Saharasand über Meer und Land

Landschaft. (C) Gerda Kazakou

Saharasand trieb dieser Tage über Meer und Land. Die Himmelsverfärbung zeigte ich euch gestern als Foto. Heute als Impression, 2014 mit Akryllpigmenten und Kleber auf Papieren auf Leinwand gemalt.
Inzwischen hat sich der Himmel grau bezogen. Auch schön.
Ich wünsche allen einen guten Tag!

Landschaft. Detail. (C) Gerda Kazakou

Detail

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Montags ist Fototermin: Heroischer Himmel

An den letzten Tagen trieb Saharasand in der Atmosphäre und verfärbte sie. Der Südwestwind hatte ihn aus Libyen herbeigeweht. Heute abend klärte sich der Himmel, die Berge standen scharf konturiert gegen ein überhelles Lichtfeld.

Die Verfärbungen am Himmel lassen sich nicht wirklich ablichten. Vergebens versuchte ich dem Rot, das die Berge einfasste, einen Namen zu geben, oder das Violett zu beschreiben, das die niedrige Bergkette überzog. Immerhin ging mir auf, wie die Panorama-Funktion am iphone funktioniert. Ich fotografierte von der Turmterrasse unseres Hauses in der Mani, wo ich seit zwei Tagen wieder bin.

Langsam erlosch das natürliche Licht, und an der Küstenlinie Kalamatas flammten erste elektrische Lampen auf.

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abc etüden. Kata-Strophe mit Kreis und Dreieck.

lz lädt zum Bürosex mit Golfrasen und Gebrauchsanweisung. Christiane lacht sich ins Fäustchen und denkt: da werden sie was zu knauspern haben, die Damen und Herren Poeten! Bis zu zehn Sätze dürfen sie schreiben, aber manchmal ist weniger halt mehr.

Schreibeinladung für die Textwoche 20.17 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Hier meine vorerste Kata-Strophe

 

„Lust auf Bürosex?“, fragte das Δreieck den Kreis, /

Denn Δ war langweilig und auch recht heiß. //

Der Kreis wollte dem Δ gern zu Gefallen sein /

doch ganz ohne Gebrauchsanweisung fiel ihm nichts Rechtes ein.//

Er drehte sich lustlos im Kreis um sich selber /

ihm wurde schwindlig und er wurde auch gelber.//

Das Dreieck erblaute, war gar nicht erbaut. /

Vergebens rief es: „Ja schaut nur, schaut! /

Der verrückte der Kreis, er kreiselt ein Loch /

am Ende enden wir beide im Loch noch. //

Schaut nur, ja schaut, er schlägt schon Blasen /

als wär der Teppichboden ein Golfrasen. //

Ich schlag doch lieber nen  Δ – Haken in die Wand/

 und häng uns dran auf,  im Bilde festgebannt.

 

Die Hasen nahmen es nicht krumm,

sie schlugen Haken auf dem Golfrasen, bewohnten die Löcher und dachten:

wie sind die Menschen dumm.

 

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Mama Afrika

Zum Muttertag: Mama Afrika reblogged

Avatar von gkazakouGERDA KAZAKOU

Mama Africa Mama Afrika (c) Gerda Kazakou

Mama Afrika, du unser aller Mama. In deinem Katunkleid mit dem bunten Tuch ums Haar, und dem uralten gegerbten Gesicht. IMG_3377

Von dir kommen wir ja alle her, du hast uns geboren.

Immer noch schickst du deine Kinder über das Meer nach Europa und fragst nicht, ob wir dich lieben. Ob wir deine Kinder lieben. Manchmal kommen wir, mit weißer oder geröteter Haut jetzt, gealtert, müde und anspruchsvoll, zu dir herüber. Kommen wir, um dich zu ehren? Oder um deiner großen Natur willen? Dein Boden bringt ja alles hervor, und doch hungern deine Kinder. Die Geschäftemacher finden zu dir, um den Boden nach Diamanten zu durchpflügen oder nach Gold  IMG_1171

Mit dem Geschmeide, aus deinen Eingeweiden gewonnen, schmücken wir unsere weißen Brüste. IMG_1180 farbig unterlegt copy

Deine Tochter aber sitzt in der Hütte, sie macht das Feuer wie eh und je, und deine kleiner Sohn mit dem abgeschossenen Fuß träumt von…

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abc-etüden: Wie ein spielendes Kind

Meer, Kind, Mensch – das sind die Wörter, um die herum in dieser Woche eine Kürzest-Geschichte zu bauen wäre (https://365tageasatzaday.wordpress.com/2017/05/07/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-19-17-wortspende-von-jaeckie-lindenau).

Ich schrieb schon meine Kata-Strophen und las Schönes, Klassisches zu Meer und Kind und möchte gern noch eine zweite Geschichte hinzufügen. Denn auch ich habe natürlich „schon immer“ über diese drei Worte sinniert. Beweis?

Hier! Diese Geschichte  zum Beispiel veröffentlichte ich am 1. Juli 2015. Sie enthält alle drei Wörter. Die möchte ich euch heute als abc-etüde präsentieren, denn ich habe Besuch von meinem Kind, das zwar schon ein Mann ist, aber im Griechischen bleiben sie ein Leben lang paidi. Das Meer lockt … und ich bin auch nur ein Mensch. Also möget ihr mir verzeihen.

Wie ein spielendes Kind …..

Als Zugabe für Ulli, die die Felsen liebt: Nachts werden die Felsen zu Schiffen und gehen auf Reisen…

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Gestern im EMST: Yael Davids – Else Lasker-Schüler „Aber dein Herz läßt keine Meere mehr ein.“

Ich bin erneut im Museum für Zeitgenössische Kunst und sehe sie wieder: Zwei Totenmasken von Else Lasker-Schüler auf einem Bord, das um einen Pfeiler läuft. Es gibt auch Texte: die Buchstaben liegen als flaches Relief auf dem Papier – daneben noch einmal als ausgestanzte Negativform.

  

Außerdem gibt es große Stücke von Panzerglasscheiben zu sehen, daneben Erklärungen über die Herkunft aus einem Kibbuz, das zunächst dicke Glasscheiben herstellte, um die Gewächshäuser vor Windbruch zu schützen, seit der ersten Intifada aber begann, sie so dick zu machen, dass sie auch gegen Steine, Kalashnikoffs etc standhielten. Inzwischen sind sie ein Exportschlager.

Wäre da nicht die Faszination dieser Dichterin, ich hätte mich nicht länger dort aufgehalten.  So aber versuche ich zu verstehen, was eigentlich ausgesagt werden soll. Es gelingt mir nicht. Es gelingt mir nicht einmal, alle Stücke dieser Installation auszumachen. Sie sind nicht zu finden. Später lese ich eine Kritik bei Artnet News von Hili Perlson: At documenta 14, Everything’s a Strategy—Even Bad Hanging. ….Similarly, Yael Davids’s elegant installation centering on the difficult biography of poet Else Lasker Schüler, felt cornered“. 

In der Documenta-Zeitung lese ich: Yael Davids, geboren 1968, setzt sich mit den Verschränkungen persönlicher und politischer Narrative auseinander, mit Phänomenen des Sammelns und des kollektiven Erbes, mit dem Körper als Schauplatz von Konvergenzen und Konflikten. In ihrem Projekt für die documenta 14 vereint sie verschiedene Persönlichkeiten, darunter die Malerin Cornelia Gurlitt, die Dichterin und Dramatikerin Else Lasker-Schüler, die römische Kaiserin Iulia Aquilia Severa sowie die für ihre herausragenden Salons berühmte Rahel Varnhagen, mit einer neuen skulpturalen Arbeit, hergestellt in einer Panzerglasfabrik des Kibbuz Tzuba, wo die Künstlerin ihre Kindheit verbrachte.

Aha. Wenn du jetzt verstanden hast: bravo. Vielleicht hilft es, den ganzen Text zu lesen, den ich oben im Detail wiedergab? Es gibt dort Aussagen von Else Lasker-Schüler und Ausschnitte aus Briefen von Gershom Sholem (Gerhard) an Walter Benjamin.

Else Lasker-Schüler – a ruin, more haunted than inhabited by madness? Mir scheint, sie lächelt darüber.

Und so passt nun auch ein Gedicht ins Bild, das ich dort zu lesen versuche: To the Barbarian. Geschrieben 1911.  Die Künstlerin hat es auf Englisch mit Haaren auf Papier gestickt.

Das deutsche Original hing nicht dabei. Es lautet so:

Dem Barbaren

Ich liege in den Nächten

Auf deinem Angesicht.

Auf deines Leibes Steppe

Pflanze ich Zedern und Mandelbäume.

Ich wühle in deiner Brust unermüdlich

Nach den goldenen Freuden Pharaos.

Aber deine Lippen sind schwer,

Meine Wunder erlösen sie nicht.

Hebe doch deine Schneehimmel

Von meiner Seele –

Deine diamantnen Träume

Schneiden meine Adern auf.

Ich bin Joseph und trage einen süßen Gürtel

Um meine bunte Haut.

Dich beglückt das erschrockene Rauschen

Meiner Muscheln.

Aber dein Herz läßt keine Meere mehr ein.

O du!

A Reading That Loves—A Physical Act (2017)

Installation mit:

Metallkonstruktion mit 2 Holztafeln
300 × 400 × 60 cm

Score in Glass (2017)
Mit André van Bergen
Glas produziert von Oran Safety Glass, Kibbutz Tzuba

To the Barbarian (2017)
Gedicht von Else Lasker-Schüler (1911) handgestickt mit dem Haar der Künstlerin
Papier und Haare

A Composition (2017)
Drei Beschreibungen
Else Lasker-Schüler und Iulia Aquilia Severa, 130–200-mm-Glas
Textcollage, Papier, Tinte

Totenmaske von Else Lasker-Schüler angefertigt von Grete Wolf-Krakauer (1945)
Gips
24 × 17 × 12 cm
Sammlung Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal

Totenmaske von Else Lasker-Schüler angefertigt von Jakob Löw (1945)
Gips
23 × 16 × 11 cm
Open Museums Tefen, Israel, courtesy Hannah Kaplun-Kogan, Haifa

Statue der Kaiserin Iulia Aquilia Severa, Sparta (221–222 n. Chr.)
Bronze
Höhe: 184 cm
Archäologisches Nationalmuseum Athen

Mykenisches Schwert, Typ A (16. Jh. V. Chr.)
Schachtgrab IV, Grabzirkel A, Mykene
Bronze
Länge: 78 cm
​Archäologisches Nationalmuseum Athen

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Kata-Strophen mit Meer, Mensch und Kind (eine abc-etüde)

Eine neues  Spiel ein neues Glück! Die abc etüden locken mit einer neuen Wortspende, diesmal von Jaecki Lindenau, und einem neuen Cover von lz.  Die Wörter sind fast zu glatt. Da muss ich mich schon anstrengen, um ihnen einen kata-strophischen Anstrich zu geben.

Danke, Christiane, dass du dieses Spiel aufrechterhältst. Es ist doch zu schön! Hier nun meine erste Annäherung

 

Zwischen Himmel und Meer ist Platz, mein Schatz
Für dich und für mich und das Kind
Schau er ist weit, der Raum, wie ein Traum
Durchweht von dem Frühlingswind.
Für Menschen wie dich und Menschen wie mich
Ist kein Haus gebaut, es hält uns ja nicht
In den Räumen aus Stein, o schreckliche Pein!
nein nein! Denn wir sind Leichtgewichter
sind Luft- und Nebelgelichter
seufzen und tanzen mit Wellen und Wind
in Dunkel und Dunst, und im Abschied des Lichts
gebären wir täglich die Kinder des Nichts.

 

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Was ich im EMST sah (5): Masken und Moderne

documenta 14, Athen

Ethno-afrikanisch wirkt auf mich der große Saal im Erdgeschoss des Museums für zeitgenössische Kunst (EMST) in Athen. Ausdrucksstarke bunte und weiße Masken, angeordnet in Kreisen, eine riesige angestrahlte Maske über allem schwebend.

Ich bin ein wenig irritiert, denn ich denke: Will man uns so Afrika präsentieren? Will man die Kunst Afrikas erneut auf native Ausdrucksformen reduzieren? Eben noch hatte ich kleine Bilder des südafrikanischen Künstler Ernest Mancoba bewundert, die 1990 entstanden sind: feine Zeichnungen mit Tinte und Pastell. Und war tief beeindruckt. Und schaute nach, wer dieser Künstler sei.

Mancoba (1904-2002) ist ein Pionier der Moderne und wohl der erste Schwarze Südafrikas, der sich ganz von den  traditionell „schwarzen“ Ausdrucksformen lossagt. Er ist bereits ein renommierter Holzschnitzer, als er 31jährig loszieht, um in Paris Kunst zu studieren. Während der deutschen Besatzung wird er interniert, danach geht er mit seiner Frau nach Dänemark und wird Mitbegründer der Bewegung Cobra. Später zieht er zurück nach Paris, wo er fast hundertjährig stirbt.

Ich wundere mich also und bin ein wenig irritiert, als ich den großen Saal mit den Masken betrete.  Bis ich feststelle: Es handelt sich gar nicht um einen afrikanischen Künstler, dessen Werk hier gezeigt wird.

Beau Dick hieß er, lebte von 1955 bis zum März 2017, starb also einen Monat vor Eröffnung der Documenta 14. Er stammte aus British Columbia, im Westen Kanadas und war  ein Kwakwaka’wakw. Schon seine Vorfahren waren Holzschnitzer, er wuchs auf in dieser Tradition, integrierte sie in sein Schaffen. Wurde zum Aktivisten für die Rechte der indigenen Bevölkerung und weit über seine Heimat hinaus bekannt.

Es bedarf schon eines genaueren Hinschauens, um diese Maskenwelt in der zeitgenössischen Kunst zu verorten. Anders als der indische Künstler Subramanyan, von dem ich hier berichtete, dekonstruiert Beau Dick die Welt seiner Ahnen nicht, sondern er überformt sie, macht sie geradezu global. Er lässt sich beeinflussen durch älteste und gegenwärtigste Ausdrucksweisen, seien es die Noh-Masken der Japaner oder die kommerziellen Halloween-Masken in den USA, die afrikanischen Tiermasken oder die Masken expressionistischer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sucht er das Verbindende in all diesen Gebilden? Aber was ist das Verbindende? Und kommt es in seinem Werk zum Tragen?

Ja und nein, sage ich.

Ja: der Künstler hat, so scheint mir, etwas wie die Maske geschaffen, die befreit ist von den speziellen orts- und zeitgebundenen Inhalten. Die Maske an sich.

Genau das ist aber auch ihre Schwäche. Denn es fehlt seinen Masken das, was eine Maske von einem anderen Kunstgegenstand unterscheidet:  Magie, Beschwörung, Transzendenz. Beau Dicks Masken wirken auf mich wie leere Formeln, die nichts mehr beschwören. Sie sind eindrucksvoll, aber nicht „faszinierend“ (Faszination bedeutet Behexung, Verzauberung). In mir regt sich inmitten des Waldes von Masken nichts als eine gewisse Neugierde: wie sind sie wohl gemacht? Aha: aus Zedernholz, Akryllfarbe, Rinde, Kautchuk, Stoff, Federn, Pferdehaar und anderem Material.

Ich denke nach über das Verhältnis von indigener Kunst und Moderne. Es ist ja bekannt, dass  sich die Moderne der starken Ausdrucksformen afrikanischer und asiatischer „primitiver“ Kunst bemächtigte und davon einen enormen Schub erhielt hin zu einer bis dahin in Europa nicht bekannten Formsprache. Picassos „Mademoiselles d’Avignon“ (1907) war ein Fanal, das die Moderne zutiefst prägte.

Doch wie steht es mit den Künstlern, die ihrerseits den „Naturvölkern“ zugerechnet wurden und werden? Mancobas abstrakte Bilder – zeigen sie einen Bezug zu den Masken, die die europäischen Künstler so stark beeindruckten? Und Beau Dicks Masken – werden sie nun zu einem international verständlichen zeitgenössischen Kunstausdruck?

In einem Artikel über eine Ausstellung von Werken Mancobas im Münchner „Haus der Kunst“ (hier) lese ich, dass seine abstrakten Bilder bezug nähmen auf die Kota-Reliquiarfiguren, die in Gabun (Zentralafrika) hergestellt wurden. Diese Figuren, die dem Ahnenkult dienen, seien „Wächter und physisches Erinnerungsbild von Reliquien“ (Zitat). Sie werden aus flachem Metall geformt und sind streng geometrisch. In die Rückseite mancher dieser Reliquiare sind Dreiecke und Rauten als magische Schutz- und Fruchtbarkeitssymbole eingeschnitten. Abstrakte Zeichen sind es – die von den Uranfängen der menschlichen Bildsprache den Bogen spannen zu den modernsten Kunstschaffungen.

Beau Dick hingegen bleibt, so meine ich, stecken in der Folklore, die er modern aufputzt. Aber das ist natürlich nur mein ganz privates Urteil.

 

 

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Montags ist Fototermin: Wo de geele Ginster bläut in Dünensand

Heute hatte ich nostalgische Momente, als ich den leuchtend goldgelben Ginster sah, der zu beiden Seiten die Bergstrecke von Athen nach Ost-Attika säumt. Denn Ginster – seine Farbe wie auch sein leichter Duft – verbinden sich für mich mit meiner ersten Heimat:
„Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
Wo de gele Ginster bleuht in´n Dünensand,
Wo de Möwen schriegen, grell in´t Stormgebrus, –
Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus.“

Man möge mir diesen sentimentalen Ausrutscher verzeihen (meine Schwester hatte mir einen Gruß aus der alten Heimat geschickt), denn solchen mächtigen Ginster wie hier oben auf dem Berg gab es im heimischen „Dünensand“ durchaus nicht.

Vor der Küste Ost-Attikas blühte dann anderes: Prächtiges und Bescheiden-Fahles und auf den Algenbänken schließlich gar nichts mehr.

 

Zum Ginster habe ich schon einmal einen Beitrag gepostet: Georg Seferis Gedicht: Stechginster. Wenn du magst, schau einmal hier.

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Was ich im EMST sah (4): Dekonstruktion des Mythos

(documenta 14 in Athen)

Eine Wand im Athener Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST) wird von einem riesigen Gemälde des indischen Künstler K.G.Subramanyan eingenommen.

(Photo aus dem Netz)

Von Ferne wirkt das Werk wie ein gewaltiger schwarz-weißer Holzschnitt, oder vielleicht doch eher wie eine Elfenbeinschnitzerei?

(The War of the Debris. Auch dies Foto habe ich dem Netz entnommen, denn ich konnte es selbst nicht ganz aufnehmen).

Fasziniert ging ich auf die Wand zu, versuchte mich zu orientieren. Der Bilddtitel „Krieg der Bruchstücke“ passte so gar nicht zu diesem harmonischen Werk. Von Nahem sah ich, dass es sich um eine schwarz-weiße Pinselzeichnung mit Bleistift-Notierungen handelte. Menschen, Tierisches, Pflanzliches ordneten sich zu einem großen Tableau.

Im „daybook“ der documenta (hier) kannst du nachlesen, dass der Künstler dieses gewaltige Werk als 88Jähriger in seinem letzten Lebensjahr, 2016, nach schwerster Krankheit schuf. Es ist wie ein Vermächtnis seines langen Lebens, das er, ein Anhänger Gandhis, als Friedensaktivist begann. Von sich selbst sagt er:   „I am an artist activist, not an activist artist“.

Ich möchte dieses Werk lesen können, doch ist es mir zwar ästhetisch zugänglich, inhaltlich aber verschlossen. Wovon spricht es? Subramanyan benutzt die Sprache der indischen Mythen, ihre Symbolik, um sie zugleich zu zerlegen, zu „dekonstruieren“. Die Mythen, so sagt er, sind geschlossene Bildwelten, man kann sich als Künstler nicht in ihnen entfalten. Also bricht er sie auf und schafft aus dem Material neue Welten zu seinem Brauch.  So jedenfalls habe ich ihn verstanden.

Dahinter steht wohl die Vorstellung, dass die konkreten Mythen mit ihren Helden, Göttern, Bildwelten trennend wirken. Jede Gemeinschaft,  jedes Volk hat andere und verteidigt die seinen gegen die der Nacharn. Sie sind einander ausschließend und damit Grund genug, Kriege gegen die „Andersgläubigen“ zu führen. Mir scheint, dieser Künstler zeigt einen Weg: Wie man die Enge und Begrenztheit der eigenen Mythen aufbrechen und Verständigung schaffen kann, ohne die Wurzeln zu beschädigen, aus denen man lebt, fühlt, denkt.

 

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