Women in the Arts / Ausstellung in Athen (Papatheodorou-Valyraki, Yumi Hogan)

Gestern abend freute ich mich, als ich in der Galerie ΣΤΟart KOPAH eine Ausstellung mit dem Titel „Women in the Arts – A Dialogue about Nature & Environment““ entdeckte. Die Malerinnen: die Griechin Mina Papatheodorou-Valyraki und die Koreatin Yumi Hogan – beide mit US-amerikanischer Präsenz.
Als erstes fiel mein Blick auf  „Wälder“ – Stämme, rhythmischer Tanz von Senkrechten, der mich bei meinen Streifzügen durch den Stadtwald immer fasziniert (hier ein Beispiel). Streifenwälder nenne ich sie.

Wäldchen im Schnee, Maroussi, Januar 2019 (eigenes Foto)

Die Malerinnen haben sich des Themas auf sehr verschiedene Weise angenommen: Hogan zeichnet mit traditionellen Mitteln (Sumi Tinte auf Reispapier) und eher kleinformatig, Valyraki fetzt Farblinien und -Flächen aus Akryll und Aluminium auf riesige Leinwände. Je zwei Beispiele, die aber, da Oberflächen und Formate im Foto angeglichen sind, den tatsächlichen Kontrast zwischen den beiden kaum wiedergeben können.

Die Unterschiede zwischenden beiden Malerinnen werden deutlicher, wenn sie sich ihren eigentlichen Themen zuwenden. Zeichenhaft sind beide, doch Hogan ist stark durch die feine ostasiatische Natur-Ästhetik, Valyraki durch die brutale westliche Industrie-Ästhetik bestimmt …

Yumi Hogan: „untitled“, Sumi Tinte auf Hanji Papi, 168 x 50 cm

Details

Mina Valyraki: Kräne wie Bäume…

Hier nun noch ein letztes Beispiel für die diametral entgegengesetzte Ausdrucksweise der beiden Frauen. Beide bedienen sich einer Zeichensprache, arbeiten gestisch, doch wie verschieden ist das, was sich da als Persönlicheit äußert! Das sensible Bild der Koreatin Yuni Hogan nennt sich „Nature of Melody“, mixed media auf Hanji-Papier und ist nur 11.5 x 9.5 cm groß. Das wild-gestische Bild der Griechin Mina Valyraki „Degradatione della Luce“ ist ein Akryllgemälde 150×100 cm mit einem davor installierten Drahtgitter.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Women in the Arts / Ausstellung in Athen (Papatheodorou-Valyraki, Yumi Hogan)

  1. kopfundgestalt schreibt:

    Du hast es gut!

    Letzthin Diskussion mit Freunden.
    Ich will im Grunde nur noch Gegenwartskunst sehen. Brauch keine Impressionisten oder Expressionisten oder Renoirs.
    Man hat diese Dinge schon zu lange gesehen!

    Die vorgestellten sind interessant. Mir fiel
    Arme wie Bäume
    besonders auf.

    Gefällt 1 Person

  2. wildgans schreibt:

    Vornehm durch feine Kunstausstellungen schreiten, was für eine überaus anregende Sache.
    Abendgruß von Sonja

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      hm, vornehm? Nun, wie auch immer: Danke! Hinterher war ich noch ineinem Untergrund- Kino, das ich auch im Vorbeigehen entdeckte: „Les Miserables“. So was mag ich, tue es heutzutage zu selten: Einfach mal losgehen und gucken, was es so gibt.

      Gefällt 3 Personen

      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Viel lieber so , statt vornehm! Da läßt sich viel mehr entdecken

        Gefällt 1 Person

      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Wie toll muß diese Ausstellung gewesen sein, liebe Gerda
        Beide sind sehenswert, jede in ihrer Art, und beide beherrschen ihre Kunst virtuos.
        Sie *spielen* mit dem Material, das ihnen liegt und es entsteht große Kunst.
        Bewundernswert, alle beide.

        Gefällt 1 Person

  3. Myriade schreibt:

    Eine Freude ist es, was für verschiedenartige Ausstellungen du in letzter Zeit besucht hast !

    Gefällt 6 Personen

  4. Katrin - musikhai schreibt:

    Das sieht sehr interessant aus! Ich kann Myriade nur zustimmen. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

    Gefällt 1 Person

  5. kowkla123 schreibt:

    liebe Gerda, das ist dir wieder gut gelungen, lasse es dir auch Heute gut gehen, Klaus

    Gefällt 1 Person

  6. Ulli schreibt:

    Schön, wenn sich zwei Menschen zusammen tun und ihr eigene Sprache dem/der anderen gegenüber oder nebeneinander stellt – mit unserem PingPong machen wir ja auch nichts anderes. Unsere Bildsprache ist meistens sehr unterschiedlich und doch lassen sich Parallelwelten finden, wie eben auch hier bei diesen beiden sehr unterschiedlichen Künstlerinnen. Anfangs dachte ich ja, dass die Koreanrin meine Favoritin sei, aber das hob sich auf. Ich mag deine Auswahl und die beiden sehr unterschiedlichen Sprachen.
    liebe Grüße
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

  7. pflanzwas schreibt:

    Beeindruckende Arbeiten, die ich alle sehr ansprechend finde (gerade fragte ich mich, wie es wohl ist, auf Reispapier zu malen – hast du das schon mal gemacht? Es sieht interessant aus!). Eigentlich hätte ich ein fast passendes Foto zu den Kränen, aber nicht hier im Blog. Ich schließe mich den anderen an: Danke für diese interessanten Ausstellungsberichte!

    Gefällt 2 Personen

  8. Susanne Haun schreibt:

    Danke, Gerda, dass du uns auf eine Ausstellung von Frauen aufmerksam machst. Die Sichtbarkeit der Frauen in der Kunst wird immer besser. Das freut mich sehr. Vielleicht liegt es auch daran, dass Frauen inzwischen auch in großen Museen als Kuratorinnen, Kunsthistorikerinnen und Ausstellungsmacherinnen arbeiten.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    liebe Grüße von Susanne

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Danke, Susanne! Hättest du evtl. Lust, dich an einer (wie oben bei Ulli angeregten) gemeinsamen Thematik zu beteiligen? Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

      • Susanne Haun schreibt:

        Liebe Gerda,
        ich hätte schon Lust dazu, habe aber im Moment leider überhaupt keine Zeit, um mich an einem weiteren Projekt zu beteiligen. Ich arbeite für eine Ausstellung an großen Arbeiten und neben dem weihnachtlichen Wahnsinn und dem Leben bleibt leider nichts mehr an Zeit übrig.
        Liebe Grüße von Susanne

        Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Ich dachte es mir, Susanne, wollte dich trotzdem fragen. Mir schwebt übrigens als erstes Thema vor: „die Frau in der bildenden Kunst“ – Frau als Künstlerin, Agentin, Modell, Gegenstand, Kunstliebhaberin, Kundin, Kuratorin, Kunsthistorikerin; Ausstellungsbesucherin…. Darauf kam ich wegen deines Kommentars auf die obige Ausstellung: Wenn du doch noch Lust bekommst oder andere weißt, die Lust hätten, sag Bescheid…..

      Gefällt 1 Person

      • Susanne Haun schreibt:

        Das mache ich, Gerda. Im Moment kämpfe ich mit der Priorisierung meiner Zeit. Zeit ist tatsächlich kostbarer als Geld. Wenn ich Geld verliere, habe ich die Möglichkeit, neues zu verdienen. Zeit, die ich verliere, die ist unweigerlich weg!
        Welch ein Streß!

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