Es gibt so Tage. Seit vorgestern Nacht geben sich bei uns Teufelchen und Schutzgeister ein Stelldichein, wobei dies und das zu Bruch geht, aber am Ende nichts wirklich Schlimmes passiert.
Ausfall des Stroms auf der Turmterrasse, Bruchlandung des Tabletts mit den Abendessensresten, Sturz über die eigenen Füße, Riss im Glas vom iphone, entlaufener Hund, miserabler Schlaf, die neuen Zeichenstifte taugen nichts, Einbrecher im Haus. Eine hübsche Bilanz.
Bevor wir heute in die Stadt fuhren, um u.a. das iphone zur Reparatur zu bringen, dessen Glas bei meinem Sturz einen Riss bekommen hatte, und den Hund, der am Morgen gut gelaunt präsentierte, ins Haus sperrten, denn um ihn mitzunehmen, war es zu heiß, bat ich meinen Mann, die Vorlegeschlösser an unseren festen Eisengitter anzubringen, mit denen wir das Haus sichern, seit uns zweimal ungebetener Besuch beehrte und Computer und Kamera mitgehen ließ.
Als wir heimkamen, sprang uns der Hund fröhlich entgegen. Nanu? Wie war er denn aus dem Haus gelangt? Nun, ganz einfach: Einbrecher hatten das Vorlegeschloss an der hinteren Tür aufgebrochen, die Tür ebenfalls, den Hund begrüßt (vermutlich begrüßte auch der Hund die Einbrecher, denn er freut sich immer über Besuch), sämtliche Schubladen auf den Boden entleert, dito mit dem Koffer, dem Kleiderschrank und sonstigen Kistchen und Kästchen verfahren – es war ein rechtes Kuddelmuddel, was sich unseren Augen darbot. Doch die Bücher standen brav im Regal (hatten diese jungen Leute etwa Respekt vor Gedrucktem?), die Computer waren da, auch mein altes iphone, unser Radio… Nichts hatten sie mitgehen lassen. Geld suchten sie, die Dummköpfe, als ob wir im Zeitalter des Plastikkgelds Bares unter den Matratzen hüten würden. Aber so denken sie – falls sie überhaupt denken. Mein altes Portemonnaie war leer – wie mir scheint, war es auch leer gewesen, bevor sie es fanden – , aber die Kreditkarte steckte.
Mit dem alten iphone konnte ich, nachdem ich es endlich aufgeladen hatte, zwar nicht mehr das Tohuwabohu fotografieren, denn das hatten wir inzwischen beseitigt, wohl aber meine heutige krakelige Zeichnung. Ich hab sie wieder in der Taverne am Segelhafen gemacht. Wir saßen diesmal ein wenig eingequetscht am Rande, denn die meisten Tische waren uns zu sonnig oder zu windig. Meine soeben erstandenen Kulis enttäuschten mich, die Farbe floss ungleichmäßig oder gar nicht, ich wechselte sie ständig aus. Das Bild wirkt daher ein wenig zerhackt und nervös, aber ich zeige es trotzdem. Eine ungewöhnliche Perspektive mit Lattenzaun, Strohmatten, Segelmasten, diversen Bäumen und Büschen, Stühlen, Sonnendach und vor allem zwei Laternen mit je zwei runden Lampen bestückt.

Mit den Bearbeitungen kann ich vielleicht die Gedanken, die mir beim Zeichnen kamen, noch besser veranschaulichen.