Noch ein paar Überblendungen von Skizze und Foto

Skizze und Foto sind, da unabhängig von einander entstanden, in der Regel nicht deckungsgleich. Ich zeichne ja vor Ort und nicht nach einer Fotovorlage. Beim Überblenden ist es daher nötig, Teile des Fotos oder der Zeichnung abzuschneiden und manche anderen Anpassungen vorzunehmen. Mir scheint, diese Serie kann recht gut den Unterschied zwischen den drei Kunstarten illustrieren.

Ja, es sind drei Kunstarten: Skizze – Foto – Überblendung. Da das Überblenden digital  geschieht, ergeben sich viele mögliche Bildausschnitte und Varianten. Ich bleibe meist bei der einfachsten Lösung.

Am Teich im Park des Eisenbahnmuseums

Überblendung

In der Fußgängerzone

Überblendung

In der Taverne

Überblendung. Die Fotofolie habe ich auseinander geschnitten.

Ich habe noch ein zweites Foto zum Überblenden benutzt.

 

Gebirgige Landschaft:

Hier habe ich die Zeichnung in das Foto mit dem großen Landschaftsausschnitt eingeblendet, um die Größenunterschiede zu demonstrieren.

Im Bazar

Überblendung.

Skizze-Foto-Überblendung (entfärbt)

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Im Bazar (Fotos und Skizze mit Überblendung)

Heute war ich im Bazar auf der anderen Seite der Stadt. Freundin W betreibt dort einen Stand – sie fertigt und verkauft Schmuck. Eigentlich ist sie Schauspielerin. Sie war es denn auch, die die Idee hatte, eine Theatertruppe mit Behinderten, deren Anverwandten und Freunden zu bilden. Mehr als eine Idee ist es noch nicht – die Zeiten sind nicht grad förderlich.

Die einzelnen Lagerräume mit dem Platz davor werden vermietet. Einige stehen leer.

W nun meinte, dass dieser 50m2 großer Raum gerade das Richtige für unser Theatervorhaben sei – und den wollte ich mir heute bei Licht und in vollem Betrieb anschauen. Bei Nacht kannte ich ihn schon und fand das Ambiente eher gruselig.

Nur donnerstags belebt sich der Bazar. Nun, interessant war es heute schon.

Im Bazar, einem recht primitiven überdachten Bau, der nichts von dem Charme der berühmten Bazare des Orients hat,  bieten vor allem Roma aus dem benachbarten Lager ihre Massenware an: billige Kleidung, Tischtücher, Schuhe, Kunstblumen, Krimskrams.

Vor Tagesanbruch kommen sie und laden ihre Waren aus, dekorieren, arrangieren. Als ich am späten Vormittag ankam,  wimmelte noch viel Volk durch die Gassen des Bazars. W begrüßte mich herzlich, aber ihr Ausdruck verhieß Sorgen. Ja, sie hatten wieder bei ihr eingebrochen – das siebte Mal – und ihr ganzes wohl geordnetes Lager verwüstet. Stundenlang hatte sie in der Früh gearbeitet, um jedenfalls an ihre Sachen ranzukommen. Ihren Schmuck schleppt sie jedesmal heim, aber sie verkauft auch Kleidung, und ihr Lager war wohl gefüllt.  Die Polizei weiß von diesen Einbrüchen. Die künftigen Diebe würden dort angelernt, gaben sie lapidar als Erklärung an.

So sah das Lager aus, als ich kam. Auch die umliegenden Lager hatte es erwischt. Ob sie dennoch hier bleiben wolle? Ja, solange sie ihre Kosten decken und ihren Lebensunterhalt bestreiten könne. O ja, W ist eine Kämpferin. Aber ob das nun grad der richtige Ort für unser Vorhaben mit Behinderten ist? Ich habe so meine Zweifel.

Ich saß dann noch ein wenig an ihrem Stand, betrachtete die Menschen, von denen manche durchaus malerisch anzusehen waren, und machte eine schnelle Skizze.

Die überblendete ich dann mit einem ähnlichen Fotoausschnitt und erarbeitete etliche digitale Varianten, so auch diese.

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Der Junge und die Schlangenmaske (Kreativstunde und Kleine Beobachtungen)

Gestern kam der inzwischen elfjährige K zur Therapiestunde. Seit dem letzten Mal vor zwei Monaten ist er stark gewachsen. Dass er in manchem ein Kind, in anderem ein hoch entwickelter junger Mensch mit einer uralten Seele ist, hatte ich schon bei unseren früheren Treffen begriffen. Dass er die familiäre Krise auf die für ihn bestmögliche Weise bewältigt, macht mich froh. Er kommt nur, wenn er selbst Lust dazu hat – das ist unsere Abmachung. Besondere Anliegen hat er diesmal nicht, war aber sofort einverstanden, auch mal das Legespiel zu versuchen, dass ich mit D erfunden habe.

K ist sowohl für die meisten komplizierten Verschränkungen als auch für den alleinfliegenden Vogel verantwortlich.

K hatte 8, ich sieben Zufallstreffer beim Farbenraten – für mich eine Gelegenheit, über Zufall zu sprechen und darüber, dass beim Würfeln…. Nichts Neues für den Elfjährigen, er hatte das bereits im Schulunterricht durchgenommen.

Als nächstes ließ ich ihn – wie zuletzt den etwas jüngeren D – Tiere zuschreiben:

Welches ist dein Lieblingstier? (Fälschlicherweise verstand ich Leon, Löwe. Er aber meinte das Chamäleon).

Welches Tier „bist“ du selbst ( Zebra, „gerät leicht in Panik“), deine Mutter (Gazelle, „schnell und ausdauernd“), dein Vater (Wasserbüffel, „lebt am Amazonas, hat gebogene Hörner“), dein Freund M (Fuchs, „der Fuchs ist nicht schlau, wie man behauptet, sondern klug“), dein Lehrerin (Emu), ich (Eule), mein Mann (Flamingo) …

Ob er einen Löwen („Leon“) kenne? wollte ich wissen, denn „Lieblingstier“ ist ja so etwas wie Vorbild.  Ja, ein Mitschüler, ganz klar. Wieso denn? Na, der passt sich immer total an… Und erst da ging mir auf: ich hatte mich verhört, er sprach vom Chamäleon (Χαμαιλέον) und nicht vom Leon. So so. Er selbst sieht sich als Zebra, das durch seine Zeichnung sehr auffällt und bei Gefahr aufschreckt und davonrast, um nicht Opfer zu werden. Sein Ideal aber wäre das Gegenteil: sein können wie ein Chamäleon, mit der Umwelt verschmelzen und daher so gut wie unsichtbar sein ….

Wir gingen dann zum Maskenmalen über. Das vorige Mal wollte er das Malen noch abblocken, diesmal ließ er sich gerne darauf ein und malte mit großer Konzentration ein Bild mit einer merkwürdigen Formensprache.

Nie wäre ich drauf gekommen, was es mit Ks Maske auf sich hatte. Er erklärte es mir: In Indien gebe es Schlangenbeschwörer, die malten den Schlangen Masken auf, bevor sie ihre Kunststücke vorführten. Eine Schlange mit aufgemalter Maske …. Ich war nicht wenig erschüttert.

Noch dies und das trieben wir und besprachen wir. „Machen wir Schluss?“ fragte ich, als anderthalb Stunden vorbei waren. „Okay, du hast jetzt noch solange, wie der Sand durch die Sanduhr läuft, Zeit, um eine Frage zu stellen“. Gebannt schaute er auf den feinen Strahl des Sandes. Schließlich sagt er: „Schon als Kind wurde mir beklommen beim Anblick der Sanduhr.“ -„Und?“ frage ich, „was hast du dagegen getan?“ – „…“ “ – „Willst du jetzt etwas tun?“  Da legt er die Sanduhr auf die Seite, und das Rieseln verstummt. Die Zeit bleibt stehen. Wir atmen beide auf. Es fällt ihm eine Geschichte ein, nicht Dornröschen, sondern eine eigene. Und wir sprechen über Zeit, ob es denn eigentlich die Zeit ist, die vergeht und stillsteht? Oder ob es nicht eher die Bewegung ist, oder die jedem Ding innewohnende Entwicklung? Blume, Tier, Mensch, dies Ding hier, jedes hat seine Zeit. „Auch das Ding?“ Ja, auch das Ding, auch das zerfällt irgendwann zu Staub. Dinge haben nur langsamere Entwicklungen als Lebendes. Und um von allzu schwierigen philosophischen Fragen wegzuführen, frage ich leichthin: „Wann wird die Zeit im Unterricht lang? – „Das hängt vom Stoff, vom Lehrer und von meiner Verfassung ab“, war seine Antwort.

(Kleine Beobachtungn): Inzwischen war Nacht, und ich brachte ihn zu Fuß heim. Plötzlich hatte er doch noch eine Frage. „Warum habe ich vor mir den Schatten, obwohl die Lampe doch von vorne scheint?“ – Die Antwort fand er gleich selbst. „Ach so, ja, hinter mir ist auch eine Lampe!“ Gebannt verfolgten wir nun das Wachsen und Schrumpfen unserer Schatten vor und hinter uns – und schon waren wir am Gartenzaun seines Hauses, wo uns sein Hund laut bellend begrüßte.

Ps. Schließlich hat K sein Werk selbstbewusst mit blauen Initialen unterzeichnet. Das schwarz-weiße runde Ding ist, wie er mir erläuterte, Yin-Yang. Darüber sprachen wir vor zwei Monaten, und es war diesem feinsinnigen Jungen mit dem langen schwarzglänzenden Indianerhaar, das er gegentlich wie einen Vorhang vor sein Gesicht fallen lässt, und der, wie er lachend erzählt, unzählige Male für ein Mädchen gehalten wurde, wichtig genug, es nun hier einzufügen. Yin und Yang im Ausgleich, das möchte, das kann er erreichen.

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„Es geht auch anders, doch so geht es auch“ (Bert Brecht)

Es geht auch so – befand ich heute, und meine Nerven beruhigten sich. Es geht sogar sehr gut so. Ich darf auf Beschluss unserer guten Regierung nirgends rein, und deshalb bin ich halt draußen. Auch gut. Schön wars. Ich saß auf einer Bank in der Innenstadt und machte eine klitzekleine Skizze der Fußgängerzone, während mein Mann unsere Telefonrechnung bezahlte. Ja, ich bin privilegiert, ich habe einen geimpften Partner, und der darf und muss sogar tun, was ich nicht darf …

 

Ich saß am Meer auf einem Klappstuhl und aß leckeres Essen aus der Garküche, neben mir mein lieber Mann, der zwar in jedes Lokal gehen dürfte, aber nicht gerne allein isst.

Darüber freute ich mich sehr, und so ging ich gut gelaunt in meine dritte Pause, während er einkaufen ging. Ich holte mir am Eingang eines Cafes einen Espresso, marschierte zum Teich im Park des Bahnhofsmuseums und machte noch eine Skizze…

und fotografierte auch ein bisschen: den Teich mit seinen netten Spiegelungen fotografierte ich …

und Loks und blitzblanke Waggons, in deren Fenstern sich das Bahnhofsgebäude spiegelte.

Kurzum, ich war hochzufrieden mit dem Verlauf des Einkaufstages. Trotz allem. Denn es geht zwar auch anders, doch so geht es auch.

Die Regierung sagt, sie wolle uns Ungimpfte nicht bestrafen, sondern nur beschützen. Da bin ich nun echt dankbar für so viel Schutz. Danke, liebe Regierung. Danke auch Zeus, für das angenehme Wetterchen!

 

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Impulswerkstatt: Die Bank im Klostergarten (Dritter Akt)

 Die Bank im Klostergarten

M. rief mich gestern abend aus Wien an und und sprudelte gleich los: „Heute war ich war mit der D im Klostergarten! Du weißt ja, sie ist nicht geimpft, und daher darf sie jetzt weder ins Cafe noch ins Restaunrant. Sogar die Äußenräume sind für sie jetzt tabu. Ich könnte ja, aber allein macht es keinen Spaß. Wir setzten uns also auf die Bank, du weißt schon, die graue mit der hohen Lehne, und packten unser mitgebrachtes Essen aus. Ich hatte auch Wein und Gläser mitgebracht. Wir aßen, tauschten unsere Neuigkeiten aus, prosteten uns zu und amüsierten uns köstlich. Ein Wachmann spazierte vorbei aber beachtete uns nicht weiter. Der Pförtner aber, ein dicker Kerl vom Typ Blockwart, regte sich höllisch auf und .forderte uns auf, unsere Sachen einzupacken und zu verschwinden Doch wir lachten ihn aus. Denn der Klostergarten ist weder Restaurant noch Cafe, da darf jeder sitzen, solange offen ist.  War schön, besser als allein im Wirtshaus allemal!“ – Ich hörte ihr zu und freute mich. So muss es sein.

Die Figuren habe ich älteren Legebildern aus Jürgen Küsters (Buchalovs) Schnittresten entnommen. Die Herbstblätter in der Wandvase stammen von Bruni, der goldgelbe Gürtel des Wachmanns von Susanne Haun.

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Die Bank im Klostergarten, zweiter Akt (Impulswerkstatt)

 

Die Bank im Klostergarten.

Die propren Besucher sind gegangen. Der Abend kommt, und das Licht wird fahl. Lässigere Gestalten bevölkern nun das ehrwürdige Gemäuer.

Die Zeichnungen für diese Collage sind etwas jüngeren Datums, aber ebenfalls schon alt. Ich habe sie aus den Originalzeichnungen digital ausgeschnitten.

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Impulswerkstatt: die Bank im Kartäuserkloster (Raum-Zeit-Collage)

 Die Bank im Klostergarten

Eine so schöne Bank in einem altehrwürdigen Garten – wie kann man sie angemessen bevölkern? Das fragte ich mich und besah mir meine Zeichnungen. Ein bisschen altmodisch durften sie sein, adrett gekleidet und sorgfältig frisiert auch. Und ich fand drei durchaus passende.

Diese drei Menschen habe ich vor vielen vielen Jahren gezeichnet. Damals bemühte ich mich, das Modell bis in die Stofflichkeit von Kleidung, Haar und Möbel hinein genau wiederzugeben. Ich zeichnete mit großer Sorgfalt und Liebe. Daher, so meine ich, passen sie, obgleich weltliche Figuren, recht gut ins Milieu des Klostergartens.

Die beiden jungen Frauen waren Kunststudentinnen, die uns posierten und zugleich guten Rat gaben. Was aus der Frau links wurde, weiß ich nicht. Die traurige junge Frau rechts starb wenig später an Leukämie. Der lesende Jugendliche wuchs heran und ist jetzt 52.

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Impulswerkstatt: Der Clown in mir

 

 

Das „Doppelgesicht“, das du, Myriade, zeigtest, hat mich schon zu zwei Einträgen angeregt. Einmal benutzte ich eine Zeichnung (hier), das andere Mal das Foto eines Fresco (hier). Diesmal ist es das Foto eines bemalten Gesichts.  Zwei Clownsaugen schauen dich an, zwei driften weg, als holten sie sich Inspiration aus den Himmelshöhen.

Zugrunde liegt ein Foto, das mich selbst als Clown zeigt. Es ist vor vielen Jahren entstanden. Wir lebten damals in Frankfurt. Einmal im Jahr zu Fasching trafen sich die Ex und die aktuellen Mitglieder unseres „Kinderladens“ in Heddernheim, und mit wenigen Hilfsmitteln aus der  Klamottentruhe und Schminkutensilien fabrizierten wir vor Ort ein Kostüm.

Ich machte mich gewöhnlich zum Clown. In diesem Fall waren die aufgemalten Augen der Clou: Wenn ich die Stirn runzelte, bewegten sie sich und bekamen einen höchst lebhaften Ausdruck. Irritiert schauten die Menschen auf diese Augen und bemerkten nicht die „wirklichen“, die sich unter der Sonnenbrille verborgen hielten.

Und so schauen dich aus diesem Doppelportrait acht Augen an: vier aufgemalte und vier verborgene. Ein wenig zum Fürchten, vielleicht? Keine Angst, es ist nur ein Fototrick.

 

 

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Die Forke der Hekate – und ihr Schatten.

Fand eine „Forke der Hekate“, lag mir zu Füßen. Hekate (die Hundertfache), dreifältige Göttin, Hüterin des Dreiwegs, große Verwandlerin, wenn wir die enge Pforte des Todes durchschreiten, lächelte mir zu.

Ihr Schatten wuchs, wurde lebendig, stieg empor aus meiner Hand. Tanz, große Göttin! Tanz!

Was mich mit Hekate verbindet und ich mit ihr, findest du unter https://gerdakazakou.com/2017/01/29/griechisches-alphabet-des-freien-denkens-y-wie-%cf%85%ce%bb%ce%b7-materie/ und https://gerdakazakou.com/2017/08/05/heilgott-apoll-und-der-dreifuss/

hecate_-_mallarmeWer Hekate „in Wirklicheit“ war, woher sie stammt, wer ihre Etern waren – darüber streiten sich die Gelehrten seit der Antike. Sicher ist wohl, dass ihr Kult aus Kleinasien über Thrazien nach Athen gekommen ist.  Dabei haben sich ihre Beinamen, Attribute und ihr Herrschaftsbereich stark gewandelt. Ursprünglich wohl identisch mit der dreifaltigen „Großen Göttin“ oder „Magna Mater“, die in Himmel, Erde und Unterwelt herrschte, wurden die hellen oberirdischen Eigenschaften von ihr abgespalten.  Übrig blieb eine Gottheit, der man am besten aus dem Wege ging oder zwecks Reinigung (Katharsis)  an den Dreiwegen Hundeopfer brachte. Den Frauen war sie als Helfer bei Geburten und womöglich auch bei unerwünschten Schwangerschaften weiterhin lieb und teuer – und genau das machte sie dann im Laufe der Zeit wohl zur Herrscherin über das Reich der Hebammen, Gespenster, Hexen und Giftmischerinnen. Sie brachte, so sagen manche, den hochgiftigen Eisenhut auf die Erde, mit dessen Hilfe die Hexen flogen und dessen Wurzeln unerwünschten Mitmenschen ein schnelles Ende bereiten können.

Wenn du an Informationen über Hekate – ihre Namen, und die vielen Heilpflanzen, die mit ihr in Zusammenhang gebracht werden, interessiert bist: https://www.wildfind.com/, darin symbole-und-namen-der-goettin-hekate sowie Hekate,  sowie Suchbegriffe „wildfind, Hekate, Heilpflanzen“.

Wenn du aber wissen willst, was aus dieser großen Göttin geworden ist, dann lies den Hexengesang in Shakespeares „Macbeth“.  Gruseliges Zeug, für wahr!

Hekate: Die dunkle Göttin - Geschichte & Gegenwart von [Thomas Lautwein]Bei meiner Suche nach neueren Darstellungen des Hekate-Mythos stieß ich auf ein Buch, das mir einiges zu versprechen scheint (gelesen habe ich es noch nicht) : Thomas Lautwein, Hekate: Die dunkle Göttin. Geschichte & Gegenwart. https://books.google.gr/books?id=0UBqAwAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de. (2012) Es gibt dort das Inhaltsverzeichnis und eine  umfangreiche Leseprobe.  Der Text beginnt mit dem Satz: „Wir stehen an einer Wegkreuzung“ und fährt fort: „Es  erscheint heute als möglich, wenn nicht sogar unausweichlich, dass eine weitere Ausbreitung unserer technisch-industriellen Zivilisation die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört…….. Die GÖTTIN wird wieder zum Thema“.

Ja, wenn „Die Göttin“ das Verdrängte ist, wenn sie der Schatten unserer „Zivilisation“ ist – dann ist es wahrlich an der Zeit, sie ans Licht zu holen.

 

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Kreativstunde

Ich sagte es: Mein kleiner Freund kam zur Kreativstunde und der Trübsinn konnte pausieren. Ein wenig will ich wieder davon erzählen:

Die Ouvertüre bildete erneut das Bildlegen mit Maries Schnipseln – der zehnjährige D wollte das so. „Sollen wir andere Schnipsel nehmen?“ – „Nein, die“. Mich freute es, denn es ist schön, wenn sich Routinen ausbilden. Aber kleine Varianten sind dennoch angenehm. Daher trugen wir heute Hüte (schließlich üben wir fürs Theater) und rieten, welche Farbe sich beim Umdrehen zeigen würde. Meist rieten wir daneben, aber manchmal trafen wir es – und jubelten. Sicher werden wir das nächste Mal schon viel mehr Richtige haben, denn wir merkten uns spielerisch manche Form mitsamt der Farbe.

Von der nächsten Phase kann ich nicht viel zeigen: wir spielten Pantomimen. Zur Anregung hatte ich ein paar Requisiten auf einem Tisch ausgebreitet, außerdem habe ich einen großen Sack mit ausrangierten Kleidungsstücken, eine Couch, ein paar Puppenzuschauer…. Wir spielten Szenen wie: „morgens vom Telefon geweckt werden“ oder „abends nicht einschlafen können“ oder „ein Dieb schleicht sich in die Wohnung“ oder „wie schmeckt das denn?“ Wer mehr Spaß dran hatte, der Junge oder die Alte, weiß ich nicht.

Schließlich bastelten wir noch zwei Tiermasken. Dafür brauchten wir Schreibmaschinenpapier, Schere, Klebeband, Akryllfarben und Pinsel. D bastelte sich einen Delphin (Wolf wollte er nicht mehr sein), ich mir eine Eule. Seine Lieblingsfarben auch diesmal: Blau und Grün.

Jetzt hängen sie im Atelier an der Wand. Eine fehlt, die hatte D letztes Mal mit nach Hause genommen.

 

 

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