Ich habe ein wenig im Buch zurückgeblättert, um etwas zu finden, was sich für Ullis geschmeidige farbige Schnipsel eignet. Und fand diese Szene, in der Celia ein neu aufgetauchtes Zelt besucht, das ihr unbekannter Gegenspieler eingerichtet hat.
Der Nachtzirkus, Kapitel „Spielregeln“, S. 140-1*
Das Schild verkündet einen sogenannten Eisgarten (…). Trotz des Namens ist sie nicht darauf vorbereitet, was sie im Inneren erwartet. Es ist zwar genau das, was auf dem Schild steht, aber es geht noch weit darber hinaus. (…) Selbst die Luft scheint verzaubert. Beim Einatmen ist sie frisch und süß in der Lunge, und ein Schauder, der nicht nur durch den angekündigten Temperatursturz verursacht ist, fährt ihr bis in die Zehen.
Im Zelt sind keine weiteren Besucher. Celia kreist allein um die Spaliere mit den blassen Rosen und einen leise sprudelnden kunstvoll gemeißelten Springbrunnen. Bis auf einige wie Girlanden aufgehängte weiße Seidenbänder ist alles aus Eis.
Neugierig pflückt Celia eine gefrorene Pfingstrose von ihrem Stiel, der sich mühelos abknicken lässt. Doch die Blütenblätter zersplittern, fallen ihr aus den Fingern und verschwinden in den elfenbeinfarbenen Grashalmen auf dem Boden. Als sie wieder zum Stängel blickt, ist bereits eine identische Blüte nachgewachsen.
(*Ich zitiere aus dem Buch „Der Nachtzirkus“ von Erin Morgenstern, in der deutschen Übersetzung von Brigitte Jakobeit erschienen 2012 bei Ullstein.)

Nachtzirkus. Im Eisgarten. (c) gerda kazakou, 2018, unbearbeitetes Orginalfoto
Da Ullis Schnipsel aus leicht glänzendem und spiegelndem Fotopapier bestehen, ergab sich beim Fotografieren unter der Lampe ein Effekt, der die Vereisung der Blumen betont.
Hier noch ein anderes Originalfoto, ein Bildausschnitt und ein paar fotogeshopte Varianten.
Während ich heute mit Ullis Schnipseln arbeitete, holte sich Ulli Legematerial aus Jürgens Schnipselkiste. Die Ergebnisse wird sie euch erst zeigen, wenn ihr Urlaub beendet ist. Ihr dürft gespannt sein!