Eine Kata-Strophe zu den abc-etüden dieser Woche gefällig? Ihr wisst natürlich schon längst Bescheid: Christiane lädt ein, lz macht die Einladungskarten und jemand spendet drei Wörter, um die eine Kürzestgeschichte von höchstens 10 Sätzen zu basteln ist. Diesmal stammen die Wörter von Sandra Matteotti.
Kata-Strophen vom Erwachsenwerden.
Der Papa marschiert, er sagt, nun mal los
Du bist ein Junge, du bist schon fast groß,
Zu lange hockst du auf Mamas Schoß
Werd mir kein Stubenhocker bloß.
Der Junge, der schreit: Da will mich wer fassen!
Hilf Papa, sag ihm, er soll mich loslassen!
Ich fürcht mich vor dem Mond mit dem blassen
Gesicht! Hilf Papa, die Füße bleiben mir stecken im Nassen!
Der Vater, der blickt nicht zurück zu dem Knaben,
Er sieht nicht den Drachen, er sieht nicht die Raben,
Die seinen ängstlichen Sohn umgaben.
Er sagt nur: Spring los, spring über den Graben.
Der Knabe der stolpert über Stöcke und Stein,
Muss eilen, sonst ist er bald gänzlich allein,
Verliert noch sein Mützchen, sein Beutelchen fein
Und fällt in den nassen Sumpf noch hinein.
Von oben blinken der Mond und die Sterne,
Die Mama winkt und schwenkt in der Ferne
Inmitten der Nacht die Heimkehr-Laterne,
Bei ihr, ach, zu Hause, wie wär er da gerne!
Und äße ne heiße Hollunderbeersuppe
Und spielte mit Mary, der Echthaarpuppe.
Und bastelte sich ne Indianertruppe
Mit Pfeil und Bogen und Einbaum-Schaluppe.
Herbstfarbenbunt leuchtet der Wald
Von drin ein heller Schuss erschallt.
Die Nacht ist dunkel, die Nacht ist kalt,
Ach käme der Morgen, ach käme er bald!
(Zum Bild „Nachtgelichter“ gibt es noch eine andere Geschichte.)











