Rote Schlusslichter

Heute beschließe ich meine rote Serie.  IMG_7710

Bisher habe ich ja vor allem auf Hintergründe und Beleuchtung geachtet, aber Rot als „Lokalfarbe“ gar nicht erwähnt. Die Lokalfarbe scheint den Dingen „angeklebt“ zu sein, obgleich auch sie natürlich durch die Oberflächenstruktur hervorgerufen wird, in der sich das Licht  bricht und eben nur das rote Spektrum zurückgespiegelt wird.  Ob es sich nun um einen Naturgegenstand handelt wie die Wassermelone ….

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… oder um eine rot angestrichene landwirtschaftliche Maschine …

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wir halten das Rot für eine Eigenschaft des Objektes. Und irgendwie stimmt das ja auch. Bei geeigneter Beleuchtung tritt die Farbe uns entgegen, wird Feuer und Flamme  wie bei dieser Kaktusblütekleiner Kaktus vor Himmel

steigert sich im Gegenlicht.

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Auch wenn es nur in kleiner Form auftritt, reißt das Rot unweigerlich die Aufmerksamkeit an sich,wie diese winzige Sukkuleenblüte

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Bei der Bildkomposition kommt es schon sehr darauf an, wo sich diese hoch aktive Farbe konzentriert.  Denn ein bisschen Rot hält alle anderen Farben in Schach. Nun gut, auch das Gelb macht sich bemerkbar, keine Frage…

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Was konzentriert deinen Blick, wenn das Rot mit anderen Farben wetteifert, wie auf diesem Graffiti, das gegen eine wilde Müllhalde im Wald oberhalb von Kalamata protestiert? Das Himmelsblau gefällt, doch das Rot „macht dich an“.

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Wie diese junge Freundin liebte auch ich rote Kleidung, als ich jung war, und stolzierte in rotem Mantel durch unsere kleine Stadt …

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Heute ziehe ich es vor,  nur meinen Schatten rot einzufärben.

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Das reicht mir nun, und das reicht auch für die Farbe Rot, von der ich mich hiermit verabschiede.

Getrunken ist der rote Wein….

Wein

zerbrochen das Glas

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und wenn die Nacht kommt, verschwindet auch der letzte Rest des Rots und aller lebhaften Töne. Dann ist die Zeit für andere Farben gekommen.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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7 Antworten zu Rote Schlusslichter

  1. kunstschaffende schreibt:

    Ein interessanter Abschluß! Meine Neffe liebt die Farbe blau, rot empfindet er als bedrohlich.
    In der Reha wurde mir gesagt, die Farbe rot sei für MS Kranke Gift.
    Ich hatte damals in meiner Wohnung einen roten Teppichboden.
    Mich würde interessieren Gerda, was sagst Du als Kunsttherapeutin zur Farbe rot?

    LG Babsi

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  2. kunstschaffende schreibt:

    Also im Wohn- und Esszimmer. Der Rest war hellgrau.

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  3. gkazakou schreibt:

    Danke schön für deinen Kommentar, Babsi. Zur psycholischen Bedeutung einer Farbe kann ich nicht allgemein sprechen, es kommt ganz darauf an, wie derjenige, der die Farbe gewählt hat, damit umgeht, was sie in ihm auslöst usw. Damit arbeiten wir dann.
    Dass eine Farbe für eine große Gruppe von sehr verschiedenen Menschen (MS-Kranke) Gift ist, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Aber natürlich hat sie etwas Aufreizendes, Sinnliches, manchmal auch Aggressives an sich, das manche Menschen nicht gut vertragen können, während es auf andere, die sonst eher zur Letargie neigen, belebend wirkt. Blau dämpft die Sinne, weitet den Horizont, führt in die Ferne, während Rot konzentriert und aktiviert. …. Es ließe sich noch vieles dazu sagen. Am besten ist immer, jeder achtet bei sich selbst darauf, wie etwas auf ihn wirkt. Es ist ein bisschen so wie bei den Nahrungsmitteln: der eine mag Erdbeeren nicht, dem anderen läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn er sie sieht.

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  4. Monika schreibt:

    Von den Kakteen weiß ich, wenn sie denn des Nachts erblühen, leuchten und duften noch in der selben Nacht vergehen. Dein Licht, Dein Leuchten darf bis zum letzten Atemzug sein. Du bist ein wunderbarer Farbklecks in dieser Welt. Lass es zu, dass das Licht des Tages und der Nacht an Dir reflektiert. Trage Dein Rot. Alter ist kein Grund die Farbe zu wechseln.

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  5. entdeckeengland schreibt:

    Ein schöner Abschluss, liebe Gerda. Er erinnert mich an die Ausstellung zu Licht und Farben in der Turner Contemporary. Dort gab es Quadrate in verschiedenen Farben. Man konnte auf einer Bank davor sitzen und zuschauen, wie sie in der Dämmerung nach und nach ins Grau übergehen. Liebe Grüße, Peggy

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