Rote Hibiskus-Blüte mit Spiegelung und Schatten (Parallelaktion 1*)

unbearbeiteter Bildausschnitt

Fasziniert von Joachim Schlichtings heutigem Eintrag, in dem er zeigt, wie eine im Sonnenlicht anscheinend weiße Wäsche in der Wasserspiegelung ihre wahren Farben preisgibt, machte ich mich daran, eine rote Hibiskus-Blüte zu fotografieren. Ich fand einen silbernen Teller aus Presspappe, tat ein wenig Wasser hinein (wir haben grad kein fließendes Wasser, also Vorsicht!), trug den Teller und die Blüte in die pralle Sonne …. und hatte einige schöne Ergebnisse. Es waren freilich nicht die erwarteten. Joachim meinte, ich solle die Blende auf die Spiegelung einstellen, dann würde die Blüte erbleichen. Doch in Anbetracht der fehlenden Blende und meiner eher untauglichen Versuchsanordnung blieb dieser Effekt aus.

Dennoch, es hat sich für mich gelohnt. Denn sooo schöne rote Spiegelungen auf einem interessant zerkratzten silbernen Teller hätten sich mir ohne diese Anregung kaum gezeigt.

Ich wollte dann aber doch noch sehen, wie sich die Farben verhalten, wenn ich die Fotos abschnittweise korrigierte. Das linke Foto ist unbearbeitet, bei dem rechten Foto habe ich den unteren Teil der Blüte und den Schatten isoliert und dann automatisch nach Helligkeit und Farbwert korrigiert (es gibt eine entsprechende Funktion bei fotoshop).

Und hier habe ich das ganze Foto „abschnittweise korrigiert“. Man sieht an der spitzwinkligen Form im grünen Feld rechts, wie groß die farblichen Varianten sind, je nachdem, welche Abschnitte man isoliert bzw zusammenfasst: das graue Dreieck und das Grün entsprechen im Originalfoto beide dem rötlichen Grau des Schattens.

Bei Gelegenheit suche ich nach günstigeren Voraussetzungen für den Spiegelungs-Effekt. Vielleicht mag ja auch jemand von euch, die ihr eine geeignetere Fotoausrüstung habt, rumprobieren?


*„Parallelaktion“ nenne ich ab jetzt Beiträge, die andere Blogger-Einträge aufgreifen und parallel dazu gestalten. Mir kam dieser Ausdruck (der aus Musils „Mann ohne Eigenschaften“ stammt), als Petra heute einen Sterneneintrag brachte, der an meinen Eintrag über die Perseiden anknüpfte. Mir liegt sehr viel daran, dass wir uns in unseren Blogs aufeinander beziehen und in einen indirekten oder direkten Dialog eintreten.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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18 Antworten zu Rote Hibiskus-Blüte mit Spiegelung und Schatten (Parallelaktion 1*)

  1. Hedwig Mundorf schreibt:

    Die Bilder gefallen mir gut, aber ist das nicht eher ein. Hibiskus und keine Amaryllis?

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  2. afrikafrau schreibt:

    deine Experimentierfreudigkeit und Neugierde finde ich bewundernswert, Herausforderungen, die
    spannend sind, super Ergebnisse sehe ich, wow

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  3. Christiane schreibt:

    Normalerweise ärgere ich mich total über eine weiße Überstrahlung, aber ich habe das heute auch gelesen und wie du gedacht, dass ich das mal ausprobieren wollen würde. Ich sag dir Bescheid.
    Liebe Grüße
    Christiane

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  4. versspielerin schreibt:

    reizvolle aufnahmen! 🙂

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  5. kowkla123 schreibt:

    schöne Spiegelungen, möge es eine gute Woche werden.

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  6. kopfundgestalt schreibt:

    Diese Parallelaktion ist eine feine Idee! Neu, frisch und zukunftsträchtig 🙂

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  7. Ulli schreibt:

    Deine Bilder gefallen mir augesprochen gut, auch wenn der gewünschte Effekt nicht eingetreten ist. Ich habe nun den Wäscheartikel gelesen und find dies spannend, überlege aber noch wie es mit anderem funktionieren kann. Danke für die Anregung!
    herzlichst, Ulli

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  8. www.wortbehagen.de schreibt:

    Wunderschöne Fotos hast Du gemacht, liebe Gerda, sie gefallen mir alle sehr und der silbene Teller unter der somerroten Blüte war eine tolle Idee. Das alte, gelebte, verkratzt vom Gebrauch und darauf die frisch gepflückte Blüte, da brauche ich nichts anderes mehr, mehr Schönheit geht nicht
    Manchmal habe ich ein Blatt oder ein anderes Objekt, eine kleine Vsse, ein Blümchen und nehme mir meinen alten kleineren Spiegel von der Wand und probiere mit dem jeweiligen Objekt herum, das ich auf demGlas abgestellt habe.
    Meist bin ich dann ganz zufrieden mit mir *g*, aber nicht alles kann man in wortbehagen gut erkennen, da braucht es ein größeres Format., das ich leider nicht habe
    Sehr schön, Deine Experimente, auch wenn Du meinst, sie hätten besser gelingen sollen

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, liebe Bruni! so probiert man halt herum und kommt manchmal zu schönen Ergebnissen, wenn auch nicht zu den gesuchten. Du machst ebenfalls solche kleinen Versuche, ich weiß. Schade, dass man bei dir so schwer kommentieren kann.

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  9. ach , so schön……

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  10. So kann aus einem profanen physikalischen Phänomen veritable Kunst hervorgehen. Was du in die Hand nimmst, liebe Gerda, kann gar nicht misslingen. Dein Pladoyer für Parallelaktionen finde ich im Übrigen gut.

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