Nachts im Lunapark mit Mond (Fotos)

Gestern Nacht war ich im Lunapark nahe bei Kalamatas Hafen – und Luna, fast schon wieder voll, war auch zur Stelle.

Ich habe kindichen Spaß an solchen Orten, wo das Jungvolk sich amüsiert und die Eltern ihren Nachwuchs mit den Errungenschaften der Jahrmarktstechnik bekannt machen.

Sehr angenehm war dieser Abstecher nach einer anstrengenden mehrstündigen Sitzung, in der es um Probleme unseres Behindertenprojekts ging. 17 Frauen, zwei Männer rangen um Lösungen. Ob wir sie fanden? Das wird sich zeigen.

Jedenfalls machte ich mich danach mit Freundin W auf zu ihrem Stand am Hafen. Sie bietet dort ihren geschmackvollen selbstgemachten Schmuck zum Verkauf an. Eigentlich ist sie Schauspielerin. Links eine jüngere Kollegin, die W während der Sitzung vertrat.

Bei einem eisgekühltem Ouzo mit Meze sah ich dem Getriebe zu. Es gab etliche kleine Verkäufe – was durchaus nicht immer so ist.

Erst gegen fünf Uhr morgens werden die Verkaufsstände geschlossen. Dann stehen auch die Elektrospielzeuge still.

Ob der freie Hund, der hier mit Inbrunst den Kunstrasen zernagt, dann auch ein ruhiges Plätzchen finden wird? Ich weiß es nicht. Denn da lag ich längst schon wieder auf unserer Turmterrasse unterm Moskitonetz und sah dem Mond zu, wie er das Meer orange verfärbte.

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Zur Abwechslung: Kleinstaquarelle und Tuschzeichnungen

Anders als die Skizzen und Zeichnungen, mit denen ich äußere Eindrücke wiederzugeben und zu ordnen versuche, drücken ungegenständliche Bilder unmittelbar innere Seelenzustände aus. Auch in ihnen spiegeln sich freilich Weltzustände.

Diese winzigen Bilder stammen aus einer anderen Lebensphase, ich holte sie hervor, denn  sie scheinen mir wieder aktuell zu sein.

Die NEUN im Überblick:

Ich habe die Titel der Bilder weggelassen und sie nur durchnumeriert, um freie Assoziationen zu erleichtern. Vielleicht magst du ein paar Titel geben?

A

B

C

D

E

F

G

H

I

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Skizzieren am Bahnhofsmuseum Kalamata (tägliches Zeichnen)

In dem recht weitläufigen Park gibt es einen künstlichen Teich mit künstlichen Inselchen und einem Brückchen. Rundum und auf den Inselchen wachsen Büsche und Bäume der verschiedendsten Art. Die Enten und Gänse, die früher hier wohnten, sind leider verschwunden. Der im Teich installierte Springbrunnen kümmert vor sich hin, das Wasser könnte eine Auffrischung gebrauchen. Dennoch ist es bei der gegenwärtigen Sommerhitze recht angenehm, dort im Schatten eines Baumes zu sitzen, während der Mann die Einkäufe erledigt. Zeit für eine schnelle Skizze im winzigen Reporterblock:

Das stillgelegte Bahnhofsgebäude wurde in ein kommunales Cafe verwandelt, das wenig professionell geführt wird, dafür aber hat man seine Ruhe. Ich holte mir einen Organgensaft und einen Stuhl und skizzierte die Szenerie:

An den einfachen Gartentischen, mit den Rücken zu mir, saßen zwei Männer mittleren Alters in lässiger Haltung, der eine mit seinem Komboloi spielend. Später kamen noch zwei dazu. Ich vermute, es waren städtische Angestellte, die hier ein Mittagspäuschen einlegten. Wie dem auch sei: mir dienten sie als willkommene Modelle für schnelle Bewegungsskizzen. Im Hintergrund andere Besucher.

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„Geh aus, mein Herz“. Bebilderte Kata-Strophen (Sommerpausenetüde)

Zwölf Wörter hat Christiane aus der Lostrommel mit eingesandten Vorschlägen gezogen. Von denen sollen sieben in einer Geschichte Verwendung finden. Es dürfen auch alle zwölf sein. So erklärte uns Spielleiterin Christiane.

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday

Als ich gestern abend im Meere schwamm, kam mir ein Lied in den Sinn, das hat viele viele Stophen. Es singt vom Sommer und von Gottes Gaben, denn der Dichter Paul Gerhardt war ein frommer Mann und lebte zu einer Zeit ((1607–1676), als Gott noch nicht zum toten Mann erklärt worden war. Ich machte mich daran, schwimmend eigene Verse zu schmieden. Viele gingen auf dem Weg vom Meer nach Hause verloren, aber es kamen andere hinterher vagabundiert. Sie haben nicht die edle Form der Vorlage. Das wäre auch zu viel verlangt, denn wir leben in der Postmoderne, wo jede Art von Flickzeug aus alt und neu genehm ist und wo man endlos Sinnvolles und Sinnloses, Erhabenes und Banales aneinanderreimen darf. Oder etwa nicht?

Wenn nicht,  sagen dir vielleicht doch die Bilder zu, die ich aus meinem Archiv gezogen und dazugesetzt habe.

Geh aus, mein Herz

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Vergiss ein Weilchen alles Leid

In das du dich vergraben

Die Welt ist bunt, die Erde rund,

das singt die Amsel, bellt der Hund

willst du nicht Anteil haben?

 

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Zum Winter ist es ja noch weit

Ihr Mädchen und ihr Knaben!

Das Meer es lacht, hat hergebracht

Ne Muschel, schaut nur, welch Pracht!

Im Sand war sie begraben.

 

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Wer drin bleibt, hat es bald bereut

Vergällt die Lebensgeister

Drum schnell hinaus aus deinem Haus

Bist keine Schnecke, keine Maus

Bist Wasserläufer-Meister

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Hör nicht auf sorgenvolle Leut

Die Eigentore schießen

Die Glühwürmchen für teuflisch halten

Und gern mit Fliegenklatschen knallten

Die Unglück froh begrüßen.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Was gestern war, das ist nicht heut

Füll reich das Sommerloch

Mit Lachen, Bummeln, Streit und Singen

Mit Trauben, die zu hoch dir hingen

Kriegst sie am Ende doch!

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Und Heiterkeit, ist Sommerzeit!

Stört dich das Wetterleuchten?

Grollt auch der Donner, unbeirrt

Die Grillen riefen zum Konzert

Bis Schauer sie verscheuchten.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Noch steht der Sommer dir bereit

Mit allen seinen Gaben

Mit Hitze und mit schwerem Regen

Mit Stürmen die durch Bruchwald fegen

Auch Feuer kannst du haben

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Der Himmel lacht, denn er ist weit

Dem Menschentun entrückt

Er lächelt über Dachbegrünung

Genau wie über Meeresdünung

Durch nichts wird er zerstückt

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Vor allem meide jeden Neid

Denn Neid macht niemand heiter

Am Similaungletscher wärst du gern?

Ach lass ihn doch, den werten Herrn

Der kaxelt mühsamst weiter.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Wo immer unterm Himmelsweit

Dein Lager du gebreitet

Der Himmels Bau, sein Sternenmeer

Der Göttersitz von altersher

Hat Schutz uns stets bereitet.

 

 

Herrscht Willkür auch an jenem Thron

Wo Götter Sterblichen den Lohn

Für Lebensleistung zahlen

Was geht’s mich an, mir ist es recht

Denn mir geht’s heute auch nicht schlecht,

muss nicht mit Goldschmuck prahlen.

Geh aus mein Herz und suche Freud

Am liebsten gehst du wohl zu zweit?

Doch geht es auch alleine

Gehst du nicht aus, so gehst du ein

Egal zu zweit oder allein

Auf auf du hast zwei Beine!

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Für Almuth: wie man Barbaren erziehen kann

 

Liebe Almuth, als ich deine Klage las, dass irgendwelche Banausen deine Pflanzen auf der Baumscheibe köpfen, dachte ich an folgende Lösung:  Du siehst hier einen Lichtmast neben einer Mülltonne, wo die Umgebung immer völlig vermüllt war. Jeder Passant lud da seinen Mist ab. Doch seit jemand diese bemalten und bepflanzten Blumeneimer hingehängt und das erklärende Schild darunter gestellt hat, herrscht schönste Ordnung am Platz.

Leider habe ich kein besseres Foto.

Vielleicht gibt es auch für dich so eine Lösung?

 

 

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Ein Grashüpfer? (kleine Beobachtungen)

Jemand versteckt sich zwischen Banane und Korbgeflecht. Ein Grashüpfer, oder wer oder was?

Sollte ja eigentlich nicht hier sein, sondern draußen. Und mit den anderen um die Wette musizieren. Aber nun ist er hier, und bald zeigt er sich auch in seiner ganzen grünen Prachtgestalt.

Von der anderen Seite, bitte? Gern.

Sieht ja aus, als hätte er außer seinem wirklichen Auge ein Riesenauge.

Genauer bestimmen konnte ich das Tierlein nicht. Vielleicht helfen die Insektenkundigen unter euch aus?

 

 

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Olivenbaum mit Herz

Das Herz gehört zu einer Schnipselspende von Bruni.

Mir kam die Idee durch Gerhards im Lorbeer hängende 4Ts und durch Brunis „Liebe die dich berührt“

Eine Olivenbaumzeichnung, die auch Christiane erfreuen würde,  und darin Brunis Herz aufhängen?

Ich wünsche allen Guckern einen schönen Abend. Und dass das, was gerade schwer und dunkel scheint, leicht und licht wird. So wie wenn Liebe dich berührt.

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Bergtee (tägliches Zeichnen)

Nach der Plastikflasche nun wieder ein Naturprodukt: den getrockneten Blütenstand des Bergtees, einer Salbeiart. Ein Bündel solcher kleinen Kunstwerke liegt ständig in der Fruchtschale. Ab und an hebe ich es an die Nase, um den feinen Duft einzuatmen. Heute hob ich einen Stängel ans Licht, um ihn zu zeichnen.

Leicht im Hochformat:

Schwerer im Querformat

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Plastikflasche (tägliches Zeichnen)

Die  Plastikwasserflasche soll ja demnext aus unserem Leben verschwinden. Ich werde ihr nicht nachtrauern. Oder doch? Sie ist ja inzwischen ein Allerweltsgegenstand, der uns in unseren südländischen Alltag eng begleitet.  (Das „Moderne Trankopfer“ mit der Plastikflasche auf dem Tisch zeichnete ich vor drei Jahren)

Es sollte also nicht verwundern, wenn  sie auf so manchem Zeichenblatt auftaucht.

Kugelschreiberzeichnung von 2021

Kugelschreiber, 2020

Obgleich billig und als Umweltsünder gescholten, ist sie für einen Zeichner ein vielseitiges und trickreiches Objekt. Halb durchsichtig, mit elegant eingravierten Linien, die das Licht je nachdem brechen oder durchlassen, mit wulstigem Stand, mit Etiketten, die sich auf der Rückwand spiegelbildlich zeigen – ganz schön herausfordernd, das Ding. Und überall zur Hand.

Und so habe ich sie heute in meinem neuen Skizzenbuch „ans Licht gehoben“.

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Dreimal großes Meeresschneckenhaus (tägliches Zeichnen)

Das neue Skizzenbuch hat sich mit drei weiteren Zeichnungen gefüllt. Diesmal nahm ich eine andere, viel größere schwere Gehäuse einer Meeresschnecke in die Hand. (Pardon: Wir nennt man das Gehäuse? Muschel oder Schneckenhaus?) und versuchte, sie in der einen Hand haltend, mit der anderen zu zeichnen. Leider wurde das Innere viel zu kompakt. In Wirklichkeit ist es halb transparent, so dass sowohl die dunkelbraunen Einfärbungen der Außenseite als auch meine haltenden Finger leicht durchscheinen.

Beim zweiten Anlauf legte ich das Gehäuse auf die hölzerne Tischplatte mit senkrecht gerissener Struktur. Erneut scheiterte ich am hohlen Inneren, das wie nach Außen gewölbt erscheint.

Noch einmal diese Innenform zu studieren, hatte ich keine Geduld. Also drehte ich das Gehäuse um und betrachtete seine ebenfalls sehr kunstvolle Außenseite.

oder auch so:

 

 

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