Sogar aus dem alten Teppich sprießt das Grün

Frau Wildgans, lese ich, liebt momentan alles was sprießt und blüht und nicht Design-Pflanze ist. Und Keloph sagt im Kommentar: „Genau, die grüne Wiese“.

Genau, die grüne Wiese. In meinem Garten. Überall. Und heute knallte auch die Sonne vom Himmel, nur an den Horizonten türmten sich weiße Wolkenberge. Ein recht starker Wind nahm jede Trübe aus der Atmosphäre mit. In meinem wuchernden Rosmarin-Salbei-Lavendel-Thymian-und-was-noch-alles-Urwald tummeln sich Bienen, Hummeln und was-noch-alles. Ich machte mich auf die Fotojagd – hoffnungsvoll, aber vergebens. Die Insekten sind zu flink für mich. Aber vielleicht entdeckst du ja doch die eine oder andere.

 

Das Grünzeug spießt aus allen Ritzen und Fugen der Plattenwege, und auch aus dem alten Teppich, den ich nach der Überschwemmung meines Ateliers rausgeschleppt und zusammengeklappt draußen liegen gelassen hatte. Zu schwer für mich. Möge die Natur übernehmen. Und sie übernahm.

 

 

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abc etüde: Was sich im Blumenladen „Zur Tulpe“ tat.

Noch eine hoffentlich kurzweilige Etüde zur Tulpenzwiebel. Danke dir, Christiane, für die Einladung, die Rundum-Betreuung und die gelungene Einladungskarte! Danke dir, Veronika, für die Wortspende.

 

Im Blumenladen „Die Tulpe“, Legearbeit als Schattentheater, 16-4-2019 (c) gerda kazakou

 

„Tulpenzwiebeln? ham wa nicht!“

Sprach die Lise. Das war glatt gelogen.

Nix wollte sie verkaufen diesem Wicht

Der ihr als Kind am langen Zopf gezogen.

Jetzt war sie zwar schon groß und ohne Zopf

Und war Verkäuferin im Blumenladen „Tulpe“,

Doch wütend war sie immer noch auf diesen Tropf

Der jetzt als Jüngling vor ihr stand, die blöde Nulpe!

Der Karl – so hieß er – lächelte verschmitzt und fragte höflich an:

„Was hast du denn, was ich der Martha schenken kann?

Sie steht auf Tulpen, notfalls tun es auch Narzissen,

Bring ich ihr welche, darf ich sie bestimmt auch küssen“.

„Narzissen ham wa nicht, und wenn die Martha will

Dann soll se selber kommen, du aber sei mal still!

Ich wollt, du lägst im Grab, um nie mehr aufzuerstehn

Und jetzt mach los, ich bitte dich zu gehn.“

Kurzweilig bist du, unbedingt, das biste, kleine Lise,

Bist immer noch die Wilde, wie damals auf der Wiese

Als ich dich an dem Zopf gezogen und du warst furios

Und schimpftest wie ein Rohrspatz, ach warst du kurios!

Drum lieb ich dich, mit Martha mach ich gerne Schluss!

Schick mich nicht weg,  komm her und gib mir einen Kuss.“

Da guckt die Lise! Und eine tiefe Röte färbte ihr Gesicht,

so rot sind Tulpen,  selbst die rötesten, beiweitem nicht.

War es aus Freude oder wars aus Wut?

Ich weiß es nicht, doch stehen tats ihr gut.

Im Blumenladen „Zur Tulpe“, Legearbeit mit Klee (c) gerda kazakou 16-4-2019

 

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Ergänzung zu Ping Pong 027: Grüner Mond und Nostradamus

Ulli hatte mir einen Ping mit den Worten geschickt: „Und ewig grün scheint der Mond“. Das konnte nur Dada sein oder …. Wissenschaft. Ich entschied mich fürs zweite. Da demonstriert ein Hochgelehrter seinen gelehrten Kollegen anhand von Mond-Bruchsteinen,  die er auf seinem Tisch als Beweismaterial ausgebreitet hat, dass der Mond grün ist. Die Kollegen beginnen, eifrig darüber zu diskutieren. Auf die Idee, mal hinauf zum Himmel zu schauen, kommen sie nicht.

Dort oben schippert vergnügt der Mondmann und lacht. Die Mondsichel glänzt in ungewissen Farben. Es mag wohl auch grün darunter sein….

Schon beim vorigen Ping Pong hatte ich es mit den Wissenschaftlern. Mit ihrer Selektivität. Mit ihrem Glauben an pars pro toto (einen Teil fürs Ganze nehmen). Wenn sie ein winziges Stückchen der Wirklichkeit in Händen halten, spielen sie sich auf, als hätten sie die Rätsel der Welt gelöst. Sie vergessen leicht, dass sie immer nur ein Bruchstück vor Augen haben, während ihnen das große Bild längst entschwunden ist.

Als ich mit dem Eintrag bis zu diesem Punkt gelangt war – sah ich in den Nachrichten furchtbare Bilder. Notre Dame in Flammen. Nun bin ich auf der Suche nach dem größeren Bild.

Mir fiel sofort Michel de Notre Dame ein, bekannt als Nostradamus, von den zwangschristianisierten Eltern auf den Namen des Erzengels Michael getauft. Die Großeltern hatten den Namen Notre Dame gewählt, um der Inquisition in Spanien zu entgehen. Ihnen drohte, wie allen Juden, der Scheiterhaufen. Das Feuer, das Menschen im Namen des Christentums verbrennt. Hüter des Originalmanuskriptes  der Apokalypse von Johannes soll der Großvater gewesen sein. Jetzt brennt das Symbol des christlichen Frankreich, am Montag der Osterwoche. Notre Dame – unsere Dame, Maria, Mutter Jesu. Ein Fanal? Hat der Namensträger darüber eine Prophezeiung gemacht? Gibt es darüber etwas in der Apokalypse zu lesen? Ich wüsste es gern, ohne zu wissen warum.

Leider denke ich jetzt gerade wie die gescholtenen Gelehrten. Ich habe ein Bruchstück Wirklichkeit in Händen und versuche, mir daraus die Welt zu erklären…. Schau hin, sage ich zu mir. Schau hin! Aber der Mond funkelt in ungewissen Farben und verschwindet hinter den Wolken….

 

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Ping Pong 027

ULLI AN GERDA → UND EWIG GRÜN SCHEINT DER MOND …

PONG 027 Gerda

… SPRACH DER GELEHRTE. DER MANN IM MOND AMÜSIERTE SICH PRÄCHTIG.

der Mond ist grün, … sprach der Gelehrte. Legearbeit. (c) gerda kazakou 15-4-2019

PING o28

GERDA AN ULLI → ALS SIE NOCH LEBTEN ….

Bleistiftzeichnungen von Versteinerungen. Hintergrund bearbeitet. (c) gerda kazakou 2017

WAS BISHER GESCHAH → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Im kleinen Kloster. Festliches Treffen für Eltern und Kinder mit Autismus.

Heute war ich erneut im „kleinen Kloster“, von dem ich gelegentlich erzählte (hier noch ohne den neuen Kirchenbau). Anlass war ein festliches Treffen von Eltern und Kindern mit Autismus. Es war ein Hoffnung gebender Impuls. Zwei wunderbare Frauen – Mütter von autistischen Kindern – haben soeben einen Verein für ganz Griechenland gegründet. Nach der vom Bischof Manis gemeinsam mit den Mönchen und einem sehr guten Psaltis zelebrierten Liturgie sammelten sich die Menschen, die zuvor dicht gedrängt in der neu erbauten Kirche gestanden hatten, im Vorhof und Garten. Eine Sängerin, ein Sprecher und ein Lyraspieler brachten herrliche Texte und liturgische Gesänge auf griechisch und arabisch zu Gehör.

Das heutige Treffen war bewegend und inspirierend. Neue Kontakte wurden geknüpft, alte aufgefrischt. Gemeinsame Aktionen wurden ins Auge gefasst. Wie manche wissen, unterstütze ich von Herzen die Arbeit eines Ausbildungsgartens und bin Mitbegründerin eines Trägers für die berufliche und gesellschaftliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung. Meine Rolle ist zwar äußerst bescheiden, doch für mich persönlich wichtig.

Ein paar Photos von Blumen und Skulpturen im Garten des Klosters mögen nun das Erzählen übernehmen. Die ersten sechs mit dem blauen Himmel sind von heute, die anderen von vorgestern abend, als ich schon einmal dort war, um den herrlichen Hymnen an Maria zu lauschen –  denn das ist das Schönste in der vorösterliche Zeit.

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Im Regen: Zistrosen; Oliven und mehr

Sie blühen jetzt überall, die lieblichen Zistrosen.

Es regnet viel.  Über den Bergen und über dem Meer hängt ständig Wolkendunst.

Schwarz vom Regen sind die Stämme der Olivenbäume.

Die Landschaft grünt und blüht. Weich und feucht ist die Luft,  geschwängert vom Saharasand. Der bringt neue Fruchtbarkeit.

In meinem Kräuter-Urwald tummeln sich Bienen und jede andere Art von Insekten. Ihr Natur-Fotografen hättet eure Freude dran. Ich erwischte immerhin einen halben Schmetterling beim Bergtee, einer Salbeiart.

Für den Garten habe ich zwei neue Bäumchen gekauft: ein Orangen- und ein Zitronenbäumchen. Nun muss ich sie noch einpflanzen. Mögen sie sich gut verwurzeln.

Zwei Frauen kamen zum gemeinsamen Zeichnen, aber dann wollten sie doch lieber jede ein Thema aufstellen, und danach reichte es gerade noch für einen gemeinsamen Spaziergang im dämmernden Abend. Gute Nacht.

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abc-etüde (philosophische Kata-Strophen)

Christianes Schreibeinladung zu Wörtern von Veronika haben mich zu ein paar philosophischen Kata-Strophen angeregt.

 

Tractatus morales

Heinz befühlt die Zwiebel und beschaut
Den Keim an der Spitze, die glatte Haut.
Das wird eine Tulpe, gewiss, doch welcher Art?
Wird sie rot sein und gelb, gefiedert und zart?
Er möchte es wissen, er holt sich ein Messer
Zerhackt die Tulpenzwiebel, dann sieht er es besser.
Zerhackt auch den Keim, doch das, was er sieht
Ist so anders als wenn eine Tulpe erblüht.

Das Ei, das er findet im Nest an der Küste
War das von der Möwe? wie gern er es wüsste!
Würde sie fliegen? Würde sie Nester bauen?
Er zerbricht das Ei, begierig, um nachzuschauen.
Doch was er da findet, ist keine Möwe im Sturm
Ist ein nacktes Wesen, ein armseliger Wurm.

Kurzweilig findet er solche Rätselfragen
An denen er rätselt an trüben Tagen.
Gelöst hat er freilich keine bis jetzt.
Hat nur so manches Leben verletzt.
Hinter all seinem Suchen versteckt sich, ganz klar
Die letzte Frage, die niemand zu lösen imstande war,
und die ihn umtreibt: Was ist nach dem Sterben?
Bist du dann tot auf Gedeih und Verderben?
Oder wirst du vielleicht noch einmal wiederkommen
Nachdem du eine neue Gestalt angenommen?

Was, wenn du auferstehst?
Was wenn du wieder gehst
Auf den alten Straßen
Den bekannten Gassen
Und niemand dich kennt
Und alles dich trennt
Denn körperlos
Ein Schatten bloß …
Was willst du denn hier
Was nutzt es denn dir?

Du bist zwar auferstanden
Doch hast du das Leben verstanden?

Und die Moral von der Geschicht?

Willst du die Wahrheit des Lebens erfassen

Musst du das Messer zu Hause lassen.

Legebild zu „Tractatus morales“ (c) gerda kazakou, 12-4-19

als Zugabe drei Bearbeitungen:

 

 

 

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PING PONG 025

PING 025

ULLI AN GERDA → WASSER IST DAS BLUT DER ERDE, ES …

 

PONG 025 GERDA

… (ES) KREIST, AUF DASS SIE FRUCHTBAR WERDE.

„….(es) kreist, auf dass sie fruchtbar werde“, Legearbeit (c) gerda kazakou, 11-4-19

 

PING 026

GERDA AN ULLI → AM BRÜCKENPFEILER LEBT SICHS GUT, WENN …

„Zwei am Brückenpfeiler“, Legebild (c) gerda kazakou, 11-4-19

„Zwei am Brückenpfeiler“, Legebild (Ausschnitt) (c) gerda kazakou, 11-4-19

 

WAS BISHER GESCHAH → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Ölbaum – meditativ im Morgenlicht (plus Bearbeitungen)

Heute morgen füllte ein zärtliches Licht den Garten. Ich setzte mich still auf die Gartenbank und zeichnete sehr ruhig das, was mir die Olive, die zwischen Bank und Mauer steht, zu sagen hatte. Auch eine alte Schubkarre, halb von hohem Gras bedeckt, und der Rand der Mauer wollten mit ins Bild.

Dann fotografierte ich die Zeichnung im Licht-Schatten der Olive, die ich eben gezeichnet hatte.

 

Für eine zweite Aufnahme trug ich das Skizzenbuch an eine möglichst sonnige Stelle. Wie man sieht: auch dort spielen leichte Schatten hinein.

Für ein drittes Foto legte ich den Block in den Schatten des Hauses und hellte es anschließend auf. Es ist ziemlich gleichmäßig ausgeleuchtet, aber auch hier gibt es hellere und dunklere Passagen.

Wieder wollte ich nun beobachten, wie sich die drei Fotos beim Bearbeiten verhalten.

Beim Licht-Schatten-Foto entstehen, wie nicht anders zu erwarten, die farbigsten und kontrastreichsten Varianten. Beim Sonnenlicht-Foto sind Kontraste und farbliche Variantionsbreite reduzierter und die Übergänge sanfter. Das dritte, im Schatten aufgenommene und daher recht gleichförmig ausgeleuchtete Foto kommt fast einfarbig blau heraus.

Hier zum Vergleich die drei Fotos, bei denen ich entweder nur die Farbe oder nur den Schwarz-Weiß-Kontrast auf gleiche Weise verstärkt habe.

Zum Abschluss noch ein paar Bearbeitungen ohne Zuordnung. Vielleicht macht es dir Spaß zu überlegen, welche Bearbeitung zu welcher Ausgangsfotografie gehört.

 

 

 

 

 

 

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Skizzieren im Olivenhain und bei Babis

Hier noch zwei sehr schnelle Skizzen, die unterwegs entstanden. Die erste Skizze zeigt den Tanz von Olivenbäumen, die zweite meinen Tisch bei Babis samt Teebecher und Kännchen und im Hintergrund leere Stühle und Tische und ein Holzzaun zum Meer. Wieder habe ich mit unterschiedlicher Verschattung fotografiert, um die Fotos anschließend zu bearbeiten.

Mich erinnern die tanzenden Olivenbäume an die Göttinnen in „Sie verehrten uns, sie verbrannten uns“, die ich vor vielen Jahren malte und kürzlich wieder zeigte.  https://gerdakazakou.com/2017/07/25/sie-verehrten-uns-sie-verbrannten-uns/

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