Abc-Etüden: Da-Da-das letzte Aufgebot (Kata-Strophen einer Werbeagentur für Flugreisen)

Nun also doch noch ein Etüdchen! Immer kurz vor Toresschluss, damit Christiane, die liebevolle etüden-Verwalterin, noch ne Nachtschicht einlegen muss. Tut mir leid, Christiane. Danke auch dir, Anna-Lena von https://visitenkartemyblog.wordpress.com/ für deine knifflige Wortspende.

Ist Da-Da, wie unsere Zeit, wo sich die Flugagenturen was einfallen lassen müssen, damit ihnen die umweltbewusste Klietel, die trotzdem fliegen will, nicht wegbleibt. Ist DaDa, und kann daher so und auch anders und dann noch mal anders verstanden werden. Ganz wie es beliebt.

Gesang

„Heuer wieder Himmelsleuchten!

Das ist sehr suspekt.

Was wir bräuchten

Will mir scheinen

Ist ein tüchtger

Kehrichtmann,

Der den Dreck

Hier mal weg

Macht

Wäre doch gelacht ….

 

Gegengesang:

„Hat der Herr

Es nicht vernommen?

Der Dreck der ist recycelbar

Mit Verlaub.

Sie werden doch

Inzwischen wissen

Das in jedem Dreck

Auch ein Stückchen

Goldes steckt.

 

Nehmt ihn und füllt ihn

In eine Turbine

Heraus kommt

Gewiss

Ne ganz dufte Biene.

 

Die nehmen Sie dann

Als Ihre Braut!

Und ist sie

Erstmal angetraut

Kaufen Sie für zwei

einen Flugzeugtripp

Nach Lisbon oder so

Oder nach anderswo

 

Einfach weit weg

von jedem Dreck

Ausreisen von hier

Ankommen dort

An einem Ort

  Weit fort

Wo Euch die liebe Sonne

Mit ihrem Licht bescheint

Und Euch die  Liebeswonne

ganz himmelisch vereint.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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16 Antworten zu Abc-Etüden: Da-Da-das letzte Aufgebot (Kata-Strophen einer Werbeagentur für Flugreisen)

  1. kopfundgestalt schreibt:

    Einfach weit weg
    von jedem Dreck,
    ja, das wärs. Aber wohin? 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Ulli schreibt:

    „Jemand“ soll den Dreck wegmachen, der Ruf nach dem starken Mann, der die Menschheit schon einmal in Abgründe gerissen hat. Ja, man will wohl immer mal weg, obwohl man jetzt schon gar nicht mehr weiß wohin, denn der Dreck hat die Welt überschwemmt, in vielerlei Hinsicht.
    Du hast geschrieben, dass diese KataStrophe so und so zu verstehen ist, ich verstehe sie eben so und seufze …
    herzlichst, Ulli

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Guten Morgen, Ulli. Den „Ruf nach dem Starken Mann“ hatte ich in meiner ersten Version noch deutlicher hervortreten lassen. Schön, dass du ihn bemerkt hast. Es kreuzen sich hier ja sehr verschiedene Motive, und wie ich sehe, wurden einige bereits in den Kommentaren aufgegriffen. Irgendwann werden wir nicht umhin können, das ganze Bündel ernsthaft zu betrachten… Herzlich, Gerda

      Gefällt 2 Personen

  3. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 47.48.19 | Wortspende von Red Skies over Paradise | Irgendwas ist immer

  4. TeggyTiggs schreibt:

    …ohja ins schöne Lissabon…oder lieber nicht, denn es ist sogar im Winter schon von Touristen vereinnahmt, die zerstören, weswegen sie hinfahren…da ich es liebe, benutze ich es nicht weiter und bleibe wo ich bin…

    …doch Deine Reime gefallen mir, so hell und lichtdurchflutet optimistisch, das tut gut…

    Gefällt 2 Personen

  5. Christiane schreibt:

    Es ist egal, wohin wir fliegen/ausreisen, wir bekommen alles kaputt … früher oder später.
    Liebe Grüße, guten Morgen 😉
    Liebe Grüße 🐱🌧️☕

    Gefällt 4 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Die Ironie ist natürlich, dass die Sehnsucht nach der Heilen Welt auf Kosten dieser Heilen Welt realisiert wird: durch Flugzeuge und Schiffe. Es sei denn, wir hätten reiche Gönner, die uns auf einer Segelyacht der Sonderklasse mitnehmen… 😉

      Gefällt 2 Personen

  6. felsenquell schreibt:

    Einfach wieder köstlich! Gerdas Ironie in diesen leichtfüßigen Reimen.

    Gefällt 1 Person

  7. Anonymous schreibt:

    Die Sehnsucht nach der Heilen Welt auf Kosten der heilen Welt? NIEMALS! Jedenfalls nicht mjt mir!

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Ich lächle, Gisela, über deine Entschiedenheit. Was aber tun denn all die, die die Paradiese dieser Erde per Auto, Schiff und Flugzeug, meinethalben auch per Kamel aufsuchen, um sich von den Lebensverhältnissen in den Städten ein wenig zu erholen?

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    mein Schmunzeln fällt ein bissel zögerlich aus, hab ich doch eben noch Deinen Zeitgeschichte Artikel gelesen, liebe Gerda.
    Mit leichter Feder dem Dreck zuleibe gerückt, das kannst Du vorzüglich und ich denke an die gute Sendung des SWR2, die ich am frühen Abend gehört habe, die Touristenströme, die Venedig überschwemmen (oder war es doch nur das Wasser?) , die Kreuzfahrtschiffe, die immer noch durch eine extra feine Fahrtrinne für sie bis in die Nähe der alten Stadt belangen und die inzwischen nur noch 52.000 Einwohner Venedigs leiden.
    Liebe Gutenachtgrüße von Bruni an Dich

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Danke dir, Bruni. ja, es sind widersprüchliche Impulse, die ich empfangen und dann auch gesetzt habe. Der Massen-Tourismus ist ein Übel. Doch ist er die Folge des demokratischen Prinzips: da will jeder heute tun, was früher nur der Adel tat. Genauso ist es mit allem andern, über das heute geklagt wird: jeder will ein Auto – jeder will reisen – jeder will satt werden – jeder will mehr als ein Kleidungsstück haben – jeder will ordentlichen Wohnraum und nicht eine Hütte mit einem Zimmer ….Nun machen sich auch die Menschenmassen auf, die es bisher nicht konnten, also zB die Chinesen…. Kann man es ihnen verdenken, dass sie auch mal Venedig oder Santurin sehen wollen wie bisher nur die Amerikaner und Europäer?

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