Ramnous

(Im Hintergrund Euböa mit dem schneebedeckten Berg Dirphis, 26.2.2017)

Die mächtige Platane von Ramnous zeigte ich euch gestern. Heute folgen Bilder vom selben Tag, aber auch von früheren Besuchen, zu anderen Jahreszeiten. Denn es war nicht das erste Mal, dass ich dort war. An diesem Sonntag konnten wir den Pfad nicht finden, der mich früher am eingezäunten Heiligtum entlang steil hinunter ans Meer brachte (Fotos Februar, März 2011 beim Abstieg).

War der Pfad zugewachsen, vielleicht abgebrochen, hinunter in den Wildbach, der sich dort tief ins Gelände gearbeitet hat? Also stiegen wir auf einem Jägerpfad ins trockene Bachtal hinab. Über weiße Felsen und Geröll vorsichtig weiter und weiter uns tastend hofften wir, das Meer zu erreichen. Doch nach einer Dreiviertel Stunde war Schluss damit: ein schroffer Absturz, der untere Teil unterspült von den Wildwassern, machte ein Weiterkommen unmöglich. So ist das eben manchmal im Leben, man muss zurück, ohne sein Ziel erreicht zu haben (Fotos vom März 2017)

Wir kletterten also zurück und landeten schließlich auf einem Feldweg auf der anderen Seite der Schlucht. Das Wandern ist des Müllers Lust – und schön ist das Land mit seinen weiten Ausblicken über Hügel, Wäldchen, rot-erdige Weinreben-Felder, ferne Schafherden und bäuerliche Anwesen – doch waren wir froh, als wir das Rattern eines Kleinlasters hinter uns vernahmen. Der freundliche Fahrer, der auf der Ladefläche Bienenkästen transportierte, machte im Führerhaus Platz für uns zwei Frauen und den Hund Tito und brachte uns zu unserem Ausgangspunkt zurück. 15 km waren es noch!

Ramnous also. Trotz der beschwerlichen Kletterei bin ich von einem tiefen Glücksgefühl erfüllt wie jedesmal, wenn ich dort gewesen bin. Das Heiligtum bzw das, was nach der Zerstörung im 5. Jahrhundert  davon übrige geblieben ist, ist nach fünf Jahren Schließung („Personalmangel“) wieder betretbar, nicht aber die weiter unten liegende Festung. Ich bin mal durch ein Loch im Zaun eingestiegen und kann euch Fotos von dort zeigen. Man hat einen herrlichen Blick auf das Meer und hinüber nach Euböa, dessen pyramiden-artiger Berg Dirphis auch vorgestern im Schnee glänzte.(Fotos vom Februar 2011)

 

Ans Meer kann man per Jeep oder landwirtschaftlichem Auto gelangen. Ich bin freilich immer den Pfad hinabgestiegen, hier im Dezember 2010, mit meinem Hund Tito.

   

Und nun höre ich auf zu erzählen. Wer mehr wissen will: Christiane hat den link zu Nemesis, Ramnous herausgesucht (hier). Für besseres Sehen: Bildchen anklicken.

Zum Ausklang die eindrucksvolle Platane noch mit Laub, im Dezember 2010.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Antworten zu Ramnous

  1. Ulli schreibt:

    Was für ein zauberhafter Ort! Danke, dass du uns mitnimmst und danke auch an Christiane!
    Herzensgrüsse an dich
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

  2. finbarsgift schreibt:

    Was für eine Tour!
    Danke für die feinen Impressionen davon, liebe Gerda 😎
    Liebe Frühlingsgrüße vom Lu

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Montags ist Fototermin: Führung in Rhamnous | GERDA KAZAKOU

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