Neue Kata-Strophen mit Heiligenschein (abc-etüden)

Vergnügt lese ich, dass die abc-etüden wieder angelaufen sind. Danke Christiane, danke lz, danke auch der edlen Wortspenderin 365tagesatzaday! Die rote Farbe der Einladung, zusammen mit dem Wort Heiligenschein, rief in mir eine Erinnerung an ein Bild wach. Ich malte es vor vielen vielen Jahren mit dem Pinsel und den Farben aus dem Malkasten meines Sohnes. Heute reimte ich ein paar passende Kata-Strophen mit den Wörtern Heiligenschein, Frequenz, erleichtert und verpasste der zentralen Figur einen eletronisch-ironischen Heiligenschein.

Der Kardinal, ja glaubt mir das,

denn es ist wahr und ist kein Spaß,

bemüht die heilge Gold-Frequenz,

in schönster Konsequenz.

Schon morgens gleich nach dem Erwachen,

wo andre Leute andres machen,

zum Beispiel duschen oder gähnen

sich auch befassen mit den Zähnen,

vielleicht erleichtert sich auch einer,

kämmt sich das Haar und macht sich feiner –

da putzt der Kardinal ganz rein

seinen goldenen Heiligenschein.

Vor so viel heiliger Potenz

verneigten sich die Potentaten,

die ihn um Rat und Segen baten.

Und so verneige ich mich auch

Vor diesem alt-ehrwürdgen Brauch.

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„Baum, der davon träumt, eine Gitarre zu werden“

Anstatt wie sonst Früheres zu zerstören, indem ich es übermale oder zerschneide, habe ich diesmal den umgekehrten Weg gewählt: Ich legte ein früher mit Ölkreiden bemaltes Blatt senkrecht auf einen doppelt so großen weißen Karton und benutzte die euch nun schon bekannten Schnipsel, um neue Akzente zu setzen. Aus den drei Elementen: farbiges Bild – weißer Karton – farbige Schnipsel entstand also ein neues Bild, ohne dass den Elementen selbst irgendetwas geschah. Sie blieben unversehrt, unverändert. Nur ihre Relation zueinander veränderte sich. Wer will, mache daraus eine soziale Utopie.

Das Ergebnis nenne ich „Baum, der davon träumt, eine Gitarre zu werden“. In seinem Traum wird ihm nur am Rande, in Form von schwarzen Zacken, bewusst, dass seine Verwandlung in eine Gitarre nicht schmerzfrei vonstatten gehen kann. Wenn er es wüsste: würde er dann drauf verzichten? oder ist seine Sehnsucht nach der Musik, die sein Holz in feinste Schwingungen versetzen wird, so überwältigend, dass er sein Schicksal gern in Kauf nimmt?

Der Baum, der davon träumt, eine Gitarre zu werden

Und wie steht es mit mir, mit dir? Wie wägen wir ab?

Anmerkung: Um dieses Bild zu machen, brauchte ich u.a. Papier. Das heißt, ein Baum musste sterben. – Um die erste Lyra (Saiteninstrument, Vorläuferin der Gitarre) zu bauen, tötete Gott Hermes eine Schildkröte. So gewann er einen Klangkörper. Ferner entnahm er den Rindern, die er Apoll geklaut und geschlachtet hatte, Därme. Daraus machte er Saiten. Dieser Mythos sagt sehr eindrücklich:  das Opfer von Lebendigem ist eine Voraussetzung für die Entstehung von Kunst.

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Was willst du denn mal werden? (3)

Und du, Janine? Was willst du mal werden, wenn du groß bist?
Ich werde Musikerin. Ich blase die Flöte und lasse mich wiegen. Schon als ich ein Baby war, wollte ich immer Musik machen, sagt meine Mama.

Ihre Mutter kramte als Beweis ein Foto von der klitzekleinen Janine hervor, also muss ich es wohl glauben.

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Hier die Bildentstehung für Interessierte.

Dies ist nun die dritte Zeichnung der Serie „Was willst du denn mal werden“. Ich stelle mir vor, eine Reihe von großen Zeichnungen zu machen, die von Kindern ausgemalt werden können. Ich würde sie entsprechend bereinigen und stärker formalisieren. Mal sehen, was daraus noch wird.

Ich möchte diesen, die beiden früheren und die noch folgenden Beiträge zur Serie „Was willst du denn mal werden?“ Petras Blog „Da sein im Netz“ und darin ihrem Projekt „Kinder im Aufwind“ widmen. https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

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Montag ist Fototermin: bei Lampenlicht besehen

Ihr kennt sie alle, die kleinen Geflügelten, die sofort erscheinen wenn es zu dunkel zum Lesen wird und man die Lampe anknipst. Ein paar will ich euch heute vorstellen – wenngleich mir leider die Möglichkeit zu ordentlichen Makroaufnahmen fehlt. Ich fotografiere mit iphone. Namenlos sind meine Besucher und Besucherinnen. Vielleicht weiß jemand von euch ihren Namen? Der am häufigsten portraitierte Grünbefrackte ist ein Stinker, man bereut es, wenn man ihn antippt….

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„Der Leu“ und „König Ubu“ in farbig und Schwarzweiß

Die Kohlezeichnung, die mir als Grundlage für die „Chinesin“ diente (50 x 65 cm), benutzte ich gestern noch zwei mal für neue Arbeiten, dazu auch dieselben farbigen Schnipsel. Zur Erinnerung:

Zunächst entstand „Der Leu“. Ihn fand ich schwer zu konturieren, also verwandelte ich ihn elektronisch in nächtliches Schwarz-Weiß, und zeichnete spaßeshalber gelbe Augen ein.

Beim nächsten Anlauf legte ich auf die große Kohlezeichnung eine kleinere Farbzeichnung, und darauf dann eine wilde Gesellschaft. Sie erinnerte mich an das famose Stück von Alfred Jarry, „Ubu Roi“ (1896), deutsch „König Ubu“, Inspiration für DaDa, Surrealisten und spätere Maler, u.a. Juan Miro und Max Ernst. (Quellen: Spaightwood Galleries und Courtesy of www.Max-Ernst.com)

Nicht ganz zufällig hat mein König Ubu wie schon der von Miro eine goldgelbe Haarmähne 🙂

Auch bei diesem Bild hilft die Schwarz-Weiße Variante, die Strukturen besser zu erkennen und zur Absurdität das Unheimliche der Begleiter des Königs hinzuzufügen (zum Vergrößern: Klick aufs Bild!).

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Heuschrecken und andere Schrecken

Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, dass ich diesen Beitrag in meinem damals noch ganz neuen Blog veröffentlichte. Und erstaunlicher Weise ist er in unserer angeblich so „schnelllebigen Welt“ nicht weniger aktuell als damals. Da ich damals nur wenige Leser hatte, gestatte ich mir, den Beitrag noch einmal zu posten.

Avatar von gkazakouGERDA KAZAKOU

Bei Wikipedia kann man lesen

„Der Begriff Heuschreckendebatte wurde im April und Mai 2005 geprägt. Auslöser war eine Äußerung des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Münterfering. Er verglich das Verhalten mancher „anonymer Investoren mit Heuschreckenplagen. „Heuschrecken“ gelten im deutschen politischen Sprachgebrauch seitdem als eine abwertende Tiermetapher für Private-Equity-Gesellschaften und andere Formen der Kapitalbeteiligung mit mutmaßlich zu kurzfristigen oder überzogenen Renditeerwartungen, wie Hedge-Fonds oder sogenannte Geierfonds.“

Wie sagte Münterfering der BILD-Zeitung? „Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten – sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“

Zehn Jahre ist das her, und „der damalige SPD-Vorsitzende“ ist genau so in Vergessenheit geraten wie die Debatte darüber, wie man dieser Plage Einhalt gebieten kann. Oder habe ich da etwas verpasst? Ich lebe in Griechenland, da bekommt man nicht alle Facetten der deutschen politischen Debatte mit.

fonds and other hungry beasts Heuschrecken (c) Gerda Kazakou

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Sei mir willkommen, September!

Der September ist die Zeit, Gedichte zu machen, und aus dem Leben ein Gedicht. (Wilhelm Raabe)

Als ich heute im lauen Abend vor der Türe saß und mein Glas Rotwein trank, löste sich ein Blatt vom Aprikosenbaum und segelte auf meinen Schoß.  Draus formte ich mir ein grünes Boot. Und sang vor mich hin:

Sei mir willkommen, September,

mein Boot das segelt auf blauen Wellen dahin

Noch ist nicht November

Mir steht nach kaltem Erstarren noch gar nicht der Sinn.

Und dann sang ich noch dies und das, bis der Hund den Tisch umriss und das Weinglas auf dem Boden zerbrach.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs einen wunderbaren September.

 

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Und du, Thomas?

Was willst denn du werden, wenn du groß bist, Thomas?

Ich werd Astronaut. Ich bau mir ne Raumkapsel und flieg zum Mond und überall hin. Wohin ich will.

(Kohlezeichnung auf grauem Karton, 70 x 100 cm. Phasen der Bildentstehung und Detail)

Ich möchte diesen, den vorigen und die noch folgenden Beiträge zur Serie „Was willst du denn mal werden?“ Petras Blog „Da sein im Netz“ und darin ihrem Projekt „Kinder im Aufwind“ widmen. https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

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Abschied vom August

Abschied vom August, 2017, Akryll auf Pappe, 70 x 100 (c) gerda kazakou

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Was willst du denn mal werden? (work in progress)

Was willst du denn mal werden, Susi? 

Was ich werden will? Ooo, ich werde Primaballerina oooder Akrobatin auf dem Seil, ganz hoooch oooben, oooder wie heißt das gleich, Traumtänzerin, ja, ich werd Traumtänzerin, das gefällt mir am besten. Und du? Was willst du mal werden?

Traumtänzerin, Kohle auf grauem Karton 70 x 100, (c) gerda kazakou

Ich möchte diesen und die noch folgenden Beiträge zur Serie „Was willst du denn mal werden?“ Petras Blog „Da sein im Netz“ und darin ihrem Projekt „Kinder im Aufwind“ widmen. https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

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