Kleine Dinge ans Licht heben (3) zweimal eine Muschel

Eine reizende kleine Muschel habe ich heute gleich zweimal „ans Licht gehoben“ und gezeichnet. Bearbeitet habe ich die Zeichnungen natürlich auch.

erste Zeichnung

Zweite Zeichnung

Bearbeitungen:

 

 

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Athen – immer im Umbau. Am Beispiel eines Sträßchens (Fotografien)

Heute, vom Museum Benaki in der Piräus-Straße Richtung Metro-Station Kerameikos wandernd und noch angeregt von den visuellen Eindrücken der Ausstellung, fiel mir wieder einmal auf, wie widerspruchsvoll und in ständigem Wandel begriffen diese Stadt ist. Ein paar Fotos machte ich, die ersten drei noch in der stark befahrenen Piräusstraße, dann in einem stillen Sträßchen. Besonders die Graffitis und verfallenden Klebebilder zogen mich an. Auf dem 10. Foto  reichen sich Antike – Michelangelo (10. Foto: Leda mit dem Schwan) – Moderne die Händchen. Auf dem 7. Foto der Aufschrei „βασανιζ…“ (ich werde gequält, ich quäle mich), den eine gequälte Seele an vielen Wänden Athens hinterlassen hat. Auf dem ersten Foto dunkel eines der zig Athener Theater (Peiraios 131), dahinter hell eine renovierte Brandmauer mit drei überlebensgroßen Eulen….

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Ausstellungsbesuch im Benaki-Piräusstraße: „Anima“ von Jannis Varelas

Anderes hatte ich erwartet, als ich mich auf die Socken machte, um eine Ausstellung mit dem verheißungsvollen Titel „Anima“ anzuschauen. Der Maler Jannis  Varelas (Jg 1977) war mir unbekannt, was aber gar nichts bedeutet. Immerhin wurden Arbeiten des noch jungen Künstlers in großen Einzelausstellungen bereits früher hier in Athen, aber auch in Wien, Stockholm, Helsinki, NY, Cleveland gezeigt. Sein Leben, so erfuhr ich, teilt er zwischen Wien und Los Angeles.

Die laufende Ausstellung findet im großen modernen Bau der Benaki-Stiftung in der Piräus-Straße statt. Ein illustres Ambiente. Gefördert wurde sie durch die Benaki-Stiftung, die dafür auch einige der kostbaren Exponate ihrer Volkskunst-Abteilung zur Verfügung stellte, und die Onassis-Stiftung. Das heißt: dieser Mann ist „in“.

„Anima“, der Titel, verweist auf C.G. Jung. Nach meinem Verständnis ist Anima der im Manne vorhandene „weibliche“ Seelenanteil, der sich nicht in den primären (männlichen) Geschlechtseigenschaften manifestiert. „Animus“ ist entsprechend der „männliche“ Seelenanteil von Frauen, der sich nicht in ihren primären (weiblichen) Geschlechtseigenschaften manifestiert.

Eine gut entwickelte „Anima“, so heißt es, sei für kreative, sensible, musikalische, kommunikative Männer charakteristisch. Ein gut entwickelter „Animus“ zeichnet Frauen aus, die selbstbewusst, zielgerichtet, geistig interessiert, autonom dem Leben gegenüber stehen.

Anima und Animus sind also die kompensatorischen Seelen-Anteile von Mann und Frau, die hinzukommen müssen, damit ein Mensch „ganz“ wird.

Übersichten und Einzelwerke (eigene Fotos)

In dieser Ausstellung aber: Was wird da gezeigt? ganze Menschen? oder Menschen, die sich mit ihrer jeweiligen Geschlechtlichkeit vergebens abmühen, zutiefst verwirrt, verstümmelt, travestiert? Das fragte ich mich, als ich mir einen ersten Überblick über den Saal verschafft hatte. Nein, verärgert war ich nicht, auch nicht enttäuscht, sondern fasziniert. Ich fühlte, dass in diesen großformatigen kruden Gemälden eine Gegenwartsthematik aufgegriffen wird, die zwar wenig mit C G Jung, dafür aber um so mehr mit der modernen Genderproblematik zu tun hat, die heute so viele Jugendliche in Unruhe versetzt: Wieviele Geschlechter gibt es, und welches habe ich? Was spielt sich in der Seele eines Mannes (oder einer Ausstellungsbesucherin) ab, wenn Genitale verstümmelt werden und riesige Plastikbusen Weiblichkeit simulieren? Ist das nun der Hermaphrodit, der „ganze Mensch“, oder handelt es sich um eines der fürchterlichsten Missverständnisse, von denen unsere Zeit heimgesucht wird: dass der Travestit oder der geschlechtlich nicht Definierte der vollkommene Mensch sei.

Details

Für die Gemälde hat der Künstler Fotos von Nachbarn und Freunden verwendet, die er in seinem Atelier posieren ließ. In der Ausstellung ist eine Installation mit bewegten Bildern zu sehen. Hier ein paar „stills“

Die Ausstellung hinterließ mir starke Eindrücke, gerade auch im Vergleich mit zwei anderen, die ich vorgestern beschrieb: die anonymisierten Menschen von Giorgos Avgeros und die Nymphen-Bräute von Panos Kokkalis (https://gerdakazakou.com/2019/11/07/galeriebummel-in-athen-a-akrithakis-g-avgeros-p-kokkalis/).

Charakteristisch scheint mir, dass das zentrale Thema dieser griechischen Künstler, wie schon im Altertum, so auch heute wieder und immer noch ist: Ο ΑΝΘΡΩΠΟΣ / „der Mensch“.

 

 

 

 

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Kleine Dinge ans Licht heben (2). Tägliche Zeichnung (Eichel)

Noch einmal griff ich in die Krimskrams-Box und fischte etwas heraus: eine Eichelhülle (Fruchtbecher) und eine Eichel dazu. Ich zeichnete sie und wurde mir dabei des symbolischen Gehalts bewusst – eine gute Einstimmung in die Ausstellung, die ich heute besuchte und die den Titel „Anima“ trägt. Dazu später.

Bearbeitet sieht die Zeichnung dann zB so aus:

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Kleine Dinge ans Licht heben (drei Zeichnungen)

Heute las ich Geschichten über Dinge, die sich in irgendwelchen Ablagen befinden, kein Mensch weiß mehr, woher und wozu. Ich habe viele Behälter, wo sich Krimskrams angesammelt hat. Einer steht grad vor mir auf dem Schreibtisch. Ich nahm heraus, was sich darin befand, hob es ans Licht und zeichnete es.

 

Hier nun auch noch vier Bearbeitungen, die den Titel rechtfertigen: „Ans Licht heben“.

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Tägliche Zeichnung: Alpenveilchen

Heute habe ich mir einen Topf mit Alpenveilchen geschenkt. Nicht diese kleinen, die in der Natur blühen (Zyklamen), sondern große pompöse mit einem Haufen rosa Blüten und etlichen Knospen, dazu auch ein dichtes Geschiebe von zweifarbigen Laubblättern, aus dem die hohen hohlen Stiele emporwachsen.
Viel zu groß für mein kleines Zeichenblatt natürlich. Also zeichnete ich nur einen Ausschnitt. Anschießend arbeitete ich die Schwarz-weiß-Zeichnung (Kugelschreiber) ein wenig mit dem roten Filzstift nach:

 

Die beiden Zeichnungen verhalten sich beim Bearbeiten recht verschieden. Hier zwei Ergebnisse:

Hier noch mal eine Schwarz-Weiß-Bearbeitung der ersten Zeichnung, mit stärkeren Kontrasten:

 

 

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Galeriebummel in Athen (A. Akrithakis, G. Avgeros, P. Kokkalis)

Heute schaffte ich es, zwei Galerien und einem Museum einen Besuch abzustatten.
Beginnen wir mit dem Benaki-Museum für griechische Kultur in der Vas.Sofias-Allee, wo eine umfangreiche Retrospektive von Alexis Akrithakis (1939-1994) mit dem Titel „Tsiki-Tsiki“ gezeigt wird. Tsiki-tsiki nannte er seine Kunst, und so sieht sie auch aus:  Winzige Striche mit der Feder fügen sich zu einem dichten Feld von nicht immer sinnfreien Mustern. Ein großer Teil seiner Arbeiten ist mit diesen Mustern bedeckt, in die dann oft großflächige starkfarbige Formen einbrechen.

Hier ein Foto des Künstlers

Alexis Akrithakis ist in Deutschland realitiv bekannt, denn er hatte von 1968 bis 1984 seinen Wohnsitz in Berlin, wohin er wegen eines DAAD-Stipendiums gezogen war. 1965 machte er seine erste Einzelausstellung, im gleichen Jahr nahm er auch an der II Internationalen Ausstellung objektiver Poesie und Malerei in Kopenhagen teil ….Aber ich werde jetzt nicht weitere Daten aufzählen, die sowieso gleich wieder vergessen werden. Stattdessen einige meiner leider wenig professionellen Fotos von der Ausstellung (bessere findet man im Netz, zB bei „Athens now“ https://www.culturenow.gr/tsiki-tsiki-alexis-akrithakis-mia-kardia-anamesa-se-veli/.)

 

In der bekannten Athener Galerie Zoumboulaki am Kolonaki-Platz stellt der griechische Künstler Giorgos Avgeros (Jg 1953) aus. Google Earth: Große Landschaften und Stadtansichten werden von allerlei Menschlein bevölkert – gegenwärtigen, künftigen und vergangenen. In der ersten Reihe siehst du eine Gesamtansicht, gefolgt von Detailfotos der Menschlein. Anklage und Ironie. Die Menschlein in ihren jeweiligen Kostümierungen verloren im Nirgendwo.

Eine zweite Werkseinheit zeigt sehr akribisch gezeichnete Menschen, deren Gesichter  verwischt – anonymisiert  – wurden, wie es die Vorschriften über die persönlichen Daten verlangen. Und was bleibt, wenn das Gesicht fehlt? Die äußere Erscheinung, der Typus, das Cliche.

Hier kannst du, wenn du möchtest, ein Foto des Künstlers und einige weitere Arbeiten sehen.

Die Galerie Skoufa, wo ich auch mal ausgestellt habe, steuerte ich ebenfalls an. Dort wird die neueste Arbeit Ny(m)phi des griechischen Künstlers Panos Kokkalis gezeigt. Thematisch bewegt sie sich zwischen der Welt der Nymphi (Nymphe, Naturgeist) und der Nyphi (Braut): die Weiblichkeit zwischen ihrem ursprünglichen Ausdruck und ihrer Verformung durch Heirat, vor allem in der Tradition der arrangierten Ehen und der „brika“ (Mitgift).

Morgen werde ich versuchen, noch ein paar weitere Ausstellungen zu besuchen. Für die „alltägliche Zeichnung“ hatte ich heute leider keine Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zwei mal Obstteller: Granatäpfel, Weintrauben und Pampelmuse

Am Nachmittag machte ich noch zwei Zeichnungen von den Granatäpfeln, doch diesmal ordnete ich ihnen eine Grapefruit (gelborange) und ein paar Weintrauben zu (Sorte „fraules“ = Erdbeeren).

Schwarz-weiß bearbeitet

farbverstärkt und bearbeitet. Hier sieht man wieder gut, wie sich das Licht (Tageslicht) auf die fotografierte Zeichnung auswirkt. Die rechte Seite der Zeichnung ist stärker beleuchtet als die linke.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tägliche Zeichnung: Granatäpfel, Vase auf Balkon, später Vormittag.

Vormittags ist unser vorderer Balkon sonnig, also nutzte ich die Stunde und zeichnete dasselbe Motiv wie gestern nachmittag, freilich in einem ganz anderen Kontext und Ausschnitt der Realität. Den runden Schatten vorn: den werfe ich.

Ich formte es dann in eine Art Druckgraphik um:

 

 

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Tägliche Zeichnung: Rote Granatäpfel

Drei große rote Granatäpfel pflückte ich vom Baum im Mani-Garten und nahm sie mit nach Athen. Heute legte ich sie vor mich auf den Balkontisch, stellte dazu auch eine Vase und machte eine Zeichnung mit schwarzem Kugelschreiber.

Doch wie schon gestern bei der Feuerwanze, reizte es mich, den Granatäpfeln ihre „Lokalfarbe“ zu geben – also rot. Ich nahm den dünnen roten Filzstift und überarbeitete die Zeichnung.

Original-Zeichnung, Tageslicht-Foto

Nun machte ich mich ans digitale Überarbeiten. Bei der Schwarz-Weiß-Zeichnung konnte ich die Farben, die beim Fotografieren entstehen, nicht nur verstärken, ich konnte sie auch verschieben, wie es mir beliebte. Hier zwei Beispiele:

Bei der zweiten Zeichnung konnte die Farbe nur verstärken oder abschwächen, sofern mir am Rot der Granatäpfel gelegen war. Eine gewisse Variationsbreite blieb mir durchs Fotografieren: bei Tageslicht erscheinen die Farben ja anders als unter der Lampe.

Lampenlicht von rechts, farbverstärkt

 

 

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