Reise nach Salerno (1): Neues Leben

In Salerno, südlich von Neapel gelegen, 130 000 Einwohner, stehen umbauter Raum und Grün in recht harmonischem Verhältnis zueinander. Im Mittelalter war die Stadt berühmt für ihre medizinische Fakultät und ihre wasserreichen Gärten, in denen eine Vielzahl von Heilkräutern gezogen wurden. An diese Vergangenheit knüpft sie selbstbewusst an: „Es kommt nicht drauf an, das Vergangene zu bewahren, sondern deine Hoffnungen zu realisieren. Adorno“ verkündet eine riesige Inschrift in der Nähe des Domplatzes.

Wir nehmen Quartier in einer renovierten Mansarde über der Stadt, zu erreichen über schier endlose Treppen …

… davon allein 60 steile Stufen im Haus selbst. Uff! Doch die Aussicht durch die großen Klappfenster wird mich in den nächsten Tagen reichlich für die Mühe belohnen.

Gleich neben unserem Quartier befindet sich eine kleine Oase: die „Gärten der Minerva“ – sorgfältig  gestaltete Terrassen-Beete mit den Pflanzen und Pflänzchen der Region, durchplätschert von Wasser aus schönen Brunnen, überschattet von großen Bäumen.

Hier finde ich erstmals Zeit, Ruhe und Kühle, um ein wenig zu zeichnen.

Eine andere Oase ist der schön gestaltete Park bei der Oper in der Nähe des Hafens. Zauberhaft der alte, wohlgepflegte Baumbestand und die Durchblicke auf Skulpturen und das Opernhaus…

… doch am meisten bezaubert mich eine Skulptur aus einem abgestorbenen, noch im Boden verwurzelten Baumstamm, die den schönen Titel „Neues Leben“ trägt. (Alle Fotos lasen sich durch Anklicken vergrößert anschauen)

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Reise nach Neapel (3): Paestum. Raum- und Zeitgefühl

Campania heißt die Region im südwestlichen Italien, dessen Verwaltungszentrum Neapel ist. Sie gehört zur „Magna Grecia“. Das Gebiet wurde seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert von Griechen kolonialisiert. Neapel (Napoli) selbst ist eine griechische Gründung, wie der Name verrät: Neapolis heißt „neue Stadt“.

Hier wie auch im übrigen Magna Grecia triffst du auf Spuren der Städte-gründenden Griechen, der Normannen, der Mauren, der Schwaben, der Spanier, der Franzosen  und anderer Neusiedler, legaler Herrscher und Okkupanten.  Mit beachtlicher Leichtigkeit und Eleganz inkorporierte die Bevölkerung all diese fremden Einflüsse und formte daraus ein Neues, Unverwechselbares, ganz und gar Eigenes.

Paestum ist noch heute als griechische Gründung zu erkennen. Ein MUSS für die Bildungsreisenden des 18. und 19. Jahrhunderts war der Besuch der mächtigen Tempel, die den griechischen Göttinnen und Göttern Hera, Athene, Zeus oder vielleicht auch Poseidon gewidmet waren und die seit dem  6.-5. vorchristlichen Jahrhundert aufrecht im nun verlassenen und zunehmend verödenden Gelände der einstmals bedeutenden Stadt standen.

 

Anders als im wasserreichen Tempeltal von Agrigent auf Sizilien wachsen hier nur wenige große Bäume, blühende Oleander und Kräuter. So ergibt sich ein gradezu „klassisches“ Raumgefühl – das freilich – historisch betrachtet – ebenso täuschend ist wie die rote Farbschwingung an Pompejis Wänden. Denn ganz anders als es der heutige Eindruck vermittelt, lebten die Griechen in ihrer einstmals großen Stadt. Menschengewimmel, Kaufleute, Handwerker, Pferdegetrappel und Hundegebell,  Geschäftigkeit, Farbenpracht – so seid ihr hin?

Heute herrschen klassische Ruhe, Hitze, Kräuterduft, und du suchst den Schatten der wenigen Bäume, schreitest wohl auch die Säulenreihen der schweigenden Tempel ab, deren Dächer und ummauerte Kammern mitsamt den Götterstatuen verschwunden sind. Vielleicht möchtest du auch die Tempel zuordnen, wissen, welcher der Hera, welcher dem Zeus bestimmt war, welche Stilrichtung  herrschte – dorisch oder ionisch vielleicht? – oder du sinnst nach über das halbe Rund, das einmal ein Theater war, in dem Tiere und Gladiatoren kämpfen mussten (das war nach der griechischen Zeit, die im 4. vorchristlichen Jahrhundert endete …)

 

Du drehst vielleicht noch eine Runde durch den Museumsbau, um die Metopen der Tempel, Skulpturen von Zeus und lieblichen Jünglingen, steinzeitliche Werkzeuge, Äxte und Göttinnen-Idole aus der Bronzezeit, Knochen in Höhlen und spätgriechische Kultvasen zu beschauen und dich informieren zu lassen, wo die Küstenlinie während des Holozens verlief und wie die Bevölkerung vor 40 000 Jahren auf die Eiszeit reagierte. Unmöglich, sich durch die Artefakte, die durchaus liebevoll präsentiert werden, dem Raum- und Lebensgefühl derer zu nähern, die einst, getrennt durch Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende dieselbe Gegend bewohnten. Alles verschmilzt zu einem Surrounding, und in Erinnerung bleibt vor allem das Raumgefühl, das durch das Museum selbst erzeugt wird, während sich das Zeitgefühl im Nebel der Jahrtausende auflöst.

 

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Reise nach Neapel (2): Verdichtung, Ballung.

Als wir, vom Bahnhof kommend uns der Altstadt von Neapel näherten und diese durchquerten, um auf der anderen Seite Quartier zu beziehen, empfand ich stark, was es mit dem Wort Verdichtung auf sich hat. Am ausgefransten Rande mischen sich Bebauung und verwilderte Natur noch weitflächig und chaotisch, doch allmählich reduziert sich die sichtbare Natur. Häuser, Straßen, Autos – und ein paar kümmerliche Palmen, Benjamins und andere trockenbeständige Pflänzlein, die vergessen auf Bürgersteigen herumstehen wie sonst nur in schlecht geführten Büros.

Im Zentrum sind dann Natur und Technik (Menschengemachtes) fast völlig segregiert. In die Straßenschluchten sickert nur das Licht des Himmels, während der unaufhaltsame Strom der Autos über das Straßenpflaster dröhnt und verstärkt von den Hauswänden zurückgeworfen wird. Dies mein erster Eindruck von Neapel.

 

Segregiert, sage ich, seien Natur und Menschengemachtes, denn natürlich gibt es die Natur, aber sie ist aus dem vielräumigen vielgestaltigen Gehäuse der Stadt weitgehend ausgesperrt. Am stärksten macht sich Mutter All-Natur als Meer bemerkbar, das, wenn auch durch große eckige Betonboller am Vordringen gehindert, meinen Blick in seine Weite mitnimmt. Junge Leute haben ihren Spaß am städtischen Nicht-Strand.

 

Dann auch der Himmel, gelegentlich durch Drähte in unregelmäßige geometrische Flächen aufgeteilt, der die Straßen mit seinem Licht flutet.

 

Und schließlich die Parks, in denen sich die Fruchtbarkeit der Erde und das wachstumsfördernde Klima in riesigen Bäumen Ausdruck verleihen können. Doch das sah ich erst am dritten Tag.

 

Am zweiten Tag, auf der Fahrt nach Herkulanum – es war ein Sonntag -, sah ich dann auch, was es mit dem Ausdruck „Ballungsraum“ auf sich hat. Neapel hat ca 4 Millionen Einwohner. Um die unterzubringen, ist das ebene Umland über -zig Kilometer zersiedelt, manchmal ballen sich die Siedlungen zu Kleinstädten zusammen, dann wieder gibt es verwahrloste Leerflächen, Fabrikhallen und riesige Docks, die jeden Zugang zum Meer verstellen. Um dieses zu erreichen und die Familie am Strand auszuladen, rollen in ununterbrochenen Kolonnen Klein- und Mittelwagen gen Süden, während ebenso viele in Kiefernwälder, auf Wiesen und an Wegrändern das Sonnenlicht reflektierend abgestellt werden. Kind und Kegel, Sonnenschirme und Plastikboote, Eimerchen und Sonnenmilch – ein kurzes Badevergnügen an einem der „Lidos“, vielleicht auch ein Eis, ein Picknick, eine Pizza, und zurück geht es aus der Dichte der Strand-Leiber im endlosen Strom der Autos, zurück in die quirlige, laute, schön-hässliche steinerne Stadt.

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Nachtrag zum pompejanischen Rot

Viele schöne persönliche, tief empfundene Kommentare habt ihr dem Rot von Pompeji gewidmet. Anstatt sie einzeln zu beantworten, schreibe ich besser einen Nachtrag, der für alle sichtbar ist:

Babsi, du wunderst dich über die Haltbarkeit der Farben, und tatsächlich sind sie von einer erstaunlichen Leuchtkraft, dabei innig, einhüllend und zart. Die Antwort findest du weiter unten.  Der große Brand hat die Farben zum Leuchten gebracht!

Gann Uma, du fragst dich, ob es eine frühe spirituelle Bedeutung des Rot gab, die „sich  langsam verabschiedet hat. Ins Unreine asssoziiert“. Ich vermute, du meinst damit die erotische Assoziation, die ja auch in Pompeji direkt evoziert wird? Rotlicht-Quartier? Eros war freilich der höchste Gott, bevor er von anderen Göttern abgelöst wurde. Amor omnia vincit. Heilig ist der Geschlechtsakt, da er das Mysterium des Lebens weiterträgt.

Das schwingt auch in deinemKommentar mit, Petra: „Hier geht’s ums Ganze!“ – und eben nicht nur ums krass Geschlechtliche. „Da ist etwas Durchscheinendes, Transparenz und Spirituelles dabei, Lebendigkeit, leidenschaftliche Begeisterung, lichtvoll, mutmachend, Urvertrauen schaffend…“ Vielleicht ist es das rot schwingende Ja zum Lebendigen, das dem Weiß und Schwarz des Todes Widerpart bietet?

Meinst du dies, Ulli, wenn du das Rot an Hauswänden als erfrischend, belebend empfindest? Es heißt, es könne böse Geister vertreiben (Feng Shui). Was bedeutet das anderes, als dass dies Rot dem Leben zugewandt macht? Wer dem Leben zugewandt ist, braucht böse Geister (Depression, Neid, Gier, Missgunst) nicht zu fürchten.

Bruni, du assoziierst Terrakottarot – rötlichen Ton aus der Provence, und fragst dich, was dem leuchtenderen Rot wohl beigemischt worden sei? Vielleicht Purpur von Schnecken? Auch du, Gerhard, wüsstest gern „woraus dieses Rot gewonnen wurde“.

Ja, woraus? Ich habe ein bisschen recherchiert, denn natürlich will auch ich wissen, wie Natur und Menschenwerk zusammenwirken in der Herstellung dieser besonderen Farbe. Da ist zum einen die Natur, die uns „Terra di Siena natur“ – eine gelbliche Tonerde – zur Verfügung stellt. Sie besteht hauptsächlich aus Eisenoxiden und Silikaten. Damit sie rot wird, braucht es die menschliche Intervention: Beim Brennen  verliert Terra di Siena Wasser und es bildet sich rötlicher Hämatit.

Tanja im Norden erinnert sich an ein nachgebautes Haus aus Pompeji und fragt sich, wie gut der Farbton wohl getroffen wurde.  – Heute produziert man pompejanisches Rot synthetisch – aber ach, die besondere Farbigkeit, die durch Körnigkeit und Begleitmaterialien entsteht, kann man so natürlich kaum erzeugen. Es kommt also drauf an, ob bei dem nachgebauten Haus die alte Verfahrensweise angewendet wurde.

Hauswand in Neapel

Karin, du empfindest das „glühende Vulkanrot in all seinen Schattierungen“  durchaus nicht als bedrohlich, sondern als warm umhüllend. Wie recht du hast mit dem „glühenden Vulkanrot“!  Denn ich fand auf einer klugen website Überraschendes, das zugleich auch eure Frage, Bruni und Myriade, beantwortet, ob es denn überhaupt nur eine Farbe sei.

Ursprünglich glaubte man, dass es sich bei all den Rotschattierungen in Pompeji und Herkulanum um ein und dieselbe Farbe handele. Doch inzwischen weiß man, dass es  in den weitaus meisten Fällen kein Rot, sondern ein Gelb war!!! Erst durch die beim Vulkanausbruch erzeugte Hitze wurde das gelbe Pigment Terra di Siena natur zum roten Eisenoxyd! Der Tod bringende Lava-Brand hat den gelb-ockrigen Lehm in das leuchtende Rot des Vertrauens, der Liebe verwandelt. Mysterium der Transformation.

Mächtige Naturkräfte waren es also, die das vom Menschen Geschaffene noch einmal überformten und eine Wirkung hervorbrachten, vor der wir heute staunend und andächtig stehen. Eine Rotschwingung, in die wir, wie du, Sonia, anrätst, lange und tief atmend mit Seelenflügeln fliegen sollten…

Ganz prosaisch möchte ich nun das Rot-Kapitel mit einer weiteren Entdeckung abschließen: die mystische Wirkung des Rot ist durchaus an die Wände gebunden, an denen es sich nach dem gewaltigen Brand über zwei Jahrtausende erhalten hat. Wenn du dasselbe Rot auf andere Gegenstände überträgst, bleibt von der Wirkung nichts erhalten.

Hier mein“Beweis“: Ich habe eine pompejische Pflanzen-Säule ins Foto einer Neapel-Szene einmontiert und die Farbe mechanisch übertragen: aus zwei mach eins.

plus  macht 

Hier habe ich zwei andere Szenen kombiniert und das unterschiedlich abgeschattete Rot sowie die anderen Farben des Wandgemäldes aufs Foto des modernen Neapel übertragen. Was bleibt?

 

 

 

 

 

 

 

 

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Reise nach Neapel. Gedankensplitter und Bilder (1) Das Rot von Pompeji

Kurz vor meiner Abreise nach Neapel fand ich einen Angelpunkt, um nicht hilflos im Meer neuer Bilder und Eindrücke zu treiben. Meine Gedanken dazu habe ich hier kurz notiert: https://gerdakazakou.com/2018/07/01/natur-technik-eine-natur-gedanken-und-au-revoir/

Technik und Natur bilden überall, wo Menschen leben, ein untrennbar mit einander verwobenes Ganzes – so sagte ich mir. Dieses Ganze ist das bewegliche, veränderliche, und für verschiedene Zeiten und Orte charakteristische Lebensumfeld des Menschen.

Das Wort ΤΕΧΝΗ (Techni) bedeutet im Griechischen Handwerk. Wenn ich von Technik spreche, so meine ich es in diesem Sinne des Eingreifens und Umgestaltens der natürlichen Gegebenheiten durch den Menschen.

Wie würde sich mir das besondere Verhältnis von Natur und Technik wohl in Neapel darstellen? Das war mein Leitgedanke bei Antritt der Reise, und an ihm  will ich mich auch in meinen Erinnerungen entlanghangeln.

Heute beginne ich mit etwas Einfachem, denn ich bin erst heute von der Reise zurück und dem Komplexeren noch nicht gewachsen.

Das Rot von Pompeji und Herkulanum (eigene Fotografien. Es ist übrigens eben das Rot der Blüte, mit dem ich den Juli begrüßt hatte.)

In gesteigerter Form findet es sich in sehr vielen Wandgemälden der beiden im Jahre 79 n.Chr. vom Vesuv verschütteten antiken Städte. Was war das für ein Rot? Welches Gefühl vermittelte es wohl denen, die in diesen Räumen lebten? Warum bevorzugten sie es? Und was löst es bei dir aus?

 

 

 

 

 

 

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Bankbewohner

In euren Augen nicht so hübsch vielleicht wie die Haubentaucher, die Linsenfutter ablichtete, aber in den Augen der Eltern Holzbienen dürfte es sich um eine durchaus ebenbürtige prächtige Brut handeln. Ich habe sie frecherweise per Zoom und Flash vorzeitig und ohne ihre Einwilligung ans Licht der Weltöffentlichkeit gezogen. Denn ich bin weggefahren und habe keine Gelegenheit mehr, ihre Geburt weiter zu verfolgen.

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Adieu, Juni! Sei mir willkommen, Juli!

Viel erquicklichen Regen brachte uns der Juni. In den letzten Tagen strahlt der Himmel wieder im schönsten Blau. Beides war und ist willkommen. Allen eine schöne Sommerszeit!

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Natur + Technik = eine Natur. (Gedanken und Au revoir!)

Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Miteinander von natürlichen und technischen Objekten, die gemeinsam mein Lebensumfeld ausmachen. Es begann mit dem „Alphabet der Materialien“ (wird fortgesetzt) und mit dem Abzeichnen von Natur- und Kunstobjekten aus aller Welt. Seit gestern ahne ich, wohin ich damit will. Geholfen haben zwei Kommentare zu Natur- und Technik-Lineament : „Interessant, wie alles miteinander verwächst und eins wird…“ (Lu Finbarsgift) und „Bist du da dem Neuen, nach dem du gesucht hast, auf der Spur?“ (Susanne Haun).

„Vielleicht“, antwortete ich zögernd auf Susannes Frage. „Jedenfalls beschäftigt mich diese „eine Natur“ aus Natur und Technik, in der wir leben, die uns umgibt und prägt. Die sogar in uns hineingewachsen ist. (Ich höre, sehe, beiße, bewege mich fort, kommuniziere, halte mich warm oder kühle mich…. mithilfe technischer „Verstärkung“ meiner natürlichen Ausstattung). Es ist ein Thema.“

Technik und Kultur bilden überall, wo Menschen leben, „eine Natur“. So manche versuchen, die menschengemachten „Störungen“ im Foto auszublenden oder zu vertuschen, um die Illusion der reinen Natur herzustellen. Ich möchte nun genau das Gegenteil tun: meine Aufmerksamkeit will ich konzentrieren auf die je besondere Verwobenheit dieser beiden so verschiedenen Quellen unseres Lebens.  Meine Absicht ist dabei nicht kritisch, sondern sachlich-wahrnehmend. Wie ich daraus Kunst machen kann? Man wird sehen.

Morgen reise ich aus der Mani ab nach Athen, und übermorgen fliege ich für eine Woche nach Neapel. An Anschauungsmaterial wird es nicht fehlen. Bis bald!

 

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Natur- und Technik-Lineament. Digitale Spielereien fortgesetzt

Gann Uma schrieb zu meinem letzten Beitrag einen Kommentar, der mich aufhorchen ließ: „Ich finde es interessant, wie das Auto die organischen Formen einbindet“. Ich war sofort hellwach: Hatte ich nicht auch in meinen Zeichnungen immer wieder natürliche mit menschengemachten Objekten zusammengestellt? Also nahm ich mein Foto No 1 erneut zur Hand und machte  eine zweite Version des Ausschneidens. Anstatt nur die dominanten „Naturlinien“ zu berücksichtigen, ließ ich nun auch die „Techniklinien“ zu Worte kommen: Auto, Mauer, Pflasterung, Überdachung.

Das hybride Liniengeflecht von Natur und Technik hat ganz andere Qualitäten als das reine Astwerk. Mit allerlei Farb-Experimenten lotete ich das neue viel komplexere Lineament aus. Wenn du die Bilder anklickst, siehst du sie größer.

 

 

 

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Naturlinien und digitale Spielereien

Die Natur stellt uns großzügig jede Art von Linien zur Verfügung, die es wert sind, beachtet zu werden.  Ich habe ein paar einfache Lineamente fotografiert, um sie elektronisch auszuschneiden. Dabei ging es mir auch um die Beobachtung, wie sich die Dreidimensionalität verliert, sobald keine Gegenstände mehr zu erkennen sind. Ein Foto ist ja zweidimensional und wirkt auf uns nur deshalb dreidimensional, weil wir die Formen entsprechend unseren Seh-Erfahrungen ergänzen. Fehlen gegenständliche Hinweise, sehen wir eher flächig.

Die Leerflächen kann man leicht mit Farben füllen.

Du möchtest die Richtung ändern? Du ziehst es schwarz-weiß vor? Du siehst neue Gestalten sich entwickeln? Nur zu, spiel nach Herzenslust!

Und noch eine Reihe: Fotografieren, ausschneiden, drehen, Flächen farbig füllen oder als Schwarz-Weiß-Lineament stehen lassen.

Zum Abschluss ein Schattenbild:

 

 

 

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