
Ulli hat mich mit dem Mystery Blogger Award beehrt. Herzlichen Dank! Da muss ich wohl mal ein Päuschen mit der Kreativität machen und mich über mein Leben beugen. Denn gefordert ist, drei Geheimnisse auszuplaudern und fünf Fragen zu beantworten, die es in sich haben. Die eine geht nach rückwärts (was hättest du anders machen wollen im Leben), die andere nach vorwärts (was willst du noch erreichen), die eine geht in die Tiefe (was tust du gegen die Schwere des Lebens), und die andere in die Breite (wenn du viel Geld hättest …). Und dann gibt es noch die, die nach dem fragt, was ich „nicht missen möchte“. Liebe Ulli, du hast ernsthafte Antworten verdient. Und so habe ich mich rechtschaffen bemüht.
Doch zunächst muss ich meine Pflichten erfüllen, den Award betreffend:
About The Mystery Blogger Award
…..Okoto Enigma is the creator of the award. To motivate the Blogger please do visit her blog.
Die Regeln:
Stelle das Logo in dein Blog.
Liste die Regeln auf.
Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei.
Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei.
Erzähle den Lesern drei Dinge über dich.
Nominiere 10 bis 20 Personen.
Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst.
Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein.
Teile einen Link zu deinen besten Posts.
Und jetzt geht es los:
Drei Geheimnisse, die ich noch nicht ausgeplaudert habe und die ich öffentlich machen kann, ohne mich zu schämen?
a) Mein Berufswunsch als Abiturientin: „Dramaturgin“. Da in der extremen Provinz, in der ich aufwuchs, höchstens mal Feys Marionettenbühne vorbeikam, hatte ich nicht wirklich eine Ahnung, was das sei. Ich hatte einen Haufen Dramen gelesen, Shakespeare sogar im Original (ein sehr dickes Buch!) und Faust II beim Schulball, um meinen männlichen Mitschülern klar zu machen, dass es mir ÜBERHAUPT NIX ausmachte, wenn sie mich nicht zum Tanz aufforderten…. , und sehnte mich nach einem Leben mit und für das Theater. Begonnen hatte es mit zwölf, als ich zur „Regieassistentin“ für ein selbst geschriebenes Stück ernannt wurde (Till Eulenspiegel, gereimt und bebildert). Lieber hätte ich freilich auf der Bühne gestanden, aber die Lehrerin hielt mich dafür wohl ungeeignet, was mich wurmte….
b) Zu Studienbeginn nahm ich an einer Theatergruppe teil, wir übten ein expressionistisches Stück von Barlach ein (Titel?) und ich hatte drei Nebenrollen mit ca fünf Wörtern zu lernen. Ich schlief damals schlecht, weil mich Alpträume plagten: ich würde den Einsatz verpassen, den Text vergessen. Zum Glück kam das Stück nie zur Aufführung.
c) Meine Theater-Sucht hielt sich noch ein paar Jahre, ich suchte so ziemlich jeden Abend eines auf, besonders die kleinen Kellertheater und Experimentierbühnen hatten es mir angetan. In Berlin entdeckte ich das noch fast unbekannte, da nicht im Abonnement enthaltene Theater am Halleschen Ufer, mit Peter Stein. Ich sah dann in Athen die ganze Orestia, von ihm in einem Steinbruch über Athen inszeniert, auch seine Medea im Theater von Epidaurus sah ich, und seine 1-Mann-Show: den gesamten Faust I und II in Kürzestfassung auf einer kleinen Athener Bühne. Heute, im Theater-verrückten Athen, habe ich die Übersicht verloren und gehe relativ selten in eines der -zig Theater.
So, und nun zu den fünf Fragen, die Ulli mir stellte:
No. 1. Was ist dein Antidot gegen die Schwere des Lebens? Als Gegengift gegen die Schwere des Lebens dienen mir Leichtigkeit, Witz, Geschichten und Bilder mit doppeltem Boden. Ich statte die schweren Kisten mit Luftkammern aus, den Lebewesen lasse ich Flügel wachsen, die Ereignisse umgebe ich mit Spott. Im täglichen Leben hilft mir, die Dimensionen zu wechseln: ich schaue auf das ganz Kleine (den Flug eines Schmetterling, das Lächeln einer Katze) und auf das ganz Große (das Firmament, die Ewigkeit, das Göttliche).
No. 2 Was möchtest du in deinem Leben nicht missen? Meine menschliche Grundausstattung, also: Meine Sinne, meine Beweglichkeit, meine Fähigkeit zu denken und zu sprechen, neugierig zu sein und zu lernen, zu lieben und zu leiden und zu gestalten.
No. 3 Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du dann jetzt sofort tun oder dir anschaffen oder wen unterstützen? Eigentlich spielt Geld seit meiner Jugend (als mir ein für mich damals erheblichen Betrag gestohlen wurde) keine Rolle mehr. Damals dachte ich: eine Welt bricht zusammen. Dann aber fühlte ich Erleichterung, Befreiung. Durch eigene Arbeit konnte ich immer genug zum Leben verdienen, konnte auch dies und das zustande bringen und unterstützen. Darüber bin ich froh. Manchmal denke ich: wenn ich viel Geld hätte, dann würde ich jedem, der es braucht, einen Schein zustecken, oder eine Ausbildung finanzieren oder ihm den Zahnarzt bezahlen oder einen Berg kaufen, damit er dort ein Paradies schaffen kann für Menschen und Tiere und Pflanzen aller Art. Oder ich würde ein Schulschiff bemannen, damit alle Kinder mal zur See fahren können. Aber dann sage ich mir: Die Kräfte liegen nicht im Geld, sondern im Menschen.
No. 4 Gibt es etwas was du ganz anders machen würdest, wenn du heute auf dein Leben zurück schaust? Dem Gedanken kann ich nicht wirklich folgen. Denn was ich getan oder nicht getan habe – oder was mir geschehen ist – Schlimmes und Gutes, ist nun mal so und nicht anders getan und geschehen. Ich kann mir ihr Nicht-Geschehen oder Anders-Getan nicht wirklich vorstellen. Würde ich das eine oder andere durchstreichen oder ergänzen, würden ja auch die vorhergehenden und nachfolgenden Ereignisse sich ändern müssen. Ich hätte eine andere sein müssen als ich war. Wahr ist freilich, dass auch mir „nicht alle Blütenträume reiften“ (Goethe).
No. 5 Was möchtest du auf alle Fälle noch in deinem Leben machen/verwirklichen? Die nehme ich mal als die fehlende unernste Frage: mein Kindheitswunsch war, zu geigen wie eine Zigeunerin und auch so auszusehen und zu leben. Es reichte nur dazu, mir mit 15 eine Geige zu kaufen und sie drei Jahre lang zu spielen. Im übrigen war ich schrecklich blond und arisch. Wie wärs, mir den Kindheitswunsch noch zu erfüllen? (Als ich in Berlin studierte, wohnte ich mal in Untermiete bei einem alten Ehepaar. Der Mann – er schien mir uralt zu sein damals – übte jeden Tag auf seiner Geige die Tonleitern rauf und runter. Das hörte sich schlimm an, aber mich rührte es zutiefst. Da wollte sich einer einen Jugendtraum erfüllen).
Uff! Und nun muss ich noch 5 Fragen erfinden? Na schön.
- Welche drei Dinge, die du gestern getan hast, findest du auch heute noch erwähnenswert ?
- Was tust du, wenn dir plötzlich ein interessanter Einfall kommt?
- Welches Tier steht dir am nächsten?
- Hast du jemals damit gehadert, das Kind deiner Eltern zu sein? Wie sieht es heute aus?
- Lebst du lieber vorwärts als rückwärts oder lieber rückwärts als vorwärts?
Ich muss nun noch ein paar von euch BloggerInnen mit dem Mystery-Award beehren – wissend, dass ihr das womöglich zwar ehrend, aber auch lästig finden werdet. Ich würde mich natürlich freuen, wenn auch ihr euch outet – so wie ich es eben versucht habe zu tun.
Die Nominierten sind
https://hikeonart.wordpress.com/author/hikeonart/
https://pawlo.wordpress.com/
https://kopfundgestalt.wordpress.com/
https://agnesblogsite.wordpress.com/author/agnesblogsite/
https://wortundstern.wordpress.com/author/criblo/
https://putetet.wordpress.com/author/putetet/
Indigoblau – der nachhaltige Reiseblog
http://meinnameseimama.com/
http://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/
Wenn Dich die Schönheit findet, kann man es in deinen Augen sehen. ©BaSch
http://juergenkuester.wordpress.com/
http://wildgans.wordpress.com/
(Pardon, die letzten links funktionieren nicht. Warum nur?)
Wer von euch Nominierten nicht mitmacht – ich nehms nicht übel. Wer mitmacht, ohne nominiert zu sein: um so besser!
Nun wünsche ich allen Nominierten und Nicht-Nominierten einen angenehmen Nachmittag. Mit herzlichem Gruß Gerda