Blühende Yucca aka Palmlilie (Fotografie)

Seit ein paar Tagen blüht die große Yucca im Garten. Palmlilie wird sie genannt. Ich bin kein Fan dieser Pflanze, die so gar nicht in  unsere Olivenwelt passt. In ihrer mittelamerikanischen Heimat würde ich sie höher schätzen. Zu mir kamen zwei Ableger, als mein Garten noch ziemlich leer war. Eine Nachbarin schenkte sie mir, und ich pflanzte sie ein, nicht ahnend, dass ich sie nun nie mehr loswerden würde. Sie wachsen unbekümmert um rigoroses Zurückschneiden und sogar Abholzen. Beweis? Aus einem Stamm, der liegenblieb, hat sich ein Ableger  hervorgearbeitet, der wächst und wächst. Der Stamm dient ihr als Mutterboden und Wurzelersatz.

Egal: Wenn die Palmlilie blüht, mag ich sie doch. Sogar sehr. Dann macht sie auch ihrem Namen alle Ehre. Wie überdimensionierte Maiglöckchen sehen die Blüten aus, die sich erst bilden, wenn die Pflanze mehrere Jahre auf dem Buckel hat. Ich freue mich, dass meine nun schon zum wiederholten Mal ihren schönen rispenartigen Blütenstand hervortreibt. Der Stamm ist inzwischen sehr hoch, und ich müsste auf die Mauer steigen, um sie von Nahem zu betrachten und zu fotografieren. Das traute ich mir heute nicht zu. Vielleicht hole ich mir morgen eine Leiter. Für heute  bitte ich um Entschuldigung für die wenig attraktiven Fotos. Als Ersatz fürs Mauersteigen habe ich die Blüte herangezoomt – mit dem handy, was nicht viel bringt. Deine Fantasie ist daher gefragt, um dir die schönen Blüten vorzustellen.

 

 

 

ps. Eben sehe ich, dass ich vor zwei Jahren auf die Mauer gestiegen bin und weit bessere Fotos gemacht habe. Schau mal hier: https://gerdakazakou.com/2020/10/06/auch-das-bluht-im-garten/

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Echt Herbst jetzt (Ergänzung zu herbst-beschreiben-bei-royusch)

Nein, die Zyklamen sind nicht das einzige, was den griechischen Herbst ausmacht. Auch hier ist es den fürs Wetter zuständigen Geistern durchaus möglich, den norddeutschen ähnliche Atmosphären zusammenzubrauen. So heute, als wir, um unsere Wasserrechnung zu bezahlen, ins bäuerlich geprägte Zentraldorf Kampos fuhren. Das liegt etwa 350 m über dem Meeresspiegel und damit deutlich höher als unser Haus. Die Ausläufer des Taygetos-Gebirges, das sich immerhin zu zweieinhalbtausend Metern auftürmt,  sind von tiefhängenden Wolken verhüllt.

Im Foto sind auch andere mir aus meiner ersten Heimat (Holstein) vertraute Herbstmotive eingefangen: verblühende rote Rosen und goldene Sonnenblumen, von einer Teilnehmerin am Royusch-Projekt sehr hübsch als Herbstsonnen bezeichnet.

Und sonst? Was ist hier anders? Nun, vermutlich, dass wir auf dem Dorfplatz unter Sonnenschirmen, die uns vor plötzlichen Regengüssen schützen, zu Mittag speisen können, ohne zu frieren. Und dass sich daneben an einem Spieß ein ganzes Schwein dreht. Denn ja, der Herbst ist die Zeit des Schweinebratens. Vor Jahren versuchte die Regierung die Sitte, gebratene Schweine am Straßenrand zum Verkauf anzubieten, zu verbieten. Das sei eines zivilisierten Landes nicht würdig. Nun, das Verbot ließ sich nicht durchsetzen. Und ich bin mir durchaus nicht schlüssig, ob sich der zivilisierte Status eines Landes am Spießbraten entscheiden lässt. Wie auch immer: um meine sensiblen Leser und Leserinnen zu schonen, verzichte ich auf ein Nahfoto. Man kann den Bratspieß aber durch die mehrfach gefaltete, vom Regen eingetrübte spiegelnde Tür des Cafes, wo ich meinen Espresso trank, durchaus erkennen – wenn man es denn möchte.

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„Herbst beschreiben“ bei Royusch: Frühling im Herbst.

Mit einem einzigen Foto den Herbst zu beschreiben, das ist wirklich eine challange, lieber Roland!

Ich lebe im griechischen Süden inmitten immergrüner Olivenhaine; da ist der Herbst keine so ausgepägte Jahreszeit der Rückzugs und Verfalls.  Sicher, auch hier gibt es Bilder, die dem „Herbst“ meiner Kindheit an der Ostsee entspechen: tiefhängende Wolken, überreife am Boden vermodernde Früchte, Stoppelfelder, Sonnenschirm-Gerippe an leeren Stränden…, aber charakterisiert das den hiesigen Herbst wirklich? So frage ich mich.

Nein, für mich sind es hier die Blumenknollen und Zwiebeln, die, sobald der Regen den nach langen heißen Sommern ausgedörrten Boden berührt, sich zu regen beginnen. Und schon sprießen sie hervor und erblühen auf Neue wie diese zärtlichen wilden Zyklamen. Frühling im Herbst.

 

 

 

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Dora zum SechsundzwanzigstenNeunten: Kriegsschauplatz (Glasscherbenspiel)

„Was machst du da?“ höre ich ein bekanntes Stimmchen fragen. – „Dora!“ rufe ich erfreut. „Wo hast du denn all die Tage gesteckt?“ – „Ich bin gar nicht weggewesen“, gibt sie mir schnippisch zur Antwort. „Aber du hattest offenbar anderes im Sinn.“

Es stimmt, ich hatte anderes im Sinn. Finster blicke ich auf das Legebild vor mir. Dieser verdammte Krieg. Als ob es nicht genügte, dass die Welt in Scherben fällt, gehen selbst die Scherben noch kriegerisch aufeinander los – es ist ein Hauen und Stechen.

„Wenn dir der Krieg nicht gefällt und dir die Laune verdirbt, warum beschäftigtst du dich dann damit? Hast du nichts Besseres zu tun?“ fragt Dora.

O, dieses Kind! Ich überlege noch eine passende Antwort, da kräht sie mir schon wieder ins Ohr: „Denkst du etwa, wenn du wütend bist und wütende Bilder legst, wird die Welt besser?“ 

„Nein, natürlich nicht“, stottere ich, „aber…“ 

„Dein Aber kannst du dir gern sparen!“ unterbricht mich Dora. „Überleg dir lieber, wie du diese Scherben dazu bringen kannst, mit dem Hauen und Stechen aufzuhören. Das wäre ja schon mal ein Anfang.“

Dora hat recht. Eine friedliche Lösung finden – jedenfalls auf diesem Schlachtfeld – das wäre tatsächlich sinnvoller, als abzubilden was ist.  Ich überlege und beginne, die Scherben herumzuschieben. „Als erstes“, murmele ich, meine Gedanken begleitend, „muss die Konfrontation aufgelöst werden. Alle Beteiligten gehen an die Startlinie zurück. Die Mittelgroßen stellen sich selbstbewusst zwischen die Großen  und verhindern so, dass sich die Großen in die Haare geraten. Die Kleinscherben werden zum friedlichen Meer, das alle verbindet….“

„Na also!“, kräht Dora vergnügt. „Geht doch! Wenn sie möchten und friedlich sind, können sie meinetwegen auch gern zusammenrücken, um Platz für die Seefahrt zu schaffen. Die Passage zwischen ihnen bewache ich als Leuchtturm.

 

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Tägliches und gemeinsames Zeichnen am Sonntag

Zauberhafte Septembertage. Am Meer sitzen, schwimmen, noch mal eine Skizze vom alten Haus in der Bucht machen. In unserer Taverne zu Mittag essen und die Zeitungen studieren. Mittagsschlaf halten. Im Garten ein wenig herumfuhrwerken, Katzen füttern, ihnen wohlwollend zugucken. Die neu erstandenen kleinen goldgelben Astern im Topf auf den Eingangsstufen vor dem Gitter zeichnen.

Ich fotografiere die Zeichnung gleich vor Ort, so dass das immer noch dichte Laub des Aprikosenbaums als Schatten darüberfällt.

Das soll alles gewesen sein? Muss da nicht noch was kommen?

Ja, doch. Zu Besuch kommt Freundin Magda, und wir beschließen, uns mal wieder gegenseitig zu zeichnen. Sich gleichzeitig gegenzeitig zu zeichnen, ist eine ziemliche Herausforderung. Denn beim Zeichnen bewegt man sich, als Modell aber soll man still sitzen. Beides unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht.

Ich mache als erstes eine große „expressionistische“ Kohlezeichnung.

Beim zweiten Anlauf, nun wieder mit Kugelschreiber auf kleinerem Format, baue ich die Figur in die Linien des Hintergrunds ein. Mir gefällt der Rhythmus ganz gut, aber das Gesicht misslingt, also decke ich es mit einem Fetzen Papier ab.

Ich mache dann noch einen dritten Versuch und konzentriere mich diesmal auf das Gesicht.

Magda will ihre Zeichnungen nicht fotografieren, da sie sie für misslungen hält. Das muss ich respektieren, auch wenn ich nicht zustimme.

 

 

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Impulswerkstatt: Brücke

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2022/09/02/einladung-zur-impulswerkstatt-september-oktober-2022/

Dieses Foto, liebe Myriade, hat mich ins Grübeln gebracht.  Offensichtlich ist es eine Brücke – du bestätigst es in deinem letzten Beitrag -, aber es fehlt alles, was eine Brücke ausmacht:  das darunter hinströmende Wasser, die stützenden Pfeiler und Streben, die Ufer, die sie verbindet. Sie hat wahrhaftig keine Ähnlichkeit mit den prächtigen Zeugen menschlicher Ingenieurkunst, die man an so vielen Orten der Welt bewundern kann.

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Nein, diese Brücke ist eine traurige Angelegenheit, ohne Bögen und Schwünge, stattdessen vergittert und verdrahtet. Der einzige Bogen gehört  – so vermute ich – zu einer Heiligenfigur, die die unter dem trüben Himmel Dahineilenden davor bewahren soll, sich  in den unsichtbaren Fluss hinabzustürzen. Das einzige, was hier fließt (hoffen wir es!) ist der Strom in den Leitungen.

Oder irre ich mich? Es fließt ja auch Blut in den Adern der jungen Frau, die grad vom Schwimmen kommt. Grün ist ihr Bikini, Farbe des Lebens. Ihre Schulter und ihr Schenkel leuchten lebendig auf. Ich möchte ihr zurufen: Halt! Bleib ein wenig stehen neben der dunkel gewandeten Heiligenfigur und lass deine Farben in den dunklen Tag verströmen, auf dass er leuchtet und grünt! Sie aber eilt unter ihren Rucksack gebeugt dahin, angstvoll womöglich, dass ihr outfit Anstoß erregen könnte.

 

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Paradiesisches

Evas Apfel

In der Bucht

Katzengeflüster

 

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Herbstliche Tag- und Nachtgleiche 23/9/2022

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Abendstimmung am Meer

 

 

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Das sensible Chaos – eine Buchempfehlung (abc-etüde)

abc.etüden 2022 38+39 | 365tageasatzadayAls ich die Wörter sah, die nellindreams für die aktuelle abc-etüde-Runde gespendet hat, fiel mir spontan ein lang vergessenes Buch ein. Vielleicht triggerte das Zusammentreffen der Wörter „sensibel“ und „Regentonne“ meine Erinnerung.  Das wunderschön bebilderte Buch „Das sensible Chaos“ von Theodor Schwenk hatte mich damals fasziniert – daran erinnerte ich mich, nicht aber, wo ich es eingeordnet hatte.

Manche versenken ihre Bücher ja in Regentonnen, wenn die Masse anderweitig nicht unterzubringen ist. So weit ist es bei uns zum Glück nicht gekommen. Dennoch ist es eine kaum lösbare Aufgabe, auf Anhieb ein gewünschtes Buch zu finden. Unsere Bibliothek gleicht selbst einem sensiblen Chaos. Hier im Mani-Haus lagert ein großer Teil im Untergeschoss auf stabilen metallenen Regalen. Leicht angestaubt warten große Kunstbände, aus der Mode gekommene Enzyklopädien, Kinder- und Jugendbücher des Sohnes, Grundlagenwerke diverser akademischer Studiengänge, Handreichungen für den Fremdsprachenunterricht, ausgelesene Romane, einst aktuelle Analysen der Weltverhältnisse, Kataloge von Kunstausstellungen und vieles mehr darauf, noch einmal in die Hand genommen zu werden.

Dorthin also steige ich hinab auf der Suche nach dem plötzlich aus der Erinnerung aufgetauchten Buch.  Finden tue ich es nicht. Wahrscheinlich steht es in Athen.

Ich schwanke kurz, ob ich diese Erinnerung zum Thema der Etüde machen oder lieber eine „Kata-Strophe“ schreiben soll. Doch warum nicht zur Abwechslung eine Buchempfehlung?

Ich empfehle also das bahnbrechende, 2010 neu aufgelegte Buch von Theodor Schwenk (1910-1986) „Das sensible Chaos – Strömendes Formenschaffen in Wasser und Luft„, das für mich gleichgewichtig neben den Entdeckungen von Masaru Emoto (Die Botschaft des Wassers) und Victor Schauberger (Das Wesen des Wassers) steht. Eine Rezension in der FAZ würdigt es als „Das Buch, das die Wende zu einem neuen Verständnis des Wassers einleitete“, Jacques Cousteau nennt es „ein bemerkenswertes Buch“, Ralph Abraham, Mathematik-Professor der Universität von Kalifornien, findet „(Schwenks) Arbeit bis heute unübertroffen“.  Zeit, es aus der Versenkung hervorzuholen!

 

300 Wörter

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