Gemeinsam zeichnen (8)

Hara, Eleni, Kokkonia, Magda (24.8.2018)

Endlich hat es wieder geklappt mit dem gemeinsamen Zeichnen. Vier Frauen kamen diesmal: die „alten Häsinnen“ Magda und Kokkonia, dazu auch Eleni, die uns einmal Modell saß, aber selbst nicht zeichnete, und Kokkonias 16jährige Tochter Hara (Freude), die wie ihre Mutter eine sehr begabte Portraitistin ist.

Ich gehe wieder in der Reihenfolge des Entstehens vor. Zuerst saß Hara eine Viertel Stunde, und so kamen nur zwei halbe Zeichnungen zustande:

Dann saß Eleni eine halbe Stunde lang. ich machte  drei Skizzen aus zwei verschiedenen Positionen.

Dann saß ich eine halbe Stunde lang Modell. Nur Hara traute sich, mein Alter anzudeuten.

Die letzte Sitzung bestritt Kokkonia. Leider habe ich Magdas Bild nicht fotografiert.

Danach waren wir zu müde, um auch noch Magda zu zeichnen. Fürs nächste Mal verabredeten wir, mit 5-Minuten-Zeichnungen zu beginnen, um aufzutauen. Denn diese Portraitzeichnerei ist arg anstrengend. Wir sind sehr bemüht, dem Modell gerecht zu werden – was oft genug nur in Ansätzen gelingt, und wir verkrampfen uns dabei. Übungen zur Lockerung des Strichs sind angezeigt.

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Bogen – verbogen (2): ein verbogener Draht.

Der verbogene Draht ist ein anderes Fundstück – ein objet trouve -, das ich vor Jahren als Fotoserie gestaltete (2012). Ich entdeckte ihn, als ich, angeregt durch den kreativen Furore während eines kunsttherapeutischen Seminars, nach Materialien schaute. Die unwillkürlichen Bögen, Schlaufen, Kehrtwendungen sind mir, in gewisser Weise,  ein Sinnbild unseres Lebens.  Wie man es auch betrachtet, es bleibt ein verschlungener Weg, der selten durch rationalen Plan und Willensakte zustande kommt. Aber schön und interessant ausgestalten können wir ihn.

Zuerst ein Foto des Drahts an seiner Fundstelle, dann einige Fotos seiner natürlichen Gestalt, aus verschiedenen Blickwinkeln, dann einfache fotoshop-Bearbeitungen.  Anklicken hilft zum besseren Betrachten.

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Bogen – Verbogenes

Bewegung am Strand. Kohlezeichnung 23.8.2018 (c) gerda kazakou

Viel Bewegung am bevölkerten Strand. Da verbiegt sich so manche beim Wechseln der Kleider …

oder wenn der Ball zu weit flog und übers Wasser hüpft.

Am Strand findet man auch dies und das Weggeworfene, Verbeulte, Verbogene (bitte zum Vergrößern anklicken).

 

Als ich die heutige Farbzeichnung betrachtete, fiel mir ein „objet trouve“ ein, das ich vor Jahren am Strand fand und zu einer Foto-Serie verarbeitete.

 

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„nichts zu sagen“

Soll man, wenn man „nichts zu sagen hat“, dennoch zu Stift und Pinsel greifen? Der modernen Kunst wird ja gerade dies oft vorgeworfen: SIE HABE NICHTS ZU SAGEN.
Nur ist es halt so: den Künstler schert das Urteil wenig, denn er muss doch weitermachen, auch wenn er „nichts zu sagen hat“. So auch ich, heute abend. Ich machte zwei Kohlezeichnungen, die ich „Köpfe“ nannte.

Kopf 1

Kopf 2

Den zweiten „Kopf“ ließ ich gelten, nachdem ich ihn auf den Kopf gestellt hatte. Warum er mir so besser gefällt und warum ich ihn „gelten lasse“, kann ich dir leider nicht sagen: ich weiß es nicht.

Am ersten „Kopf“ arbeitete ich dann weiter, zuerst mit Ölpastell, dann wieder mit Kohle und schließlich, nach einer Drehung, mit Pinsel, Pigmenten und Wasser. Wie du siehst, habe ich zuerst den „Kopf“ als solchen kenntlich gemacht, dann die Schädellinie verstärkt und den verklebten „Mund“ aufgerissen. Dann aber habe ich das Bild gedreht und die Konturlinien durch „Einströmendes“ entschlossen durchbrochen.

Oder vielleicht doch besser so? Das sind so Fragen…

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Formensprache: Bogen und Boot (Zeichnungen 2017)

Die Form des Bogens hat, wenn sie in der Natur als Gezweig, als Hügel, als Höhle auftaucht, etwas Beschützendes, Bergendes – aber zugleich auch Einengendes an sich. Im Bauwerk ist es ganz ähnlich: Gewölbe, Torbogen, Gruft geben Schutz, Sicherheit, aber sie haben auch etwas Lastendes und schließen ab gegen die freien Horizonte. Der Mensch fühlt sich geschützt durch etwas, was außerhalb von ihm besteht – ein wenig wie das Embryo im Mutterleib oder der Mensch im Kirchenraum.

Dreht man den schützenden Bogen um 180 Grad, ergibt sich ein seltsamer Effekt:  der Himmel öffnet sich und der Bogen wird zum Boot. Auch das Boot birgt, aber auf ganz andere Art als der feststehende Bogen: es ist den Unbilden des Meeres ausgesetzt, es bedarf eines Steuermanns, einer Steuerfrau. Es ist ein Sinnbild der Freiheit, des selbstbestimmten ICH, das, vertrauend auf das Tragende, in den Strömungen und Gefahren der Zeit seinen Kurs zu halten versucht.

Dreht man den Bogen nur um 90 Grad, erhält man die urtümliche Waffe, auf der der Pfeil abschussbereit liegt, oder auch den Bogen, der die Saiten der Leier zum Tönen bringt. Die griechischen Götter – allen voran die Zwillinge Artemis und Apoll – sind ohne ihren Bogen und ihre Leier nicht denkbar. Darauf komme ich ein andermal zurück.

Ein paar meiner Zeichnungen vom Vorjahr (manchmal als Ausschnitt) mögen meine Gedanken zu Bogen und Boot noch ein wenig illustrieren. Ich zeige die Zeichnungen zwei Mal, einmal original und einmal um 180 Grad gedreht.

Wenn aber die Reise zu Ende geht, wenn das Boot geborsten auf der felsigen Küste liegt, dann ist der Bogen auch Sinnbild für eine Sehnsucht nach einem Durchgang in die Ferne, in der sich ein freundliches Land auftut wie eine neue Heimat.

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abc-Sommerpausen-Kata-Strophen ohne Propaganda

Wie ihr wisst, rief Christiane zum zweiten Sommerpausen-Intermezzo. Und lz. alias Ludwig Zeidler machte dazu seine sehr einladenden Einladungskarten.

Ich hab sie diesmal alle untergebracht – alle 15 Wörter, nur die Propaganda, die überlasse ich denen, die sich damit auskennen.

 

Ambi-Valenzen

Schritte und Flüstern im Holz
Ah, es ist der Herr Peter Scholz
Mit Frau Ilse und Kläuschen dem Sohn.
Die Mama hält den Lampion
Im Windhauch schwankt er hin und her
Als wäre er ein Schaukelbär.

Sie liebten die Waldeinsamkeit
Schon damals als sie noch zu zweit
Sie blieben bei gesunder Kost,
Johannesbeer– und Apfelmost
Auch Muckefuck und Knäckebrot
mit frischem Käse tats zur Not.

Doch Kläuschen ist schon dreizehn Jahr
Und nicht mehr das, was er mal war.
Ihn langweilt sehr ihr Enthusiasmus,
er übt sich deshalb in Sarkasmus.
Wanderbaustelle nennt der Knabe
Das elterliche Waldgehabe
Und Langsamkeitswahn ihr „Pst und horch mal
Graugänse im Anflug“, die sind ihm piepegal!
Er liebt es nicht, das leise Scheue
Er liebt das rasend tosend Neue.
Ein Kind der Zeit und der Moderne
Lockt ihn das Laute und das Ferne
Die Welt umkreisen auf Raketen
Anstatt die Winden an Staketen
bewundern wie die Eltern täten.

Doch grade jetzt da fällts ihm brennend ein:
die Babs und Bubs, die sind zu Haus allein!
Ob das Kaninchenstallscharnier wohl hält?
Wenn sie nun abhaun in die weite Welt?

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Bögen schlagend, mäandernd (Rückblende Sommer 2017)

Atelier Juli 2017

Eben öffnete ich in mein Archiv „Zeichnungen Juli-August 2017“ mit der Frage: was hast du eigentlich im Sommer 2017 gemacht? Und da sehe ich einen geradezu überschäumenden Experimentiergeist am Werk. Ist er mitsamt den damals gestalteten Werken „abgesoffe„? Danach habe ich völlig andere Zeichnungen gemacht, insbesondere  die Legearbeiten mit Materialien, die mir Susanne, Jürgen und Ulli überlassen hatten und dann auch die sehr genauen Bleistiftzeichnungen von Dingen und nun erneut Portraits wie in allerersten Zeiten……..

Nun, ich habe ja die Fotos, und so kann ich mir die Arbeiten des vergangenen Sommers vor die Augen stellen und mich fragen: was will ich davon mit auf den Weg nehmen? Zum Beispiel dieses Fels- und Meeresbild, mit Pigmenten, Kleister und Wellpappe gemacht:

Abstrakte Landschaft (c) gerda kazakou, Sommer 2017

oder jenes Blatt mit Pigmenten, Kleister, Kohle, Packpapier?

Baum, Fels, Wasser (c) gerda kazakou, Sommer 2017

oder vielleicht gar ein Blick von ganz weit oben, mit gespritzten Lineamenten und Punkten über farbiger Landschaft mit hellem Bogen – Pigmente, Kleister, Wasser auf Pappe.

Stadt von oben (c) gerda kazakou, Sommer 2017

Da wäre auch ein Bild mit einem großen überwölbenden Bogen

Teilweise Überwölbung (c) gerda kazakou, Sommer 2017

….oder auch mit vielen Bögen, gleich einem Aquädukt, auch dieses mit Wellpappe, weißlichem Packpapier, Kohle, Pigmenten und Kleister auf Leinwand.

Archipel (c) gerda kazakou, Sommer 2017

Mir scheint, ich lebe und arbeite in Mäandern, diesen Bögen der Flüsse, von denen man manchmal meint, sie flössen in sich selbst zurück, aber dann finden sie doch einen Weg nach vorn und strömen weiter in Richtung Meer.

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Torbögen und verwandte architektonische Formen in meiner Malerei

Ich bleibe ein wenig beim Thema der Torbögen und verwandter architektonischer Formen, und durchsuchte mein Archiv nach entsprechenden Bildern. Tatsächlich fand ich eines aus meiner frühesten Zeit (ein Aquarell von Maria della Salute), vier Gemälde aus dem Jahre 2008 (Pigmente und Kleister auf Leinwand, beim „Luftigen“ auch eingeklebte Wellpappe) und zwei spätere Bilder (Pigmente, Kleister, eingeklebte Papiere und Wellpappe auf Leinwand bzw Papier). Anklicken zum Vergrößern.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du, sofern du Einträge zum Thema hast (Gemaltes, Gezeichnetes, Fotografiertes, Gedichtetes, Collagiertes ….) , Petra nacheiferst und sie bei mir verlinkst. Wenn einiges zusammenkommt, mache ich einen Extra-Eintrag mit den Verlinkungen.

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Natur, Mensch,Technik (8): Torbogen, Gewölbe, Durchgang, Kuppel, Schädel und Bauch.

Marie schrieb im Kommentar zu „Stadt, zwei Varianten“:

  • gkazakou schreibt:
    • mmandarin schreibt:

      Mag sein…das es das ist. Wir sind eben noch immer Höhlenkinder, kommen aus einer Höhle und gehen schließlich wieder dorthin zurück

    Paestum, Museum. Eigenes Foto

    Seither geht mir das Motiv nicht mehr aus dem Sinn: Torbögen – Höhlen, aber auch Kuppeln, Gewölbe, Scheintore, Geheimgänge, Verliese – Andeutung eines Bogens, Eingang, Durchgang, Symbol.  Ich denke an Schädel und Bauch und ihre so verschiedene Morphologie – hart und weich, Schale und Plastik, Himmelsgewölbe und Grab -, die dennoch so viel Gemeinsames haben. Im einen das Geschlinge des Hirns, im andern des Darmes, verdauen sie beide, Wahrnehmungsdaten und geistige Nahrung hier, Pflanzliches und Tierisches dort.

    Hier einige Fotos von Bögen und Kuppeln, die ich auf meiner letzten Italienreise machte. Mal sehen, was sich daraus noch entwickeln will:

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Stadt, 2 Varianten

Es gibt da diese große Leinwand, die größte in  meinem Atelier. Immer wieder arbeite ich um, was darauf entstanden ist, denn es ist schwer für mich, solch eine große Leinwand heranzuschaffen. Die bisher letzte Fassung zeigt eine kulissenartige Stadt.

In letzter Zeit starre ich wieder auf die Leinwand und frage mich, was ich mit ihr anfangen will. Doch noch kann ich mich nicht entschließen, die Stadt samt ihren Schattenbewohnern sang- und klanglos in den Orkus zu schicken. Also zeige ich es mal mitsamt einigen Details. Diese Variante stammt vom 3.September 2013. Tusch!

Am 25.August desselben Jahres hatte dasselbe Bild noch ein weit bewegteres Ansehen.  Es war die Zeit der Hafenstädte. Erst wieder das Ganze, dann ein paar Details.

Es ist schade um die Frische und die lustigen Segelboote, sagst du? Vielleicht. Andererseits hat das Bild an Dichte gewonnen. Hier noch mal beide Varianten im Vergleich.

 

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