„Flügelhände“. Tägliche Zeichnung

Gestern zeigte ich zwei Bearbeitungen dieser Zeichnung im Zusammenhang mit der abc-etüde. Nun die Zeichnung selbst.

Die Idee war, die Handschale aufzulösen und die Hände als Flügel zu zeichnen, indem ich die Handgelenke kreuzte. Wieder gab es das Problem, dass ich immer nur die eine Hand sehen konnte, da die andere ja zeichnen musste. Das zwang mich, mir einige der Verhältnisse zwischen den Händen einzuprägen: Wo und wie treffen sie aufeinander, in welchem Winkel stehen sie zueinander, wie verschatten sie sich? Hinzu kommt, dass ich das Papier zum Zeichnen brauche, also die Hand immer mal ein wenig hin und herrücken muss. Auch das zwingt mich, mir meine Beobachtungen einzuprägen und jedenfalls für kurze Zeit mich zu erinnern: die Lebenlinie A und die Lebenslinie B treffen sich da und da….

Es geht bei diesen Studien also nicht nur ums genaue Beobachten, sondern auch ums Erinnern. Gut gegen Alzheimer – hoffe ich.

Die gezeichneten und bearbeiteten Flügelhände habe ich dann in verschiedene Positionen gebracht. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich die Wirkung verändert.  esist eben vieleseine Frage des Standpunktes zum Objekt…..

Natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten, mit den Farben zu spielen.

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 10 Kommentare

abc-Etüde. Für die Unbehausten

Noch ein Versuch zu den Wörtern, die Bernd uns   gespendet hat. Danke, Christiane, für deine treue Begleitung!

Diesmal habe ich eine den Wörtern eher angemessene Ernsthaftigkeit gesucht. Zur Hilfe kamen mir die Handstudien, die ich derzeit mache. Die für die Etüde ausgewählte Zeichung ist von heute, ich nenne sie „Flügelhände“ (eine digital bearbeitete Zeichnung).

IMG_0677webvvvv

„Flügelhände“, blauer Kugelschreiber, schwarzer Tintenstift, digital bearbeitet, gedreht. 2019-11-23

Den Unbehausten

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…“

So murmelte die unbehauste Alte,

sie kannte das Gedicht, ach war das lange her

sie ahnte damals nicht dass es ihr galte.

Von Unbehausheit schien sie weit entfernt

Und Schwermut kannten nur die andern

Sie hatte nur den leichten Weg gelernt

Und die Natur, die liebte sie beim Wandern.

 

Sie naschte, was der Wald ihr brachte

Und haschte nach dem Licht, das leise

Durch Blätterdächer fiel und lachte

Und fühlte sich sehr leicht und weise.

Doch dann kam alles anders als gedacht

Sie blieb allein in ihrem Hause hocken

Seit ER ihr starb, hat sie nicht mehr gelacht

Und ließ sich selten noch nach draußen locken.

 

Bis dann auch dieses Haus ihr ward genommen

Weil alles Geld  schon längst vertrunken war

Seither ist sie sehr weit herumgekommen

Doch war die Welt nicht mehr so wunderbar.

Die Nacht war kalt, der Morgen graut verdrießlich

Die Decke ist vom Grase feucht und schwer

Die Füße, wund vom Laufen schließlich

Sie weigern sich, sie wollen nun nicht mehr.

 

„Schwermütig, ach“, so seufzt die Alte wieder,

„schien mir das Lied, doch ahnt ich damals nicht

dass was sie sagen, diese alten Lieder

sich irgendwann ins eigne Leben flicht.“

Sie seufzt sehr tief und reibt sich ihre Augen

Die rot vom Alter und von Kälte sind

Besonders viel die Augen nicht mehr taugen

Doch immerhin sind sie nicht blind.

 

Sie schaut herum, sucht Stock und Tuch zusammen

Und schüttelt welkes Laub vom Haar

Und von dem Mantel und mit klammen

Händen rafft sie, was von der Habe übrig war.

Und schaut hinauf zum Himmel, der sich rötet

Im Morgenlichte wehen Wolken hin wie Hände

Im  Walde knackt ein Ast, und eine Amsel flötet

Ach wenn das Morgenlicht doch niemals schwände!

IMG_0677webvvvv

„Flügelhände“, blauer Kugelschreiber, schwarzer Tintenstift, digital bearbeitet. 2019-11-23

Veröffentlicht unter abc etüden, Allgemein, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, Umwelt, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 24 Kommentare

Handschale (Schatten sammeln). Tägliche Zeichnung, zweifarbig

Die eigenen Hände als Handschale zeichnen – würde es mir gelingen? Ich konnte ja immer nur die eine Hand betrachten, während die andere zeichnete. Benutzt habe ich diesmal zwei Stifte: einen blauen Kugelschreiber und einen schwarzen Tintenstift – das würde den Bearbeitungen zugute kommen. Fotografiert habe ich die fertige Zeichnung bei Tageslicht.

Handschale, 2-farbige Zeichnung 2019-11-23

Schatten wollte ich sammeln in meiner Handschale.

vielleicht auch flüssige oder

oder lichtvolle Farben.

Würde die Schale halten? Oder hatte sie Risse und Sprünge?

 

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 20 Kommentare

Nichts ans Licht heben (12): Herbstwald

Handzeichnung, blauer Kugelschreiber, unter Lampe fotografiert, 2019-11-22

Sind Hände leer, wenn sie Nichts halten? Oder ist das, was sie halten, nur unsichtbar, wie so vieles, was sich unseren groben Sinnen entzieht?

Handzeichnung, blauer Kugelschreiber, unter Lampe fotografiert, Lichtkegel 2019-11-22

Mit digitalen Mitteln wird sichtbar, was sich dem normalen Blick entzieht: die Farbigkeit der Fotografie.

Handzeichnung, blauer Kugelschreiber, unter Lampe fotografiert, farbverstärkt 2019-11-22

Und da zeigt sich: meine leeren Hände heben einen Herbstwald ans Licht. ….

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, elektronische Spielereien, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 21 Kommentare

Dinge ans Licht heben (11): „große Worte – leere Worte“ (mit Musik von Xarhakos)

Was ist das für ein Büchlein, das ich da ans Licht hebe, fragst du? Frag nicht, es ist gleichgültig.  Was kritzele ich da aufs Blatt? Es braucht dich nicht zu interessieren.

Dies war die erste Fassung, auf die ich, als dreidimensionalen Kontrast, einen Schlumpf stellte. Der stand hier noch herum. Er war es dann auch, der mir den Gedanken zuflüsterte: „Was willst denn damit? Geh lieber schlafen!“

Ich aber hörte nicht auf ihn, sondern auf die Musik von Stavros Xarhakos und auf die Worte von Nikos Gatsos, die ich nun schon so lange kenne: Τα ψεύτικα τα λόγια τα μεγάλα μου τα ‚πες με το πρώτο σου το γάλα. (Die verlogenen großen Worte hast du mir mit deiner ersten Milch eingeflößt….), und mein Gemüt wurde schwer.

Viele Interpretationen dieses großartigen Liedes gibt es, oft zusammen mit Videos, die es illustrieren. Immer hat es mit Vertreibung und Heimatverlust zu tun. Heimat wird hier angerufen als „Mama Hellas“, die ihre Kinder mit großen Worten füttert, sich mit dem Schmuck der Antike bekleidet und die, ohne Tränen zu vergießen, ihre Kinder in die Sklaverei verkauft. Die Klage ist echt – denn die, die sie singen, sind selbst Opfer der großen Worte, immer wieder.  Es ist eine Selbstanklage.

Ich lernte es 1967, zu Beginn der Militär-Diktatur 1967-74 kennen, dann hörte ich es oft während der laufenden Krise, durch die über eine halbe Million junger  Griechinnen und Griechen das Land verlassen mussten, um anderswo Arbeit zu finden.

eine Interpretation mit Bildern der „kleinasiatischen Katastrophe“ von 1923

eine Interpretation von Wassilis Lekkas während einer beliebten Fernsehshow.

Δεν έχω σπίτι πίσω για να `ρθώ                  ich habe kein Zuhause, um zurückzugehen
ούτε κρεβάτι για να κοιμηθώ                       kein Bett um zu schlafen
δεν έχω δρόμο ούτε γειτονιά                        habe keine Straße, keine Nachbarschaft
να περπατήσω μια Πρωτομαγιά.                 um dort am 1. Mai spazierenzugehen.

Τα ψεύτικα τα λόγια τα μεγάλα                   die verlogenen die großen Worte
μου τα ‘πες με το πρώτο σου το γάλα.        hast du mir mit der ersten Milch eingeflößt.

Μα τώρα που ξυπνήσανε τα φίδια              aber jetzt, wo die Schlangen aufgewacht sind
εσύ φοράς τα αρχαία σου στολίδια             trägst du deine antiken Schmuckstücke
και δε δακρύζεις ποτέ σου μάνα μου Ελλάς  und vergießt niemals Tränen, Mama Hellas
που τα παιδιά σου σκλάβους ξεπουλάς.     wenn du deine Kinder als Sklaven verkaufst.

Τα ψεύτικα τα λόγια τα μεγάλα                   die verlogenen die großen Worte
μου τα ‘πες με το πρώτο σου το γάλα.        hast du mir mit der ersten Milch eingeflößt.

Μα τότε που στη μοίρα μου μιλούσα          doch dann, als das Schicksal mit mir redete
είχες ντυθεί τα αρχαία σου τα λούσα          hast du deine alte antike Pracht angezogen
και στο παζάρι με πήρες γύφτισσα μαϊμού und führtest mich auf den Basar,
Ελλάδα Ελλάδα μάνα του καημού.              Griechenland, Mutter der Klage.

Τα ψεύτικα τα λόγια τα μεγάλα                   die verlogenen die großen Worte
μου τα ‘πες με το πρώτο σου το γάλα.         hast du mir mit der ersten Milch eingeflößt.

Μα τώρα που η φωτιά φουντώνει πάλι      doch jetzt, wo das Feuer wieder hoch aufflackert
εσύ κοιτάς τα αρχαία σου τα κάλλη            betrachtest du deine antiken Herrlichkeiten
και στις αρένες του κόσμου μάνα μου Ελλάς und die Arenen der Welt, meine Mama Hellas
το ίδιο ψέμα πάντα κουβαλάς.                      die gleiche Lüge schleppst du immer mit dir.

IMG_0642 bb

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, die griechische Krise, Feiern, Flüchtlinge, Katastrophe, Krieg, Leben, Meine Kunst, Musik, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 31 Kommentare

Tägliche Zeichnung: „Was die Rechte schreibt, radiert die Linke aus“.

Was ist von dem, was ich tue, bewahrenswert? Was die Rechte schreibt, löscht die Linke aus.

Während draußen ein Gewitter tobt, zeichne ich ein weiteres Mal meine Hände. Diesmal mit blauem Kugelschreiber.

schreibende Rechte, löschende Linke – Kugelschreiberzeichnung 2019-11-21

Als Bas-Relief bearbeitet, scheint es fast so aus, als wäre der Moment in Stein gehauen und sollte für alle Ewigkeit bestehen bleiben: schreiben – löschen – schreiben – löschen.

schreibende Rechte, löschende Linke – Kugelschreiberzeichnung bearbeitet.

Veröffentlicht unter Allgemein, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Philosophie, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 31 Kommentare

Meisterlich gepinselt: Qi Baishi, Ausstellung in der Stiftung Theoharakis, 18.11.2019

Vielleicht hätte ich diese schöne Ausstellung unerwähnt gelassen – denn wer interessiert sich heute schon für den chinesischen Meister Qi Baishi, der Anfang des 20. Jahrhunderts, weit vor der Revolution, Landschaften, Blumen und Enten zeichnete? Wenn ich doch davon erzähle, so vor allem wegen der Fliege.

Leider kann ich das reine Weiß des Hintergrunds nicht ohne die schwache Spiegelung meiner Selbst zeigen. Auf diesem Weiß sitzt eine Fliege – in feinster traditioneller Weise draufgetuscht. Hier seht ihr sie herangezoomt.

Wie sich manche meiner geneigten LeserInnen vielleicht erinnern, habe ich mich im September-November eifrig bemüht, Insekten zu zeichnen, beginnend mit einer Fliege. Ich hatte als Vorlage die ausgezeichneten Fotos von Gerhard (KopfundGestalt), leicht handzuhabende Kugelschreiber und dennoch meine liebe Mühe.

Und da kommt ein chinesischer Pinselmagier vom Anfang des vorigen Jahrhunderts daher und zaubert – natürlich ohne Fotovorlage – die allerfeinsten Insekten aufs Reispapier. Nicht nur Fliegen, nein, sondern vieles, was da so kreucht und fleucht.  Der Meister möge es meiner westlichen Eile nachsehen, wenn ich all diese feinsten Wesen, denen er je eine große Fläche zuordnete,  in Zeitraffermanier als Ausschnitte auf einem Blatt zusammenfasse.

Ein paar der Originale möchte ich aber doch zeigen, um die Dimensionen vor Augen zu führen. Vielleicht gelingt dir ja die Zuordnung der oben gezeigten Insekten zu den Bildern unten.

Der Meister namens Qi Baishi – wer war das?

Die Geschichte des Malers geht natürlich noch weiter, wie die Geschichte seines Landes ja auch. Und sein Leben machte die Aufs und Abs mit. Dabei verfeinerte er seine Kunst und wurde schließlich sogar das, was man erfolgreich nennt: er wurde geehrt und besaß viele schöne Pinsel und andere Gerätschaften, darunter hunderte von Stempeln, mit denen er seine Zeichnungen schmücken konnte.

Natürlich zeichnete er nicht nur Insekten, sondern auch all die anderen Motive, die wir aus der traditionellen chinesischen Kunst kennen. Dabei machte mir insbesondere der Gegensatz zwischen den feinsten Zeichnungen der Insekten und der abstrahierenden und manchmal fast primitiven Pinselführung bei anderen Themen Eindruck. Hier ein paar Bildausschnitte.

Und noch ein letztes Foto, mit dem ich dem Meister meine Verbundenheit zeigen möchte: meine lebendige Schattenhand vom Jahre 2019 verband ich mit seiner schattenhaften Pinselzeichnung aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, ausstellungen, elektronische Spielereien, Insekten nach Fotos, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Tiere, Umwelt, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 25 Kommentare

Kunst-Adeptinnen. Skizzieren und Sinnieren auf einem Balkon über der Königin-Sofia-Allee, Athen 19.11.2019

Nach der Hammer-Ausstellung mit Werken von Georgia Fambris schlich ich mich in eine andere nahbei, die Seelenfrieden versprach: traditionelle chinesische Kunst in der Stiftung Theoharakis (darüber gesondert). Doch zunächst brauchte ich einen Espresso. Die Tischchen auf dem schmalen Balkon im zweiten Stock, von Verkehrslärm überflutet, aber mit erlesenem Blick auf die Königin-Sofia-Allee, waren frei. Während ich noch überlegte, welchen Straßenausblick ich skizzieren würde, setzte sich eine Frau mit dickem Zopf ans Tischchen vor mir, und kurz darauf fanden noch zwei junge Frauen den Weg auf den Balkon. „So ist es“, dachte ich, während ich mit der Skizze begann, „immer sind es Frauen,  die die Ausstellungen besuchen, genauso wie bei Seelenfindungs-Seminaren: immer Frauen“.

„Immerhin sieht man jetzt auch Künstlerinnen in ausgezeichneten Galerien. Grad hatte ich ja eine gesehen. Eine ziemlich rüde Kunst, böse und verzweifelt. Hatte sich das Frausein zum Thema gemacht. Männer machen nie das Männersein zum Thema. Na ja, vielleicht neuerdings doch, ich hatte ja vor ein paar Tagen diesen anderen Künstler angeschaut, der seine Männer mit großen Busen ausstattete und das Ganze mit dem Titel „Anima“ versah…. Zum Thema macht man wohl das, was irgendwie problematisch geworden ist.

Vor den aggressiven Bildwerken der Georgia Fambris hatte ich eine schmale Frau stehen sehen, zögerlich und abwehrend schien sie mir.  Dann wie mit einem Aufatmen eilte sie zu den eher fragilen Zeichnungen. Mir ging es ja nicht anders….

Was suchen wir Frauen? Was treibt uns zur Kunst, in die Workshops zur Selbstfindung, in die Kirchen … na ja, jetzt weniger in Kirchen, eher in Ashrams oder andere religiös-lebenshelferische Veranstaltungen…. Ist uns etwas verloren gegangen und wir suchen und suchen, aber an der falschen Stelle, wie der Betrunkene, der seinen Schlüsselbund nicht dort sucht, wo er ihn verloren hat, sondern unter der Laterne, weil da Licht ist?…

Manche Frauen zieht es ja neuerdings mächtig in die Politik“, so sinnierte ich weiter, „fühlen sich am rechten Platz, wo sie erfolgreich mit Männern konkurrieren. Hillery zum Beispiel oder die andere, die jetzt die EU führen soll, oder die mit dem Gewehrnamen, AKK, die hat es ins Kriegsministerium gezogen, mit dem Ehrgeiz vielleicht, endlich auch mal eine richtige Schlacht anzuführen, mit echten Toten… während andere Terrains, die mir eigentlich mehr am Herzen liegen, vor allem von Männern besetzt werden: Friedensforschung zum Beispiel…“

„Sind wir einfach nur hysterisch?“ so fragte ich mich und trank meinen kaltgewordenen Espresso, während ich die Frauen vor mir auf dem schmalen Balkon skizzierte.

Dann zog ich weiter in die Ausstellung mit chinesischer Tuschmalerei im dritten und vierten Stock. Dorthin zog es auch ein älteres Ehepaar. Die Frau besah sich die Bilder, der Mann ließ sich auf einem Stuhl nieder und wartete geduldig, bis seine „bessere Hälfte“ mit der Kunst durch war….

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, ausstellungen, Kunst, Leben, Meine Kunst, Philosophie, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 18 Kommentare

Women in the Arts (2): Georgia Fambris (Ausstellungsbesuch in Athen, 19.11.2019)

Harte Malerei, schwer zu verkraften, aber nichtsdestoweniger sehr sehenswert. Zumal es  eine Frau und kein Mann ist, die das moderne Verständnis von Frausein hier herausfordert. Außerdem: sie kann malen.

Georgia Fambris, Jahrgang 1973, in Genua geboren, in Athen lebend, hat zunächst Ikonenmalerei studiert. Hat sie aus diesen Anfängen ihre Beherrschung der Fläche, die Farbenfreude und – wie so viele griechische Maler – die Faszination durch die menschliche Gestalt mitbekommen? Doch sonst ist nicht viel davon übrig geblieben: Großäugige Heiligkeit der Gestalten solltest du nicht hier erwarten. Denn es geht um den alltägichen Lebensausdruck der Hausfrau-Ehefrau-Mutter.

Diese Malerin attackiert die Leinwand und die Nerven der Betrachterin mit kalkulierter Wucht und unter der Gürtellinie. Was sich da zwischen Küche und TV, zwischen Couchtisch und Kinderzimmer an Leben entfaltet, ist (so empfinde ich es) ein bunter Alptraum der körperlichen Entfremdung  und des geistigen Nichts. Ich musste an Ule Rolffs Kommentar zum gestrigen Ping-Pong “ WAS WEISS MAN MIT SIEBZEHN VON DER LIEBE, WAS WEISS MAN VOM STERBEN? MEHR ALS MAN SOLL UND ERTRAGEN KANN denken: „Und wir können es in uns begraben oder lebendig erhalten. Ich weiß nicht, welcher Weg der bessere ist. Es in starke Bilder zu gießen ist auch einer.“ schrieb Ule.

Die großformatigen Bilder, gestern gesehen in der Ausstellung „All I miss. Since forever“ in der traditionsreichen Galerie Zoumboulaki am Kolonaki-Platz in Athen, erinnerten mich ikonografisch stark an Max Beckmann. Aber schau selbst! (Anklicken macht die Bilder besser sichtbar).

Außer diesen großen Bildern wurden Zeichnungen der Künstlerin gezeigt, die um vieles sensibler die häusliche Situation aufgreifen. Hier siehst du nicht Figuren, sondern in ihrer Zartheit und Hilflosigkkeit erkennbare Menschen.

 

Geradezu klassisch die im heimischen Herd gefangene Frau …

Ich weiß schon, warum ich diese Abneigung gegen die Küche habe und sie lieber dem Mann überlasse 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, ausstellungen, Erziehung, Fotografie, Kunst, Leben, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 27 Kommentare

Ping Pong 065 ZUM TOTENGEDENKEN

PING 065

ULLI AN GERDA → WAS WEISS MAN MIT SIEBZEHN VON DER LIEBE, WAS WEISS MAN…

PONG 065

GERDA AN ULLI → … VOM STERBEN? MEHR ALS MAN SOLL UND ERTRAGEN KANN.

„ich wusste, was alle mit Schweigen bedeckten“. Papiere, Pigmente, Kleister auf Leinwand (Bildausschnitt)

 

PING 066

GERDA AN ULLI → IN MIR LEBEN DIE TOTEN, DIE ….

„In mir leben die Toten, die…“ Pigmente, Kleister auf Pappe (Bildausschnitt)

 

Hier geht es zu allen bisherigen PingPongs → https://cafeweltenall.wordpress.com/galerien/ping-pong/.

DIE IDEE→ https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/02/05/ping-pong-001-2019/

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Leben, Malerei, Meine Kunst, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 14 Kommentare