Obst No. 4

Noch einmal zeichnete ich die Mandarine, Clementine und die zwei sehr verschiedenen Birnen. Diesmal liegen sie auf dem schwarzen runden Gartentischchen, das vor dem Kamin steht. Mein Kaffee-Eulenbecher leistet ihnen Gesellschaft. Im Kamin brennt ein lustiges Feuer, und das Licht der Stehlampe beleuchtet mein Stillleben von der anderen Seite. Schwach spiegeln sich die Früchte in der schwarzen Metallplatte des Tischchens. Unten ist ein Stück des Teppichs, rechts oben eine karierte Couchdecke zu sehen.

Zweimal fotografierte ich die Zeichnung bei Lampenlicht, gespannt darauf, wie sie sich beim Bearbeiten machen würde. Hier je ein Beispiel, das erste ist nur farbverstärkt, beim zweiten habe ich Filter und Farbverschiebung benutzt.

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3 x Obst, Bild im Bild (tägliche Zeichnung)

Nach dem gestrigen komplexen Motiv zog heute ein schlichtes Stillleben auf dem Esstisch meine Aufmerksamkeit auf sich. Dort lagen je zwei Mandarinen und Birnen, eine Weinflache stand auch noch da, und meinen Kaffeebecher stellte ich dazu.

„Obst mit Becher, Flasche“. Umrisszeichnung

In einem zweiten Anlauf nahm ich mehr Informationen des Motivs in meine Zeichnung auf. Außerdem wählte ich jetzt das Hochformat. Die Weinflasche blieb nun außen vor. Dafür gerieten ein Stuhl mit darübergeworfenem Mantel und ein Stück Wand in mein Blickfeld. Das Stillleben wurde dadurch in den Raum eingebettet.

Obst (2) „Stillleben im Raum“

Nach einem langen Spaziergang mit einer Freundin und dem Hund Tito besah ich mir die beiden Zeichnungen. Dann legte ich den Block mit der zweiten Zeichnung auf den niedrigen Couchtisch und das Obst auf den Block, um es noch ein drittes Mal zu zeichnen.  In den Bildausschnitt gerieten zudem die Ecke von drei gestapelten Büchern, der Kreisabschnitt eines Tellers und ein Stück des Teppichs mit gewebten Tieren.

Obst (3) „Bild im Bild“

Das letzte Motiv als Foto:IMG_1695

 

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Winterliches Gartenstück mit Mauern, Treppen, Efeu und Gestrüpp (tägliche Zeichnung)

Ein schwieriges Thema mit vielen Kleinstrukturen nahm ich mir heute vor. Es gab auch ein paar Ölbaumstämme als dunkle Akzente. Von Anfang an war klar, dass ich nicht ins Detail gehen konnte, denn zeichne mal hunderte von Blättern, zig Bruchsteine und Steinplatten, so und so viele Stämme und Stämmchen im Vorder- und im Mittelgrund. Selbst wenn es sich nicht zugezogen hätte – es donnerte sogar – , hätte es meine Geduld überfordert.

Doch wie konnte ich diese Mikrostrukturen wiedergeben? Nun, ich kritzelte, ausgestattet mit einem neuen Tintenstift und Zeichenblock,  mutig drauflos, hoffend, dass ich das Chaos würde bändigen können.

In den Bearbeitungen gingen die Kleinstrukturen, die den Reiz der Zeichnung ausmachen,zum Teil verloren. Dafür helfen sie, den Blick zu konzentrieren. Hier ein Beispiel mit Farbverstärkung.

Und eine zweite Bearbeitung mit stärkeren Konturen und Kontrasten:

IMG_1679d

Zum Vergleich der Gartenausschnitt mit etwas anderem Fokus  als Foto:

 

 

 

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Zwei Olivenbaum-Skizzen im Werden (tägliche Zeichnung)

Noch einmal wollte ich tanzende Olivenbäume zeichnen und dachte, es wäre eine gute Idee, es mal mit dickem Filzstift zu versuchen. Es ging mir darum, die Bewegung grob festzuhalten. Und da jeder Baum anders ist, wollte ich mehrere schnelle knappe Skizzen machen.
Doch nicht immer geht es so, wie man will.
Denn erstens waren die beiden dicken Filzstifte – schwarz und blau – fast ausgeschrieben. Zweitens war das Papier des Blocks für mein großzügig gedachtes Vorhaben zu klein und zu dünn.
Ich schaffte dann nur zwei Skizzen. Einmal begann ich mit dem Kuli, baute dann weiter mit blauem Filzstift auf und arbeite Details mit Kugelschreiber aus. Das andere Mal begann ich mit dickem schwarzem Filzstift, überging die Skizze mit Blau und arbeitete sie wieder mit Kugelschreiber aus. Die Schritte hielt ich mit dem Handy fest.

1. Skizze

Erster Schritt: Kugelschreiber-Skizze, im Gras liegend fotografiert.

… im Gras fotografiert

Zweiter bis vierter Schritt

Die letzte Fassung habe ich dann noch digital bearbeitet:

Zweite Skizze Fassung 1-3

und die letzte Fassung als „nächtliche“ Bearbeitung.

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Tanz der Olivenbäume. Tägliche Zeichnung, gestern – mit Fotos, Hasapiko und Sirtaki

Wenn ich die Olivenbäume mit ihren weit ausgebreiteten Armen und knorrigen Stämmen auf dem Felde sehe, scheint mir immer, dass sie tanzen. Doch welchen Tanz? Mir kam der Hasapiko in den Sinn. Zu Hause im kleinasiatischen Griechentum, getanzt in Seemanskneipen und obsuren Bars, ist der „Tanz der Metzger“ in der von Mikis Theodorakis erfundenen Version „Sirtaki“ weltberühmt geworden. Leider konnte ich im Netz kein wirklich gutes Video mit Hasapiko finden, aber ganz ohne Musik möchte ich meine Bäume auch nicht tanzen lassen. Also wählte ich einerseits eine Gruppierung von drei Tänzern, die in einer beliebten TV-Musiksendung auftreten, und andererseits einen witzigen Flashmob in Ottawa.

Sowieso wurde es mir gestern schwer, den Bäumen den richtigen Schritt und Schwung zu geben. Ich zeichnete zwei und bearbeitete sie dann. Jetzt, so will mir scheinen, kann man  ein wenig fühlen,wie sich diese schweren Leiber in Bewegung setzen und langam Feuer fangen.

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Revision 8. August 2019 bis 8. Januar 2020, Teil 5: Allerlei Experimente

Die letzte Etappe der Revision: Auch in diesem Zeitraum habe ich eine Menge gestalterischer Möglichkeiten ausprobiert – manche zum ersten Mal, manche in Weiterführung früherer Experimente. Was ich hier zeigen kann, ist nur eine kleine Auswahl, die aber doch wohl die Vielzahl der Möglichkeiten zeigt, wie man mit Zeichnungen spielen kann.

(a) „Blind“, also ohne auf die Hand, wohl aber auf das Motiv schauend, zeichnen. Ich mag die freie Strichführung und die überraschenden, oft skurrilen Ergebnisse, die ich dann weiter bearbeitete. Beispiele:

 

(b) Zufällig entstandene Durchschläge – also das, was spiegelverkehrt auf die Rückseite dünner Zeichenblätter durchschlägt. Ich bearbeitete beide Versionen – die Vorder- und die Rückseite. Zwei Beispiele.

 

(c) Im Bereich der Fotocollage probierte ich Verschiedenes aus:

viele Zeichnungen in verschiedenen Formaten mit Wiederholungen auf einer Fläche montieren – dasselbe mit Fotos zu Präsentationszwecken – Zeichnungen um ein Zentrum herumgeordnen – Einzelfotos und Ausschnitte Fotos in einen fotografierten Raum einfügen – Montage von Bildvarianten auf einem Blatt – Collage aus Text, Zeichnungen, Fotos  – Collage aus Wort und Bild – Bild mit Legende –  digitale Galerie –  Pattern aus gezeichnetem wiederholtem Element – gezeichnetes Insekt einfügen in Originalbild — , in Foto vom Zeichenblock — in digital bearbeitetes Foto ….

Beispiele.

(d) Zeichnungen und Gemälde digital zerschneiden und neu montieren:  Beispiele

(e) Mehrfarbige Zeichnungen unter Verwendung verschiedener Stifte

 

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Revision 8. August 2019 bis 8. Januar 2020, Teil 4: Natur (2) (Bäume, Blumen)

Natur (2).

Die Klassiker der Zeichnung sind Menschen, Stillleben …. und die großen B: Bäume, Blumen

NATUR 2a Natürlich habe ich wieder eine große Zahl Baumstudien gemacht: flüchtige, akribische, atmosphärische, Olivenbäume, Waldbäume. Auch eine Zeder und eine Tamariske sind darunter. Zehn charakteristische Beispiele.

NATUR 2b Blumen sind eigentlich nicht so mein Metier, aber es sind doch erstaunlich viele Blumenzeichnungen entstanden, vor allem Alpenveilchen, Sonnenblume und Lilie. Hinzu kommen viele Blüten mit Insekten, die ich nach Fotos zeichnete. 18 Beispiele, auch mit einigen Bearbeitungen.

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Montag ist Fototermin: Vernetzung und Durchblicke (Januar 2020, Dezember 2019, April 2019)

Immer wieder zieht es mich zur Überdachung der Strandbar Bobo, deren winterlich zerrissenene, instabile Struktur mich an so manche anderen Weltzustände erinnert und die zugleich großen ästhetischen Reiz auf mich ausübt. Im Sommer ist da Hochbetrieb mit Badefreuden, Musik und Getränken.  Sind es die kaum mehr ahnbaren #Spuren der sommerlichen Freuden, die mich anziehen? Doch nein. Die Strandbar in Betrieb ist nicht meine Welt, die vom Wind zerfetzte aber schon.

Ich zeige hier mal die neuesten, aber auch ältere Fotos aus früheren Jahren, zudem auch die Zeichnungen, von denen ich eine vor Ort, zwei nachFotos machte.

5 Fotos vom  Januar 2020, 5 vom Dezember 2019,  5 vom April 2019,  1  Zeichnung vom  April 2019, 3 vom Januar 2020, davon 1 Bearbeitung.

 

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Revision 8. August 2019 bis 8. Januar 2020, Teil 3: Natur (1). Faszination Insekten

 Natur (1): Insekten

Ihr erinnert euch: Gerhards spektakuläre Insektenfotos, dazu auch die schönen Fotos von Almuth und Puzzleblume hatten mich gepackt. Ich versuchte, einige besser zu verstehen und nachzuzeichnen. Dadurch kam ich auf den Geschmack, nach Fotos zu zeichnen, was ich vorher ablehnte, seither aber, wenn auch aus anderen Gründen, vermehrt tue.

Es begann damit, dass uns in den heißen Augustnächten (wo seid ihr?) allerlei Insektenvolk besuchte, das ich dann auf meine Art festhielt (die sieben ersten Zeichnungen). Dann zeichnete ich mein erstes Insekt nach Foto: die Fliege (No 8). Es folgten all die anderen, von denen ich hier ein paar in Erinnerung rufen möchte:

Und plötzlich waren die Insekten überall. Sie hatten mich kräftig am Wickel. Ich nahm die gezeichneten Tierchen und setze sie auf Fotos, auf Legebilder, Gemälde, ließ sie tanzen, springen, singen. Dann aber waren sie, wie sie erschienen waren, auch wieder verschwunden.

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eine ziemlich kata-strophische abc-etüde: „Schnee von Morgen“.

Wenn es  „Schnee von gestern“ gibt – warum nicht auch „Schnee von morgen“? So dachte ich und reimte mir eine etüde zusammen. Danke, Christiane, dass du uns wieder eingeladen hast, danke für deine Wörter und für deine Illustration.

 

Schnee von morgen

Das Kläuschen nögelt, bittet, greint
und hätt am liebsten laut geweint
doch er, als Bub, muss sichs verkneifen
sonst wird der Vater ihn ankeifen.
„Wann fahrn wir nun in Skiurlaub?“

Doch der Herr Vater stellt sich taub.

Schnee und Eis die sind ihm schnurz
„Frag die Mama“, knurrt er kurz
Und hämmert weiter in die Tasten
Denn der Artikel übers Fasten
Den er, obgleich selbst recht beleibt,
fürs Kirner Frauenblättle schreibt
muss fertig werden heut Nacht
und jetzt ist es schon halbe acht.

„Mama, ich hab mich so gefreut!“

Die Mama hat bereits bereut
Dass sie dem Karl zu Weihnachten
Ein teures Skierpaar vermachten
Denn seitdem gibt der Karl kein Ruh,
Und ihr Gemahl sagt: „Sorg mal du“.
Sie hat das internet durchsucht
Doch war schon alles ausgebucht
Was ihr gefiel, auch wars zu teuer
Denn mit dem Geld da haperts heuer.

„Mein Karlchen, hör, im nächsten Jahr
Da wird der Schnee ganz wunderbar.
In diesem Jahr ist er recht mickrig
Und guter Schnee, der ist doch wichtig!
Ich weiß es sicher, denn der Herr
Vom Wetterdienst, der ist doch wer!
Der weiß Bescheid, er kennt Frau Holle,
du weißt doch diese Dicke Olle
die droben in den Wolken wohnt
allwo auch unser Herrgott thront,
die lässt es schnein, grad wie er’s kommandiert.
Den hat noch niemand angeschmiert.

Und nun sei lieb und mach nicht son Gesicht
Es macht mich traurig. Helfen tut’s doch nicht.“

Ski-Resort mit dürftiger Schneedecke (Ölkreiden, Klebeband auf Papier, digital bearbeitet)

 

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