KüMo, so nennt (oder nannte) man die Fischerbote in meiner Heimatstadt an der Ostsee. Küstenmotorboot. Man konnte nicht sehr weit mit ihnen rausfahren, auch wenn man die volle Besatzung, in der Regel vier Mann, hatte. Die hatte man aber damals schon lange nicht mehr. Denn die Jungen heuerten lieber auf den großen Hochseeschiffen an. Und so tuckerten die Alten allein hinaus, um den immer rarer werdenden Fisch zu fangen. Arm waren sie, die Fischer, immer gewesen, aber sie hatten ihr Auskommen gehabt. Nun nicht mehr.

„Am Hafen von Kalamata“, Kugelschreiber, 2020-01-09
Ein paar KüMos gibt es auch noch in Griechenland. Früher waren es viele gewesen, aber die EU gab den Eigentümern Abwrackprämien, die sie verlockten. Den Bürokraten in Brüssel ging es um die Erhaltung des Fischbestands in den küstennahen Gewässern. Dass sie damit eine traditionelle Berufsgruppe faktisch ausrotteten, kam ihnen wohl nicht in den Sinn. Doch Fisch wollen sie natürlich essen, am liebsten frisch gefangenen, wenn sie hierher zum Urlauben kommen. Klar, mir schmecken solche Fische auch besser als die in den Fischfarmen aufgezogenen, die zudem das Meer verseuchen. Fortschritt eben.
Heute zeichnete ich ein Kümo, das ich im Hafen von Kalamata fotografierte. Im Hintergrund sieht man aufgebockte Segelboote.

leicht bearbeitete Variante
Zum Bildaufbau: Im spitzen vom Hafenkai gebildeten Dreieck ruht die ausladende Rundform des Bootes. Ein Riegel aus aufgebockten Booten trennt den Vordergrund vom Gebirgsausläufer im Hintergrund, der die Dreicksbewegung aufnimmt. Die hellen Dreiecke links vorn und rechts hinten rahmen die zentrale, von links oben nach rechts unten verlaufende Bewegung. Das dicke schwarze Seil vorn links unterstützt diese Bewegung.
Die vielen Details bringen Andeutungen von Dreieck und Halbkreis, Rechteck und Geraden ins Bild. Diese geometrischen Formen finden ihr Gegenstück in den spielerischen Linien der Spiegelung im spitzen Winkel der Kaimauer.

Detail, bearbeitet.