Paradiesisches. Bleistiftzeichnung mit Kunst- und Naturobjekten (6)

Heute habe ich eine kleine Skulptur eines zeitgenössischen griechischen Künstlers aus schwerem Messing ins Zentrum gesetzt. Es ist ein Liebespaar, schön ineinander verschachtelt. Ich mag sie sehr, doch erinnere ich mich nicht an den Namen des Künstlers (shame on me). Was ich sonst noch verwendete? Eine türkische Kanne, eine hölzerne Schlange, eine künstliche Blume, zwei Äpfel und ein gelbes Chiffontuch.

meine Modelle

Ich zeichne selbstverständlich nach der Natur und nicht nach dem Foto. In dieser Weise habe ich vor vielen Jahren angefangen. Warum verspüre ich das Bedürfnis, noch mal zu den Anfängen zurückzukehren? Um mich zu vergewissern, dass ich es noch „kann“? Um meine Beobachtungsfähigkeit zu schärfen? Um beim abstrakten Zeichnen nicht ins Schematische zu verfallen? Von allem ein bisschen. Habt Spaß!

Stillleben mit Skulptur, 2018 (c) Gerda Kazakou

 

 

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Der Krokodilgeist als Erschaffer (Bleistiftzeichnung)

Noch einmal habe ich meine nun schon bekannten Modelle aufmarschieren lassen: das merkwürdig geformte Stück Holz, das vertrocknete Blatt eines Feigenkaktus, das ägyptische Alabasterschiff für den Totentransport, Knoblauchdolde, Muscheln und ein Schneckenhaus mit schöner Spirale. Auch habe ich inzwischen nachgelesen, was es mit Sobek, dem ägyptischen Krokodil-Gott, auf sich hat. Und da erfuhr ich unter anderem, dass er auch ein Schöpfergott sei, ja, dass er sogar die Eigenschaften des großen Re in sich verkörpere.

So seht ihr ihn nun hier, wie er die Welt zeichnet und also erschafft. Er ist mir ans Herz gewachsen.

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Mit dem ägyptischen Totenschiff (Natur- und Kultobjekte)

Größer als die anderen vier Zeichnungen (50×70 cm), habe ich heute das ägyptische Totenschiff ins Zentrum des 5. Arrangements aus Natur- und Kultobjekten gestellt. (Ulli hat es bei mir entdeckt und in Szene gesetzt). Es ist aus ägyptischem Alabaster, also auf dem fast weißen Hintergrund kaum zu sehen. So wollte ich es: schemenhaft und still gleitet es vorbei.
Ein anderes Boot ist präsenter: das große vertrocknete Blatt eines Feigenkaktus mit seiner Muschel- und Steinlast steuert in die entgegengesetzte Richtung. Es wird begleitet von der trockenen Dolde eines Knoblauchs. Im Hintergrund ein dunkler Zweig mit leeren schwarzen Samenkapseln und der tanzende Krokodilgeist.

Die Objekte siehst du hier in etwas anderer Anordnung als Foto. Das große Schneckenhaus auf dem Feigenkaktusboot fehlt hier.

 

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Mit Bleistift auf Karton: Burleske.

Auch heute habe ich das Zeichnen nach der Natur geübt, zunächst auf dem Balkon, bis es zu kalt und dunkel wurde, dann bei Lampenlicht. Diesmal benutzte ich einen stabilen fast quadratischen Karton. Allerlei Zubehör habe ich für diese Übung herangezogen: Einen Zweig mit den trockenen schwarzen und nun leeren Samenständen eines Straßenbaumes, den ich fälschlicherweise für eine Akazie hielt, eine trockene Knoblauchblüte (vermute ich), die Feder einer Elster, die mexikanische Katze und einen tanzender Krokodilgeist – aka ein Stück Holz – , der diesem Bild seinen Titel gegeben hat: Burleske.

Hier die Dinge, die mir als Modell dienten, und ein paar von gestern:

Soweit kam ich auf dem Balkon (fotografiert drinnen, bei Lampenlicht).

Und so sieht die Burleske nun aus:

Hier eine  Zusammenschau aller vier Zeichnungen „Natur- und Kultgegenstände“, die ich an den vier letzten Tagen machte  (kann man vergrößern):

 

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Io, Argos und die Herkunft der Pfauenaugen – eine abc-etüde in freiem Rhythmus

Pfauenauge, versiegeln und schlendern sind die etüden-Wörter der Woche, gespendet von Natalie  aus dem fundevogelnest.wordpress.com, von Etüden-Betreuerin Christiane und Bildspender lz. freundlichst angepriesen. Sofort war mir klar: ich werde noch einmal die Geschichte von Io erzählen. Oder doch jedenfalls den Anfang. Neue Bilder brauchte ich nicht zu legen, denn die steckten schon in früheren Beiträgen zu dieser mythischen Jungfrau, hier und hier. Die wenigsten von euch werden sie kennen, denn damals hatte ich noch nicht viele LeserInnen.

Und hier nun meine Neudichtung für die abc-Etüden. Das darin enthaltene Zitat stammt, in eigener Übersetzung, aus dem Drama von Aischylos: Der gefesselte Prometheus.

Io, Argos und woher die Pfauenaugen wirklich stammen.

Als der göttliche Herrscher des Himmels, Zeus,
mal wieder im herrlichen Land der Hellenen schlenderte,
Ausschau haltend nach Lust versprechenden jungen Frauen,
Knospen gleich, bereit, von ihm gebrochen zu werden,
Fiel sein Blick auf die liebliche Jungfrau Io,
Tochter des Flussgottes Inachos.
Von einer Mutter wissen wir nichts.
Die Jungfrau wurde sogleich von heftigem Sehnen
Nach dem göttlichen Herrscher ergriffen:
„Nächtige Traumgestalten schwebten still in meine
Kammer herein und liebkosten mich mit leisen Worten.
‘O du glückseliges Mädchen’, flüsterten die Stimmen, ‚was bleibst du jetzt noch
Jungfrau, da dich die höchste Brautschaft erwartet?
Zeus erglüht in Liebe zu dir’.

So sprach sie zum Vater, dem Fluss. Ach! hättest du doch
geschwiegen, liebliche Io, hätte Scham dir
Die schönen Lippen versiegelt!
Denn so vernahm dich die Ehegattin des Zeus,
Hera die himmlische Herrscherin, und verwandelte dich
In eine vor Liebeskummer verrückt gewordene Kuh.
Sie ließ dich bewachen vom hundertäugigen Argos.
Wäre nicht der geflügelte Bote des Zeus, Gott Hermes, gekommen,
und hätte die Augen des Argos mit dem Spiel seiner Leier bezwungen,
so dass sie sich schlossen zu seligem Schlaf,
immer noch stündest du dort, an den Baum gefesselt,
vor Inbrunst muhend, dem großen Gott zu gefallen.
Doch Hermes erschlug deinen Wächter, zerschnitt auch das fesselnde Seil.
Hera aber nahm die Augen des toten Riesen, setzte sie ein in den Schwanz
Ihres liebsten Gefährten, des Pfaus, wo sie nun allzeit glänzend
Als Pfauenaugen der Menschen und Götter Herzen entzücken.

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Mit weichem Bleistift: afrikanischer Krieger, Stämme, Koralle und Muschelkalk

Skulptur und Natur. Gestern und heute zum Vergleich

Die schwarze hölzerne Skulptur eines afrikanischen Kriegers hatte ich heute den ganzen Tag im Sinn. Am späten Nachmittag zeichnete ich auf dem windigen Balkon zwei Stämme einer palmenartigen Pflanze  (wie heißt sie bloß?). Drinnen ging es dann weiter mit dem Krieger und seinen Schatten. In den linken Vordergrund setzte ich das bootsförmige Blatt vom Feigenkaktus. Die leere linke Bildhälfte füllte ich mit demselben Pinienzweig wie gestern.

Doch das Ergebnis befriedigte mich nicht wirklich. Die Figur war mir zu dunkel, der Pinienzweig zu lieblos gezeichnet, die Teile verbanden sich nicht miteinander und das Ganze war mir zu statisch.

Also radierte ich den Zweig, so gut es ging, wieder aus, reduzierte auch die Schwärze der Figur. Und besann mich auf den Inhalt meines Blattbootes: winzige Korallen, eine Muschel, flache dünne Scheiben aus Muschelkalk, das Bruchstück eines Gesteins. Stück um Stück zeichnete sie rund um die Figur.

Mir gefällt es so trotz der Radierspuren besser, denn die Kontraste sind weniger hart, die Teile verbinden sich gut und die Figur hat nun einen magischen Nimbus. Wie geht es dir damit?

Hier noch mal die beiden Versionen zum Vergleich:

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Rückblende Malerei (4): zweimal Hafen.

Roter Hafen (c) gerda kazakou. Akryllpigment, Kleister auf Leinwand, 50 x 60 cm

 

 

Blauer Hafen (c) gerda kazakou, Akryllpigmente, Kleister auf Leinwand, 50 x 60 cm

 

 

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Mit spitzem Bleistift: Pinienzapfen, Muschel und indonesischer Denker

Wieder habe ich eine kleine Komposition gezeichnet und dabei eines der Figürchen benutzt, die ich gelegentlich kaufe. Wenn ich mich recht entsinne, stammt dieses aus Indonesien – wo ich allerdings nie war. Es ist aus Bronze. Den Pinienzweig brachte ich vom heutigen Spaziergang heim. Die Muschel habe ich irgendwo eingesammelt, weiß nicht mehr wo.

Ich begann die Zeichnung mit einem Pinienzapfen, dessen Fibonacci-Spirale mir Eindruck machte. Die Spirale misslang, da ich den Zapfen, um besser zu sehen, hin und her bewegte. Danach zeichnete ich das Figürchen.

Und dachte nach. Die Muschel? Der Zweig?

Recht schön, aber: Der Zapfen war nun entschieden zu schwer. Ich radierte ihn aus und versuchte es mit einer anderen Position.

Aber was war gewonnen? Der Zapfen störte weiterhin die Komposition, soviel ich auch mit Fotoshop herumexperimentierte. Schließlich sah ich ein: der Zapfen muss weg.

Hier nun das Ergebnis meiner Mühen.

Und hier meine Modelle im Foto, später aufgenommen.

Ich habe meine Freude an dieser Zeichnerei und werde weiter machen. Mal sehen, was sich entwickeln will.

 

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Mit spitzem Bleistift: Trockenpflanzen, Hermes und mexikanische Katze

Die Sonne kommt und geht, ein Wind treibt Wolken über den Himmel. Ich sitze mit meinem heute erstandenen Zeichenblock und neuen Bleistiften am Balkontisch und übe mich im Zeichnen. Zwei Trockenpflanzen – die eine diente mir schon einmal als Vorlage – machen den Anfang.

Dann aber bekomme ich Lust, das Blatt noch mehr zu füllen. Eine bunt bemalte mexikanische Katze aus Holz mit abgebrochenem Spitzohr, ein tönerner Hermes und noch zwei Pflänzchen fügen sich zu einer kleinen Komposition. Es macht Spaß, merke ich. Und das Essen im Backofen gart auch ohne mich.

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Frühlingsfreuden im Stadtwald (Montags ist Fototermin)

Unter den Mandelbäumen lagern an diesen Frühlingstagen fröhliche Menschen. Die Bäume haben vor vielen Jahren einen bösen Anschlag der Stadtverwaltung glücklich überstanden: sie wurden bis auf den Stumpf abgesägt und sollten ganz verschwinden, um einer Schnellstraße zu weichen. Der Verein zum Schutz des Stadtwaldes konnte es verhindern. Aus den Stümpfen wuchsen neue Mandelbäume. Sie überschütten uns mit ihren lieblichen Blüten, obgleich sie nun alt und krank sind, befallen von einer gelben Flechte.

Täglich unterziehe ich mich der erfreulichen Pflicht,  mit meinem Hund durch den Wald zu spazieren. Das tue ich nun schon viele Jahre, doch immer von Neuem betrachte ich entzückt die Baumgruppen (hier: Olive und Pinie), das frische Grün, das wechselnde Licht auf den dunklen Stämmen, schaue, was da vielleicht schon blüht, und manchmal mache ich auch ein paar Fotos. Der Schwanz eines verlorenen Drachen setzt flatternde Farbtupfer gegen den blauen Himmel.

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