abc-etüde: Rosalis Nachtgesang

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Noch eine abc-Etüde gefällig? Ludwig Zeitlers, des Etüdenerfinders, Wort- und Bildspende hat mich noch einmal zum Reimen animiert. Diesmal verbinde ich es mit meinen Schilfwurzelwesen, die von Ulli und Babsi so herrlich benamst…

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Ausblenden und Einblenden (2). Blick nach Süden. (Skizzen und Bearbeitungen)

Wieder auf der Turmterrasse sitzend, diesmal nach Süden blickend, habe ich skizziert, was sich da zeigte. Die Entscheidung fiel mir etwas schwer, denn in der Richtung gibt es vor allem Bäume von oben gesehen, und jede Baumkrone hat unendlich viele Blätter, die ich natürlich nicht alle zeichnen kann. Ein Teil der Sicht wird zudem durch das Laub des Aprikosenbaums bestimmt, was noch mehr Blätter bedeutet. Und dann die Natursteinmauer….

Aber kneifen gilt nicht. Der hohe Strommast aus einem Zypressenstamm gab mir einen senkrechten Akzent. Ein kleiner Strommast ganz links, durch eine schräg übers ganze Bild laufende Leitung mit dem großen rechts zusammengespannt, hält die Balance. Ein blattloser Zweig der Aprikose im Zentrum, die dicken Ästen der Olive rechts und die dunklenen Bäume der Küstenlinie in der Ferne ranken sich mit ihrem natürlichen Zickzack-Verlauf  um das Achsenkreuz von  Lichtmasten und Horizontlinie.

Die Skizze enthält also ein „gemischtes Programm“ von Natur und Technik, wobei „Natur“ überwiegt, zumal der dominante Lichtmast als Baumstamm zu erkennen ist. Weitere technische Elemente wie das begrenzende Balkongitter und einen Draht, der als Wäscheleine dient, habe ich zunächst ausgeblendet.

Wie die Skizze wohl mit diesen in der Realität vorhandenen Elementen aussähe? Nun, so:

Noch einmal die beiden Varianten nebeneinander zum einfacheren Vergleichen:

Beim Bearbeiten der ersten Fassung vereinheitlichte ich die unterschiedlichen Formen weiter, entweder, indem ich die Technik wie Natur oder die Natur wie Technik behandelte.

 

Bei der zweiten Fassung wollte ich die Spannung zwischen den Elementen sogar noch steigern.

 

Die extremste Lösung ist,  die Naturelemente möglichst ganz auszublenden und nur die technischen gelten zu lassen. Hier verschwindet die ursprünglich noch als Natur interpretierte Landschaft zugunsten der rein technischen Konstruktion.

 

 

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Ausblenden oder einblenden? Blick von der Turmterrasse (Skizze 2019-07-28)

Sehr oft, wenn ich spazieren gehe, blende ich aus, was mich stört. Überall gibt es solche Störungen – der Fotograf weiß ein Lied davon zu singen. In Griechenland ist es meist der Müll, aber auch die Willlkürbauten zerstören oft die Harmonie der Landschaft.

Nun aber habe ich seit einiger Zeit den Drang, alles abzubilden, was sich mir in einem Realitäsausschnitt darbietet. Es begann im vergangenen Sommer mit Fotos zum Stichwort „Natur und Technik“ (zB hier oder hier). Anstatt Störendes auszublenden, anerkannte ich es als Bestandteil unserer Menschenwelt und erforschte die unterschiedliche Formensprache von Natur und Technik. Bei den Zeichnungen der letzten Zeit verzichtete ich absichtlich auf jedes Arrangement und bildete die Welt ab, wie sie sich mir „zufällig“ darbot.

Heute setzte ich mich auf die Turmterrasse, um den Blick von oben übers Olivenland und Meer zu zeichnen. Im ersten Anlauf beschränkte ich mich auf das, was einem solchen Motiv frommt, und blendete aus, was normalerweise als störendes Beiwerk angesehen wird und was auch Fotografen möglichst nicht im Bild haben möchten. Immerhin blieb ich bei der Wirklichkeit, zeichnete nicht nur Zypressen, sondern auch Strommasten und im Vordergrund eine Terrasse mit Sonnenkollektoren sowie einen Handwerker, der die Terrasse weißt.

Bei den Bearbeitungen ließ ich die technischen Formen wie Häuser und Masten aufgehen in den bewegten Naturformen von Oliven und Meer.  Ein „klassisches Motiv“ wurde zum abstrakten Formenspiel.

Dann aber überzeichnete ich die Skizze mit dem, was sich tatsächlich im Vordergrund befand und was ich ausgeblendet hatte: Balkongitter, Treppe, eine hohe Drahtrolle, mt der wir nachts den Eingang versperren.

Wenn du magst, vergleichst du diese beiden Versionen: ausgeblendeter und eingeblendeter Vordergrund.

Und welche Lösungen fand ich beim Bearbeiten? Der Weg führte mich von der realistischen über die technische Zeichnung zur „gefärdeten Idylle“.

 

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Fußtheater fortgesetzt (Sofaskizze und Bearbeitungen 2019-ß7-27)

Nach der Siesta sah ich Richtung Fenster, das einen deutlichen Kontrast gegen das dämmrige Zimmer bildete. Das gefiel mir. Meine von einem anderen Fenster ein wenig erhellten Füße bildeten den erwünschten Vordergrund. Fußtheater, dachte ich und wackelte mit den Zehen.

Den LiebhaberInnen der Bearbeitungen will ich gerne einige zeigen:

 

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In der Taverne (Skizze und Bearbeitungen 2019-07-27)

Heute mittag kam Besuch. Während ich in der Taverne auf die anderen wartete, bestellte ich mir ein kühles Bier und skizzierte den Raum – einen mit Schilf überdachten Hof, der an den Hauptraum angeschlossen ist. Dann kamen die anderen und ich zeichnete den einen Besucher rechts in den Raum hinein. Zu Hause fotografierte ich die Skizze und überarbeitete das Foto, um den angedeuteten Kontrast zwischen der Person und dem Raum zu nutzen oder zu überbrücken.

Mann am Tisch im Gasthof (Skizze 2019-07-27)

Danke, B und B für euren Besuch, ich habe mich sehr gefreut, euch kennenzulernen! Eine gute Zeit wünsche ich euch noch in Griechenland!

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3 x Füße (drei Zeichnungen und Bearbeitungen)

Nach 350 km Autofahrt von Athen in die Mani muss ich die Füße hochlagern. Warum sie nicht auch zeichnen, zusammen mit dem, was sie umgibt? Laken, Teppich, Sofa, kariertes Tuch. So eingebettet, werden sie zu Wegweisern in eine größere imaginierte Landschaft. Zum Vergrößern anklicken.

 

Ich weiß, ich weiß, die Zeichnungen „brauchen“ keine Bearbeitungen. Aber es macht mir nun mal Spaß, und ich finde tatsächlich, dass manche Bearbeitungen die Augen auch fürs Original öffnen. Oder neue Wege zeigen für Bilder, die ich noch nicht gemalt habe. Oder einfach für sich selbst sprechen.  Hier je vier Bearbeitungen der Fußbilder 1 und 2.

Fußbild 1 in vier Varianten

 

Fußbild 2 in vier Varianten

 

 

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Bei schwindendem Licht (Zeichnung des leeren Balkons mit Eulenkissen, 2019-07-25)

Der leere vordere Balkon ohne schmückendes Stillleben auf dem Tisch – ist das ein lohnendes Motiv? dazu auch noch bei schwindendem Licht, denn die Sonne war bereits untergegangen und die Straßenlampe erhellte nur vage den Balkon und die Zeichnung.

Ich sagte: leerer Balkon. Aber was ist schon leer? Da ist ja der runde Tisch, darauf der vergessene Blumenteller, ein Schälchen für Raucher und zwei Stifte, der weiße Plastikstuhl mit dem Eulenkissen, allerlei Töpfe und Kübel mit kümmerlichen Pflanzen, eine Menge Gitter verschiedener Art, die Balkontüren …Die Welt ist angefüllt, Leere gibt es nicht. Und doch: fast scheint es, als fürchte sich die Eule auf dem leeren nächtlichen Balkon.

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Wie wäre es, diesen Eindruck durch entsprechende Ausleuchtung der Zeichnung beim Fotografieren (erste Reihe) und durch Verstärkung der Kontraste (zweite Reihe) zu betonen? Wo fühlt sich die Eule besser?

 

Keine Angst! Ich lasse die Eule nicht die ganze Nacht dort sitzen und sich fürchten…..

 

 

 

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Waldbrand im Westen

Es brannte gestern in der Gegend von Elefsina (Eleusis) an mehreren Stellen zugleich. Doch das Feuer konnte weitgehend eingedämmt werden. Am Himmel hatten sich abenteuerliche Formen und Farben gesammelt – das rötliche Braun der Pinienwälder, wenn sie in Flammen aufgehen, mischte sich großräumig mit fluserigen Wolken, die auf- und abziehen, ohne Regen zu produzieren.
Fotografieren konnte ich den Himmel erst, als das Lichtspiel fast beendet war. Was mich in dem Fall nicht traurig machte. Die Fotos sind gegen 18.30 Uhr im Syngrouwald entstanden.

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Eine Sonnenanbeterin kämpft mit ihrem Schatten

Auf meiner rötlichen Balkonwand sah ich gestern Nacht ein merkwürdiges Gewusel von Formen. Näher tretend erkannte ich: es war eine Gottesanbeterin, die – o Schreck! – von ihrem Schatten irritiert war. Jedenfalls schien es mir so.

Eine Sonnenanbeterin, dachte ich. Pharaomantis, wie eine Schreckenart genannt wird, ist in Ägypten beheimatet, dem Land, in dem der Höchste Gott zu Echnatons Zeiten im Symbol der Sonne angebetet wurde. Nun also die Balkonlampe.

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Willkür und Zufall: Stillleben „mit der Eulenmaske“ (Zeichnung und Bearbeitungen 2019-07-24)

Heute am späten Nachmittag – Wolken bedeckten den Himmel – holte ich mir ein paar Dinge auf den vorderen Balkon: eine Eulenmaske aus Keramik, eine gelbe mundgeblasene Vase mit dunkleren Einschlüssen, eine große Kristallvase. Die stellte ich „irgendwie“ auf die runde verwitterte Tischplatte zu dem Untersetzer eines Blumentopfes, meiner Eulentasse und einem Wasserglas, die sich bereits dort befanden.

Ich zeichnete dann alles, was vor mir war, also die zufälligen Dinge genauso wie die bewusst herangebrachten. Ein „gemischtes Programm“ aus Willkür und Zufall.

„mit der Eulenmaske“, Zeichnung 2019-07-24

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, mit Buntstiften zu zeichnen, aber dann zog es mich doch wieder zu meinen schwarzen Kulis. Farbig wurden schließlich wieder nur die Bearbeitungen.

… und als Relief:

 

 

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