Revision 8. August 2019 bis 8. Januar 2020, Teil 1: Mensch und Umwelt: (1)Hand und Fuß

Mein Blog ist mein künstlerisches Tagebuch. Im Mai beschloss ich, mir an jedem Quartalsende Rechenschaft darüber abzulegen,  was ich getan habe und wohin die Reise gehen will. Zwangsläufig kommt da viel zusammen. Es ist für mich eine Heidenarbeit, die ich aber notwendig finde.

Wer Lust hat, geht mit mir in diese Revision, wer nicht, blättert einfach weiter.

Die Revision zum 1. Quartal schaffte ich „zeitnah“ (hier und hier und hier.) Das zweite Quartal endete am 7. November. Inzwischen sind wir zwei Monate weiter, und ich habe die Zusammenschau nicht geschafft. Dennoch will ich mein Vorhaben nicht ad acta legen.

Erster Schwerpunkt: Mensch und Umwelt

I Hand und Fuß

Mit den Händen wirke ich auf meine Umwelt ein, mit den Füßen erschließe ich sie mir. Sie sind mir die wichtigsten Werkzeuge. Ihnen habe ich in den letzten Monaten eine große Zahl an Zeichnungen gewidmet.  Vor allem den Händen.

(a) Hand-Spiele (kombinierte Stifte, Bearbeitungen).

(b) Mit Hand und Fuß (auch Blindzeichnungen, Bearbeitungen)

(c) Hände in Aktion (Kugelschreiber, teils bearbeitet)

(d) Kleine Dinge ans Licht heben (Kugelschreiber, teils bearbeitet)

(e) Apfelspiel (Kugelschreiber, Originale)

 

 

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6. Januar: Weihnachten, Theophanie und Segnung der Gewässer

Heute ist ein bedeutender Feiertag, vielleicht sogar der wichtigste für die Christenheit. In der Welt der christlichen Orthodoxie – also der griechisch geprägten Form, von der sich das lateinische Christentum im Jahre 1054 abgespalten hat (der Papst sieht es natürlich andersrum) wird heute Weihnachten gefeiert. Nicht so in Griechenland selbst, dessen Oberhaupt sich in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eigenmächtig dem westlichen Kalender anschloss. Die anderen Patriarchen gingen nicht mit, so dass also in der russischen, koptischen, armenischen, syrischen, irakischen, ukrainischen, serbischen …. Christenheit heute und morgen die Geburt Jesu gefeiert wird.

Zugleich wird überall in der Christenheit Epiphania oder Theophania (Erscheinung Gottes) gefeiert.  Gott erschien, als Johannes Jesus taufte, in der Gestalt einer Taube (Heiliger Geist), und seine Stimme verkündete: Dies ist mein lieber Sohn. Theophania ist das Fest der „Offenbarung der heiligen Dreifaltigkeit“. Durch diese Taufe wird Jesus zum „Gesalbten“, griechisch: Christos. (Anm.: Diesen Abschnitt habe ich nachträglich verändert, da er Fehler enthielt, auf die mich eine Freundin aufmerksam machte. Die „Verklärung Christi“ oder Metamorphose auf dem Berg Tibor gehört nicht in diesen Zusammenhang.  Ich danke ihr für ihre Hinweise.)

In Erinnerung an die Taufe wird dann auch die Segnung der Gewässer vollzogen, die vermutlich vorchristlichen Ursrungs ist.  In Griechenland tauchen heute junge Menschen ins Wasser, um das Kreuz, das der Priester hineinwarf, zu holen. Egal wie kalt es ist – immer finden sich, an allen Orten des Landes, junge Leute, die sich ins Wasser stürzen, um des Ruhmes und Glaubens willen.

Wer im „Abendland“ lebt und noch Reste der christlichen Heilsgeschichte kennt, meint zumeist, es gehe heute ausschließlich um die „heiligen drei Könige“, bzw „Weisen aus dem Morgenland“. Ja, um die geht es auch: denn das Wissen, die Weisheit kam aus dem Osten und Süden, aus Indien, Persien, Äthiopien, Ägypten. Von dort kamen die Eingeweihten und brachten dem Neugeborenen Rauchopfer dar (Myrrhen, Weihrauch).

Und immer noch, so scheint mir, sind sie mit ihrer Botschaft unterwegs, die keiner hören will. So wie damals, als sie ausgerechnet zu Herodes gingen, der daraufhin den Kindermord in Bethlehem anordnete.  https://gerdakazakou.com/2015/12/22/die-drei-weisen-auf-der-suche-nach-dem-licht/

„Die drei Weisen auf der Suche nach dem Licht“. Legebild, 22. Dezember 2015

Ich ging, obgleich ich die Feier der Wassersegnung sehr mag, nirgendwo hin. Nicht mal ans Wasser, denn vorgestern wurde mein Hund dort von anderen Hunden angegriffen und zusammengebissen. Inzwischen geht es ihm zwar besser, aber ich habe nicht das Herz für neue Hundebegegnungen. Die Fotos sind von vorgestern.

 

 

 

 

 

 

 

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Gemeinsam Zeichnen 25

Heute kamen mich Magda und Poppy besuchen, um gemeinsam zu zeichnen. Wir stiegen nicht ins Atelier hinunter, sondern blieben im Wohnbereich, entzündeten den Kamin und machten uns ans Werk.

Magda zeichnete mit großer Konzentration die Vase auf dem runden Tisch. Poppy zeichnete den Kamin, uns und sich selbst, mehr ihren Vorstellungen als ihrer Beobachtung folgend. Ich zeichnete zweimal den Raum mit dem Tischchen, dem Kamin und einer dunkel sich abhebenden zeichnenden Figur (Poppy).

 

Es war ein feines Treffen, nach langer Zeit, und das erste dieses Jahres.

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Steinzeit (Fotografien)

Als ich gestern meinen gewohnten Spaziergang an der Sandovabucht machte, fingen die Steine mit mir ein stummes Gespräch an. Merkwürdig. Sie waren doch nicht anders als an anderen Tagen auch. Ganz gewöhnliche Steine.

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Geteilter Apfel (tägliche Zeichnung 2)

Welche Hälfte möchtest du? Keine Angst, keine ist vergiftet.

„geteilter Apfel“, 2020-01-04, Kugelschreiber.

Kugelschreiber, bei Lampenlicht mit linker und rechter Hand gezeichnet und fotografiert, leider etwas dunkel. Daher auch eine leicht bearbeitete Fassung.

„geteilter Apfel“, 2020-01-04, Kugelschreiber, bearbeitet

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Apfelspiel und Linsengericht (alltägliche Zeichnung, Fotos)

Zwei biblische Themen – aber sehr anders aufgefasst. Niemand wird hier aus dem Paradies vertrieben oder von seinem Bruder übers Ohr gehauen.

Beidhändig spiele ich mit dem Apfel. Geben und Empfangen in harmonischer Wechselgeste.

„beidhändiges Apfelspiel“, tägliche Zeichnung, Kugelschreiber 2020-01-04

Und das Linsengericht reicht auch am zweiten Tag für zwei.

„Linsengericht für zwei“

Damit beide ausreichend gesättigt vom Tischchen aufstehen, gibt es noch ein Spiegelei mit Knoblauch und Zitrone. Und Brot und Tomaten-Gurken-Kapern-Zwiebel-Salat mit Salz und neuem Öl. Und eine wärmende Sonne als Draufgabe.

 

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Wilde Iris und eine Zeichnung von Magda

Heute machte ich einen weiten Spaziergang durch den glänzenden Frühlingstag. Hinauf und hinab in eine Schlucht, die von einer Zypressenwand stets in feuchtem Schatten gehalten wird. Auf dem Pfad blühte wilde Iris – nicht eine, nicht zwei, sondern ganze Clans und Cluster. Ein Zauber, den ich um diese Jahreszeit nicht erwartete.

Auf einem Feld mit weitem Blick aufs Meer blendete mich die Sonne. Beim Weitergehen stießen meine Stirn und der Ast eines Olivenbaumes zusammen und ich holte mir eine große Beule. Den weiten Heimweg schaffte ich gut, aber zu Haus befiel mich eine starke Müdigkeit. Daher legte ich mich hin, als Magda zum gemeinsamen Zeichnen kam. Sie zeichnete mich schlafend. Ich finde ihre Zeichnung bemerkenswert – wenn auch nicht unbedingt ähnlich. Selbst konnte ich heute nicht zeichnen, da wir anschließend zum Essen verabredet waren.

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Angekommen III (Flughafen) – Und sie bewegen sich doch

Noch einmal habe ich die drei Hauptpersonen des 2. Photos gezeichnet – diesmal besonders darauf achtend, dass sie sich korrekt im Raum zueinander befinden. Ihre Füße bilden ein rechtwinkliges Dreieck, von den Köpfen liegen zwei auf einer Linie, der dritte tiefer. Die telefonierende Frau geriet mir zu einem Mann. Doch das sollte sich schnell ändern.

Ich verwandelte die Figuren und ließ sie wandern. Schluss mit der Beziehungslosigkeit! Und so entstanden ein Film mit wer-weiß-was für einem Beziehungsdrama (Dia-show).

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Angekommen IIa (Flughafen) – neue Bearbeitungen

Die Szene mit den Ankommenden im Flughafengebäude hat mich weiter beschäftigt. Zunächst nahm ich mir das langweilige Foto vor, nach dem ich die zweite Skizze gemacht hatte. Ich entfärbte, zerschnitt und montierte es neu zu einer kalten Spiegelwelt, in der die Menschen sich wie Schemen bewegen.

 

 

Dann probierte ich aus, wie sich diese Zerschneide-  und Montagetechnik auf meine Zeichnung anwenden ließ. Durch die Raum-Brechungen und Einfärbungen werden verschiedene Bildeindrücke geschaffen. Besonders interessierte mich die Frage, wie sich veränderte Größenverhältnisse auf die Wahrnehmung auswirken würden. Daher vergrößerte ich die Figuren sukzessive: zuerst den Mann links, dann auch den in der Mitte, dann auch die Frau, schließlich noch einmal den Mann links. (Bitte die Einzelbider anklicken)

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Angekommen II (Flughafen, Zeichnung, Fokussierung)

These – Antithese.

Kälte, Bezugslosigkeit in der Ankunftshalle des Flughafengebäudes wollte ich zeigen – als Gegenpol zur Wärme und dem menschlichen Bezug in der Bäckerei. Ich steigerte diesen Aspekt der Bezugslosigkeit im leeren Raum durch Bearbeitung.

 

Synthese:

Doch auch die Menschen im Flughafen sind, wenn man näher hinschaut, nicht gesichtslos, und Bezüge zwischen ihnen kann man entdecken – oder konstruieren. Ich zeichnete daher die Flughafenszene ein zweites Mal, diesmal näher an die Personen heranrückend.

Und ich befragte sie: Was bewegt dich? Welche unausgesprochene Beziehung webt womöglich zwischen euch? Oder zwischen euch und mir? Während ich zeichne, beginnt der kastenartige Raum zu schwanken, er gerät in Schieflage.

Dann bearbeite ich diese zweite Skizze auf ähnlich anonymisierende Weise wie zuvor die erste Skizze. Dennoch bleibt der Eindruck persönlicher, näher. Die Menschen sind bedeutsamer als der Raum.

Ich beschließe nun, abwechselnd auf die drei Hauptpersonen zu fokussieren, so wie man es macht, wenn man im Gewimmel eines Flughafens eine bestimmte Person finden möchte. Durch die partiellen Vergrößerungen und Verschiebungen entstehen neue Beziehungen zum Raum, zwischen den Figuren und zu mir als Betrachterin.

der schwergewichtige Flughafenangestellte im Fokus

die telefonierende Schwangere im Fokus

der heranschreitende junge Mann im Fokus

… oder auch so

 

 

 

 

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