Ecke, denn ich war nicht da, um mich um ihren Verkauf zu kümmern.

Fürs Feiern fehlte mir einfach die Stimmung (wegen Titos Malheur), aber kurz vorbeifahren musste ich doch und einen Blick auf das Getriebe werfen (die offene Küche, die Terrassen mit Basarständen – im Hintergrund weit unten das Meer).

Viele Freunde und Bekannte, Kind und Kegel, Stände mit Kunsthandwerk, Second-hand Modeschau, Clowns, Schmink-Experten, Musikanten, Lachen und gute Laune. Antreten zum Familienfoto der Ausbildungsgruppe hinter ihrem Obst- und Gemüsestand mit Helfern und Veranstaltern, ein bisschen freundschaftliches Gerangel (für die Neugierigen: die mit dem blauen Hemd und den weißen Hosen bin ich) … bis alle ins Bild passen – samt einer Clownin.

Richtig los mit dem Tanzen ging es, so hörte ich, erst gegen zehn, und lange nach Mitternacht löste sich das Fest auf. Die Initiatorin des Festes, meine Freundin I, hat tolle Arbeit geleistet und liegt nun erschlagen oben in meinem Turmzimmer, hoffend, dass sie ihre müden Glieder ein wenig entspannen kann, bis sie in ihrem voll beladenen Wohnmobil die Heimreise rund um den Golf von Kalamata antritt.

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ach, mein Tito

Tito studiert Cy Twombly

Gestern war er lustig, spielte auf der „Artfarm“ mit drei anderen Hunden. Ob er auch mit einer Katze spielte? Ich weiß es nicht. In der Nacht schlief er neben meinem Bett und nicht wie gewöhnlich auf seiner Matte – erst dachte ich, er sei erschöpft, dann erfuhr ich vom Erdbeben in Lakonien (Sparta) und vermutete, er habe es gespürt und Schutz gesucht. Später wunderte ich mich, dass er gar nichts fressen wollte.
Ich selbst habe seit gestern starke Kopfschmerzen, kriege die Augen kaum auf. Und so merkte ich es erst spät, und es traf mich wie ein Schock: er hat sein linkes Auge verloren.  Viel zu spät die schnell herbeigeholten Augentropfen. Er verkriecht sich im Garten. Das schon früher durch einen anderen Hund zerbissene Bein, das tote Auge entstellen das schöne Tier. Ach! ich heule Rotz und Wasser, es ist so trostlos. Wird er wieder fröhlich werden?

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Romantische Landschaft

… mit Tor. Genau besehen ist diese Landschaft nur deshalb romantisch zu nennen, weil sich da dieses Tor zu einer anderen Welt auftut. Denn was ist Romantik anderes als die Sehnsucht durch Tore zu fliehen, hinaus, hinaus?

Die Wege ins Freie sind freilich verworren. Ziellos ist das Gemüt.

Akryllpigmente, Wasser, Kleister, Kohle auf Pappe, 70 x 100 cm.

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Das Arbeiter- und Bauern-Paradies zu Zeiten Hodschas (documenta 14, Athen).

Anlässlich der abc-Etüden habe ich ein wenig nach Albanien hinübergeschaut. Was war das für ein Land, das sich hinter Meer und hohen Bergen mit hunderttausenden von Bunkern gegen die Welt abzuschotten versuchte?
Im Museum für Zeitgenössische Kunst Athen (EMST) sah ich im Rahmen der documenta 14 einen Saal mit großen Gemälden albanischer Künstler, gemalt in den 70er Jahren. Erstaunlich für ein Land mit traditioneller, vorwiegend muslemischer Bevölkerung die entschiedene Emanzipation der Frauen. Doch welche Emanzipation? und welch hübsche Kinderspiele! Babsi und Myriade ermunterten mich, ein paar der Bilder zu posten. Schaut selbst: links Name, Titel, Jahreszahl, rechts das dazugehörige Bild. Anklicken zum Vergrößern.

 

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