ohne Kommentar

Habe ich eben im Mitmachblog zum Wochenthema „ohne Kommentar“ gebloggt

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Bildhauer-Schüler in Kalamata (Ausstellung)

Im alten Griechenland hatte die Bildende Kunst keine Muse. Musen waren zuständig für Geschichtsschreibung, für Chorlyrik und Tanz, für Tragödie und Komödie, für Lyrik und Flötenspiel, für die Liebesdichtung und die epische Dichtung, für Rhetorik, Philosophie und Wissenschaft. Neun Musen waren es, aber keine für die bildenden Künste!

Die Olympischen Musen. Fresko des Parnassos (um 1510) aus den Stanzen des Raffael,    Apostolischer Palast in Rom.
Die Maler und Bildhauer gehörten zur Gattung der Handwerker, basta. Aber warum? Warum diese Diskriminierung? Hat das Altertum nicht vor allem wegen seiner plastischen Werke  so tiefen Eindruck bei uns Nachgeborenen hinterlassen?
Sicher. Dennoch haben sie keine Muse, denn sie arbeiten mit Materie. Materie ist nicht der Musen Metier. Die Musen sind (wie ihr Gott Apoll) dem Klang, dem Wort, dem Geist verpflichtet. Sie stehen im Dienste des ΛΟΓΟΣ (Logos), von dem das Johannes-Evangelium sagt: am Anfang war Logos (Wort).
Gestern besuchte ich eine Ausstellung von Skulpturen, geschaffen von „Amateuren“  – Menschen verschiedenen Alters, die erst spät ihre Leidenschaft für die Bildhauerei entdeckt haben. Ich stand bewundernd vor ihrer handwerklichen Geschicklichkeit, denn schon die Vorstellung, aus einem Steinklotz eine Figur hauen zu sollen,  zaubern Schwielen in meine Hände und Schweiß auf meine Stirn. Nun will ich einfach die Fotos zeigen, die ich gestern bei Nieselwetter in den Anlagen eines Hotels in Kalamata aufnahm, und will es eurem Urteil überlassen, ob dem einen oder der anderen vielleicht doch eine Muse zur Seite stand.
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Montags ist Fototermin: Tito

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Tito auf dem Fernsehsessel (Ohne Kommentar).

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Ins Blaue

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Der versunkene Kahn (c) gerda kazakou

Ich bin schon fast wieder unterwegs.   „Und das Meer ist blau, so blau – und das geht alles seinen Gang / Und wenn die Chose aus ist, dann fängt’s von vorne an./ Und das Meer ist blau, so blau – und das geht ja auch noch lang / Und das Meer ist blau, so blau – und das Meer ist blau.“, trällere ich Brechts Matrosensorg vor mich hin, um mich aufzuheitern und mir Mut zu machen. https://gerdakazakou.com/2015/10/10/happy-end/

Blau ist das Meer, blau auch der Himmel hinter dem Aprikosenbaum, sehr blau.

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Und wieder schwappt mir ein Gedicht durchs Hirn, das von Bläue spricht.

Der neue Columbus

Friedrich Nietzsche

Freundin! – sprach Columbus – traue
keinem Genueser mehr!
Immer starrt er in das Blaue –
Fernstes lockt ihn allzusehr!

Fremdestes ist nun mir teuer!
Genua, das sank, das schwand –
Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!
Vor mir Meer – und Land? – und Land? – – –

Stehen fest wir auf den Füßen!
Nimmer können wir zurück!
Schaun hinaus: von fernher grüßen
Uns Ein Tod, Ein Ruhm, Ein Glück!

Ich bin die neue Columbina: Ein Täubchen, vom Wissensdrang geplagt. Hand, halt das Steuer!

Vorhin las ich in einer Zeitung ein Interview mit einem russischen Gelehrten namens Andreas Lebedjev. Der forscht schon seit 40 Jahren über Herakleitos, hat auch 23 neue Bruchstücke aufgetrieben, die er dem alten Weisen zuordnet. Aber sind sie tatsächlich von ihm? War der Russe in Ephesus, und hat er ihn gefragt? Natürlich nicht!  Ich aber werde ihn fragen! Stimmt es, werde ich ihn fragen, was dein Freund, der russische Forscher, behauptet: dass du das Unterbewusstsein schon 2500 Jahre vor Sigmund Freud entdeckt hast?

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das Unterbewusste (c) gerda kazakou

Das Unterbewusste ruht hinter dem Schönen Schein des Bekannten, wie das dunkle Weltall hinter dem leuchtenden Blau des Himmels ruht: abgrundtief, bodenlos.  Wenn man nicht wie Kolumbus fest auf seinen Füßen steht – schwupps, ist man aufgesogen und verschwunden. Und die Chose wäre aus.

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Ich bin eine Frau am Steuer, ja!

Der Mitmachblog forderte mich auf, mich als Frau am Steuer zu outen. Hier mein Beitrag, auf den letzten Drücker, denn schon wechselt das Thema.

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Werden Boote gebaut oder geboren?

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Schiffswerft (c) Gerda Kazakou

Vor einiger Zeit malte ich ein Bild, das ich „Schiffswerft“ nenne.  Es hat einen Stammplatz im Atelier an der Wand, denn ich mag es und schaue es mir gelegentlich an.

So auch gestern.

Da bekam ich Lust, es mit einem neuen Bild im selben Format zu probieren. Das Ergebnis nenne ich „Schiffswehen“: das Mutterschiff gebiert ein Babyschiff. Ein wenig schmerzhaft, der Prozess, aber sieh selbst! Hier kannst du einen Blick in den Kreißsaal werfen.

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und hier siehst du das Neugeborene. Ist es nicht reizend?

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Ich lasse es jetzt noch ein wenig beim Mutterschiff ausruhen, doch schon bald wird es allein schwimmen können. Dann beginne ich meine Ostreise erneut. Auf einem geborenen  Boot werde ich meine Ziele sicher erreichen, nicht wahr?

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Schiffswehen (c) Gerda Kazakou

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Der Jäger verfehlt den Hasen und andere Spielereien

Dergl verlangte in ihrem Kommentar zum „neuen Stift“, ich solle den armen Kerl spielen lassen. Er sei ein Kind. Maren wünschte sich, dass der Stift meinen Dressurübungen lange standhalten möge. Mannigfaltiges beweinte gar das schwere Los, das der Stift bei mir habe. Bei so viel offener Parteinahme für den Stift und gegen seine Halterin gab ich klein bei. Sollte er spielen, sollte er machen, was er wollte!

Als erstes malte er sich selbst (rechts), wie er mir einen Vogel zeigt und ich ihm daraufhin beleidigt den Rücken drehe (links).

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Als zweites malte er eine wütende Hausfrau, die sich eines garstigen Insektes in ihrem Bett nicht erwehren kann.

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Beim dritten Bild kurvte der Stift ein bisschen länger herum, und so entstand ein dickbäuchigen Jäger, der vergebens versucht, einen Hasen zu erschießen. Die Kugeln gehen  über den Kopf des Hasen hinweg. Der Hase lacht sich eins, und der Stift lacht mit dem Hasen und über den dummen Jägersmann.

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Mitten in diese Heiterkeit hinein tönte der Stift: nun reichts mir. Ich bin erschöpft. Aber morgen male ich dir, mit einer guten neuen Miene, noch mehr böse Spiele. Versprochen.

Nun, er ist ein Kind. Man darf Kinder nicht überfordern. Sie brauchen Spaß und sie brauchen Schlaf. Ich aber wandte mich für den Rest des Abends der ernsthaften Malerei mit dem Pinsel zu.

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mein neuer Stift

Ich hab einen neuen Stift. Den habe ich mir auf dem Flughafen von Rom gekauft, kurz vor der Abreise. Es ist ein wilder rasanter Stift, den ich noch nicht eingeritten habe. Er rennt, wie er will, über das Papier.

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Gestern habe ich versucht, ihn zu zähmen. Immer dieselbe Strecke musste er rennen, und wenn er mal ausbüxte, holte ich ihn zurück und zwang ihn zurück auf die vorgeschriebene Bahn.

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Hier seht ihr seine Befreiungsversuche. Aber ich ließ nicht locker, Disziplin muss sein.

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Schließlich tat ich etwas, was ich „nie“ tue: ich zeichnete von einem Foto ab. Der Stift schritt brav und ein wenig beklommen die vorgeschriebenen Linien ab, er wirkte ein bisschen traurig. Warum lässt du mir nicht meine Freiheit? murmelte er verstimmt. Das Ergebnis gefiel mir dann auch nicht sonderlich, ich schönte es per photoshop, so dass es nun recht ordentlich aussieht: ein Erkertürmchen in Rom.

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Aber ist es das, was ich will? Sicher nicht. In der Nacht, als ich nicht schlafen konnte, griff ich mir einen ganz gewöhnlichen blauen Kuli – sozusagen einen Muli, verglichen mit dem römischen Vollblutrappen – und ließ ihn über das Blatt traben. Ein Grüner wanderte gemächlich hinterher. Und siehe da: Es entstand etwas durchaus Erfreuliches. „Voranschreitende“ nannte ich es. Mir gefällt’s.

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Wenn dir das zu viel Gefluse ist, kannst du es auch vereinfacht haben: als Druck, hergestellt mit Fotoshop-Filter. Na also! Da schreiten sie nun.

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Zwischen Berg und Meer

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Zwischen Berg und Meer lebe ich. Meistens ist mein Blick aufs Meer gerichtet, das mit seinen fantastischen Lichtspielen die Aufmerksamkeit fesselt. Doch ich liebe das

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Gebirge nicht weniger, dessen Hänge gemächlich hinter unserem Haus anzusteigen beginnen. Eine halbe Stunde Autofahrt, und du bist in einer Landschaft, die nichts von dem Getriebe und der Unruhe der Küste hat.

Gestern hatte ein frischer Wind die Atmosphäre so klar geblasen, dass mir die Berge mit ihren weich verschatteten Hängen und schärfer gezeichneten Grüften besonders nah zu sein schienen. Also hinauf. Ziel war einer der „Geschlechtertürme“, die seit alters her die Gipfel der Mani beherrschen. Die meisten stehen leer und zerfallen. So auch dieser.

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Das intensive Sonnenlicht malte die leeren Fensteröffnungen als leuchtende Idole an die gegenüberliegende Wand.

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Das flache Gebäude dient gelegentlich als Schlafplatz für die Herden und ihre Hüter. Gestern war es leer. Gut so, denn ich hatte meinen kleinen Jagdhund dabei.

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Der Hauptturm ist nicht mehr zugänglich: der Eingang ist zerfallen. Die Schatten der Zinnen bilden sich auf der hellen Wand ab.

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Still ist es hier oben, nur der Wind saust in den krüppeligen Bäumen und durch die blühende Macchia.

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Für Ulli und alle, die sich als Liebhaber der Herbstzeitlosen geoutet haben, fand und knipste ich ein winziges Exemplar im Innenhof der Burg.

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Durch das leere Tor blickst du hinab auf das nächstgelegene Dorf, in dem kaum noch Menschen wohnen. Auf dem Rückweg begegnete mir nur ein uraltes Mütterchen mit ihrem Esel, die mir mit der knöchrigen Hand zuwinkte.

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Auf der anderen Seite der Burg dehnt sich das Meer, das gestern in so gleißendem Licht lag, dass es auf dem Foto nicht erscheint.

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Dahin zog es mich zurück. Schon recht weit unten, sah ich einen Drachen einen Lichtmast hochklettern und stoppte. Da bemerkte ich auch den feinen Sichelmond schräg links oberhalb seines Fußes. Und wie immer, wenn ich ihn erblicke, füllte sich meine Seele mit grundlosem  Optimismus.

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Skizzieren (nach Rom)…

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Sie kringeln sich

Ich habe – und das ist gar nicht zum Lachen, finde ich  – seit meiner Rückkehr aus Rom mein Atelier herzlich wenig betreten. Nur die kleinen täglichen Zeichenübugen habe ich versucht aufrechtzuerhalten. Und so kam auch diese Skizze „Sie kringeln sich“ zustande. Haha, hoho, hihi! Tut mir leid, aber mir fehlt grad die richtige Arbeitseinstellung. Das Wetter ist zu schön!

In Rom selbst trug ich mein Notizbuch ständig mit mir herum, öffnete es aber erst in der Exit-Halle des Flughafens, als ich, bequem in einen Sessel geflezt,  meine sich geduldig anstellenden Mitreisenden lange genug beäugt hatte.

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Drei Tage Rom – so viel gesehen, und nichts gezeichnet! Na, wunderbar. Im Nachhinein kamen dann doch drei Skizzen zustande: die Rundungen der Kuppeln (St. Peter ist die hintere), die ich beim Frühstücken sehen konnte

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die Absperrungen, die den Zugang zum St. Peter behinderten (es ist, wie ich erfuhr, „Heiliges Jahr“, und wer durch die „Heiligen Pforten“ in den vier Hauptkirchen Roms schreitet, wird aller Sünden ledig. Entsprechend groß war der Andrang)

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und die Brücken über den Tiber

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Ich zeichne nicht nach Fotos, nie, und schaue auch keine Fotos an, bevor ich zeichne, weil mich das innere Bild interessiert. Nun muss ich in mir graben und sehen, was ich noch zeichnerisch an die Oberfläche meines Bewusstseins heben kann.

Aber Fotos gibt es schon auch von diesen Motiven, nur sehen sie ziemlich anders aus. Hier sind sie zum Vergleich     img_8109a  img_8259  img_8103

 

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