Prinkipissa – was ist aus ihr geworden? Ein Zwischenbericht.

Prinkipissa kommt weiterhin täglich zu Besuch, um zu futtern. Sie ist rund geworden, aber immer noch sehr scheu. Anfassen lässt sie sich nicht. Doch erscheint sie zu bestimmten Zeiten an der Tür, manchmal legt sie sich auch auf die Matte und schließt die Augen. Oder sie kommt, weil wir nicht sofort zu Deiensten sind, ein paar Schritte in den Flur. Das sind ihre deutlichsten Vertrauensbeweise. Zu mehr reicht es nicht.

Ihr erinnert euch vielleicht an das Drama des Sommers, hier, und hier.  Erst bekam Prinkίpissa (oder auch Pinkipέssa – Prinzessin) drei Junge. Die drei verschwanden, sie wurde erneut schwanger und brachte sechs Junge zur Welt. Eines Morgens fand ich fünf tot im Hof – ermordet. Ein Junges fand ich nicht – Paulinchen. Sie tauchte später zu meiner großen Freude wieder auf. Doch dann mussten wir nach Athen. Die Nachbarn fütterten, Mutter und Kind seien am Tag vor unserer Ankunft wohlauf gewesen, versichern sie. Aber wir sahen Paulinchen nie wieder. Immer noch habe ich eine klitzekleine Hoffnung, dass sie anderswo überlebt hat. Denn ich hatte sie sehr lieb gewonnen, hatte ihren winzigen Körper vorsichtig gestreichelt und die leichten Knochen unter dem warmen Fell gespürt.

Prinkipissa ist uns geblieben, immerhin. Ab und an kommt ein weißer Kater mit abgebissenem Ohr oder auch ein mächtig dicker Kater mit schön gemustertem Plüschfell vorbei, um ebenfalls zu fressen. Prinkipissa mag das nicht. Sie verzieht sich dann. Und wir verjagen die Herren Kater, damit sie zurückkommt.

 

 

 

Veröffentlicht unter Dora, events, Fotocollage, Leben, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , | 12 Kommentare

Großer Rundgang mit Dora und täglichem Zeichnen

Berghoch, bergrunter, hinunter zum Meer nach Akrogiali und hinauf durch die Felder…. Ein strahlender Tag, wie jedes Jahr zu den Alkyoniden. Es sind Frühlingstage im tiefsten Winter, ausgespart, damit der Alkyon (Eisvogel) brüten kann.

In Akrogiali wanderten, standen und saßen außer mir noch andere einsame Gestalten herum, Auch eine Familie sah ich: glücklich schleppte der kleine Sohn ein großes Stück Schwemmholz ab, die Mama schleppte ein noch größeres. „Glück auf“ wünschte ich, als seien sie Grubenarbeiter, und setzte mich auf die Mole, um zu zeichnen. Vor mir lag die Häuserzeile des Dorfes im Sonnenglanz.

und als Foto.

Der hässliche halbfertige Neubau stammt vermutlich aus den Jahren der Junta (Diktatur 1967-74), als man es mit den Baugesetzen noch weniger streng nahm als heute. Da illegal, wurde er zwar gestoppt, aber nie abgerissen. Geht man unten auf der Strandstraße, bemerkt man nichts von diesen groben Bausünden.

Dora gefällt es spazierenzugehen. Sie ist dann immer bereit zu kleinen Späßen, um mich aufzuheitern. Hier präsentiert sie ihre Künste auf einem Schattenbogen, den eine Absperrung am Bürgersteig gegen eine weiße Hauswand wirft.

Wir spazierten auch zum „Verschönerungsverein“, der mit einer neuen Wandmalerei aufwartete.

Dann aber begann der Anstieg, über ungebahnte Wege durch Olivenhaine hinauf.  Von all dem Schönen, das mir begegnete, möchte ich jedenfalls die wilden Schwertlilien (Iris) erwähnen, die wundersamerweise an einer feuchten Stelle blühten.

Unerwähnt bleiben soll auch der Sonnenuntergang nicht – dieses Hochereignis, das den Tag beschließt,

während der halbe Mond schon am Himmel steht und die Schneeberge in der Ferne im letzten Licht aufglühen.

Veröffentlicht unter Dora, Fotocollage, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Natur, Zeichnung, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 11 Kommentare

Dora zum Vierzehnten: Für Lu und sein Mütterchen

„Lu hat großen Kummer, Dora. Schau mal hier, sein Gedicht vom Rotkehlchen. Seine Mutter liegt  im Sterben, Willst du ihm nicht ein wenig Trost schenken?“

Dora denkt ein wenig nach und beginnt dann bedächtig, mit Maries nun farbigen Schnipseln ein Bild zu legen.

„Ich glaube, ich sollte doch auch mit aufs Bild,“ murmelt Dora und ergänzt es mit einem Bötchen. Ich lächele. Sie muss doch überall ihre heitere Unterschrift hinterlassen.

„Und du, was schenkst du dem Lu, um ihn zu trösten?“ fragt mich Dora. Ich? Ich weiß nichts. Gibt es da einen Trost? Doch durch den Sinn geht mir das Lied vom Waldvögelein, das die ganze Winternacht über singt. Ich liebe es sehr.

Veröffentlicht unter Allgemein, Dora, Leben, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , | 16 Kommentare

Dora zum Dreizehnten: Sand im Sandovatal

Der Sandova ist ein Trockenfluss, der nur manchmal, bei Schneeschmelze oder starkem Regen, Wasser führt. Dann freilich ist er gefährlich, und du tust gut daran, dich nicht in der Schlucht mit den steilen Wänden aufzuhalten, durch die er sich zwängt, bevor er das Tal mit den Oliven erreicht und im Meer mündet.

Am langen Strand der Sandova-Bucht gehe ich oft spazieren, und auch heute sammelte ich dort Holz für den Kamin. Doch vorher besuchte ich das Flussbett, um nach seinem Zustand zu schauen. Und so fand ich die schönsten Muster im frischen Flusssand.

Die Sonne stand schon ziemlich tief, so dass die Muster plastisch hervortraten. Teilweise war der Sand feucht, an anderen Stellen getrocknet. Auch hatten sich verschiedene Sande zu zweifarbigen Mustern zusammengefügt. Ich machte sehr viele Aufnahmen. Aber wie soll ich sie präsentieren? Ich habe kaum noch freie bits und muss die Bilder stark verkleinern, um sie überhaupt zeigen zu können.

Vielleicht hilft es, wenn ich erst ganze Fotos und darunter  Bildausschnitte zeige, damit auch die feinen Strukturen, Spuren und winzigen Pflanzen sichtbar werden?

Und der runde Stein, den ich dir geschenkt habe? fragt Dora. Ist der etwa nicht schön?

Ja, sicher, der ist auch schön, liebe Dora. Und die Schneeberge im Sonnenglanz und die Rizinusbüsche und die alleinstehende Platane und die Pfützen, in denen wir uns spiegelten. Alles ist schön, liebe Dora. Alles.

Schatten-Selfie

Schneegebirge in der Abendsonne, herangezoomt

Veröffentlicht unter Dora, Erziehung, Fotocollage, Fotografie, kleine Beobachtungen, Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

Notizen einer Ungeimpften (abc-etüde in Prosa)

Notizen in gewöhnlicher Prosa, mit Ludwig Zeidlers Wörtern zu Christianes abc-etüden.

Neujahrs-Karikatur in der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“

Täglich durchforste ich die Meldungen über die Impfpflicht. Wir hier haben eine für über 60Jährige. Ab 16. Januar werde ich eine monatliche Strafgebühr von 100 E bezahlen müssen, da ich nicht vorhabe, mich am laufenden pharmazeutischen Experiment zu beteiligen. Die erste Dosis ist nur 50 E (wie großzügig!), weil der halbe Monat schon rum ist. Ab 1. Februar sind auch die Nicht-Geboosterten Ungeimpfte.

Täglich lese ich, wie die Stimmung in anderen Ländern ist.  Spanien will Corona zur Endemie ähnlich der Grippe herunterstufen – ein Hoffnungsschimmer. In Österreich ist der Widerstand gegen die Impfpflicht ungebrochen – ein Lichtblick.  Mit besonderer Freude verfolge ich die Spaziergänge in Deutschland. Ich gehe auch täglich spazieren – freilich allein.

Ach, wäre endlich dieser Spuk vorbei! Könnten wir endlich wieder frei atmen! Heute trage ich im Supermarkt keine der selbstgenähten Masken, denn auch hier ist nun die TPP-Maske Vorschrift. Mit dem Atmen geht es nicht gut, und so tausche ich sie heimlich gegen eine aus Stoff aus, hoffend, dass das Personal anderes zu tun hat, als sich mit meiner Maske zu befassen.

Später fahre ich bei einer Garküche vorbei, gehe sogar kurz rein, um Maria zu umarmen. Wir freuen uns, uns zu sehen. „Und?“ frage ich, „setzt du dich manchmal hin?“ Sie lacht bitter. Sie ist ungeimpft wie ich, und darf das Geschäft zwar führen, aber sich hinsetzen, um etwas zu essen oder zu trinken, das darf sie nicht. Auch draußen nicht, wo ja jetzt, bei der Kälte, eh niemand sitzt.  Ich gehe gleich wieder raus, nehme das bezahlte Essen an der Tür entgegen, denn unverzeihlich wäre es, wenn sie meinetwegen eine Strafe aufgebrummt bekäme. Sowieso kommt sie grad so durch. Die Stromkosten haben sich seit dem letzten Jahr verdreifacht, die Fleischpreise im Einkauf verdoppelt, und sie hat drei Kinder zu versorgen.

295 Wörter

Veröffentlicht unter abc etüden, Alltag, Ökonomie, Erziehung, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Politik, Psyche, schreiben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 18 Kommentare

Runde weiße Vase (Tägliches Zeichnen)

Ohne Flaschen, stattdessen mit einer kleinen runden Vase. Schneckenhaus und Apfel liegen, wo sie lagen, und ein Kaffeebecher ist auch wieder dabei. Es ist ein großer Block, und ich habe viel zu stricheln..

Ich fotografiere das Motiv und probiere viele Filter und Überblendungen aus.

Zwei Beispiele mit Filtern und farbverstärkt-farbverschoben

Eine Überbendung mit dem Foto

Und ich? fragt Dora. Einmal mit Dora. Und nun:  Gute Nacht!

Veröffentlicht unter Collage, Dora, elektronische Spielereien, Fotocollage, Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 5 Kommentare

Spaziergang nach Akrogiali, mit Dora

Zum Glück ist Dora putzmunter, als ich zu einem Spaziergang aufbreche. Kalt ist es, und das Meer von einem eisigen Blau, das gegen den Horizont hin schwarz wird. Auf den Gipfeln des Taygetos liegt dicker Schnee, der aufleuchtet, wenn die Sonne durchkommt. Ich wandere beglückt bis zum Nachbardorf Akrogiali, um Schafskäse und Brot zu kaufen und unterwegs all die kleinen und großen Köstlichkeiten einzusammeln, die Dora mir präsentiert:

Die Blaus des Meeres, des Gebirges und des Himmels …

das Rot einer Hibiskusblüte, die sich vor dem Kramladen öffnet …

das elegante Violett und das zuckersüße Rosa der Vollerblühten (das Rosa erinnert mich an Myriades rosa Mama) ….

die stachelbewehrten Äste eines mimosenartigen Busches und die Schilfpinsel im leichten Wind …

ein Pestwurz (oder Huflattich?), der sich eine Margarete hinters Ohr gesteckt hat, und – ja, warum nicht? – ein Pilz, in dessen regengetrübtem Auge ein Blütenblättchen schwimmt.

All das und weit mehr wurde mir auf einem einzigen Spaziergang geschenkt. Schafskäse vom Fass und frisches Brot gabs auch.

Dora präsentiert die Hibiskusblüten vor dem Kramladen

 

Veröffentlicht unter Commedia dell'Arte, Dora, Fotocollage, Fotografie, Leben, Natur, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 10 Kommentare

Dora zum Zwölften: Sie ruht im Schatten des Apfels

Ich nehme den großen Block und mache noch eine nächtliche Zeichnung von den Flaschen etc, die sich auf dem Couchtisch neben dem Kamin tummeln.

Dora hüpft mir von der Schulter, um sich zwischen Apfel und Schneckenhaus vom Tanzen und Geschenkeverteilen auszuruhen.

Hier mit Foto-Überblendung:

Bald breche ich nach Kalamata auf. Ich hoffe sehr, dass sie dann wieder munter ist und mich begleitet. Ohne sie ist mir das Leben zu dürftig.

Veröffentlicht unter Collage, Dora, Fotocollage, Kunst, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Dora zum Elften: Berge, Kumquat und ein Stück Regenbogen.

Auch bei uns ist es recht kalt geworden. Auf dem Vorgebirge liegt ein wenig Schnee – was sehr selten vorkommt. Die Luft ist frisch und vom nächtlichen Regen mit Feuchtigkeit gesättigt. Die Natur atmet tief durch – und ich tue es ihr nach.

Ich gehe die Straße zum Nachbardorf hinauf, um mir ein paar Kumquat-Früchte aus Nachbars Garten zu pflücken. Ihr Baum ist übervoll mit diesen wunderbaren goldgelben Früchten behangen, während mein im Vorjahr gepflanztes Bäumchen zwar die Hitzezeit gut überstanden hat, aber ein wenig vor sich hinkümmert. Seine drei Früchte sind noch grün.

Immer pflücke ich mir drei Früchte für den Heimweg. Ich darf das. Welche nehme ich denn heute? Eine ist schöner als die andere.

Später nieselt es. „Och, schade“, sage ich zu Dora.  „Es war grad so schön.“ Schwupps hellt es sich wieder auf. Um meine Freude voll zu machen, sprayt Dora noch ein Stück Regenbogen an den Himmel.

Veröffentlicht unter Allgemein, Collage, Dora, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , | 19 Kommentare

Schilfwurzel (tägliches Zeichnen, Fotografie)

Wenn man in einem depressiven Loch zu versinken droht, tut man gut daran, sich eine Schilfwurzel vorzuknöpfen und sich an ihr herauszuziehen. Das habe ich auch früher schon getan, zB hier, denn die urigen Formen dieser Wurzeln sind ausgezeichnete Anreger für Fantasie und Humor.  Diese große Wurzel, die ich gestern vom Strand mitbrachte, zeichnete ich heute vormittag in einem großen Block:

Ein bisschen mühsam war es schon, die schwere Wurzel ruhig zu halten und gleichzeitig mit der anderen Hand zu zeichnen.

Auf dem Wäscheständer trafen sich dann beide – Original und Zeichnung – zu einer Fotosession.

auf

 

Veröffentlicht unter Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare