Skizzieren am Segelhafen

Gestern aßen wir wieder am Segelhafen, allerdings unter einem Dach, denn der Sturm brachte kurze Regenschauer mit. Dennoch wollte ich ein wenig skizzieren und setzte mich draußen auf eine Bank am Hafen.

Die erste Zeichnung wurde ein wenig nass, die zweite blieb eine sehr schnelle Skizze, da es zu regnen begann. Ich fotografierte sie heute bei Wechselwetter im Garten, einmal im Schatten das zweite Mal im Licht-Schatten eines Baumes.  (bitte anklicken)

Natürlich reizte es mich zu sehen, was durch Bearbeiten daraus entstehen würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aufforderung zum Tanz (neues Legebild)

Heute wollte ich die neu eingegangenen Schnipsel von Ule mit denen von Ulli, Jürgen und Susanne verheiraten. Doch bevor ich das konnte, musste ich sie erst mal auseinandersortieren.

Ule Rolff – Ulli Gau – Jürgen Küster aka Buchalov – Susanne Haun

Als nächstes nahm ich von Susannes, Ullis und Ules Häufchen jeweils eine Handvoll und legte sie auf meine weiße Arbeits-Unterlage. Jürgens große dunkle Schnittabfälle sparte ich für heute aus.

Dann gings ans Legen, Ausprobieren, wieder Einsammeln. Langsam entwickelte sich eine Bild-Vorstellung, und die kam auch gleich in Reimen daher:

Wenn die Annette

auf dem Spinette

aufspielt zum Tanz

heben sich Beine

auch wenn er hat keine

Beine wie Hans.

Es tanzen die Töpfe, die Gabeln, der Hut

das Mohrenkind tanzt den Rhythmus sehr gut.

Niemand bleibt stehen

keiner kann gehen

denn diese Musike

zwingt selbst die Ulrike

die Beine zu heben

und dem Leben zu geben

was das Leben halt braucht:

dass die Leidenschaft raucht.

 

 

 

 

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Von der Ostsee zum Mittelmeer (Ules Schnipsel)

Ules Ostsee-Schnipsel haben sich ganz schnell akklimatisiert. Sie spielen mit Schaufeln am Strand und segeln auf den Wellen, sie werden zu Fischen und großblättrigem Baum. Wäre nicht das griechische Kirchlein auf dem Felsen – fast könnte man meinen, sie wären irgendwo da oben im Norden, am Ostseestrand. Aber nein, in der Mani sind sie! Und träumen vom Sommer, der noch nicht da ist. Draußen regnet es.

Sommer in der Mani, 10-4-2019. Legebild mit Ules Schnipseln (c) Gerda Kazakou

Übrigens benutzte ich jedesmal sämtliche Schnipsel und Schnipselchen. Die drei Bilder sind also aus demselben Material gemacht.

 

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Ein neues Spiel – ein neues Glück! Schnipsel von der Ostsee.

Heute sind neue Schnipsel angekommen, leichte, anmutige Ostseeschnipsel in Hellgrün und Hellblau, Dunkelbraun und ein wenig Gelbocker. Die Oberfäche ist fein strukturiert, die Pappe fest, und so ist es ein Vergnügen, sie anzufassen. Ich habe sie gleich ausgeschüttet und in eine gewisse Ordnung gebracht – wie immer,  wenn mir Schnipsel geschenkt werden.

Die erste, die mir Schnipsel aus eigener Werkstatt schickte, war Susanne Haun. Der zweite war Jürgen Küster alias Buchalov. Die dritte war Ulli Gau, sie brachte ihre Schnipsel persönlich vorbei. Und nun also als vierte Ule Rolff!

Mit den Schnipseln schickte mir Ule einen Abdruck des Foto und einen lieben Gruß. Wir sind beide in Schleswig-Holstein geboren, und uns beiden ist diese Landschaft ans Herz gewachsen. Danke, Ule!

Wie würden sich die Ostseeschnipsel in ihrer neuen Umgebung fühlen? Zweifelnd sah ich hinaus zu meinem Olivenbaum, der ganz schwarz vom Regen war, während ein kurzer Sonnenblick das Land dahinter überstrahlte.

Da begannen sich die Schnipsel zu hauchfeinen Luftgestalten zusammenzufügen, und noch unsicher, halb schwebend, halb fliegend, betraten sie den uralten Boden der Mani.

Und wie ich so schaute, bemerkte ich, dass sie sich zu einem Gesicht zusammenfügen wollten, mit Zöpfchen und Hütchen und erstaunt blickend in die neu-alte Welt und den Frühlingsglanz des Gartens.

 

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Blind gezeichnetes Selbst, Doppelportraits in Bearbeitung

Die gestern im leichten Licht-Schatten einer Olive fotografierten Zeichnungen habe ich bearbeitet. Ich gehe dabei vor wie andere, die sich an ein Klavier setzen und die einzelnen Tasten anschlagen, um sich mit dem Klang vertraut zu machen.

Beim Verstärken und Verschieben der Farben entdecke ich, dass das Hintergrundsgesicht bei Blau-Rot-Tönen stärker hervortritt, bei Gelb-Grün aber fast ausgelöscht wird.  Das hatte ich nicht erwartet, denn normalerweise weicht Blau in den Hintergrund zurück, Gelb aber drängt nach Vorne. Du kennst das in der Natur: die Berge „blauen“, das Gelb der Blüten springt dir ins Auge.

Bei den weiteren Versuchen hatte ich die Wahl, entweder das Doppelgesicht zu verstärken und zu dramatisieren oder das durchscheinende Gesicht zur mitlaufenden Hintergrunderscheinung abzuschwächen oder fast ganz verschwinden zu lassen.

Im folgenden Beispiel lasse ich einmal nur die vordere Skizze gelten, dann beide in dramatischem Lichtspiel und schließlich übergebe ich der hinteren die Leitfunktion, indem ich die vordere in ein helles Drahtgeflecht verwandle. Durch Verschieben der Farbskala (Modulieren) variiere ich den seelischen Ausdruck und den ästhetischen Eindruck weiter. Das also sind die Grundtöne und Doppelanschläge meiner Klaviatur.

Jetzt kann ich spielen und die Grundmelodie eines Gesichts variieren.  Ich schlage weiße und schwarze Tasten an, spiele die Tonleiter vorwärts und rückwärts, füge zu Durklängen Moll, Missklänge löse ich zu vorläufigen Harmonien auf…. Hier alle Wandlungsformen eines Gesichts, wie ich sie abgespeichert habe.

Selbstverständlich erfordert jedes Gesicht seine eigene Melodie, seine eigene Harmonik. Wenn es, wie im folgenden Beispiel, sehr verzerrt ist, drängt es mich, es zu harmonisieren. Hier suchte ich Heilung durch das Hintergrundsbild, das wie ein „Höheres Selbst“ das entstellte Vordergrundsbild durchleuchtet oder sich diesem als heiles Imago zugesellt.

 

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Montags ist Fototermin: Aprikosenblüte, Fresie, Asphodele und Wolfsmilch

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Montags ist Fototermin. Regentropfen

Täglich regnet es, und ich darf üben, vielleicht dass mir mit dem iphone auch mal ein schönes Tropfenbild gelingt. Und tatsächlich! Gar nicht so übel!

  

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Blinde Selbstportraits. Experimente mit Beleuchtung, ohne Bearbeitung

Heute habe ich mich im neu gekauften runden Tischspiegel selbst blind portraitiert. Das heißt: ich habe in den Spiegel geschaut und, ohne einen Bick auf Hand und Papier zu werfen, gezeichnet, was ich wahrnahm. Diese Skizzen habe ich in den Garten getragen und  der Reihe nach im halben Schatten eines Baumes abgelichtet. Heute ist trübes Wetter. Anstelle der sonst so lebhaften Farbschattierungen sind daher die durchscheinenden Skizzen in ein zartes Rosa-Violett getaucht. Danach habe ich die Skizzen noch einmal in meinen eigenen Schatten abgelichtet. Diese Fotos habe ich dann so stark aufgelichtet, dass nur die reine Linie zu sehen ist, wie ich sie gezeichnet habe.

Ich zeige zuerst die aufgehellten Fotos mit der reinen Linie.

Unter dem schattenden Baum fotografiert, scheint die jeweils nachfolgende Skizze durch. Ausnahme die letzte – da gibt es keine nachfolgende Skizze. Originalfotos ohne Bearbeitung. Zum Vergrößern anklicken.

Mir gefielen diese licht-violetten Schattierungen so gut, dass ich wenig Lust hatte, die Fotos zu bearbeiten. Dass ich es dann doch getan habe, steht auf einem anderen Blatt. Ich zeige die Bearbeitungen in einem anderen Eintrag, sobald ich damit durch bin.

 

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Blind portraitieren. Experimente mit Doppelgesichtern

Gestern habe ich, während ich Modell saß, meine Mitzeichnerinnen „blind“ portraitiert. Auf meinem Schoß hielt ich einen Block mit dünnem Papier, 21 x 28 cm, auf das ich, ohne auf Hand und Block zu schauen, schnell notierte, was ich von meinem Gegenüber wahrnehmen konnte. Auf diese Weise füllte ich rasch viele Blätter. Zu meiner Verwunderung zeigten sie bisweilen trotz  der Verzerrungen größere Ähnlichkeit mit meinen „Modellen“ als die sorgfältig und „sehend“ gezeichneten.

Ich fotografierte sie zweimal: heute im Freien, gestern bei Lampenlicht. Bei der gestrigen Serie scheint die jeweils darunter liegende Zeichnung durch. Heute habe ich, um das zu vermeiden, jeweils ein weißes Blatt untergelegt.

Zuerst die heutige Tageslicht-Serie.

Die gestrige Lampenlicht-Serie mit den durchscheinenden Zeichnungen forderte eine Bearbeitung geradezu heraus, um den zufälligen Effekt auf seine bildnerischen Eigenschaften hin zu untersuchen. Ich liebe bekanntlich das Experimentieren, bei dem ich Bewusstes und Zufälliges zu einer neuen Bildwirkung zusammenführe.

Der Varianten sind so viele, dass ich gezwungenermaßen eine Auswahl treffen muss. Doch welche? Nehmen wir zB die Skizze No 3, die, bereichert um die durchscheinende Skizze No.2, mit wenigen Kunstgriffen zu einem eindrucksvollen Charakterkopf wird.

Aber es hilft ja nichts, ich muss mich beschränken. Hier ein paar  Variationen, bei denen die unterliegende Zeichnung als farbige Linien oder in der SW-Fassung als Schattenmuster aufscheint (No. 4, No. 6, No. 1, No. 17):

Die folgenden acht Bearbeitungen sind von No. 18 abgeleitet, durch die No 17 hindurchscheint: Wer hat die Oberhand? In der ersten Reihe ist es die aktuellle Skizze No 18 – in der zweiten die durchscheinenden Skizze No 17 – in der dritten sind beide in etwas gleichberechtigt.

Faszinierende Doppelgesichter fand ich auch in anderen Fotos und betonte sie durch die Bearbeitung (No 9, No 2 und No 16). Bei No 2 scheint eine Maske zu zerbrechen und dahinter das „eigentliche“ Gesicht aufzuscheinen. Die dritte und vierte Reihe zeigen Varianten der Skizze No. 16 – einmal die „Maske“ mit der Brille, dann das Gesicht dahinter.

 

 

 

 

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Gemeinsam zeichnen 14

Wir haben gestern zu dritt und später zu viert zusammengesessen und uns gezeichnet, soweit die Sorge um Tito das zuließ. Die meiste Zeit saß ich selbst Modell. Um mich abzulenken, zeichnete ich gleichzeitig ein „ordentliches“ Portrait von Poppy, doch bewegte ich mich dabei zu sehr.

Also ging ich dazu über, sehr schnelle „blinde“ Portraits von Magda und Poppy zu machen. „Blind“ bedeutet hier, dass ich mein Gegenüber unbewegt ansehe und nicht schaue, was meine Zeichenhand auf dem Blatt Papier treibt. (Da es sehr viele Skizzen sind, mit denen ich auch wieder experimentiere, mache ich dazu einen eigenen Eintrag.)

Magda zeichnete zwei ausdrucksstarke Portraits von mir (nein, ähnlich im herkömmlichen Sinne sind sie nicht) und den Olivenbaum vor dem Atelier, der für sie sehr wichtig geworden ist, da er einen Aspekt ihrer Lebenswirklichkeit symbolisch darstellt.

Poppy zeichnete zweimal mich, einmal Magda und dann auch den Baum. Sie kommt von der Ikonenmalerei her und müht sich sehr, die schematische Darstelllung durch Beobachtung zu beleben. Im ersten Portrait von mir ist es ihr gelungen, finde ich.

Nena kam spät, im Herzen einen großem Zorn über den plötzlichen Tod eines geliebten Onkels. Der hat sich bei einer Untersuchung im Krankenhaus ein Bakterium eingefangen, das die Atemwege blockiert. Es gibt keine Antibiotika dagegen. Von demselben Bakterium sind aus dem mir hier bekannten Menschenkreis die Mutter des einen und der Vater einer anderen dahingerafft worden. Trotz ihrer Verfassung zeichnete Nena mit großer Konzentration Magda. Ich finde, das Portrait hat Potential, das ich durch mein Bearbeiten ein wenig unterstreichen möchte.

Ich selbst machte zwei Portraitzeichnungen, eine von Poppy, während sie mich zeichnete, später noch eine von Magda, aber da war  ich schon nicht mehr recht bei der Sache. Kurz darauf brachen wir zur Hundesuche auf. Vom Poppy-Portrait machte ich versuchshalber auch zwei farbige Varianten.

 

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