Heute beschließe ich meine rote Serie. 
Bisher habe ich ja vor allem auf Hintergründe und Beleuchtung geachtet, aber Rot als „Lokalfarbe“ gar nicht erwähnt. Die Lokalfarbe scheint den Dingen „angeklebt“ zu sein, obgleich auch sie natürlich durch die Oberflächenstruktur hervorgerufen wird, in der sich das Licht bricht und eben nur das rote Spektrum zurückgespiegelt wird. Ob es sich nun um einen Naturgegenstand handelt wie die Wassermelone ….

… oder um eine rot angestrichene landwirtschaftliche Maschine …

wir halten das Rot für eine Eigenschaft des Objektes. Und irgendwie stimmt das ja auch. Bei geeigneter Beleuchtung tritt die Farbe uns entgegen, wird Feuer und Flamme wie bei dieser Kaktusblüte
steigert sich im Gegenlicht.

Auch wenn es nur in kleiner Form auftritt, reißt das Rot unweigerlich die Aufmerksamkeit an sich,wie diese winzige Sukkuleenblüte

Bei der Bildkomposition kommt es schon sehr darauf an, wo sich diese hoch aktive Farbe konzentriert. Denn ein bisschen Rot hält alle anderen Farben in Schach. Nun gut, auch das Gelb macht sich bemerkbar, keine Frage…

Was konzentriert deinen Blick, wenn das Rot mit anderen Farben wetteifert, wie auf diesem Graffiti, das gegen eine wilde Müllhalde im Wald oberhalb von Kalamata protestiert? Das Himmelsblau gefällt, doch das Rot „macht dich an“.

Wie diese junge Freundin liebte auch ich rote Kleidung, als ich jung war, und stolzierte in rotem Mantel durch unsere kleine Stadt …

Heute ziehe ich es vor, nur meinen Schatten rot einzufärben.

Das reicht mir nun, und das reicht auch für die Farbe Rot, von der ich mich hiermit verabschiede.
Getrunken ist der rote Wein….

zerbrochen das Glas

und wenn die Nacht kommt, verschwindet auch der letzte Rest des Rots und aller lebhaften Töne. Dann ist die Zeit für andere Farben gekommen.
