Alphabet der Materialien: E wie Ebenholz, Eisen, Elfenbein, Erde

Da der Zwerg schmollt, habe ich endlich wieder Zeit, mich meinem Alphabet der Materialien zuzuwenden. Schon lange wartet es auf Fortsetzung. Gezeichnet habe ich die E-Materialien allerdings bereits, und das ist durchaus kein Zufall. Denn die Frage: „Welche Materialien umgeben mich eigentlich in meiner häuslichen Welt?“ mündete in die zeichnerische Beschäftigung mit all den Dingen, die sich in meinem Hause angesammelt haben – Natur- und Kunstgegenstände gleichermaßen.

Heute also E wie Ebenholz, Eisen, Elfenbein und Erde als Zeichnung. Die allgegenwärtige Eule geht leider nicht als Material durch.

Und die Erde? Doch, natürlich ist sie Material. „Aus der Erde seid ihr genommen, zur Erde werdet ihr zurückkehren….“. In meinem Archiv „Landschaften“ suchte ich nach „Erde“, aber immer war aus ihr schon etwas gewachsen, nie lag sie nackt und bloß vor mir. Erde ist lebendig, will schaffen, und kann sie es nicht, zerfällt sie zu Staub. So wie wir Menschen auch.

Ein paar frühe Zeichnungen aus meinem Archiv: Landschaften (Erde).

Nachträglich fielen mir noch ein: Edelstahl und Edelstein, Erdöl und Erdgas, Eierschale, Eigelb, Eiweiß, Essig und Eis.

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Wenn Zwerge nicht mehr reisen wollen (Beistiftzeichnung)

Ich ahnte ja schon so etwas. Bereits bei der letzten Zeichnung fing der Zwerg, alias Axel Kinkelknut, an zu mosern. Warum ich ihn zweimal gezeichnet hätte – ihn gebe es bekanntlich nur einmal. Ich murmelte: „Ich dachte, weil Sie doch vorher auf dem großen Schiff …. Aber meinetwegen radiere ich Sie einmal aus. Welchen von beiden soll ich denn ausradieren? Zum Glück ist es ja Bleistift“.
Da ging es aber erst richtig los: „Und alles Grau und Grau! Auch wenn du bisschen Farbe reinschmuggelst, es bleibt ein trauriger Anblick. Der Riese hatte eine knallrote und keine graue Nase, und seine Kravatte war bunt und…“ „Aber so ist es mit Bleistift nun mal“, wandte ich ein. „Papperlapapp!“ unterbrach er streng. „Dann hör eben auf mit dem Bleistift und nimm Farben. Hast ja genug davon. Aquarell, Buntstifte, Tinten, Tuschen, Ölkreiden, Pinsel, ist ja alles da. Hör auf mit dem grauen Zeug! Oder ich reise nicht mehr.“ Und wütend sprang er in die Luft, schaffte es bis hoch zum Pinocchio, der traurig und allein an der Deckenlampe hing, und schmiegte sich an ihn. „Hier bleibe ich, bis du dich entschließt, mich in Farbe zu malen!“ rief er triumphierend. Und als wolle er mich verspotten, begann er zu schaukeln und zu singen:

Ich und der Pinocchio

wir sind ein schönes Paar

und wenn er mal ne Lüge sagt

so stimmt sie und ist wahr!

Er liebt mich heiß und wer es wagt

Sich mit mir anzulegen

Den spießt er mit der Nase auf

Denn er ist sehr verwegen.

Wir schaukeln uns in Himmelshöhn

Weit über menschliches Gedröhn

Und kreiseln um die Welt

Wer es nicht glaubt,

kriegt eins aufs Haupt

bis dass der Groschen fällt.

Zwerg und Pinocchio, Bleistiftzeichnung (c) gerda kazakou, 2018

Zwerg und Pinocchio, Bleistift und Farbfilter (c) grda kazakou

Amor omnia vincit (Die Liebe besiegt alles) – Bildausschnitt von Pinocchio (c) gerda gazakou

Du glaubst mir nicht? Zum Glück habe ich die beiden beim Schaukeln fotografiert, und das zweite Foto ist sogar ein Selfie. Dem  Pinocchio tut der Zwergenbesuch sichtlich gut. Und wie du weißt: Zeichnungen können lügen, aber Fotos, nein! Die lügen nicht!

Der Pinocchio stammt übrigens aus Sizilien. Er wurde ganz legal erworben – ohne Schmu! Hier der Akt der Übergabe (November 2011)

 

 

 

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Wenn Zwerge reisen. Drittes Abenteuer (BLeistiftzeichnung)

„Die Sache ist so“, beginnt der Zwerg. „Ich seh da unten diese zwei Burschen mit den Muschelsitzen, Wal der eine, Delphin der andere. Das wäre doch mal eine lustige Fahrt, denke ich. Aber wie runterkommen von dem großen Schiff? Grad segelt ein kleines Boot vorbei, nah genug, um draufzuspringen, aber es ist wirklich zu winzig selbst für einen Zwerg.

 

Wie ich mich so umschaue, kommt ein riesiger Mann von rechts hereingewackelt, bestimmt 20 Zentimeter groß, ohne Übertreibung!

Der Riese macht ein freundliches Gesicht, breitet seine Arme aus und lässt aus seinem Bauch ein Lied erklingen. Das lautet ungefähr so:

Wenn die Zwerge Hilfe brauchen

Bin ich gleich zur Stelle

Kann in ihre Träume tauchen

Bin ein fröhlicher Geselle.

Ich bin dunkel angezogen

Wie die finstre Nacht

Doch mein Herze, ungelogen

Ist ganz zart und sacht.

Er nimmt mich in seine große Hand und schwups! lande ich auf dem Doppelgespann. Wal und Delphin rasen los, dass es eine Freude ist. Kommt eine Eule vorbeigeschwommen, machen sie einen Schlenker …“

Wenn Zwerge reisen, 3. Abenteuer (c) gerda kazakou, 2018

„Moment mal“, unterbreche ich und schaue von meiner Zeichnung auf, „nun flunkern Sie aber, Verehrtester. Eulen schwimmen nicht. Das war wohl ne Ente.“

 

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Wenn Zwerge reisen. Zweites Abenteuer (Bleistiftzeichnung)

Heute hatte ich nicht viel  Zeit, dem Zwerg bei seinen Erzählungen zuzuhören. Es reichte gerade mal für ein paar Stichwörter, die ich irgendwann später hoffentlich nach seinem Diktat vervollständigen kann.

Ist auf ein Schiff umgestiegen, wegen irgendwelcher Meinungsverschiedenheiten mit dem Schwan. (Welche? nachfragen). Von der hohen Reling aus sah die Welt sehr klein aus. Als Merkwürdigkeiten erwähnte er einen Wal und einen Delphin, die Muschelsitze auf dem Rücken trugen „wie die Elefanten im Märchen“. Auf eine hübsche junge Zwergin, die er Pfeifenkopp nannte, vermutlich weil sie pfeifen kann, hat er ein Auge geworfen.  Von Ferne sang er ihr ein Liebeslied zu und sie antwortete mit einem Pfeifkonzert. (Text siehe unten). Die Weiterfahrt wurde dann aber behindert durch eine Korallenhand, die auf einen Pfahl montiert aus dem Grund ragte. Und ein Hahn rief „Halt“ auf portugiesisch, das klang wie paragem. Das Schiff war an der Grenze von Portugal angelangt.

Axels Liebeslied an eine unbekannte Pfeiferin

O du Holde Schöne Liebe, /  ach was bist du für ne Feine

Wenn ich doch ein wenig bliebe,/  stehst so traurig ganz alleine

Aber ich muss weiterfahren / auf dem Meer der Abenteuer

Was es gibt des Wunderbaren / muss ich fahren in die Scheuer.

Drum, du liebes Pfeifenköpfchen / mit dem Mützchen auf dem Schöpfchen

Ruf ich dir nur zu: Adee! / Ach was tut das Scheiden weh.

                                                                                    

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„Wenn Zwerge reisen“. Erstes Abenteuer (Bleistiftzeichnung)

Ziemlich aufgekratzt kam der kleine Kerl von seinem ersten Ausflug zurück. Ich hatte Mühe, seinen Erzählungen zu folgen. Das merkte er wohl. Denn er unterbrach sich und sagte: „Papperlapapp! Mach das Ziehharmonikabuch auf und schreib. Ich diktier dir lieber, bevor du irgendeinen Blödsinn verzapfst“.

Und so schrieb ich auf, was er mir diktierte. Und versuchte zu zeichnen, was er mir erzählte.

Als Reisegefährt fand sich ein Schwan, sehr gut gepolstert, äußerst bequem. Und so zogen wir dahin und kamen an eine weite Ebene. Da stand stock und steif eine Eule, und auf den Kopf hatte sie sich eine große Spiral-Muschel gestülpt wie einen Hut. Ich wunderte mich nicht schlecht und rief zu ihr hinüber:

He, du Eule,
mit dem Bauch wie ne Säule
ich hoff die Muschel als Hut
tut dir gut!

Sie aber antwortete nicht, sondern stand ganz still, die Augen nach oben verdreht.

Pst, hörte ich es da wispern. Sie lauschet im Traume /wie es rauschet/ im Weltenraume.

Au au autsch! Auf dem Bauche kam mühsam ein bunter Drachen dahergekraucht, denn ihm fehlten zwei Füße, und so fragte ich ihn höflich: „Wo sind denn deine Füße geblieben?“

Zwei Füße hab ich weggegeben / Damit andre auf großem Fuße leben. / Mir ist es einerlei, / ich brauch ja nur die zwei. / Denn ich will das Fliegen lernen / Will hoch hinauf bis zu den Sternen.

Und wie ich mich so umsehe, da sehe ich tatsächlich seine Füße, und aus den Füßen wachsen Stängel.  Aus dem einen Stängel  wächst ein Kruselkopp.  „He, Kumpel“, rufe ich zu ihm hinauf, „Wie fühlt sich das Leben an da oben in der Höhenluft?“

Fest stehend auf dem Boden der Erde / Wiege ich mein Haupt im Himmel / Seh hinab auf das Gewimmel / Der Dummen und Dreisten, die Zwergenherde.

Ein Sprücheklopper, dachte ich mirs doch. Auf geliehenem Fuß und groß klotzen.

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An dieser Stelle unterbrach ich den Redefluss des Wichtels. „Die Seite ist voll, da passt nichts mehr drauf. Vielen Dank, morgen dann wieder, lieber …“ Ich räusperte mich, hoffend, dass er sich mir vorstellte. Ein Name erleichtert doch sehr die Unterhaltung.  Er kicherte vergnügt: „Axel Kinkelknut, nenn mich Axel Kinkelknut“. Und weg war er.

 

Nachwort: Dies ist ein Anfang. Wie es weiter geht? Das weiß ich nicht, hängt ja auch nicht von mir ab. Guten Abend.

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Wenn Zwerge reisen (2) Beistiftzeichnung

„Warum startest du nicht ein neues Kinderbuch mit mir?“fragte mich der reisefreudige Zwerg, der in meiner letzten Zeichnung das Komando übernahm. „Dein Tui-Tiu ist in guten Händen, bin ich etwa weniger interessant?“
Uff, ja, er hat recht. Nur: er will gezeichnet und nicht gelegt sein! Und das bedeutet: Arbeit. Andererseits: Ich zeichne ja sowieso, warum nicht dem Kleinen einen Gefallen tun? Ein Versuch kann nicht schaden.

„Und wie hätten Sie es gerne?“ fragte ich höflich. Der Zwerg aber meinte, das müsse er sich erst mal überlegen. Ob ich nicht ein paar Anregungen für ihn hätte. Also blätterte ich ihm ein Zieharmonikabüchlein hin, das mir mal ein Freund gemacht hat. Neugierig betrachtete er es, während seine Muschel auf Schwiegermutters Häkeldeckchen auflief und das Segelboot langsam im nächtlichen Meer verschwand.

Er beschaute sich meine Zeichnung und grummelte, ich hätte ihn ruhig ein bisschen besser ausgeleuchten können.  „Ihr Wunsch ist mir Befehl“, beschied ich ihm höflich.

„Na gut, na schön“, war seine nicht besonders enthusiastische Reaktion. „Wie wärs mit ein bisschen Farbe?“ – „Aber“, wandte ich ein, „dies ist eine Bleistiftzeichnung, ergo…“ –  „Papperlapapp“, unterbrach er meine Verteidigungsrede, „ich weiß doch, dass du Farbe reinschummeln kannst“. Ein kluges Bürschchen! Wo er recht hat, hat er recht.

Das Ziehharmonika-Büchlein gefiel ihm übrigens, und der Titel auch. Er wünscht sich, dass ich auch die anderen Seiten bemale. Mit Bleistift und ein bisschen Schmuh.

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In eigener Sache: Heute ist Lesefest für TUI-TIU

(c) Nina Alice Schuchardt, Eichhörnchenverlag

Wie gern wäre ich dabei! Heute stellt Nina-Alice Schuchardt vom Eichhörnchenverlag mein Kleinkindbilder- und Vorlesebuch von Tui-Tiu vor, und aus diesem Anlass wird es ein richtiges Fest für Groß und Klein geben. Schaut doch mal in den Newsletter des Verlags oder lest die liebevolle Ankündigung der Märkischen Allgemeine. Lesung und Kinderfest finden in der Kyritzer Stadtbibliothek statt.

http://www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/Kyritz/eichhoernchenverlag-hat-naechstes-kinderbuch-fertiggestellt

Da der link zur maz-online nicht für alle funktioniert, schlug Birgit von Tontoeppe vor, den Text hier herein zu kopieren. Sie schickte ihn mir auch gleich, so  dass es leicht für mich ist, ihn hier zu platzieren. Danke Birgit!!!

Noch junger Verlag hat nächstes Buch fertig

„Die Geschichte von Tui-Tiu
„Die Geschichte von Tui-Tiu“ wird am Montag in der Kyritzer Stadtbibliothek zu hören sein. Es liest die Roddahner Verlegerin Nina Schuchardt.Quelle: Repro/Matthias Anke
17:46  05.05.2018

Mit der Bilderbuchlesung „Die Geschichte von Tui-Tiu“ am Montag in der Kyritzer Stadtbibliothek wird das nunmehr dritte Werk dieser Art vom noch jungen Eichhörnchenverlag aus Roddahn vorgestellt.

Am Anfang war natürlich nicht das Ei. Es waren Tui und Tiu, die beiden Eltern von Tui-Tiu. Nun, ob auch sie aus einem Ei stammten? Klar. Doch in „Die Geschichte von Tui-Tiu“ geht es eben zuallererst um Tui-Tiu. Es ist ein neues Pappkinderbuch, das jetzt in dem noch jungen Eichhörnchenverlag aus Neuroddahn erschienen ist.

Herausgebracht pünktlich zum diesjährigen Welttag des Buches am 23. April, folgt nun am Montag, 7. Mai, die öffentliche Präsentation in der Kyritzer Stadtbibliothek. Dort wird es die 29-jährige Verlegerin Nina Schuchardt (Foto) ab 9.30 Uhr bei freiem Eintritt vorstellen, und zwar nicht nur mittels einer gewöhnlichen Lesung. Auch Klänge sind zu erwarten und natürlich jede Menge Bilder. „Man könnte das als Event-Lesung für Kinder beschreiben“, sagt Nina Schuchardt.

In dem kleinen Werk steckt mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist

Nicht zuletzt funktioniert das Büchlein in der Größe einer Erwachsenenhand vor allen durch die besonderen Illustrationen. Diese wie auch der Text sind von der Künstlerin Gerda Kazakou, die von der Ostsee stammt und seit 1979 im griechischen Athen lebt und arbeitet.

Entstanden ist die kurzweilige Geschichte vom Vogelkind Tui-Tiu, das wissen möchte, wo es herkommt. „Und so erzählen seine Eltern von ihrer Liebe, von der Suche nach einem Nistplatz, vom Brüten und von der Freude über das schlüpfende Küken“, erklärt Verlegerin Schuchardt. Doch dahinter stecke sehr viel mehr: „Die Geschichte erzählt viel über die Liebe in einer Familie, über Geborgenheit und über die Zusammenhänge, in welchen wir leben, die uns im Kleinen wie im Großen prägen und Halt geben. Sei es in Form der Menschen, die uns umgeben, unserer unmittelbaren Umwelt oder des ganzen weiten Kosmos.“

Jedes Buch hat einen individuellen künstlerischen Anspruch

Und wer genau hinsieht, entdeckt in den dazugehörigen Bildern eine bestimmte künstlerische Technik: Jedes Bild ist aus immer den gleichen Schnipseln gelegt worden. Nina Schuchardt spricht angesichts dessen von einem „starken visuellen Anker, der die Betrachtenden ruhig bei sich behält. Die Farbwahl ist unaufgeregt, ausgeglichen und lässt uns zu uns kommen und durchatmen“.

Dieses neue Roddahner Pappkinderbuch reiht sich in seiner Art ein in die bisher im Eichhörnchenverlag erschienenen Werke „Monsterkinder“ und „Landtiere“. In jedem für sich steckt auch ein individueller künstlerischer Anspruch.

Von Matthias Anke

(c) Nina Alice Schuchardt, Eichhörnchenverlag

 

Eine weitere feine Besprechung des Buches findet ihr hier: http://www.die-buchberaterin.de/am-anfang-war-das-ei/

Falls es auch mit diesem Link nicht so klappt: Hier der Artikel aus dem Blog der Buchberaterin.

Am Anfang war das Ei

Gepostet von: am 7 Mai 2018 | Keine Kommentare


Heute möchte ich ein bezauberndes neues Vorlesebuch  aus dem Eichhörnchen Verlag vorstellen. Es geht darin um nichts weniger als die großen Fragen „Woher komme ich?“ und „Wo ist mein Platz zwischen Himmel und Erde?“ Das Vogelkind Tui-Tiu möchte wissen, wie es auf die Welt kam und da erzählen ihm seine Eltern von ihrer Liebe, ihrem Nest, das sie bereitet haben und dem Ei aus dem Tui schließlich geschlüpft ist. Seine Eltern erklären ihm auch die Bedeutung von Tag und Nacht und es lernt, wie alles mit allem zusammenhängt.

Die verschiedentlich wiederkehrenden Silben „Tui“ und „Tiu“ bereichern die Erzählung um ein lautmalerische Element, was den Text zu  einem Vorleseerlebnis macht. Jeder der ihn vorliest, Eltern, Großeltern, Freunde oder Geschwister, können beim lesen mit den Worten spielen und die Vogellaute klingen lassen. Tirilieren ist ausdrücklich erlaubt!

Neben dem Text fasziniert mich an diesem Büchlein die künstlerische Technik Gerda Kazakous. Sie legt jedes neue Bild aus immer den gleichen Schnipseln. Die Farben bleiben dezent, orientieren sich an der Vielfalt der Natur. Einfach schön und anders!

Die Geschichte von Tui-Tiu ist auch, aber nicht nur eine Gute-Nacht-Geschichte. Sie schenkt Geborgenheit und zeigt, wie wichtig Liebe, Schutz und der Zusammenhalt der Familie sind.

Gerda Kazakou (Text und Illustration): Die Geschichte von Tui-Tiu. Eichhörnchen Verlag 2018, 18 Seiten, Pappeinband, 11 Euro.

Für die Kleinen zum Vorlesen und die ganze Familie!

 

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Wenn Zwerge reisen (Bleistiftzeichnung)

Heute gibt es etliches Spiraliges: Eine hohe Zinnvase aus Portugal, deren Form und Henkel eher griechisch wirken mit dem schneckenförmigen Abschluss der Griffe; die Auflage eines Blumenständers aus Rohrgeflecht, spiralisch geformt; Zapfen, Muscheln, ein Segelboot und einen Zwerg. Und weil letzterer in all seiner Winzigkeit doch das Feld zu beherrschen scheint, habe ich ihm den Bildtitel überlassen. Klein aber oho, möchte man ausrufen, wie er da in seiner großen Muschel angeschippert kommt.

In seiner Welt gibt es noch eine große Muschel mit schöner Spirale, ein paar Zapfen, auch sie spiralig gewachsen, und ja, natürlich: ein winziges Segelboot aus Holz. Da mag wohl noch mehr reisendes Volk drin sitzen.

Ein paar einfache digitale Bearbeitungen des leider schlechten Fotos habe ich auch gemacht.

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Konferenz: Vase aus Simbabwe, Eule aus Hamburg, Echse aus Mexiko (Bleistiftzeichung)

Diesmal geben sich Afrika, Mittelamerika und Europa ein Stelldichein, um sich zu beraten. Denn die Dinge der Welt sind schwierig. Abhilfe tut not.

Im Zentrum steht eine kupferfarbene Vase aus Simbabwe. Damals hieß es noch Rhodesien (bis 1980). Gefertigt wurde sie in einer der vielen Werkstätten der Hauptstadt Harare, erstanden auf einem Basar. Kupfer, Gold und andere kostbare Mineralien, Edelsteine, eine großartige Natur – aber die Menschen sind in schreckliche Armut versunken.

Die Eule kam aus Hamburg zu uns, leider weiß ich nicht, woher sie ursprünglich stammt. Sie ist eine der elegantesten ihrer Spezies, aus einem schweren Stück Holz geschnitzt und geglättet, der Sockel dunkel glänzend.

Die Echse kommt aus Puebla, südliches Mexiko, seit dem 17. Jahrhundert berühmt für seine Keramik. Zahlreiche Werkstätten produzieren dort hochwertige Stücke – durchaus nicht nur für das Andenkengeschäft. Diese nette Echse bewacht nun meine Balkonpflanzen.

Die dunklen, harten gebündelten Samenkapseln findet man hier überall,  sie stammen von Straßenbäumen, deren Name ich nicht weiß.

Die kleine Eule mit dem herzförmigen Gesicht hat jemand mitgebracht, sie liegt meist zusammen mit Zapfen, Zetteln und Zitronen in der Fruchtschale.

Konferenz der Dinge (a) gerda kazakou, Bleistiftzeichnung 2018

„Treffen unterm Lampenlicht“ digitale Bearbeitung einer Bleistiftzeichnung, (c) gerda kazakou

„Nächtliche Besprechung“, digitale Bearbeitung einer Bleistiftzeichnung (c) gerda kazakou 2018

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Was ist das? Und von wem? Malerische Rätselfragen No. 4

Wenn man diesem Künstler zuschaut – und er ließ sich gerne bei der Arbeit filmen und fotografieren -, sieht man einen hoch konzentrierten Menschen, der ständig zwischen Modell und Leinwand hin und herschaut und mit leichtem, spitzem Pinsel Linien zeichnet. Sehr präzise sieht das aus, jeder Pinselstrich scheint genau dort platziert zu werden, wo der Maler ihn am Modell wahrgenommen hat. Manchmal hüpft die Hand unerwartet zu einem anderen Punkt der Leinwand, setzt auch dort eine kleine Linie, kehrt zurück, selten pausierend, immer genau, rhythmisch, kontrolliert. So baut sich aus dem anscheinend wirren Lineament behutsam und mit großer Präzision – – –  eine menschliche Gestalt auf. Eine Brust, die atmet.

aufgenommen im Kunsthaus Zürich, das eine sehr schöne Sammlung mit Arbeiten von Giacometti hat

Ich brauche nicht zu betonen, dass ich seine Arbeit liebe, je geradezu anbete, seit ich sie vor sechzig Jahren zuerst sah. Unendlich fasziniert schaute ich auf eine Skulptur im Skulpturenpark von Gent – damals 17 Jahre alt und ohne die geringste Erfahrung mit moderner Kunst. Es gab dort auch andere Bildhauer, deren Arbeit ich erstmals erblickte und auf Anhieb liebte. Aber dieser hier, das war … ich wollte auf die Knie fallen vor seinem meisterlichen Werk.

Seither bin ich zu vielen Plätzen gepilgert, wo es Ausstellungen mit seinen Arbeiten zu sehen gab. Auch in der Beyerle-Stiftung bei Basel wurde eine eröffnet – am Folgetag. So streiften Ulli und ich rund ums Gebäude, um jedenfalls einen Blick durch die Fenster zu werfen.

Am nächsten Vormittag waren wir dann wieder da – die Ausstellung war eröffnet. Wenn du mehr darüber wissen willst, schau mal hier:

Bacon und Giacometti.

Die folgenden Fotos habe ich teils im Kunsthaus Zürich, teils in der Stiftung Beyerle aufgenommen. Spiegelungen und Lichtverhältnisse machten es schwierig, außerdem wollte ich keine Besucher im Bild haben. Bessere Fotos findest du in Alben oder im Internet. Aber diese hier sind halt meine und zeigen vielleicht ein wenig davon, wie ich die Werke betrachtet habe.

 

 

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