„Es geht auch anders, doch so geht es auch“ (Bert Brecht)

Es geht auch so – befand ich heute, und meine Nerven beruhigten sich. Es geht sogar sehr gut so. Ich darf auf Beschluss unserer guten Regierung nirgends rein, und deshalb bin ich halt draußen. Auch gut. Schön wars. Ich saß auf einer Bank in der Innenstadt und machte eine klitzekleine Skizze der Fußgängerzone, während mein Mann unsere Telefonrechnung bezahlte. Ja, ich bin privilegiert, ich habe einen geimpften Partner, und der darf und muss sogar tun, was ich nicht darf …

 

Ich saß am Meer auf einem Klappstuhl und aß leckeres Essen aus der Garküche, neben mir mein lieber Mann, der zwar in jedes Lokal gehen dürfte, aber nicht gerne allein isst.

Darüber freute ich mich sehr, und so ging ich gut gelaunt in meine dritte Pause, während er einkaufen ging. Ich holte mir am Eingang eines Cafes einen Espresso, marschierte zum Teich im Park des Bahnhofsmuseums und machte noch eine Skizze…

und fotografierte auch ein bisschen: den Teich mit seinen netten Spiegelungen fotografierte ich …

und Loks und blitzblanke Waggons, in deren Fenstern sich das Bahnhofsgebäude spiegelte.

Kurzum, ich war hochzufrieden mit dem Verlauf des Einkaufstages. Trotz allem. Denn es geht zwar auch anders, doch so geht es auch.

Die Regierung sagt, sie wolle uns Ungimpfte nicht bestrafen, sondern nur beschützen. Da bin ich nun echt dankbar für so viel Schutz. Danke, liebe Regierung. Danke auch Zeus, für das angenehme Wetterchen!

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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18 Antworten zu „Es geht auch anders, doch so geht es auch“ (Bert Brecht)

  1. Mitzi Irsaj schreibt:

    Aus allem das Beste zu machen und in allem etwas positives zu sehen, ist eine Kunst. Du beherrscht sie, liebe Gerda.

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    • gkazakou schreibt:

      Naja. Ich übe noch, Mitzi.

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      • Mitzi Irsaj schreibt:

        …das alleine ist wohl schon viel Wert. Ich werde gerade schon wieder nervös ob hl. Abend mein Lieblingsmensch bei mir auf dem Sofa sitzt (Anreise durch drei Länder, eines davon seit heute Risikogebiet…usw). Optimistisch (oder trotzig) habe ich mir heute trotzdem einen Zettel für das Abendessen an diesem Abend aufgeschrieben und beschlossen, dass ich definitiv für zwei kochen werde.

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Naja, auf soviel „Schutz“ kann ich gut verzichten, wie Du ja auch…/ „Es geht auch anders, doch so geht es auch“, – schön, wenn frau das Beste aus der Situation zu machen versucht. ☺

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  3. signorafarniente schreibt:

    Liebe Gerda, jetzt muss ich ganz doof fragen: Als alleinstehender Mensch hätte man gar keine andere Chance als sich impfen zu lassen, wenn ich das richtig sehe? Abgesehen von lieben Nachbarn und Freunden, die aushelfen würden, man wäre dazu gezwungen, oder? 😦 Belügt sich die Regierung denn nicht selbst, wenn sie es als Schutz betitelt, wo es doch eine akute Bevormundung ist? Vielleicht sehe ich es auch falsch, aber fast so scheint es mir. Das Messer auf der Brust… zu deinem eigenen Schutz. 🙁
    Wie dem auch sei, ich finde es umso schöner, dass du das beste daraus machst! Den Kopf in den Sand steckst du schon mal nicht. Auch nicht am Meer – wo es genug Sand (oder Steine) gäbe. Das bewundere ich sehr an dir! 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      doof gefragt, doof geantwortet: Chomsky, den ich einstmals verehrt habe, meinte, diese Scheißungeimpften sollten sich verdünnisieren und sehen wo sie Nahrungsmittel auftreiben. Natürlich drückte er sich etwas feiner aus.
      Ich hoffe, du verstehst, dass vieles, was ich schreibe, bittere Ironie ist. Mein Urteil über derlei Praktiken und Ansichten könnte nicht schwärzer sein..

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  4. Anders war schon immer interessanter als Normalos!😁😁😁💃🙆‍♀️🥳

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  5. Peter Klopp schreibt:

    Deine Kreativität, während dein lieber Mann die Besorgungen macht, ist wirklich zu bewundern. Hab noch einen schönen Tag!

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  6. wildgans schreibt:

    In diesen Zeiten nicht den Humor verlieren. Schön schwarz ist er geworden. Ihr habt es gut „geregelt“ …

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  7. Leela schreibt:

    Ironie oder Zynismus?… ok, Humor…
    hier überlegen sie immerhin, ob das Testen wieder kostenfrei wird… ich ginge dann vielleicht doch mal wieder zum Frisör…

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  8. Tja, ich war feige und ließ mich impfen, denn ich war ein gebranntes Kind und es dauerte ein Jahr, bis ich mich wieder einigermaßen normal fühlte…
    Wie gut, daß Ihr eine machbare Lösung gefunden habt, liebe Gerda.

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    • gkazakou schreibt:

      Du. liebe Bruni. hättest dich wirklich nicht impfen lassen sollen – du bist ja eine „Genesene“, und die sind weit besser und vor allem länger als die Geimpften vor Ansteckung geschützt. Eine Lösung ist das, was wir gefunden haben, natürlich nicht, vielleicht eine Notlösung, solange das Wetter es zulässt. Aber verrückt ist es allemal. Nimm das Beispiel der Freundin, die die Garküche betreibt: sie darf es, obgleich nicht geimpft. Aber sitzen und essen darf sie dort als Ungeimpfte nicht. Dasselbe hatte mir schon ein anderer Bekannter erzählt: Er arbeitet in einer Restaurantküche -das darf er -, aber wenn seine Schicht zuende ist, muss er gehen und darf sich nicht hinsetzen und etwas essen.
      Heute war ich auf dem sehr volkstümlichen Markt, wo vor allem Roma Klamotten und ähnliches verkaufen. Ein Gedränge, keine Kontrolle. Maskenpflicht besteht, aber keine Testpflicht. Sowieso kümmert sich niemand drum. Aber einen leeren Museumsgarten darf ich nicht betreten. Und um meine Telefonrechnung zu bezahlen, soll ich ein Zertifikt vorweisen. ….Es ist ein Tollhaus.

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  9. Johanna schreibt:

    Schön, die frohe Laune, und doch sticht es etwas…. all das

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