Frohe Auferstehung allen, die sie heute feiern!
Καλή Ανάσταση!
Heute sollte „gemeinsam Zeichnen“ sein, aber der Termin wurde wegen anderer Verpflichtungen ständiger Teilnehmerinnen auf morgen verschoben. Doch das wusste Elena nicht, und so stand sie vor der Tür. Was tun? Wir unterhielten uns ein bisschen, und sie zeigte Interesse an der Kunsttherapie, die ich bei Avi gelernt habe. Zwar habe ich seit langem nicht mehr damit praktiziert, aber für eine kleine Einführung reichte es.
Den Ablauf werde ich euch hier nicht im einzelnen darstellen, sondern nur das Endprodukt zeigen: E machte zunächst eine schwarz-weiße Zeichnung von Pferden – zwei in Kohle ausgeführte Pferde im Vordergrund und eine vorbeirennende Gruppe als schwarze und weiße Schemen im Hintergrund. Nach einer Phase der Analyse und einiger Übungen entschloss sie sich, einen Vorhang aus Farben darüber laufen zu lassen.
Die „Hausaufgabe“, die wir nach einer Besprechungsphase, in der ich ihr auch Billder von Franz Marx zeigte, fanden, lautet: Bring die Farben zu den Pferden. Sie will nun das Bild noch einmal auf Leinwand und in Farben malen.
Während sie zeichnete, zeichnete ich sie.
Heute trug ich einen Stuhl ins Nachbargrundstück, um bequemer zu zeichnen. Der ausgewählte stark zerklüftete Baum steht auf einer kleinen Erhöhung, die von einer alten Terrasse übrig geblieben ist, inmitten von blühenden Wildblumen und hohem Gras. Rechts weiter unten und links auf seiner Höhe werden andere Ölbäume sichtbar. Er hat eine weit ausladende Krone und freie Sicht hinüber zum Gebirge und hinab zum Meer.
Ich konzentrierte mich beim Zeichnen wie gewöhnlich auf den Stamm. Hier die Landschaft, in der er steht, der ganze Baum und der Stamm, als nachträglich angefertigte Fotos.
Heute waren wir in Kalamata und hatten einen Mittagsimbiss in einer Taverne namens „Thiassos“ – Theatertruppe, oder auch einfach „Unter den Platanen“ genannt, denn zwei gigantische Platanen überschatten den Vorplatz. Es wehte kalt von den Bergen, und die Leute verkrochen sich entweder in den geschlossenen Saal des Gasthauses oder setzten sich an die Tische nahe der Wand, die am wenigsten dem Wind ausgesetzt waren. So auch wir. Dadurch hatte ich leider mehr leere Tische und Stühle als Menschenszenen vor Augen. Dennoch machte ich ein paar Skizzen.
Die erste noch zaghaft mit Bleistift im fürs heimliche Zeichnen zu großen Block 25 x 35 cm.
Die zweite Zeichnung machte ich mit Kuli. Zu den Sitzenden trat ein Mann, der um Geld bat. Die hohen runden Dinger sind Heizgeräte, die aber nicht in Betrieb waren. Aufgenommen habe ich die Zeichnung zu Hause im Licht-Schatten einer Olive.
Bei der dritten Zeichnung habe ich Gruppen-Szenen frei mit Einzelköpfen kombiniert, ohne dabei die tatsächliche Anordnung im Raum zu berücksichtigen.
Hier noch die im Licht-Schatten fotografierten Zeichnungen 1 und 3, leicht bearbeitet.
Der dreizehnte Baum in dieser Serie ist ein Drillingbaum – oder genauer: Er hat sich in drei Teile auseinandergespalten und wächst nun als Drillingsbaum aus einer Wurzel. Ich zeichnete ihn heute um halb zehn, inmitten einer noch feuchten Frühlingswiese. In der Ferne der Berg, das Meer.
Viermal habe ich die Zeichnung fotografiert: im Schatten, im Sonnenlicht, in leichtem und stärkerem Licht-Schatten-Spiel einer Olive. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Als ich meine tägliche Olivenbaumzeichnung machte, zog mächtig ein Gewiter über den Bergen auf. Tito floh ins Haus. Ich aber beendete geruhsam die Zeichnung. Ich konnte sie sogar noch unter dem Olivenbaum fotografieren, allerdings schnitt ich ihr dabei versehentlich die Füße ab.
Nun noch zwei Bearbeitungen. Deine Assoziationen würden mich interessieren.
Vorgestern habe ich eine Palme fotografiert – stufenweise wollte ich ihre bemerkenswerte Gestalt gestern hier im Blog präsentieren – doch dann hatte anderes Vorrang. Aber der Gedanke „lag in der Luft“ und anscheinend nahm Jürgen Küster aka Buchalov die Witterung auf … jedenfalls zeigte er gestern: Palmen.
So viel Synchronizität muss gefeiert werden. Hier also eine Palme, beginnend an ihrem Fuß, wo die Mittagsblumen ihre Augen aufgemacht haben, aufsteigend an ihrem fein umsponnenen unteren Stamm, über die Bruchzone hinauf zu den kantig-harten Strukturen und den matt herabhängenden trockenen – endlich auch zu den sich weit entfaltenden Wedeln, die mit den weißen Wölkchen und der Meeresbrise spielen.
Heute war so ein heiteres Wetter, dass ich gleich früh hinauseilte, um Olivenbäume zu zeichnen. Denn danach hatte ich ein recht volles Programm. Also ging ich hinüber ins Nachbargrundstück, von dem aus man das Meer sieht, und suchte Olivenbäume aus. Drei Grazien standen in einer Reihe – mir kamen sie vor wie die Karyatiden vom Nike-Tempel der Akropolis. Nun, nicht aus Marmor, nicht so kunstvoll, aber gerade gewachsen und mit starkem Nacken.
ich nahm mir erst die nächststehende vor und zeichnete sie zusammen mit der zweiten. Dann nahm ich ein zweites Blatt und zeichnete nur die zweite.
Heute fotografierte ich auch wieder im schönen Flimmerlicht unter den Oliven. Auch die gestrige Zeichnung der „Walküre“ fotografierte ich erneut.
Für die, die Lust auf Bearbeitungen haben: hier sind einige. Selbstverständlich machen sie den Originalfotos keine Konkurrenz, sondern sind ein gesondertes Ausdrucksmittel.
Kaum bilden sich die ersten Rosenblüten, sind sie da, die Rosenkäfer. Einen grüngoldenen habe ich noch nicht gesehen, nur schwarze. Es gibt große wie dieser hier, und kleine, die sich in den Blüten einnisten. Oder haben die Eier dort überwintert und sie kommen ans Tageslicht, sobald die Blüten sich öffnen, um nun ihrerseits Eier abzulegen? Ich habe keine Ahnung.
Jedenfalls muss ich etwas unternehmen, damit sie nicht wieder, wie vor zwei Jahren, überhandnehmen. Damals habe ich sie einzeln herausgesammelt und weggetragen. Täglich. Hunderte. Jemand riet mir, es mit Spülmittel zu versuchen. Wer weiß Bescheid? Für einen guten Rat wäre ich dankbar. Denn sonst wird keine Blüte übrigbleiben.
Am Abend – es war schon recht kalt, aber noch hell genug – habe ich meinen neunten Olivenbaum gezeichnet. Fotografiert habe ich die Zeichnung im Garten. Viel Licht gab es da nicht mehr, also habe ich das Foto ein wenig künstlich aufgehellt.
Ein paar Bearbeitungen, durch die die Dramatik gesteigert wird, habe ich auch gemacht. Fast will mir scheinen, ich hätte es hier mit einer Walküre aus Wagners Oper zu tun…