ach, mein Tito

Tito studiert Cy Twombly

Gestern war er lustig, spielte auf der „Artfarm“ mit drei anderen Hunden. Ob er auch mit einer Katze spielte? Ich weiß es nicht. In der Nacht schlief er neben meinem Bett und nicht wie gewöhnlich auf seiner Matte – erst dachte ich, er sei erschöpft, dann erfuhr ich vom Erdbeben in Lakonien (Sparta) und vermutete, er habe es gespürt und Schutz gesucht. Später wunderte ich mich, dass er gar nichts fressen wollte.
Ich selbst habe seit gestern starke Kopfschmerzen, kriege die Augen kaum auf. Und so merkte ich es erst spät, und es traf mich wie ein Schock: er hat sein linkes Auge verloren.  Viel zu spät die schnell herbeigeholten Augentropfen. Er verkriecht sich im Garten. Das schon früher durch einen anderen Hund zerbissene Bein, das tote Auge entstellen das schöne Tier. Ach! ich heule Rotz und Wasser, es ist so trostlos. Wird er wieder fröhlich werden?

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Romantische Landschaft

… mit Tor. Genau besehen ist diese Landschaft nur deshalb romantisch zu nennen, weil sich da dieses Tor zu einer anderen Welt auftut. Denn was ist Romantik anderes als die Sehnsucht durch Tore zu fliehen, hinaus, hinaus?

Die Wege ins Freie sind freilich verworren. Ziellos ist das Gemüt.

Akryllpigmente, Wasser, Kleister, Kohle auf Pappe, 70 x 100 cm.

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Das Arbeiter- und Bauern-Paradies zu Zeiten Hodschas (documenta 14, Athen).

Anlässlich der abc-Etüden habe ich ein wenig nach Albanien hinübergeschaut. Was war das für ein Land, das sich hinter Meer und hohen Bergen mit hunderttausenden von Bunkern gegen die Welt abzuschotten versuchte?
Im Museum für Zeitgenössische Kunst Athen (EMST) sah ich im Rahmen der documenta 14 einen Saal mit großen Gemälden albanischer Künstler, gemalt in den 70er Jahren. Erstaunlich für ein Land mit traditioneller, vorwiegend muslemischer Bevölkerung die entschiedene Emanzipation der Frauen. Doch welche Emanzipation? und welch hübsche Kinderspiele! Babsi und Myriade ermunterten mich, ein paar der Bilder zu posten. Schaut selbst: links Name, Titel, Jahreszahl, rechts das dazugehörige Bild. Anklicken zum Vergrößern.

 

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abc-etüden: Landschaft mit Bunkern

Die Menschen, die einst diese Bunker bauten, sind ihres Wegs gezogen und schuften nun in anderen Weltgegenden. Manche sind geblieben. Ihre Schafe, satt und träg vom Verzehr der Sommerblüten, suchen tagsüber die Schatten aus Beton, lagern sich nachts, sicher vor Wölfen, auf dem Spreu, das die Hirten ihnen auf dem Betonboden ausgebreitet haben. Wenn der Mond über der Landschaft emporsteigt, wenn der bittersüße Duft der Lemonen sich mit dem Salz des Meeres vermengt, dann wird das Herz still, die Angst weicht, und ein Sehnsuchts-Lied will über die Lippen.

Wie eine Rose (Refrain)
Die Liebe sieht man am Schweigen, wie das Trocknen der Rose nach Durst. Jetzt brauche ich ein Lächeln, das du mir schenkst. Ohne dich ist der Januar sehr kalt. Ohne dich wärmt mich nicht mal das Feuer. Warst der Erste, der meine grenzenlosen Gefühle geweckt hat.

(Albanisches Lied. Ich kann die Sprache nicht, fand diese Übersetzung von deQan007 im Internet)

Dieses Post ist ein Beitrag zu den abc-etüden dieser Woche, bei denen es gilt, aus drei Wörtern eine Kürzestgeschichte zu entwickeln. Die Wortspende „Bunker, bittersüß, Sommerblüten“ verdanken wir wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com, die graphische Gestaltung der Einladung lz und die liebevolle Betreuung des ganzen Projektes Christiane.

lz abc.etueden schreibeinladung 1 wortgeflumselkritzelkram 24.17 | 365tageasatzaday

Beim Wort Bunker fiel mir Albanien ein.  Ganz Albanien war ein Bunker, damals, unter Hodscha. 173 371 Bunker hat man gezählt, die verunzieren nun das Land wie Narben aus einer schweren Zeit. Hodscha selbst und seine Führerbande hatten natürlich einen ganz besonders gut gebauten, Atombomben-sicheren Bunker, heute ist er ein Museum der besonderen Art. Schau mal hier. Sechs Jahre schufteten die Menschen, um ihn unter höchster Geheimhaltung zu bauen, und so mancher verschwand wie in den Zeiten, als es galt, die Mysterien der Pyramiden zu schützen.

Fotos von albanischen Bunkern findest du bei Wikipedia. Über ihren heutigen Gebrauch informiert u.a. ein Artikel der FAZ.

Ich habe Freundinnen und Bekannte aus Albanien, die nach der Grenzöffnung nach Griechenland kamen. Selbst war ich nie dort.

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Überbauung mit Durchblick

Übereinander gestapelte, aufgetürmte Gebilde, wie die Menschen sie halt lieben und schaffen. Einer mag gern den anderen übertrumpfen, und sei es auch nur in der Höhe seiner Behausung. Hier sind die Gebäude immerhin noch halbwegs durchlässig , sie gestatten Durchblick. Die Sonne treibt als blasser Nebelfleck im frei gelassenen Zwischenraum.

Eine Arbeit auf Leinwand, 70×100, Akryll-Pigment, Kleister, aufgeklebte Wellpappe, Kohle.

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Sonnenuntergänge fotografiert

 

Das war gestern. Jetzt bin ich für zwei Tage nach Athen gefahren und … träume von Sonnenuntergängen. Diese habe ich aufgenommen am 14.5., 9.6., 11.6. und 13.6., alle bis auf das gestrige von der Terrasse meines Turms, das zweite gen Norden, die anderen gen Süden.

 

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Wovon Boote wohl träumen?

Vielleicht von Sonnenuntergängen?

Die Sonnenuntergänge sind dieser Tage so zauberschön, dass ich mir nicht vorstellen kann, es kämen auch andere Träume in Frage. Malen kann ich diese Träume natürlich nicht, genauso wenig wie die Sonnenuntergänge über dem Meer. Aber ich habe ein paar waagrechte Streifen mit Akryllpigmenten und Wasser auf eine Leinwand gemalt, hab sie laufen lassen und dann ein paar Striche mit Kohle hinzugefügt. Voila! wie die Franzosen sagen.

 

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abc-etüden: bittersüße Kata-Strophe

Wieder ruft Christiane zur abc-etüde, diesmal mit einer Wortspende von  …

Hier eine poetische Kata-Strophe, die mir an diesem schönen Juni-Abend in den Sinn kam:

 

Bittersüß die letzten Strahlen

Streicheln Sommerblüten sacht

Ach, den alten Bunker brauchte

Niemand mehr seit dieser Nacht

 

Schon Vergangenheit und träge

Fließt der Strom der Zeit

Niemand quert mehr seine Stege

Es herrscht Unendlichkeit.

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Boots-Verhüllung, Boots-Enthüllung.

 

Die Leinwand im Format 120 x 60 hat schon viele Bilder gesehen. Wieder und wieder habe ich sie benutzt, denn das extreme Format regt mich an. Das letzte Bild war sehr dunkel, einzig das „Boot“ im Zentrum trat ein wenig hervor.

Vor drei Tagen, gleich nach dem Bild „im beweglichen Element“, habe ich es durch Papierreste, die vom vorigen Bild übrig geblieben waren, sowie Kohle neu gestaltet. Ich beschloss, es ein Weilchen so zu lassen, um zu sehen, ob es bleiben darf. Nun ist es immer noch da, und es gefällt mir erst mal, wie es ist. Es ist so schön hinfällig, fast wie Elisabet, (oder hier), die ich heute wieder begrüßte. Alternsmorsch träumt sie vor sich hin und verfällt, versinkt, wird von Mal zu Mal mehr eins mit dem Grund, auf dem sie ruht.

Hier eine Vorstufe und zwei Bildausschnitte:

Und hier noch mal am Tag der Entstehung, im Kunst- und Tageslicht-Gemisch des Ateliers.

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Aufbruchsstimmung

Ein eher trüb-melancholisches Bild, das ich begonnen und liegen gelassen hatte, musste heute dran glauben. Ich beklebte es mit gerissenen Stücken Pergamentpapier und weißem Zeichenpapier (von den Blindzeichnungen) und überging das Ganze mit Kohle: Aufbruchstimmung.

 

120 x 60 cm, Leinwand, Akryllpigmente, Kleister, Papiere, Klebeband, Kohle. 11.6.2017

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