Wenn du das Unerhoffte nicht erhoffst

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zum Wort Hoffnung auf meinem Blog veröffentlichen, denn er gehört zur Reise nach Ephesos, aber WP machte Schwierigkeiten.

MitmachBlog

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Es regnet. Es regnet ohne Unterlass. Zwischendurch donnert es, und unser Hund verkriecht sich unter dem Tisch.

Eigentlich hatte ich gehofft,  heute meine Reise nach Ephesos antreten zu können.  Aber schon am Morgen ging nicht alles nach Plan: ich verschlief. Denn wegen des Wetterumschwungs weckte mich nicht die sonst am Himmel sich ausbreitende Helligkeit des Sonnenaufgangs. Sie nicht kam. Ich schaute in den dunklen Himmel mit den gigantischen Wolkentürmen und hoffte, dass es sich bald aufklaren würde und dass ein feiner stetiger Wind aus dem Norden mein gelbes Boot Richtung Süden treiben würde. Aber nein! Es wurde immer ärger mit dem Gewitter, und der Wind blies von Süden nach Norden. Also in der verkehrten Richtung.

Da blieb mir nur eins: mein Boot aus dem Freien in Sicherheit zu bringen, in den Regen hinauszustarren und zu hoffen.

mit-mondboot

Worauf hoffen? Einfach nur auf gutes Wetter und günstigen Wind? Oder sollte ich mich…

Ursprünglichen Post anzeigen 453 weitere Wörter

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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10 Antworten zu Wenn du das Unerhoffte nicht erhoffst

  1. Du führst ein interessantes Leben. Und du schreibst schön. Ralph Waldo Trine hat geschrieben. „Aus Gedanken werden Dinge“.
    Alles was wir tun oder erschaffen, geht der Gedanke, die Hoffnung voraus. Alles Liebe Luke

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  2. mmandarin schreibt:

    mach dich doch heute Nacht auf, im Traumland segelt es sich selbst bei Sturm und Regen phantastisch. Gute Nacht, mal gespannt, an welchen Gestaden du morgen das Anker lichtest.
    Marie

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  3. karfunkelfee schreibt:

    Es geht immer irgendwie weiter, sagte meine Großmutter in meine zeitweisen schwarzgigantischen Cumolonimbus-Wolken.
    Als ich sie fragte, warum sie das wüsste, erklärte sie mir die verschiedenen Arten Hoffnung, die es gibt: Die freudige, die ein Ziel schon sehen kann am Horizont, Von der Sicherheit des Ankommens getragen. Die sehnsuchtsvolle, die tief im Herzen das Glück einer Erfahrung trägt. Oder die vage Hoffnung, die von etwas träumt, das sie als wichtig und erfüllend erkennt, die jedoch noch keine konkretere Vorstellung davon hat, wie sie am Ende aussehen wird. Sie riet mir, sich die Hoffnung ganz genau anzusehen. Was löst sie in mir aus, macht sie mich glücklich? Ist es eine Hoffnung mit Zukunft? Wie realistisch ist meine Hoffnung und wenn sie nicht realistisch ist, was kann ich tun, damit sie das wird? Wie muss ich mich meiner Hoffnung anpassen? Muss ich zu meiner Hoffnung werden?, fragte ich zurück. Sie sagte ja. Das sei der ganze Trick. Je besser man informiert sei über das Wesen, das Aussehen und die Qualität einer Hoffnung, umso genauer könnte man sich auf sie einstellen und etwas dafür tun. Jede Hoffnung braucht Aktion, das Warten ist nur ein scheinbares Warten. In Wirklichkeit schult sich dieses Warten mehr oder weniger schnell seiner geliebten Hoffnung zu und im besten Fall ist der Preis aufzubringender Geduld eine zuversichtliche mit der Einsicht auf schönsten Aussichten…wie immer sie auch aussehen mögen…

    So wünsche ich Dir bald wieder gutes Wetter und einen moderaten Wind.
    Für Ephesos in einem kleinen gelben Boot….✨

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    • gkazakou schreibt:

      Mannomann, hattest du eine weise Oma! Und schon als Kind so kluge Fragen (Muss ich zu meiner Hoffnung werden?).
      Ich wollte, alle alle Menschen würden den klugen Worten deiner Oma lauschen! Danke für das Privileg, das du mir grad einräumst. Ihr zuhörend, fühle ich das dringende Bedürfnis mich zu fragen, ob das, was mich bewegt, überhaupt den Namen Hoffnung tragen darf? Vielleicht ist es nur eine Marotte, die mich bewegt, solange sie mich eben bewegt, um irgendwann einer anderen Marotte zu weichen. Wenn es so wäre – dann adee, Ephesus! Dein letzter Satz aber macht mir das Herz wieder warm. Vielleicht trägt mich das gelbe Boot ja doch dorthin, wo ich Antworten finde? ,

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      • gkazakou schreibt:

        toll, was du da ausgegraben hast, herzlichen Dank! Bei soner anregenden Oma und Mutter kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Die beiden nehme ich auch gern mit auf meine Fahrt.🙂

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    • gkazakou schreibt:

      wie du an meinem heutigen Beitrag siehst: ich habe ich eine vage Hoffnung in eine handfeste verwandeln können. Dank deiner Oma!

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      • karfunkelfee schreibt:

        Ich gehe gleich schauen, Gerda und freue mich. Manchmal denke ich darüber nach, was sie wohl sagen würde, weil ich sie so oft zitiere, doch ich glaube, sie würde sich freuen, weil sie mich so geprägt hat. Sie weckte in mir die Liebe zur Literatur, meine Mutter hingegen brachte mir die bildende Kunst und ihre Künstler nahe, sowie die Musik. Sie liest zwar gern jede Menge Bücher, doch mit Lyrik hat sie es nicht so.

        Die gesunde Zuversicht hat sich also wieder einmal gelohnt! Besser geht es nicht und nun folge ich dem kleinen gelben Boot und reise nach Ephesos. Jetzt sind wir schon zu dritt. Herr Goethe ruft: Antikes Ephesos, Artemis, Moment, wartet! Ich will auch unbedingt mit!
        http://www.thomasgransow.de/Neapel/Museo_Archeologico/Diana.html
        Liebe Grüße von der Fee ✨

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