Die Forke der Hekate – und ihr Schatten.

Fand eine „Forke der Hekate“, lag mir zu Füßen. Hekate (die Hundertfache), dreifältige Göttin, Hüterin des Dreiwegs, große Verwandlerin, wenn wir die enge Pforte des Todes durchschreiten, lächelte mir zu.

Ihr Schatten wuchs, wurde lebendig, stieg empor aus meiner Hand. Tanz, große Göttin! Tanz!

Was mich mit Hekate verbindet und ich mit ihr, findest du unter https://gerdakazakou.com/2017/01/29/griechisches-alphabet-des-freien-denkens-y-wie-%cf%85%ce%bb%ce%b7-materie/ und https://gerdakazakou.com/2017/08/05/heilgott-apoll-und-der-dreifuss/

hecate_-_mallarmeWer Hekate „in Wirklicheit“ war, woher sie stammt, wer ihre Etern waren – darüber streiten sich die Gelehrten seit der Antike. Sicher ist wohl, dass ihr Kult aus Kleinasien über Thrazien nach Athen gekommen ist.  Dabei haben sich ihre Beinamen, Attribute und ihr Herrschaftsbereich stark gewandelt. Ursprünglich wohl identisch mit der dreifaltigen „Großen Göttin“ oder „Magna Mater“, die in Himmel, Erde und Unterwelt herrschte, wurden die hellen oberirdischen Eigenschaften von ihr abgespalten.  Übrig blieb eine Gottheit, der man am besten aus dem Wege ging oder zwecks Reinigung (Katharsis)  an den Dreiwegen Hundeopfer brachte. Den Frauen war sie als Helfer bei Geburten und womöglich auch bei unerwünschten Schwangerschaften weiterhin lieb und teuer – und genau das machte sie dann im Laufe der Zeit wohl zur Herrscherin über das Reich der Hebammen, Gespenster, Hexen und Giftmischerinnen. Sie brachte, so sagen manche, den hochgiftigen Eisenhut auf die Erde, mit dessen Hilfe die Hexen flogen und dessen Wurzeln unerwünschten Mitmenschen ein schnelles Ende bereiten können.

Wenn du an Informationen über Hekate – ihre Namen, und die vielen Heilpflanzen, die mit ihr in Zusammenhang gebracht werden, interessiert bist: https://www.wildfind.com/, darin symbole-und-namen-der-goettin-hekate sowie Hekate,  sowie Suchbegriffe „wildfind, Hekate, Heilpflanzen“.

Wenn du aber wissen willst, was aus dieser großen Göttin geworden ist, dann lies den Hexengesang in Shakespeares „Macbeth“.  Gruseliges Zeug, für wahr!

Hekate: Die dunkle Göttin - Geschichte & Gegenwart von [Thomas Lautwein]Bei meiner Suche nach neueren Darstellungen des Hekate-Mythos stieß ich auf ein Buch, das mir einiges zu versprechen scheint (gelesen habe ich es noch nicht) : Thomas Lautwein, Hekate: Die dunkle Göttin. Geschichte & Gegenwart. https://books.google.gr/books?id=0UBqAwAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de. (2012) Es gibt dort das Inhaltsverzeichnis und eine  umfangreiche Leseprobe.  Der Text beginnt mit dem Satz: „Wir stehen an einer Wegkreuzung“ und fährt fort: „Es  erscheint heute als möglich, wenn nicht sogar unausweichlich, dass eine weitere Ausbreitung unserer technisch-industriellen Zivilisation die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit zerstört…….. Die GÖTTIN wird wieder zum Thema“.

Ja, wenn „Die Göttin“ das Verdrängte ist, wenn sie der Schatten unserer „Zivilisation“ ist – dann ist es wahrlich an der Zeit, sie ans Licht zu holen.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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11 Antworten zu Die Forke der Hekate – und ihr Schatten.

  1. Hekate besuchte kürzlich auch ein Gedicht von mir…

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  2. Danke dir! Wieder was gelernt. Dabei dachte ich, dass mal intensiver gelernt zu haben. 😉 Wünsche euch ein schönes Wochenende! LG Michael

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Es waren auch 3 Nornen, die an der Weltenesche Yggdrasit saßen/sitzen, um das Schicksal der Menschen zu spinnen. Die sind aber dort am guten/richtigen Platz, meine ich.

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  4. Gisela Benseler schreibt:

    Die griechischen Hekate-Kunstwerke sind beeindruckend. Mit irrtümlichen Deutungen/Umdeutungen (ob christlich oder nicht) befasse ich mich erst gar nicht.

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  5. Bivios (ein Wort, das mir leider so fremd war) ist mir jetzt wieder begegnet, als ich Deinen Text aus 2017 eben las, der so beeindruckend war, liebe Gerda.
    Die Forke der Hekate,
    Wie hast Du es nur geschafft, diesen übermäßig großen Schatten aufs Bild zu bannen und wie
    gut, daß Du Hekate aus der Versenkung holst. Wir verdrängen so vieles, ich tue es auch ständig, aber lese ich Deine Zeilen, sehe Deine Bilder dazu, weiß ich wieder, daß viel zu vieles im Schatten unserer sogenannten Zivilisation liegt …

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