Kleine Dinge ans Licht heben (8): Schlümpfe

Schlümpfe-Wünsche – das ist eine andere Kategorie von Wünschen als die, von denen gestern die Rede war. Aber wenn sich ein Kind eine dieser witzigen Figuren wünscht, ist das Begehren etwa minder heiß als das, sagen wir, einer jungen Frau, die sich den Herzensmann herbeisehnt?
Der damals Schlümpfe Wünschende ist inzwischen längst erwachsen und fort. Auf anderes richten sich seine Wünsche. Von all den Schlümpfen blieben anscheinend nur zwei in unserem Haushalt zurück. Ich bemerkte sie heute im Setzkasten auf dem Balkon. Eine dicke Patina hatte sich auf ihnen abgelagert. Das harte Plastik, aus dem sie gegossen sind, lässt sich leicht säubern. Was ich tat. Um sie zu zeichnen: in der linken Hand den Ureinwohner mit dem Speer, in der rechten den Ballspieler. Gezeichnet habe ich mit der jeweils anderen Hand.

Ich habe die Zeichnung drinnen wie draußen aufgenommen und auch bearbeitet. Hier eine Licht-Schatten-Fotografie der Zeichnung, aufgenommen auf dem Balkon.

Manchmal wirken die beiden Wichte wie auf einer Bühne mit schlechter Beleuchtung oder in einem alten TV-Stück, als es noch keinen Farbfernseher gab (aus jener Epoche stammen sie tatsächlich), manchmal trist wie aus einer vergessenen Zeit, dann wieder beleben sie sich und nehmen Farbe an…..

Doch, es ist noch Leben in ihnen! Man muss sie nur beachten und ans Licht heben!

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Antworten zu Kleine Dinge ans Licht heben (8): Schlümpfe

  1. Ulli schreibt:

    Ich bewundere immer wieder deine Fertigkeit mit beiden Händen zeichnen zu können, das können wohl nicht viele!
    Ja, nun hast du die beiden Schlümpfe wiederbelebt, was doch ein Licht und Farbe können 😉
    herzlichst, Ulli

    Gefällt 3 Personen

  2. puzzleblume schreibt:

    Schön beleuchtet, die Schlümpfe und die ganz persönliche Geschichte, die zwei kleine Massenprodukte durch die Hände, die sie berührt haben, und das Licht in dem sie nun zu betrachten sind, verliehen bekommen haben .

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      danke Puzzleblume. Mir ging es vor allem um eine Fortsetzung des Themas „Wünschen“. Was ist es, was ein Objekt für ein Kind oder einen Erwachsenen so wünschenswert macht – und unter welchen Umständen verliert es seine Attraktivität? Wenn ich das Objekt jetzt durchs Zeichnen wiederbelebe, willl ich nicht die Wunschmagie wiederherstellen (das ginge ja auch nicht), sondern es fern von allem Wünschen nur in seiner Existenz, seinem So-Sein bestätigen.
      Der Schlumpf – ein Objekt der Begierde, der Porsche – ein Objekt der Begierde, der Ranzen – ein Objekt der Begierde, die Frau – ein Objekt der Begierde….. oder eben auch nicht, sondern nur „so-seiend“.

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  3. pflanzwas schreibt:

    Alle Bilder sind toll und bewundernswert, wie gut du mit beiden Händen zeichnen kannst! Die farbigen Variationen erinnern mich neben alten Farbfernsehbildern auch an Comics. Sehr effektvoll in ihrer Wirkung.

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  4. wildgans schreibt:

    Schattenwurfschlurfschlümpfe…Liebt Piris Tochter diese Figürchen nicht so sehr?
    Gruß von Sonja

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  5. Ule Rolff schreibt:

    Tatsächlich: wie aus einem Comic wirken manche der Bearbeitungen.
    Die beidhändige Zeichnung finde ich bewundernswert … hast du den komplexen Handteil auf der Seite kleiner gehalten, die du mit der „schwächeren“ Hand zeichnen musstest? Oder bist du mit beiden Händen wirklich gleich geschickt?
    Faszinierend jedenfalls das Ergebnis!

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. Die rechte Hand ist feinmotorisch recht gut geschult, weil ich als Kind damit schreiben musste – und es seither auch tue. Meine Handschrift ist allerdings schlecht, und das meiste kann ich mit der Rechten sehr schlecht tun (zB schneiden).

      Die linke Bildseite habe ich aus anderen Gründen kleiner gehalten: der „wilde Mann“ tritt gerade aus dem Dunkeln ins Licht, während der weiße „Ballspieler“ wie selbstverständlich das helle Terrain beherrscht, das zudem ausgedehnter ist und auf der „Zukunftsseite“ (rechts) liegt. Ob seine Hand in Abwehr oder begrüßend oder in einer sportlichen Geste gehoben ist (der Schläger fehlt), kann jeder selbst interpretieren.

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    • gkazakou schreibt:

      Aber ja! Kennst du eigentlich meine Zwergengeschichten („wenn Zwerge reisen“) oder die mit Mme Kolokytha? (nur so als Beispiele)

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