Wenn du das Unerhoffte nicht erhoffst

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zum Wort Hoffnung auf meinem Blog veröffentlichen, denn er gehört zur Reise nach Ephesos, aber WP machte Schwierigkeiten.

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Welches Boot? Welches Boot?

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Wer eine Seereise unternehmen will, braucht nicht nur gute Winde, sondern auch ein gutes Boot. Du meinst, das sollte mir nicht schwerfallen? Schließlich habe ich schon jede Menge Boote gebaut,  zuletzt das oben abgebildete, das ich dem Sonnenaufgang probeweise entgegenschickte. Aber ist es geeignet für so eine lange Reise? Sollte ich nicht besser einen Zwei- oder sogar Dreimaster nehmen, dazu auch Proviant und eine Crew, die die Segel hisst und  einzieht, je nach Bedarf, und in der Nacht das Ruder übernimmt? Schließlich muss ich ja auch mal schlafen!

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Oder soll ich mich, allein und heldenhaft, mit einem Einhandsegler aufmachen,  wie es sich

für eine echte Sucherin geziehmt?  IMG_7968

Endlich komme ich zu einem Entschluss: Das Boot mag sein, wie es will, aber es muss gelb sein. Ich setze es aus inmitten einer Meereswüste und schaue, ob es standhält. Ich kartografiere auch ein wenig das Meer, damit sich das Boot nicht so verloren vorkommt, und siehe da: es schaut recht munter und kräftig aus, als würde es jeder Woge trotzen.

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Das einze, was ich jetzt noch tun muss, ist, das Boot auch zu finden. Wo, wo finde ich ein solches Boot? Ich breche in der Morgenfrühe auf, schaue hier, schaue da.

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Am Mittag glaube ich, dass ich fündig wurde, aber es ist kein Boot, sondern ein Hirngespinst  …

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Am Nachmittag scheint mir das Glück zu winken, doch nein, beim Näherkommen bleibt vom Boot nur eine Stück modriges Holz …

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Erst am Abend – die Sonne malt meinen langen Schatten vor mir auf den Weg, den ich gehe,  finde ich, meinen Seesack hinter mir herschleifend, das Ersehnte: Mein Boot.

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Es strahlt mir entgegen, gelb wie das Land der aufgehenden Sonne und gebogen wie die neue Mondsichel, die gerade jetzt über dem Meer steht. Was kann mich jetzt noch hindern? Die Reise kann endlich beginnen.

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Montag ist Fototermin: Ephesus im Dom zu Lübeck

Im Juni war ich in Lübeck und natürlich auch im Dom. Besonders bewunderte ich da einige kunsthandwerkliche Details,  zum Beispiel dieses. Es gehört zu einer riesigen in die Wand eingelassenen Tafel. Merkwürdiges ist darauf zu erblicken:der bärtige Mann links trägt eine

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Zipfelmütze besonderer Art: eine phrygische Mütze. „Die phrygische Mütze war ursprünglich ein gegerbter Stier-Hodensack samt der umliegenden Fellpartie. Nach der Vorstellung der Griechen sollte ein solches Kleidungsstück die besonderen Fähigkeiten des Tieres auf seinen Träger übertragen“ (Wikipedia).

Die phrygische Mütze wurde zunächst wohl getragen, um die Kraft des Stiers auf den Träger zu übertragen. 300px-Artemis_Ephesos Die Göttin Artemis im Tempel von Ephesus ist über und über damit behängt – manche halten es für Frauenbrüste, aber es sind Stierhoden. Doch warum trug Orpheus sie als Mütze? Warum wurde der persische Gott Mithras  und später der Mithras-Sonnengott der römischen Legionäre mit ihr dargestellt?  In der Zeit der Französischen Revolution tauchte sie wieder auf – als Jakobinermütze. Und in unseren Zeiten seht ihr sie bei Heinzelmännchen und den allseits beliebten Gartenzwergen und Schlümpfen.

Alles schön und gut, sagst du. Du kommst vom Hundersten zum Tausendsten. Sag endlich, wer ist der Mann auf der Platte? – Wie du siehst, hält er einen Bogen in der Hand, der, so meine ich, eine Harfe symbolisiert. – Dann kann es eigentlich nur Orpheus sein! – Ja, stimmt, Orpheus, der thrakische Sänger und Stifter der orphischen Mysterien. Orpheus, der den Weg in die Unterwelt fand und zurückkehrte, während die Geliebte seiner Seele, vielleicht seine Seele selbst,  Euridike, zurückblieb. – Und was tut er hier auf der Platte im Lübecker Dom? Rätselhaft.

Dagegen ist der Mann ihm gegenüber leicht zu erkennen und einzuordnen: es ist Johannes der Evangelist, denn er trägt den Kelch mit dem Drachen oder der Schlange in der Hand. Die Legende sagt: der Hohepriester des Artemis-Tempels in Ephesus …., ja ja, schon wieder Ephesus, immer wieder Ephesus! …zwang ihn, aus einem Kelch mit vergiftetem Wein zu trinken. Johannes schlug ein Kreuz über dem Kelch und das Gift entwich in Gestalt eines Drachens. Doch wenn du tiefer hineinblickst, weißt du, was der Drache – oder die Schlange – sonst noch bedeutet. 190px-Johannes_El_Greco_1600 (El Greco). Es ist das Symbol der Transformation durch Tod und Wiedergeburt, und ist, wie du bei Ulli nachlesen kannst, dem Ostschild zugeordnet. https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/09/01/das-ostschild/.

Im Osten, nämlich in Ephesus, musst du Johannes suchen. Dort lebte dieser feurige Geist – weniger als 600 Jahre nach Heraklit – und schrieb sein Evangelium. Das aber beginnt mit einem Lieblingswort von Heraklit: „Am Anfang war der Logos, und der Logos war bei Gott und göttlich war der Logos ….“  (Das Original ist auf Griechisch. Luther übersetzte „Logos“ mit „Wort“, was es ebenfalls bedeutet).

Als ich dieses Foto im Lübecker Dom aufnahm, ahnte ich nicht, dass es mich nach Ephesus führen würde. Denn Ephesos was not on my mind.

Mit neuem Blick betrachte ich nun weitere Fotos aus dem Dom und wundere mich, was sie wohl darstellen.

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IMG_7179  IMG_7181  und welche kryptische Botschaft sie den soliden Lübecker Bürgern bringen, die fromm und  und gesittet ihren Gemeindegesang anstimmen, nicht ahnend, wer ihnen dabei über die Schulter schaut.

Ein zeitgenössischer Künstler hat die große in die Wand eingelassene Metalltafel Stück um Stück abgerieben und als Druck in die Waagrechte gebracht. Spiegelverkehrt und mit umgekehrten Farbwerten kannst du so alle Einzelheiten wahrnehmen – wenn du dir die Zeit

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Das Schweigen (1963) – ein Film von Ingmar Bergman

Als Ausklang zum Wochenthema „Darüber spricht man nicht“, der Bergman-Film „Das Schweigen“, im Mitmachblog veröffentlicht.

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Kopfzerbrechen

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Leicht ist es, einen Plan zu fassen: „Ich segele nach Ephesos, treffe dort den Alten mit den weisen Sätzen, lasse sie mir von ihm auslegen und kehre voll des Wissens heim, um es mit dir zu teilen“. So dachte ich, so sagte ich. Der Weg ist klar: Von Westen nach Osten, immer der aufgehenden Sonne entgegen.

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Doch geht die Sonne denn immerzu auf? Meine Reise dauert ja, selbst bei bestem Rückenwind. Die Sonne wird, wenn ich grad an einer unbekannten Insel vorbeischippere, womöglich im Meer versinken!

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Doch mir droht noch anderes Ungemach: Sie wird ja nicht am östlichen Horizont bleiben, die Sonne, sondern wird über mein Haupt steigen, wird sich wie ein feuriges Kleid über mich legen….,

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bis sie  schließlich mit großem Getöse und Farbenrausch untergeht. Wo? Im Westen. Aber da komme ich doch her! Wie soll ich mich bei solcher Sonnenunzuverlässigkeit zwischen all diesen Inseln und schroffen Felsen zurechtfinden, ohne mich zu verlieren?

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Und wenn dann gar die Nacht kommt? Denn sie kommt ja gewiss.

Vielleicht sollte ich doch die Karte genauer studieren, bevor ich das Segel setze?

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Huch, da zeigt sich sogleich, es geht gar nicht so ohne weiteres nach Osten! Zuerst muss ich tiefer in den Süden vorstoßen, um das Kap Tainaro am Mittelfinger der Peloponnes  zu umschiffen (rote Linie, das Kap hab ich blau eingezeichnet).

Na und? fragst du schnippisch. Ein Kap mehr im Meer. Was macht es dir aus? Ich aber flüstere dir zu:  Dort, am Kap Tainaro, gehts hinein  in den Hades….

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Geht’s abwärts oder aufwärts ?

Galeriebummel mit slobodanka, 4.7. h

Ihr wisst, ich bin grad dabei, mich auf eine Reise zu Heraklit zu begeben, und damit ich nicht ganz dumm dastehe, bereite ich mich vor. Manches von dem, was er gesagt hat, ist ja bis auf uns gekommen. Das meiste sind Aphorismen. Ich habe hier das fragmentum B 60 herausgefischt. Das sagt kurz und bündig:

Der Weg nach oben  und der nach unten ist ein- und derselbe.

ὁδὸς ἄνω κάτω μία καὶ ωὑτή

(wortwörtlich: Weg hoch runter ein und derselbe).

Ein starker Satz. Ein erstaunlicher Satz. Ein logischer Satz. Kürzer gehts wirklich nicht, um ein viel diskutiertes Problem ad acta zu legen. Geht es mit uns, der Wirtschaft, der Welt, dem Leben, meiner Karriere… aufwärts` oder vielleicht doch abwärts? Falsche Fragestellung, sagt der Meister.  Weg aufwärts-abwärts derselbe.

Wie soll ich diesem Weisen begegnen? Er hat ja unzweifelhaft recht! Dieselbe Treppe führt nach oben wie nach unten. Dieselben Stufen. Und doch! Wenn ich unten an der Treppe stehe, dann weiß ich: ich brauche gute Lungen und Kraft in den Beinen, um ans andere Ende, in dem Fall nach oben, zu gelangen. Ganz anders ist es, wenn ich oben bin, denn da kann ich notfalls auch auf dem Geländer oder Hosenboden runter sausen.

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Was logisch dasselbe ist, ist es lebenspraktisch nicht unbedingt. Ob man aber einem altgriechischen Philosophen mit solchen Einwänden kommen kann? Ich fürchte, er wird sich  verärgert umdrehen und murmeln:  „Die Menschen sind offenbar noch genauso verblendet wie zu meiner Zeit. Es ist hoffnungslos. Nie werden sie den Logos begreifen“.

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Vor der Ausfahrt nach Ephesos

Du fragst mich, wann ich mich endlich auf die Reise mache, die ich so enthusiastisch ins Auge fasste (https://gerdakazakou.com/2016/08/31/21209/). Leicht und lustig und voll geistiger Abenteuer schien sie mir zu sein. Lang sollte sie dauern. Ich würde keine Eile haben, würde an vielen Küsten anlegen und, wie Kavafis es empfiehlt, lernen von den Weisen. (Ithaka)

Christiane (Irgendwas ist immer) warnte mich zwar, ich würde unbedingt scheitern. Ich antwortete ihr tapfer mit Giacometti, dass das Scheitern eine ultimative Chance sei, vielleicht doch einen Schritt voranzukommen.  (Diese Weisheit fand ich bei Susanne, Zitat  zum Sonntag)

Lange genug habe ich nun gebrütet, habe die Karten studiert und die Route wieder und wieder bedacht. Die Winterstürme setzen bald ein, dann wird es nicht leicht sein loszusegeln. Also nur Mut! Nimm dein Boot, setz die Segel und hoffe auf guten Wind von Westen – wie die Archäer damals, als sie von Aulis aufbrechen wollten. Die ganze Flotte hatte sich im Hafen gesammelt, die Krieger hatten Lust auf Mord und Beute, aber es kam kein Wind auf.  Nichts. Kein Lüftchen hob die Segel. Sollten sie etwa bis hinüber nach Troja rudern? Da erschien ein Seher, Kalchas hieß er – nein, nicht Kaiphas, das war der Hohepriester, der Jesus verhörte, es klingt so ähnlich, man kann sie wirklich leicht verwechseln – Kalchas also erschien vor König Agamemnon und sagte: Du musst deine Tochter Iphigenia opfern, um die Göttin Artemis zu versöhnen.

Wieso gerade Iphigenia? Womit hatte sie diesen schrecklichen Tod durch die Hand des Vaters verdient? Und wer war Artemis? ( https://gerdakazakou.com/2015/09/20/artemis/).

„Wenn die Not am größten, ist die Rettung am nächsten“ (Bert Brecht, 3-Groschenoper). Iphigenie wurde, als das Beil schon ihren Hals berührte, von der Göttin hinweggenommen. Es ging ihr wie Isaak, als Abraham ihn opfern wollte: an die Stelle des Kindes wurde ein Opfertier gesetzt. Manche sagen, auch Jesus sei es so ergangen, aber das ist natürlich Unsinn. Artemis jedenfalls entführte die junge Frau auf eine ferne Insel, die man Tauris nannte. Dort wurde sie Priesterin der Artemis.

Aber ich will nicht zur Krim segeln! Tauris, das ist Krim, weißt du das nicht? Was soll ich da? Dort gibt es nichts für mich zu erfahren. Auch nach Troja will ich nicht, nein! Mein Ziel heißt Ephesos!

Und warum? höre ich dich fragen. Was erhoffst du dir von Ephesos? Der Tempel der Artemis ist längst zerstört, verbrannt, ausgeraubt! Die Goten haben ganze Arbeit geleistet. Und was die Goten nicht schafften, schaffte das Meer. Der Hafen ist versandet, die Stadt ist im Sumpf versunken. Nichts als Mücken, Frösche und Störche wirst du da finden. Und ein paar Ruinen, die die Römer da hinterlassen haben. Na ja, ein Kirchlein gibt es auch dort, in Erinnerung an den Apostel Paulus, der hier wirkte. Interessiert dich das vielleicht?

Ach was, antworte ich dir. Mich interessiert nicht die Stadt, und auch die Ruinen lassen mich kalt. Die Kirche zur Erinnerung an Paulus ist mir egal. Wenn ich Paulus selbst dort anträfe und ihn nach dem Brief an die Korinther fragen könnte, den er dort schrieb – du weißt, den über die Liebe! -, das wär was anderes. Aber wie auch immer, diese Begegnung muss warten. Denn vorerst will ich Heraklit aufsuchen. Du weißt doch, den griechischen Philosophen, den sie den „dunklen“ nannten und der von 520 bis 460 vor unserer Zeitrechnung dort lebte. Sein Werk hat er im Artemis-Tempel deponiert, in dem er diente. Es hieß „Über die Natur“. Das Pergament, auf dem er es schrieb, ist verschollen, verbrannt, vergessen. Abschriften gibt es auch nicht, nur ein paar Sätze haben seine später geborenen Kollegen daraus notiert. Also muss ich mich an ihn persönlich halten. Er soll mir Aufklärung geben über die Fragen, die mich umtreiben.

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Raffael, Schule von Athen, Ausschnitt: Heraklitos

Aber er lebt doch nicht mehr! rufst du mir zu. Was soll dir die Reise zu einem Toten?

Ist er wirklich tot? Genau das möchte ich gerne erfahren.

Unser Selbst muss, um zu leben, durch einen ewigen Wechsel und ein Wachstum der Form gehen, das wir ein dauerndes Sterben und ein dauerndes Geboren werden, welches zu gleicher Zeit vor sich geht, nennen können.

(Rabindranath Tagore, Schöpferische Meditation, 225. Anm.63)

Gefunden bei ralphbuttler

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Wandbilder

Solche Wandbilder, wie die gestrigen Sandbilder….  werden von den Elementen selbst gemalt. Manchmal sind sie von ungewöhnlicher Schönheit.

Hier zwei Idyllen: Das erste habe ich an einem Felsen nahe am Meer entdeckt. Die  mineralischen Bestandteile reagieren auf Wasser und bringen filigrane Zeichnungen hervor. Die Felsen selbst, die als Malfläche dienen, sind gewaltige rot- und goldockrige Quader. Sie erinnern mich immer an Cezannes Bilder. Doch das Gemälde, das ich auf einer Wand entdeckte, würde sich wohl eher als Landschaftsdetail bei einem sehr viel früheren Maler finden. Aus solchen Erden wurden die ockrigen Farben gewonnen.

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Das zweite Bild ist einem Wasserschaden in einem Kirchlein geschuldet. Ich ziehe allerdings das Wort Wasserzeichen vor. Das alte byzantinische Kirchlein, dessen Bemalungen weitgehend zerstört sind, steht in  unserem Hauptort, Kampos.  Ich fuhr gestern dorthin, um im Gemeindehaus unsere Wasserrechnung zu bezahlen, und wurde mit diesem Gemälde belohnt.

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Sandbilder

Wer kennt sie nicht,  die bezaubernden Bilder, die das fließende Wasser malt?

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Das Wasser sortiert den Sand, trägt den feinen mit sich fort und lässt den gröberen zurück,

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Es umspült die Steine, die den Strom des Wassers ableiten, so dass sich scharfkantige Abbrüche bilden.

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Die Steine sammeln sich zu vielgestaltigen Gruppen, bis sie, müde des Spiels, im feuchten Sand einsinken, als wollten sie sagen: es reicht.

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Die Sonne modelliert die Wellenbewegung des Sandes, überspielt und belebt sie mit ihren Lichtwellen

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Kleine pflanzliche Widerstände setzen mit  großspurigen Schatten Akzente.

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Tagebuch der Gefühle

Ich glaube, es ist Zeit, mal wieder ein paar meiner täglichen Kritzeleien zu zeigen. Diese schnelle konzentrierte „Handarbeit“ ist für mich notwendig. Ich stehe vor meinem Blatt Papier – und denke nichts. Lausche auf das Gefühl, das sich leise in mir regt. Ich kann es nicht leicht lesen. Also lasse ich meine Hand die Arbeit tun: Sie bewegt sich mit einem Stück Kohle bewaffnet über die weiße Fläche. Ich lasse es zu. Jeden Tag entstehen andere Gebilde, mit anderer Energie, anderem Rhythmus. Ich schaue mir die Zeichnungen eine Weile an,  verändere sie, drehe sie um, lege sie auf den Stapel der anderen, vergesse sie.

An einem Tag sind es dann solche:

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oder so?

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oder doch lieber so?IMG_7864

An einem anderen Tag:IMG_7555

oder soIMG_7553

An wieder einem anderen Tag

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und so weiter….

Ich nenne es mein Tagebuch der Gefühle. Wer es lesen kann.

 

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