Tod des Eisvogels

Vor der Insel Salamina, nahe bei Athen, ist ein Öltanker gesunken. Das griechische Greenpeace veröffentlichte einen Hilfsaufruf mit einer sterbenden Alkyone. Die Helfer versuchten, dieses wunderbare Lichtwesen zu retten, vergebens.

Und wieder möchte ich rufen: Flieg, lieber kleiner Vogel, flieg. Aber der Vogel fliegt nicht mehr.

 

Die beiden Fotos habe ich vom Hilfsaufruf des Greenpeace kopiert, meine kleine Zeichnung habe ich am 11. September 2016, also fast genau vor einem Jahr erstmals veröffentlicht unter  https://gerdakazakou.com/2016/09/11/flieg-vogel-flieg/

 

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Kata-Strophen mit Knutschkugel (abc-etüde)

Habe ich mir die drei Wörter, aus denen wir unsere Kurzgeschichten basteln sollen, etwa selbst ausgedacht? Durchaus nicht. Sie stammen vom Erfinder und Meister dieser Textsorte: lz. Eingeladen hat Christiane. Na wunderbar. Dann bin ich auch nicht verantwortlich für den Inhalt der Kata-Strophen, die sich aus Beichtstuhl, Knutschkugel und Verwandlung herleiten. Hier ist schon die zweite.

 

Der Richter von Bad Doberan

Der zieht sich seine Robe an

Und schreitet zur Verhandlung.

Der feiste Mann,

der sonst nichts kann  –

Welch herrliche Verwandlung!

Die Angeklagten stehen auf

An ihm hängt ihres Schicksals Lauf

Sein Spruch ist heilge Handlung.

Im ganzen Land an den Altaren

Da stehen Männer mit Talaren

Verkünden die Verwandlung

Von Brot und Wein in Fleisch und Blut

Das tut der sündgen Seele gut.

Im Beichtstuhl spricht manch armes Weib

Ich bitt um Gnad,  schuld war mein Leib,

Es war nicht meine Handlung.

Knutschkugeln, sagt man, seien rund

glatt, handlich, weich und kunterbunt

Doch bin ich mir nicht sicher.

Man wirft sie hin, frau wirft sie her

Dem Flug zu folgen find ich schwer

Ich hör nur ihr Gekicher.

Weib oder Priester, Richter oder Schurke?

Es sei mir gleich. Tomate sei wie Gurke.

Ei der Tausend! (= Teufel auch!)

Grad seh ich: Dies ist mein 1000. Blogbeitrag! In nur zweieinhalb Jahren tausend Posts! Vielleicht sollte ich mich ein bisschen rarer machen? 

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Kata-Strophen mit Beichtstuhl (abc-etüde)

Der Meister der abc-Etüden hat ein paar Wörter vorgegeben, mit denen er die katholische Linie vom früheren „Heiligenschein“ zum aktuellen „Beichtstuhl“ weiter verfolgt. War das beabsichtigt, oder spielt mir da meine antiklerikal-perverse Fantasie einen Streich? Wie auch immer, da muss ich nun durch. Und du, lieber Leser, liebe Leserin, mit mir 😉

Im Beichtstuhl saß ne Kleine

ne feine süße Maid

Die klagte dem Herrn Priester

Ihr ganzes Herzeleid

Wie sie den Liebsten machen ließ

Was man nicht darf. Na was denn? Dies,

Sie wissen schon, des Fleisches Lust

Dies  süße Küssen meiner Brust

Dies Fummeln unter meinen Röcken

Ach ja, ich ließ mich gern verlöcken

Von seinen Händen, die so sammet!

Bin ich auf ewig nun verdammet?

Das wird schon wieder, sprach der heilge Mann

Jetzt schau ich mir mal deine Knutschekugeln an

Da weiß ich dann Bescheid

Du süße Maid.

Heb du nur fein dein Röckchen

Und  ich hol raus mein Stöckchen

Nun lass mich doch schon ran

Solang ich es noch kann

Du bist das Weib und ich der Mann.

Bei meinen segnenden Behandelungen

Erfährst die schönste der Verwandelungen

Von  Sünden und  Verschandelungen

In wonnevolle Hitzeschauer

Und du vergisst gleich deine Trauer.

Der Beichtstuhl war geschlossen,

der Priester hats genossen.

 

Planet der Reptilien (c) Gerda Kazakou

„Planet der Reptilien“ nannte ich einen Blogbeitrag vom Juni 2015. Er handelt vom Paradies und was aus ihm geworden ist.

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Ein Besuch in Koroni

Frau Wildgans schrieb heute: „—-und schaue ins Blog von Gerda, weil da so grell und heiß die Sonne scheint, in alle Richtungen, besonders in geschichtliche und in uralte algenverfärbte Menschengebäude“. Da öffnete sich mir ein Himmel wegen ihrer Freundlichkeit, von der auch und vor allem die Rede war.

Alles beherrschende Himmelsbläue heute. Kein Wölkchen, keine erstickende Feuchtluft. Regungslos atmet die von langer Sommerhitze ermüdete Natur. Die Feigen reifen, außen tintenblau, innen rot körnig, ich ernte eine Handvoll und esse eine mitamt ihrer Schale. Der Hund rührt sich nicht,  meditierend liegt er, halb im Schatten, halb in der Sonne, auf seiner Matte und verdaut seine Reiseerlebnisse.

In Reiseführern wird Koroni – wie auch die Zwillingsstadt Methoni – als „Fischerdorf mit mittelalterlichem Flair“ geführt. Doch was heißt hier „Dorf“? Solch herrliche Plätze, herrschaftliche Gebäude, prächtige Kirchen, intensives Kulturleben und eine alles überrragende Burg mit Klöstern, Weinbergen, Gehöften und Ruinen – ist das ein Dorf? Na, ich weiß nicht. Anlass für die Reise waren eine Ausstellung zweier befreundeter Frauen – Holländerin die eine (Gertruida de Veld), Deutsche die andere (Ingrid Spieker) – im Maniatakium (ich stellte es euch dieses schöne Gebäude mit vielfältigem Ausstellungsprogramm schon mal vor: hier und hier und hier ) und ein Konzert zweier hervorragender Musiker: Klarinette (Jannis Manolakakis) und Klavier (Maria Papapetropoulou), auf dem unvergleichlichen Vorplatz der bischöflichen Kirche Eleistra hoch über dem Städtchen.  Von weit unten rauscht das Meer hinauf. Gibt es einen schöneren Ort, um Musik von Schumann, Satie, Debussy, Poulenc, Piazzola zu lauschen? Ich kenne keinen.

Ein paar Fotos habe ich euch auch mitgebracht: vom Spaziergang am Fuße der Burg, vom Spielplatz unter dem gewaltigen Gummibaum und von der Auslage eines Andenkengeschäfts, von Bildern der Ausstellung. Und natürlich von einem Boot.

 

 

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Das Bourtzi von Methoni

Ich lese bei euch viel von Herbst. Aber Herbst gibt es hier nicht, sondern glühende oder schwüle Hitze. Und so versengte ich mir das Haupt, als ich am Sonntag auf dem Kastell von Methoni unterwegs war.  Es liegt auf dem Nagel des westlichsten Fingers der Peloponnes. Die Franken und bald darauf die Venezianer fanden die Lage ideal für eine befestigte Anlage auf ihrem Kriegszug zu den „heiligen Stätten“. Und so begannen sie, kaum war das 13. Jahrhundert eingeläutet, mit dem Bau. Oder vielmehr, die einheimische Bevölkerung begann nolens volens mit dem Bau. Natürlich blieb die Anlage nicht in venezianischen Händen: 300 Jahre später, nämlich 1498, und nun schon prima befestigt, verloren die venezianischen Herren es an die nächsten: die Türken.  Es folgten viele Versuche der Griechen, die Burg zu stürmen – vergebens. Erst 1828, nach dem Frieden von London, der zur Gründung des griechischen Staates führte, zog die letzte türkische Besatzung ab. Danach verfiel das Kastell. Aber EU sei Dank, wird es nun renoviert und zur Gänze zugänglich gemacht.

Das Wort Bourtzi ist selbst eine Mixtur der Sprachen, die in diesen Mauern gesprochen wurden: Ist es fränkisch (Burg) oder italienisch (borgo) oder gar türkisch (burc)? Ein bisschen griechisch ist es auch, denn alle diese Wörter stammen von pyrgos – Turm.

Meine Fotos haben natürlich nicht die Qualität derer, die ihr hier bewundern könnt: Das Bourtzi von Methoni. Dafür aber sind es meine. Und ich habe Lust, euch mitzunehmen, damit wir gemeinsam zwischen den hohen Mauern und der spärlichen Vegetation herumsteigen, das Licht durch die Löcher im Himmel der türkischen Hamams fallen sehen, durch die Spitzbögen der riesigen Tore schreiten …. Kurzum, ich zeige euch jetzt ein bisschen von dem, was ich so fotografiert habe: die Befestigung samt Bourtzi, Torbögen, einen Blick übers leere Feld hinüber zur Ortschaft, ein Blick aufs Meer, eine Säule aus feinem Basalt,  Mauerdurchbrüche, ein türkisches Hamam mit doppelter Kuppel von außen und innen. Die Lichtreflexe, die wie helle Tropfen an den Wänden funkelten, machten mir Spaß, erinnerten mich an die Schweißperlen, die hier früher flossen. Oder sind es Reflexe einer noch älteren Zeit, als in diesen Wölbungen, so vermute ich, das Christentum nach byzantinischem Ritus feierte? Heute ist das Gemäuer grünfleckig, vielleicht von Algen.

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Montags ist Fototermin

Ich war übers Wochenende weg, und nun muss ich erst mal die vielen Eindrücke verarbeiten. Drum heute nur ein nächtliches Fischerbötchen im Hafen von Koroni. Denn dort war ich, auch im Nachbarort Methoni, bei schweißtreibender Hitze. Aber schön war es, voller Erlebnisse. Zurück zu Hause starre ich bangen Herzens in den Himmel: es brennt wieder, noch nicht in unserer Nähe zwar, aber zur Hitze kommt der Sturm. Da möchte ich nun meinen heißen Kopf bei einer nächtlichen Bootsfahrt abkühlen.

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Schwarz-Weiß-Vorlagen zum Ausmalen.

Heute habe ich versucht, aus den Bildern der „Was willst-du-werden“-Reihe Vorlagen zum Ausmalen für Kinder herzustellen, indem ich die Grautöne so gut es eben ging eliminierte. Das Ergebnis ist leider alles andere als perfekt. Vielleicht willst du dennoch ausprobieren und sehen, ob deine Kinder Spaß daran haben, sie auszumalen – es würde mich riesig freuen und motivieren, die Reihe fortzusetzen. Ein Beispiel findest du am Ende von „Und du, Marie…“. Auch Erwachsene dürfen sich natürlich beteiligen 😉

Ich habe dann noch ein paar Motive zu bereinigen versucht,  die sich für Jugendliche vielleicht besser eignen als die eher kitschigen käuflichen Ausmalhefte.

Schließlich kam ich selbst ins Spielen, machte eine schnelle Kohle-Skizze, malte sie mit Akryllpigent und Wasser an, fotografierte das Ergebnis und formte es elektronisch in eine feine Pflanzenzeichnung um.

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Wie bitte? „Gepriesen sei der medizinische Fortschritt“

Nun mal wieder eine Legearbeit „ohne Worte“.

Zur Technik: außer meinen bemalten Papier- und Pappeschnipseln habe ich aus einer medizinischen Broschüre ausgeschnittene Fotos eingebaut.

Und hier noch mal dasselbe als elektronische Spielerei. Habt Spaß!

 

 

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Eine Fast-Kata-Strophe für einen Roboter (abc-etüden)

Noch mal fiel mir was ein zu den abc-etüden, zu denen Christiane jede Woche liebenswerter Weise auffordert und lz die Einladungen gestaltet. Die kniffelige Wortspende stammt von 365tagessatzaday. Formal gesehen habe ich mehr als 10 Sätze gebraucht, um die drei Wörter Heiligenschein, Frequenz und erleichert unterzubringen, doch möge man ihre Kürze als Ausgleich gelten lassen.  Die Bilder sind ein elektronisch bearbeitetes Legebild aus ein paar Schnipseln bemalten Pergamentpapiers. Zum groß Sehen anklicken.

 

Sorgen eines Roboters

O weh, mein Nimbus ist dahin! Wird sie mich jetzt noch lieben?
Dein Nimbus? – Ja, der Lichtkreis, der den Kopf umgab!
Du meinst das Ding aus Licht, das manche Alten nennen: Heiligenschein?
Ja den! Er ging kaputt!
Ja lass mal sehen: Die Lichtfrequenz ist leicht zu finden, die ihn aufbaut!
Was murmelst du denn da?
Ach, nur paar Zahlen, von Gold die Wellenlänge gilt es zu berechnen; dann bauen wir den Lichtkreis einfach wieder auf.
Er lässt sich reparieren? Da bin ich, Freund, tatsächlich sehr erleichtert. Denn denke nur, ich käme heim mit nem kaputten Heilgenschein. Ich kriegte was zu hören.

***

Und hier noch eine kleine Anleitung zur Reparatur eines kaputten Heiligenscheins:  Diagnose des Schadens – Putzen – Blankreiben – an die Goldfrequenz anschließen.

 

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Und du, Marie? Was willst du mal werden?

Marie kommentierte zum dritten Bild dieser Reihe:

Schön, dass du die Schritte zeigst…..ich wollte, als ich klein war, unbedingt die Frau eines Försters werden. Wie würdest du das zeichnen? Am Waldrand wohnen hat nun geklappt ….

Ja, wie würde ich das zeichnen? Mir gings im Kopf herum, und als ich heute mit dem Kohlestift in der Hand vor meiner großen grauen Pappe (70 x 100) stand, nahm ich Anlauf zu einem Dreisprung. Hier der erste Abdruck im Sand, liebe Marie!

Ich fand das gar nicht so übel, aber ungeeignet fürs anvisierte Ausmalbuch. Also wischte ich es weg, drehte die Pappe und machte den zweiten Sprung:

Aha, da sitzen sie nun am Waldrand, die kleine anlehnungsbedürftige Marie im Strickpullover und der pfeiferauchende Förster mit Hütchen, Schlips, Kragen und Pullunder, dazu ein Försterhaus mit Ziegeldach. Auch fehlen die Tiere nicht: Häschen und Igel, Katze und Hund und in der Ferne der See mit der Ente und der Möwe.

Ich hatte allerdings Bedenken: war das nicht allzu beschreibend? Kunst sieht anders aus. Also wischte ich die Zeichnung wieder weg in der Absicht, eine völlig neue zu beginnen. Doch irgendwie mochte ich mich nicht vom kindlichen Paradies trennen, und so sieht mein dritter Sprung folgendermaßen aus:

Noch ein bisschen spielen? Einmal, um doch noch ein „Ausmalblatt“ herzustellen, dann wieder, um einen eindrucksvollen Abschluss zu schaffen? Wozu gibt es Bearbeitungsprogramme! (Klick zum Vergrößern)

 

Diesen Beitrag wie auch die drei vorigen und die noch folgenden Beiträge zur Serie „Was willst du denn mal werden?“ widme ich Petras Blog „Da sein im Netz“ und darin ihrem wunderschönen Projekt „Kinder im Aufwind“. https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

Nachtrag. Ich hab mich riesig über eine Zuschrift gefreut und will sie euch nicht vorenthalten. Es  ist ein herrliches Beispiel, wie man mit Kindern im Vorschulalter arbeiten kann, selbst wenn der Drucker grad kaputt ist und man am Computer arbeiten muss.

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