(Oster-) Montag ist Fototermin

… und eine Gelegenheit, noch ein wenig im Österlichen zu schwelgen. Osterlamm (Schaf) schmausen und Tanzenden zuschauen bei Freunden auf dem Dorf, Tito in Nöten (er zittert bei dem Krach und Krachen, die das österliche Ritual begleiten). Ich machte mit ihm einen großen Spaziergang auf Feldwegen durch Olivenhaine.

Osterdeko im Haus (das Hasenpaar steht dort immer, wartet auf seinen Einsatz). Die Eier sind ein Geschenk, mit Essig gefärbt. Muscheln dienen als Eierbecher. Die Karfreitagskerze mit Tropfschutz aus Pappe schenkten uns die Mönche. Pampelmusen und Kiwis stammen aus Nachbarsgärten. Nur die Orangen habe ich im Supermarkt gekauft (für Orangensaft).

In der Schlucht hinter unserem Haus fand ich beim Osterspaziergang zwei zauberhafte Orangenbäume, ihre Früchte hingen im Schatten, und im Licht öffneten sich die neuen Blüten und verströmten ihren Duft. Ein Zitronenbaum ließ ein paar seiner Früchte fallen. Niemand wird diese Bäume abernten.

Im Garten übertrifft der rote Rosenstrauch sich selbst, 25 Blüten habe ich gezählt. Im Vorjahr waren es höchstens drei Blüten gleichzeitig. Der weiße, duftende Rosenstrauch beginnt nun auch, zahllose Blüten zu öffnen. Die Rosenkäfer haben es vernommen und legen fleißig ihre Eier

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(Die Minibilder lassen sich durch Anklicken vergrößern)

Eine frohe Woche wünsche ich allen Feiernden und Stubenhockern, Arbeitenden und SpaziergängerInnen!

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Neue ungereimte Kata-Strophe (abc-etüden)

Das Triumvirofeminat Christiane, textstaub und Anette ( hier lang ) ruft vereint dazu auf, drei Wortzumutungen in einem 10-sätzigen Text zu vereinen. Die Wörter sind Leichenschmaus, Duschvorhang und Frühlingsgefühle.

Ich will mich nicht lumpen lassen.  Und so legte und schrieb ich: Der Misanthrop. Das Wort ist griechisch und kommt von μίσος (Hass) und Άνθρωπος (Mensch).

                         (Bemaltes zerschnittenes Pergamentpapier auf schwarzer Pappe. )

Der Misanthrop.
Er krabbelte unter dem Duschvorhang hervor, den er beim Fallen mitgerissen hatte, und friemelte den Strick vom Hals. Mist. Der Galgen, an dem die Dusche angebracht war, (angebracht gewesen war), glatt durchgebrochen. Beschämt schlich er aus dem Bad, durchquerte die Küche, beäugte angewidert die Speisen, die er für den Leichenschmaus vorbereitet hatte – seine beiden Freund-Feinde würde er ausladen müssen, o Schmach! – und öffnete die Tür nach draußen. Süße wohlbekannte Düfte strömten ihm entgegen. Der Himmel ein blaues Band. Die Vögel am Konzertieren. Welche Zumutung. Noch einmal würde er diese kitschigen Frühlingsgefühle ertragen müssen.

                                      (Zeichnung von Nikos Tranos, vorgestellt hier)

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„Auch wenn ihr allen Blumen die Köpfe abhaut, der Frühling kommt doch wieder.“    (Pablo Neruda).

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Griechisches Kirchenfest: Aquarellskizzen von 1984

Gestern habe ich beim Stöbern – eigentlich suchte ich was ganz anderes – einen alten Skizzenblock gefunden, und darin herrlich naiv anmutende Aquarelle eines Kirchenfestes. Wir wohnten damals schräg gegenüber einer Kirche.  Die bunten Bilder, die sich auf dem Kirchenvorplatz entfalteten, faszinierten mich. Also malte ich die Szene bzw das, was mir dazu einfiel, gleich fünf mal.

Das war im Jahr 1984 – ein Datum, das mir lange Zeit kalten Schrecken einflößte. Du weißt schon, wegen des Orwell-Romans. Als 1984 dann kam, war es voller Fröhlichkeit und Normalität. Nirgendwo ein Krieg in Sicht. Also Kopf hoch und: Hab Spaß!

                                                                    

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Nächtlicher Ort: Kohle und Klebeband

Gestern brachte Nina den Begriff „Tape Art“, den ich bis dahin nicht kannte. Und ich erinnerte mich an meine eigenen so ganz anderen Bilder, in denen ich Klebeband verwende. Mir geht es dabei um Fragilität, um Zerstörtes, provisorisch Repariertes, um mühsamen Zusammenhalt …

Da ich momentan recht großformatig (50 x 70 cm) mit Kohle zeichne, dachte ich mir: Wie reagieren wohl Kohle und Klebeband gemeinsam auf einer Bildfläche? Auch Kohle ist ja ein mürbes Material, man muss es fixieren, quasi an der Oberfläche des Papiers festsprühen, will man die Zeichnung  erhalten.

Und so machte ich mich ans Werk (ohne Fixativ).

Ich nahm eine frühere Kohlezeichnung, die ich weitgehend auslöschte (ich benutze dafür Klopapierrollen), und begann, darüber ein Gerüst aus papiernem Klebeband (von Tesa) und Fetzen von Wellpappe zu kleben, das ich später mit etwas Japanpapier erweiterte..

Wie es dann weiterging, siehst du hier:

      

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Frohe Auferstehung auf Griechisch

Καλή Ανάσταση! (kali anastasi) wünscht man sich zu Ostern, und das heißt „Gute Auferstehung“. Mir gefällts besser als das ebenfalls immer mögliche χρόνια πολλά (chronia polla), mit dem man sich „viele Jahre“ wünscht. oder das ganz neutrale „καλές γιορτές“ (gute Feiertage).
Das lateinische Kreuz – Symbol des Todes – ist der orthodoxen Welt fremd. Sie kennt das gleichschenklige „Auferstehungskreuz“, gelegentlich mit dem Rosenkranz, denn es ist die Überwindung des Todes, die Auferstehung, für die das östliche Christentum steht.


Wenn heute Nacht die Lichter in der Kirche ausgegangen sind und nur noch eine Kerze brennt – ihr Licht wird jedes Jahr aus Jerusalem nach Athen eingeflogen und von dort in alle Kirchen verteilt  -, wenn um Mitternacht das erlösende „Χριστός ανάστη“ ertönt, dann umarmst du die Menschen in deiner Nähe und sagst ihnen „Xhristos anesti“, Christus ist auferstanden – oder du antwortest mit dem versichernden Wort „αληθινώς ανέστι“ (er ist wahrhaftig auferstanden). Und du entzündest deine weiße Osterkerze an einer anderen Kerze, die ihrerseits an einer anderen entzündet wurde – eine lebendige Kette, die in Jerusalem ihren Ausgangspunkt hat, von wo aus sie sich über das ganze östliche Christentum verzweigt.

Frohe Auferstehung ist auch dem Griechentum nach einem nun schon sieben Jahre währenden wirtschaftlichen Niedergang zu wünschen. Das tue ich hier mit einem Bild, das ich dem geplanten Buch über Tiu-Ti entnommen, leicht abgewandelt und politisch interpretiert habe: das Küken bricht aus einem Ei in griechischen Farben. Links droht der Pleitegeier,  rechts oben kann ein zerfasertes, schwarz-rot-gold dominiertes Europa keine zusammenhängende Form finden.

Das rosa Licht des neuen Morgens möge uns Hoffnung schenken. Καλή Ανάσταση.

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Tape Art?

Zu meinem gestrigen „Bau eines Holzschiffes“ schrieb Nina im Kommentar: „Ich fühle mich gleich an Tape Art erinnert.“ Ich gestand meine Ahnungslosigkeit, googelte und fand eine Kunstform, von der ich nichts wusste.
Doch mit Klebebändern habe ich schon lange gearbeitet. Klebebänder symbolisieren für mich Fragilität und den Versuch, Dinge zusammenzukleben, die auseinanderzubrechen beginnen. Hier ein Beispiel, ich weiß nicht, aus welchem Jahr. Ich habs heute zufällig in einer Mappe entdeckt und fotografiert.

Viele andere Bilder mit Klebebändern, übermalt oder nicht, habe ich schon auf diesen Seiten gezeigt. Ebenfalls heute fiel mir das letzte Bild einer Serie in die Hand, die ich in der Nacht vor dem 11/9 machte – ich schrieb darüber (hier). Dies Bild nannte ich „Landebahnen“, nicht ahnend (oder doch ahnend?), was sich hier wenige Stunden später abspielen würde. Ihr seht vielleicht zwei glimmende in sich zusammengestürzte Türme. Und darüber gelegt ein System aus Balken, die sich im Zentrum zum Kreuz fügen.

Dies Bild habe ich mit Klebestreifen, Ölkreide und einem Messer hergestellt.

Heute ist Karfreitag, und ich bin grad von einer lithurgischen Feier zurück, bei der das blumengeschmückte Epitaph (Grab) um die Gemeinde herumgetragen wurde, ihm voran ein Kreuz, ähnlich dem, an das vor fast 2000 Jahren Jesus Christus genagelt wurde.

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Bau eines Holzschiffs

Immer diese Boote! Das Thema lässt mich nicht los. Heute machte ich dies.

Wenn du was anderes siehst als ein Boot im Bau, so ist das auch okay.

Kohle und Klebestreifen auf Zeichenkarton, 50 x 70 cm.

 

 

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Bögen des Aquädukts

Vage dachte ich an Klees Revolution des Aquädukts, als ich mal wieder mit Kohle Bögen aufs Papier zeichnete. Ich mag Klees Bild sehr, es ist so schön verrückt, wie die Bögen sich aus der vorgesehenen Ordnung lösen und in Marschordnung begeben: sie üben den Aufstand. Wasser können sie so natürlich nicht mehr transportieren.
Obwohl mir das Bild im Kopf rumspukte, nachahmen wollte ich es keinesfalls. Daher lief ich mich immer wieder fest, löschte aus, polierte die Oberfläche, bis sie schöne graue Töne annahm. Und zeichnete darüber in möglichst ungelenker Handschrift neue Bögen.

   

um schließlich bei diesem Stadium für heute Schluss zu machen:

So richtig glücklich wurde ich mit meinem Machwerk nicht. Irgendwie gefiel es mir, aber …. Um ein Ergebnis zu erhalten, das mich auf neue Gedanken bringt, jagte ich es durch allerlei Filter.

und so hoffe ich, ein wenig vermitteln zu können, was mir als Bild vorschwebte.

 

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Mittagsblumen

Du erinnerst dich vielleicht an das Boot Elizabeth, das ich an einem Tag wie diesem, vor fast genau einem Jahr, im Blog vorstellte? (hier)

In diesem Jahr blühen die Mittagsblumen noch üppiger, bilden nicht nur Elizabeths Grabhügel, sondern überwuchern auch die Gebüsche und die felsige Küste. Im heiteren Licht des Mittags, in das sich das zarte Licht des Vollmond eingewebt hat, entfalten sie ihr rötlich strahlendes Sonnenwesen.

  (anklicken zum Vergrößern)

 

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Kohlezeichnung und Blütentraum

Einen Monat ist es her, dass ich Landschaften mit Wasser und Booten zeichnete (hier) und (hier). Auch damals war Vollmond. Gestern packte es mich wieder. Eine neue Variante eines alten Themas ist dabei herausgekommen. Dabei befinde ich mich in der Mani, rundum prangen die Blüten und locken mit Farben.

Doch was kann ich tun? Die Bilder, die ich zeichne, sind innerlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Format 50x70cm, Kohle auf Zeichenkarton.

Bildausschnitt:

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