Vorankündigung zu meinem Tui-Tiu Kinderbuch

Mein Bilderbuch mit Legearbeiten zum Vogelkind Tui-Tiu und der Welterklärung nach Vogelart kommt hoffentlich rechtzeitig zu Ostern im Eichhörnchenverlag heraus. Ich freute mich sehr, als mir die Verlegerin Nina Alice Schuchardt die erfreuliche Neuigkeit mitteilte. Es gibt nun auch eine schöne einfühlsame Vorstellung des Buches hier zu lesen, und auf der Autorenseite bin ich mit meinem Profil vertreten.

Ihr könnt euch meine Freude vorstellen, dass ich im selben Verlag, in dem Susanne Haun ihre Zeichnungen zu den Landtieren veröffentlichte, nun auch vertreten sein werde – mit Legebildern, die ich mit großer Liebe gestaltet habe. Nicht alle Episoden können in dem Buch Platz finden, denn es ist für ganz kleine Kinderhände gedacht.

Hier zeige ich euch schon mal die Szene, als das Vogelkind geboren wird. Damit ihr mir den Daumen drückt, dass das Ei, das vor einem Jahr gelegt wurde, rechtzeitig zu Ostern ausgebrütet sein wird.

Vögel_Umschlag-1

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Durchlässigkeit und Weißzeit (für Ulli)

Ich war heute in einer Ausstellung, die mich sehr faszinierte, da sie sich mit vielen Gedanken verschränkte, die mich derzeit bewegen. Vorwegnehmend veröffentliche ich ein Bild für Ulli Gau, die mit ihren Arbeiten zu „Durchlässigkeit“ (hier und hier und hier ) und „Weißzeit“ (hier) eben dieses Thema kräftig angeschlagen hat.

Und so war ich verblüfft, als mir dieses Bild bei meinem Eintritt in die Ausstellung entgegenleuchtete. Es war nicht die einzige Synchronzität heute.

Daneben sah ich dies Schild, weiß aber nicht, ob ich es richtig zugeordnet habe

 

Ausschnitt:

 

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Der Gehängte (Der Nachtzirkus)*

Der Nachtzirkus. Kapitel „Der Gehängte“ s. 125*

In diesem Zelt schweben hoch über dir Menschen. Artisten, Trapezkünstler, Luftakrobaten.  (…) Du siehst die Vorstellung von einem gefährlichen Blickwinkel aus, direkt unter den Künstlern, mit nichts dazwischen. (…)

In der Zeltmitte hängt ein Mann im Smoking, sein Bein ist an einem silbernen Seil befestigt, die Hände sind hinter dem Rücken verschränkt. Er beginnt sich ganz langsam zu bewegen. Streckt die Arme von den Seiten nach vorn (…) Er beginnt sich zu drehen. Schneller und schneller, bis er nur noch ein verschwommener Fleck am Ende eines Seils ist. Plötzlich hält er inne und fällt. (…)

Dann verharrt er auf Augenhöhe mit dem Publikum. Hängt an dem silbernen Seil, das jetzt unendlich lang wirkt. Der Zylinder sitzt nach wie vor auf seinem Kopf, die Arme liegen ruhig an den Seiten.

der Gehängte (Nachtzirkus) (c) Gerda Kazakou

Immer noch dienen mir als Legematerial die von Jürgen Küster zur Verfügung gestellten Schnittreste aus den beklebten und übermalten Pappen seines verstorbenen Kollegen Peter Maschke. Das Bild steht für sich, doch habe ich wieder ein paar Varianten mithilfe von Fotoshop-Filtern kreiert.

Ein Extra-Blick auf das Publikum:

Der Gehängte in Bewegung, er fällt, das Publikum gerät in Panik.

*Ich zitiere aus dem Buch „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern, in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen 2012 bei Ullstein.

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Feuerzauber (Der Nachtzirkus*)

Der Nachtzirkus. Kapitel „Eröffnungsnacht I“,  S. 113-14 *

Als die Uhr am Tor zu schlagen beginnt, schießt der erste Bogenschütze seinen Pfeil ab. Mit einem Funkenregen fliegt er hoch über die Menge hinweg und trifft sein Ziel. Gelb lodernd entflammt das Feuer. Dann folgt der zweite Schlag, der Schütze schickt seinen Pfeil in die gelben Flammen, und sie sind licht himmelblau. Ein dritter Schlag und ein dritter Pfeil und sie leuchten warm rosa. (…….) Der vorletzte Schlag verwandelt das Blau der tanzenden Flammen in Schwarz, und in diesem Augenblick sind sie nur schwer vom Kessel zu unterscheiden. dann ertönt der letzte Schlag, und ein gleißendes Weiß ersetzt die schwarzen Flammen (….)

Die Szene spielt in London im Jahre 1886, und damals war dies sicher ein unübertreffliches Wunder der Magie. Heute sind wir alle kleine Magier, wenn wir ein bisschen mit Fotoshop rumspielen. Hier 12 Flammen-Verwandlungen, nicht strikt nach der Vorlage.

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*Ich zitiere aus dem Buch „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern, in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen 2012 bei Ullstein.

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Kunst am Sonntag: Mit Natalia unterwegs, Daniel Silver exhibition

War eines Tages unterwegs in Athen, mit Natalia, meiner schönen russischen Freundin. Ist zwei-drei Jahre her. Nun sah ich die Fotos und erinnerte ich mich. Wir hatten mal zusammen bei UNESCO in Piräus ausgestellt und uns angefreundet. An jenem Sonntag sahen wir eine Ausstellung von Daniel Silver, lachten viel, konterfeiten uns gegenseitig und streiften durch die Athener Altstadt. Eben rief ich sie an. Ja, sie ist in Athen.

 

 

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abc-ählreim: Eine dialektische Kata-Strophe

Noch ne üble Kata-Strophe zu den dies-wöchentlichen Wörtern gefällig? als da sind: angekohlt, piddeln und Ohnmachtsanfall. Eingebrockt hat uns diese Wörter Bernd von redskiesoverparadise.name. Christiane hat unsere Übungen  mal wieder großherzig betreut, und lz hat unsere Schreibwut mit einer feurigen Abendstimmung angeheizt.

Da bei uns bis Montag noch der Karneval wütet, sind meine Verse entsprechend. Am Montag lassen wir dann die Drachen steigen und werden wieder fromm

A b c ä h l r e i m

Herr Heinrich der will piddeln geen

Doch wüss  er nich wo dat mut seen.

Die Lies krieg en Ohnmachtsanfall

Als sie ihm sieht in Schweinestall.

Die Hosen hat er wohl verlorn

Auch  hängt  ihm raus en Wurm da vorn.

 Drei Lütt häv die dicke Liese gehoven

un rausgezogn ausn Schweinekoven

Ätschibätschi  angekohlt!

Da hat der Mann das Kind versohlt.

Eene meene Mu

und raus bist du.

 

 

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Wahrheit und Pflicht (Der Nachtzirkus*)

Der Nachtzirkus, Kapitel „Wahrheit und Pflicht“, S. 65-66*

Sie steht mitten auf dem Weg zwischen den Zelten, einfach so, als würde sie auf ihn warten. Sie ist ungefähr so alt wie er und trägt eine Art Kostüm, jedenfall keine normalen Sachen: weiße Stiefel mit ganz vielen Knöpfen, weiße Strümpfe und ein weißes Kleid aus allen nur denkbaren Stoffen – Spitze und Seide und Baumwolle, darüber eine weiße Uniformjacke und weiße Handschuhe. Vom Hals abwärts ist sie ganz in Weiß gekleidet, wodurch das Rot ihrer Haare ungewöhnlich leuchtet. – „Du darfst hier nicht sein“, sagt das rothaarige Mädchen ruhig.

(…..) Bailey nimmt den weißen Handschuh und steckt ihn in seine Hosentasche. 

Anm.: Bailey ist ein etwas ängstliches Kind, hat sich aber dennoch getraut, in den Nachtzirkus einzusteigen. Als Beweis für seinen Mut erbittet er sich ein Zeichen und erhält den weißen Handschuh des Mädchens.

Diesmal habe ich zwei Varianten gelegt. In der zweiten Variante habe ich den schwarz-Weiß-Effekt verstärkt, indem ich einige Schnipsel umgedreht habe.  In beiden Bildern habe ich als Grund wieder die alte Kohlezeichnung auf grauer Pappe, 70 x 100 cm, verwendet.

*Ich zitiere aus dem Buch „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern, in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen 2012 bei Ullstein.

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Baumstämme

Baumstämme sind für mich Zeitmesser, Rhythmusgeber. Mein Schritttempo –  mal schneller, mal langsamer – , die Baumstämme und ich bilden zusammen einen stummen Klangkörper, dem ich verzückt lausche. Sanft verschieben sich ihre senkrechten Formen gegeneinander, wenn ich an ihnen vorbeigehe. Wenn ich meinen Schritt beschleunige, gleiten sie schneller aneinander vorbei. Wenn ich hüpfe oder tanze, geraten sie auch in eine hüpfende, tanzende Bewegung.

Hätte ich eine Stirnkamera mit Video – dann würde ich diese Musik aufnehmen können. Als Photo bleibt sie still und stumm. Ich bleibe stehen und schaue mir diese Rhythmusgeber an wie Trommeln, die auf ihren Einsatz warten.

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Kondolenzpost (Der Nachtzirkus*)

Bevor ich zum nächsten Bild übergehe, hier noch mal das Bisherige im Überblick:

Im folgenden werde ich mich auf recht kurze Zitate beschränken und alles weitere Erklären unterlassen. Denn ich möchte nicht spoilern. Möchtest du wissen, wer was warum sagt und treibt, musst du dir das Buch* besorgen.

Der Nachtzirkus, Kapitel „Kondolenzpost“ S 78*

Sie tritt in den von der hellen Nachmittagssonne durchfluteten Raum. „Was hat das zu bedeuten?“, fragt sie mit der Karte in der ausgestreckten Hand.  

Die Gestalt am Fenster dreht sich um. Dort, wo das Licht auf sie fällt, ist sie fast unsichtbar. Ein Teil der Schulter scheint zu fehlen, der Oberkopf verschwindet in einem Geflimmer von Staubkörnern. Der Rest des Körpers ist transparent, wie das Spiegelbild in einer Glasscheibe.

Ich hab dann noch ein wenig mit Filtern rumprobiert. Die besten Ergebnisse scheinen mir diese zu sein:

Warum habe ich gerade diese Szene versucht ins Bild zu setzen? Es reizte mich, die Schnipsel einmal in ihrer negativen Form – also in dem, was NICHT mehr ist, da Jürgen es für seine Scherenschnitte herausschnitt – zur Wirkung zu bringen. Ich fand, das sei die rechte Art, das stückchenweise Transparentwerden und Verschwinden des Zauberers zu illustrieren. (Im Gegensatz zu den Schnipseln, mit denen ich gewöhnlich arbeite, handelt es sich bei Jürgens Material ja um Verschnitt, also um Übriggebliebenes, „Negatives“, nachdem das „Positive“ herausgenommen wurde).

Auch wollte ich dem Begriff der „Durchlässigkeit“, mit dem Ulli sich grad beschäftigt, eine Facette hinzufügen.


*Ich zitiere aus dem Buch „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern, in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen 2012 bei Ullstein.

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abc etüde: Kata-Strophen

Für diese abc-etüde habe ich ein paar Kata-Strophen gereimt, die an leider sehr reale Ereignisse erinnern. Schau mal hier: Überschwemmung

Herzlichen Dank dem diesmaligen Wort-Spender Bernd  (redskiesoverparadise.name), der abc-Etüden-Betreuerin Christiane und dem Einladungs-Gestalter lz.

 

Überschwemmungs-Kata-Strophen

Piddel-Paddel-Puddel-Kram
Mit dem ersten Regen kam
Angekohltes, Plastikflaschen
Einzelschuhe, alte Taschen
All son Zeug brachten die Flüsse
Spülten es uns vor die Füße
Mit Schilf und Modder und mit Kies
In die Gullis stopften sies
Bis alle Straßen unter Wasser
Die Keller wurden nass und nasser
Schreie und Hilferufe gellten
Ohnmachtsanfälle warn nicht selten
Doch half es was? Die Welt ersoff
Und durch die Dächer Regen troff.

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