o.T. (Samstag ist Märchenstunde)

Ohne Titel, ohne Geschichte. Just a pic.

Da hab ich nach längerer Zeit mal wieder ein Bild aus Schnipseln gelegt. Und während ich legte, entstand auch eine Geschichte dazu. Aber die will ich euch nicht erzählen. Denn zu Recht hat schon so manche und so mancher moniert, dass sie, wenn sie die Geschichten lesen, nicht mehr wissen, was sie eigentlich selbst gesehen haben. Also gibts heute mal ein namenloses Bild. Das Märchen musst du schon selbst erfinden. Viel Spaß , guten Schlaf, liebliche Träume!

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Schwarz-Weiß am Piräus.

Der Hafen von Piräus.  Immer und überall: Häfen. An einem Hafen bin ich geboren (Heiligenhafen), das verliert sich nicht.

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Fotografiert habe ich mit meinem iphone, und per fotoshop in Schwarz-Weiß-Fotos verwandelt. Denn nur so geben sie das wieder, was sie für mich bedeuten: Nostalgie.

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Urgroßvater Apfelbaum

Ich las heute bei Arabella Schönes über einen Apfelbaum, der noch blüht, doch schon sind die Fruchtansätze zu erkennen, und bald schon werden die Äpfel reifen, um im August zu einem Apfelkuchen für den Sohn zu werden. Das gefiel mir sehr.

Und ich dachte an den uralten Apfelbaum, den ich auf einer Wiese in Arkadien sah und der mich tief anrührte. Es war ein Dezembertag.

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Es war ein zufälliges Vorbeikommen, und ich war nie wieder dort. Ob er noch steht? Ob er jetzt Blüten und im Sommer Früchte trägt?

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Urgroßvater Apfelbaum!  Deine alten Zweige suchen das grüne Gras, aus dem dir eine Blume ihre jungen Blüten entgegenträgt.

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Nächtliche Bootsfahrt

Ich bin wieder in Athen, und das Meer ist weit entfernt. Nicht  s e h r  weit natürlich, aber doch nicht zum Greifen nah. Also muss ich meine Sehnsucht in Bildern ausleben. Hier eins, das ich vor einiger Zeit gemacht habe. Die Lichtreflexe sind aus gelbem Karton gerissen und auf das gemalte Bild (Akryll-Pigmente und Kleister auf Leinwand) aufgeklebt.

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und ein Ausschnitt: Segler in festlicher Beleuchtung-

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Ich wünsche den Nachtschwärmern angenehme Träume! Und den Frühaufstehern: Frohes Erwachen.

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Der gute Hirte / Der Wüterich

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Zu Füßen des guten Hirten ruhen die Schafe. Er schaut hinaus in eine Welt voller Klüfte und Abgründe,  wachsam, dass niemand den ihm Anbefohlenen ein Leid antut.

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Doch schon steigt aus dem Abgrund sein Widersacher empor. Mit gewaltigem Stiefel und größtmöglichem Hochmut tritt er der Welt entgegen.

Wer von den beiden wird das Feld halten? Gibt es einen Sieger? Mir scheint, es ist eine Frage der Perspektive. Manchmal meinst du, es herrscht der gute Hirte …

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… doch stellst du das Bild auf den Kopf, dann herrscht sein Widersacher, der Wüterich.

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Im Perspektivwechsel ergibt sich erst das ganze Bild.

Du siehst das alles nicht, sondern nur ein Geklekse? Nun, auch das ist richtig. Wer könnte von sich behaupten, dass er die Wirklichkeit kennt?

 

 

 

 

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Rote Schlusslichter

Heute beschließe ich meine rote Serie.  IMG_7710

Bisher habe ich ja vor allem auf Hintergründe und Beleuchtung geachtet, aber Rot als „Lokalfarbe“ gar nicht erwähnt. Die Lokalfarbe scheint den Dingen „angeklebt“ zu sein, obgleich auch sie natürlich durch die Oberflächenstruktur hervorgerufen wird, in der sich das Licht  bricht und eben nur das rote Spektrum zurückgespiegelt wird.  Ob es sich nun um einen Naturgegenstand handelt wie die Wassermelone ….

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… oder um eine rot angestrichene landwirtschaftliche Maschine …

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wir halten das Rot für eine Eigenschaft des Objektes. Und irgendwie stimmt das ja auch. Bei geeigneter Beleuchtung tritt die Farbe uns entgegen, wird Feuer und Flamme  wie bei dieser Kaktusblütekleiner Kaktus vor Himmel

steigert sich im Gegenlicht.

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Auch wenn es nur in kleiner Form auftritt, reißt das Rot unweigerlich die Aufmerksamkeit an sich,wie diese winzige Sukkuleenblüte

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Bei der Bildkomposition kommt es schon sehr darauf an, wo sich diese hoch aktive Farbe konzentriert.  Denn ein bisschen Rot hält alle anderen Farben in Schach. Nun gut, auch das Gelb macht sich bemerkbar, keine Frage…

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Was konzentriert deinen Blick, wenn das Rot mit anderen Farben wetteifert, wie auf diesem Graffiti, das gegen eine wilde Müllhalde im Wald oberhalb von Kalamata protestiert? Das Himmelsblau gefällt, doch das Rot „macht dich an“.

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Wie diese junge Freundin liebte auch ich rote Kleidung, als ich jung war, und stolzierte in rotem Mantel durch unsere kleine Stadt …

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Heute ziehe ich es vor,  nur meinen Schatten rot einzufärben.

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Das reicht mir nun, und das reicht auch für die Farbe Rot, von der ich mich hiermit verabschiede.

Getrunken ist der rote Wein….

Wein

zerbrochen das Glas

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und wenn die Nacht kommt, verschwindet auch der letzte Rest des Rots und aller lebhaften Töne. Dann ist die Zeit für andere Farben gekommen.

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In roter Beleuchtung

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Die untergehende Sonne malt Wände, Menschen und Dinge rot an. Schatten erscheinen in tieferem Rotton. sind fast schon schwarz.

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Dieser rötliche Ton, der uns innerlich sanft berührt, ist eigentlich eine Trübung. Das Sonnenlicht wird durch die dichtere Atmosphäre, die über dem Horizont herrscht, gefiltert: Blau- und Gelbtöne verschwinden und es bleibt nur das Rot. Zugleich nimmt das Licht ab, es wird dunkler. Denn Rot belebt zwar unsere Sinnlichkeit, ist aber lichtarm und dem Schwarz näher als dem Blau. Fotografiert man lichtarme oder künstlich beleuchtete Innenräume, erscheinen sie in trübem „warmem“, „heimeligem“ Rotton.

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Eine träumerische intime Stimmung kommt auf, schwebend zwischen Tag und Nacht. Und so verwundert es nicht, dass das Nachtleben sich gern in Rot taucht. Rotlichtquartiere und Bars kommen ohne diese Farbe nicht aus, die die Konturen verwischt und die Gestalten nur ungewiss aus dem Nächtlichen hervortreten lässt. Welche Musik hörst du bei diesem Licht? Was denkst, was fühlst du? Was gelüstet es dich zu trinken, zu sprechen? Zu rauchen? Zu schweigen?

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Weit weg, in fremde weiche Welten lässt du dich treiben, Wünsche, Wunder und Weh wehen dich an, wenn die Sitarspieler den Raum in helle, dunkle und rötliche Flecken aufzulösen scheinen. Du willst nicht wach werden, willst weiterträumen und dich gleiten lassen in rötlich wabernde Räume. Vielleicht zurück in den mütterlichen Leib, als alles noch ungeteilt war und eins.

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(Die Fotos habe ich bei Veranstaltungen des Cabaret Voltaire in Athen aufgenommen).

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Montags ist Fototermin: Rote Hintergründe in der Natur

Als Hintergrundfarbe ist rot in der Natur selten. Ein Mohnfeld vielleicht, 27.4. Weststrand 14

oder ein Acker mit roter Erde …6.3. beim Poseidonheiligtum

ein roter Felsen, den das Meer überspült und seine Farben auffrischt IMG_2815

und natürlich der von der untergehenden Sonne rot gefärbte Himmel, das gerötete Meer …

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Das ist schon so ziemlich das ganze Arsenal roter Hintergründe in der Natur. –  Wäre da nicht das Licht, das von der untergehenden Sonne auf Wände und andere Oberflächen gezaubert wird. Wie hier an unsere Küchenwand: die untergehende Sonne sendet ihre Strahlen, rötet Wand und Gegenstände und malt den Schatten einer afrikanischen Skulptur in hellem Violett. IMG_0291

Dies ist mein Schatten auf der ockrigen Wand unseres Balkons, die die untergehende Sonne intensiv rot färbt.IMG_7733

Hier der Schatten von Tasse und Gabel, tiefrot im schwachen Licht die Wand.

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Ein metallenes Täfelchen im Stadtpark, das eine Rebsorte ansagt, weinrot beschienen von der untergehenden Sonne

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oder weinrot gefärbte weiße Treppenstufen zum Strand

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Der Hafen von Kalamata rötlich im Abendlicht, mit dem halben Mond am noch blauen Himmel

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und schließlich – es ist schon fast Nacht – ein Pferd vor rot angestrahltem Schilfwald.

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Rot-Bespielung II: mit rotem Stab

Schon wieder rot. Gestern die Farb-Kraft-Felder,

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heute eine Galeriewand. Die Erinnerung kam mir durch die rote Wand von lz, dessen „Bespielungen“ ich genieße (https://derverstecktepoet.wordpress.com/2016/05/15/die-rote-wand-05-theater/).

Bei euch ist heute Pfingsten, und, wie ich lese, ist Rot die pfingstliche Kirchenfarbe. Eine doppelte Motivation.

Doch nun gehts zurück zum Februar 2009. Ich schleppe meine Bilder in eine Galerie der Athener Innenstadt,  um sie zu hängen.  Als ich eintrete,  stelle ich erfreut fest, dass die Wände frisch gestrichen sind: in Hellgrau. Topp!  Grau enthält alle anderen Farben und spielt daher als unaufdringlicher Hintergrund ausgezeichnet mit. Doch ein wichtiger Raum, der rechts abzweigt, prangt in intensivem Rot. Schock! Ich bitte untertänigst um Neuanstrich, doch die Galeristin guckt mich bloß verständnislos (um nicht zu sagen: böse) an. Also muss ich mit der Farbe leben.

Und es geht. Es geht sogar weit besser, als ich mir hätte träumen lassen. Als Hauptbild des Raumes wähle ich eines mit signalrotem Stab. Das hält prima stand.

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Zur Vernissage binden mein Mann und ich uns rote Schlipse um, die das Rot des Stabs und der Wand auch durch die hellgrauen Räume tragen.  Wir werden sozusagen ein lebender Teil des Ausstellungskonzepts.

IMG_0369aDen Gästen scheint der rote Raum zu gefallen, denn er strahlt eine angenehme Wärme aus. Es ist Februar, und da kommt einem das Rot ja gerade recht.IMG_0368a IMG_0343

Mit unserem roten Schlips sind wir Botschafter des Rots.

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An einer grauen Wand versinkt still der rote Stab in der steigenden Flut. Die Lichtreklame über der blauen Wand nennt das Wort, das die rote Farbe mehr als alles ausdrückt: EΡΟΣ / EROS – in Spiegelschrift.

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Farb-Kraft-Felder

Heute fand ich bei lz eine rote Wand (https://derverstecktepoet.wordpress.com/2016/05/14/die-rote-wand/). Eine wirkliche Wand, stark rot gestrichen. lz hat seine künstlerischen Pläne damit, und ich bin gespannt.

Aber wie das so ist,  purzelten über dem Betrachten seines ersten Fotos – eines silbergolden verpackten Osterhasen vor der roten Wand – allerlei Assoziationen und Erinnerungen durch meinen Hirnkasten.  Eine davon war: Vor vielen Jahren hatte ich mit „4-Farb-Kraft-Feldern“ experimentiert. Ich teilte eine Leinwand in vier gleichgroße Felder, färbte ein Feld hellocker, ein anderes starkrot, ein drittes hellblau und ein viertes gelb. In jedes Feld malte ich dasselbe sitzende Modell. Ich wollte herausfinden, wie die jeweilige Farbe auf mich wirkte und wie die Figur sich vor dem Hintergrund behaupten würde. Heute suchte und fand ich eine Leinwand (70 x 100 cm), die ich 1992 gemalt und im Goethe-Institut in Athen ausgestellt hatte („Gestalten“ in der Reihe „Wechselwirkungen“). Ich nannte das Bild „4-Farb-Kraft-Felder (männlich)“ (es gab auch ein weibliches Pendant).

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Das helle Ocker, so fand ich, erlaubte mir eine fast klassische Darstellung. Mit ein paar hellen Höhungen und dunkleren Schattenpartien konnte ich die Figur aus dem Hintergrund herausarbeiten. So verfuhren im Prinzip die meisten klassischen Maler (Alternativ zum Ocker wurde auch grau grundiert).

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Ganz anders das Rot, das eine sehr aktive, auf der Fläche sich vor- und zurückbewegende, lichtschwache Farbe ist. Ich brauchte fast schwarze Umrisslinien und schwere Schatten, um den Eindruck von 3-Dimensionalität zu erreichen. Das wird in der Schwarz-Weiß-Fassung sogar noch deutlicher.

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Und wie steht es mit dem Hellblau? Blau ist die Himmelsfarbe, und für unser Empfinden weicht sie zurück, entfernt sich.  In meiner Skizze löst sich die Figur darin auf, verflüchtigt sich fast und wird nur von einer Konturlinie gehalten. Gelb wirkt genau entgegengesetzt: es drängt nach vorn. Und so scheint mir, dass die Figur nach vorne und fast aus der Bildebene herausgedrängt wird.

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In der Schwarz-Weiß-Fassung sieht das dann so aus:

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