Portraitstudien (3)

Es hat heute leider wieder nicht mit dem wechselseitigen Portraitieren geklappt. Zu viel Sommer und Ferienmentalität! Und so zeige ich noch einmal Skizzen aus dem Archiv. Modell saß bzw lag hier mein Sohn als Schüler bzw links als Student. Normalerweise zeichnete ich, ohne dass es das „Modell“ bemerkte.

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Portraitstudien (2)

Morgen ist wieder gegenseitiges Portraiteren angesagt. Zur Vorbereitung beschaute ich mal wieder einige ältere Portraitzeichnungen. Hier vier davon, darunter auch zwei Selbstportraits. ich erinnere mich nicht, wann sie entstanden sind. Ich habe sie, glaube ich, schon früher mal gezeigt.

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Christianes Sommer-Intermezzo: Biedermeier-Kata-Strophen

Unter den Wörtern, die sich für dies Sommerpausen-Intermezzo ansammelten, ist eines, das niemand so richtig lieben will. Man verhöhnt es samt der Epoche und Geisteshaltung, die es ausdrückt. Biedermeierschränkchen, o weh! Ein echter Underdog unter den Wörtern. Ihm widme ich diese Kata-Strophen

 

Die verwendeten Wörter:

Baggersee, Biedermeierschränkchen, Federkleid, Firlefanz, Fischkonservenfabrik, Kirchturmspitze, Liebe, Ohrring, Sachertorte, Tanztee, Unterwasserkönig.

Das Biedermeierschränkchen – ach, das feine kleine, mit der geschwungenen Borte, den Einlegearbeiten aus Elfenbein und den vielen Schubladen, geheimen und offen zugänglichen – es sprach eine andere Sprache als seine sachlichen Brüder und Schwestern von heute! Von ewiger Liebe sprach es, die angetragen wurde in geschnörkelten Sätzen, von errötenden Wangen und Herzklopfen, wenn zum Tanztee geladen wurde mit zierlich beschrifteter Einladungskarte.

Liebes Fräulein Kunigund,

hiermit tun wir Ihnen kund,

dass am sechsten Samstag abend

 wir die Ehre werden habend

 Sie zum Maskenfest erwarten

 in dem heitren Rosengarten.

Ihr Herr Vater mögs gestatten!

Emily samt ihrem Gatten.

Einladung zum Tanztee

Emily war die Gattin des heimischen Fischkonservenfabrikdirektors, gehörte also zur Creme de la Creme. Kunigundchen war selig. Papa, Direktor der heimischen Strumpffabrik, würde schon Ja sagen! Aus dem geheimsten Fach ihres Biedermeierschränkchens holte sie zwei Ohrringe hervor  – fein ziselierte schnäbelnde Täubchen auf jedem,  die würde sie tragen. Doch welche Maske passte dazu? Ein Federkleid!

Kunigundchen eilte eifrig

Zur Voliere wo die Pfauen

Traurig ihre Runden drehten.

Wozu, fragte Kunigunde,

braucht der Pfau denn sein Gefieder?

Gar nicht braucht ers, denn ich brauch es!

Von der Kirchturmspitze sah es

Der Gevatter Hahn der güldne

Doch vermocht er nicht zu krähen

Und noch vor der Abend nahte

War der Pfau des Schwanzes ledig

Lag selbst elendig ersoffen

In dem nächsten Baggersee.

Und das Mädchen Kunigunde

Tänzelte behängt mit Federn

Und mit Ringen an den Ohren

Sowie manchem Firlefanze

Zu dem Tanze.

Und sie tanzte – welche Entzücken!

Mit den Federn auf dem Rücken

tanzte mit dem Hirtenknaben

mit dem Schafbock und dem Raben

 mit Unterwasserkönigen

Bewundert von nicht wönigen!

Ach Biedermeier, selige Zeit!

Was bist du so unendlich weit

Was  leben wir heute

Inmitten der Meute

bescheidener Leute

die froh sind und mächtig vergnügt

wenn ein Stück Sachertorte auf ihrem Teller liegt.

Einladungskarte zum Tanztee

Als hoffentlich passende Musikuntermalung: Johann Strauss II – Fledermaus-Quadrille, op. 363

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=6&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjq8oPh2-3cAhUzIMUKHf4zC24QwqsBMAV6BAgCEAc&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dz-eiZ-sGzCU&usg=AOvVaw2MkhdG-BcWQblh6867MER4

 

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Nach dem Schwimmen: Wechselseitig Portraitieren

Heute hatte ich doch noch eine Gelegenheit zum Portraitieren. Magda kam zum Schwimmen, und danach gingen wir ins Atelier, um den versäumten Termin nachzuholen.
In der ersten Runde zeichnete ich Magda ca 15 Minuten, dann sie mich ca 30 Minuten.

In der zweiten Runde zeichneten wir uns gegenseitig beim Zeichnen. Dabei passierte es mir, dass ich Magda in eben dem Stil portraitierte, den sie selbst anstrebt. Und mir kam der Gedanke:  So muss es sein! Picasso muss ich im Stil Picassos zeichnen, Matisse im Stil von Matisse und Magda im Stil von Magda. Denn die Art, wie ein Mensch zeichnet, charakterisiert ihn weit mehr als zB die Form seiner Nase. Aber natürlich bleibt es  immer meine Zeichnung, mein Strich, also auch ein bisschen Selbstportrait.

Hier noch mal zwei Ausschnitte meiner Zeichnungen, zum besseren Vergleich der Strichführung (Kohle auf Zeichenkarton)

 

 

 

 

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Sommerpausen-Kata-Strophen: Rrumms!

Christiane hat uns einen Haufen bizarrer Sommer-Wörter präsentiert, insgesamt sind es fünfzehn. Zehn davon sollen uns zu einer Geschichte inspirieren. Bei mir reichte es nach langer Zeit mal wieder für ein paar Kata-Strophen. Danke, Christiane, danke lz., danke auch allen fleißigen WortspenderInnen! Genießt noch ein wenig den Sommer – wer weiß, wann es Rrumms macht!

Ich habe folgende Wörter benutzt: Ablenkungsmanöver, Baggersee. Biedermeierschränkchen Federkleid, Firlefanz, Fischkonservenfabrik, Kirchturmspitze, Ohrring, Räumungsklage, Sachertorte, Unterwasserkönig.

Nacht am Hafen,

alle schlafen

psss-schh-pssss schhh-pssi-schuu

es schläft der Pa, es schläft die Mu.

Doch den Unterwasserkönig,

den kümmert das herzlich wenig.

Schon taucht sein Algen-Haupthaarschopf,

sein silbern glänzender Schuppenkopf

aus dem schillernden Hafenbecken

lautlos, pl-pl, er will keinen wecken.

Er schüttelt sich und leise erklingen

Die Glöckchen an den Korallen-Ohrringen.

kling-kling, kling klang, kling-kling.

Nun steigt er heraus, nun siehst du ihn ganz:

den prächtigen kräftigen Fischeschwanz,

den flusig-blubbrigen Firlefanz!

Sein Federkleid tropft, und in die Höhe gereckt

hält er ne Sachertorte, in der etwas steckt.

Er durchschreitet das Tor der Fischkonservenfabrick

Wirft auf die Fischausweide-Bänder einen finsteren Blick

Gelangt ins Büro mit dem schicken Mobiliar

ein Biedermeierschränkchen gibt es da sogar.

Drauf stellt er die Sachertorte

Und grummelt folgende Worte:

Der Räumungsklage wird statt gegeben

die Fische sollen von nun an leben.

die Fischkonservenfabrik muss schließen

Wir werden sie auf die Kirchturmspitze schießen.

 Zurück bleibt nur ein Loch

Füllt es mit Wasser doch.

Dann habt ihr einen Baggersee.

Ich sagte A, nun sag ich Be.

Dies ist kein Ablenkungsmanöver

mit euch ists aus – – – : Över.

Die Sachertorte die macht rummps

dann folgt ein Bumms und auch ein Plumps

Das wars, was ich berichte.

Der Rest ist nun Geschichte.

Diesmal sollen wir auch noch ne Songzeile dazusetzen. Aus dem Netz fischte ich etwas zum Baggersee Passendes. Darin heißt es: „Komm wir bomben einen Krater und dann fluten wir das Loch“. Die da singen, sind anscheinend auch so ne Art Unterwasserkönige. Nennen sich „Antilopen-Gang“.  Mir ist es zu grob, aber: wem es gefällt.

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjii57SnercAhXRxKYKHZcSDeAQwqsBMAN6BAgHEAc&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dn-dGuZXvKXI&usg=AOvVaw3nWznDS5oabSBZ5Hh807-I

 

 

 

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Rote Hibiskus-Blüte mit Spiegelung und Schatten (Parallelaktion 1*)

unbearbeiteter Bildausschnitt

Fasziniert von Joachim Schlichtings heutigem Eintrag, in dem er zeigt, wie eine im Sonnenlicht anscheinend weiße Wäsche in der Wasserspiegelung ihre wahren Farben preisgibt, machte ich mich daran, eine rote Hibiskus-Blüte zu fotografieren. Ich fand einen silbernen Teller aus Presspappe, tat ein wenig Wasser hinein (wir haben grad kein fließendes Wasser, also Vorsicht!), trug den Teller und die Blüte in die pralle Sonne …. und hatte einige schöne Ergebnisse. Es waren freilich nicht die erwarteten. Joachim meinte, ich solle die Blende auf die Spiegelung einstellen, dann würde die Blüte erbleichen. Doch in Anbetracht der fehlenden Blende und meiner eher untauglichen Versuchsanordnung blieb dieser Effekt aus.

Dennoch, es hat sich für mich gelohnt. Denn sooo schöne rote Spiegelungen auf einem interessant zerkratzten silbernen Teller hätten sich mir ohne diese Anregung kaum gezeigt.

Ich wollte dann aber doch noch sehen, wie sich die Farben verhalten, wenn ich die Fotos abschnittweise korrigierte. Das linke Foto ist unbearbeitet, bei dem rechten Foto habe ich den unteren Teil der Blüte und den Schatten isoliert und dann automatisch nach Helligkeit und Farbwert korrigiert (es gibt eine entsprechende Funktion bei fotoshop).

Und hier habe ich das ganze Foto „abschnittweise korrigiert“. Man sieht an der spitzwinkligen Form im grünen Feld rechts, wie groß die farblichen Varianten sind, je nachdem, welche Abschnitte man isoliert bzw zusammenfasst: das graue Dreieck und das Grün entsprechen im Originalfoto beide dem rötlichen Grau des Schattens.

Bei Gelegenheit suche ich nach günstigeren Voraussetzungen für den Spiegelungs-Effekt. Vielleicht mag ja auch jemand von euch, die ihr eine geeignetere Fotoausrüstung habt, rumprobieren?


*„Parallelaktion“ nenne ich ab jetzt Beiträge, die andere Blogger-Einträge aufgreifen und parallel dazu gestalten. Mir kam dieser Ausdruck (der aus Musils „Mann ohne Eigenschaften“ stammt), als Petra heute einen Sterneneintrag brachte, der an meinen Eintrag über die Perseiden anknüpfte. Mir liegt sehr viel daran, dass wir uns in unseren Blogs aufeinander beziehen und in einen indirekten oder direkten Dialog eintreten.

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Kunst am Sonntag: On the edge (Kohle-Farb-Skizze)

Gestern abend machte ich eine Kohle-Farb-Skizze (50×70), die ich „On the edge“ nannte. Denn so fühlte ich mich. Warum? Es geschieht.

Ich habe das Bild (und mich) dann schrittweise stabilisiert, bis ich ihm alle Unsicherheit und Ambivalenz ausgetrieben hatte. Es lebe die digitale Bearbeitung.

Die Verwandtschaft mit dem vorigen „Hochragendes – Niederschlagendes“ ist unverkennbar.

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Perseidenstrom, Sternenkarten, Gottfried Benn und der Logos

Heute ist Neumond, tiefste Nacht. Aber es werden Sterne fallen und ihre leuchtende Spur einen Atemzug lang in den nächtlichen Himmel schreiben. Natürlich sind es für Astronomen keine „Sterne“, es ist nur Sternenstaub oder Himmelsschrott, aber für unser Auge und für unser Herz sind es falling stars, und wir heften unsere heißen geheimen Wünsche an ihre leuchtende Spur.

Die „Sternenkarten“ machte ich vor Jahren. Es sind kleine Bilder (Anklicken: ca Originalgröße), die ich dieser Tage wieder zu Tage förderte.

Gottfried Benn, natürlich, wird mit dabei sein, heute Nacht.

Ein Wort

Ein Wort, ein Satz -: aus Chiffren steigen
erkanntes Leben, jäher Sinn,
die Sonne steht, die Sphären schweigen,
und alles ballt sich zu ihm hin.

Ein Wort – ein Glanz, ein Flug, ein Feuer,
ein Flammenwurf, ein Sternenstrich –
und wieder Dunkel, ungeheuer,
im leeren Raum um Welt und Ich.

Aber nicht nur Gottfried Benn, sondern auch das Johannes-Evangelium wird dabei sein, denn ich werde wieder einmal nachsinnen über „das Wort“ (LOGOS), das am Anfang war, und darüber, was der LOGOS denn nun sei. Diese große uranfängliche Kraft, aus der alles hervorging und hervorgeht.

Εν αρχη ην ο λογος και ο λογος ην προς τον θεον και θεος ην ο λογος / ουτος ην εν αρχη προς τον θεον / παντα δι αυτου εγενετο και χωρις αυτου εγενετο ουδε εν ο γεγονεν /

Meine heutige Übersetzung „Zu Beginn war der LOGOS und der LOGOS war auf Gott hin ausgerichtet, und göttlich (Gott) war der LOGOS / – /  Alles entstand durch ΙΗΝ (LOGOS), und ohne IHN wurde nichts von dem, was wurde./ “

Was ich sonst noch zu LOGOS zu sagen habe, findet sich unter https://gerdakazakou.com/2016/12/30/griechisches-alphabet-des-freien-denkens und in meinen Einträgen zu Heraklit.

 

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Hochragendes, Niederschlagendes

Ein bisschen habe ich gestern im Atelier getan. Ich nahm Kohle und Wachskreide und zeichnete ein „luftig Hochragendes“ auf einen Bogen Papier (50×70).
Dann fiel mir eine gerahmte Leinwand auf den großen Zeh. Der Schmerz und die Vorstellung eines blauen Nagels fanden auf dem Bild ihren „Niederschlag“ (2. Fassung, mit Pigmenten und Wasser)

Kein Grund zu Sorge, der Nagel ist dran geblieben. Hier die beiden Fassungen zum Vergleich.

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Looking around from my chaiselongue

Meine Mitstreiterinnen beim Portraitieren kamen heute nicht. Also gibt es nix Neues von der Zeichenfront zu berichten. Rumliegend auf dem Sofa, müde, schwitzend und leicht frustriert, da mir meine Modelle fehlten, ließ ich den Blick schweifen, während über mir der Ventilator seine Runden drehte. Und siehe da: es zeigten sich interessante Winkel in meinem gewohnten Raum. Ich nahm sie auf und bearbeitete einige auch ein wenig digital. Na bitte. Später ging ich dann ganz kunstlos schwimmen.

 

 

 

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