Pingpong 089

PING 089

ULLI AN GERDA → Ein Leben lang gegen Rassismus sein und für …

 

PONG 089

GERDA AN ULLI → … EIN ENDE DES RASSISTISCHEN DENKMODELLS

Anmerkung: Ich habe das Original-Bild (der hässliche alte weiße Mann und seine Frau) mit Andreas Schnipseln gelegt und es dann gespiegelt und invertiert (der arme Nigger und seine Frau), unter Beibehaltung der Farben. Sonst habe ich nichts verändert.

PING 090

GERDA AN ULLI → SEINE INSPIRATIONEN ERHÄLT DER KÜNSTLER DURCH …

Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

 

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Andreas Schnipsel: Fische und Hühner

Schnipselschenkerin Andrea erzählte in einem Kommentar: „Als ich sie gerissen habe, musste ich zwischendurch an das Rupfen von Hühnern und Schuppen von Fischen denken… „. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.  Klar, diese Schnipsel stammten von Hühnern und Fischen!  Also musste ich sie nur richtig zusammensetzen, und schon würden Fisch und Huhn wieder auferstehen.

Zweimal Fisch …

 

und zweimal Hahn und Hühner

Natürlich kann man Legebilder auch digital bearbeiten….

 

 

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Andreas Schnipsel: Sur le Pont d’Avignon on y danse….

Mit Schnipseln will ich erzählen! Abstrakte Bildgestaltungen sind ja schön und gut, aber dafür brauche ich eigentlich keine Schnipsel. Nein, sie sind zum Erzählen gemacht.

Andreas Bogenformen wurden erst zur Brücke von Avignon (hier die Musik), dann drehten sie sich um und wurden wieder einmal Boote.

 

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Doch bevor das geschah, versuchte ich es mit einem Mosaik – oder genauer, mit einem Bild, wie es zB Derrain in seiner pointillistischen Phase malte (so um 1905 herum). Dafür verwendete ich alle Schnipsel, also auch die farblosen, die ich bisher aussortiert hatte.

Bearbeitungen? Klar, viele. Aber ich zeige nur zwei:

Und noch diese mit schwarzem Hintergrund – zum Vergleich mit einer anderen Brücke, die ich mit Susannes (rotgelbe)  und meinen (blaue) Schnipseln im Januar 2018 legte.

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Andreas Schnipsel: erzählend oder abstakt?

Ich drehe und wende Andreas Schnipsel zwischen den Fingern, suche nach angemessenen Ausdrucksformen. Zunächst bleibe ich bei den kindlichen Motiven, die ich aus ihnen zusammenbaue, als seien es Klötzchen. Nur benutze ich jetzt einen weißen Untergrund, wodurch sie leichter wirken.

Es gelingt mir noch nicht, sie für meine erzählerische Legetechnik zu verwenden. Die Einzelstücke  erzählen mir keine Geschichten.  Vielleicht sollte ich sie einfach als malerische Elemente verwenden – Linie, Punkt, Farbklecks – und mit ihnen abstrakte Bilder malen? Ich versuche es – und schon entwickeln sich dramatische Szenen.

Wie sehr sich der Inhalt abstrakter Bilder ändert, wenn man sie quer oder auf den Kopf stellt, möchte ich beispielhaft am dritten Bild zeigen:

 

Andreas Schnipsel nehmen, je mehr ich mit ihnen herumspiele, malerische Qualitäten an. Die weichen Konturen und klaren Farben, die wie Kleckse oder Linien wirken, legen abstrakte Gestaltungen nahe. Wenn man die Informationen auf eine schwarz-weiße  Kohlezeichnung reduziert, treten die dabei entstehenden skurrilen Figuren noch deutlicher hervor:

 

Selbstverständlich gilt auch hier wie bei allen abstrakten Bildern, dass die Szene sich radikal ändert, aber nicht unlesbar wird, wenn man das Bild auf den Kopf stellt (letztes Bild der Serie). 

Schließlich kehre ich doch noch einmal zur Gegenständlichkeit zurück: Libellen spielen über einem Bach.

Dieses Bild forme ich dann erneut um, indem ich die neu gewonnenen Eindrücke von Auf- und Abschwüngen bewahre und harmonischer mit den Punkt-Elementen verbinde.

Ein unendliches Spiel – wie das Leben selbst.

 

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Tägliche Zeichnung: Palmen am Nationalmuseum

Heute nutzte ich eine Wartezeit, um, bequem auf einer schattigen Bank auf dem Vorplatz des Archäologischen Nationalmuseums sitzend, den Stamm einer Palme zu zeichnen (das Museum ist nochgeschlossen). Riesenhoch ragte der Stamm vor mir auf. Die Blattwedel sah ich nur in Form der Schatten, die sich auf dem Stamm abbildeten. In einiger Entferrnung wuchs eine junge Palme, diese nun fast ohne Stamm, dafür aber mit einer reichen Blätterkrone.

Der Grund für diese merkwürdig extreme Motivwahl? Nun, der gestrige Pinienstamm brauchte ein Gegenstück.

Palmen am Arch. Nat. Museum, Kugelschreiber, 2020-05-21

Und noch eine Bearbeitung.

Palmen, digital bearbeitete Zeichnung, 2020-05-21

 

 

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Tägliche Zeichnung: Unsere Pinie (Bildausschnitt im Vergleich)

Du erinnerst dich an Effis angefangene Bleistiftzeichnung von unserer Pinie? Mich interessierte, wie sie den Bildausschnitt wählt und festlegt, wo sie die ersten Linien und Kontaste setzt – und wie ich es mache. Es gibt da zwar allgemeine Regeln, aber jeder macht es doch ein wenig  anders. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.

Damit du es besser verstehst, zeige ich noch mal ihre Zeichnung  und ein Foto von dort, wo sie saß – allerdings mit anderer Beleuchtung. Denn sie zeichnete am Vormittag, das Foto ist von heute am späten Nachmittag.

Ich zeichnete den Baum heute gegen 7 Uhr abends vom selben Platz aus, aber mit Kugelschreiber. Sofort fällt auf,  dass ich spontan das Hochformat wählte, obgleich der sichtbare Bildausschnitt (Foto) ein Querformat nahelegt. Ich beugte mich vor, um etwas mehr von der Krone zu sehen und so das Hochformat zu rechtfertigen. Dadurch setzt sich der leicht tänzerische Schwung des gewaltigen Stammes im Astwerk fort. Beide verzichteten wir darauf, den Gitterzaun zu zeichnen – wobei ich natürlich nicht wissen kann, ob Effi vorhatte, ihn einzubeziehen. Ich bin gespannt, wie sie es handhaben wird, falls sie, wie geplant, die Zeichnung fertig macht. Ich mag ihre Zeichnung allerdings auch im „unfertigen“ Zustand sehr.

„unsere Pinie“, 2020-05-20, später Nachmittag, Kugelschreiber, Gerda K

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Den Debattenraum erweitern (3): Wie tödlich ist COVID19?

Es gibt eine neue Übersicht über Studien, die u.a. die Sterblichkeit aufgrund des Virus erforscht haben.

https://swprs.org/studies-on-covid-19-lethality/

Wer seine Angst so lieb gewonnen hat, dass er alle beruhigenden Daten lieber ignoriert, sollte nicht reinschauen. Wer aber wissen möchte, wie hoch die Chance ist, dass er eine Infektion einfängt und dran stirbt, der sollte das unbedingt tun. Es wird ihn beruhigen.

Wer einfach nur viele und Mut machende Zahlen liebt, sollte auch reinschauen.


Für mich ist das Thema Covid längst abgehakt, und wären nicht die Maskenvorschriften, würde ich einfach sagen: forget it! Die aber erinnern mich ständig daran – und das ist wohl auch ihre Hauptfunktion – , dass ich mich gefälligst vor diesem hinterhältigen Killer-Virus zu fürchten habe.


Und damit dies nicht nur für Zahlenfreaks ein lesbares Post ist, möchte ich noch auf Hannahs Lyrik-Blog verweisen, wo ihr nicht nur dieses eine, sondern noch mehr schöne sinnreiche Gedichte findet. In ihrer Kommentarspalte habe ich eine Erklärung für die Angststarre vieler Deutscher zu geben versucht. Und in der Legearbeit ist dargestellt, wohin die Virus-Angst führt. Links freie Menschen, in der Mitte einer, der nicht mehr rausgeht, weil ihn allerlei Gespensterchen das Fürchten lehren.

Krönung der Angst

 

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Skizzieren vor der Natur und „Gemeinsames Zeichnen“.

Seit kurzem habe ich das Skizzieren wieder aufgenommen. Das hatte ich seit Januar zugunsten des Zeichnens nach Fotos und des Kopierens von Drucken, des Montierens, Collagierens und Bilderfindens ziemlich vernachlässigt.
Skizzieren vor der Natur ist eine völlig andere Tätigkeit als das Zeichnen nach einer Bildvorlage. Das Tempo ist anders, die Suche nach Anhalts- und Ausgangspunkten im Draußen erfordert eine viel höhere Energie, als wenn man gemütlich vor einem Bildträger sitzt und sich langsam vorantastet. Das gilt natürlich in besonders hohem Maße bei beweglichen Objekten (Menschen, Tiere…), aber sogar auch bei Architektur, denn da ändern sich Beleuchtung und Schattenwurf. Hinzu kommt, dass man meist dort, wo man sitzen will, keinen gescheiten Platz findet, dass man durch die wandernde Sonne, Insekten oder Menschen gestört wird …

Gestern machte ich im „Park der Freiheit“ in Athen zwei Skizzen.

Gezeichnet habe ich das Motiv, das ich gestern als Foto zeigte, aber näher herangerückt, denn ich sitze auf halber Höhe des ansteigenden Geländes.  Zur Komposition: Das Standbild von Venizelos bildet mit einer Zypresse und einem hohen gemauerten Schornstein – Überbeibsel aus anderen Tagen – eine Diagonale, die Gipfellinie des Hymettos wiederholt sich in der Hügellinie des Vordergrunds. Die dunkle Masse der Bäume rechts bildet einen Gegensatz zur architektonischen Ordnung des klassizistischen Gebäudes im linken Zentrum und den hellen gestutzten Bäumen davor.  

Ein Blick in die andere Richtung. Das alte jetzt geschlossene Gebäude mit der imposanten Treppe  dient der Gemeinde Athen als Ausstellungsraum. Im Schatten einer hohen Pinie sitzen und stehen vier Jugendliche, die ich im gestrigen Foto herangezoomt habe, hier aber nur andeute. Heute vormittag erhielt ich Besuch von einer Nachbarin,  und ich ergriff die Gelegenheit, sie zu skizzieren, wie sie vor dem blühenden Rosenstrauch sitzt und zeichnet. Ja, sie zeichnete auch, den Baum gegenüber. Effi hat an der Kunstakademie studiert und ist Malerin, skizziert aber auch gern mit Bleistift, wie hier. Zum ersten Mal zeichneten wir gemeinsam. Ich hoffe auf noch viele Gelegenheiten dazu! Denn nichts finde ich anregender, als mitzuerleben, wie andere ein Thema auffassen.

„Pinie“, angefangene Bleistiftzeichnung von Effi Ts., , 2020-05-19

 

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Montag ist Fototermin: Sehen und nicht gesehen werden (Park der Freiheit, Athen)

Das Fotografieren von Menschen hat etwas Heimliches, Verstecktes, Lauerndes. Außer man hat die Erlaubnis dazu. Aber das ist etwas anderes, dann werden es kontrollierte Portraitaufnahmen.
Fotografieren von Menschen ist nur eine Steigerung dessen, was ich ständig tue: Menschen beobachten. Ich beobachte sie nicht, um sie auszuspionieren oder zu bewerten, sondern nur, um zu sehen, wie Menschen sind. Was sie tun und treiben. Wie sie sich bewegen. Ihre Proportionen. Ihre Befindlichkeit. Ich denke, alle Menschen tun das: andere beobachten. Aber selbst möchte man nicht beobachtet werden. Das ist der Zwiespalt.

Heute war ich in Athen, im „Park der Freiheit“ mit dem Standbild von Eleftherios Venizelos, dem großen kretischen Politiker, der die griechischen Geschicke zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltete.  Heiß war es, aber nicht mehr drückend. Schattenplätze waren begehrt. Ich hatte Zeit, mich umzusehen, entdeckte Durchgänge und schöne Gebäude aus anderen Epochen, manche halb zerfallen. Ich zeichnete auch. Und beobachtete Menschen.

 

Manche Szenen waren witzig, so diese drei jungen Männer, die mit Tabletts, auf denen gefüllte Wassergläser standen, hin und her marschierten. Training fürs Kellnern. Wie eine Theaterszene.

Herrn Venizelos konnte ich ganz offen fotografieren, natürlich.  Der Abgebildete ist längst tot, ist Legende. Da darf man das. Er schaut über den Park hinweg, mit wehendem Mantel und vorgerecktem Kinn, schaut über das Gewimmel der Häuser hinweg auf den Berg Hymettos, der im Dunst der Hitze verschwimmt.

 

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Montag ist Fototermin: Scherenschnitt, lichtlos

 

Vorgestern nachmittag: Die Hitze hat den Himmel über Athen in bleiernes Grau verwandelt. Zwei Tauben sitzen in der Pinie an meinem Balkon, rühren sich nicht. Ihre Silhouetten zeichnen sich so dunkel vor dem Grau des Himmels ab, als seien sie eins mit dem Baum. Auch die rötliche Hauswand wirkt schwarz. Alles Licht scheint aufgesogen zu sein.

Wenig später mache ich ein zweites Bild. Nichts hat sich verändert. Oder hat sich das Grau des Himmels weiter verdüstert?

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