Angekommen (Flughafen-Skizze)

Auf der Suche nach Themen, die mich bewegen, stieß ich auf ein Foto vom Flughafen Athen – Ankommensbereich. Menschen, die sich auf verschiedene Weisen in dem indifferenten weitläufigen Raum bewegen. Nicht nur der Raum ist indifferent, auch die Menschen gegeneinander sind es. Zwischen ihnen gibt es keinen Bezug. Jeder führt sein eigenes Gepäckstück mit sich wie die Schnecke ihr Haus. Der Bezug jedes Einzelnen liegt außerhalb der Szene – die eine telefoniert mit jemandem, der andere strebt auf den Ausgang zu, der dritte wartet auf jemanden, die vierte eilt einem unbekannten Ziel zu….

Für mich ist es das Gegenstück zum Bäckerladen (Brot des Bäckers), in dem alles –  Menschen, Raum und Dinge – konkret aufeinander bezogen ist und miteinander kommuniziert, und sei es auch nur für den Moment des Ware-Geld-Austausches.

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Das Brot des Bäckers (Zeichnung)

Ich betrachtete die gestrigen Fotos aus dem Bäckerladen, und mir gefiel, wie der Kopf des Bäckers in der dunklen Rundung der Rückenansicht meines Mannes lag. Der Kopf des Bäckers, so schien mir, war den Brotlaiben ähnlich geworden, die seine Hände ein Leben lang kneteten, und die nun auf dem Regal hinter ihm ruhten.

Während ich zeichnete, dachte ich an die Zeit, als ich meinen Mann kennenlernte. Auch er war damals „Bäcker“ gewesen – in der Brotfabrik Lembke. Als angelernter  „Chemiker“ fügte er den Teigen in den großen Rührmaschinen jeweils an die 30 Substanzen bei, erzählte er mir. Besonders bekannt war das Toastbrot, das weiß und geschmacklos war – weshalb ich es nie kaufte.

Eine starke Verbindung fühlte ich, während ich zeichnete, zwischen diesen beiden Männern – und zum Brot: der eine, der als Gastarbeiter in die Fremde ging mit dem Traum, Professor zu werden (ja, er schaffte es) – der andere, der in der Heimat blieb und wie die Generationen vor ihm das gute Brot im uralten Ofen buk. Gestern haben sie sich zum ersten Mal getroffen.  Zwei Bäcker.

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Jahreswechselstatistik

Zu irgendwas muss der Jahreswechsel ja gut sein.

Und siehe da: er ist gut, um sich mal die Statistik des eigenen Blogs vor Augen zu führen. Wie hat sie sich entwickelt?

Wäre das Blog ein Baby, würde ich sagen: Vortrefflich, das Kleine. Gut gefüttert, gesäugt, spazieren geführt, gelobt und gehätschelt – da soll es wohl gedeihen!

In gewisser Weise ist mein Blog natürlich mein Baby, geboren im Mai 2015, dessen Maße ich hier stolz vorführe, um zugleich allen zu danken, die zu seinem Wachstum beigetragen haben!

DANKE, liebe Followers, LeserInnen und GuckerInnen, Likende und Kommentierende, DANKE!!!

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Das Brot des Bäckers (Fotografien)

Kalamata, 31.12.2019, Blick auf die Markthalle und die beiden Hauptkirchen

Beginnen wir das Neue Jahr oder auch Jahrzehnt bescheiden: mit dem täglichen Brot, das dem Vaterunser immerhin eine Bitte wert war – genauso viel wie etwa, dass uns unsere Schuld vergeben werden möge.

Gestern kauften wir unser Brot bei einem traditionellen Bäcker, wie es noch immer viele in diesem Land gibt: Die Straße duftet, du brauchst nur deiner Nase zu folgen. Der alte Backofen wird mit Holz geheizt, das als Schnittholz bei der Olivenernte abfällt. Menschen stehen draußen, warten, dass sie an der Reihe sind, denn der Verkaufsraum ist klein. Andere kommen heraus, ein, zwei, drei schlanke Brote oder auch einen dicken Brotlaib unter dem Arm.

Da nun aber die Sitte verlangt, dass am Ersten des Jahres die Vassilopita angeschnitten wird, kauften wir auch eine. Der Heilige Wassilios entspricht dem Heiligen Nikolaus, denn er bringt Gaben – nicht am 6.12., nicht zu Weihnachten, sondern am 1. Januar.

Unsere Vassilopita ist nicht ganz traditionell, aber hübsch mit einem roten optimistischen Band verziert. In diesen Wassilis-Kuchen werden wir gleich große Teile einritzen – eins in der Mitte fürs Hauswesen, eins für die Hungrigen der Welt, eins für Papa, eins für Mama, eins für den abwesenden Sohn Wassilis, eins für die abwesende Schwiegertochter Petra…. Dann schneidet das Familienoberhaupt die Stücke und reicht sie den Benannten, sofern sie erreichbar sind. Jeder sucht sofort, ob er vielleicht den Glückstaler erwischt hat, der im Kuchen versteckt ist. Früher war es wohl schon mal ein echter Silber-Sterling, heute reicht eine billige Nachahmung, in Aluminiumfolie eingewickelt. Aber egal: Glück ist Glück!

Vassilopita

Και του χρόνου! (im nächsten Jahr wieder!)

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Ein letzter Sonnengruß

Dieses Jahrzehnt verabschiedete sich mit einem herrlichen Sonnengruß. Dankbar bin ich für alles, was es mir gespendet hat!

Mit dem neuen Sonnenaufgang morgen früh beginnt ein neues Jahrzehnt. Gut fühlt es sich an, glatt und leer. Möge es sich mit vielen freundlichen Gedanken, Gefühlen und Taten füllen! Es liegt ja an uns.

Allen LeserInnen, GuckerInnen und Gutes Wünschenden senden Tito und ich Grüße zum Jahreswechsel!

 Schattenriss an einer Schilfwand, mit Spiegelung, aufgenommen heute gegen 5 Uhr abends

 

 

 

 

 

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Ausblick mit Kata-Strophen (tägliche Zeichnung)

Das alte Jahr ist fast verschwunden

Es fehlen nur noch dreizehn Stunden

Tick tack tick tack tick tack.

Du hast so manches nicht verwunden?

Du leckst noch deine alten Wunden?

Tick tack tick tack tick tack.

Schau hin, das Gestrige ist Plunder

Es warten auf dich neue Wunder

Der Horizont ist frei und weit

Und dein ist eine neue Zeit

Tick tack tick tack tick tack.

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Montags ist Fototermin: Auf in den Kampf!

Als ich heute wohlgemut meinen Spaziergang mit Tito durch die Schlucht und hinüber auf die andere Seite machte, sah ich einen großen Hund die Straße heraufkommen. Ich fürchte große Hunde nicht für mich, wohl aber für Tito, da er schon mehrmals zusammengebissen wurde und bei einem Kampf fast draufging. Seither hat er ein kaputtes Kniegelenk. Und jeder Kampf mit schweren Hunden kann seinem Bein den Rest geben.

Aber nun, ich war zu langam. Zwar konnte ich dem Großen klar machen, dass er Abstand halten soll, nicht aber meinem Kleinen. Der wollte kämpfen, wollte zeigen, dass er der A-Hund ist. Und wie macht man das? Indem man den anderen besteigt oder den Kopf auf dessen Nacken legt. Ich versuchte vergebens, dazwischen zu gehen. Mein Kleiner hielt sind tapfer… Schließlich, als Tito doch unten zu liegen kam, konnte ich ihn bewegen, den Kampf aufzugeben, nahm ihn an die Leine und führte ihn ab. Der Große wanderte noch ein Weilchen hinter uns her. Tito ist nun betrübt, weil ich den Spaziergang abgekürzt habe.

 

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Och, die Kallikantzaroi!

Wurzelmännchen, Zeichnung, digital bearbeitet

Eigentlich dachte ich, dieses Jahr die Kallikantzaroi einfach zu ignorieren. Das sind Wesen, die in den Raunächten aus dem Erdinneren ans Licht kommen und allerlei Unsinn aushecken. Sie sehen ungefähr so aus wie die Wurzelmännchen, denen ich im letzten Jahr um diese Zeit meine Aufmerksamkeit schenkte.

Ich dachte also heute, eine brave Reihe von Fotos mit „Bauelementen“ einzustellen. Zwei Einträge gelangen auch, aber beim dritten haute eine Sturmböe, die ums Haus tobte, den Strom raus – oder waren es die Kallikantzaroi?

Na schön, sagte ich, dann gehe ich eben mit Tito ans Meer. Gesagt getan. Während hier der Sturm ums Haus fegte, war es dort unten am Meer vollkommen windstill. Eine Freundin gesellte sich zu uns und wir beschauten uns, einen heißen Tee bei Babis trinkend, gemeinsam den Sonnenuntergang.

Zuhause dann war der Strom zurück – klar, diese Wichte sind nicht wirklich bösartig, wollen uns nur ein wenig ärgern. Ich zündete den Kamin an – und puff! saßen wir in einer Rauchwolke. Fenster auf, Fenster zu, husten, Fenster auf, Fenster zu. Schließlich gaben sie Ruhe und wir unterhielten uns, am lebendigen Feuer sitzend,  tiefsinnig über die höheren Dinge des Lebens.

Dann verabschiedete sich die Freundin… Wenig später rief sie an: Habe ich meine Tasche bei dir vergessen? es ist ein bunter Beutel. Hm. Ich suche alles ab, mein Mann hilft. Nichts. Dann, sagt sie kläglich, wurde sie wohl aus dem Auto geklaut. Alle Papiere drin: Führerschein, Personalausweis, Kreditkarten … was Mensch halt so braucht. Puh, das ist nicht sehr angenehm. Also fahre ich ans Meer, dort wo sie geparkt hatte: vielleicht hatten die Diebe, wie sie es meist tun, die Tasche irgendwo dort entsorgt?

Kalte dunkle Nacht. Die feine Mondsichel steht, begleitet von Venus, wunderbar über dem Horizont. Wie ich diesen Anblick liebe! Ich suche im Sand, hinter den Büschen, finde nur einen verlassenen Herrenschuh – auch so ein Spaß, diese Einzelschuhe…

Zu Hause schaue ich mich mit der großen Taschenlampe im benachbarten Olivenhain um, wo sie zuletzt geparkt hatte. Die großen Ernte-Netze liegen schön ausgebreitet unter den Bäumen, alles ist still. Ich leuchte die Abhänge hinab, nichts. Und rufe die Freundin vom Handy an: Tut mir leid, du wirst die Kreditkarten wohl sperren müssen. Und trabe zurück ins Haus.

Und da liegt die Tasche genau dort, wo man es erwarten könnte: auf dem Sessel im Eingangsraum, schön bunt und eigentlich nicht zu übersehen.

Och, die Kallikantzaroi! Sie hatten sie unauffällig zurückgestellt. Das ist typisch für sie. Bösartig sind sie ja nicht. Aber dass die Kreditkarten nun gesperrt sind – das ist natürlich ärgerlich.

Wenn du noch mehr über diese kleinen Unholde erfahren willst, schau einfach mal hier: https://gerdakazakou.com/2015/12/30/kalikantzari/

drei Kalikantzari, Legebild, digital bearbeitet.

 

 

 

 

 

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Bauelemente (2): Torbogen, Eisentür mit Schmuckelement

Ein kunstvoller Torbogen aus Naturstein mit Eisentür und einfachem Blumen-Motiv, in Stavropygio.

Stavropygio 2019-12-28

und das Blatt-Motiv einer anderen Eisentür.

Dieses Foto habe ich schon einmal im Zusammenhang Naturformen-Kunstformen gezeigt. https://gerdakazakou.com/2017/07/17/montags-ist-fototermin-naturformen-kunstformen/

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Bauelemente (1): Hölzerner Türsturz (Stavropypio, Mani)

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