Häuschen im Wald (Zeichnung, zwei Mal fotografiert und bearbeitet, 2019-09-18)

Am späten Nachmittag, bei immer noch großer Hitze, suchte ich ein Schattenplätzchen im Stadtwand und zeichnete mit schwarzem Kuli: ein leeres, von Graffiti überzogenes Steinhäuschen inmitten von Pinien.

Die Zeichnung fotografierte ich zu Haus zwei Mal:  einmal im Schatten, einmal im rötlichen Abendicht. Hier die beiden Fotos (1 und 3) und Bearbeitungen.

 

 

 

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Sonnenblume. Zeichnung in SW, 3-farbig und bearbeitet. Beobachtungen zu den Farben

Wenn ich zurück nach Maroussi komme, sehen meine Blumen immer sehr dürftig aus. Mein erster Gang war daher zum Blumengeschäft, um ein paar Farben auf den Ballkon zu holen. Außer lieblichen Stiefmütterchen und rot-violetten Astern nahm ich eine Sonnenblume mit. Sie stand vor mir auf dem runden Kaffeehaus-Tischchen und erfreute mich. Also zeichnete ich sie heute vormittag, zunächst mit schwarzem Kugelschreiber, dann dreifabig durch Zusatz von rot und blau.

Wie ich schon oft betont habe, sind die Fotos von schwarz-weißen Zeichnungen nicht wirklich schwarz-weiß, sondern je nach Lichteinfall zeigen sie alle möglichen Farbtöne, die sichtbar werden, wenn man die Farben verstärkt. Hier zunächst zwei FARBVERSTÄRKTE  VARIANTEN DER SCHWARZ-WEISS ZEICHNUNG, davon die zweite auch FARBVERSCHOBEN.

Und nun zwei FARBVERSTÄRKTE VARIANTEN DER 3-FARBIGEN ZEICHNUNG: Bei der zweiten habe ich wieder die Farben VERSCHOBEN.

Der wichtigste Unterschied scheint mir zu sein, dass im SW-Bild alle Regenbogenfarben präsent sind, das entsteht, wenn sich das weiße Licht bricht. Außerdem verteiln sich die Farben unterschiedlich: beim SW-Bild ist der untere Bildteil verschattet, daher blaustichig. Beim 3-farbige Bild kommt das Blau nicht vom Schatten, sondern vom Kugelschreiber, denn ich habe den Hintergrund durchgehend Blau schraffiert, darüberhinaus auch rötliche Linien gesetzt.

 

 

 

 

 

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Hell und dunkel: eine Baumskizze, ein bearbeitetes Legebild, ein altes Foto, ein Gedicht

Ulli forderte mich durch ihr Ping 050 auf, über Hell und Dunkel nachzudenken. Was ich tat. Als ich heute im Stadtwald spazierte und bei einem toten Baumstamm Halt machte, um ihn zu skizzieren, fand ich eine Antwort. Der gleichmäßig gefärbte MITTELHELLE Stamm sah im unteren Bereich, gegen das dunkle Gestrüpp, fast weiß aus, während er gegen den hellen Himmel fast schwarz wirkte.

abgestorbener Baum, 3-Farb-Skizze 2019-09-17

Meine Antwort lautete daher: „Hell und dunkel sind … RELATIV. Mittelhelles wirkt gegen einen dunkleren Hintergrund hell, gegen einen helleren Hintergrund dunkel.“ In der Inversion wird das noch deutlicher:

Inversion, Erhalt der Farben

Ich fürchtete aber, dass diese Antwort als zu technisch angesehen würde. Also machte ich einen zweiten Anlauf mit einem bearbeiteten Legebild und dem Satz „Hell und Dunkel sind …. eine Frage der Beleuchtung.“

Die dritte dann gewählte Antwort, illustriert durch ein altes Foto von mir, war: „Hell und Dunkel …. sind zwei Seiten derselben Medaille.“

Welches der drei sollte ich nehmen? Und warum? Oder sind alle drei unbefriedigend, weil sie eine Wesens-Gleichheit von Hell und Dunkel unterstellen, anstatt, wie es unserem Denken mehr entspricht, sie für polare Gegensätze zu halten? Wir fühlen ja sehr wohl einen Gegensatz zwischen hellen und dunklen Momenten, Kräften, Seelenzuständen…

Christiane brachte gestern ein Gedicht, das mit einem Bild abschließt, das dem ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums entnommen ist. Vielleicht wäre dies dann doch die richtigere Antwort?

Der Wächter der Lampe

Wachsein ist alles. Es kommt die Nacht
und keiner wird keinen erkennen.
Haltet wacht
und laßt die Lampen brennen.
Alles Werden ist wankend und ungewiß,
aber alles Ziel ist Reife.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis,
auf daß sie es einst begreife.

(Manfred Kyber, Der Wächter der Lampe, aus: Genius Astri, 1918, Online-Quelle)

 

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Ping Pong 051

PING 051

ULLI AN GERDA → LICHT UND SCHATTEN, SCHWARZ UND WEISS SIND…

PONG 051 GERDA

….SIND ZWEI SEITEN EINER MEDAILLE

SELBST, Fasching in FFM, 1978

PING 052

GERDA AN ULLI → WOLKEN SIND …

Wolken. Kohlezeichnung ca 1986, farbverstärkt

 

HIER GEHT ES ZU DER GALERIE ALLER BISHERIGEN PING PONGS → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

SCHAU DOCH EINMAL REIN, ICH HABE IMMER WIEDER FREUDE DARAN, UNSERE PING PONGS NEBENEINANDER ZU SEHEN. VIELLEICHT DU JA AUCH…

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Montags ist Fototermin: Sie blüht nun ohne mich…

Abreisen ist nicht Sterben. Doch sie sind ein wenig verwandt. Der Hibiskus in meinem Garten blüht nun ohne mich.

Wolken treiben über meine Bucht, ohne mich.

Die Sonne geht hinter meinen Bergen auf – ohne mich….

…. und ohne mich geht sie in meinem Meer unter.

Liebe Abendgrüße aus Athen.

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Weiteres zu „Palimpsest“

Den ganzen Tag geht mir nicht aus dem Sinn, was ich gestern im Rahmen des Ping-Pong-Spiels angedacht habe – Ansätze, die sich dann im Austausch mit Ulli Gau, Ule Rolff und Gisela Benseler weiter ausgefächert haben (vergl die Kommentare dort). Besonders der Link, den Ule zu einem eigenen früheren Beitrag setzte und der mich seinerseits an einen kürzlichen Eintrag von Susanne Haun erinnerte, führten mich tiefer hinein in den Bedeutungshof von „Palimpsest“.

Susanne verweist auf Julian Schnabels „Appropriation Art“, und nennt ihr eigenes Tun „zeichnerische Aneignung“. Dabei handelt es sich um die Aneignung von Fremdem, indem man es durch Eigenes überformt. Es gibt aber auch ein anderes „Vor-Eigenes“, nämlich den Text, den Familie, Umfeld, Kultur uns vorgeben und von dem Goethe sagt:

„Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ (Faust I).

An diesem Text arbeiten wir uns ein Leben lang ab.  Er ist unsere Grundlage. Ihn interpretieren wir. Über ihn legen wir Schicht um Schicht unsere eigenen Erfahrungen und Gedanken, versuchen uns als etwas Gesondertes, Besonderes abzuheben von diesem Grund. Manchmal fallen wir auch zurück in ihn, müde und beglückt, ein „Heimat“ zu haben.

Meine Palimpste sind ohne vorgegebenen fremden Grund entstanden. Sie gleichen der Biographie im engeren Sinne: „Schicht um Schicht übermalen wir frühere Entwicklungen mit neuen, und immer wieder kratzen wir mühevoll das Überlagerte wieder frei, um an diese oder jene Erinnerung heranzukommen.“ (Ule Rolff)

Ja. So ist es. Seitenverkehrt und rückwärts läuft die Schrift – Spiegelschrift, Reflexion. In den entstehenden Bildern bleiben schwarze Löcher  und weiße Flecken, an die sich unsere Erinnerung nicht herantraut. Jedes Bild ist wie eine Biografie, keine gleicht der anderen.

 

Als ich vorhin mit lieben Menschen in der Taverne am Meer saß, lauschte ich ihrem Gespräch. Wörter schlugen an mein Ohr, und jedes Wort öffnete andere Schichten der Erinnerung.  Es war, als würde das Palimpsest meines Lebens anfangen zu pulsieren, so dass lebendig wurde und tönte, was mit ihren Worten angeschlagen wurde: Samothrake, Ägina, Rigas Fereos, Brutus, Katerina, Arsinoe und viele noch, die dir nichts sagen, mir aber so viel. Bilder trieben aus den Tiefen an die Oberfläche, und alles war gleichzeitig da: Damaliges, Gegenwärtiges und die alles einhüllende Stimme des Meeres.

Eine neue Kunstreihe schwebt mir vor. Was daraus wird? Ich weiß es noch nicht.

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abc-Etüde: Ödipus und das Ende des Mutterrechts

Noch schnell auf den letzten Drücker eine Etüde zu den aktuellen Wörtern von Ludwig Zeidler. Christiane meinte, Sachtexte seien durchaus erwünscht. Es ist zwar nicht einfach, ein so komplexes Geschehen wie das Ödipus-Drama  in 300 Wörtern unterzubringen und darüber hinaus noch etwas Gescheites dazu zu sagen, aber ich hoffe, du kennst den Kontext und kannst Fehlendes leicht ergänzen.

Ödipus und das Ende des Mutterrechts

Hervorragend inszeniert und gespielt war das Drama von Sophokles, „König Ödipus“, das ich kürzlich in Kalamata sah. Und doch meldete sich ein ambivalentes Gefühl, sobald die Faszination des wortgewaltigen Stücks nachließ und ich mich fragte: was wird da denn eigentlich erzählt?

Ödipus tötet seinen Vater und heiratet seine Mutter Iokaste, hat mit ihr vier Kinder – und plötzlich entdeckt er es und sticht sich in einer Verzweifungstat die Augen aus? Wieso wusste er nichts von der Blutsverwandtschaft? Und seine Mutter, die sich ihm liebend hingegeben hatte, erhängt sich. Wusste auch sie nicht Bescheid?

Wenn du deinen Vater umbringen und deine Mutter heiraten möchtest – etwas, was seit Freud als normales Syndrom von Söhnen angesehen wird -, dann weißt du es, weißt auch, dass das verboten ist! Ödipus aber war ahnungslos, denn…..

Sein Vater hatte den Neugeborenen einem Hirten mit dem Auftrag gegeben, ihn zu töten. Er fürchtete, später von seinem Sohn getötet zu werden. Der Hirte aber erbarmte sich. Das Königspaar von Korinth adoptierte Ödipus. Als das Orakel ihm verkündete, er werde seinen Vater umbringen, floh er entsetzt. Unterwegs traf er auf einen bewaffneten Reisenden, der ihm den Weg verstellte. Den erschlug er. Es war sein leiblicher Vater. In Theben heiratete er die Witwe dieses Mannes und wurde dadurch König der Stadt.

Wer hatte den Nutzen von Iokastes Tod und Ödipus Verbannung? Ihr Bruder Kreon! Er wird Iokastes Tochter Antigone lebendig einmauern. Damit ist das Mutterrecht gebrochen. Und genau darum geht es in diesem Stück! Denn dass „die Mutter“ den „Sohn“ heiratet, ist im uralten Mutterrecht das Normale. Der „alte König“ wurde jährlich, am Schalttag des 13. Monats, geopfert, damit sich die Herrschaft der Königin erneuern kann. Du glaubst es nicht? Dann rechne mal aus, wieviele Monate von 28 Tagen (Mondzyklus) das Jahr hat.  

Seither gilt die 13  als Unglückszahl.

300 Wörter.

meine anderen Blog-Beiträge zu Ödipus

Griechische Dichtung am Sonntag: Dinos Christianopoulos über Ödipus

Griechisches Alphabet des freien Denkens Σ wie ΣΥΝΕΙΔΗΣΗ/Gewissen, Bewusstsein

Was ist der Mensch

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Ping Pong 049

PING 049

ULLI AN GERDA → WER WEISS SCHON …

PONG 049  GERDA AN ULLI →

… WAS SIE IM INNERSTEN BEWEGT.

Portrait einer Frau, (c) gerda kazakou 2013

PING 050

GERDA AN ULLI →  MEINE LEBENSGESCHICHTE GLEICHT EINEM PALIMPSEST* …

Palimpsest. Kohle und Ölkreiden auf Aquarell auf Papier (2014)

Zur Worterklärung: https://gerdakazakou.com/2017/12/30/abc-etuede-zu-neujahr-abgesang-und-palimpsest/

HIER GEHT ES ZU DER GALERIE ALLER BISHERIGEN PING PONGS → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Der große Hüpfer (3-Farb-Zeichnung, Bearbeitung, Foto-Collagen)

Es (er, sie?) landete auf meinem Computer, als ich in Susanne Hauns Blog las. Die Fotos davon zeigte ich hier. Dort könnt ihr in den Kommentaren vieles Wissenswerte erfahren, zB, dass es sich vermutlich um die Grüne Strauchschrecke handelt (Random). Auch hochrangig Lyrisches findet ihr bei den Kommentaren. Ich selbst schrieb als Antwort an Susanne: „Ich fand es so witzig, dass sie offenbar auf der Suche nach Verwandten war – sei es im Tierpark von Botsana, sei es in deinem Bilderbuch…. Was sonst hätte sie denn solange auf meinem Computer gewollt? da sie sich von der erhellten Oberfläche gut abhob, konnte ich ihre feinen Beißwerkzeuge in ständiger Bewegung sehen. Bemerkenswert auch, wie die Fühler, die wirklich sehr lang sind, manchmal ganz verschwanden… Ähnlich ging es mit den Beinen, die mal klein und verkrüppelt, dann elegant lang ausgestreckt zu sehen waren.“

Von den dortigen Fotos musste ich eines auswählen – aber welches? Dieser Hüpfer ist so vielgestaltig! Eigentlich müsste ich zehn Zeichnungen übereinander setzen, um ihm einigermaßen gerecht zu werden. Vielleicht mache ich das auch mal, aber noch bin ich bei der einfachen Ausführung: abgegrenztes Tier auf Hintergrund. In diesem Fall ist das Insekt sogar extrem abgegrenzt, denn es hockt auf der beleuchteten Mattscheibe des Computers, auf der Susannes „Landtiere“ erscheinen – ein Büchlein, das ich übrigens hoch schätze und „im wirklichen Leben“ neben dem Computer liegen habe, mich immer wieder an der Ziege, der Kuh und dem Schmetterling auf der roten Blume erfreuend. Auf meiner Skizze sind sie leider ziemlich krüppelig geworden . …

Hier könnt ihr sie noch mal in zwei Bearbeitungen bewundern.

Nun aber! Dieser Hüpfer ist nicht für langsame Bewegungsabläufe geschaffen! Kein Ameisengang, keine Räupchenwellen, kein Schneckengleiten, auch keine Wanzenkrabbelei (wenngleich Random mich aufklärte, das die hier heimische Zikade eine Wanzenart sei!). Nein, dies Tier will hoch hinaus, und zwar schnell! Es hat, so scheint mir, durchaus Überflieger-Qualitäten!

Auch Abgründe scheut es nicht, sondern überbrückt sie mit gewaltigem Sprung.

Und so ist es kein Wunder, dass ich es am Himmel sah, spielend mit Mond, Wolken und anderen himmlichen Erscheinungen!

Wohin ich auch blicke: es ist schon da, fühlt sich wohl in allen Landschaften.

Auch zu Innenräumen sagt es nicht nein.

Versuche, es festzunageln, es wird dir nicht gelingen.

Lebendig und grün springt und geigt es inmitten von Schatten.

Gute Nacht!

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Ameisen-Philosophie (3-Farb-Zeichnung, Foto-Collagen, 2019-09-12)

Zu den Ameisen-Kata-Strophen, die ich vorhin postete, brauche ich einen Kontrapunkt. Am besten dadurch, dass ich den Ameisen meinen Respekt und die ihnen gebührende Wertschätzung durch Bilder zum Ausdruck bringe.

Zunächst das gezeichnete Portrait nicht einer, sondern dreier Ameisen. Ameisen, so sagte ich zurecht, kommen selten allein.

3-Farb-Kugelschreiber-Zeichnung nach eigenem Foto, 2019-09-11

Gezeichnet habe ich nach einem eigenen Foto: Ameisen auf dem Gartenschlauch.

wie oben, digtal bearbeitet.

Und hier die Anführer-Ameise mit vier Clons.

Foto-Collage: Fotografie einer Ameise auf Gartenschlauch, vier gezeichnete Ameisen. 2019-09-11

Ora et labora – bete und arbeite – ist das Motto dieser sympathischen Tiere. Sie arbeiten unablässig, und dennoch vergessen sie nicht, sich der Höheren Macht dankbar zu erweisen, die ihnen das Korn und die Spreu und manchmal auch etwas Süßes zukommen lässt.

Foto-Collage: 3-Farb-Kuli-Zeichnung (Ameise) auf zwei verschiedenen Gründen, Pigmente und Kleister auf Leinwand, farblich verändert. 2019-09-12

Nicht zu Unrecht sind sie den Poeten lieb, zumal sie sich so herrlich auf „reisen“ reimen. Wer  kennte nicht das Gedicht von Joachim Ringelnatz? Wer applaudierte nicht den beiden Ameisen und ihrem weisen Verzicht? Ist es doch arg weit von Hamburg nach Australien, und die Verkehrsverhältnisse vor Ort sind ja nicht wirklich attraktiv.

 

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beinchen weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

(J. Ringelnatz)

Das Motiv, das dieser Collage zugrunde liegt, ist übrigens das letzte einer Reihe von Ölkreide-Zeichnungen, die ich 2001 in der Nacht vor dem 11/9 anfertigte. Genau 18 Jahre ist das nun her. Darum fiel es mir vorgestern nacht auch ein, als ich über die Ameisen nachdachte. Die Gartenschläuche des Fotos kreuzten sich gerade so wie die „Landebahnen“.  Mit der Ameisenvariante möchte ich den damaligen Schrecknissen, die bis heute weiterwirken, mit Humor entgegenwirken. Wer möchte, schaue in meinen Beitrag vom 12. September 2016: https://gerdakazakou.com/2016/09/12/in-einer-nacht-wie-vorgestern/, dort beschreibe ich die Umstände, unter denen die Zeichnung entstand.

Foto-Colllage: Ölkreidezeichnung mit Klebebändern (2001-09-11), digital bearbeitet, darauf gezeichnete, digital vervielfältigte Ameise. 2019-09-12

Und nun lasse ich die Ameisen, große und kleine, zurückkehren an ihren natürlichen Ort: zu Erde, Pflanzen, Licht und Schatten ….

Foto-Collage: Kohlezeichnung, 3-Farb-Kugelschreiber-Zeichnung, digital bearbeitet. 2019-09-11

 

 

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