Seefrauengarn

Ich nehme an, die meisten von euch, ihr Lieben, starren mit wachsender Entnervung auf die kommenden Wahlen in Deutschland. Wenngleich das Ergebnis auch für Griechenland seine Bedeutung hat („Eurorettung“ etc), schlagen die Wellen der Aufregung doch kaum bis an unsere Ufer. Die Ölpest im Saronikos hält uns weit mehr in Atem.

Inzwischen spinne ich mein Seefrauengarn. Das beruhigt die Nerven.

Zwei Bilder – aus denselben Papierfetzen auf einer weißen 50×70 cm großen Pappe gelegt – warten darauf, von euch miteinander versponnen und verwurschtelt zu werden.  Den abc-etüden dieser Woche zuliebe habe ich auch grün-rosa und rosa-grüne Atmosphären und allerlei Traum-Nebel-Zwischenwelten geschaffen. Mit ein wenig Achtsamkeit wirst du sie schon entdecken.

Wenn du willst, klickst du auf die Bilder, um sie zu vergrößern.

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Die Heimkehr des Odysseus II – Das Schiff der Phaiaken

Ulli veröffentlichte eine kurze zauberhafte Passage aus ihrer Novelle von der kleinen blauen Frau. https://cafeweltenall.wordpress.com/2017/09/20/boot-und-faehrfrau/. Die geht mir nun im Kopf herum. Es gibt dort ein ruderloses Boot, in das die kleine blaue Frau einsteigt….
Ein Schiff ohne Ruder und Segel war es auch, das Odysseus schließlich nach Hause brachte. Schlafend fand er heim nach Ithaka. Dazu machte ich vor zwei Jahren einen Beitrag, den ich hier nun reblogge.

Avatar von gkazakouGERDA KAZAKOU

Das Schiff der Phäaken

Das Schiff der Phaiaken (c) Gerda Kazakou

Es ist das Schiff, das heimbringt.

Jeden Fremdling bringt es heim ins Land seiner Geburt. Kein Segel treibt es an, kein Ruder steuert seinen Kurs. Der Gedanke ist’s, der den Sehnsüchtigen heimbringt. So schreibt Homer, und er muss es wissen. Denn er ist der Dichter der Griechen, die, wo immer auf der Welt sie leben, heimwehkrank sind.

Das Schiff der Phaiaken, grüne Version (c) Gerda Kazakou

Das Schiff der Phaiaken, rote Version (c) Gerda Kazakou

IMG_4264 b Doch was für Gedanken sind’s, die das Schiff der Heimkehr antreiben? Die heimbringenden Gedanken sind nicht die des Odysseus. Sein immer wacher Kopf hört auf zu denken. Er schläft während der Überfahrt.  Schlafend tragen ihn die Matrosen an Land.

Odysseus fährt heim (c) Gerda Kazakou

Um heimzukehren, so lehrt uns der weise Homer, musst du die Dimension wechseln.

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Die Heimkehr des Odysseus V

In der „weißen Nacht“ vom Samstag auf Sonntag werden sich in Athen tausende von Menschen in einem Park versammeln, und viele Künstler in vielen Sprachen werden ihre Version der Odyssee vortragen: als Erzählung, als Schauspiel, als Gesang. Gewidmet ist die Veranstaltung den Menschen, deren Flucht-Odyssee sie nach Athen gebracht hat. Und natürlich werden sie auch mitwirken. Wie gern wäre ich auch dort! Vielleicht fahre ich, obgleich es weit und anstrengend ist. Denn die Odyssee ist für mich ein Werk, das mein Leben begleitet. Auch viele Bildergeschichten habe ich gelegt, betreffend die verschiedenen Stadien von der Heimkehr des Odysseus. Ich habe auch ein Ziehharmonikabüchlein, ein Liporello, draus gemacht. Ihr findet die Geschichten alle in diesem Blog unter dem Stichwort Odysseus.
Die letzte möchte ich hier rebloggen.

Avatar von gkazakouGERDA KAZAKOU

Eilende Wolken! Segler der Lüfte!
Wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!*

Die Sehnsucht nach dem Anderswo ist die nach Heimkehr. Im Leben ist diese Sehnsucht unstillbar.

Reise Die letzte Reise des Odysseus (c) Gerda Kazakou

Odysseus, der heimkommt, wird erneut auf Reisen gehen. Homer erzählt uns dies nicht mehr, aber er deutet es an. Teresias, heraufsteigend aus dem Reich des Hades, hat es dem Odysseus prophezeit, dort, am Eingang der Unterwelt, in Kimmerias dunkler Nacht. Warum sollte er lügen? Er ist der weiseste aller Seher, und er ist tot, gestorben, ein Schatten nur. Kein Interesse hat er zu lügen.

Odysseus wird also erneut aufbrechen. Er wird das Meer hinter sich lassen und in Länder wandern, wo man das Ruder des Schiffes nicht kennt. Man wird es für eine Kornschaufel halten. Dort wird Odysseus das Ruder in die Erde pflanzen und ….

… und was?

Was wird er in seiner Todesstunde…

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Geh in dich und oute dich. Der Mystery Award

Ulli hat mich mit dem Mystery Blogger Award beehrt. Herzlichen Dank! Da muss ich wohl mal ein Päuschen mit der Kreativität machen und mich über mein Leben beugen. Denn gefordert ist, drei Geheimnisse auszuplaudern und fünf Fragen zu beantworten, die es in sich haben. Die eine geht nach rückwärts (was hättest du anders machen wollen im Leben), die andere nach vorwärts (was willst du noch erreichen), die eine geht in die Tiefe (was tust du gegen die Schwere des Lebens), und die andere in die Breite (wenn du viel Geld hättest …). Und dann gibt es noch die, die nach dem fragt, was ich „nicht missen möchte“. Liebe Ulli, du hast ernsthafte Antworten verdient. Und so habe ich mich rechtschaffen bemüht.

Doch zunächst muss ich meine Pflichten erfüllen, den Award betreffend:About The Mystery Blogger Award
…..Okoto Enigma is the creator of the award. To motivate the Blogger please do visit her blog.

Die Regeln:

Stelle das Logo in dein Blog.

Liste die Regeln auf.

Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.

Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei.

Erzähle den Lesern drei Dinge über dich.

Nominiere 10 bis 20 Personen.

Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst.

Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein.

Teile einen Link zu deinen besten Posts.

Und jetzt geht es los:

Drei Geheimnisse, die ich noch nicht ausgeplaudert habe und die ich öffentlich machen kann, ohne mich zu schämen?
a) Mein Berufswunsch als Abiturientin: „Dramaturgin“. Da in der extremen Provinz, in der ich aufwuchs, höchstens mal Feys Marionettenbühne vorbeikam, hatte ich nicht wirklich eine Ahnung, was das sei. Ich hatte einen Haufen Dramen gelesen, Shakespeare sogar im Original (ein sehr dickes Buch!) und Faust II beim Schulball, um meinen männlichen Mitschülern klar zu machen, dass es mir ÜBERHAUPT NIX ausmachte, wenn sie mich nicht zum Tanz aufforderten…. , und sehnte mich nach einem Leben mit und für das Theater. Begonnen hatte es mit zwölf, als ich zur „Regieassistentin“ für ein selbst geschriebenes Stück ernannt wurde (Till Eulenspiegel, gereimt und bebildert). Lieber hätte ich freilich auf der Bühne gestanden, aber die Lehrerin hielt mich dafür wohl ungeeignet, was mich wurmte….
b) Zu Studienbeginn nahm ich an einer Theatergruppe teil, wir übten ein expressionistisches Stück von Barlach ein (Titel?) und ich hatte drei Nebenrollen mit ca fünf Wörtern zu lernen. Ich schlief damals schlecht, weil mich Alpträume plagten: ich würde den Einsatz verpassen, den Text vergessen. Zum Glück kam das Stück nie zur Aufführung.
c) Meine Theater-Sucht hielt sich noch ein paar Jahre, ich suchte so ziemlich jeden Abend eines auf, besonders die kleinen Kellertheater und Experimentierbühnen hatten es mir angetan. In Berlin entdeckte ich das noch fast unbekannte, da nicht im Abonnement enthaltene Theater am Halleschen Ufer, mit Peter Stein. Ich sah dann in Athen die ganze Orestia, von ihm in einem Steinbruch über Athen inszeniert, auch seine Medea im Theater von Epidaurus sah ich, und seine 1-Mann-Show: den gesamten Faust I und II in Kürzestfassung auf einer kleinen Athener Bühne. Heute, im Theater-verrückten Athen, habe ich die Übersicht verloren und gehe relativ selten in eines der -zig Theater.

So, und nun zu den fünf Fragen, die Ulli mir stellte:

No. 1. Was ist dein Antidot gegen die Schwere des Lebens? Als Gegengift gegen die Schwere des Lebens dienen mir Leichtigkeit, Witz, Geschichten und Bilder mit doppeltem Boden. Ich statte die schweren Kisten mit Luftkammern aus, den Lebewesen lasse ich Flügel wachsen, die Ereignisse umgebe ich mit Spott. Im täglichen Leben hilft mir, die Dimensionen zu wechseln: ich schaue auf das ganz Kleine (den Flug eines Schmetterling, das Lächeln einer Katze) und auf das ganz Große (das Firmament, die Ewigkeit, das Göttliche).
No. 2 Was möchtest du in deinem Leben nicht missen? Meine menschliche Grundausstattung, also: Meine Sinne, meine Beweglichkeit, meine Fähigkeit zu denken und zu sprechen, neugierig zu sein und zu lernen, zu lieben und zu leiden und zu gestalten.
No. 3 Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du dann jetzt sofort tun oder dir anschaffen oder wen unterstützen? Eigentlich spielt Geld seit meiner Jugend (als mir ein für mich damals erheblichen Betrag gestohlen wurde) keine Rolle mehr. Damals dachte ich: eine Welt bricht zusammen. Dann aber fühlte ich Erleichterung, Befreiung. Durch eigene Arbeit konnte ich immer genug zum Leben verdienen,  konnte auch dies und das zustande bringen und unterstützen. Darüber bin ich froh. Manchmal denke ich: wenn ich viel Geld hätte, dann würde ich jedem, der es braucht, einen Schein zustecken, oder eine Ausbildung finanzieren oder ihm den Zahnarzt bezahlen oder einen Berg kaufen, damit er dort ein Paradies schaffen kann für Menschen und Tiere und Pflanzen aller Art. Oder ich würde ein Schulschiff bemannen, damit alle Kinder mal zur See fahren können. Aber dann sage ich mir: Die Kräfte liegen nicht im Geld, sondern im Menschen.
No. 4 Gibt es etwas was du ganz anders machen würdest, wenn du heute auf dein Leben zurück schaust? Dem Gedanken kann ich nicht wirklich folgen. Denn was ich getan oder nicht getan habe – oder was mir geschehen ist – Schlimmes und Gutes, ist nun mal so und nicht anders getan und geschehen. Ich kann mir ihr Nicht-Geschehen oder Anders-Getan nicht wirklich vorstellen. Würde ich das eine oder andere durchstreichen oder ergänzen, würden ja auch die vorhergehenden und nachfolgenden Ereignisse sich ändern müssen. Ich hätte eine andere sein müssen als ich war. Wahr ist freilich, dass auch mir „nicht alle Blütenträume reiften“ (Goethe).
No. 5 Was möchtest du auf alle Fälle noch in deinem Leben machen/verwirklichen? Die nehme ich mal als die fehlende unernste Frage: mein Kindheitswunsch war, zu geigen wie eine Zigeunerin und auch so auszusehen und zu leben. Es reichte nur dazu, mir mit 15 eine Geige zu kaufen und sie drei Jahre lang zu spielen. Im übrigen war ich schrecklich blond und arisch. Wie wärs, mir den Kindheitswunsch noch zu erfüllen? (Als ich in Berlin studierte, wohnte ich mal in Untermiete bei einem alten Ehepaar. Der Mann – er schien mir uralt zu sein damals – übte jeden Tag auf seiner Geige die Tonleitern rauf und runter. Das hörte sich schlimm an, aber mich rührte es zutiefst. Da wollte sich einer einen Jugendtraum erfüllen).

Uff! Und nun muss ich noch 5 Fragen erfinden? Na schön.

  1. Welche drei Dinge, die du gestern getan hast, findest du auch heute noch erwähnenswert ?
  2. Was tust du, wenn dir plötzlich ein interessanter Einfall kommt?
  3. Welches Tier steht dir am nächsten?
  4. Hast du jemals damit gehadert, das Kind deiner Eltern zu sein? Wie sieht es heute aus?
  5. Lebst du lieber vorwärts als rückwärts oder lieber rückwärts als vorwärts?

Ich muss nun noch ein paar von euch BloggerInnen mit dem Mystery-Award beehren – wissend, dass ihr das womöglich zwar ehrend, aber auch lästig finden werdet. Ich würde mich natürlich freuen, wenn auch ihr euch outet – so wie ich es eben versucht habe zu tun.

Die Nominierten sind

https://hikeonart.wordpress.com/author/hikeonart/

https://pawlo.wordpress.com/

https://kopfundgestalt.wordpress.com/

https://agnesblogsite.wordpress.com/author/agnesblogsite/

https://wortundstern.wordpress.com/author/criblo/

https://putetet.wordpress.com/author/putetet/

Indigoblau – der nachhaltige Reiseblog

http://meinnameseimama.com/

http://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/

Wenn Dich die Schönheit findet, kann man es in deinen Augen sehen. ©BaSch

http://juergenkuester.wordpress.com/

http://wildgans.wordpress.com/

(Pardon, die letzten links funktionieren nicht. Warum nur?)

Wer von euch Nominierten nicht mitmacht – ich nehms nicht übel. Wer mitmacht, ohne nominiert zu sein: um so besser!

Nun wünsche ich allen Nominierten und Nicht-Nominierten einen angenehmen Nachmittag. Mit herzlichem Gruß Gerda

 

 

 

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Montag ist Fototermin: Spaziergang in Kalamata

Kalamata – ca 10 km von meinem Haus – ist eine lebendige Provinzstadt, Hauptstadt des Nomos Messinien mit einer Bevölkerung von ca 53 000. Gebaut wurde eine Siedlung zuerst auf und rund um einen Hügel, anscheinend schon in homerischen Zeiten, damals mit dem Namen Phares. Zur Zeit der Kreuzzüge, so um 1200 herum, gewann der Ort – wie auch die Städte Koroni und Methoni, von denen ich letztens erzählte – Bedeutung. Die Franken ließen auf dem Hügel eine Burg errichten, die immer mal in andere Hände fiel, dann ca 300 Jahre lang bis zur Befreiung 1821 eine osmanische Besatzung beherbergte. Langsam erweiterte sich der Ort, wanderte weiter in die fruchtbare Ebene und hinunter zur Küste, wo ein Industriehafen und vor ein paar Jahren auch eine Marina entstanden. Das Wirtschafts-Zentrum liegt immer noch landeinwärts, aber im Sommer verlagert sich das Leben zum Teil auf die breite See-Promenade. Dort saß ich vorgestern, trank einen Kaffee und machte ein paar Fotos. Um euch aber einen etwas besseren Einblick in die Stadt zu geben, habe ich jetzt frühere Archive rausgesucht – und so ein Sammelsurium von Kalamata-Impressionen zusammengestellt.

Viel Spaß!

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abc-etüden: Eine Wahlkampf-Posse

Rosa-grün, Achtsamkeit und verwursteln sind die drei Wörter, die Herbert gespendet hat und aus denen wir diesmal unsere Kürzestgeschichte basteln sollen. Was liegt da näher, als an den laufenden Wahlkampf zu denken?

Die Einladung wurde von Christiane ausgesprochen und wie immer und dankenswerter Weise von lz vorzüglich graphisch gestaltet.

 

Eine Wahlkampf-Posse.

Rosa-grün gemustert prangt die Krawatte
An des Redners Brust, denn er hatte
Im Sinn, den politischen Diskurs zu lenken
Auf die Versöhnung von Fühlen und Denken .
Denken allein würde der Welt eine Katastrophe bescheren
Achtsamkeit sei vonnöten, um die Katastrophe abzuwehren
Und sie, die Achtsamkeit, sei wie ein rosa Blütentraum
in des Lebens Früchte tragendem grünen Baum.
„He, Sie“, ruft da ein Kerl aus dem Saal herauf
„So’ne wie Sie, die fehlten uns grad“, und steht auf.
Drohend naht er, die Muskeln geschwollen
Die Augen trüb. „Ich weiß, was Sie wollen
Sie wolln die blutrote Fahne der Revolution
  weichwaschen auf nen rosafarbenen Ton
Damit wir weiter der Herren Hände lecken
Und sie sich unserer Arbeit Lohn in den Hintern stecken.
Sie grün-rosa Herr, Sie Verwurschtler, komm runter
sonst verwuschtle ich dich mal und mach dich noch was bunter!“
Aufruhr im Saal. Wo sind die Ordnungskräfte?
Was würde werden, wenn jeder so kläffte?
Und während sie ihn niederringen, den Proleten
Erhebt der Redner die Hände als ob sie flehten:
„Möge der Klassenkampf von uns weichen,
Möge das Rot zu Rosa verbleichen
Dann kommt der Segen zu uns herab geflossen*
Und jeder lebt herrlich. Ich dank euch, Genossen!“

*In der ökonomischen Theorie spricht man vom „trickle down-Effekt“, das bedeutet: von dem erwirtschafteten Wohlstand tröpfelt manches runter zu den ärmeren Schichten der Gesellschaft, so dass sie auch was davon haben. Siehe auch https://www.google.gr/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiI0_DerqzWAhWrFZoKHfJ7CEQQFggmMAA&url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FTrickle-down-Theorie&usg=AFQjCNH5SIgBxxQC5cyUiG3RDBCnMZFNpw

Rot-Grün-Verquirlung

und invers: Rosa-Grün-Verquirlung

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abc-etüden: Ersteigert!

Noch schnell, bevor der Gong erschallt und die Woche mit den drei Wörtern Knutschkugel, Beichtstuhl, Verwandlung durch eine neue Woche mit frischen Wörtern abgelöst wird,  eine kleine Geschichte von mir. Und garantiert keine Kata-Strophe diesmal.

„Eine Knutschkugel. Das letzte Gebot beträgt 30 Euro – zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Die Kugel geht an…“
Brigitte nahm freudestrahlend das Ding entgegen, das sie bei der amerikanischen Versteigerung ergattert hatte. „Knutschkugel“! Schon allein das Wort hatte es ihr angetan. Nun hielt sie es in den Händen, schüttelte es, knutschte es, drückte es, versuchte zu erraten, womit es wohl gefüllt war. Sand? Reis? Es klirrte leise, als sie es rieb. Ihr Sohn würde natürlich mit dem Kopf schütteln: für son Schitt gibst du so viel Geld? Bist du noch zu retten? Und er würde sie verhören, als wäre er ein Priester und sie säße im Beichtstuhl. Sie würde ihm keineswegs verraten, dass es gerade darum ging: ums Retten. Nicht sie brauchte freilich Rettung, aber die Kinder aus dem Heim, die diesen Basar bestückt hatten. Sie sah schon die Verwandlung der 30 Euro vor sich: wie sie zu ein Paar neuen Turnschuhen wurden, und vielleicht auch noch zu einem Trikot. Oder zu einer Puppe? Und vergnügt, die „Knutschkugel“ in ihrer Jackentasche versenkend und freundschaftlich drückend, machte sie sich auf den Heimweg.

Diese kleine Geschichte ist, wie ihr natürlich schon wisst, entstanden aufgrund der Schreibeinladung von Christiane, nach Wörtern und einer Einladungskarte von lz (Ludwig Zeitler). Die Knutschkugel fand ich heute eim Aufräumen. Habt Dank für die kreative Anregung!

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Blaue Winden

Ulli zeigte uns zartschöne Fotos von einem Staketenzaun mit Winden und kugelförmigen rötlichen Früchten. Ich wunderte mich: Haben Winden denn solche Früchte? Ich schaute in meinem Garten und in Kalamata nach – noch immer blühen überall die sanftsamtigen großen blauen Winden, sie ranken sich bis in hohe Bäume empor (auf dem zweiten Foto ist es ein Orangenbaum, gestern in Kalamata aufgenommen) – aber Früchte sah ich keine. Und so dachte ich: Vielleicht gehören die von Ulli gezeigten Kugelfrüchte zu einer anderen Art oder sogar zu einer anderen Pflanze, mit der die Winde sich symbiotisch vereinigt hat? Wer weiß da Bescheid?
Meine Fotos zeigen blaue, wild wachsende Winden von Mai bis gestern.

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Der geheimnisvolle Nachen (F. Nietzsche)

„Der geheimnisvolle Nachen“ ist der Titel eines Gedichts von Friedrich Nietzsche,das mir immer durch den Sinn geht – geheimisvoll, betörend, in der Stille und im Nichts endend. Meine Zeichnung ist keine Illustration des Gedichts. Und doch wirken die Zeilen stets untergründig mit, wenn ich, wie gestern, ein Boot, einen Kahn oder Nachen zeichne.

Der geheimnisvolle Nachen

Gestern nachts, als alles schlief,
Kaum der Wind mit ungewissen
Seufzern durch die Gassen lief,
Gab mir Ruhe nicht das Kissen,
Noch der Mohn, noch, was sonst tief
Schlafen macht, – ein gut Gewissen.

Endlich schlug ich mir den Schlaf
Aus dem Sinn und lief zum Strande.
Mondhell war’s und mild, – ich traf
Mann und Kahn auf warmem Sande,
Schläfrig beide, Hirt und Schaf: –
Schläfrig stieß der Kahn vom Lande.

Eine Stunde, leicht auch zwei,
Oder war’s ein Jahr? – da sanken
Plötzlich mir Sinn und Gedanken
In ein ew’ges Einerlei,
Und ein Abgrund ohne Schranken
Tat sich auf: – da war’s vorbei!

– Morgen kam: auf schwarzen Tiefen
Steht ein Kahn und ruht und ruht …
Was geschah? so rief’s, so riefen
Hundert bald: was gab es? Blut? – –
Nichts geschah! Wir schliefen, schliefen
Alle – – ach, so gut! so gut!

(Friedrich Nietzsche)

Ich habe die Zeichnung (Kohle auf grauem Karton, 70 x 100 cm) heute mehrfach mit Fotoshop-Filtern bearbeitet, in der Hoffnung, das Gemeinte dadurch deutlicher zu machen. Ein paar der Bearbeitungen sind hier zu sehen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

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Wie bitte? Vogelwelten

Und nun treten noch mal die einzelnen Darsteller vor auf die Vogelbühne: Bitte Applaus!

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