Willkür und Zufall: Stillleben „mit der Eulenmaske“ (Zeichnung und Bearbeitungen 2019-07-24)

Heute am späten Nachmittag – Wolken bedeckten den Himmel – holte ich mir ein paar Dinge auf den vorderen Balkon: eine Eulenmaske aus Keramik, eine gelbe mundgeblasene Vase mit dunkleren Einschlüssen, eine große Kristallvase. Die stellte ich „irgendwie“ auf die runde verwitterte Tischplatte zu dem Untersetzer eines Blumentopfes, meiner Eulentasse und einem Wasserglas, die sich bereits dort befanden.

Ich zeichnete dann alles, was vor mir war, also die zufälligen Dinge genauso wie die bewusst herangebrachten. Ein „gemischtes Programm“ aus Willkür und Zufall.

„mit der Eulenmaske“, Zeichnung 2019-07-24

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, mit Buntstiften zu zeichnen, aber dann zog es mich doch wieder zu meinen schwarzen Kulis. Farbig wurden schließlich wieder nur die Bearbeitungen.

… und als Relief:

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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23 Antworten zu Willkür und Zufall: Stillleben „mit der Eulenmaske“ (Zeichnung und Bearbeitungen 2019-07-24)

  1. tontoeppe schreibt:

    Ganz schön eulig, liebe Gerda! Mir gefallen die Bearbeitungen allesamt sehr gut, bei dem ‚Relief‘ bin ich überrascht, wie geheimnisvoll und undurchsichtig das Motiv geworden ist. Liebe Grüße, Birgit

    Gefällt 2 Personen

  2. Christiane schreibt:

    Ich finde es erstaunlich, wie sehr die Eulenaugen (für mich) das Bild dominieren. Spannend.
    Liebe Grüße, schönen Abend
    Christiane

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  3. wechselweib schreibt:

    Tolle Idee. Mir gefällt hier die Zeichnung am besten. Auf die Entfernung sieht es so aus, als würde die Eule die Tasse im Arm/Flügel halten.

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  4. Katrin - musikhai schreibt:

    Wieso NUR die Bearbeitung? Ich mag deine Bearbeitungen am Computer immer sehr. Warum soll die Künstlerin sich nicht der Mittel des 21. Jhd. bedienen?😉

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  5. afrikafrau schreibt:

    ja diese Eulenaugen blicken etwas streng auf die arrangierten und zufälligen Utensilien hier

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  6. kopfundgestalt schreibt:

    Das Original ist wie fast immer das Anziehenste!

    Gefällt 1 Person

  7. wildgans schreibt:

    Sehr fein wieder mal. Aber nur das allererste Bild.
    Wie gesagt: Geschmackssache.
    Nachtgruß von Sonja

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  8. Karin schreibt:

    Ein Künstler darf alles mit seinen Schöpfungen tun und die Mittel verwenden, die ihm genehm sind; es sind ja nicht nur Spielereien, ist immer ein neuer Schöpfungsprozeß.
    Als Betrachter kann ich ganz subjektiv auswählen und das ist bei mir fast immer Deine allererste Zeichnung. Vom Relief bin ich auch überrascht.
    Lieber Kretahitzegruß vom Dach, Karin

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  9. Ule Rolff schreibt:

    Ich finde in der Zeichnung viele unserer „Gesprächsthemen“ der letzten Zeit wieder: Vorder- und Hintergrund, die Lenkung des Blicks durch die Psyche (und durch die Künstlerin, die darum weiß?), Kontingenz.
    Der Becher ist der Vermittler für mich zwischen der Welt der Eulen (des Undurchdringlichen) und der Welt der Gefäße (des Durchschaubaren).

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, liebe Ule. Das Kontingenz-Thema war mir beim Zeichnen präsent, daher auch der Titel (Zufall-Willkür). Zweiteilung des Bildes in „vor dem Gitter“ und „hinter dem Gitter“ auch, dazu die Schrägführung des Gitters, durch die ein Dreieck „Hintergrund“ ausgeschnitten wurde. Das Eulenmotiv? Es ist doppelt: vorne die vertrauenerweckende kleine Eule auf dem Becher, dahinter die rätselhafte Eulenmaske. Die Maske hat ist durchlässig, hat Augenlöcher, man schaut hindurch auf den Tisch (weiß) und das Gitter (schwarz). Links davon geht die Rundung des Tisches weiter, ich habe dort eine Art Bruchzone zwischen vorne und hinten gezeichnet. Die hohe Vase mit ihren dunklen Verspiegelungen vermittelt ebenfalls zwischen hier und dort: sie steht hell auf dem Tisch, aber spiegelt das dunkle Dahinter.
      Natürlich lassen sich auch die anderen Dinge im Rahmen des Bildaufbaus symbolisch deuten, aber ich meine, das muss nicht ausdrücklich geschehen. Es wirkt auf den Betrachter, ohne dass man es benennt.
      Liebe Grüße dir, und nochmal Danke! Gerda

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    • gerda kazakou schreibt:

      Dennoch, ich mag halt diese Unterhaltung auf der Metaebene. Und du auch. Und Lynn. …

      Gefällt 2 Personen

  10. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Harmonie, durch Zufall und Willkür erreicht, liebe Gerda.
    Fein gelungen, in Deiner Anordnung und dem balkonigen Hntergrund, der wohltuend abrundet. Doch hinter dem sehr präsenten Hintergrund den leichten feinen, der kaum auffällt, doch die Lücke füllt, die es sonst auf der rechten Seite hätte geben können.
    Die Eulenaugen der Maske lassen kaum los und Deine Perfektion ist so perfekt, daß es eine Wonne ist, diese Zeichnung aus Zufall und Willkür immer wieder zu betrachten und aufs Neue zu besehen.

    Gefällt 1 Person

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