Wieder auf der Turmterrasse sitzend, diesmal nach Süden blickend, habe ich skizziert, was sich da zeigte. Die Entscheidung fiel mir etwas schwer, denn in der Richtung gibt es vor allem Bäume von oben gesehen, und jede Baumkrone hat unendlich viele Blätter, die ich natürlich nicht alle zeichnen kann. Ein Teil der Sicht wird zudem durch das Laub des Aprikosenbaums bestimmt, was noch mehr Blätter bedeutet. Und dann die Natursteinmauer….
Aber kneifen gilt nicht. Der hohe Strommast aus einem Zypressenstamm gab mir einen senkrechten Akzent. Ein kleiner Strommast ganz links, durch eine schräg übers ganze Bild laufende Leitung mit dem großen rechts zusammengespannt, hält die Balance. Ein blattloser Zweig der Aprikose im Zentrum, die dicken Ästen der Olive rechts und die dunklenen Bäume der Küstenlinie in der Ferne ranken sich mit ihrem natürlichen Zickzack-Verlauf um das Achsenkreuz von Lichtmasten und Horizontlinie.
Die Skizze enthält also ein „gemischtes Programm“ von Natur und Technik, wobei „Natur“ überwiegt, zumal der dominante Lichtmast als Baumstamm zu erkennen ist. Weitere technische Elemente wie das begrenzende Balkongitter und einen Draht, der als Wäscheleine dient, habe ich zunächst ausgeblendet.
Wie die Skizze wohl mit diesen in der Realität vorhandenen Elementen aussähe? Nun, so:

Noch einmal die beiden Varianten nebeneinander zum einfacheren Vergleichen:
Beim Bearbeiten der ersten Fassung vereinheitlichte ich die unterschiedlichen Formen weiter, entweder, indem ich die Technik wie Natur oder die Natur wie Technik behandelte.
Bei der zweiten Fassung wollte ich die Spannung zwischen den Elementen sogar noch steigern.
Die extremste Lösung ist, die Naturelemente möglichst ganz auszublenden und nur die technischen gelten zu lassen. Hier verschwindet die ursprünglich noch als Natur interpretierte Landschaft zugunsten der rein technischen Konstruktion.
