Dinge ans Licht heben (10): Glaskugel

Diesmal war das Ding, das ich ans Licht hob, nicht klein, sondern recht groß und leider auch ziemlich schwer: ein runder gläserner Briefbeschwerer mit vielen eingeschlossenen Luftblasen, der auf einem Schrank ein lichtfernes Dasein führte. Es würde nicht leicht sein, ihn in einer Hand zu halten, während die andere ihn zeichnete. Doch schien er mir geeignet, den zehnten Platz in dieser Reihe ins Licht gehobener Dinge einzunehmen. Fotografiert habe ich die Zeichnung dort, wo ich sie auch machte: am Schreibtisch unter der Lampe. Daher die ungleichmäßige Ausleuchtung und die Verfärbungen.

ans Licht gehoben: gläserner Briefbeschwerer. 2019-11-18

Natürlich musste ich auch digital herumspielen. Würde sich die Kugel mit meinen paar Filtern zu einer weissagenden oder gar zu einer Erd- oder Sonnenkugel weiterentwickeln lassen?

 

 

 

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Kleine Dinge ans Licht heben (9): Federchen (tägliche Zeichnung)

Zwei Daunenfederchen hatten sich auf dem Fußboden niedergelassen, ich sammelte sie auf und hob sie ans Licht. Dann zeichnete ich sie. Und fotografierte die Zeichnung, einmal mitsamt dem kleinsten Federchen unter der Lampe, einmal draußen im grauen Licht des Nachmittags.

„Federchen“, Originalzeichnung, draußen fotografiert. 2019-11-18

„Federchen“, Zeichnung und Feder, unter der Lampe fotografiert, Original

„Federchen“, Zeichnung und Feder, unter der Lampe fotografiert, bearbeitet

 

 

 

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Montags ist Fototermin: Guten Morgen, ihr Schönen!

Bitte an Blumenfreunde und BestimmerInnen, die Frage zu klären! was hab ich fotografiert?

collage

 

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Abc-etüde: „Wie es euch gefällt“. Liebestolle Kata-Strophen (zugleich meine tägliche Zeichnung)

Auf auf zum fröhlichen Jagen! Christiane hat die neue abc-etüden-Runde ausgerufen, mit gewichtigen Wörtern, die Bernd vom Blog Red Skies over Paradise. gespendet hat. Die Wörter sind Unbehausheit, schwermütig und haschen. Das sieht nach Tragik aus, o weh!  Sofort rührt sich in mir die Gegenkraft: zur Schwermut der Übermut, zum Haschen das Häschen, zur Unbehausheit … Aber lest selbst!

 

Hasenbild PingPong 001, neu bearbeitet

Wie es euch gefällt

Fritz, das war ein freier Hase

Mit ner feinen Schnuppernase

Der konnt rennen wie ein Blitz

Darum hieß er ja auch Fritz.

 

In nem Stalle aber lebte

Ein Kaninchen, Fritz erbebte

Als er durch die Rüben kroch

Und des Weibchens Duft erroch.

Vielleicht ließ sich ein Blick erhaschen

und sich auch dies und das vernaschen?

 

Ach, welch süßes Stallkaninchen!

Er rief sie an, „Wie geht’s, Sabinchen?

Willst du da drinnen echt vergammeln?

Soll ich dich nicht ein bisschen rammeln?“

 

Katrinchen rümpfte ihre Nasen

Ob des so roh verliebten Hasen.

„Wenn du mich willst, musst mich erwählen

Musst dich ganz schicklich mir vermählen

Musst hier in meinem Ställchen leben

Dann will ich gern mich hin dir geben.

Ich bin zu gut für so Affären

Die nur die Hasenbrut vermehren.“

 

„Ach komm heraus und sei nicht prüde

Du bist sehr hübsch, doch ich bin müde

Mit dir zu plauschen, komm zur Sache,

Die ich tatsächlich prächtig mache.

Schwermütig würd ich nur im Stall

Ich lebe gern im Überall!

Komm raus, die Freiheit ist das beste

Wir feiern geile Hasenfeste!“

 

„Was du die Freiheit nennst, du Penner

Du Feld- und Wald- und Wiesenrenner,

die liebestolle Unbehaustheit

die ist für mich doch nur Verlaustheit!“

 

Und sie leckte sich ihr Mäulchen

Zeigte auch ihr festes Keulchen

Dem verliebten Hasenmann

Der nur dacht: ich mach mich ran

Die geht mir nicht durch die Lappen

Irgendwie wird es schon klappen.

 

Klappte es? Ich weiß es nicht

Denn hier endet das Gedicht.

 

Kugelschreiber-Zeichnung unter Zuhilfenahme von Fotos aus dem Netz, bearbeitet. 2019-11-17

 

Originalzeichnung

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Abc-Etüden: Da-Da-das letzte Aufgebot (Kata-Strophen einer Werbeagentur für Flugreisen)

Nun also doch noch ein Etüdchen! Immer kurz vor Toresschluss, damit Christiane, die liebevolle etüden-Verwalterin, noch ne Nachtschicht einlegen muss. Tut mir leid, Christiane. Danke auch dir, Anna-Lena von https://visitenkartemyblog.wordpress.com/ für deine knifflige Wortspende.

Ist Da-Da, wie unsere Zeit, wo sich die Flugagenturen was einfallen lassen müssen, damit ihnen die umweltbewusste Klietel, die trotzdem fliegen will, nicht wegbleibt. Ist DaDa, und kann daher so und auch anders und dann noch mal anders verstanden werden. Ganz wie es beliebt.

Gesang

„Heuer wieder Himmelsleuchten!

Das ist sehr suspekt.

Was wir bräuchten

Will mir scheinen

Ist ein tüchtger

Kehrichtmann,

Der den Dreck

Hier mal weg

Macht

Wäre doch gelacht ….

 

Gegengesang:

„Hat der Herr

Es nicht vernommen?

Der Dreck der ist recycelbar

Mit Verlaub.

Sie werden doch

Inzwischen wissen

Das in jedem Dreck

Auch ein Stückchen

Goldes steckt.

 

Nehmt ihn und füllt ihn

In eine Turbine

Heraus kommt

Gewiss

Ne ganz dufte Biene.

 

Die nehmen Sie dann

Als Ihre Braut!

Und ist sie

Erstmal angetraut

Kaufen Sie für zwei

einen Flugzeugtripp

Nach Lisbon oder so

Oder nach anderswo

 

Einfach weit weg

von jedem Dreck

Ausreisen von hier

Ankommen dort

An einem Ort

  Weit fort

Wo Euch die liebe Sonne

Mit ihrem Licht bescheint

Und Euch die  Liebeswonne

ganz himmelisch vereint.

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Ein bisschen Zeitgeschichte: „The Greek Hour“ – Griechenland im 2. Weltkrieg (Griechisch-Amerikanischen Union in Athen, Ausstellung)

Vorgestern besah ich mir außer der Ausstellung zweier Künstlerinnen (ich berichtete hier) historisches Material darüber, wie der griechische Kampf gegen die faschistische Invasion 1941 in den USA aufgenommen und in Artikeln, Fotografien, Karikaturen und Plakaten wiedergespiegelt wurde. Ausgestellt in der Griechisch-Amerikanischen Union in Athen.

Vorab ein paar Eckdaten des griechischen Widerstands gegen die Invasion der faschistischen italienischen Kräfte – 28. Oktober 1940, heute OXI-Nationalfeiertag -, und der deutschen Wehrmacht – 6. April 1941.  Es folgten drei Jahre deutsch-italienisch-bulgarische Besatzung.

Folgen der Besatzung: Hungersnot (Wikipedia):

„Aufgrund des Krieges kam es im Winter 1941/42 zu einer schweren Hungersnot, der viele Griechen zum Opfer fielen. Schätzungen zufolge starben zwischen 100.000 und 450.000 Menschen an den Folgen; unzählige trugen langfristige gesundheitliche Schäden davon“. (Anm: Die Gesamtbevölkerung des Landes betrug 1940 knapp siebeneinhalb Milllionen Menschen).

Der griechische Widerstand war in jenen Jahren ein von den Alliierten viel beachtetes, gerühmtes und kommentiertes Phänomen. Weder die Deutschen noch auch die Briten hatten damit gerechnet – und er warf ihre Berechnungen ziemlich über den Haufen. Denn in Griechenland wurden Kräfte gebunden, die die Deutschen gegen Russland, die Briten in Afrika gegen die Deutschen einsetzen wollten.

 

Ein paar meiner Fotos vom ausgestellten Material:

Karikaturen

War-Relief Aktionen – um die Menschen vor dem Verhungern zu retten. Sie wurden vor allem von in die USA ausgewanderten Griechen organisiert.

Einer der wichtigsten Helfer in diesem Überlebenskampf war der Esel:

——

Anmerkung zur Hungersnot in Athen:

Ich bin mir bewusst, dass die wenigsten Deutschen Kenntnis über das Ausmaß der Verheerungen hatten und haben, die die deutsche Wehrmacht über dies Land brachte. Eines der am wenigesten beachteten Kapitel ist die Hungersnot, die im Winter 1941-42 wütete und von der auch ich erst erfuhr, als ich im Jahr 1970 erstmals in Athen war. Meine Schwiegermutter erzählte mir davon: wie die Menschen, eben noch rotwangig, auf der Straße umfielen – tot. Mein Mann war damals ein halbes Jahr alt. Die Familie überlebte, weil sie Oliven hatte.

Wer sich genauer über die“Wirtschaftpolitik der deutschen Besatzung in Griechenland“ informieren will, findet eine ausgezeichnete Zusammenfassung hier.

Auch recht informativ ist ein Wiki-Artikel über die durch die deutsche Wehrmacht systematisch herbeigeführte Hungersnot in Griechenland : „Am 28. April 1941 begannen Angehörige der Wehrmacht mit der Plünderung Athens. … Die erbeuteten Waren wurden von den Soldaten in Päckchen in die Heimat geschickt, leere Geschäfte wurden für nachfolgende Soldaten außen markiert. …Ladeneinrichtungen und Möbel wurden als Brenn- und Heizmaterial verwendet. … Durch das Konfiszieren vieler Gerätschaften und aller Fahrzeuge, beispielsweise Mühlen und Lieferfahrzeuge bis hin zu Fahrrädern, wurde die Verarbeitung, Haltbarmachung und Distribution von Lebensmitteln weitgehend unterbunden.

… Auf dem Land waren die Auswirkungen weitaus geringer, da hier … eine Flora und Fauna bestand, die über die beschlagnahmten Lebensmitteln hinaus Essbares bot. Beispielsweise wurden Kerne zu Mehl gemahlen, Wurzeln und Kleintiere verspeist. (sic!)

… Durch die Besatzungsbehörden wurde die systematische Demontage von Fertigungsanlagen geplant und organisiert.

Lebensmittel wurden in großen Mengen und systematisch abgezogen. Eine Mitteilung an das Reichsernährungsministerium besagte, dass für Athen eine tägliche Brotration von 192 g festgelegt worden sei, man diese aber schon kurz darauf auf 92 g habe senken können. Auf dem Land wurde die Verteilung von Brot gänzlich eingestellt. Die beschlagnahmten Lebensmittel wurden vornehmlich zur Versorgung der Wehrmachtstruppen an der Ostfront, Südosteuropa und Afrika eingesetzt. Der Warenwert der Beschlagnahmungen an Lebensmitteln aus staatlichen Lagerhäusern in den ersten Monaten wurde damals von der griechischen Regierung auf 15.480.334 £ geschätzt. Laut Wehrmachtsangaben wurden im November 1941 4.000 Tonnen Feigen, 181.000 Tonnen Rosinen und Trauben, 10.000 Tonnen Olivenöl sowie Reis, Zucker, Fett und andere Lebensmittel konfisziert. …“

Ja, man zählte und registrierte sehr genau die Rosinen, die man klaute. Die Toten, die diese Besatzungspolitik verursachte, zählte man nicht so genau: die Zahlen schwanken zwischen 100 000 und 450 000, bei einer Gesamtbevölkerung von 7.5 Mio. Göbbels erklärte die Blockadepolitik der Briten zur wahren Schuldigen („Ich bekomme einen beklagenswerten Bericht über die Lage in Griechenland. Dort ist der Hunger zu einer Volksseuche geworden. Zu Tausenden sterben die Menschen auf den Straßen von Athen vor Entkräftung, alles eine Folge der brutal durchgeführten britischen Blockade, und zwar gegen ein Volk, das leichtsinnigerweise für die Engländer die Kastanien aus dem Feuer holen wollte. Das ist der Dank von London“.

Joseph Goebbels, Reichspropagandaminister (nachzulesen hier).

Vielleicht hat sich deshalb niemand in Deutschland  gefunden, sich vor den Toten Griechenlands zu verbeugen?

 

 

 

 

 

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PING PONG 063

PING 063

ULLI AN GERDA → VERGANGENES VERGILBT, ZUKÜNFTIGES LIEGT IM NEBEL, GEGENWÄRTIGES …

PONG 063

GERDA AN ULLI →… ZEIGT KLARE FARBEN UND KONTUREN.

„Geometrie der Segel“, Pigmente, Kleister auf Leinwand. (c) Gerda Kazakou

 

PING 064 GERDA AN ULLI → WAS SOLL ICH BEWAHREN, WAS WEGWERFEN, WENN ….

Acht Leinwände mit Figurendarstellungen, Übersicht.

Hier gehts zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

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Women in the Arts / Ausstellung in Athen (Papatheodorou-Valyraki, Yumi Hogan)

Gestern abend freute ich mich, als ich in der Galerie ΣΤΟart KOPAH eine Ausstellung mit dem Titel „Women in the Arts – A Dialogue about Nature & Environment““ entdeckte. Die Malerinnen: die Griechin Mina Papatheodorou-Valyraki und die Koreatin Yumi Hogan – beide mit US-amerikanischer Präsenz.
Als erstes fiel mein Blick auf  „Wälder“ – Stämme, rhythmischer Tanz von Senkrechten, der mich bei meinen Streifzügen durch den Stadtwald immer fasziniert (hier ein Beispiel). Streifenwälder nenne ich sie.

Wäldchen im Schnee, Maroussi, Januar 2019 (eigenes Foto)

Die Malerinnen haben sich des Themas auf sehr verschiedene Weise angenommen: Hogan zeichnet mit traditionellen Mitteln (Sumi Tinte auf Reispapier) und eher kleinformatig, Valyraki fetzt Farblinien und -Flächen aus Akryll und Aluminium auf riesige Leinwände. Je zwei Beispiele, die aber, da Oberflächen und Formate im Foto angeglichen sind, den tatsächlichen Kontrast zwischen den beiden kaum wiedergeben können.

Die Unterschiede zwischenden beiden Malerinnen werden deutlicher, wenn sie sich ihren eigentlichen Themen zuwenden. Zeichenhaft sind beide, doch Hogan ist stark durch die feine ostasiatische Natur-Ästhetik, Valyraki durch die brutale westliche Industrie-Ästhetik bestimmt …

Yumi Hogan: „untitled“, Sumi Tinte auf Hanji Papi, 168 x 50 cm

Details

Mina Valyraki: Kräne wie Bäume…

Hier nun noch ein letztes Beispiel für die diametral entgegengesetzte Ausdrucksweise der beiden Frauen. Beide bedienen sich einer Zeichensprache, arbeiten gestisch, doch wie verschieden ist das, was sich da als Persönlicheit äußert! Das sensible Bild der Koreatin Yuni Hogan nennt sich „Nature of Melody“, mixed media auf Hanji-Papier und ist nur 11.5 x 9.5 cm groß. Das wild-gestische Bild der Griechin Mina Valyraki „Degradatione della Luce“ ist ein Akryllgemälde 150×100 cm mit einem davor installierten Drahtgitter.

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Kleine Dinge ans Licht heben (8): Schlümpfe

Schlümpfe-Wünsche – das ist eine andere Kategorie von Wünschen als die, von denen gestern die Rede war. Aber wenn sich ein Kind eine dieser witzigen Figuren wünscht, ist das Begehren etwa minder heiß als das, sagen wir, einer jungen Frau, die sich den Herzensmann herbeisehnt?
Der damals Schlümpfe Wünschende ist inzwischen längst erwachsen und fort. Auf anderes richten sich seine Wünsche. Von all den Schlümpfen blieben anscheinend nur zwei in unserem Haushalt zurück. Ich bemerkte sie heute im Setzkasten auf dem Balkon. Eine dicke Patina hatte sich auf ihnen abgelagert. Das harte Plastik, aus dem sie gegossen sind, lässt sich leicht säubern. Was ich tat. Um sie zu zeichnen: in der linken Hand den Ureinwohner mit dem Speer, in der rechten den Ballspieler. Gezeichnet habe ich mit der jeweils anderen Hand.

Ich habe die Zeichnung drinnen wie draußen aufgenommen und auch bearbeitet. Hier eine Licht-Schatten-Fotografie der Zeichnung, aufgenommen auf dem Balkon.

Manchmal wirken die beiden Wichte wie auf einer Bühne mit schlechter Beleuchtung oder in einem alten TV-Stück, als es noch keinen Farbfernseher gab (aus jener Epoche stammen sie tatsächlich), manchmal trist wie aus einer vergessenen Zeit, dann wieder beleben sie sich und nehmen Farbe an…..

Doch, es ist noch Leben in ihnen! Man muss sie nur beachten und ans Licht heben!

 

 

 

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Kleine Dinge ans Licht heben (7): Bittbrief an die Ahnen.

Zur  Zeichnung „Starke Bindung“ gab es ein lebhaftes Echo im Kommentarstrang. Ein Kommentar kam von Ulli. Sie schrieb: „… Es geht mir gut damit, wenn ich alle meine Ahnen im Rücken spüre, sei es Gabe, sei es Aufgabe….“

Und so ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass ich heute beim Kramen auf dem Grund einer blauweißen Steingutvase ein eingerolltes Zettelchen fand. Neugierig rollte ich es auseinander und hob es ans Licht. Es war ein Bittbrief an meine Ahnen! Geschrieben hatte ich ihn vor 13 Jahren, am 24. September 2006, als wir zu einer langen Reise aufbrachen. Es war das erste (und einzige) Mal, dass wir den Atlantik überquerten, um die USA, Mexiko und Kuba zu besuchen.

Damals also schrieb ich, angeregt wohl durch eine Freundin, die derlei Rituale kennt und schätzt, ein Briefchen, in dem ich die Vorfahren einlud, uns zu begleiten (sofern sie die andere Seite des Atlantik kennenlernen wollten) und sie bat, auf uns und unsere Lieben, auf unser Haus, unsere Tiere und Pflanzen aufzupassen, während wir weg waren.

Kindereien? Nun. Es gibt eine weltweite sehr lebendige Wunschkultur. Grad vorgestern stieß ich bei einem indischen Leser meines Blogs auf einen Bericht dazu (Wish fulfilling Temples). Und heute las ich in Julias schönem Blog „Athenmosaik“ über die Wunschformeln, mit denen sich die Menschen hier Gutes wünschen. Wer bin ich anzuzweifeln, was für so viele Menschen von großem Wert ist?

Wie auch immer: Wir sind auf unserer großen Reise wunderbar beschützt gewesen, und unseren Lieben, unserem Haus und Getier ist in unserer Abwesenheit nichts Böses zugestoßen.

Hier seht ihr, wie ich zuerst die Vorderseite des Zettelchens mit der rechten, dann die Rückseite mit der linken Hand halte, um den Text zu lesen und für euch abzuschreiben.

bearbeitet:

Eure Gedanken zu Wunschritualen würden mich interessieren.

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