„Verlassenes Haus und Felsen am Meer“ Zeichnung

„zerfallendes Haus am Wasser“ 20129-06-21, Bildausschnitt

Jeden Abend gehe ich in „meiner“ Bucht schwimmen. Seit vielen Jahren tue ich das, sobald der Sommer kommt. Immer sehe ich auch das verfallende Haus auf den Felsen. Fotografiert habe ich es schon oft, auch Ulli Gau hat ihm einen Beitrag gewidmet. Heute zeichnete ich es zum ersten Mal.

Ich zeichnete es mitsamt den Felsen, von denen wenig zuvor zwei kleine Mädchen mit roten Badeanzügen gesprungen waren. Auch den großen glatt abgespaltenen Felsen zeichnete ich, der wie ein dunkler Kubus aussieht.

„Haus und Felsen“ Zeichnung 2019-06-21

Dieser Würfel übt eine besondere Faszination auf mich aus. Ich frage mich immer, wer ihn wohl dorthin geworfen hat, und ob er Augen hat, und wenn ja, wie viele.

„der Würfel“ – digital bearbeitete Fassung 2019-06-21

Und noch ein wenig Märchenatmosphäre….

IMG_8574bb

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Meine Kunst, Natur, Umwelt, Vom Meere, Zeichnung, Zeichnung, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 8 Kommentare

Wenn das Licht zu schnell für die Zeichnerin ist (Skizze mit Kaffeebecher und Hocker)

Als ich mich heute zum Zeichnen hinsetzte, hatte ich eine Idee.

Die Idee wurde durch den morgendlichen Anblick des Hockers geboren: Die Sonne, die heute ihren Ehrentag hat (Sommersonnenwende), schien prächtig durch das Fenster mit dem Eulengitter, und auf dem „längsgestreiften“ Hocker bildeten sich unregelmäßige helle und dunkle Querstreifen, die sich teils in die Rillen des Hockers einlagerten. Mein Kaffeebecher wurde vom Licht aus dem Schatten hübsch herausmodelliert, warf seinen eigenen Schatten. Eine Ecke meines gedrechselten Teewagens musste auch mit drauf – für Frau Wildgans

Am Ende würde ich die Zeichnung auf den Hocker legen und sie dort fotografieren. Da würden sich tolle Interferenzen zwischen den gezeichneteten und den natürlichen Streifen ergeben! – Kurzum, ich erwartete ein heiteres Spiel.

Nur leider hatte ich meine Rechnung ohne das Sonnenlicht gemacht, das stetig wanderte. Plötzlich waren da keine hellen Querstreifen mehr, doch woanders knallte mir eine Lichtkante entgegen.  und so ging  es fort, bis der Hocker überhaupt nicht mehr von den Strahlen erreicht wurde. Der Becher warf nur noch einen müden weichen Schatten.

Daher beließ ich es heute bei der Bleistift-Vorzeichnung, in die ich einige härtere schwarze Kuli-Striche eintrug. Die Bearbeitungen würden mich entschädigen, denn Bleistift erscheint im Foto viel farbiger als der Kulistrich.

Zunächst zwei unbearbeitete Fotos der Zeichnung, die zweite unter Weinlaub aufgenommen:

Und nun noch vier Varianten

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Sonnentaler, du musst wandern (Verwirrspiel: Zeichnung und Licht-Schatten-Fotos)

Keine Bearbeitungen diesmal! Dafür aber ein kleines Verwirrspiel: welche Sonnentaler sind gezeichnet, welche gehören zum Foto?

Vor mir auf dem runden Tischchen stehen runde Dinge: ein Kaffeebecher mit runden Eulen, eine Joghurt-Keramikschale, ein runder Stein mit runder Maserung. Die Dinge werfen Schatten, und Schatten wirft auch der Aprikosenbaum über mir. Und wie das so ist – Joachim Schlichting hat das immer wieder beschrieben und erklärt -, werden die Sonnenstrahlen, die durch das Laub des Baumes fallen, zu runden Lichtflecken, Sonnentaler genannt. So auch auf meinem runden Tisch mit den runden Dingen. All das zeichnete ich. Ein paar Geraden zeichnete ich auch: zwei meiner Bleistifte und einen Besenstiel.

Während ich zeichnete, wanderten die Sonnentaler über die Dinge und den Tisch. Und dann fotografierte ich meine Zeichnung mit neuen Sonnentalern. Bearbeitet habe ich diesmal nichts.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Kunst, Meine Kunst, Umwelt, Zeichnung, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 22 Kommentare

Cafe am Stationsgebäude (Zeichnung, Licht-Schatten-Fotos, Bearbeitungen). Serie Mensch und Umwelt

Wie vorgestern, saß ich auch heute vormittag ein Weilchen im Cafe gegenüber dem alten Stationsgebäude des stillgelegten Bahnhofs von Kalamata, trank meinen Espresso und zeichnete, was ich vor mir sah. Ich schaute diesmal in einem anderen Winkel auf die Szenerie und beachtete mehr den Vordergrund mit Tischen und Stühlen, Tassen und Wassergläsern, Brille, Rucksack, gläserner Trennwand, aber auch den Mittelgrund mit Telefonzelle, Palmen, Bank, Papierkorb und Fahrrad, das an der Platane lehnt (wie letztes Mal auch). Nach rechts hin verdeckte mir der neben mir sitzende Zeitungsleser die Sicht, was mir sehr recht war. Denn so konnte ich die lebendige Hand mit der Zeitung anstatt einer weiteren Reihe leerer Stühle zeichnen.

Durch diese neue Perspektive verliert sich das Kulissenhafte der vorigen Zeichnung, man sitzt quasi selbst mit auf der Bühne….

„Cafe am alten Stationsgebäude, mit Zeitungsleser“. Zeichnung 2019-06-20

Wiederum fotografierte ich unter wechselnen Lichtverhältnissen, das erste ist links leicht beschnitten.

Und hier ein paar der Bearbeitungen. Wie immer, hast du mehr vom Gucken, wenn du die Bilder der Galerie anklickst. Und eine Bitte: Die Bearbeitungen müssen nicht mit dem Original verglichen werden. Ich selbst nenne sie weiterhin „Spielereien“. Und Spiel = Spaß.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Serie "Mensch und Umwelt", Umwelt, Zeichnung, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Ecke des Ateliers (Zeichnung, Licht-Schatten-Fotos, Bearbeitungen)

Hatte heute im Atelier zu tun. Allerlei Dinge stehen da herum, warten darauf, zur Kenntnis genommen zu werden. also setzte ich mich hin und zeichnete eine Ecke des Raums mit alllem Klimbim.

Warum ich nicht aufräumte? Warum ich kein ansehnliches Stillleben aufbaute? Nun, ich mochte nicht das stille Leben der Dinge zerstören. Wollte erfassen, wie was ich vorfand. die Spuren meiner eigenen Tätigkeit, aber auch meiner BesucherInnen. (Anklicken = Vergrößern): Eisen-Tischchen und Petroleumlampe und Buch („Das Portrait“ von Gogol, auf griechisch und noch ungelesen), drei Fläschchen mit ätherischem Öl (Mitbringsel), eine Thermosflasche (vergessen), Sessel mit Kissen, Ständer, Arbeitstisch, Kommod mit Schubladen, Bilder, Papiere, Drehstuhl, Rahmen, Kartons, Teppich, Matte….

„Atelier-Ecke“, 2019-06-19, Original der Zeichnung, im Schatten fotografiert.

Die Zeichnung fotografierte ich dann draußen und experimentierte wieder mit Licht-Schatten-Effekten. Zwei Beispiele;

 

Die Fotos bearbeitete ich, wobei mich Verdichtung, Verflüssigung, Verflüchtigung – und allgemein die abstrahierenden Eigenschaften der Fotoshop-Filter interessierten.

(bitte anklicken)

„Atelier-Ecke“ 2019-06-19. Original der Zeichnung mit Licht-Schatten-Foto-Effekt

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, elektronische Spielereien, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 29 Kommentare

Das alte Stationsgebäude von Kalamata (Fineliner-Skizze)

Der Bahnhof von Kalamata ist leider schon lange außer Betrieb. Doch wurden nicht nur seine alten Loks und Waggons im Freilicht-Museum zugänglich gemacht, auch das alte Stationsgebäude ist gut in Schuss. Im Cafe gegenüber trank ich heute meinen Espresso und zeichnete im Express-Tempo, denn viel Zeit hatte ich nicht. Der Baum – eine gewaltige Platane – breitete seinen wohltätigen lebendigen Schatten über einen Teil der Szenerie. Oder soll ich sagen: Kulisse? Die Menschen, die dort ihr tägliches Stück aufführen, hätte ich ebenfalls gern gezeichnet, aber sie bewegten sich zu schnell rein und raus aus dem Bild. Keine Chance.

Diese Zeichnung habe ich dann unter verschiedenen Licht-Schatten-Verhältnissen fotografiert. Im folgenden die unbearbeiteten Originalfotos.

Und hier noch in paar Bearbeitungen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, elektronische Spielereien, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Serie "Mensch und Umwelt", Zeichnung, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 26 Kommentare

Olivenbaum No 26 (Serie „Im Olivenhain“)

Im letzten Licht des Tages setzte ich mich an den Gartentisch und zeichnete den Olivenbaum, der beim Pförtchen in der Lücke der Ummauerung steht. Über die Mauer schauen weitere Bäume, auch ein Stück Meer leuchtet zu uns herüber. Das beet mit den Schwertlilien ist verschwunden, nur ein paar trockene Blätter erinnern noch daran.

Und hier noch drei digitale Bearbeitungen, durch die ich die Stimmung des versinkenden Tages zu steigern suchte (Anklicken = Vergrößern)

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Meine Kunst, Natur, Umwelt, Zeichnung, Zeichnung, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , | 11 Kommentare

Montags ist Fototermin: Die Woche im Überblick (1)

Diese Rubrik möchte ich künftig nutzen, um mir eine Übersicht über die vergangene Woche zu verschaffen. Keine vollständige Übersicht freilich, nur ein paar Erinnerungsstützen und highlights.

Wir hatten sehr wechselndes meist schwüles Wetter, mehrfach Gewitter, nächtliche Schleier, die den Mond verhüllten, gelbe Himmel am Abend und am Tage bisweilen strahlende Sonne, dann wieder weiche Vernebelung. Meerestrübungen, Verschmutzungen auch.

Am Donnerstag war das Jahresabschlussfest der Ausbildungsklasse in Lysos Garten. Die Azubis, die ihr Jahreszeugnis erhielten, ernst und selbstbewusst, auch fröhlich. ProjektunterstützerInnen aus Deutschland gaben dem Fest eine Urlaubsnote.

Gestern im Taygetos-Gebirge zum gemeinsamen Zeichnen auf dem Kirchvorplatz. Das baufällige Haus, das weiterhin der Renovierung harrt. Ein Gewitter zog auf, wir erreichten rechtzeitig eine hoch in den Bergen gelegene Gaststätte. Sie war hundert Jahre lang der Dorf-Laden. Liebevoll erhalten sind die Schubfächer für Bohnen, Reis und andere Trockenware, die Waage, die Fässer, das uralte Radio. Der Gastwirt posierte gern für ein Foto. Von der Terrasse aus: der weite Blick über das Gebirge nun im Gewitterdunst versunken. Auf dem Rückweg fotografierte ich ein weiß blühendes Gebüsch, dessen Namen ich gern wüsste.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Fotografie, Leben, Natur, Reisen, Umwelt, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 14 Kommentare

Gemeinsam Zeichnen 19 – Kirchplatz im Taygetos

Magda und ich fuhren heute hinaus und hinauf in die grüngrünen Berge. Bei „ihrem“ Dorf machten wir Halt, setzten uns auf den Vorplatz der alten, sorgfältig renovierten Kirche. Sie zeichnete mit Kohle zuerst die Fassade ihres baufälligen Hauses und in einem zweiten Anlauf einen Teil der Kirche. Ich nahm mir die Architektur von Treppenaufgang und Vorplatz vor (ganz oben sieht man das baufällige Haus), und im zweiten Anlauf die Kirchen samt Vorplatz und Landschaft, wobei ich die zeichnende Magda im Vordergrund gleich mitzeichnete (Serie Mensch und Umwelt). Ein Gewitter vertrieb uns.

Zum Vergrößern bitte anklicken.

Magdas Zeichnungen (Kohle):

 

Gerdas Zeichnungen (Bleistift/Kuli und Fineliner)

Der Treppenaufgang, digital bearbeitet:

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, gemeinsam zeichnen, Kunst zum Sonntag, Leben, Meine Kunst, Natur, Serie "Mensch und Umwelt", Umwelt, Zeichnung, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

abc-etüde: Wenn der Topf aber nun ein Loch hat (ungereimte Kata-Strophen)

Der letzte Tag für diese Etüdewoche mit den Wörtern, die Werner Karstens spendete: Abweichung, unabwendbar verengen. Nichts gegen die Wörter, lieber Werner! Aber wer liebt schon das Unabwendbare? Und das Verengen, das Atemnot erzeugt? Ist eine Abweichung nützlich, um die Freiheit zu gewinnen? Oder eher verderblich?

Wie auch immer:  die Kata-Strophen, die mir diesmal einfielen, reimen sich nicht.

 

ETÜDE: Wenn der Topf aber nun ein Loch hat

 

Der Lebensweg ach, er verengt sich

Wenn das Alter die Knochen zernagt

Und der Fuß nicht mehr leicht und beschwingt

Den Boden berührt, und die Treppe hinauf fliegt,

sondern mühsam humpelnd, das Geländer umklammernd

 die nächste Stufe, nach Atem ringend, erklimmt.

Wird in dem dunklen Gewirre der Adern

ein Klümpchen sich fangen, das Herz erreichen

Oder das Hirn und du liegst da, ein zappelndes Etwas

Schnaufend und keuchend und alles endet im Krampfe der Todes?

Wird dein tappender Schritt die Stufe verfehlen und stürzt du

Hinab und liegst da, und du wartest vergebens

Auf die hilfreiche Hand, die dir aufhilft?

Wird der Fisch, den zu isst, der letzte sein, der die Gräte

In deinen Schlund versenkt, und du würgst und bleibst auf der Strecke?

Die geringste Abweichung vom gewohnten Gange der Dinge

Und es endet tödlich für dich – so denkst du. Denn der Tod beendet das Leben.

Unabwendbar ist, dass am Ende der Tod die letzte Türe dir öffnet

und du gehst da hindurch, ob du willst oder nicht, doch wohin?

Wohin gehst du? Ins Nichts? In die Arme des liebenden Lichts, ins All-Eine?

Oder wirst du getäuscht? Wirst du schwanken im Reiche der Schatten

Süchtig nach Lebenswallung und heftig weinend

Ob des vergangenen Lichts, der Liebe, des Glücks?

Oder wirst du im Geistesreiche wandeln, lernend und forschend,

Zu sammeln das Wissen, das dir im kommenden Leben

Dienen wird, auf dass du klüger seiest als jetzt?

Wer weiß es.  Ich habe auch immer nur Fragen, wie Liese.

Wenn der Topf aber nun ein Loch hat, lieber Heinrich, was dann?

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, die schöne Welt des Scheins, Katastrophe, Leben, Malerei, Meine Kunst, Mythologie, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 34 Kommentare