4.-6.1.2021. Willis Interessenrichtung: wissenschaftlich-technisch versus kontemplativ

Die wenigen Tage, die ich mit Will-i bisher verbracht habe – knappe sechs Tage sind es – haben mich bereits das eine und andere gelehrt. Will-i ist anders als ich, hat andere Eigenschaften, Antriebe, Wünsche. Das fiel mir bei unseren Spaziergängen auf. Anderes bemerkt er und findet er wichtig, anderes ich.

Heute ließ ich, noch erfüllt von meinem Erleben des Epiphanias-Gedenkens am Strand, meinen Blick hinaus aufs Meer schweifen, und mein Herz schlug hoffnungsvoll beim Anblick des silbernen Streifens am Horizont.

Ganz anders Will.i. Dem entfernten Horizonts gönnte er kaum einen Blick. Er interessierte sich hingegen für die Fotovoltarik-Anlage auf einem Haus, die ich noch nie bemerkt hatte. Wollte wissen, wozu sie gut sei.

„Damit kann man Strom gewinnen, die Sonne braucht nur zu scheinen, und schon hast du Strom. Das ist sehr praktisch und gut für die Natur“.  „Und  warum hast du so was nicht?“ Ja, warum hatte ich sowas nicht? „Ach weißt du, Will.i, ich hab ja schon oft dran gedacht, aber es kostet ziemlich viel, und ich lebe ja nicht mehr so lange, und so lohnt es sich nicht für mich.“  „Aber du sagst doch, es ist gut für die Natur? Die ganze Zeit erzählst du mir, wie wichtig die Natur ist, und nun sagst du: es lohnt sich nicht.“

Die Fragen und Antworten gingen hin und her, und ich stand am Ende ziemlich dusselig da. Hatte ich denn schon jemals ausgerechnet, „ob es sich lohnt“?  Oder war ich einfach nur zu bequem, um auf unserem Dach eine solche Anlage installieren zu lassen? Will.i lässt nun nicht locker: Tu es! sagt er. Du willst es doch! Worauf wartest du noch?

Und? Werde ich es tun? Oder doch lieber von einer heilen Natur träumen  und im übrigen den Braunkohle-Strom aus  Megalopolis beziehen? Zu meiner Rechtfertigung führe ich an, dass sie dort jetzt auch ne riesige Fotovoltarik-Anlage bauen. Der Braunkohlenabbau wird eingestellt.

Anfangs war es gar nicht leicht für mich zu erraten, was den kleinen Kerl interessieren könnte. So machte ich ihn auf eine lustige Bemalung in einem Kindergarten aufmerksam: Eulen mit Weihnachtsmann-Mützen und darüber Wölkchen wie blaue Schafe .

Doch die waren ihm vollkommen schnuppe. Hingegen blieb er fasziniert vor einer rauen mit primitivem Graffiti besprayten Mauer stehen. Und beschloss, als ich ihm die Technik erklärt hatte, sich so schnell wie möglich in den Besitz von Spraydosen zu setzen. Das kann ja heiter werden….

Nicht anders erging es mir heute: ich wies ihn auf eine Wandbemalunug mit einer Flotille hellblauer Fische und einem roten Außenseiter  hin, dachte, es könnte ihn amüsieren.

Doch weit gefehlt.  Witzig fand er hingegen eine Kompanie lebendiger Feuerwanzen. Er beobachtete sie, stupste sie an, wollte wissen, was sie trieben und warum, und ob sie für irgendwas brauchbar wären.

Ich sehe schon, da steht mir ein sehr lernintensives, anstrengendes Jahr ins Haus. Kein Larifari, sondern praktische Erwägungen, keine Natur-Romantik, sondern handfeste Beschlüsse, wie die Natur zu schützen ist.

 

 

 

 

 

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6.1.2021. Epiphanias mit Will.i am Meer

Gerne wollte ich heute den 6-tägigen Will.i mitnehmen zu einer Wassersegnung. Ich mag dies altchristliche Fest besonders gern, mehr als die heiligen drei Könige, die ja heute im Katholischen gefeiert werden. Das Epiphansias-Fest geht zurück auf die ur-ur-alte Praxis,  jede Quelle, jeden Fluss und See, jedes Meer zu segnen, um die lebenspendende Kraft des Wassers für Mensch, Tier und Pflanze zu erhalten. Die Kirchen haben diesen vorzeitlichen Brauch übernommen, ein wenig abgewandelt, ihm einen neuen Sinn verliehen – eben den der Taufe, durch die sich der Heilige Geist mit Jesus verband, der dadurch zum Christus wurde.

Kindern solche Sachen zu erklären, finde ich schwierig, aber leicht ist es, wenn sie sich einfach hineinleben. Doch leider wird Willi dieses Fest nicht erleben, wird nicht die prächtig gekleideten Priester sehen und die feierlichen Gesänge hören. Auch wird er sich nicht am Wettstreit der Kinder beteiligen können, wer das Kreuz, das der Priester ins Wasser geworfen hat, wieder herausfischt und Ruhm und Geschenke einheimst.

Im nächsten Jahr – sagst du tröstend? Ach, Willi wird ja am Jahresende uralt sein und sterben, und was er jetzt nicht erleben kann, wird  er nie erfahren. Die Wassersegnung wurde verboten  – es könnte ja zu Menschenansammlungen kommen und ein böser Virus könnte dann die Gemeinde hinwegraffen. Um die Qualität des Wassers zu erhalten, brauchen wir heute keinen Segen mehr, sondern Chlor oder meinetwegen auch ausgeklügelte Filter, die das Chlor wieder rausschaffen aus dem Wasser.

Jedenfalls brauchte ich einem Ersatz für das ausgefallene Fest. Wir pilgerten zusammen ans Meer. Dort fanden wir Schilfrohrstücke, aus denen ich ein Kreuz bildete und es auf einen von Wasser umspülten Stein legte.

Will-i betrachtete aufmerksam die Stömung, die sich um den Stein bildete, und versuchte zu erraten, welche Welle die Stücke forttragen würde. Als es plötzlich geschah, war er trotzdem überrascht und seine Füße wurden nass.

Er lachte und fischte die Hölzer aus dem Wasser, legte erneut das Kreuz, wartete und wettete, manchmal traf ers, manchmal lag er daneben. So amüsierte er sich prächtig. Als wir schließlich gingen, ließ er die Hölzer achtlos zurück. Sie waren ausgereizt.

Neue Abenteuer, neue Spiele, neue Entdeckungen auch mussten her. …

 

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5.1.2021. Willis erster Ausflug zu den Menschen

 

Willi auf dem Fliegenpilz

Fünf Tage ist er erst alt, aber ein Schlingel und frühreif, der Will-i. Hab ihn heute erstmals mitgenommen unter Leute, wir fuhren einkaufen, mussten auch tanken. Unablässig seine Fragen: was machen die Leute da vor dem Laden? Wofür sind die Flaschen gut? Und die Säcke? Die sehen aber anders aus als unsere. Was hat der Mann da im Gesicht? Hat er sich verletzt? Nein? warum trägt er dann einen Verband im Gesicht?“ – „Das ist kein Verband, sondern eine Maske“.-  „Aber wozu denn!“ –  „Damit er andere nicht ansteckt“. – „Ist er denn krank? Nein? Er sieht ja auch völlig gesund aus, ist ein großer starker Kerl, und die Maske steht ihm überhaupt nicht.“ Und flutsch ist der Kleine aus dem Wagen gesprungen – es war an der Tankstelle – und zu dem Großen hingerannt, um zu fuchteln und zu argumentieren.

Als er zurückkam, sah er etwas bedröppelt aus. „Sag mal, wer ist der Staat?“ fragt er mich. Was für eine Frage! Wie soll ich ihm das erklären! „Wozu willst du das wissen?“ „Der Mann da sagt, er will die Maske gar nicht tragen, aber der Staat verlangt es.“ –  „So, ja, da hat er  wohl recht“.  „Nun sag schon: wer ist der Staat? Und wo wohnt er? Ich will mal mit ihm reden.“

Einer Antwort wurde ich enthoben, denn wir waren am Ziel, einem Supermarkt, und stiegen aus. Mein Mann ging einkaufen, während ich Will-i zu einem Bummel überreden konnte. Natürlich wäre er lieber in den Supermarkt gegangen, um ihn zu erkunden, aber dafür hatte ich nun nicht mehr die Nerven. Und so pilgerten wir durch menschenleere Straßen mit hohen und niedrigen Häusern, Schulen und Kindergärten, über eine Wiese und durch einen verwilderten Orangenhain, vorbei an großen schwarzen Hunden und kleinen schwarzen Katzen. Willi entdeckte einen regennassen Pilz – den ersten in seinem Leben! und so vergaß er zum Glück seine Fragen. Nun wollte er mit dem Pilz davonfliegen. Er meinte, es sei ein Fliegenpilz!

Willis Findepilz

Verwilderter Orangenhain

 

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4.-5.1.2021 Nächtliche Abenteuer – eine Fantasie (Legebild-Collage)

Will-i, das neugeborene Jahr 2021, ist nun schon vier Tage und eine halbe Nacht alt. Und so fand ich es an der Zeit, ihn mit auf den Nachtspaziergang zu nehmen.

Mitternacht wars, ich wies ihm den Jäger Orion mit den Gürtelsternen, der großmächtig am Himmel stand,  und den großen Wagen, der, die Deichsel voran, auf den Horizont zuraste. „Keine Angst, mein Lieber“, beruhigte ich ihn, „der Wagen kann nicht abstürzen! Immer kreist er um den hellen Stern im Norden, siehst du ihn?“

Willis Interesse war geweckt, doch richtig lustig wurde er erst, als der Mond über die dunkle Bergkulisse stieg. Wie schnell das ging! Eben war der Mond nur ein Versprechen – und schon erschien er, wurde groß und größer, löste sich vom schwarzen Grund und machte sich, ein dickes goldenes Boot, auf seine Himmelsfahrt.

Will-i war nicht zu halten. „Ich will!“ rief er, „auf dem Mondschiff reisen!“ Und wenn Will-i will, dann tut ers auch. Schon saß er da oben, und ich? Ich durfte warten, bis sich der Mond – es dämmerte schon – über dem Meer herabsenkte und er heil gelandet war.

Seine Abenteuer mag ich nun nicht auch noch erzählen. Irgendwann muss ich auch schlafen.

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4.1.2021 Will-i ist kein Stubenhocker (Montag ist Fototermin, kleine Beobachtungen)

„Du sitzt zu viel am Computer“, meint Will-i. „Geh lieber mit mir raus.“ Aber draußen fegt ein Sturm ums Haus, und am Meer ist es ungemütlich. „Ach was!“ sagt Will-i. „Komm, ich will mit den Wellen spielen!“ Als eine Freundin anruft, um genau dies vorzuschlagen, bekomme auch ich Lust auf einen Spaziergang.

Will-i hat ein offenes Auge, interessiert sich für alles, was das Meer angespült hat, untersucht Steine und verlegt sie neu, zeichnet mit einem Stock im Sand und lässt die Wellen die Zeichnungen wieder löschen. Er ist voller Fragen. „Warum ist der Stein hart und der Sand weich?“ „Wie alt ist der Stein?“ „Wie macht das Meer die Wellen?“. Immer und überall fragt er mir Löcher in den Bauch, und ich stelle beschämt fest, dass ich fast keine zufriedenstellende Antwort weiß und schon gar keine, die einem so kleinen Kerl wie Will-i verständlich wäre.

Zu Hause im Garten findet er allerlei Pflanzen, will ihre Namen wissen und wozu sie gut sind. Und ich? Klee kenne ich, und dass die verwelkten Blätter vom Aprikosenbaum sind, weiß ich. Aber sonst?

Besonders interessiert sich Will-i für die gestreifte Pflanze in der Mitte. Ob das eine Fleischfressende ist, will er wissen. Ich seufze. Wozu braucht er bloß all dies Wissen! Ich bin bisher ganz gut auch ohne das ausgekommen. Mir genügte es, etwas „schön“ oder „merkwürdig“ zu finden, irgendein subjektives Urteil halt – aber wie es entsteht und wächst und vergeht, woher es kommt und was es in meinem Garten zu suchen hat, das zu erforschen, schien mir denn doch ein wenig zu aufwändig. „Man muss ja nicht alles wissen“, sage ich daher auch zu Will-i. Aber damit komme ich bei ihm schlecht an. „Ich will es wissen!“ sagt er. „Und wenn du es nicht weißt, werde ich es eben selbst erforschen“.

„Na gut“, murmele ich, „dann forsche mal fleißig“ – und ziehe mich ins Haus zurück, an den Computer. Doch wo ist meine Lesebrille? „Meinst du das rosa Ding da?“ fragt Will-i, der mir gefolgt ist. Rosa? meine Brille ist dunkelbraun. Dachte ich bisher jedenfalls. Aber da liegt doch tatsächlich meine Brille in einem Sonnenfleck – und ist rosarot.

 

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Kunst am Sonntag: Willi will selbermachen (3. Januar 2021)

Am dritten Tag seines Erdenlebens, der zugleich sein erster Sonntag ist, wollte ich dem Neuen Jahr 2021 etwas Besonderes zukommen lassen. „Weltpolitik am Sonntag“? oder „Kunst am Sonntag“? Oder vielleicht beides zugleich?  Musste ich das Junge, Unerfahrene nicht beizeiten in die wichtigen Themen unserer Zeit einführen, damit es Bescheid weiß, wo es sich befindet? Ich liebäugelte mit einem schwarzhumorigen Text mit surrealistisch-futuristischem Touch und historischem Bezug: https://gerdakazakou.com/2018/08/05/kunst-am-sonntag-ein-gentleman-in-moskau-ein-schwarzes-viereck-und-der-geist-der-stets-verneint/.

Dann besann ich mich eines Besseren: anstatt das Neugeborene mit meinen Urteilen und Weltansichten zuzumauern, wäre es da nicht besser, dass es selbst tätig wird und selbst herausfindet, was ihm das Leben ist?

Schnell fanden sich Farbtuben, eine Glasscheibe und Papier, und das Kleine begann sogleich lustvoll zu experimentieren.

Mir gefielen die entstandenen floralen Muster, und ich hätte das Kleine gern gestoppt …

aber nun war es in Fahrt, drehte das Glas, überdruckte das bereits Bedruckte, drehte und druckte, und als ihm die verschmierten Farben auf dem Glas zu dunkel wurden, kratzte es mit einem Scherben Lichtlinien hinein, die aussahen wie Schriftzeichen  … Bei jedem Ergebnis juchzte es und erzählte mir Geschichten. Ich kam kaum mit dem Fotografieren nach.

Ich hatte einen Narren an den filigranen korallenartigen Mustern gefressen…

aber der Kleine hatte andere Präferenzen. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll? So ein kleiner Kerl und soviel Dynamik?

Ich glaub, ich habe  seinen Namen herausgefunden: Willi heißt das Neue Jahr! Will-i  wie ich will!  Es wird wohl ein Jahr werden, in dem unser Wollen auf die Probe gestellt wird. Schluss mit dem Wünschen! Jetzt geht es ans Tun! Was wollen wir Menschen? Und ist das, was wir wollen, überhaupt das Richtige? Oder reißt es uns nur noch mehr rein? Und wenn wir es wollen und es ist das Richtige, tun wir es auch?

Willi stören meine Fragen nicht. Er will und er tut. Aber er ist durchaus nicht nur willensstark, sondern auch zärtlich. Das stellte ich fest, als er am Strand ein paar filigrane Gebilde fand und sie mir schenkte. „Weil du sie so gern magst“, sagte er und legte sie mir in die Hand.

 

 

 

 

 

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Bewegte Bilder fürs Neugeborene (Flugzeuge und andere Vögel)

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Das gerade mal zweitägige Jährchen 2021 ist unruhig, will Unterhaltung. „Was soll ich mit deinen alten Kindermärchen, was mit deinem gläsernen Kahn“, mosert es. Selbst die Blümchen im Garten findet es nicht der Rede wert. Ach, diese modernen Kinder! Kaum sind sie auf der Welt, verlangen sie nach elektronischem Spielzeug!

Also stöbere ich in meiner Klamottenkiste, ob sich dort was Passendes findet. „Eine Flughafenhalle mit Reisenden“, sage ich zum Kleinen. „Schau mal, die Leute bewegen sich.“

„Was ist das, eine Flughafenhalle?“ fragt es verdutzt, und ich steige ein wenig in seinem Ansehen, weil ich etwas weiß, von dem es noch nie gehört hat. „Eine Flughafenhalle ist, wie das Wort sagt, eine Halle im Flughafen“, setze ich zur Erklärung an. „Du kennst ja schon Häfen, die sind für Boote und Schiffe jeder Art, damit sie sich dort ausruhen und vor sich hinträumen können. Flughäfen hingegen…. also die sind für diese  blitzenden Vögel, die du manchmal am Himmel siehst. In der Halle gehen Menschen ein und aus, die mit diesen Vögeln angekommen sind oder mit ihnen wegfliegen wollen. Früher war ich öfter mal in so einer Halle, wenn ein lieber Mensch ankam, um mich zu besuchen, dann freute ich mich. Ich war dann wieder da, wenn der liebe Mensch abreiste, dann musste ich aufpassen, nicht zu weinen.“

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Das Neue Jahr schaute mich verwundert an. „Und warum gehst du jetzt nicht hin, um zu sehen, ob wer Liebes kommt?“ „Ach lass man, das verstehst du noch nicht“, murmelte ich. „Schau mal die bunten Vögeln, die ich für dich gebastelt habe!“

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Scherbenbilder und Blümchenwunder

Was braucht das neugeborene Jahr? Ein Versprechen von Freiheit, eine Ermutigung und die überraschenden Geschenke der Natur!

Schifflein ahoi!

Während draußen ein feiner Regen niedergeht, erträume ich mir fürs Neue Jahr eine Bootsfahrt. Ruhig ist der See, das schilfbewachsene Ufer nah. Möwen kreisen über dem Boot, das dem kleinen Kapitän eine sichere Fahrt gewährleistet. Solide scheint es mir, mit einer Bugleuchte auch für dunkle Nächte bestens ausgestattet. Aber natürlich, es ist aus zerbrochenem Glas.

Schifflein ahoi! 2.1.2021

Mut hat auch der kleine Muck!

Klein mag es noch sein, das Neue Jahr, aber „Mut hat auch der Kleine Muck“! So erzählte es Wilhelm Hauff, so behielt ich es in meinem Gedächtnis. Mag der Grund, über den er geht, auch spitz und schneinend sein, es ficht den kleinen Muck nicht an. An den Scherben kleben Erdreste, drum sind sie so unterschiedlich eingefärbt.

Mut hat auch der kleine Muck, 2.1.2021

Ein überraschendes Geschenk der Natur war auch zur Hand: im Garten, neben der Gartenbank, haben sich vier Blüten geöffnet. Nanu, sind das Anemonen? Zu dieser Zeit und in dieser Farbe? Ich habe sie nicht gesät, ich habe sie nicht gepflanzt. Sie sind einfach zu mir gekommen. Die eine Blüte ist bereits verwelkt und abgefallen. Ist ja auch schon der zweite Tag des Jahres….

 

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Gruß an das Neugeborene

Als die Schalen der Nacht zerbrachen, tratest du hervor, Neues Jahr! Zart lächeltest du mich an. Noch bist du keinen Tag alt, und schon hast du so viele Töne angeschlagen, so viele feine Geschenke enthüllt, so viele Genüsse mir bereitet. Wenn ichs genau bedenke, enthältst du in nuce alles, was ich in diesem Jahre noch brauche.

Besonders erwähnen möchte ich den Spaziergang mit meinem Liebsten am Strand von Sandova, und den Besuch bei unseren albanischen Helfern, einem liebenswerten Ehepaar mit halbwüchsiger Tochter, denen wir eine Wassilopita* brachten. Ihre neue Wohnung kannten wir noch nicht, und so stand ich ganz verzaubert vom Blick, den man von ihrer Terrasse aus hat.  Zu meinen Füßen grasten drei Schafe….

Ich skizzierte, während die Frau uns einen Imbiss bereitete und die Männer sich unterhielten, ein paar Miniaturen auf ein gevierteltes Schreibmaschinenblatt. Da ich keine feste Unterlage hatte, sind die Linien weicher als sonst. Die letzte Skizze machte ich später von unserer eigenen Terrasse aus, wo wir unser Mittagessen einnahmen.

Zu einer zeichnerischen Kooperation mit einem knapp 4-jährigen Wassilis kam es später am Tag. Die Wassilisse feiern heute ihren Namenstag – daher auch die *Wassilopita (Wassilis-Kuchen). Der Hl. Wassilios ist das, was in Deutschland der Nikolaos ist.

Zur Fütterungszeit für Kater Maximilian stellte sich heute eine scheue Katzenschönheit ein. An Maxens Futternapf traute sie sich aber noch nicht.

Gegen Abend färbten sich die weißen Wölkchen, die den Tag über begleitet hatten, rosa. Nun ist es Nacht, aber nicht dunkel. Denn der fast volle Mond spielt mit seinem Licht über die Olivenbäume hin und versilbert die Welt.

Sei mir willkommen, die liebliches Neugeborenes! Ich will dich sorgsam behandeln, damit du kein Nörgler und Querulant wirst, sondern ein starkes positives Jahr, an dem wir unsere Freude haben! Das Jahr 2020 aber löschen die Wellen des Meers nun aus.

 

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Ich zeichne, also bin ich: Häfen von Kalamata und Kitries (tägliches Zeichnen)

Nach all den Feierei und dem Schwelgen in Guten Wünschen habe ich Sehnsucht nach Alltäglichkeit. Und das heißt bei mir vor allem eins: Zeichnen!

Gestern stattete ich dem Hafen von Kalamata einen Besuch ab.  Am Horizont braute sich ein Unwetter zusammen, das Wasser im Hafenbecken wurde unruhig und an genaues Zeichnen war nicht zu denken.

Am Segelhafen von Kalamata, 30.12.2020

Aber zwei Skizzen machte ich doch, auf der Vorder- und Rückseite des Schreibmaschinenpapiers, das ich zum Glück dabei hatte. Der schwarze Kugelschreiber ging mir aus, also zeichnete ich mit Blau weiter.

Die rechte Skizze in leichter Fotoshop-Bearbeitung (Filter cutout und farbverstärkt)

Katamaran, fotoshop-Bearbeitung

Heute fuhr ich zum kleinen Fischerhafen in Kitries, um das Jahr zünftig zu beschließen. Die Gaststätten sind leer, Stühle und Tische gestapelt. Ich trug einen Stuhl ans Hafenbecken und machte zwei Skizzen, bis es mir zu kalt wurde.

Haus in Fotoshop-Bearbeitung: Filter cutout und farbverstärkt.

Dann bummelte ich noch ein bisschen am Hafen herum und fand ein schmuckes Bötchen mit dem ungewöhnlichen Namen „ΥΠΑΡΧΩ“, das heißt übersetzt: ICH BIN, Ich existiere.

Ja, freilich: ich gehe, ich sehe und stehe, ich atme, ich zeichne, ERGO SUM („also bin ich“, frei nach Descartes).

 

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