Eine Sonnenanbeterin kämpft mit ihrem Schatten

Auf meiner rötlichen Balkonwand sah ich gestern Nacht ein merkwürdiges Gewusel von Formen. Näher tretend erkannte ich: es war eine Gottesanbeterin, die – o Schreck! – von ihrem Schatten irritiert war. Jedenfalls schien es mir so.

Eine Sonnenanbeterin, dachte ich. Pharaomantis, wie eine Schreckenart genannt wird, ist in Ägypten beheimatet, dem Land, in dem der Höchste Gott zu Echnatons Zeiten im Symbol der Sonne angebetet wurde. Nun also die Balkonlampe.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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25 Antworten zu Eine Sonnenanbeterin kämpft mit ihrem Schatten

  1. finbarsgift schreibt:

    Faszinierend! 👍

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  2. felsenquell schreibt:

    Was für eine tolle Entdeckung, feine Fotos. Kämpfen wir nicht auch so mit unserem Schatten?

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  3. Random Randomsen schreibt:

    Klasse Bilder. 🙂
    Vielleicht hat sie sich in diese liebreizende Schattengestalt verliebt und macht ihr einen Heiratsantrag. Zumindest das erste Bild scheint diese Vermutung zu bestätigen… 😉

    Gefällt 3 Personen

  4. Ulli schreibt:

    Feine Aufnahmen, gerade wegen der Unschärfe des Objektes selbst…

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  5. pflanzwas schreibt:

    Toll eingefangen, das skurrile Schattenspiel!

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ich habe in natura noch keine Gottesanbeterin gesehen, liebe Gerda.
    Sollte sie wirklich versucht haben, sich mit ihrem Schatten zu vermählen, muß sie mehr als enttäuscht gewesen sein, daß es einfach nicht klappen wollte … Das ame Ding

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  7. gerda kazakou schreibt:

    da bin ich mir nicht so sicher, liebe Bruni. Schattenprojektionen aufzulösen, gehört zum schwierigsten. Die meisten Menschen wissen nicht mal, dass sie einen Schatten haben, und dann zu erkennen, dass das Böse im andern nur eine Projektion des Eigenen ist, das ist verdammt schwierig. …..

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ich lese im Moment von einem, der einen Schatten jagt, ein Schatten, der böse ist und formlos. Doch er sieht im ähnlich, als sei er sein Doppelgänger…, dann, wenn er Gestalt annimmt.
    Die Schatten in uns, mir leider nicht fremd, liebe Gerda.

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    • gerda kazakou schreibt:

      wenn du ihn kennst, bist du schon ein Stück weiter…. Wie die wirklichen Schatten sieht man ihn, wenn er sich über Dinge und Menschen schiebt, die außerhalb von einem liegen. Dann ist man wie die Gottesanbeterin der Meinung, man müsse ihn wie einen Feind bekämpfen

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        So in etwa ist es hier. Zuerst vermutete ich es, aber nun bin ich sicher.
        Die Schatten über anderen sieht man besser, man fühlt sie, spürt ihre Anwesenheit.
        Die Schatten, die über Gruppen liegen sind fürchterlich, heizen sich gegenseitig auf
        und stacheln sich zu hasserfüllten Tiraden an. ..

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    • gerda kazakou schreibt:

      In Gruppen und politischen Debatten ist es mit dem Schattentheater wirklich recht schrecklich.

      Gefällt 1 Person

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