Kein Fasching, ich weiß (alte Fotos)

Beim Räumen fielen mir ein paar alte, schon etwas verblichene analoge Fotos in die Hände. Sie lagen stammen aus den 80er Jahren. Wir ehemaligen Kinderladen-Leute – Eltern und Kinder, später dann auch Enkel – trafen uns jährlich zum Fasching bei S. In ihrer großen Klamottentruhe fand sich stets irgendwas zum Überziehen, und Schminksachen gab es auch. Ich machte mich jedesmal zum Clown oder Pierrot. Und weil ich mir so gut darauf gefalle, zeige ich sie euch mal als digitalisierte Fotos.

 

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Mit der Sanduhr

Drei runde Objekte unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem Verfallsdatum wollte ich heute zeichnen: eine frische Tomate, eine Seeigel-Schale und einen Glasstein, wie er vom Meer geformt wird.  Die legte ich auf meine spiegelnde Glasplatte vor dem Gong, stellte das Bötchen „EΥΤΥΧΙΑ“ (Glück), eine Sanduhr, eine hölzerne Eule und eine dicke weiße Kerze dazu. Langsam brannte sich die Flamme der Kerze in den Talg, und das Salz in der Sanduhr rann nach unten. Draußen wurde es dunkel, das Licht änderte sich, die Spiegelungen vermischten sich mit den Schatten. Morgen versuche ich es erneut.

„Mit der Sanduhr“ (c) gerda kazakou 2018, Bleistiftzeichnung

Mit der Sanduhr (leicht bearbeitete Fassung) (c) gerda kazakou, 2018

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Verbrannte Dörfer – still zerfallende Häuser

Als im Jugoslawien-Krieg die Dörfer brannten, machte ich eine Reihe kleiner Ölkreidezeichnungen mit Klebestreifen auf Papier. Daran musste ich denken, als ich mir die Fotos von dem friedlich zerfallenden Haus mit den schönen Backsteinen betrachtete. Die Ähnlichkeit ist frappant. Aber schaut selbst.

Zuerst vier Fotos von vorgestern, dann ein Bild von 2001, in Erinnerung an die drei Monate, als NATO-Bomben auf Menschen, Städte, Fabriken und Dörfer Jugoslawiens niedergingen und ich drei Monate lang weinte. Denn zum dritten Mal in einem Jahrhundert beteiligte sich Deutschland an der Zerstörung Serbiens. Seither ist es zur üblichen Form der Kriegsführung geworden: Länder im Namen der Menschenrechte zu zerbomben.

 

verbrannte Dörfer 5 (c) gerda kazakou

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Urform des Backsteins?

Heute vormittag suchte ich Bücher für den Basar unserer Gartenbau-Lehrlinge (zweiter Jahresabschluss von „Lysos Garten“). Als ich einen Leinen-Band (Lawrence Durell: Mountolive) aus dem Regal zog, staunte ich nicht schlecht: Da hatten die Wespen doch die Seiten mit ihren Höhlenbauten glatt zugemauert! Oder waren es keine Wespen?

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Nach Mitternacht

Im Garten ist es angenehm kühl und dunkel. Nur eine Laterne scheint durch die belaubten Zweige der Bäume. Vor mir auf dem schwarzen eisernen Gartentisch liegen Muscheln, Steine und ein Stück Rinde zum Trocknen. Sie beginnen sich in dem ungewissen Licht zu Figuren zusammenzufügen. Manchen wachsen Flügel, anderen Ohren. Ein paar der Wesen habe ich fotografiert.

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Backstein

Verfallene Gemäuer gibt es in Kalamata zu Hauf – teils Opfer der Erdbeben, teils der Bodenspekulation.

Wundersames entdeckt man, wenn man sich ein wenig auf sie einlässt.

So wie diese Backsteine.

oder auch als Bildausschnitt

Draufklick – vergrößern. Es lohnt sich!

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Lichtauge

Eine imposante Blume zog heute meine Aufmerksamkeit auf sich, als ich wartend vorm Bäckerladen stand. Was waren das für Lichtspiele in ihrem Blattwerk? Nähertretend enthüllte sich mir das Geheimnis: ein Lichtauge schaute mich vom Grunde des Blatt-Trichters an.

Draufklick – Vergrößern. Es lohnt sich.

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Das Meer als Scheibe (Bleistiftzeichung)

Das Meer als Scheibe (Bildausschnitt)

Den Gong legte ich heute flach hin – flache Erde, dachte ich, das Meer als Scheibe. Glaubten die Menschen ja seit Anbeginn, und manche glauben es immer noch. Und wenn ich ehrlich bin: Am Meer liegend und hinausschauend auf die leicht gewölbte glänzende Scheibe finde ich diese Ansicht gar nicht mal verkehrt. Genauso wie die andere, dass die Sonne unter- und der Mond aufgeht.

Auf diesem Meer ließ ich meine Armada auffahren: Boote aus Holz, Keramik, Glas. Ein besonders schön geformtes Stück Schwemmholz und eine winzige Eule aus Metall bewachen die Küste, an der ein paar Muscheln den Maßstab setzen.

Das Meer als Scheibe (Bleistiftzeichnung) (c) gerda kazakou 2018

 

 

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Nächtliches mit Booten und Eulen (Bleistiftzeichnung)

Von meiner Athener Kurzreise zurück, nutzte ich die kühlen, duftenden und zirpenden Nachtstunden für eine weitere Zeichnung. Heimlicher Star ist das neu hinzugekommene Bötchen vom Waldorfbasar. Es ist sehr klein, man muss schon hinschauen, um es zwischen den anderen zu entdecken. Die sind auch nicht gerade groß, sogar der Zwerg fand die beiden kleinsten seiner Größe nicht angemessen.

Das linke Boot mit schneeweißer Glasur trägt den schönen Namen EYTYXIA (sprich: Evtichia), was „Glück“ in Sinne von „Glückseligkeit“ bedeutet. Es ist auch ein Frauenname. Daneben der kleine Neuling aus Holz, dahinter das wohlbekannte Keramikboot in der Form einer halben Wassermelone, hinter den Eulen halb verborgen ein Boot aus buntem Glas, durch das eine Kerze schimmert, dann eine Eulenfamilie aus Holz, Metall und weißer Keramik. Dahinter dann und alle überragend das Schiff mit gestreiftem Segel, aus Schwemmholz, und der Gong.

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Montags ist Fototermin: Führung in Rhamnous

Gestern ergriff ich die Gelegenheit meines Athener Aufenthalts, mich mit einer Freundin einer archäologischen Führung in Rhamnous, dem Heiligtum der Nemesis, anzuschließen. Ich war zuletzt im März 2017 dort. Diesmal war ich nicht illegal, durch ein Loch im Zaun schlüpfend,  hineingelangt, und ich versuchte auch nicht, die Klamm hinunterzuklettern, sondern wanderte ganz offiziell, mit einer Gruppe interessierter Athener, in dem mir wohl vertrauten Gelände herum. Neu war für mich eine große Halle, in der die Reste des ursprünglichen Tempels sowie Urnen und Grabstelen aus dem Friedhofsbereich aufgestellt waren, die meisten wohl aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert.

Das Material besteht aus dem ziemlich grobkörnigen pentelischen Marmor – im Gegensatz zu dem feinkörnigen parischen Marmor, in dem die Skulptur der Nemesis erstrahlte, bis sie im 5. nachchristlichen Jahrhundert, auf des christlichen Kaisers Theodosios Geheiß, zertrümmert und zu kleinsten Marmorstückchen zerhackt wurde. Nemesis, die Göttin, die die Einhaltung der Naturgesetze bewachte, war nicht mehr zeitgemäß.

Hier meine Annäherung an eine Marmorsäule aus pentelischem Marmor.

Die Natur hält in Nemesis‘ Herrschaftsbereich noch stand. Es war heiß, aber eine leichte Wolkenschicht machte die Hitze erträglich. Mich absondernd von der Truppe streifte ich durchs Gelände und sah dies und das „am Rande“.

Ein natürliches Toten-Relief auf einem flachen Stein …

ein winziges Grabmal aus Kraut und Stein

Einen mit unbekannten Schmetterling, den ich vergeblich versuchte, im Flug zu erwischen und darüber den Anschluss an die Gruppe fast verlor.

Zwei sehr große durchlöcherte Steine, die einst vermutlich dem Hochhieven von Waren aus den Schiffen dienten. Durch das Loch lief wohl ein Tau.

Der Weg hinunter zum Kastell mit seinem Wachturm und dicken Mauern, seinen Kasernen für die Rekruten, seinem Theater … ist steil und in der Mittagszeit beschwerlich, das Meer unerreichbar. Daher konnte ich, begleitet nur von einer Wächterin, die wunderbaren Aussichten auf das Meer und die Halbinsel Euböa allein genießen und alte innere Bilder wieder beleben.

 

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