Gefragt ist, ein Kleinst-Oeuvre aus höchstens zehn Sätzen zu fabrizieren mit den Wörtern schnurren, ekstatisch und Frühjahrsmüdigkeit, die vrojongliert diesmal gespendet hat. Die Einladung gestaltete wie immer lz. Danke, Christiane, für die liebevolle Betreuung dieser unserer literarischen Bemühungen.
Lehrers Klage
Sie sind wie die Hummeln
Die in Blüten sich tummeln
die summen und brummen
die schnurren und purren
und wäre ich taub,
den Blütenstaub
auf den schmucken Samtjäckchen,
den blumigen Röckchen,
den rosigen Bäckchen,
unter goldenen Löckchen,
die sähe ich doch.
Und was säh ich noch?
Die Füße die hüpfen ekstatisch im Tanz
Egal ob mit Liesl, mit Fritz oder Franz
Das geht so die Nacht durch, und wenn in der Früh
Die Mutter sie weckt, oh weh, besser nie!!
Dann geht rein gar nichts, die Äuglein verquollen
Die Lust am Lernen gründlich verschollen
Nur Gähnen und elende Dusseligkeit.
Das ist die sogenannte,
die allseits bekannte
die Frühjahrsmüdigkeit.
Ach wär ich, so sprach er, noch einmal so jung,
ich brächte die Kleinen schon wieder in Schwung.
