Zaubertricks mit Schnur, Stift und nächtlichen Besuchern (Zeichnungen, 1.-2.9.2019)

Die Nacht war schön auf der Turmterrasse. Erst betrachtete ich den feinen Sichelmond, bis er im Dunst des geröteten Himmels verschwand, dann machte ich Licht. Eine Schnur, an der sonst die Lampe hängt, fiel mir runter. Aha! Sie würde mein nächstes Modell sein.

Doch einmal ist keinmal. Also noch eine Zeichnung, diesmal vom Ende der Schnur, wo sich die drei Plastikfäden teilten. Ich hielt sie vor die weiße Fläche des Zeichenblocks.

Inzwischen hatten sich etliche nächtliche Besucher eingefunden: der ulkig-gravitätische Grüne, die schnalbrüstige Braune, die gesprengelte Dreieckige. Die krabbelten und flogen um und über die hellen Flächen. Warum sie nicht auch zeichnen? Diesmal gerieten meine beiden Hände aufs Blatt, abwechselnd den einen und den anderen Stift haltend.

Die Besucher von Nahem betrachtet:

Drei habe ich für die Insektenkundler unter euch auch fotografiert.

Unter Ausnutzung der Farbigkeit der Fotos, die ich unter Lampenlicht machte, habe ich ein paar Varianten erstellt.

 

 

 

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Alltag 11: Schattensuche (Abschied vom August)

Den Abschied vom August möchte ich zugleich für Ullis Alltags-Projekt nutzen. Alltag im August bedeutet: Schattensuche, hinter Schleiern, Tüchern, Netzen, Jalousien oder im schattigen Haus zu leben. Nicht immer, nicht allezeit, natürlich. Morgens und abends traut man sich hinaus ins Licht, in die langsam nachlassende Hitze.

Angeregt auch durch Ullis Transparenz-Bilder habe ich in diesem August verschiedentlich Fotos von schattigen Rückzugsräumen gemacht. Einige habe ich nun in einer Foto-Collage zusammengefasst. (Anklicken = Vergrößern)

 

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Hand, Buch, Gläser und eine Pflaume (Zeichnungen, nachts 2019-08-31 auf 09-01)

Heute Nacht wollte der Schlaf nicht kommen. Ich dachte an die Nacht vor 80 Jahren, als die Panzerkolonnen über die polnische Grenze rollten und es aus den Volksempfängern triumphierend dröhnte: „Ab heute wird zurückgeschossen“. Die Schlächterei, die fast sechs Jahre währte und 2. Weltkrieg genannt wurde, hatte begonnen. Es war ein schöner blauer erster September, grad so wie heute.

Was ist das beste Rezept gegen Grübeln? Zeichnen. Und so zeichnete ich: Gläser, Hände, auch ein Buch, eine Pflaume. Das Lampenlicht warf starke Schatten. Ich fotografierte die Zeichnungen gleich vor Ort, unter demselben Licht. Heute bearbeitete ich sie.

Auf der ersten Zeichnung halte ich eine große runde dunkelblaue Pflaume zwischen den Fingern. Ich werde sie gleich anschließend verzehren.

Dann legte ich meine Hand auf ein dickes aufgeschlagenes Buch und zeichnete beides.

Bearbeitet sieht es dann zum Beispiel so aus:

Ich probierte es auch mit dem dicken blauen Filzstift, fotografierte anschließend beide Seiten des dünnen Zeichenpapiers.

Auf der nächsten Zeichnung greife ich nach meinem Weinglas.

Dann nur noch Gläser. Ich versuchte in verschiedenen Anläufen, die Formen, Überschneidungen, Spiegelungen und Schatten  zu sehen und wiederzugeben. Die beiden ersten Zeichnungen sind mit Kugelschreiber, auf der dritten präzisiere ich die Umrisse mit Bleistift, und auf der vierten benutze ich außerdem den dicken blauen Filzstift.

Natürlich gibt es auch hiervon allerlei Varianten, die ich euch erspare.

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Noch mal Füße (Zeichnung, Bearbeitung)

Meine alten Füße haben mich gut auch durch diesen Monat August getragen, ich bin dankbar. Und zeichne sie, wie sie sich ausruhen. Und verschönere sie ein bisschen, denn das haben sie gern.

meine Füße (Zeichnung, Kugelschreiber, 2019-08-31)

meine Füße (Zeichnung, Kugelschreiber, digital bearbeitet, 2019-08-31)

 

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Ping Pong 045

PING 045

ULLI AN GERDA → WENN DER VOGEL ABSCHIED NIMMT …

PONG 045 ….SEGNE IHN UND LASS IHN ZIEHEN.

Fotocollage: Schnipselvogel über Pastell-Kreide-Aquarell-Gründen

PING 046

GERDA AN ULLI →  IN SELIGEM FLUG …

Foto-Collage: Schnipselvogel über Collage- und Malgründen

 

HIER GEHT ES ZU DER GALERIE ALLER BISHERIGEN PING PONGS → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Eine kleine feine Reise (Archangelos, Elafonisos – Zeichnungen, Fotos)

Eine kleine feine Reise habe ich gemacht. Spontan und ohne mich hier abzumelden. Freilich nahm ich den Computer mit, für alle Fälle. Doch vor Ort gab es kein WLAN.

Wohin es ging? Zum Dorf Archangelos („Erzengel“) in Lakonien. Dort besuchte ich eine Freundin, und zusammen fuhren wir hinüber zur paradiesischen Elaphonisos („Hirschinsel“) . Auf der Karte seht ihr, wo ich startete, wo ich dann wohnte und wo ich glücklichste Momente erlebte.

Gezeichnet habe ich auch, zuerst die wenig strukturierte, von Strom- und Funkmasten durchzogene Aussicht auf eine Olivenplantage und eine ferne Landzunge, dann eine Ansicht vom Vorpllatz und Haus der Freundin (blauer Kugelschreiber).

Auf Elafonisos zeichnete ich die Kiefer, in deren Schatten wir uns nach dem Schwimmen lagerten. Zuerst machte ich eine kleine Studie mit blauem Kugelschreiber ….

… dann eine großformatige mit schwarzem Kugelschreiber.

Die Mächtigkeit des Baumes wird durch die Gestalt der in seinem Schatten meditierenden Freundin verdeutlicht (rechts unten), hier als Ausschnitt:

Die Fotos geben weniger von  dem Zauber dieser Reise wieder. Weder  das Wunder der weißen durchsichtig zarten Strandlilien, die aus dem glutheißen Sand hervorblühen, noch die Wonne des kühlenden Schattens unter den Krüppelkiefern, und schon gar nicht die Farbe des Meeres konnte ich wiedergeben. Stell sie dir vor, die Dünen aus feinstem weißen Sand, der dir die Fußsohlen verbrennt, und vor dir eine weit sich öffnende türkis gläsern schimmernde Oberfläche aus bewegtem Wasser, über die das hellviolette Himmelslicht hinspielt. Weinfarben! – so nennt Homer das Abendmeer – gestern verstand ich die volle Bedeutung. Dies zu fotografieren habe ich gar nicht erst versucht.

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Selbstbespiegelung (Collage aus Zeichnungen)

„Wie sagte Peter, mein Ateliernachbar: wenn thematisch nichts mehr geht, ein Selbstportrait geht immer“ – so schrieb mir Jürgen aka Buchalov kürzlich in die Kommentarspalte.

Zwei männliche Zeugen stimmen überein – da muss es die Wahrheit sein. (Ich glaube, so steht es in der Bibel und im Koran). Einen runden Spiegel hatte ich auch. Aber das Selbstportrait wurde nix. Was tun?  Ich beschloss, meine gelungeneren Selbstportraits, alte und neue, zu einer Fotocollage zusammenzustellen und darin den einzigen Teil der heutigen Zeichnung (die Augen), der nicht ganz zum Wegwerfen war, zu verstecken.

„Selbstbespiegelung“ – Foto-Collage 2019-08-25

 

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Abend im Olivenhain (Kugelschreiber-Zeichnung 2019-08-24)

Ich bin unruhig wegen der Feuer, die im ganzen Land aufgesprungen sind. Hitze und gefährliche Winde dauern noch mindestens eine Woche an. Da ist es schwer, sich zu konzentrieren. Aber bei schlechten Nerven gilt erst recht: Jeden Tag eine Zeichnung! Also setzte ich mich kurz nach Sonnenuntergang an die obere Umfassungsmauer und blickte hinab in den dämmernden Olivenhain.

Abend im Olivenhain, Kugelschreiber-Zeichnung 2019-08-24

Es ist nur der rotglühende Himmel, der durch das Blättergewirr der Oliven scheint. Möge es so bleiben!

Abend im Olivenhain, elektronisch bearbeitete Kugelschreiber-Zeichnung, 2019-08-24

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Ping Pong 043

PING 042

ULLI AN GERDA → SO UNBESCHREIBLICH WEIBLICH …

PONG 42 Gerda

…. BIN ICH.

PING 043

GERDA → AN ULLI

DOCH DAS BILD DER FRAU …

Selbstportrait, Kugelschreiber, digital bearbeitet, 2019-08-23

 

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DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Serie „Mensch und Umwelt“. Idylle in der Taverne am Meer (Skizze, Bearbeitungen)

Wie du vielleicht verfolgt hast, bemühe ich mich, mein aktuelles Thema „Mensch und Umfeld“ ästhetisch-theoretisch und zeichnerisch-praktisch zu klären. Wie kommen Mensch und Umwelt in einem Bild zusammen? Im Kommentar zu Ule Rolffs letztem Eintrag „Museum mit Menschen“ schrieb ich dazu: „Bisher fand ich drei Lösungen: der Mensch gliedert sich in den Raum ein und übernimmt seine Formensprache (Kubisten) – Der Mensch prägt seine Formensprache der Umwelt auf (Romantik) – Mensch und Dingwelt/Architektur bleiben getrennte Elemente des Bildes, die verschiedenen Ästhetiken gehorchen und sich nicht ineinander übersetzen lassen.“

Es ist ein interessantes Thema, das ich heute mit einer kleinen Skizze weiterverfolge. Es zeigt drei Menschen im Gespräch. Eingebettet in einen Rahmen aus Meer, Küste, Bäumen und den Tischen und Sesseln der Taverne wirkt das Ganze recht idyllisch: eine freundliche Kultur-Natur wie für den Menschen geschaffen.

Zeichnerisch habe ich dem insofern entsprochen, als ich Dingwelt-Natur-Menschen gleich behandle. Nun, vielleicht gebe ich den Menschen doch ein wenig mehr Bedeutung, indem ich zwei Gesichter individualisiere.

In den Bearbeitungen fasse ich Menschen und Umwelt,  auf der Skala Distanz-Integration spielend, noch enger zusammen oder dividiere sie auseinander.

Hier 4 Schwarz-Weiß-Bespiele:

In Farbe lässt sich das Thema vielleicht noch besser zeigen: die Menschen sind mehr oder weniger von der Umwelt geschieden-unterschieden (No 1) bzw in sie integriert, Teil der Natur (No 4) .

Anschließend habe ich die Grundstruktur des Bildes durch Betonung einiger Linien herausgearbeitet. Dadurch wird deutlich, dass der offene Raum hier wie ein Innenraum gestaltet ist, der den Menschen ein Gefühl von Nähe und Schutz vermittelt – genau das, was mit dem Wort „Idylle“ angedeutet wird.

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