Abschied vom Tag

img_8765

In Sounion war ich, mit meinem lieben Sohn, der uns für eine Woche besucht. Am Tempel des Poseidon waren wir. Hoch ragen die Säulen, leer von Erinnerung.

img_8771

img_8769

Menschen aus aller Welt warten darauf, dass die Sonne untergeht. Die Sonnenuntergänge auf Kap Sounion sind eine Attraktion. Heute aber will die Sonne schon früh scheiden.

img_8770

Vom Tempelbereich der Athene  – gegenüber dem berühmteren Tempel des Poseidon – nehme ich Abschied von diesem Tag.

img_8772

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Fotografie, Leben, Mythologie, Psyche, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 9 Kommentare

Eule mit Weule

Liebe Blogger-FreundInnen, ich war ein paar Tage abgetaucht, verreist. Nicht im Bauch meines Wals, sondern in dem einer Fliegenden Katze bin ich zur Insel Hydra rübergejettet, bin tief in den Strom der Vergangenheit eingetaucht … Ich werde schon noch davon erzählen, doch jetzt will ich mich nur zurückmelden. Denn ich habe Eulenbesuch. Und da heißt es:

Eule mit Weule.

img_3961

Der Initiator der „Eulen aus Athen“ ist leibhaftig hier in Athen erschienen, und voller Freude habe ich eine Eule aus diversen Gemüsen gelegt, die nun mitsamt einem Stück vom Lamm und Knochen vor sich hinköchelt.

Wenn du wissen willst, was es mit den Eulen auf sich hat, schau doch mal bei den beiden Blogs vorbei: Mjamjams und Eulen aus Athen

Für jetzt wünsche ich „Guten Appetit“ und einen schönen Sonntag! Mein Sonntagsvergnügen ist schon gesichert: Erst gibts eine leckere Suppe, und danach  besuchen wir den Tempel des Poseidon in Sounion.

Veröffentlicht unter Allgemein, Mythologie, Psyche, Reisen, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 18 Kommentare

Herz bleib kalt! Hand halt das Steuer!

img_8645

Und wieder bin ich auf Reisen. Mein Boot – geboren, gewachsen – hat mich aufgenommen und mit sich fortgetragen. Während ich reise, wandelt es sich, wird zum fliegenden Fisch, wird zum Vogel gar. Ich fühle mich mit meinem Boot fest verwachsen. So mancher fragt sich vielleicht: wo beginnt das Boot, und wo endest du? Ich weiß es nicht.

Ich versuche, Kurs zu halten, doch das ist nicht immer einfach. Denn es stellt sich die Frage: wo ist vorwärts, wo ist zurück? wo ist Osten, wo ist Westen?

img_8650

Woher soll ich Gewissheit nehmen, bin ich doch aus dem Material von Flüchtlingen geschaffen, die nicht wissen, woher und wohin (hier: https://gerdakazakou.com/2016/10/25/krause-traeume/). Ich bin aus einer Zeichnung gemacht, die zeigte: dunkle Flüchtlingsgestalten  auf ihrer endlosen Flucht durch Feuer und Tod.

Ich zerriss die Zeichnung, um ihre Gestalten aus meinen Träumen zu verbannen. Ich wollte auf einer ruhigen See schippern, vielleicht den einen oder anderen Delphin begrüßen und mich an der Inselwelt der Ägäis erfreuen.  Um den Eingang des Hades wollte ich einen großen Bogen schlagen (mehr dazu zB hier https://gerdakazakou.com/2015/06/27/der-raub-der-persephone/). Ich wollte Ephesos erreichen und mit dem alten weisen Heraklitos tiefsinnige Gespräche über den Logos und die Frage führen, was er denn wohl meinte mit dem Satz, „der Krieg ist der Vater von allem“.

img_8647

Nicht vorgesehen war, dass mich die Flüchtigen belästigen. Und so zerriss ich sie. Aber hilft es? Sie sind da. Aus den Fetzen ihrer zerrissenen Gestalten haben sie sich zu neuem Leben zusammengefügt und umtanzen mein Traumboot. Ertrunkene sind es. Das Entsetzen des Kriegs und des Untergangs bleibt ihren Leibern eingeschrieben. Manche sind Geflügelte, anderen ist ein Fischschwanz gewachsen. Wo wo wo ist mein Haus, mein Grab, mein Leben – so rufen sie mit geschlossenen Mündern und umflattern mein Boot.

img_8644

Es sind Alte, es sind Junge, es sind Gutmütige und Bösartige, es sind Eitle und  Barmherzige  – wie die Menschen halt so sind.

img_8642

img_8646

Es ist nicht leicht, sich durch sie hindurchzuträumen, ohne Schaden zu nehmen.

img_8648

Nun aber: Vorwärts!

… „Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!…“

 (aus dem Gedicht von F. Nietzsche „Der neue Columbus“. Das ganze Gedicht findet ihr hier).

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, Flüchtlinge, Krieg, Kunst, Leben, Legearbeiten, Mythologie, Psyche, Reisen, Träumen, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 16 Kommentare

In der Retourkutsche

dies habe ich heute auf dem Mitmachblog zum Thema „Retourkutsche“ veröffentlicht.

Veröffentlicht unter Allgemein, Zeichnung | 7 Kommentare

Krause Träume

Anstatt mutig und mit offenen Augen (siehe Ulli) träume ich kraus. Unglaublich, wer mich da des Nachts alles besucht. Heute Nacht wars Herr Gorbachov. Nein, ich erzähl euch nicht, wie das Treffen war.

Ich bin nun wieder in Athen, aber meine Träume kümmern sich nicht um meinen Standort. Ihnen ist’s egal. Die Häuser, in denen ich traummäßig wohne, nennen sich manchmal nach mir bekannten Orten, sehen aber ganz anders aus. Bei den Menschen ist es nicht viel anders. Sie kommen aus irgendwelchen abgelegten Erinnerungen hervorgekrochen, nennen sich Ilse oder Karl-Heinz, obgleich sie ganz anders aussehen, und unterhalten mich mit ihren wunderlichen Geschichten.

img_8629

Traumfütterung

Jede Nacht steige ich in mein Traumboot in der Hoffnung, irgendwann in Ephesos zu landen und weise zu werden. Aber statt zielgenau Richtung Osten zu segeln, schaukele ich auf farbigen Meeren, die eher nach verrückten Sonnenuntergängen aussehen.

img_8633

Traumreise

Wer denkt, dass ich deshalb mein Ziel aufgebe, der kennt mich schlecht. Siehst du nicht, dass ich meine rote Mütze aufgesetzt habe und entschlossen geradeaus schaue? Ich bin eine Stier-Geborene und bleibe hartnäckig auf einem Weg, selbst dann, wenn ich längst den Verdacht habe, dass es sich um eine Sackgasse handelt.

img_8635

(Die beiden Legebilder – Traumfütterung und Traumreise – sind aus denselben Papierfetzen gemacht. Ich zerriss dafür eine gestrige Zeichnung. Sie zeigte dunkle Flüchtlingsgestalten auf ihrer endlosen Flucht durch Feuer und Tod. Ich zerriss sie und verbannte sie aus meinen Träumen.)

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Flüchtlinge, Kunst, Leben, Legearbeiten, Methode, Natur, Psyche, Reisen, Tiere, Träumen, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 16 Kommentare

Montags ist Fototermin: Am Korinther Kanal

Wenn ich aus der Mani kommend nach Athen fahre, versuche ich immer, den Weg über die kleine versenkbare Brücke zu nehmen, um den Korinther Kanal zu überqueren. So auch heute.

Wenn du Glück hast, ist das Brückchen abgesenkt, damit ein Schlepper einen größeren Pott hindurchziehen kann. Du rennst, um ein Foto zu machen, meistens bist du zu spät dran, denn schon verschwindet der Pott am Horizont und dir bleibt nichts, als ihm hinterherzuträumen.

img_8092

Doch träume nicht zu lange!  Denn die Brücke taucht schnell aus den Fluten, dein Auto steht in einer Warteschlange, und die anderen Fahrer haben keine Geduld zu warten, bis du ausgeträumt hast.

photo-12

Oft hebt die Brücke, wenn sie aus den Fluten taucht, ein paar zappelnde silberne Fische mit empor. Die meisten schaffen es, die Lücken zwischen den Planken nutzend, ins Wasser zurückzutauchen und zu entkommen.

photo-9

Als Fußgänger hast du einen freien Blick auf den Kanal und die großen Brücken in der Ferne, über die der Hauptverkehr fließt.

photo-8

Die meisten Menschen passieren den Kanal auf der Autobahnbrücke, ohne ihn überhaupt zu bemerken. Ich aber kenne die Kanalzone gut, bin ich doch in den ersten Jahren, als ich in Griechenland lebte, oft hingefahren, fasziniert von den Farben und dem Wasser, das mal in  die eine, mal in die andere Richtung strömt.

img_8554

Meine allererste Begegnung mit Griechenland fand hier statt: An Bord eines alten Dampfers stehend, der unsere Berliner Reisegruppe von Brindisi über Piräus und Zypern nach Israel brachte, schaute ich die steilen Hänge hinauf, als wir durch den Kanal geschleppt wurden. Von da oben riefen Bauern mir etwas zu und warfen Weintrauben an Deck. Ich aß sie … und damit, scheints, war meine Verbindung zu Griechenland unauflöslich hergestellt. (Wie Persiphone, die vom Granatapfel aß ….)

Wenn ich am Kanal stehe, fällt mir regelmäßig diese Szene ein. Es war das Jahr 1967. Wenig später begann in Israel der 7-Tage-Krieg, und in Griechenland übernahmen die Obristen das Regime.  Im selben Jahr lernte ich in Kiel meinen Mann kennen. Seine Mutter stammte aus der Korinther Gegend …. Und so kehrte ich eines Tages hierher zurück, und kehre immer und immer wieder zurück

img_8558

Veröffentlicht unter Allgemein, Katastrophe, Krieg, Leben, Natur, Psyche, Reisen, Träumen | Verschlagwortet mit , , , , , , | 16 Kommentare

Die Puppe mit dem blauen Haar

Eines Tages, vor vielen vielen Jahren, kam sie zu mir. Es war finstere Nacht in einer finsteren Gegend von Athen …. Ich eilte, um die letzte U-Bahn zu bekommen, da sah ich sie zwischen geparkten Autos liegen. Seither wohnt sie bei mir.img_7670

Meist lehnt sie in einem Winkel auf der Fensterbank im Atelier. Dort setzte sie Spinnweben an, bis ich entdeckte, dass ich sie sehr gut als Statistin in Aufstellungen brauchen konnte, wenn mir ein Kind fehlte.

In der ersten Zeit aber diente sie mir als williges Modell. Ich malte sie, und sie erzählte mir Geschichten, Abenteuer für ein Kinderbuch, das ich nie schrieb. Schade. Drei der Bilder habe ich zwischen den Stapeln alter Leinwände gefunden, andere bleiben verschwunden. Bedauerlicher Weise fehlt das Bild der Puppe mit dem roten Kater und das andere, wo sie ziemlich beschickert an einer Likörflasche lehnt. Drei der Bilder aber kann ich euch zeigen, habe sie heute fotografiert.

img_8627

Auf dem ersten Bild ist die Puppe (sie hat bis heute keinen Namen) noch recht klein

img_8621 und sitzt gemächlich auf dem großen alten Sessel, den ich im Atelier stehen hatte. Auf dem zweiten

img_8625 gerät sie in einen heftigen Wasserwirbel, der sie mit sich reißt. Eine Maske saust mit ihr zusammen hinab, und wenn ich mich recht erinnere, hatte die kleine Blauhaarige weit mehr Angst vor der Maske als vor dem rasenden Wasser.

Froh, wieder auf dem Trockenen zu sein, verspricht sie, künftig unübersichtlichen Abenteuern  fernzubleiben. Sie ist ja nun auch schon fast ein kleines Fräulein, das auf seine Garderobe acht gibt. img_8622 Hier seht ihr sie, wie sie Blumen in ihrem Schürzchen sammelt, die der Himmel auf sie regnet, als sei sie Sterntaler.

Gemalt sind die Bilder mit Pigmenten und Leinöl auf Leinwand. Das Öl hat sich an manchen Stellen verfärbt, ist gelb geworden, wie billige Malmittel es an sich haben.  Aber die Augen der Maske waren immer schon gelb.

img_8626

Ab morgen wird sie wieder allein im Fenster des Ateliers lehnen, denn wir fahren für einen Monat nach Athen. Aber keine Sorge, meine Kleine, bald sind wir schon zurück.

Guten Abend, Gute Nacht. Und angenehme Träume!

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Kunst zum Sonntag, Leben, Malerei, Märchen, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 45 Kommentare

Masken und Magie

bild-3-31-7-mit-netz

Die Masken verstauben, die Magie ist heimatlos geworden. Doch beim leisesten Weckruf werden sie sich wieder beleben, die Masken, und werden tanzen mit ihren Trägern nach einem kaum noch verstandenen Rhythmus.

„Monde, Masken und Magie“  heißt eine „Legende“ meiner Freundin Sigrid R Ammer, die sie 2013 veröffentlichte. In jener Zeit entstand auch das Bild, gemalt mit Akryllpulver und Kleister sowie Ölkreide auf Leinwand, Wellpappe und Netz. Größe 50 x 70 cm.

Manche von euch werden sich an dieses Bild und an das von gestern (Auge) erinnern, denn ich habe sie schon einmal, in anderem Kontext, veröffentlicht. https://gerdakazakou.com/2016/03/18/das-bild-als-hermetisches-zeichen/. Wiederholung ist, meine ich, in diesen schnellen Zeiten kein Verbrechen. Alles ist immer wieder wie neu. Ich jedenfalls freue mich, wenn ich auf etwas stoße, an das ich eine Erinnerung habe.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, die schöne Welt des Scheins, Kunst, Leben, Malerei, Mythologie, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 8 Kommentare

Das Auge

bild-2-14-7-13

Dies ist eine ältere Arbeit auf Pappe, 50×70, mit bemalten aufgeklebten Fetzen Chinapapier,  Akryllfarbe,  Ölkreide und Kohle.

Mit dem Auge unterwegs sein, das Auge auf Reisen schicken … Möge dich das, was sich heute in ihm abspiegelt, erfreuen.

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Kunst, Leben, Malerei, Psyche, Reisen, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 17 Kommentare

Abenddämmerung am Hafen

souroupo-sto-limani

Heute nur dies als Abendgruß.

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Malerei, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , | 15 Kommentare