Feuerwerk über dem Wasser

Was ich gestern nicht gesehen habe, habe ich heute erfunden. Dafür brauchte ich sämtliche gold-rot-braunen Teile von Susanne, ein paar blaue gerissene Schnipsel von mir und eine schwarze Pappe im Format 50 x 70 cm als Legegrund. Nun, und ein bisschen Fotoshop habe ich auch eingesetzt. Ihr seht im ersten Bild den Feuerwerker in Aktion, es folgen zwei Bildausschnitte, damit ihr die Leute auf der Brücke, die das Spektakel betrachten, besser erkennen könnt, dann nochmal das ganze Bild, diesmal ohne Fotoshop-Effekte (bitte die Bilder anklicken).

Nun ist das Feuerwerk längst abgebrannt, zu Boden gesunken sind die Elemente, und nur die Erinnerung an die große Feuerspirale spielt noch in den Augen der Kinder. Es beginnt die Alltags-Prosa. Außer, wir machen uns unsere eigene Poesie – täglich neu, zu unserem Vergnügen und Genuss.

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Der Neujahrsspaziergang

Gegen Mittag mit Freundin und Hund unterwegs, 1. Januar 2018, Westliche Mani Richtung Kitries. Blick auf die verschneiten Gipfel des Taygetos.

 

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Aller Anfang ist leicht.

 

„Aller Anfang ist leicht“ (c) gerda kazakou

 

Beste Wünsche und Grüße zum 1. Januar 2018!

 

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Ausflug in den Taygetos

Das Leben geht weiter seinen Gang, auch wenn einige so tun, als gäbe es heute Nacht DIE große Zäsur, und ab morgen sei alles anders. Bemerkenswert am morgigen Tag ist vor allem, dass Vollmond sein wird. Darauf freu ich mich besonders. Und auf den morgendlichen Spaziergang, den ich immer am 1. Januar mache.

Heute sah ich den Fast-Vollmond riesengroß über einem Taygetos-Dorf stehen.

Vorher war einiges passiert: eine Autofahrt unter klarem blauem Himmel durchs Gebirge, auf dessen fernen Flanken Schnee lag – drei befreundete Frauen und zwei reizende Kinder zwischen vier und sechs – eine freundliche Gaststätte mit offenem Feuer und Mitgliedern des Dorfvereins, die Kalanda (Neujahrslieder) sangen, um die Kasse aufzubessern – ein Spaziergang zur renovierten Kirche und dem alten Haus, das die Freundin nun tatsächlich gekauft hat und in ein Yoga-Retreat umwandeln will (schau mal hier und hier) – zurück zur Gaststätte mit Speis und Trank und dem Gesang des 6jährigen Demosthenis, den seine Mutter sehr gekonnt auf der Mandoline begleitete – die stille kalte Hauptkirche des Dorfes im Goldglanz ihrer Ikonen und, hinaustretend, der fast volle Mond, zum Greifen nah, über den ansteigenden Dächern.

Wieder zu viele Fotos? Ich weiß. Natürlich habe ich viel mehr gemacht. Du kannst die Bilder durch Anklicken vergrößern.

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Luftakrobaten und Lattenzaun (Silvestergedanken)

Wieder habe ich Susannes Schnipsel benutzt – danke, Susanne! Diesmal teilte ich das Material und machte zwei Bilder. eins auf weißem, eins auf schwarzem Grund. Das erste nenne ich „Luftakrobaten“ und das zweite „Es war einmal ein Lattenzaun mit Zwischenraum um durchzuschaun“ nach dem Gedicht von Christian Morgenstern, hier zu betrachten, bevor der Architekt kam und den Zwischenraum wegnahm.

Die Bilder lassen sich wie immer durch Draufklicken vergrößern.

Silvestergedanken

Luftakrobaten (c) gerda kazakou

 

Es war einmal ein Lattenzaun (c) gerda kazakou

Im Falle, dass du in der Silvesternacht über die Stränge schlägst und zu viel Alkohol runterschluckst, wird sich der Zwischenraum womöglich verdünnisieren und der Architekt verdoppeln.Etwa so:

Auch für die Luftakrobaten –  alias Träumer – hätte ich eine Variante anzubieten, die vielleicht Silvester-gerechter ist.

Na dann feiert mal schön, trinkt, lacht, küsst euch und landet sicher im goldenen Jahr

2018.

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12-Monatsbild: Mein Atelier am 30. Dezember 2017

Ihr wisst es schon: Zeilenende machte den Vorschlag, ein Motiv am letzten Sonntag jeden Monats zu fotografieren. Auch ich meldete mich zur Stelle mit „mein Atelier“ oder auch „die Wurzelmännchen“, je nachdem, wo ich mich am Monatsende befände. Nun bin ich in der Mani, ergo bei meinem Atelier, und ich freue mich, es euch noch einmal zu präsentieren.

Zunächst: Wie sieht es draußen vor der Tür aus?

Der Starkregen der letzten Tage hat das goldene Laub vom Granatapfel- und Feigenbaum gefegt, einerseits, andererseits aber hängen die Oliven noch an den Bäumen, da die Ernte wegen des Wetters verschoben werden musste.

Die Tür steht offen, tritt ein. Eine kleine Führung gefällig?

In der ersten Reihe (du kannst alle Bilder durch Anklicken vergrößern) siehst du mein cavalletto (Staffelei) mit einer Kohlezeichnung zur Mittagszeit.

In der zweiten Reihe dann zwei Ablagen – meine und Susannes Schnipsel.

In der dritten Reihe zwei größere Arbeiten, an denen ich grad arbeite. Die obere ist etwas beschädigt, ich will es reparieren.  Die untere (Foto) habe ich zunächst mal abgebrochen. Sie entstand bei der Lektüre eines Buches, dessen Inhalt ich kaum verkraften konnte (Monika Köhler, Die Früchte des Machandelbaums. Es wurde in den 80ern geschrieben, ist aber leider schockierend aktuell. Für mich war es wichtig.)

Ein Atelier soll in Bewegung bleiben. In der vierten Reihe siehst du daher die Staffelei am Abend, darauf eine Kohle-Zeichnung auf großer grauer Pappe, die grad am Entstehen ist.

 

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abc-etüde zu Neujahr: Abgesang und Palimpsest

Christiane lud zu einer Neujahrsetüde, und lz machte auch diesmal die Einladungskarte. Ich lasse mich nicht lumpen/und nehme den Bleiklumpen, /gieße daraus Karpfen und Krapfen, /Vorsätze, Berliner und Tannenzapfen. /Und alles was sich reimt auf Kuss: /Mit dem Alten ist jetzt Schluss!

Abgesang

Auf meine alten Tage ist mir das neue Jahr
Wie altem Wein, den man in neuen Schlauch gegossen.
Es wäre Heuchelei zu sagen, es sei wunderbar
Dass schon vergangen ist, was ich doch sehr genossen.
Das Leben eben, das war mir Genuss
Und höchst erwünscht so mancher liebe Kuss.
Wenn dann das Neujahrsläuten kommt und alle küssen
Weil es so Brauch ist und sich alle küssen müssen
Dann lach ich leise und entzünde auch zwei Wunderkerzen
Für dich und mich, denn dich lieb ich von Herzen
Hab dich schon lang geliebt. Vorsätze brauch ich nicht
Nachsätze finden sich. Komm, Liebster, lösch das Licht.

 

Palimpsest 4

Ein Palimpsest entsteht, wenn man eine schon mal beschriebene Oberfläche abschabt und neu beschreibt. Das war im Altertum und Mittelalter gang und gäbe, denn die Schriftträger aus Pergament oder Papyrus waren teuer.  Wenn jetzt ein neues Jahr beginnt, ist es wie ein Palimpsest: wir überschreiben das vorige Jahr mit dem neuen.

Palimpsest 5

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Arbeit mit Susannes Schnipseln: Spuk am Strand

Wenn du lange in der Sonne gelegen und gedöst hast (was ich natürlich nie tue), dann können dir merkwürdige Dinge passieren. Zum Beispiel fährt ein Containerschiff aus China am Horizont entlang, das nimmt die Sonne mit, als sei sie eine überreife Orange. Und ein Typ, der einen großen Pokal in der Hand hält, wer weiß, vielleicht ist er mit Wein gefüllt? fährt plötzlich schreckhaft auf, denn der Sonnenschirm droht umzufallen. Da sieht er einen kleinen Chinesen durch die Luft fliegen. Vielleicht kommt er vom Trampolin? Oder vom Containerschiff, wo er als blinder Passagier reiste und nun Fähnchen schwenkend um Asyl bittet?

Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Dieser Pokal, hm. Und warum sitzt der Typ so merkwürdig, die Stiefel in der Luft? Ist er vielleicht grad von einer Leiter gefallen, hält sich knapp am Sonnenschirm fest, und bei dem Ruck flog der kleine Chinese mitsamt dem Pokal, wie der Geist aus der Flasche, wenn sich der Pfropfen löst, zurück in den Strudel, aus dem alle Geschichten geboren werden?

 

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Arbeit mit Susannes Schnipseln: „Sonntagsbummel“ und „Schöner Wohnen“

Draußen herrschen Regen und Düsternis. Da leuchten Susannes Schnipsel doppelt verführerisch. Afrikanisches gestaltet sich: eine Familie – die Mutter und die vier Töchter – haben sich Schleifen ins Haar gebunden für die sonntägliche Promenade. Die Sonne schickt ihre Strahlen heiß zur Erde. Da ist das Wasser mit der plätschernden Ente eine Wohltat. Aber rein dürfen die Mädchen nicht, leider. Solche Vergnügen sind nicht für die Kinder der neuen Mittelklasse. Wozu hat man sich so fein gemacht?

Wenig später – es ist Siesta-Zeit – werden die Schnipsel dann zu einem Wohn-Schlafzimmer, geschmückt wie in den alten Ausgaben von „Schöner Wohnen“. Das Paar ruht unter der doppelten Leuchte und dem Wandschmuck – einem Schifflein aus Holz.  Vor dem Bett ein exotischer Bettvorleger, und zwischen den symmetrisch angeordneten Vasen auf der Kommode das streng blickende Bildnis eines Vorfahrs in ovalem Rahmen.

Vielleicht fragst du dich, wie das Zimmer des Nachts aussieht? Nun, nicht viel anders, nur die Farben sind verschwunden.

 

 

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Arbeit mit Susannes Schnipseln – Vorüberlegungen und 2 Versuche

Susannes Schnipsel stammen aus einem Akryllgemälde auf Pappe. Warme lebhafte Farben dominieren. Meine erste Frage ist heute: welchen Untergrund werde ich benutzen? Ich schütte die Schnipsel auf einen dunkelgrauen, weißen und beigen Grund und entschließe mich, mit dem weißen zu beginnen, weil er am neutralsten wirkt. (Bitte immer zum Vergrößern anklicken!!)

Myriade fragte, ob es einen Unterschied macht, ob man mit eigenen oder fremden Schnipseln Bilder legt. Ei freilich! antwortete ich, denn jeder Mensch produziert nicht nur verschiedene Farbzusammenstellungen, sondern auch verschiedene Formen. In der Kunsttherapie gewinnt man ganz wichtige Hinweise auf die Persönlichkeit des Patienten, indem man zB fragt: Dominiert die Farbe über die Form oder die Form über die Farbe? Werden gerade, gebogene, unregelmäßige, glatte, gebrochene …Linien bevorzugt? usw usf.

Ich lege Susannes Teile in eine Ordnung, um zu sehen, was ich da habe. Aha: glatte gerade Schnitte, geometrische Formen: viele Dreiecke, stark gelängte Vierecke, leicht deformierte Kreise, nur wenige unregelmäßige Teile. Die Form dominiert die Farbe, durchschneidet sie, setzt sich durch. Meine Ordnung basiert daher auf den Formen: ich lege die Dreiecke, Vierecke, runden Teile, Kreisabschnitte, Spirale, unregelmäßige Formen zusammen. Außer einer großen Spirale und einem kleinen schwarzen Punkt gibt es keine extremen Größen.

Vergleicht mal Susannes Teile mit meinen (im letzten Bild verwendete und Reserve-Schnipsel).

Was meine Schnipsel hergeben, habe ich euch in den letzten Tagen immer wieder vorgeführt. Ihr findet die Bilder hier und hier und hier. Was aber geben die Farben und Formen von Susanne für mich her? Wie kann ich damit umgehen? Ich werde versuchen, die mir fremde Formensprache in meine eigene umzuformen, soweit es eben geht.

Zwei Bilder habe ich vorhin schon mal gelegt. Sie enthalten jeweils alle Teile (bis auf den kleinen schwarzen Punkt, der verschütt ging). Die Geschichten dazu? Nun, die erzähle ich jetzt nicht. Vielleicht fällt dir ja eine ein?

 

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